RT im Kino

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Kino 2020

Donnerstag, den 31. Dezember 2020

Die Kino-Hitliste des Jahres 2020 umfasst diesmal 59 Filme.
Bis Platz 30 haben die Filme mindestens eine 7/10-Bewertung, erstmals gibt es allerdings weder eine 10/10 noch eine 9/10-Bewertung.

1. 1917
2. Narziss und Goldmund
3. Corpus Christi
4. Berlin Alexanderplatz
5. Kopfplatzen
6. Undine
7. Jojo Rabbit
8. Als wir tanzten
9. Schlingensief – In das Schweigen hineinschreien
10. Als Hitler das rosa Kaninchen stahl
11. Judy
12. Futur drei
13. Enkel für Anfänger
14. Die Känguruh-Chroniken
15. Hello Again – Ein Tag für immer
16. Zu weit weg
17. Parasite

18. Greenland
19. Gott, du kannst ein Arsch sein!
20. Enfant Terrible
21. Unhinged – Außer Kontrolle
22. Lindenberg! Mach dein Ding
23. Die Hochzeit
24. Queen & Slim
25. Romys Salon
26. Wagenknecht
27. Ich bin Greta
28. The Peanut Butter Falcon
29. After Truth
30. Bad Boys for Life

31. Das Vorspiel
32. Lassie – Eine abenteuerliche Reise
33. Es ist zu deinem Besten
34. Cortex
35. Night Life
36. Little Women
37. Kartoffelsalat 3 – Das Musical
38. Sorry, we missed you
39. Bombshell – Das Ende des Schweigens
40. The Climb
41. Sebastian springt über Geländer
42. The King of Staten Island
43. Der Spion von nebenan
44. Freies Land
45. Knives out – Mord ist Familiensache
46. Guns Akimbo
47. Countdown
48. I still believe
49. Das Beste kommt noch
50. Harriet – Der Weg in die Freiheit
51. Der geheime Roman des Monsieur Pick
52. Ruf der Wildnis

FLOPS:
53. Little Joe – Glück ist ein Geschäft
54. Die Wütenden – Les Misérables
55. Ausgrissn
56. Kahlschlag
57. 7 Minutes
58. Einsam Zweisam
59. Ein verborgenes Leben

Hits: 235

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Wagenknecht

Mittwoch, den 30. Dezember 2020
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Bei den Linken gehört Sahra Wagenknecht zu den umstrittenen Personen. Lange war sie einem extremen Druck aus ihrer Partei ausgesetzt, es gab regelrechte Anfeindungen.
In ihrer Doku “Wagenknecht” versucht die Filmemacherin Sandra Kaudelka einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Zwei Jahre lang hat sie dafür Sahra Wagenknecht begleitet – auf Pressetermine, zu Auftritten, zu Versammlungen und Parteitagen.
Los geht es 2017, ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl. Der Film endet 2019 mit ihrem Rücktritt als Fraktionsvorsitzende – aus gesundheitlichen Gründen, wie sie sagt.

Ohne Frage: “Wagenknecht” ist eine spannende Doku. Das liegt vor allem an der Politikerin selbst. Was sie sagt, hat oft Hand und Fuß. Zu erleben, welchen Anfeindungen sie ausgesetzt ist, erstaunt.
Die größte Erkenntnis der Doku ist jedoch: Sahra Wagenknecht ist tatsächlich so unnahbar, wie man ihr immer nachsagt. Auch diese Doku kommt ihr auf persönlicher Ebene kaum nah. Sie lässt nicht wirklich hinter ihre Fassade blicken. Wie sie mit den Anfeindungen klar kommt, ist nur selten zu spüren. Wie es zur Entscheidung kam, dass sie kürzertritt, ist im Film nicht ersichtlich – auch in der Doku kommt der Rücktritt aus heiterem Himmel.
So spannend der Film auch ist – die Unnahbarkeit ist dann doch ein wenig enttäuschend.

-> Trailer auf Youtube

Wagenknecht
D 2019, Regie: Sandra Kaudelka
Salzgeber, 105 Minuten, ab 0
7/10

Hits: 172

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The King of Staten Island

Dienstag, den 29. Dezember 2020

Scott (Pete Davidson) ist 24, und irgendwie hat er in seinem Leben noch nicht so richtig was hinbekommen. Als er sieben Jahre alt war, ist sein Vater, ein Feuerwehrmann, gestorben. Nun leben er und seine Mutter (Marisa Tomei) in einer Wohnung. Scott überlegt, Tattoo-Künstler zu werden, in seinem Freundeskreis hat er schon so einige Tattoos gestochen. Ansonsten hängt er mit seinen Freunden rum. Und mit Kelsey (Bel Powley), sie kennen sich schon seit den Kindertagen, und irgendwie haben sie jetzt auch was miteinander – es soll aber keiner wissen.
Als dann seine Mutter einen neuen Freund hat, den Feuerwehrmann Ray (Bill Burr), muss sich auch Scott etwas einfallen lassen. So kann sein Leben nicht weitergehen.

Judd Apatow hat in den vergangenen Jahren Komödien wie „Jungfrau (40), männlich, sucht …“ oder „Beim ersten Mal“ an den Start gebracht. Aber auch ernstere Filme wie „Wie das Leben so spielt“ oder „Immer Ärger mit 40“ stammen von ihm. Auch “The King of Staten Island” schlägt eher ernstere Töne an, wenn auch das Heitere nicht zu kurz kommt.
Es geht um einen jungen Mann, der vor sich hinzuleben scheint und an einen Punkt kommt, an dem er sich dann doch mal Gedanken machen muss.
Allerdings verläuft das in diesem mehr als zweistündigen Film relativ höhepunktfrei. Man kann sich davon gut berieseln lassen, mehr ist das aber leider nicht.

-> Trailer auf Youtube

The King of Staten Island
USA 2019, Regie: Judd Apatow
Universal, 137 Minuten, ab 12
5/10

Hits: 173

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7 Minutes

Freitag, den 25. Dezember 2020

Ein Date endet in einer Katastrophe. Maxime (Valentin Malguy) und Kevin (Paul Arvenne) vergnügen sich im Hotelzimmer – und plötzlich sackt Kevin zusammen. Maxime ist verzweifelt. Später steht fest, dass er an einer Drogen-Überdosis gestorben ist. Beide werden sie erhängt gefunden.
Von Jean (Antoine Herbez), dem Vater von Maxime. Der 55-Jährige ist Polizist. Und er ist schockiert. Er beginnt, der ganzen Sache auf den Grund zu gehen. Freunde organisieren zu Ehren von Maxime einen Abschiedsabend, und da entdeckt Jean den Club “Bisou”. Dort war Maxime oft. Von den jungen Männer dort wird Jean bald umgarnt, und der will nun die Welt seines Sohnes entdecken.

Das ist, gelinde gesagt, bizarr. “7 Minutes” heißt der Film von Ricky Mastro, in dem es darum geht, wie ein Vater auf etwas ungewöhnliche, merkwürdige Weise den Tod seines Sohnes verwinden will.
Dass Jean nun plötzlich auf den Spuren seines Sohnes wandelt und sich dann auch noch auf eine Art Affäre mit einem jungen Mann einlässt, das ist irgendwie nur schwer nachvollziehbar.
Der Film hat weder einen besonderen Sinn, noch erklärt er irgendwas, noch entsteht irgendein Zauber oder auch nur Interesse. Ist der Anfang noch relativ fesselnd, weil die Schockmomente durchaus ergreifend sind, geht es dann schnell bergab. Einzelne interessante Momente machen da längst keinen guten Film. Funktioniert leider nicht.

-> Trailer auf Youtube

7 Minutes
Frankreich 2019, Regie: Ricky Mastro
Pro Fun Media, 80 Minuten, ab 16
2/10

Hits: 267

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Little Joe – Glück ist ein Geschäft

Mittwoch, den 23. Dezember 2020

Es ist eine sensationelle Entdeckung: Alice (Emily Beecham) ist Wissenschaftlerin in einem Gewächshaus. Sie hat eine Zinnoberpflanze geschaffen, purpurrot. Das Besondere ist ihr Duft, der soll die Menschen glücklich machen.
Alice lebt zu Hause mit ihrem Sohn Joe (Kit Connor) zusammen. Ihm zu Ehren nennt sie die Pflanze “Little Joe”.
Eine Pflanze nimmt sie mit nach Hause – wobei noch völlig unklar, welche Auswirkungen das Saatgut auf Menschen hat. Denn bald ist klar: Irgendwas stimmt damit nicht. Menschen, die sich in der Nähe der Pflanze, benehmen sich zunehmend merkwürdig.

“Little Joe – Glück ist ein Geschäft” heißt der Film von Jessica Hausner. Auffallend ist vor allem die ziemlich edle Optik des Films. Die Szenen in dem Gewächshaus üben rein optisch schon eine gewisse Faszination aus.
Das war es dann aber auch schon. Denn in diesem Film wird vor allem viel geredet, erzählt und beraten. Und das obwohl schnell durchschaubar ist, was da eigentlich Sache sein könnte.
Interessanter Plot, der jedoch sehr langweilig umgesetzt worden ist.

-> Trailer auf Youtube

Little Joe – Glück ist ein Geschäft
GB 2019, Regie: Jessica Hausner
X-Verleih, 106 Minuten, ab 12
3/10

Hits: 179

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Sorry, we missed you

Dienstag, den 22. Dezember 2020

Eigentlich passt der Film genau in die Zeit vor Weihnachten. Nicht, weil dieser Film zur Weihnachtszeit spielt. Sondern weil er ein Problem zeigt, dessen wir uns gerade jetzt mal wieder bewusst machen sollten: Die Situation der Menschen, die Pakete ausfahren.

Ihnen fehlt Geld. Es reicht hinten und vorne nicht. Ricky Turner (Kris Hitchen) arbeitet in Newcastle als Paketbote. Seine Frau Abbie (Debbie Honeywood) ist Altenpflegerin. Beide Jobs sind unsicher, ihre Verträge sind mies. Es kann jederzeit zu Ende sein. Ab und zu hat Ricky Nebenjobs – wenn die Zeit dafür ist.
Sie müssen dann auch noch das Auto verkaufen, obwohl Abbie es bräuchte. Aber Ricky muss sich einen Lieferwagen mieten, damit er seinen Job weitermachen kann. Das ist teuer, und der Job wird zunehmend nervenzehrender.
Darunter beginnt auch mehr und mehr die Familie zu leiden, sein Sohn Seb (Rhys Stone) lehnt sich gegen die Situation auf. Die Lage scheint zu eskalieren.

Regisseur Ken Loach gibt in seinem Film “Sorry, we missed you” wieder einen Einblick in die britische Arbeiterschicht. Und der geht zunehmend an die Nieren. Fast schon hilflos muss man als Zuschauer mitansehen, wie die Familie immer weiter in den Sumpf aus Depression und Ärger schlittert.
Kommt der Film anfangs noch sehr spröde rüber, geht es dann doch drunter und drüber. Der Sohn rebelliert, und Ricky verzweifelt zusehends. Und die Frage ist, ob die Familie das alles aushält oder auseinanderbricht?
Ken Loach macht das alles ohne Pathos – hier und da wäre etwas mehr Pathos sogar ganz gut -, geradezu ungeschminkt, in jeglicher Hinsicht, zeigt er das Geschehen.

-> Trailer auf Youtube

Sorry, we missed you
GB 2018, Regie: Ken Loach
NFP, 101 Minuten, ab 12
6/10

Hits: 185

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Ausgrissn

Freitag, den 18. Dezember 2020

Filme von und, mit und über Menschen, die eine große Reise unternehmen, sind eine Sparte, die oft richtig spannend ist und Spaß macht. Wenn die Leute spannend sind, wenn die Reise fesselt, wenn so eine Doku dann auch noch gut gemacht ist.
Das Problem bei “Ausgrissn”: Es ist völlig unklar, was dieser Film sein will.

Thomas und Julian Wittmann sind Brüder. Ihr Plan: Sie wollen auf zwei alten Mopets aus ihrem bayerischen Bergdorf nach Las Vegas reisen. Gute 12.000 Kilometer.
Sie fahren nach Norden, weiter mit dem Schiff und dann durch die USA. Sie treffen auf Leute, haben Frust und dann auch wieder nicht.
Und all das zeigen sie nach ihrer Rückkehr in ihrem Dorf Freunden und der Familie.

Ist “Ausgrissen” eine Doku? Ein Spielfilm? Zumindest die Rahmenhandlung ist ein Schauspiel. Unter anderem dabei ist Monika Gruber. Allerdings ist die Rahmenhandlung absolut verzichtbar. Sie ergibt keinen Sinn, und warum die Reise rückblickend erzählt wird, ist völlig unklar.
Die Reise selbst hat auch immer wieder einen geskripteten Eindruck. Es ist ein Kamerateam dabei, was somit auch bedeutet, dass hier und da Szenen gestellt sind. Kennt man aus guten Reisedokus anders.
Ansonsten besteht der Dokuteil aus diversen Begegnungen und Gesprächen, die Reise ist eher lieblos zusammengeschnitten. Die Reise durch Deutschland kommt nicht vor, die Schiffsreise ist eine Randnotiz. Und seltsamerweise lernt man die Männer auch nicht so richtig kennen.
Leider ist “Ausgrissn” kein gelungener Reisefilm.

-> Trailer bei Youtube

Ausgrissn
D 2019, Regie: Julian Wittmann
Majestic, 96 Minuten, ab 12
3/10

Hits: 188