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Mein Tag mit mir

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Lesung und Live-Musik in Zeiten des Coronavirus

Montag, den 10. August 2020
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Fünf Monate lang gab es im Kremmener Theater “Tiefste Provinz” keine Veranstaltung mehr. Das Coronavirus und die entsprechenden Regelungen machten das unmöglich.
Und auch jetzt ist es nicht einfach, dort Veranstaltungen durchzuziehen. Etwas mehr als 100 Menschen passen ins Theater. Aber in der momentanen Zeit ist es natürlich nicht möglich, Events mit 100 Leute durchziehen. Stichwort: Abstand halten. Veranstaltungen, die ausverkauft sind, können dort momentan also trotzdem gerade nicht stattfinden, weil ja mehr als die Hälfte der Menschen nicht kommen dürften.

Trotzdem dachten wir uns: Irgendwas müssen wir machen. Ein bisschen Kultur muss einfach wieder möglich sein.
Und so gab es am Sonntag im Theater “Tiefste Provinz” die erste Veranstaltung nach der Coronapause – mit RT Zapper und Maxi.

25 Leute waren wir. Das klingt wenig, aber sehr viel mehr Leute hätten wir auch gar nicht ins Theater lassen dürfen. Denn wegen der 1,50-Meter-Abstandsregel ist es gar nicht so leicht, die Gäste zu platzieren. Wer sitzt daneben, davor, dahinter? In alle Richtungen muss geschaut werden.
Das ist einerseits ein bisschen deprimierend. Andererseits aber eben auch im Sinne der Sicherheit. Und eben auch trotzdem ein Funken Hoffnung nach so langer Theater-Auszeit.

“Hurra, wir leben noch!”, war das Motto – wie das bekannte Milva-Lied. Das Lied steht natürlich ein wenig dafür, dass wir es überstanden haben – bis jetzt jedenfalls. Eine erste Corona-Zwischenbilanz war das Thema meiner Lesung. Ich stellte dafür Texte aus dem März bis Juli zusammen: Fernsehen in Zeiten des Coronavirus. Erlebnisse und Beobachtungen aus der Zeit. Was lief im Fernsehen abseits von Corona. Und weil ja Olympia und Fußball-EM ausgefallen sind, gab es einige Texte über die Sportevents von 2008 bis 2018.

Und damit nicht nur gelesen wird, bat ich die Schwantener Band MAXI, zwischendurch ein paar Lieder zu spielen. MAXI war gerade im Studio und hat erstmals eigene Songs aufgenommen. Die CD erscheint bald, und in Kremmen spielte die Band schon mal einige Songs. Und ganz wunderbare Songs!

Abzüglich der Pause machten wir zwei Stunden lang Programm. Und was besonders toll war: Es musste kein Eintritt gezahlt werden, aber die Leute waren bereit, zu spenden. Und das war ganz großartig!

Hits: 83

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Häme statt Hilfe

Samstag, den 8. August 2020
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Die Hitze wird uns jetzt wohl ein paar Tage begleiten. Für die Bäume könnte es nun eine harte Zeit werden. Ihnen fehlt das Wasser, und deshalb machen sich einige Leute darüber Gedanken.

In der Facebook-Gruppe im Mühlenbecker Land bat eine Frau am Donnerstag um Wasser für die Bäume, gerade für die Jungbäume. Eigentlich ein gutes Anliegen. Einer der Kommentatoren nutzte es aber gleich wieder für einen Rundumschlag und eine Generalkritik – der Umweltverein könnte doch mal, und auch der Bürgermeister wurde ins Spiel gebracht. Dabei war es doch nur eine ganz höfliche Bitte. Aber selbst bei solchen Dingen sind offenbar einige Leute auf Streit aus. Das ist wirklich schade, unverständlich und unnötig.

Hits: 72

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Countdown: Lesung und Live-Musik

Donnerstag, den 6. August 2020
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Heute mal wieder Werbung in eigener Sache. Am Sonntag, 9. August 2020, lese ich aus meinen “RT Zapper”-Kolumnen – Texte, die in der Coronazeit entstanden sind und Highlights aus 1996 bis 2019.
“Hurra, wir leben noch!”, ist das Motto des Nachmittags, denn erstens handelt es sich um die erste Veranstaltung im Kremmener Theater “Tiefste Provinz” nach der Coronapause, und zweitens wollen wir eine kleine erste Coronabilanz ziehen.

Mit dabei ist die Band Maxi aus Schwante. Sie präsentieren momentan erstmals eigene Songs, waren auch gerade im Studio.

Um 17 Uhr geht es los, im Scheunenweg 11 in Kremmen. Der Eintritt ist frei. Davor und in der Pause gibt es auch Häppchen und Getränke.

Mehr Termine gibt es hier.

Hits: 90

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So zynisch und bitter endet ein Leben

Mittwoch, den 5. August 2020
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“Ob ein Lkw mit einem Abbiegeassistenten ausgestattet ist, ist (…) keine Frage der Bequemlichkeit oder der Kosten. Es ist eine Frage von Leben und Tod.”
Das schrieb mein Journalistenkollege Mathias Puddig am 11. Juli 2018 in einem Zeitungskommentar.
In seinem Beitrag ging es um die meist fehlenden Abbiegeassistenten in Lastkraftwagen. Sie müssten rasch her, forderte er. “Ein Brummifahrer sitzt höher als die meisten Autodächer, sein Wagen ist fast so breit, wie ein Smart lang ist, er muss sechs Seitenspiegel im Blick behalten – und einen toten Winkel gibt es trotzdem noch. Steht dort ein Radfahrer oder auch ein Fußgänger, ist er beim Rechtsabbiegen des Lasters chancenlos – egal, ob er sich an die Straßenverkehrsordnung hält oder nicht.”
Zehn Jahre werde es dauern, bis die Dinger überall eingebaut sein würden. “Bedenkt man, dass fast im Wochentakt ein Radfahrer in Deutschland umkommt, weil ein Lkw-Fahrer ihn nicht gesehen hat, ist das viel zu lang.”

Am 3. August 2020 um 13.15 Uhr erfasst an einer Kreuzung in Berlin-Adlershof ein Lkw einen Radfahrer. Der stirbt noch an der Unfallstelle.
Mathias Puddig wurde nur 35 Jahre alt.

Er begann als Jugendlicher beim Oranienburger Generalanzeiger, machte ein Volontariat bei der Märkischen Oderzeitung, arbeitete zuletzt in der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft, die diverse Zeitungen wie die MOZ mit Beiträgen beliefert. Der Berliner Korrespondent führte erst vor ein paar Tagen ein Interview mit SPD-Chefin Saskia Esken.

Und dann dieser grauenvolle, tragische Tod. Wenn man sich dann noch den zwei Jahre alten Kommentar ins Gedächtnis ruft, dann läuft einem ein kalter Schauer über den Rücken. So zynisch und bitter endet ein Leben. Viel zu jung.
Mein Beileid gilt den Kollegen, seinem Partner, seiner Familie und seinen Freunden.

-> Kommentar vom 11. Juli 2018
-> Nachruf der Märkischen Oderzeitung

Hits: 173

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Innehalten mit Roger W.

Sonntag, den 2. August 2020
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Und wieder brachten wir jemanden unter die Erde. Wieder versammelten wir uns auf dem Friedhof. Wir standen wir da und lauschten dem Trauerredner, der letzte Worte zum Verstorbenen vortrug.

Er war einer der besten Freunde meines Vaters. Seit mehreren Jahren schlug er sich mit einem Tumor herum. Zum zweiten Mal musste er operiert werden, und diesmal ist er danach nicht mehr aufgewacht.
Er wollte auf dem Friedhof in Lehnitz beerdigt werden, dort gibt es ein Areal, das ein wenig an einen Friedwald erinnert, aber eher wie eine Art Wildwiese wirkt.

Als der Trauerredner über sein Leben spricht, da erwähnt er auch meinen Vater, als es um dessen Freunde geht. Wie ja überhaupt der Tod dieses Mannes auch viele Erinnerungen an meinen Vater und dessen Beerdigung nach sich zog. Es war einerseits ein Stich ins Herz, andererseits aber auch ein warmes Gefühl, das diese Erwähnung auslöste.
Einer der Songs, die auf dieser Beerdigung gespielt wurde, war von Roger Whittaker – dessen Musik verbinde auch ebenfalls sehr mit meinem Vater. Auch er war Fan von Whittaker, und seine Musik lief immer auf den Partys in der Familie.

Diese Stunde auf dem Friedhof in Lehnitz war deshalb mal wieder eine Zeit des Innehaltens, und ich habe mich dort auch wieder gefragt, wie viele Beerdigungen ich in meinem Leben wohl noch erleben muss. Wenn der Lauf der Zeit voranschreitet.

Hits: 140

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Warum floppt ein Autokino?

Samstag, den 1. August 2020
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Die Idee war gut. Die technische Umsetzung war brillant. Das Gelände hatte was. Und dennoch: Das Autokino Mildenberg auf einer Wiese im Ziegeleipark war ein Flop. Das Interesse war zu gering. Ich habe es immerhin einmal dorthin geschafft, an einem Dienstagabend – es waren gerade mal zehn Autos auf dem Gelände.
Am Sonntagvormittag läuft dort der letzte Mal, am Sonntagabend gibt es zum Abschluss Live-Comedy mit Emmi und Willnowsky. Wenn es denn stattfindet, wegen geringen Interesses wurde die Show schon mal verschoben.

Nun könnte man es sich leicht machen und auf die Menschen schimpfen, die Kultur wollen, sie dann aber nicht nutzen, wenn sie denn angeboten wird. Aber so einfach ist das alles nicht.
Zunächst muss man ganz nüchtern feststellen: Mildenberg ist vielleicht nicht der günstigste Ort, um täglich viele Menschen anzuziehen. Vielleicht ist ein Ort wie der Oberhavel-Bauernmarkt in Schmachtenhagen oder das Tüv-Gelände in Lehnitz besser geeignet – es leben in der Region im Oberhavel-Süden mehr Menschen.
Viele wird abgeschreckt haben, dass Tickets nur online gekauft werden konnten. Was unverständlich war, denn einkaufen und bezahlen gehört überall zu unserem Alltag. Warum nicht also auch in Mildenberg?
Dann sind – inklusive Gebühren – mehr als 23 Euro für zwei Personen auch nicht ganz preiswert. Das normale Kino ist preiswerter, und da laufen auch meist die aktuelleren Filme.
Und die PR-Maschine war auch nicht so ganz geölt, für eine Comedyshow wie mit Emmi und Willnowsky muss mehr getrommelt werden.
Und ganz grundsätzlich kam die Eröffnung des Autokinos auch schon zu spät, da war der Hype eigentlich schon wieder vorbei, und die Berliner Kino haben auch schon wieder alle geöffnet.

Autokino ist aber eigentlich eine schöne Sache. Die Veranstalter sollten 2021 einen neuen Versuch wagen. Aber sich überlegen, wo und wie.

Hits: 139

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Schwäbischer Kartoffelsalat aus dem Friedrichshain

Freitag, den 31. Juli 2020
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Voll das Klischee!
Es wird ja immer über die Schwaben gemosert, die in Berlin den Prenzlauer Berg und Friedrichshain geentert haben sollen. Überall treffe man sie an.
Ich hielt das ja bisher immer für ein Gerücht. Jetzt aber wird mir langsam klar: Das Klischee stimmt.

Neulich gönnte ich mir ein Kino-Double-Feature im Berliner Filmtheater am Friedrichshain. Zwischen den beiden Filmen hatte ich eine gute Stunde Zeit. Ein bisschen Abendbrot konnte da nicht schaden, und das Schöne ist, dass es im Sommergarten des Kinos einen kleinen Biergarten mit Imbiss gibt.
Die Auwahl ist allerdings nicht allzu groß. Aber immerhin gab es eine Bratwurst – Bio, wenn ich mich richtig erinnere – und dazu einen Kartoffelsalat. Oder besser: einen schwäbischen Kartoffelsalat.
Der war ganz okay, wenn auch die heimische Version dreimal besser finde. Aber so wird wenigstens ein nettes Klischees im Biergarten bedient.

Und im Edeka-Markt bediente ich mich anschließend erst mal am Pfennigs-Kartoffelsalat. Damit alles wieder seine Berliner Ordnung hat…

Hits: 106