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Mein Tag mit mir

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Manchester: Packt uns jetzt die Angst?

Mittwoch, den 24. Mai 2017
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Der nächste Anschlag – diesmal in Manchester.
Nach einem Popkonzert in der Manchester-Arena eine Bombe hoch, 22 Menschen starben, davon viele Kinder.

Ist es wieder so ein Anschlag oder doch eine neue Dimension?
Etwas ist anders. Es war ein Konzert mit vielen Kindern und Jugendlichen. Ein Konzert, bei dem viele Eltern ihre Kinder dort abgesetzt haben, in der Hoffnung, sie erleben einen schönen Abend.
Der Attentäter sorgt für Angst – nun also auch bei Eltern, die ihre Kinder jetzt mit mulmigem Gefühl (jetzt noch mehr) zu solchen Events schicken.
Die Angst schleicht sich immer mehr in unser Leben, auch wenn wir das gar nicht wollen, auch wenn wir uns dagegenstellen.

Zweimal ging es mir bei Konzerten in Berlin im letzten halben Jahr schon so, dass ich dachte: Was wäre wenn…? Und es war kein schönes Gefühl. Aber ich konnte es verscheuchen.
Die meisten Menschen können das. Aber nach dem Manchester-Anschlag werden es wohl wieder weniger sein, und keinem kann man es verdenken.

Vor ziemlich genau zehn Jahren, im März 2007, war ich in dieser Arena in Manchester. Wir sahen ein Konzert der Gruppe Faithless, und es war großartig. Hoffentlich waren die Kontrollen nicht so lasch wie damals…

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Ab ins Kino: Fressen, Rascheln, Quatschen

Montag, den 22. Mai 2017
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Gemeinsam mit anderen Menschen ins Kino zu gehen, ist eine schöne Sache. Da sitzen dann ein paar Dutzend Leute und schauen gemeinsam einen Film.
Ja, da ist es doch herrlich, vom Popcorn zu naschen, und dem Liebsten ab und zu was zuzuwispern, und, ach ja, der Film läuft ja auch noch.

Man kann das aber auch anders sehen, und am Sonntag stand ich in Oranienburg während “Alien: Covenant” mal wieder fast vor einem Wutanfall. Denn es gibt Leute, die begreifen einfach nicht, dass sie nicht allein sind im Kinosaal. Denen es völlig wurscht ist, dass da noch andere Leute sind, die vielleicht gestört sein können von:
Davon, dass man sich hinsetzt und erst mal schön in der Popcorntüte wühlt. Immer wieder. Sie so richtig toll rascheln lässt. Raschelraschelraschel.
Davon, dass man das Popcorn frisst. Ja, frisst. Mit offenem Mund, dass es so richtig schön knatscht und schmatzt.
Davon, dass man nicht in der Lage ist, zu flüstern. Dass man mit dem Freund alle Szenen erörtern und kommentieren muss.
Davon, dass man pupertär über blöde Witzchen lacht, obwohl gerade gar nichts lustig ist – und man schlicht die Handlung nicht kapiert.
Davon, dass man einfach nervt.

Ja, die junge Frau mit ihrem Freund hinter uns war so eine. Fressen, rascheln, quatschen. Es ist zum Verzweifeln, und wen das Kino mal untergeht, dann wegen solchen Leuten. Da baut man sich irgendwann doch lieber zu Hause die Großleinwand auf.

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Sorry, ich bin nicht der Vater!

Mittwoch, den 17. Mai 2017
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Kind 1 schreit. Kind 2 hat nämlich dem Kind 1 etwas weggenommen, und Kind 1 findet das extrem blöd. Kind 2 will Kind 1 das Spielzeug aber nicht wiedergeben. Ergebnis: Kind 2 schreit auch.
Mama schreitet ein, aber so richtig kann sie gerade nichts tun.
Die Leute gucken schon. Denn diese Leute denken, warum sitzt der Vater so bräsig da, glotzt blöd, macht aber nichts?! Und sie meinen mich.

Wir sind in einem Restaurant am Gmünde in Caputh. Wir, das sind meine Kollegin – glücklich verheiratet -, ihre zwei kleinen Söhne und ich. Die beiden Kinder sind leider weniger gut drauf, als wir vorher gehofft haben. Und sie quengeln. Und sie streiten. Und sie sind laut. Aber so ist das nun mal.
Meine Kollegin muss ziemlich wirbeln. Ermahnen. Auf die Kinder einreden.
Ich kann immer mal nur runtergefallene Dinge aufheben oder irgendwas sortieren. Oder mal was einwerfen. Aber als Nicht-Erziehungsberechtigter kann ich natürlich nicht wirklich eingreifen.

Das wissen natürlich nicht die Leute am Tisch hinter der Scheibe. Minutenlang starren vor allem die Frauen in der Runde zu uns raus. Und ich spüre geradezu, was sie sich erzählen: Warum der Typ auf seinem Arsch sitzt und seiner Frau nicht hilft. Was das für ein Idiot ist, dass sie alles alleine machen muss.
Ich fühlte mich nicht nur beobachtet, ich fühlte mich auch ziemlich unwohl. Und ich konnte nicht mal was dafür.
Vielleicht hätte ich reingehen und die Damen aufklären sollen. Aber dann wäre es für sie vielleicht nicht mehr so spannend gewesen.
Ein bisschen froh war ich dann schon, als wir wieder aufbrachen – und die Kinder inzwischen wieder die liebsten der Welt waren.

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Die Brücke ist gesperrt, aber das muss unter uns bleiben!

Dienstag, den 16. Mai 2017
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Da bin ich aber in eine böse Sackgasse geraten: Wer aus der Berliner Innenstadt kommend auf der A114 die Ausfahrt Schönerlinder Straße nutzt, kann zwar weiter Richtung Wandlitz fahren – nicht aber Richtung Berlin. Die Brücke über der Autobahn, also die B109 an dieser Stelle, ist gesperrt.
Ich schnallte das aber erst, als ich vor der Baustelle stand. Zwar war an der Ausfahrt die Entsprechende Fahrtrichtung durchgestrichen, aber dass es überhaupt nicht weitergeht, hatte ich nicht geschnallt. Dass eine Abfahrt vorher ein entsprechendes Schild stand, muss ich entweder übersehen oder nicht für voll genommen zu haben.

Das Problem: Ich konnte nicht wenden. Ich hätte nur zurück auf die Autobahn fahren können, dann aber weiter zum Dreieck Pankow und kilometerweit weiter bis Mühlenbeck.
Ich versuchte es anders, in dem ich auf die B109 fuhr und einen riesigen Umweg durch Gegenden fuhr, die ich nicht kannte. Berliner Wald und Wiesen. Immerhin schaffte ich es kilometerweit später zur vorherigen Abfahrt Bucher Straße.
Erstaunlicherweise war auf der anderen Seite der Brückenbaustelle auch kein Hinweis auf die Sperrung zu finden.
Mit der Ausschilderung von gesperrten Straßen scheint es in Berlin nicht so gut zu stehen. Muss wohl ein Geheimnis bleiben – vor allem für unkundige Autofahrer.

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Alles Idioten, außer ich!

Montag, den 15. Mai 2017
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Es gibt wirklich extrem sympathische Autofahrer. Wie den neulich in Berlin-Prenzlauer Berg, der auf der Greifswalder Straße noch mal extra auf’s Gas drückte, als eine Frau vor ihm noch schnell über die Straße rannte.
Vermutlich so ein ekelhafter Besserwisser, der den anderen mal zeigen will, wer hier im Recht ist.
An der nächsten Ampel stand ich neben ihm. Es war ein älterer Herr um die 70, wild gestikulierend sprach er mit seiner Frau auf dem Beifahrersitz. Als es grün wurde, raste er in einem Affenzahn davon, da kam ich nicht mal im Endfesten mit.

Wenig später an der Kreuzung zur Grellstraße. Es war viel Verkehr, irgendwie setzte sich aber die Schlange nur langsam in Bewegung. Schnell schaltete die grüne Ampel wieder auf Rot. Das Auto vor dem sympathischen älteren Raser bremste ab, und der Opa muss das zu spät bemerkt haben, denn er musste eine Vollbremsung hinlegen.
Ganz klar, der Opa war schuld. Der Opa fand, der vor ihm hat Schuld, weil er unverschämterweise nicht mehr über die fast rote Ampel rollte. Der Opa vor mir regte sich noch ewig darüber vor, wie an entsprechenden Handbewegungen zu sehen war.
Und man denkt: Bleib doch mal locker! Die arme Frau neben ihm.

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Überraschungsevent (10): Die Faszination eines leeren Stadions

Sonntag, den 14. Mai 2017
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(9) -> 27.3.2017

Der Startschuss fiel im April 2016: Einmal im Monat wollen wir uns gegenseitig überraschen. Und immer darf der andere nicht wissen, wo genau wir hingehen werden – erst vor Ort wird das Geheimnis gelüftet. Der Termin muss beim anderen natürlich abgefragt werden, alles andere nicht. Die Preisgrenze liegt bei 30 Euro. In diesem Monat durfte ich das Event planen, im Juni ist sie dran.
Allerdings im Mai ist das Event (von dem ich nicht weiß, was es ist) ausgefallen – wegen Krankheit beim Veranstalter. Wird aber demnächst nachgeholt.

Diesmal ging es ins Berliner Olympiastadion. Wenn dort keine Fußball-Spieltage sind, kann man sich zu geführten Touren anmelden. Dadurch kommt man an Orte, die man so nie kennenlernen wird.
Man bekommt den Raum gezeigt, in dem die Spieler interviewt werden und sie vorher darauf warten, aufs Feld zu dürfen. Wir sahen uns in der Umkleidekabine um, in der zuletzt die Spieler von RB Leipzig waren. Inklusive Duschen und Entspannungsbecken. So leer ist das natürlich – einfach ein leeres Bad.
Weiter ging es in die VIP-Bereiche und in die Aufwärmhalle. Wir konnten uns ein paar Minuten dort hinsetzen, wo sonst nur die wichtigen Leute sitzen – und wo Hitler einst seine Tribüne hatte.
Ein bisschen was Geschichtliches gab es auch – nach gut 75 Minuten war die Führung zu Ende.

Schön ist aber, dass man sich danach noch weiter im Stadion aufhalten kann. So saßen wir auf zwei der vielen Stadionplätze und schauten auf das leere Feld. Auch mal schön, denn auch das leere Stadion strahlt eine Faszination aus.

Wenn man das Stadion so sieht, dann fragt man sich auch, warum Hertha BSC unbedingt ein neues will. Ja, durch die Laufbahn drumherum, ist das Fußballfeld nicht ganz dicht dran – aber meine Güte! Die Hertha soll froh sein, ein so tolles Stadion bespielen zu dürfen und nicht so dekadent sein.
Zumal es schwierig werden dürfte, einen neuen Standort zu finden. Die favorisierte Stelle im Olympiastadion-Umfeld müsste auch von der Stadt Berlin gekauft oder gemietet werden – und das dürfte problematisch sein. Berlin spielt da wohl nicht mit. Und raus nach Brandenburg – da machen wohl die Fans nicht mit.

Was zu essen gibt’s im kleinen Bistro übrigens auch – aber die Bockwurst ist leider nicht zu empfehlen.
Aber an sich ein Besuch des (leeren) Olympiastadions lohnt sich in jedem Fall.

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Lukes Publikum genau im Blick

Samstag, den 13. Mai 2017
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Der Wahnsinn. 12.000 Menschen kamen am Freitagabend zur Comedyshow von Luke Mockridge in die Berliner Mercedes-Benz-Arena. Und standen unter der ständigen Beobachtung von diversen Securityleuten.

Man darf zwar fotografieren, aber nicht filmen und auch kein Ton mitschneiden – so stand es vorher in der Pause auf der großen Leinwand.
Ich habe mich am Anfang immer mal wieder gewundert, dass ständig irgendwelche Männer in der Halle unterwegs waren. Von hinten nach vorn und zurück, Mittelgang hin und zurück. Und immer diese strengen Blicke.
Die Männer kontrollierten, dass tatsächlich keiner filmt. Ab und zu blieben sie stehen und leuchteten ins Publikum, wo sie vermuteten, dass jemand filmt.
Als Mockridge in der Zugabe Hits aus den 90ern singt, liefen die Männer noch verstärkter und noch strenger und noch aufmerksamer durch die Reihen.

Einerseits verständlich, denn mit dem Programm will Luke Mockridge ja sicherlich noch lange touren. Andererseits aber auch leicht albern, denn selbst wenn ich ein paar Minuten mitgeschnitten hätte – die Qualität wäre eher mies gewesen. Damit hätte ich sowieso nicht viel anfangen können.