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Mein Tag mit mir

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Dritter Schnelltest in Zeiten des Coronavirus

Donnerstag, den 15. April 2021
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Diese Schnelltests scheinen kein Schema F zu haben. Alle sind sie anders.
Heute hatte ich meinen vierten Coronatest, es war der dritte Schnelltest in einem Testzentrum. Es gibt neuerdings auch eines in der Kremmener Stadtparkhalle. Allerdings nicht so nett wie in Lehnitz, wo man das Auto dafür erst gar nicht verlassen muss. Schnell geht es aber dennoch, was natürlich die Hauptsache ist.

Man geht ins Foyer der Halle, man muss sich ausweisen, dann darf man in den Testraum. Während ich beim ersten Schnelltest das Stäbchen in beide Nasenlöcher bekam und beim zweiten nur in eines, gab es beim dritten eine weitere Variante. Nämlich in den Rachen und in ein Nasenloch. Das war erst mal ein Schock. Man hört ja so diese Geschichten vom Würgereiz, der bei diesem Test ausgelöst wird.
Aber es ging schnell, und in die Nase zu bohren, bin ich ja fast schon gewohnt.

Auf dem Parkplatz vor der Halle bekam ich dann nach 15 Minuten das Ergebnis. Negativ.

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Stolpe

Donnerstag, den 8. April 2021
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Eigentlich dachte ich, so ziemlich jeden Winkel im Süden meines Heimat-Landkreises zumindest schon mal gesehen zu haben. Doch da sollte ich mich getäuscht haben.
Durch den Hohen Neuendorfer Ortsteil Stolpe fährt man normalerweise nur durch. Die Landesstraße verbindet dort Hennigsdorf, die A111 und Hohen Neuendorf. Durch Stolpe ist man da recht schnell durch. Es gibt eine Ampelkreuzung, von der links und rechts eine Straße abgeht, dann ist man auch schon wieder raus.
Und scheinbar bin ich in Stolpe entweder schon ewig nicht mehr oder noch nie abgebogen.

Es gibt einen alten und einen neuen Teil von Stolpe. Der alte Teil besteht aus einer Kopfsteinpflasterstraße, rechts und links stehen alte Häuser. Es gibt Gaststätten, einen Spielplatz, ein Bürgerhaus. Ein typisches Ein-Straßen-Dorf, auch wenn ein weitere Abzweigungen gibt.
Völlig im Kontrast dazu die andere Seite von Stolpe. Fährt man über die Landesstraße gelangt man auf die Neue Dorfstraße. Und was man da zu sehen bekommt, ist beeindruckend. Denn das scheint die Villen-Gegend zu sein. Riesige Häuser in Reih und Glied. Einige sind vermutlich Mehrfamilienhäuser, dennoch sieht hier alles relativ protzig aus. Ganz am Ende ist ein Golfplatz, was natürlich auch dazu passt.

Stolpe sind eigentlich zwei Dörfer, die auf den ersten Blick überhaupt nicht zueinander passen. Auf den zweiten vermutlich auch nicht.

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Masken-Wirrwarr in Zeiten des Coronavirus

Mittwoch, den 7. April 2021
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Bei McDonald’s in Berlin-Reinickendorf. Im Restaurant sitzen darf man ja seit gefühlten 13 Jahren nicht mehr, aber man darf reingehen, um etwas zu bestellen und es dann mitzunehmen.
Ich stand am Dienstagnachmittag am Automaten, um meine Bestellung aufzugeben.
Ein McDonald’s-Mitarbeiter sprach mich an. Nicht wegen der Adressdaten – das scheint ja auch nicht mehr nötig zu sein. Sondern er fragte mich, ob ich eine FFP2-Maske dabei habe. Hatte ich nicht. Ich hatte die normale OP-Maske drübergezogen. FFP2 sei nun Pflicht, sagte er.

Ich schaute den Typen etwas länger an. Er trug eine OP-Maske. Woraufhin ich ihn fragte, on das, was er da trage, eine FFP2-Maske sei. Er müsse nicht, weil, er hier arbeite. Das sei ja unlogisch, sagte ich. Er fände das auch, sagte er, ich solle mich bei Frau Merkel beschweren.
Leider fiel mir Michael Müllers Name nicht ein, weshalb ich nur sagte, dass dafür ja nicht Frau Merkel, sondern “Ihr Bürgermeister” zuständig sei. Immerhin seien das ja Länderbestimmungen, mit denen Frau Merkel nichts zu tun hat. Das fand er ein bisschen lustig, wobei ich Unwissenheit nach einer solchen Zurechtweisung nicht si lustig finde.
Ich durfte aber freundlicher- und ausnahmsweise trotzdem bleiben.
Schade, dass ich eben gerade erst gelesen habe, dass diese blödsinnige FFP2-Maskenpflicht in bestimmten Läden erst am Mittwoch gilt.
Und warum die Mitarbeiter, die viel enger zusammenstehen, einen “schlechteren” Schutz tragen sollen, weiß sicher auch nur Herr Müller. Oder auch nicht.

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Zweiter Schnelltest in Zeiten des Coronavirus

Dienstag, den 6. April 2021
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Über Ostern war die Schnelltest des Landkreises Oberhavel in Lehnitz auch an allen Feiertagen geöffnet. Eine sehr gute Sache, denn so hatte jeder die Chance, bevor er zur Familie fuhr, sich vorsichtshalber noch mal testen zu lassen.
Am frühen Ostersonntagnachmittag nahm ich diesen kostenlosen Service in Anspruch. Es war das zweite Mal, dass ich in Lehnitz den Test machte.

Die Prozedur war dieselbe wie beim ersten Mal. Diesmal machte ein junger Mann den Test, ob er vom DRK war oder von der Bundeswehr, war nicht ersichtlich.
Merkwürdigerweise führte er das Teststäbchen nur in ein Nasenloch ein. Bei meiner Premiere waren es beide Nasenlöcher, und die Dame bohrte auch ein bisschen länger. Und ehrlich gesagt, habe ich beim Selbsttest auch länger gebohrt, und auch in beiden Nasenlöchern.

Irgendwie gibt mir das das Gefühl, dass es eigentlich keinen Unterschied macht, ob sich den Selbsttest zu Hause mache oder zur Teststation fahre. Und vermutlich ist das auch so…

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Selbsttest in Zeiten des Coronavirus

Montag, den 5. April 2021
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Er bringt keine komplette Sicherheit, aber er ist besser als nichts. Besser als eine völlige Unsicherheit. Es gibt seit einiger Zeit Corona-Selbsttests zu kaufen, und auch der Arbeitgeber sorgt dafür, dass man solche Schnelltests regelmäßig bekommt.

Ich hatte einen beruflichen Termin, bei dem ich einen älteren Herrn besuchen würde. Dazu leichte Halsschmerzen, und da ist ja Gewissheit doch etwas Schönes.
Also probierte ich zum ersten Mal zu Hause den Selbsttest aus.

Dazu gehört ein riesiger Erklärungszettel, wie das denn überhaupt funktioniert. Geradezu erschlagend. Allerdings nur das erste Mal, denn letztlich ist es alles doch ganz simpel.
Man packt den Teststreifen aus, man legt sich den Extraktionspuffer mit der Spenderkappe zurecht, man packt den Abstrichtupfer aus.
Wie sollte es anders sein: Hände waschen. Den Wattebausch des Tupfers nicht anfassen, weil dann alles hinfällig wäre.
Den Kopf leicht nach hinten neigen, den Tupfer mit dem Wattebausch in die Nase einführen. Das ist unangenehm, denn manchmal neige ich zwar zum Popeln, aber da schiebt man sich ja nichts noch weiter tiefer in die Nase. Man schiebt das Ding so weit rein, bis man einen leichten Widerstand spürt. Da ist wieder das Zwicken, dieses unangenehme, tränenziehende Gefühl. Man dreht ein Tupfer ein bisschen – 15 Sekunden lang.
Dasselbe dann doch mal im anderen Nasenloch.
Der Tupfer kommt dann ins Röhrchen, dort dreht man ihn dann auch hin und her.
Dann werden die Seiten des Röhrchens zusammengedrückt, während man den Tupfer rauszieht – so soll die Flüssigkeit aus dem Tupfer gepresst werden. Am Ende wird das Röhrchen mit der Kappe verschlossen.

Jetzt kommt der eigentliche Test. Vier Tropfen aus dem Röhrchen werden nun auf den Teststreifen gesetzt. Es dürfen auch fünf sein, auch dann funktioniert der Test noch.
Und dann: warten.

Ist der Test negativ, gibt es auf der oberen Seite des Teststreifens eine Linie, beim Buchstaben C.
Ist der Test positiv, gibt es zwei Striche, beim C und beim T. Auch wenn der untere Strich ganz schwach ist, gilt das als positiv, und man muss sich beim Arzt melden.
Ist der Strich nur unten, hat man was falsch gemacht.
Mein Test war negativ. Womit ich erst mal aufatmen konnte.

Im Großen und Ganzen hat das ganz gut funktioniert, auch wenn es beim ersten Mal kompliziert erscheint. Ein bisschen erstaunlich ist es aber doch, dass man die Leute das alleine machen lässt, denn ich kann mir vorstellen, dass die Was-falsch-machen-Quote gar nicht so gering sein könnte.

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Hier ist jemand gestorben (2)

Sonntag, den 4. April 2021
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(1) -> 18.12.2020

Sie fahre an dieser Unfallstelle auch nicht gern vorbei.
Ich weiß erst gar nicht so genau, was die Frau, die mich auf dem Spargelhof in Kremmen, genau meint.
Es geht um die Unfallstelle im Wald zwischen Germendorf und Sommerswalde, wo eine Frau nach einem Unfall gestorben war. Ihr Auto war nach einem Crash in Flammen aufgegangen.
Ich hatte einen Text darüber geschrieben, und die Frau in Kremmen hatte mich darauf angesprochen.

Sie fahre sogar manchmal Umwege über Bärenklau, erzählte sie mir.
Monatelang noch war der kaputte Asphalt an der Unfallstelle noch zu merken, die Geschwindigkeit wurde herabgesetzt. Und immer, wenn man da langfuhr, dachte man an das Unglück – zumal ich damals aus der Ferne das Auto habe brennen sehen.
Im März ist die Stelle ausgebessert worden. Wobei: Was heißt ausgebessert. Es wurde Split aufgetragen, und nun ist diese Stelle mehr denn je ein Mahnmal. Man wird dort immer merken, dass die Straße dort bearbeitet werden musste, und die Gedanken werden dort immer bleiben.

Das sei gruselig, sagte mir die Frau in Kremmen. Sie könne es kaum ertragen, dort langzufahren. Aber selbst auf der anderen Ausweichstrecke über Hohenbruch hat es in letzter Zeit zwei schwere Unfälle gegeben. Es werde immer schlimmer, sagte die Frau.
Das darf man aber nicht an sich rankommen lassen, denke ich. Umwege werde ich deshalb nicht fahren.

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Bernd ist im Katzenhimmel

Samstag, den 3. April 2021
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Kein Tier war länger bei uns. Es müssen 15 oder 16 Jahre gewesen sein. Am Donnerstag mussten wir von Bernd Abschied nehmen.

Wann genau Bernd zu uns kam, wissen wir gar nicht mehr so genau. Ich kann mich nur erinnern, dass der Kater zur Fußball-WM 2006 schon bei uns war. Also muss er entweder Ende 2005 oder Anfang 2006 zu uns gestoßen sein.
Er ist uns zugelaufen. Wir wissen nur, dass zu zuvor bei Nachbarn bereits zugelaufen war. Er muss in der Nachbarstraße geboren worden und irgendwann losgelaufen sein. Bei unseren Nachbarn – und den Kindern dort – scheint es ihm aber nicht gefallen zu haben.
Zu dem Zeitpunkt hatten wir schon Oskar, 2006 war der Kater drei Jahre alt.
Plötzlich tauchte der plüschige grau getigerte Kater bei uns auf. Wir wussten, dass er Bernd heißt, und wir haben den Namen eigentlich immer auch beschmunzelt. Und plötzlich war da. Im Garten. Und plötzlich war er im Haus. Und er kam immer wieder. Immer öfter. Und blieb dann irgendwann.
Es schien ihm bei uns mehr gefallen zu haben, denn bei uns hatte er einerseits seine Ruhe. Andererseits hatte er aber auch Oskar, der Bernd erstaunlich gutmütig und freundlich bei uns aufnahm – war ja auch nicht selbstverständlich.
Offenbar war es der anderen Familie auch nicht so wichtig, wo der Streuner abgeblieben war. Bernd jedenfalls blieb.

Wie Oskar und Bernd quasi als Brüder ihr Leben bei uns führten, war oft rührend anzusehen. Abends lagen sie Rücken an Rücken auf dem Sofa. Natürlich gab es hin und wieder Zoff. Aber nie ernsthaft. Als Bernd zu uns kam, war er noch nicht ausgewachsen, und es schien, als ob Oskar ihm erst mal beibringen musste, wie man sich putzt. Das hat Bernd erst getan, nachdem er das bei Oskar gesehen hat.
Als Oskar am Ende des Winters 2016 bei uns in der Veranda eingeschläfert werden musste und der Kater noch auf der Bank lag, sprang Bernd rauf und leckte ihn ein paar mal – vermutlich wusste das Tier, dass es Abschied nehmen musste.

Zuletzt wurde festgestellt, dass Bernd einen Tumor im oder am Magen hatte. Nachdem das klar war – vermutlich hatte er ihn schon länger -, hatte er noch ein paar Wochen. Aber dann kamen die Tage, wo er gar nichts mehr fraß, wackelig wurde. Und ehe das Leiden ganz schlimm wird…
Mach’s gut, kleiner Freund! Ich werde die Zeit auf dem Sofa mit dem ausführlichen Kuscheln vermissen.

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