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Mein Tag mit mir

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Konzentration, bitte! Autofahren in Berlin

Montag, den 17. Juni 2019
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Autofahren im Stadtverkehr erfordert immer hohe Aufmerksamkeit. In Berlin allerdings gibt es Stellen, die erfordern sogar eine besondere Aufmerksamkeit. Wenn man zu zweit unterwegs ist und die Beifahrerin etwas erzählt, dann gibt es schon mal den Moment, wo man merkt: Man hört ihr gar nicht genau zu.

Zum Beispiel in Mitte: Wenn man von der Oranienburger Straße am Hackeschen Markt vorbei in die Rosenthaler Straße will – dann muss man einen großen Bogen fahren.
Am Monbijouplatz geht es wegen diverser Einbahnstraßen statt geradeaus nach rechts. Weil aber die Burgstraße gerade eine Baustelle ist, sieht die Straße aus, als würde man über einen engen Hinterhof fahren. Wenn einen dann noch Radler rechts überholen, dann ist Vorsicht angesagt.
Hat man die Straße An der Spandauer Brücke erreicht, hat man erst mit einer Einbahnstraße zu tun, und man muss aufpassen, dass man nicht aus Versehen auf der linken Spur im Gegenverkehr landet.
Radler rollen um einen herum, dann will auch noch die Straßenbahn abbiegen, direkt hinter der Kreuzung ist eine Haltestelle, und mitten auf der Straße parkt eine Tram.

Da braucht man Nerven. An Tempo 50 ist da nicht im Ansatz zu denken. Wo ist die Tram, was machen die Radler? Und laufen die Fußgänger über die Straße oder warten sie?
An anderer Stelle gibt es plötzlich keine Fahrstreifen mehr, oder man muss über einen Fahrradstreifen hinweg auf die Rechtsabbiegerspur.
Dass da immer wieder Unfälle passieren, muss einen überhaupt nicht wundern.

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Überraschungsevent (30): Die Hand ist ein einsamer Jäger

Sonntag, den 16. Juni 2019
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(29) -> 15.6.2019

Der Startschuss fiel im April 2016. Einmal im Monat wollen wir uns gegenseitig überraschen. Und immer darf der andere nicht wissen, wo genau wir hingehen werden – erst vor Ort wird das Geheimnis gelüftet. Der Termin muss beim anderen natürlich abgefragt werden, alles andere nicht. Die Preisgrenze liegt bei 30 Euro. Diesmal durfte ich das Event planen, im nächsten Monat ist sie dran.

Wenn man so ein Event plant, weiß man ja auch als Planer nicht immer so genau, was einen erwartet. Ich hatte mich diesmal für ein Theaterstück in der Volksbühne in Berlin-Mitte entschieden: “Die Hand ist ein einsamer Jäger” im “3. Stock”. Ich wusste grob, worum es ging, und ich wusste, dass es in Richtung experimentelles Theater gehen würde.

Schon der Gang in den “3. Stock” ist spannend. So heißt das kleine Theater in eben jener Etage der Volksbühne. Man läuft über eine Treppe und diverse Gänge, die irgendwie an eine alte Schule oder an die alte Uni erinnern – auch vom Geruch her. Wir mussten noch einen Moment bis zum Einlass warten. Dann ging die Tür auf, und wir liefen in einen von Nebel umhüllten Raum. Auf der Bühne saßen schon mehrere Leute in seltsamen Posen. Es ging also mehr oder weniger gleich los.

Im Stück geht es in irgendeiner Art und Weise um die Frau in der Gesellschaft. Darum, wie ihre Körper mitunter begrapscht und begafft werden. Die Hand in der Hose. Um Frauen, die gut und dünn auszusehen haben, die sich auf dem Klo auskotzen. Vom Vaterland und dem Mutterland. Um Mädchen, die was hermachen sollen.
Drei Frauen und zwei Männer stehen da auf der Bühne und spielen das alles in eigentlich nicht zusammenhängenden Szenen. Es ist eine Abfolge von Themen und Momenten. Da wird rezitiert, gesungen, gestampft und gespielt.

Es ist eines dieser Stücke, bei dem man erst im Gespräch danach so richtig darauf kommt, was man da gesehen hat. Nicht jede Szene überzeugt, manche wirken zu lang. Aber jede Szene für sich ist doch interessant, einige sogar fesselnd. Manchmal erleben wie Esoterik oder auch eine rote Schlammorgie. Stummes Fressen oder auch merkwürdiges Tanzen.
Nicht alles versteht man gleich. Aber immer ist es irgendwie gut, dabei zu sein und so was zu erleben. Und auch am Ende überlegt man, ob man das jetzt eigentlich alles gut fand. Aber schon anhand dessen, dass man lange drüber redet, muss es ja irgendeinen Nerv getroffen haben, und das kann nur gut sein.

Hier zeigt sich wie toll die “Überraschungsevent”-Reihe ist. Ich hatte einen vorgegeben Abend und schaute, was alles an diesem Abend los ist. Ich entschied mich für das Volksbühnen-Stück. Und ich würde mal vermuten, dass ich unter normalen Umständen diese Stück nie und nimmer gesehen hätte. Jetzt weiß ich: Das wäre schade gewesen.

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Überraschungsevent (29): Die besten Fotos

Samstag, den 15. Juni 2019
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(28) -> 1.4.2019

Der Startschuss fiel im April 2016. Einmal im Monat wollen wir uns gegenseitig überraschen. Und immer darf der andere nicht wissen, wo genau wir hingehen werden – erst vor Ort wird das Geheimnis gelüftet. Der Termin muss beim anderen natürlich abgefragt werden, alles andere nicht. Die Preisgrenze liegt bei 30 Euro. In diesem Monat durfte sie das Event planen, als nächstes bin ich dran.

Das Willy-Brandt-Haus in Berlin-Kreuzberg ist nicht nur die Zentrale der SPD. Dort finden auch mehrere Ausstellungen statt. Gerade kann man sich dort auch die World-Press-Photos 2018 ansehen. Dabei handelt es sich um von einer Jury ausgezeichneten Fotos aus aller Welt.
Da ist zum Beispiel das Kind, das auf einem Bett liegt, das sich auf einem Müllsee befindet. Eigentlich wäre es ein See mit Wasser, aber das Gewässer ist vor Müll nicht mehr zu sehen.
Oder der verlassene Raum, der zur Hälfte mit Sand bedeckt ist – nach einem Vulkanausbruch führte das in dem Ort zur Katastrophe.
Oder das Foto mit dem französischen Staatschef Emmanuel Macron, der von US-Präsident Trump an der Hand weggezogen wird.
Oder das Foto mit dem Puma, der einen sehr eindringlich in die Augen sieht. Und der so hochauflösend fotografiert ist, dass man sich sehr schön sein Fell betrachten kann.
Und und und.

Der Eintritt kostet nichts, allerdings muss man seinen Ausweis mitbringen und vorzeigen.

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Radtour (36): Radler haben den Beat

Mittwoch, den 12. Juni 2019
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(35) -> 31.5.2019

Nach dem Feierabend und vor dem angekündigten Unwetter noch schnell ein paar Kilometer auf dem Rad schrubben.
Entlang der Berliner Straße in Oranienburg geht es nach Süd, und ich gebe zu, dass ich zunächst ein konkretes Ziel hatte. Neben dem Südcenter befindet sich seit einiger Zeit ein Imbiss. Beim „Burger 96“ gibt es, das sollte nicht überraschen, Burger. Und die sind wirklich gut, wie ich nun erstmals feststellen konnte. Fleisch, Soßen, Zwiebeln, Tomaten, Speck, Spiegelei. Sehr, sehr lecker. Und da der Laden irgendwie zur „Sky Oase“ gehört, wäre es doch toll, wenn es diese Hammerburger auch dort gäbe. Sollte ich vielleicht mal vorschlagen.

Weiter ging es in Süd in der Jenaer Straße an der neuen Grundschule vorbei. Dort müssen die Lehrer gerade einen späten Feierabend gehabt haben. Vielleicht war es aber auch Reinigungspersonal. Jedenfalls wünschten sie sich einen schönen Feierabend und verabredeten sich für morgen.

Weiter geht zur Birkenallee, den Weg bin ich neulich schon gefahren. Diesmal ging es aber weiter über die Kanalbrücke, und erst dann nach links – auf den schönen Radweg entlang des Oranienburger Kanals. Der gehört zu den schönsten in Oranienburg. Er führt bis Borgsdorf, immer am Wasser entlang. Es herrscht Ruhe, es sind nicht viele Leute dort unterwegs. Man kommt nach Wilhelmsthal, wo noch mal ein paar Häuser stehen, und dann zur Schleuse Pinnow, von der man aber auf der anderen Kanalseite mehr sieht.
Dann geht es an Feldern vorbei, und es ist die pure, ruhige Natur, durch die man radelt.

In Borgsdorf biege ich auf die Landesstraße und bleibe auf der Brücke kurz stehen. Auf der Mittelinsel der beiden Flussarme sitzen Leute und picknicken, und das sieht sehr gemütlich aus.
Es geht weiter zur Borgsdorfer Kreuzung, wo man ziemlich lange warten muss, bis man endlich Grün bekommt.
Kleiner Hinweis für Fußgänger: Wenn man mit fetten Kopfhörern unterwegs ist, hört man nichts von seiner Umwelt. Da kann der Radler noch so oft bimmeln, durch die Musik dringt nichts durch. Gut, dass sich der Mann zufällig umgedreht hat.

Der Weg zwischen Borgsdorf und Lehnitz hat leider schon sehr gefährliche Tücken. Er führt am Wald entlang, und sehr viele Wurzeln lassen den Asphalt zu einer Buckelpiste werden. Stellenweise ist das sehr problematisch. Gerade wenn man im Dunkeln unterwegs sein sollte.

Am Bahnhof in Lehnitz lege ich wieder eine Pause ein. Im Schaukasten der Feuerwehr sind diverse MAZ-Artikel angepinnt. Hinter mir stoppt ein Paar, um auf die Wegweiser zu schauen. Er hat hinten auf seinem Rad einen Lautsprecher, und daraus schallt laute elektronische Musik. An sich ist die ganz gut, aber eigentlich will man ja auf seinem Rad ein bisschen Ruhe, und eigentlich will man die anderen Leute damit auch nicht belästigen. Also, eigentlich, ja.

Über die Brücke an der Lehnitzstraße geht es zurück nach Oranienburg. Auf der linken Seite steht immer noch die Strohmauer, denn direkt dahinter befinden sich die Bombenverdachtspunkte am Kanal. Man kann aber von der Straße aus nichts sehen, aber wenn es knallt, wird man das ganz sicher mitbekommen…

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Bombenbohrlöcher

Samstag, den 8. Juni 2019
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In unserer Straße sind die Bombensucher. Wir gehen nicht davon aus, dass sie was finden. Aber die ganze Prozedur ist dennoch anstrengend.
Dass die Bombensucher kommen, bekommt man als Otto-Normal-Bürger eher zufällig mit. Oder eben, wenn Halteverbotsschilder aufgestellt werden. Die Stadtverwaltung zieht es vor, die Bürger nicht direkt zu informieren. Das wäre durchaus anständig, denn auf die von der Bombensuche betroffenen Anwohner kommen durchaus größere Behinderungen zu. Grundstücke können teilweise nicht befahren werden. Und dass vor dem Gartenzaun gepflasterte Flächen und Rasenstücke in Mitleidenschaft gezogen werden, ist auch klar.
Aber da hofft die Verwaltung eben, dass die Leute die kleinen Meldungen in den Lokalmedien mitbekommen. Das ist ein Stückweit Ignoranz gegenüber den steuerzahlenden Bürgern.

Und dann geht es irgendwann los. Überall in der Straße entstehen Bohrlöcher, in denen nach Bomben gesucht wird. In die Löcher wird Wasser geschossen, der Sand quillt raus und wird gerne mal in die Gärten gedrängt, die dann die Sauerei am Hacken haben.
Auf Gullys wird auch nicht geachtet, der Sand scheint da massig reinzulaufen, was sicherlich nicht dazu beiträgt, dass das Regenwasser gut abläuft.
Und am Ende bleibt Loch an Loch auf der Straße. So tief, dass man da nicht mit dem Auto rüberfahren kann. Es heißt, die Dinger werden am Ende noch ausgebessert. Wir hoffen aufs Beste. Auch dass unsere kleine Wassermulde am Ende wieder als solche erkennbar ist.

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Basar mit Zigarettenduft

Freitag, den 7. Juni 2019
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Neulich hatte ich mich an dieser Stelle gewundert, wie schick doch Aldi in Oranienburg geworden ist. Die verschiedenen Supermärkte haben ja immer ihre Images. Kaufland ist der besonders große Einkaufsmarkt, und Edeka und Rewe die etwas besseren (und teueren?). Ich besuche alle drei dieser Märkte gern.
Am Donnerstag war ich im Veltener Rewe-Markt und habe ehrlich gesagt ein bisschen gezweifelt, ob der Markt noch auf der Höhe der Zeit ist.

Aufgefallen ist mir das, als ich in der Getränkeabteilung stand. Mal abgesehen davon, dass es relativ penetrant nach Zigarettenqualm stank – der große Raum sah aus wie Kraut und Rüben, wie auf einem Basar. Überall standen irgendwelche Wagen rum, auf denen Getränke gestapelt waren. Ob die immer da stehen oder nur aus Räumungsgründen (nach 20 Uhr wird ja oft geräumt, was auch in Ordnung ist), war unklar. Überall musste man sich vorbeischlängeln. Wo die Gänge sowieso schon eng sind. Ein System, wie die Getränke angeordnet sind, ist nur schwer erkennbar. Da stehen hier mal ein paar Eistee-Sorten und dahinten und noch weiter dahinten auch noch mal.

Aber auch wenn man durch den restlichen Markt geht, fällt auf: Er scheint zu klein zu sein. Und überaltert. Erstaunlich viele Regale sehen kaputt und alt aus, an vielen Stellen hängt was schief. Über der Kühltruhe stehen eng an eng Knabbersachen und anderer Kram. Eindeutig Ausweichstellen, weil kein Platz ist. Überall in den Gängen stehen zusätzliche Warenangebote rum, alles ist vollgestopft.

Dass sich Rewe vergrößern will, ist bekannt. Aber um nicht völlig ramschig zu wirken, muss eine Erneuerungskur her. Denn momentan macht sich Rewe in Velten mit dieser Markteinrichtung keine Ehre. Nebenan in Leegebruch und auch in Oranienburg sieht das alles viel moderner aus, und da gehe ich auch sehr gerne hin.

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B273 überklebt

Donnerstag, den 6. Juni 2019
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Bundesstraßen werden nicht mehr gebraucht. Sie werden an vielen Stellen zu Landesstraßen herabgestuft. Es heißt, weil diese Bundesstraßen als Parallelen zu Autobahnen nicht mehr gebraucht werden. Dazu gehört aber auch, dass sich nun das Land Brandenburg darum kümmern muss, wenn dort Schlaglöcher entstehen. Der Bund ist dann fein raus.

Seit Anfang 2015 ist die B273 im Bereich zwischen Oranienburg – der B96-Querung – und Staffelde – der A24-Querung – zur L170 abgestuft worden. Wer also durch Germendorf, Sommerswalde, Schwante, Kremmen und Staffelde fährt, ist auf einer Landesstraße unterwegs.
Viele sprechen allerdings immer noch von der B273, auch mitunter die Polizei in ihren Polizeiberichten.

Es hat jedoch auch vier Jahre gedauert, bis endlich mal die Ausschilderung der Strecke verändert worden ist. Bis 2019 hinein standen in Schwante immer noch Hinweise auf die B273. Ebenso in Kremmen an den Wegweisern.
Mehr als vier Jahre hat es offenbar gedauert, bis das mal jemandem aufgefallen ist. Denn seit kurzem sind sämtliche B273-Hinweise in diesem Bereich auf den Schildern abgeklebt.
Die B273 ist nun also auch im Straßenbild in diesem Bereich bloß nur noch eine Erinnerung.

Es ist aber eh nicht mehr viel übrig von der B273. Immerhin ist sie auch zwischen Nauen und Potsdam unterbrochen. Eigentlich macht so eine lückenhafte Bundesstraße nur wenig Sinn. Aber darauf kommt es vermutlich nicht mehr an – wie man auch an der immer wieder unterbrochenen B96-Straßenführung sieht.

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