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Mein Tag mit mir

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Überraschungsevent (14): Kabettistischer Rundumschlag

Samstag, den 23. September 2017
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(13) -> 24.8.2017

Der Startschuss fiel im April 2016: Einmal im Monat wollen wir uns gegenseitig überraschen. Und immer darf der andere nicht wissen, wo genau wir hingehen werden – erst vor Ort wird das Geheimnis gelüftet. Der Termin muss beim anderen natürlich abgefragt werden, alles andere nicht. Die Preisgrenze liegt bei 30 Euro. In diesem Monat durfte ich das Event planen, im Oktober ist sie dran.

Diesmal gab es, passend zum beginnenden Bundestagswahl-Wochenende, einen Kabarettabend. In den Wühlmäusen am Berliner Theodor-Heuss-Platz gastierte Florian Schroeder mit seinem neuen Programm “Ausnahmezustand”.
Um es kurz zu machen: Es war ein großartiger Abend – und Schroeder bewies, dass er zu den besten Kabarettisten in Deutschland gehört – wenn er nicht gar der beste ist. mehr als zweieinhalb Stunden erzählt er uns über die Lage der Nation und drumherum. Danach fühlt man sich, als hätte man das Hirn durchgepustet bekommen – so viel erhellenden und spannenden Input gab es an diesem Abend.

Schroeder erzählt etwas über Gut und Böse. Wer ist gut? Wer ist böse? Und wenn Gutmenschen scheiße sind, wollen wir dann alle lieber böse sein? Es ging um den Wahlkampf, um die Leute von den Rechten – und darum, dass wir ja alle auf der guten Seite stehen. Wir kämpfen für das Gute, auch wenn wir sektschlürfend auch mal am Ziel vorbeischießen und Bauernopfer vorschieben. Es ging darum zu ergründen, warum Politiker es gut finden, wenn ein Ausnahmezustand herrscht – nämlich um Angst zu machen. Aber wir haben gar keinen Grund, Angst zu haben, und Schroeder hat das treffend erklärt. Stattdessen lassen wir uns in Watte packen, weil wir uns und anderen keine Härten mehr zumuten wollen. Wir beschäftigen uns mit der Gleichberechtigung – aber mehr mit der Sprache und den Wörtern (oder Wörterinnen) und nicht mit den eigentlichen Fakten darum.

Es ist ein erstaunlicher Rundumschlag, den Florian Schroeder in seinem Programm schafft. Nebenbei beweist er übrigens, dass er ein guter Late-Night-Talker sein könnte. Stand-up hat er drauf, auch Gags am Tisch – und Interviews könnte er auch packen. Also, welcher Sender bietet ihm so was an und traut sich, dafür Geld auszugeben?

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RTest: Wahlplakate-Check 2017

Freitag, den 22. September 2017
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Endspurt im Wahlkampf! Am Sonntag hat der Zirkus endlich ein Ende. Dann wählen wir den neuen Bundestag und in Oranienburg einen neuen Bürgermeister. Außerdem geht es in Berlin darum, ob die Wähler möchten, ob der Flughafen Tegel geöffnet bleibt oder nicht.

Aus diesem Anlass haben wir zweimal im “RTest” auf YouTube den Wahlplakate-Check 2017 aufgezeichnet. Wir schauen uns an, wer der Tegelretter sein möchte. Wir fragen uns, wer #GeileralsFeiler ist (jeder!), haben eventuell eine Antwort darauf, warum die AfD Burkas doof findet und warum die Bürgermeisterwahl in Oranienburg eigentlich schon gelaufen ist, bevor sie überhaupt begonnen hat. Wir wundern uns über einer Hamburger Analfahrt und die große Haarlüge des Grüne-Kandidaten in Berlin. Ach ja, und der schöne Christian Lindner ist wieder zu haben.

Schaut selbst! Der Wahlplakate-Check 2017 – Teil 1 und Teil 2 auf YouTube.

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Bulettenkönig in Personalnot

Donnerstag, den 21. September 2017
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Wer zu Burger King in Vehlefanz kommt, der sieht schon am Eingang den Zettel: Dort wird nach Mitarbeitern gesucht. Und das hat der Laden offenbar extrem dringend nötig. Denn am Mittag wird er regelrecht überrannt, und die paar Leute, die da arbeiten, sind hoffnungslos überfordert.

Mittwochmittag. Eigentlich sollte es ein schneller Happen werden. Die Schlange vor dem Tresen aber wurde immer länger.
Ein junger Mann stand hinterm Tresen, um die Bestellungen entgegen zu nehmen. Eine junge Frau stand hinten und klöppelte die Burger und den anderen Kram zusammen. Eine weitere junge Frau wusste nicht so richtig, was zu tun hat, und stand so rum. Ab und zu machte sie hektische Tätigkeiten.
Der junge Mann nahm drei Bestellungen auf, dann war erst mal Schluss. Mehr hätte keinen Sinn gemacht, denn hinten herrschte ja schon Chaos, und die eine “Köchin” wusste sowieso schon nicht mehr, wo ihr der Kopf steht. So stand auch er Tresenmann unschlüssig rum – und wirkte irgendwie wie auf Droge. Seine Bewegungen waren seltsam langsam, dass die Leute mehr und mehr murrten, interessierte ihn nicht. Vermutlich die beste Methode, um den Vehlefanzer Burger-King-Alptraum jeden Tag zu überstehen.
Irgendwann tauchte plötzlich ein zweiter Mann auf und begann gemächlich, in der Küche rumzuwurschteln.

Nach und nach bekamen die Kunden ihr Essen – wenn auch nicht immer das richtige. Auch ich bekam nach ewigem Warten endlich, was ich bestellt habe. Inzwischen reichte die Schlange bis zum Ausgang.
An meinem Platz biss ich in den Chicken-Nugget-Burger. Die Hähnchenteile waren trocken und alt. Eklig! Weg mit dem Mist. Ich ging wieder zum Tresen und gab das Ding zurück. Der Tresenmann registrierte das, sagte aber nichts. Ich merkte an, dass die Nuggets alt gewesen sein mussten. Wer weiß, von wann die waren und wie lange die schon in irgendeiner Warmhaltedose rumlagen.
Nun stand ich also wieder da, und der junge Mann schlurfte weiter konzeptlos hin und her. Irgendwann fragte ich nach, ob ich denn Ersatz bekomme, weil er bislang überhaupt nichts dazu gesagt hatte. Seine Antwort: “Stehe ich vielleicht in der Küche?”
Da wurde ich dann mal kurz laut. Hat ihn aber auch nicht interessiert.

Der zweite Chicken-Nugget-Burger war okay. Der Big King – na ja. Wie auch McDonald’s zerstört sich Burger King schon seit vielen Jahren sein Image. Statt des gegrillten Fleisches, für das sich Burger King bis heute rühmt, gibt es warmgehaltene Fleischlappen. So schmeckt der Fraß dann auch.
Fast-Food-Ketten wundern sich über den allgemeinen Besucher-Rückgang. Sie sind selbst schuld daran – denn das angebotene Essen wird immer schlechter.
Und die Verantwortlichen in Vehlefanz lassen ihre Leute ganz schön hängen – denn im Mittagsgeschäft können sie gar nicht so schnell nachkommen. Das sorgt bei den Kunden für Ärger, und bei den Mitarbeitern vermutlich auch. Dann sollen sie den Laden lieber gleich schließen. Und ich gehe beim nächsten Mal doch lieber wieder zum Dönerladen im Dorf.

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Bravo, Oranienburg! Ab jetzt herrscht Tanzverbot!

Mittwoch, den 20. September 2017
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Ey, Kids, oder wie man euch heutzutage auch immer betitelt – geht’s eigentlich noch? Nur weil eurer Youtube-Star nun in Oranienburg wohnt, denkt ihr, ihr könnt ihn permanent belästigen oder ihm sogar die Polizei auf den Hals hetzen? Und das findet ihr dann lustig, oder wie?

„Tanzverbot“ nennt sich der 20-jährige Kilian H., seit Mai wohnte er in der Kreisstadt. Nicht jedem gefällt, was er in seinen Videos so erzählt. Wenn er verbal über andere Youtube-Stars herfällt, dann kommt das nicht überall gut an, dann zieht man Hass auf sich (diese schlimme neue hasserfüllte Welt).

Aber das rechtfertigt doch in keinster Weise, was da vor und im Mietshaus in Oranienburg abging. Jemand hat die Adresse des Youtubers bekanntgegeben. Und dann: Pöbeleien. Falsche Notrufe. Falsche Essenslieferungen. Lärm. Und so weiter.
Jeder hat das Recht auf seine Privatsphäre, und niemand hat das Recht, jemanden anderen zu terrorisieren. Wenn man in seiner eigenen Wohnung Angst hat – und wer Kilians Videos verfolgt, wird merken, dass da echte Angst im Spiel ist – dann ist das übel. Der 20-Jährige muss seine Wohnung nun verlassen.

Na, da hat sich Oranienburg ja mal in ganz tollem Licht gezeigt. In vielen Köpfen wird dieser Psychoterror in den Köpfen hängen bleiben. Bravo!

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Countdown: Glienicker Bürgermeisterwahl-Talk

Dienstag, den 19. September 2017
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Heute mal wieder Werbung in eigener Sache. Heute, am Dienstag, 19. September 2017, bin ich Co-Moderator beim MAZ-Forum zur Glienicker Bürgermeisterwahl.

Zu Gast sind die vier Kandidaten, die zur Wahl antreten. Das sind Steffi Elsner (parteilos), Ernst-Günter Giessmann (Linke), Uwe Klein (SPD) und Amtsinhaber Hans Günther Oberlack (FDP).
Sie treten am 24. September an.

Das Wahlforum der Märkischen Allgemeinen beginnt um 18.30 Uhr in der Alten Halle, der Eintritt ist natürlich frei!

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Das total anonyme stern-Wahl-Barometer

Samstag, den 16. September 2017
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Der stern möchte meine Meinung erfahren. Könnte man meinen. Aber in Wirklichkeit will er meine Daten, und mein Geld will er auch.
Vergangene Woche lag ein Brief in der Zeitschrift: Ich solle doch lieber am “stern-Wahl-Barometer 2017″ teilnehmen. Man wolle “das Meinungsbild der Menschen in unserem Lande” ermitteln.
Dazu wollen sie wissen, wie sinnvoll ich es fände, die Amtszeit eines Bundeskanzlers zu beschränken. Oder wie wahrscheinlich es ist, dass eine kleine Partei Koalitionspartner wird.Wie sehr die Haltung gegenüber Donald Trump das Verhalten der Deutschen beeinflusse. Wie sehr ich die Beeinflussung der Wahl durch ausländische Organisationen befürchte.

Mal abgesehen davon, dass diese Umfrage völlig sinnlos ist, weil sie bis 15. Oktober läuft – wenn die Wahl längst vorbei ist.
Der stern möchte meine Meinung, dass ich an einer Umfrage teilnehme. Aber auch anonym? Nein! Ich soll doch bitte brav meinen Namen, meine Adresse, meine Telefonnummer und meine Bankverbindung aufschreiben.
Geht’s noch?
Zwar wird vermerkt, dass die Auswertung des Fragebogens anonymisiert erfolge, aber wie soll das gehen? Woher weiß ich, dass das wirklich so ist? Immerhin handelt es sich um einen Zettel, vorn und hinten bedruckt. Hinten stehen noch zwei Fragen, drunter der Adressenkram. Anonym? Na ja.
Denn eigentlich dient diese, hüstel, Umfrage nur dazu, mich als Abonnenten zu ködern. Sechs stern-Ausgaben leicht billiger. Und wenn ich nach vier Ausgaben nicht selbst reagiere, bin ich Voll-Abonnent und zahle dann mal fix 228,80 Euro.
Seriös? Nicht wirklich.

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Das Ende des Vorabend-Services

Freitag, den 15. September 2017
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Der Zeitungsladen im Oranienburger Bahnhof hatte immer einen großen Vorteil. Zeitschriften wie der “stern” oder die “TV Spielfilm” gab es dort immer schon am Abend vor dem Erscheinungstag. Den “stern” konnte ich immer mittwochabends kaufen, die “TV Spielfilm” donnerstagabends. Dafür bin ich da auch mal extra hingelaufen.

Doch in den vergangenen Wochen war ich immer umsonst dort. Der Vorabend-Service blieb aus. Neulich musste ich dann doch mal nachfragen. Es gebe nur noch einmal am Tag eine Lieferung des Grossisten.
Offenbar spart man auch hier. Die Printsparte bringt nicht mehr so viel ein, und deshalb muss man sich auch nicht mehr bemühen.

Bitter ist das für den Händler – in diesem Fall den in Oranienburg. Den ich habe mir ja die Zeitschriften extra immer dort gekauft. Das ist nun vorbei, nun kaufe ich die Dinger eben am Erscheinungstag da, wo ich eben gerade immer bin.
Ein bisschen schade ist das schon.