RT im Kino

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Jurassic World: Das gefallene Königreich

Mittwoch, den 13. Juni 2018

(4) -> 17.6.2015

Drei Jahre ist es her, dass die Jurassic World verwüstet worden ist. Seitdem sind die Tiere auf der Insel weitgehend sich selbst überlassen. Dann aber bricht der Vulkan der Isla Nublar aus, und es muss geklärt werden, was mit den dort lebenden Dinosauriern passieren soll. Es gibt einen Gerichtsprozess: Soll man die Tiere der Natur überlassen? Muss man sie retten, um die Arten nicht aussterben zu lassen?
Mitglieder der Dinosaur Protection Group wollen das Aussterben der Dinos verhindern. Gemeinsam mit Owen Grady (Chris Pratt), einem ehemaligen Dino-Trainer, reisen sie auf die Insel. Aber auch reiche Geschäftemacher haben es auf die Dinosaurier abgesehen – denn sie sind sehr viel Geld wert. Extrem viel Geld.
Und so geht es nicht nur darum, die Insel gesund zu verlassen, sondern auch darum, nicht nur die Tiere zu retten, sondern auch den Geschäftsleuten zu entziehen.

Eines zeigt dieser fünfte Teil der Dinosaga ziemlich gut: Die Luft ist ganz schön raus. Waren es bislang die faszinierenden Tiere, die den Film fesselnd machten, die Art und Weise, wie mit ihnen im Park umgegangen ist, ist Teil 5 mehr oder weniger nur noch ein Actionschocker. “Jurassic World: Das gefallene Königreich” erzählt nichts mehr über mögliche Dinosaurier. Der Film ist eine permanente Jagd. Es geht um die höllische Natur und um die Gier der Menschen.
Damit hebt sich die Saga leider nicht mehr von vielen anderen Filmen ab. Tricktechnisch ist “Das gefallene Königreich” (ziemlich blöder Titel!) ganz gut gelungen, aber die Geschichte ist dann leider doch eher erschreckend lahm.

Jurassic World: Das gefallene Königreich
USA 2018, Regie: Juan Antonio Bayona
Universal, 128 Minuten, ab 12
5/10

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Der Buchladen der Florence Green

Dienstag, den 12. Juni 2018

Das englische Küstendorf Hardborough in den 50ern. Es ist nicht allzu viel los dort. Eines Tages tut sich dort aber doch etwas. Florence Green (Emily Mortimer) taucht im Ort auf, und sie hat einen Traum: einen eigenen Buchladen. In Hardborough will sie ihn sich erfüllen.
Tatsächlich klappt es, und ihr neuer Laden ist ein Anlaufpunkt für die Leute. Als sie Nabokovs „Lolita“ dort verkauft, sorgt das sogar für Aufruhr. Dem eigenbrödlerischem Mr. Brundish (Bill Nioghty) empfiehlt sie Ray Bradburys „Fahrenheit 451“ – und der Mann ist begeistert und lässt sich immer wieder Bücher zuschicken.
Doch dem Laden droht Ungemach. Die Generalsgattin Violet Gamart (Patricia Clarkson) will verhindern, dass der Einfluss von Florence Green weiter steigt. Sie will die Schließung des Ladens – mit allen Tricks.

Die gute alte Zeit! Der Film von der katalanischen Regisseurin Isabel Coixet schwelgt quasi in Erinnerungen an die Blütezeiten der Buchläden, als die noch etwas Magisches, ganz Besonderes an sich hatten – als die Eröffnung eines solchen Geschäftes noch für Gesprächsstoff sorgte.
“Der Buchladen der Florence Green” handelt dann auch von der Liebe zu Büchern, von Büchern an sich und von Menschen, die Bücher lieben und mit ihnen leben. Und so fährt die Kamera auch immer wieder an Buchtiteln vorbei, oder man sieht immer wieder welche im Hintergrund stehen.
Es ist ein trotz der Bedrohlichkeiten ein eher ruhiger Film, was man auch mögen muss. Ein bisschen mehr Drive hätten dem Ganzen dann doch gut getan.

Der Buchladen der Florence Green
GB 2017, Regie: Isabel Coixet
Centralfilm, 113 Minuten, ab 0
6/10

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Letztendlich sind wir dem Universum egal

Sonntag, den 3. Juni 2018

Rhiannon (Angourie Rice) hat sich verliebt. Justin (Justice Smith) ist unglaublich liebenswürdig, und das gefällt der 16-Jährigen. Sie sind nun zusammen. Doch schon am nächsten Tag ist alles anders. Da erinnert sich Justin anfangs gar nicht, wer eigentlich dieses Mädchen ist. Und überhaupt ist er ganz anders als gestern.
Dafür lernt sie kurz danach einen Jungen kennen, der ihr erneut sehr sympathisch ist. Er erinnert sie an Justin, an die Art, wie er am ersten Tag war. Aber dieser Junge haut spät am Abend plötzlich ab.
Wieder einen Tag später bekommt sie eine Einladung von einem fremden, etwas dicklichen Jungen. Sie kennt ihn nicht, aber er sagt: Er kennt sie. Und tatsächlich: Er weiß alles über sie.
Des Rätsels Lösung: A wechselt von Tag zu Tag den Körper. Mal ist er ein junges Mädchen, mal ein gutaussehender Teenie, mal eine Selbstmordgefährdete. Nun hat sich A aber in Rhiannon verliebt. Wie soll das aber gehen, wenn A jeden Tag jemand anderes ist?

“Letztendlich sind wir dem Universum egal” ist nicht nur eine interessante Feststellung, sondern so heißt auch der Film von Regisseur Michael Sucs. Zwei Dinge sind irritierend: Der Titel klingt zwar schön, aber er spielt in der Geschichte eigentlich nicht wirklich eine Rolle. Außerdem ist es ein bisschen schade, dass eigentlich nie geklärt wird, warum A eigentlich von Körper zu Körper wandelt. So bleibt auch unklar, ob er Eltern hat und woher er überhaupt kommt. Am Ende ist es für die Story zwar nicht wichtig, dass diese Auflösung aber fehlt, ist dennoch bemerkenswert.
Die Liebesgeschichte ist aber vor allem durch seine Ungewöhnlichkeit sehenswert. Denn es geht nicht so direkt um zwei Menschen, die sich lieben. Sondern um einen Menschen und einem Etwas, das sich jeden Tag neue andere Menschen sucht. Der Film stellt die Frage, ob so was funktionieren kann.

Letztendlich sind wir dem Universum egal
USA 2018, Regie: Michael Sucs
Splendid, 97 Minuten, ab 6
7/10

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Tully

Samstag, den 2. Juni 2018

Marlo (Charlize Theron) ist nervlich und körperlich am Ende. Gerade ist ihr drittes Kind geboren worden. Nachts muss sie immer wieder raus, an Durchschlafen ist nicht zu denken. Ihr Sohn macht in der Schule Probleme, und ihr Mann Drew (Ron Livingston) kümmert sich nicht wirklich und muss beruflich immer wieder weg.
Marlo kann nicht mehr. Ihr Bruder Craig (Mark Duplass) merkt das. Er bietet ihr an, für sie eine Nachtnanny zu buchen. Damit sie mal zur Ruhe kommt. Anfangs lehnt Marlo das empört ab, aber dann findet sie, dass die Idee doch ihren Charme hat. Also steht eines Tages Tully (Mackenzie Davis) vor der Tür steht. Sehr schnell wird klar: Tully ist ein Segen für Marlo.

Regisseur Jason Reitman und Drehbuchautorin Diablo Cody blicken in “Tully” in den beschwerlichen Alltag einer dreifachen Mutter. Obwohl vielen diese Situation bekannt sein dürfte, tut es mitunter weh, zu sehen, wie sich Marlo quält. Was ein bisschen verwundert, ist, dass die Rolle ihres Mannes überhaupt nicht in Zweifel gezogen wird. Bräsig liegt er abends auf dem Bett und zockt. Oder er tingelt ins Haus und wundert sich, dass es nichts Gutes zu essen gibt, während seine Frau völlig fertig am Tisch sitzt. Niemand zweifelt das an – es wird so hingenommen.
Abgesehen davon ist “Tully” aber eine spannende Menschenstudie, die später noch eine sehr interessante Wende macht. Charlize Theron spielt die Rolle der Mutter großartig. Eine Frau am Rande des Nervenzusammenbruchs.

Tully
USA 2017, Regie: Jason Reitman
DCM, 96 Minuten, ab 12
7/10

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Insidious: The last Key

Mittwoch, den 23. Mai 2018

(3) -> 8.7.2015

Parapsychologin Elise Rainier (Lin Shaye) wird von ihrer Vergangenheit eingeholt. Gemeinsam mit den Geisterjägern Specs (Leigh Whannell) und Tucker (Angus Sampson) reist sie in ihr Elternhaus nach New Mexico. Dort ist eine Familie in Gefahr – geister sorgen für Angst und Schrecken. Elise erinnert sich an ihre eigene Kindheit in diesem Haus. Sie muss sich dem Dämon Key Face stellen, denn sie als Kind aus Versehen befreit hatte.

“Insidious: The last Key” ist der vierte Teil der Horror-Reihe. Sie hat zwar ihren Zenit überschritten, aber dieser Film ist immerhin nicht so schlecht wie Teil 3. Regisseur Adam Robitel lässt immerhin genug Raum, Spannung aufzubauen. Ruhige Szenen, in denen der Zuschauer die Szene beobachten kann – bis irgendwas passiert. Es ist das einfach 1×1 des Horrorfilms, das hier recht gut umgesetzt wird. Die Story selbst kann dagegen nicht immer so überzeugen.

Insidious: The last Key
USA 2017, Regie: Adam Robitel
Sony, 104 Minuten, ab 16
6/10

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Deadpool 2

Dienstag, den 22. Mai 2018

(1) -> 3.3.2016

Deadpool (Ryan Reynolds) ist zurück. Inzwischen ist Wade Wilson so etwas wie ein Söldner geworden. Überall auf der Welt jagt er Kriminelle. Nachdem er sich um den Anführer eines Drogenkartells in seiner Heimatstadt kümmern musste, kommt er nach Hause – zu seiner Freundin Vanessa (Morena Baccarin) – sie haben Jahrestag zu feiern. Doch in der Nacht taucht plötzlich der Drogenboss auf und erschießt Vanessa.
Wade/Deapool konnte ihn danach zwar zur Strecke bringen, aber er ist ein gebrochener Mann. Er will sich umbringen – was natürlich als Superheld nicht funktioniert. Aber er ist kurzzeitig im Jenseits: Seine Vanessa sagt, dass sein Herz noch nicht am richtigen Fleck sei.
Nun muss Trauerarbeit geleistet werden – und dabei hilft Colossus (Stefan Kapičić), der Wade/Deadpool zu den X-Man bringt – als Praktikanten. Sie werden auch bald zu einem Fall gerufen. Der junge Mutant Russell (Julian Dennisson) randaliert vor einem Waisenhaus. Es kommt heraus, dass er dort misshandelt wurde – und nun Rache will. Doch Mord. Das allerdings könnte schwere Folgen haben, nicht nur für den Jungen. Deshalb müssen Deadpool und seine Freunde diese Rachetat verhindern.

Auch der zweite Teil der Marvel-Comicverfilmung “Deadpool” kann überzeugen. Sie macht Spaß und sie ist spannend. Ryan Reynolds schafft es ausgezeichnet, sich selbst auf die Schippe zu nehmen. Wieder konnten tolle Gags platziert werden, zwischendurch spricht Wade/Deadpool mit den Zuschauern, kündigt Digitaltricks an oder mault, dass er die Stunts selber machen musste. Eine coole Mischung aus Humor und Action. Und eine Botschaft gibt es diesmal auch: Da ist natürlich der Freundschaftsaspekt, das Sich-gegenseitig-Helfen, aber auch, die gegenseitige Achtung und natürlich das Credo, sich niemals selbst aufzugeben.

Deadpool 2
USA 2018, Regie: David Leitch
Fox, 119 Minuten, ab 12
9/10

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Isle of Dogs – Ataris Reise

Montag, den 21. Mai 2018

Hunde müssen raus! Sie sind nicht mehr erwünscht in Megasaki City in Japan – zumindest laut Regierungserlass. Die Tiere – egal welche Rasse – werden auf eine große Mülldeponie gebracht, regelrecht verklappt. Dort leben sie ihr trauriges Leben.
Eines Tages aber beobachten die Hunde, dass ein Flugzeug über Trash Island abstürzt. Der Pilot ist schwer verletzt, aber er ist am Leben. Es ist Atari Kobayashi, und wie sich herausstellt, ist er der zwölfjährige Pflegesohn, das Mündel, von Bürgermeister Kobayashi. Atari ist auf der Suche nach seinem Hund. Spots war sein persönlicher Bodyguard, und er vermisst ihn sehr.
Die Hunde auf der Insel helfen ihm bei der Suche. Es ist ein Unternehmen, das die ganze Stadt verändern wird.

“Isle of Dogs – Ataris Reise” war der Eröffnungsfilm der Berlinale 2018. Dass es sich dabei um einen Zeichentrickfilm handelt, verwunderte viele. Nun kann man sich aber davon überzeugen, was für ein atemberaubend guter Film das ist. Regisseur Wes Anderson (”Grand Budapest Hotel”) schrieb auch das Drehbuch, und er erzählt einerseits von den Folgen der Diktatur, die ganze Gruppen von Lebewesen – hier: Hunde – ausschließt und ausweist. Aber eben auch vom Kampf gegen den Herrscher.
Davon abgesehen ist “Isle of Dogs” aber auch unglaublich witzig, ebenso traurig, mitreißend und spannend und ziemlich rührend. Er lebt von den vielen liebenswürdigen und speziellen Charakteren. In der Art, wie er erzählt wird, ist er aber auch besonders. Die Hunde sprechen unsere Sprache, die japanischen Menschen werden entweder gar nicht, oder simultan übersetzt – von einer Dolmetscherin, die für eine Fernsehübertragung arbeitet.
“Isle of Dogs” ist sehr sehenswert, in jeglicher Hinsicht.

Isle of Dogs
USA 2017, Regie: Wes Anderson
Fox, 102 Minuten, ab 6
9/10