RT im Kino

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Scream

Donnerstag, den 20. Januar 2022

(4) -> 8.5.2011

Ein schöner Abend für Tara (Jenna Ortega). Jedenfalls bis ihr Telefon klingelt. Das Festnetz. Ein Typ will was von ihr. Scheint zu plaudern, aber dann wird es ernst. Ihre Freundin Amber (Mikey Madison) muss sterben, wenn Tara nicht drei Fragen zu den “Stab”-Horrorfilmen beantworten kann.
Er ist wieder da. Der Mann mit der Maske, der scheinbar wahllos andere Menschen umbringt. 25 Jahre, nachdem es in der kleinen Stadt das erste Mal passiert ist. Nun herrscht wieder große Unruhe in Woodsboro, und auch Gale Weathers (Courteney Cox), Dewey Riley (David Arquette) und Sidney Prescott (Neve Campbell) wissen – sie müssen wieder einschreiten.

Elf Jahre nach Teil 4 und gute 25 Jahre nach Teil 1 gibt es wieder mal einen “Scream”-Aufguss. Und das Lustige ist, dass die Kritik im Grunde genommen genauso ausfällt wie Teil 4.
Wes Craven ist nicht mehr unter uns. Unter der Regie von Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett entstand wieder die übliche Mischung aus Komödie und Parodie und hartem Blutgemetzel.
Das funktioniert auch in Teil 5 – der offiziell nicht so benannt ist – wie vorher auch. Man macht sich ein wenig über sich selbst lustig, führt Meta-Ebenen ein, baut Spannung auf, wen es denn erwischt. Diesmal sind allerdings auch die großen Hauptfiguren aus den älteren Filmen dabei.
Abwechslungsreiche Abendunterhaltung, die weiterhin funktioniert.

-> Trailer auf Youtube

Scream
USA 2021, Regie: Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett
Paramount, 115 Minuten, ab 16
7/10

Hits: 77

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Spencer

Montag, den 17. Januar 2022

Über das britische Königshaus und die Beziehung zwischen Lady Di und Prince Charles ist schon viel erzählt, geschrieben und gedreht worden. Für den Film “Spencer” hat sich Regisseur Pablo Larrain ein weiteres Kapitel rausgesucht.

Weihnachten, 1991: Prinzessin Diana (Kristen Stewart) will – oder eher: muss mit der Königinfamilie im Sandringham House die Feiertage verbringen. Ganz alleine ist sie mit dem Cabrio dorthin unterwegs – und verfährt sich. Da staunen die Menschen in dem kleinen Bistro nicht schlecht, als plötzlich eine Prinzessin im Laden steht und fragt, wo denn der richtige Weg sei.
Bei Hofe ist man natürlich verärgert, dass sich Diana verspätet. Aber auch sonst zieht sich Diana vor Ort mehr und mehr zurück. Sie mag es nicht, an den Essen teilzunehmen. Überall fühlt sie sich beobachtet und überwacht. Überall will man ihr Vorschriften machen, dabei würde sie eigentlich gern mit ihren Kindern Weihnachten feiern.
So aber bekommt sie regelrechte Beklemmungen.

Man weiß ja schon einiges über Prinzessin Diana. Doch “Spencer” zeigt noch mal eine ganz andere Facette: die Psycho-Di.
Wer eine weitere adlige Schmonzette erwartet, der ist bei “Spencer” vollkommen schief gewickelt. Denn dieser Film ist alles andere als locker-fröhlich oder soapig. “Spencer” ist vielmehr ein Psychothriller über eine Frau am Rande des Wahnsinns.
Die Diana in diesem Film hat Wahnvorstellungen, schizophrene Momente, große Angstphasen. Ob das alles wirklich genau so war, weiß niemand. Es ist eine Diana, von der man annimmt, dass sie so gewesen sein könnte. Ob es wirklich so heftig und krass war – wer weiß. Dass sie aber nicht alleine in der Weltgeschichte rumfuhr, ist aber klar. Dass sie den Weg nicht findet, wirkt ein bisschen albern, wo sie doch einst nebenan gewohnt hat.
“Spencer” ist ein eher verstörender Film mit einer Diana, die mit bedauerlichen Psychoattacken zu kämpfen kann. Alles eine Spur zu viel und zu ungewiss, und eigentlich schüttelt man sehr oft den Kopf…
Übrigens entstanden viele Szenen rund um und im Schloss nciht in Großbritannien, sondern in Brandenburg – was auch die deutschen Filmförderungen erklärt.

-> Trailer auf Youtube

Spencer
GB / D 2021, Regie: Pablo Larrain
DCM, 117 Minuten, ab 12
5/10

Hits: 138

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Wanda, mein Wunder

Samstag, den 8. Januar 2022

Was wäre die Familie Wegmeister-Gloor am Zürichsee ohne Wanda (Agnieszka Grochowska)? Die junge Frau aus Polen arbeitet im Haus und kümmert sich insbesondere um den bettlägerigen Josef (André Jung), der nach einem Schlaganfall Hilfe im Alltag braucht. Wanda kommt immer für drei Monate in die Schweiz, danach kann sie sich in Polen mehrere Woche im die eigenen Kinder kümmern.
Während die Tochter Sophie (Birgit Minichmayr) Wanda eher argwöhnisch beobachtet, scheint sich Gregi (Jacob Matschenz) in die Frau verliebt zu haben. Josefs Frau Elsa (Marthe Keller) feilscht mit Elsa um ihr Gehalt, da sie nun auch ein paar Haushaltsdinge erledigen soll.
Was keiner weiß: Wanda erledigt noch andere Dinge. Als sie das nächste Mal zur Familie in die Schweiz zurückkehrt, ist sie schwanger. Josef ist der Vater.
In der Familie bricht ein Gefühlschaos aus, das jeden erfasst.

Die Fassade! Die muss aufrecht erhalten werden! Doch bei den Wegmeister-Gloors scheint alles zusammenzubrechen. Davon erzählt Bettina Oberli in ihrem Film “Wanda, mein Wunder”. Er ist Komödie, Drama und Sozialkritik. Denn Wanda wird von den reichen Schweizern ausgenutzt, wobei sie mit Josef noch den besten Draht hat, weshalb sie ihm – für Extra-Franken – intime Wünsche erfüllt. ALs sie aber schwanger ist, dreht sie den Spieß um und stellt Forderungen – auch um ihre Familie daheim durchbringen zu können. Erzählt wird aber auch von der reichen, spießigen Familie, in der Lebensläufe vorgeschrieben sind, weil das eben so ist – aber auch dort kommt dann scheinbar alles anders.
So liefert Bettina Oberli eine spannende Sozialstudie ab, die nie langweilig wird und dessen Ende kaum abschätzbar ist.

-> Trailer auf Youtube

Wanda, mein Wunder
Schweiz 2020, Regie: Bettina Oberli
X-Verleih, 112 Minuten, ab 0
8/10

Hits: 135

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Kino 2021

Freitag, den 31. Dezember 2021

Die Kino-Hitliste des Jahres 2021 umfasst diesmal 55 Filme.
Die Liste ist in diesem Jahr sehr ungewöhnlich. Mit der Öffnung der Freiluftkinos im Mai gab es überhaupt erst Kino-Vorführungen. Um die Kinopause auszugleichen, warfen die Verleiher in sehr kurzen Abständen ihre Filme auf den Markt, wodurch auch meine Filmauswahl sehr viel selektiver war.
So haben 40 von 55 Filmen eine gute oder sehr gute Bewertung (mindestens 7/10), es gibt gleich zwei 10/10-Filme, und nur ein einziger Film hat eine Flop-Bewertung (2/10).
Vielleicht wird 2022 wieder etwas normaler.

1. Old
2. Räuberhände

3. Lieber Thomas
4. Je suis Karl
5. Nebenan
6. Hannes
7. Spider-Man: No Way Home
8. Wem gehört mein Dorf?
9. Neues aus der Welt

10. Don’t look up
11. Dear Evan Hansen
12. Résistance – Widerstand
13. Nahschuss
14. Firebird
15. Contra
16. Mein Sohn
17. Sommer 85
18. Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull
19. James Bond 007: Keine Zeit zu sterben
20. Minari
21. After Love
22. Tom & Jerry
23. Die Unbeugsamen
24. Space Jam: A new Legacy

25. The French Dispatch
26. Auf alles, was uns glücklich macht
27. The Father
28. Matthias & Maxime
29. Generation beziehungsunfähig
30. Hochwald
31. Toubab
32. Schachnovelle
33. The Hand of God
34. Nomadland
35. Catweazle
36. Der Rausch
37. Die letzten Reporter
38. Ron läuft schief
39. Und morgen die ganze Welt
40. Halloween Kills

41. Clifford – Der große rote Hund
42. Es ist nur eine Phase, Hase
43. Die Schule der magischen Tiere
44. Ich bin dein Mensch
45. Beckenrand Sheriff
46. Free Guy
47. Die Rettung der uns bekannten Welt
48. House of Gucci
49. West Side Story
50. Himmel über dem Camino – Der Jakobsweg ist Leben
51. A quiet Place 2
52. The Unforgivable
53. Rosas Hochzeit
54. The United States vs. Billie Holiday

FLOP
55. The Nest – Alles zu haben ist nie genug

Hits: 158

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Himmel über dem Camino – Der Jakobsweg ist Leben

Montag, den 27. Dezember 2021

Spätestens seit Hape Kerkeling 2001 auf dem Jakobsweg gepilgert ist, ist die Wanderroute auch in Deutschland zu großer Bekanntheit gekommen. Immer wieder gibt es Bücher und Doku darüber, wie Menschen diesen Weg gelaufen sind und was sie dort erlebt haben.

In der Doku “Himmel über dem Camino” wird die Reise von sechs Menschen aus Neuseeland und Australien auf dem Jakobsweg gezeigt.
Sie laufen nach Santiago de Compostela und haben alle ihre eigenen Probleme. Eine ältere Dame kämpft mit ihren Gebrechlichkeiten, die scheinbar von Kilometer zu Kilometer größer werden. Andere müssen sich mit Verlusten und Ängsten auseinandersetzen.

Die Regisseure Noel Smyth und Fergus Grady aus Neuseeland begleiten die Pilger Julie Zarifeh, Susan Morris, Terry, Mark Thomson, Claude Tranchant und Cheryl Stone auf ihrer Reise. Leider sind die Bilder an vielen Stellen seltsam verwackelt, manchmal wirkt es, als seien mindestens Teile des Film mit dem Smartphone in der Hand aufgenommen worden. Das gibt dem Ganzen eine unnötige Unruhe, nicht immer sind Wackelbilder dynamisch.
Wirklich berührend ist die Geschichte der älteren Dame. Ansonsten hat der Film leider nicht so viel Neues zu erzählen, und das Faszinierende des Weges kommt leider auch nur selten rüber. So einen Weg mit so vielen Protagonisten kann man in nur 80 Minuten auch kaum erzählen…

-> Trailer auf Youtube

Himmel über dem Camino – Der Jakobsweg ist Leben
Neuseeland 2019, Regie: Noel Smyth, Fergus Grady
Ascot Elite, 80 Minuten, ab 0
5/10

Hits: 126

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Ich bin dein Mensch

Freitag, den 24. Dezember 2021

Mit der Liebe ist das ja so eine Sache. Findet man den richtigen Partner?
Es gibt da jetzt etwas Neues, und die Erprobung läuft: menschliche Roboter. Sie sollen darauf programmiert werden, nach einer Eingewöhnungszeit der perfekte Partner im Leben zu sein.
Alma (Maren Eggert) lässt sich darauf ein. Für die Ethikkommission soll sie die Antwort auf die Frage abliefern, ob man humanoide Roboter in Deutschland zulassen soll. Sie nimmt dafür an einem entsprechenden Experiment teil.
Sie ist zwar nicht auf der Suche nach der Liebe, aber die Teilnahme an diesem Experiment kann ihr auch beruflich helfen.
Und so wird ihr der Partnerschafts-Roboter Tom (Dan Stevens) zugewiesen. Alma will mit ihm kein Liebespaar bilden, sie will ihn eigentlich links liegen lassen. Allerdings ist Tom ja darauf programmiert, Almas Partner zu werden.

“Ich bin dein Mensch” heißt der Film von Maria Schrader, der sich damit beschäftigt, was passieren würde, wenn eine Firma Roboter auf den Markt bringen würde, die echten Menschen dermaßen ähnlich sind, dass man sie von ihnen kaum noch unterscheiden kann.
Das sorgt für durchaus skurrile Momente, denn beim ersten Anlauf hat Roboter Tim technische Probleme und muss schnell weggebracht werden. An anderer Stelle stellt Alma fest, dass bei der Tanzveranstaltung, bei der sie gerade ist, lauter Hologramm-Menschen aktiv sind.
Ansonsten wirkt der Film aber etwas spröde, was auch daran liegt, dass Tim zwar menschlich aussieht, er aber schon auf eine leicht mechanisch-gruselige Art spricht.
Und grundsätzlich geht es natürlich um die Frage, ob so die Zukunft der Partnersuche aussehen könnte (hoffentlich nicht).
Deutschland schickt diesen Film ins Oscar-Rennen – und hat es sogar auf die Shortlist geschafft. Was allerdings ein bisschen verwundert, denn mehr als ein etwas besserer Fernsehfilm ist “Ich bin dein Mensch” nicht. Nicht uninteressant, aber auch kein Kracher.

-> Trailer auf Youtube
-> Der Film in der ARD-Mediathek (bis 22. März 2022)

Ich bin dein Mensch
D 2020, Regie: Maria Schrader
Majestic, 105 Minuten, ab 12
6/10

Hits: 152

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The Hand of God

Donnerstag, den 23. Dezember 2021
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Neapel in den 80ern. Fabietto (Filippo Scotti) liebt Fußball. Er schaut jedes Spiel des SSC Neapel. Die Freude ist riesengroß, als klar wird, dass sein Verein den Weltklassespieler Diego Maradona unter Vertrag nimmt. Fabietto kann es kaum fassen. Allerdings wird dieses Ereignis bald von einem tragischen Zwischenfall überschattet.
Für Fabrietto beginnt eine harte Zeit – traurige und freudige Momente wechseln sich in seinem Leben ab. Er wird älter, die Fußball-Leidenschaft bleibt – aber er entdeckt auch die große Welt des Kinos. Könnten vielleicht Filme seine Zukunft bedeuten?

“The Hand of God” ist kein Film über Diego Maradona, auch wenn man das wegen des Titels meinen könnte. Vielmehr erzählt Paolo Sorrentino eine Geschichte über den steinigen Weg des Erwachsenwerdens. Es sind Episoden im Leben von Fabietto, mit Humor und Tragik.
Was anfangs irgendwie noch nicht so richtig reinzieht, wird aber mehr und mehr interessant. Fabietto muss mit Trauer umgehen, sich mit seiner Zukunft auseinandersetzen, auch mit der Liebe. Der erste Sex mit einer Frau gerät ziemlich speziell. Fabietto sucht den Sinn im Leben, Paolo Sorrentino setzt das mitunter recht bildgewaltig um.
“The Hand of God” wird von Italien ins Oscar-Rennen geschickt.

-> Trailer auf Youtube

The Hand of God
Italien 2021, Regie: Paolo Sorrentino
Netflix, 130 Minuten, ab 12
7/10

Hits: 123