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Mein Tag mit mir

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Musik aus dem Rucksack

Freitag, den 20. April 2018
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Ein sonniger Mittag in Schwante. Im Schlosspark zwitschern die Vögel, der Wind rauscht sanft. Bis in der Ferne Musik zu hören ist. Und immer lauter wird. Vom Mühlenweg her nähert sich ein junger Mann. Von der Idylle scheint er nichts zu halten, denn die Musik kommt aus seinem Rucksack. Er hat seine Disco mit dabei. Dass eventuell andere davon gestört sein könnten – egal. Ist aber eine Masche, die man öfter sieht.

Am selben Tag, in der Oranienburger Schulstraße. Ein Pärchen läuft nebenein­ander. Aus seinem Rucksack ertönt laute Musik, und er erzählt seiner Freundin irgendwas. Aber die Musik übertönt alles. Seine Freundin schaut sehr desinteressiert auf ihr Handy. Ob sie überhaupt mitbekommt, dass ihr Typ mit ihr spricht oder sie schlicht kein Interesse am Gesprächsinhalt hat, war leider nicht rauszufinden. Vielleicht fand sie aber einfach auch nur seine Musik doof.
Wer demnächst mit Disco im Rucksack durch die Schulstraße läuft: Ich wünsche mir den Song „Dancing“ von Kylie Minogue. Wenn schon laut, dann wenigstens gute Mucke.

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Ein Hoch auf die Technik (46): Der Auszug der Kassetten

Donnerstag, den 19. April 2018
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(45) -> 7.4.2018

Schon seit gut zwei Jahren ist es in meiner Wohnung technisch nicht mehr möglich, Kassetten abzuspielen. Als ich meine alte Stereoanlage noch hatte, konnte ich dort auch ab und zu mal die Bänder hören – aber selbst da war das nur noch selten der Fall.
Es war 1993, da hielt die CD bei mir Einzug, aber bis Anfang der 2000er stellte ich noch Mixtapes zusammen. Die CD wurde immer wichtiger, und selbst die ist längst abgelöst durch MP3, Streaming oder Youtube.

Kassetten sind also längst out – auch bei mir. Seltsamerweise hatten sie in meiner Wohnung bislang immer noch einen sehr prominenten Platz. Auf einem der Schränke standen sie, dazu noch zwei riesige Fächer voller alter Bänder.
Andererseits herrscht aber auch Platzmangel – und nicht nur wegen CDs und DVDs.
Nun flogen die Kassetten endgültig raus. Ab in den Keller. Vermutlich dauert es nun noch mal zehn Jahre, bis sie wirklich im Müll landen.
Sehr, sehr wenige Kassetten sind in der Wohnung geblieben – seltene Originale, die ich irgendwie mal digitalisieren will.

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Mischen beim König

Mittwoch, den 18. April 2018
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Bei Burger King an der Holzhauser Straße in Berlin gibt es ein neues Wunderding: einen Automaten, mit dem man sich seine Getränke selber mischen kann. Irgendwie total überflüssig, aber ich stehe trotzdem drauf.

Man bekommt einen Becher, und dann kann man zig sein Gesöff aus zig verschiedenen Möglichkeiten zusammenstellen. Man kann sich aussuchen, ob man eine Cola will. Die kann man, wenn man will, mischen. Mit Limette, Orange, Vanille, Traube oder anderen Geschmacksrichtungen. Und weil in dem Automaten auch die entsprechende Luft verströmt, bekommt man beim Einfüllen auch den entsprechenden Duft in die Nase.

So weit, so gut. Aber trinkt man eine Limettencola, hat man was Süßes mit Limette. Nach Cola schmeckt das nicht mehr. Noch seltsamer ist es, wenn man eine Sprite mixt. Sprite ist eigentlich eine Zitronenbrause. Aber wenn man die mit Orange mixt, was soll das dann sein. Ebenso mit Fanta, wenn man die mit Vanille mixt. Von der Fanta ist da nichts mehr übrig.
Vielleicht müsste man mal eine Blindverkostung machen. Ich vermute, dass man nicht wüsste, was man neben dem hinzugefügten Geschmack für ein Getränk im Becher hat.

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Schwimmen

Dienstag, den 17. April 2018
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Ja, doch, irgendwas muss man ja für seinen Körper tun. Für die Fitness. Für die Muskeln. Für das Wohlbefinden.
Eine Zeit lang war ich einmal in der Woche schwimmen, und vielleicht schaffe ich es ja, das wieder zu etablieren. Man muss nur wollen. Innerer Schweinehund.

Früher war alles preiswerter. Da konnte man als Saunabesucher in der Oranienburger Turm-Erlebniscity noch kostenlos das Sportbad mitbenutzen. Die Zeiten sind vorbei, jetzt sind 2 Euro Aufschlag fällig. Ärgerlich.

Als ich vor einigen Jahren mit dem Schwimmen angefangen habe, habe ich beim ersten Mal 350 Meter geschafft. Das sind siebenmal hin und her – am Ende hatte ich mich auf 650 Meter eingepegelt, also elfmal hin und her. Da möchte ich wieder hinkommen, denn das schaffe ich – inklusive umziehen – in einer Stunde.
Rein ins Wasser. Nebenan schwamm jemand, der natürlich viel schneller war als ich. Als ich gerade mal die ersten 25 Meter geschafft hatte, war er schon wieder am Startpunkt angelangt. Bald überholte er mich das erste und nicht das letzte Mal.
Ich biss mich durch. 50 Meter. 100. 150. 200. Es ging erstaunlich gut, allerdings merkte ich, dass ich schon ziemlich pumpen musste, der Atem ging fester. Kurze Pause nach 250 Metern, aber das reichte mir nicht.
Ich schaffte 400.
Nächstes mal werden es mehr.

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Ein Hoch auf die Technik (45): Automatisch schalten

Samstag, den 7. April 2018
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(44) -> 28.3.2018

Der Wechsel von einem Auto mit Gangschaltung zu einem Auto mit automatischer Schaltung, ist durchaus problematisch.
Ich selbst bin ein Schalter, neulich war ich aber mehrere Tage lang mit einem Automatik-Wagen unterwegs. Normalerweise sage ich immer, dass Selbstschalten eigentlich total okay ist. Wenn man dann aber mit Automatik fährt, dann ist das eigentlich doch noch viel besser.

Der Übergang geht in Sachen Eingewöhnung eigentlich fix. Allerdings muss man hin und wieder an das Automatik-Dasein erinnert werden. Als Automatiker-Fahrer braucht man den linken Fuß nicht mehr. Gas und Bremse macht man mit Rechts.
Gleich am ersten Tag auf der Raststätte Demminer Land an der A20 bei Völschow: Ich setze mein linkes Bein volle Lotte auf die Bremse – denn normalerweise muss ich mit Links immer kuppeln. Was bei Automatik nicht nötig ist. So rumpelt es ein bisschen. Und am letzten Tag noch mal: In Binz stehe ich in einer Nebenstraße – und wieder will mein linkes Bein etwas tun, was es nicht tun soll. Und wieder rumpelt es.

Andersrum aber auch: An einer Oranienburger Kreuzung muss ich mit dem Schaltwagen bremsen. Das mache ich auch, vergesse aber, mit dem linken Fuß zu kuppeln. Musste ich in den Vortagen ja nicht. Kurz bevor mir der Motor absäuft, erinnere mich aber, dass ich da ja noch eingreifen muss.
Die Technik hat beim Wechsel eben ihre Tücken.

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Nickel und Herr Siemon hinter der Wand

Donnerstag, den 5. April 2018
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Es gibt Kindheitserinnerungen, die zwar irgendwie noch vorhanden sind, aber mit der Zeit immer unkonkreter werden. Dazu gehören Kinderhörspiele.
Als Kind lief bei mir am Sonntagmorgen immer das Radio, der SFB. Dort lief – warum auch immer – zunächst der “Ö3-Wecker” vom österreichischen ORF, und um 8.30 Uhr begann immer ein Kinderhörspiel. Auf eine Serie freute ich mich immer besonders, und wenn die Titelmelodie einsetzte, war ich ein glückliches Kind: “Nickel und Herr Siemon hinter der Wand”.

Nickel ist ein kleines Mädchen, und immer wenn sie ich in der Familie unverstanden fühlt oder keiner Zeit für sie hat, dann geht sie durch eine geheime Tapetentür über dem Hochbett. Dort, hinter der Wand, ist Herr Siemon, und bei ihm werden alle Träume wahr. Sogar fliegen mit dem Bett.

Die Serie gab es nur einmal im Monat, insgesamt liefen 35 Folgen, von Ende 1984 bis Anfang 1988. Dann hab es nur noch Wiederholungen. Pfingsten 1988 hatte ich die Serie mal in einem Text erwähnt. Irgendwann hat der SFB die Kinderhörspiele ganz gestrichen.

Seitdem habe ich nie wieder etwas von Nickel und Herrn Siemon gehört. Es ist somit fast 30 Jahre her, dass mir das Hörspiel in den Ohren lag. Ich habe auch im Internet nichts dazu gefunden.
Neulich aber wurde ich doch fündig. Erst vor kurzem wurde auf Youtube die erste Folge des Hörspiels hochgeladen. Ich habe sie mir natürlich gleich reingezogen.
Der Erinnerungsflash kam, als Nickel das erste Mal auf Herrn Siemon hinter der Wand trifft – da gibt es nämlich immer eine ganz bestimmte Musik – ein elektronisches Instrumentalstück, das ein bisschen ufomäßig klingt.

Das Hörspiel selbst kann man sich immer noch ganz gut anhören, es ist zeitlos und ganz bestimmt auch für heutige Kinder ein schönes Erlebnis. Eigentlich ist es schade, dass solche Schätze nirgendwo komplett zu hören sind. Wie wäre es denn mal mit der ARD-Audiothek?

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Und plötzlich Frühling

Mittwoch, den 4. April 2018
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Es ist gerade mal zwei Tage her – da erlebten wir in Binz auf Rügen noch 0 Grad und heftigen Schneefall. Wir kletterten über den schneebedeckten Klünderberg. In Göhren standen wir im Schneesturm auf der Seebrücke.

Nun fahre ich durch Berlin, und die Temperaturanzeige des Autos steht auf 19,5 Grad. Das ist ein gewaltiger Sprung. Die dicke Jacke, die Mütze, der Schal – alles hat ausgedient. Am Dienstag war es sogar zu warm für irgendeine Jacke, der Pullover reichte schon aus.

Auf dem Potsdamer Platz in Berlin saßen die Leute schon wieder draußen vor den Lokalen an den Tischen, und es wirkte nicht, als erlebten wir erst den ersten richtigen Frühlingstag.
Das Winterkapitel ist damit hoffentlich erledigt.