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1993: In Oranienburg brennen neun Autos ab

Mai/Juni 1993 -> 25.6.2013

Vor 20 Jahren: Feuer im Wohngebiet / Verfall des Groß-Ziethener Schloss setzt sich fort / Politisches Gezerre um Zühlsdorf

MAZ Oranienburg, 13.7.2013

Was passierte vor 20 Jahren im damaligen Kreis Oranienburg? Diesmal der Juni und Juli 1993.

OBERHAVEL
Die Vehlefanzer sind empört. Der Harley-Davidson-Klub veranstaltete am 12. Juni 1993 eine Party in den Weinbergen und rollte durch das dort entstandene Biotop. Nun steht der Schlamm in dem Gebiet knietief, das satte Grün ist verschwunden. Ein Skandal, finden die Anwohner.

In Flatow, Sommerfeld und Kremmen fallen die Sitzungen der Gemeinde- und Stadtparlamente aus. Grund: Die Ratsmitglieder fehlen. Kremmens Stadtverordnetenvorsteher Harald Kretzschmar sagt, dass inzwischen eine ganze Reihe Stadtverordneter nicht nur einmal durch Abwesenheit glänzt. Er schlägt eine Liste vor, auf der die Fehlenden vermerkt werden.

Bei der Osthaveländischen Eisenbahn (OHE) wird laut über eine Straßenbahnlinie von Berlin-Spandau nach Hennigsdorf nachgedacht. Eine Verlängerung bis Velten sei nicht auszuschließen. Doch zuvor muss der Berliner Senat grünes Licht geben, dass die OHE überhaupt wieder in den Personennahverkehr einsteigen darf.

Der Verfall des Schlosses in Groß-Ziethen setzt sich fort. Es gebe jetzt ausreichend fließendes Wasser, sagt Mieter Peter Schupik. Damit meint er allerdings, dass es durchregnet. Wenn nicht bald etwas geschehe, sei das Haus reif zum Abriss. Der Schornsteinfeger weigert sich bereits, das Dach zu betreten.

Oranienburger Einzelhändler protestieren Mitte Juni 1993 gegen das geplante Einkaufszentrum auf dem alten Krupp-Gelände nahe der Breiten Straße. Mit verhängten Schaufenstern demonstrieren sie, was passieren könnte, wenn sich in Sachen Einkauf der Schwerpunkt aus der Innenstadt rausverlagere. Die Kunden sind weniger begeistert. „Das ist doch Zirkus“, sagt ein Rentner. Jeder Händler sei selbst für seinen Erfolg verantwortlich.

Das Gezerre um Zühlsdorf geht weiter. Die Kommunalaufsichtsbehörde in Oranienburg klagt gegen die von Innenminister Alwin Ziel abgesegnete Entscheidung der Zugehörigkeit Zühlsdorf zum Amt Schildow und damit zum Kreis Oranienburg. Durch diese Klage gehört Zühlsdorf nun plötzlich wieder zu Wandlitz und damit zum Barnim. Der Wandlitzer Amtsdirektor Dellmann spricht von einem „operettenhaften Gezerre“, für Zühlsdorfs Bürgermeister Thomas Henning ist das ein Skandal.

Eine englisch-israelische Investorengruppe will an der Friedhofstraße in Bötzow ein Wohngebiet mit 40 Häusern errichten. Das gibt Bürgermeister Gerd Eickenhorst am 17. Juni 1993 bekannt.

Aus dem PSV wird der OHC. In Oranienburg gründet sich ein neuer Handballverein: Die Polizeisportverein ist Geschichte, nun gibt es den Oranienburger Handballclub. Erster Präsident ist Norbert Rohde.

Bürger aus Schwante und Vehlefanz haben den Regionalentwicklungsverein Mühlensee ins Leben gerufen. Der Vorsitzende Dietmar Sturzbecher sieht Nachholbedarf bei der Dorferneuerung.

In der Innsbrucker Straße in Oranienburg gehen in der Nacht zum 28. Juni 1993 neun Autos in Flammen auf. An einem der Pkw fand die Polizei später Einbruchsspuren. Weil sie wohl nicht erfolgreich waren, zündeten die Täter ein Auto an, der Brand griff über.

Am 1. Juli 1993 bekommt Ostdeutschland neue Postleitzahlen. Oranienburg wechselt von 1400 zu 16515. In der Kreisstadt liefen die Vorbereitungen seit vier Wochen, alles soll problemlos laufen.

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Ein Kommentar zu “1993: In Oranienburg brennen neun Autos ab”

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