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Mein Tag mit mir

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Rügen 2017 (16): Hallo, sind Sie noch da?

Sonntag, den 23. Juli 2017
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(15) -> 22.7.2017

Der Servicegedanke wird auf Rügen sehr groß geschrieben. Mehr oder weniger. Und manchmal schießen die Rüganer dabei etwas übers Ziel hinaus.

In einem Restaurant an der Binzer Hauptstraße. Ich entscheide mich – ja, das ist nicht sehr originell – für Spaghetti Bolognese. Auf der Speisekarte erblicke ich den Hinweis, dass Parmesan 1,50 Euro extra kostet. Uijuijui.
Der Parmesan-Käse ist zwar frisch gerieben, aber dennoch: kostet extra?
Ich bestelle und merke an, dass ich die Extra-Kosten ja noch nirgendwo erlebt habe. Da lacht die Kellnerin und meint, das sei hier überall so. Allerdings habe ich vor ein paar Tagen im Restaurant schräg gegenüber schon mal – ja, ja, unoriginell – Spaghetti Bolognese verspeist. Mit Parmesan. Ohne Extrakosten. Die Kellnerin lachte wieder und meinte, sie sei ja Binzerin und müsse das wissen. Aha. Ich bin zwar kein Binzer und habe es anders erlebt.
Schon ein bisschen (sehr!) unverschämt.

Ein ganz anderer Service überraschte mich in meinem Hotel.
Der Herr an der Rezeption hatte mich auf’s Frühstück hingewiesen, zwischen 8 und 10 Uhr. Da war für mich aber schon klar, dass ich das verschlafen werde.
Tatsächlich schlief ich bis zum Mittag und ließ mir dann noch sehr viel Zeit, schließlich lief ja im Fernsehen noch das “ARD Büfett” und das Mittagsmagazin. Will man ja nicht verpassen.
Irgendwann stand ich dann im Bad, als plötzlich die Tür zum Zimmer aufging. Der Herr von der Rezeption. Er wolle doch mal sehen, ob ich noch da bin.
Ich war ein bisschen sprachlos.
Es ist ja ganz nett, dass die sich Sorgen machen (auch wenn ich eher vermute, dass sie wissen wollten, ob ich getürmt bin), befremdlich finde ich es aber schon, dass da ohne Klopfen jemand einfach ins Zimmer gelatscht kommt.
Aber wenigstens war nun klar: Ja, ich bin anwesend.

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Rügen 2017 (15): Keine Kur auf dem Kurplatz

Samstag, den 22. Juli 2017
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(14) -> 21.7.2017

Der zentrale Ort in Binz ist der Kurplatz – zwischen Kurhaus und Strand. Wer in Binz Urlaub macht, wird sicherlich auch mal dort auf den Bänken sitzen und die Seele baumeln lassen.
Blöd nur, wenn der Kurplatz tagelang gesperrt ist.

Weil die Smart Beach Tour in Binz gastierte, ist der Kurplatz bereits am Dienstag gesperrt worden. Dort sollte ab Freitag im Center Court Beachvolleyball gespielt werden. Eigentlich findet das Event am Strand statt. Wegen der Stürme in den vergangenen Wochen kam der schmalere Strand für das kleine Stadion aber wohl nicht in Frage. Deshalb ist auf den Kurplatz ausgewichen worden.

Das kam nicht überall gut an, und ich kann es verstehen. Immerhin ist die Strandpromenade, der Bereich vor der Seebrücke, ein großer Teil des Strandes und nun eben auch der Kurplatz tagelang blockiert. Für Urlauber nicht gerade erbaulich. Kein Wunder, dass die Stimmung im Binzer Facebook-Forum eher mau war. Auch, weil der Kurplatz mit Sand aufgefüllt werden musste – was sicherlich nicht ganz billig war, aber vermutlich von den Sponsoren des Turniers bezahlt worden ist.
Und für die Binzer PR war das sicherlich ein tolles Event.

Tatsächlich war die Arena ab Freitag immer gut besucht und oft auch voll. Die Leute sahen spannende Spiele, und auch am Sgtrand war einiges los. Aber dennoch: Es war noch ein bisschen enger im Binzer Strandzentrum als sonst.

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Rügen 2017 (14): Hinten spielt die Musik!

Freitag, den 21. Juli 2017
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(13) -> 20.7.2017

Fahre ich auf Rügen von der Fähre in Glewitz nach Binz, dann komme ich durch den Putbuser Ortsteil Vilmnitz. Die Landesstraße wird dort schmal, das Kopfsteinpflaster ist holprig und sieht aus wie aus dem 19. Jahrhundert. Man könnte dort Filme über alte Zeiten drehen. Dort steht auch die Maria-Magdalena-Kirche, sie ist fast 800 Jahre alt.
Jeden Donnerstag finden dort im Sommer Konzerte statt. Ich hatte davon in der Ostsee-Zeitung gelesen und fuhr hin.
Geplant war ein Barockkonzert mit Orgel und Trompete.

Tickets gab es nur an der Abendkasse. In der Schlange entdeckte ich vorn auf dem Teil die Preisangabe 15 Euro. Ich zückte schon mal das Geld. Als ich es der Frau an der Kasse gab, wunderte die sich. Nein, das koste keine 15 Euro, sondern nur 6 Euro.
Ich hatte den CD-Preis erblickt, nicht den Eintrittspreis, und ich irgendwie dachte ich, dass 6 Euro ganz schön wenig sind.

Wir saßen nun in den Kirchenbänken und warten. Alle blickten nach vorn zum Altar. Allerdings tat sich nicht vorn, sondern hinten etwas. Hinten, auf der Empore ist nicht nur die Orgel, dort stand auch schon der Trompeter.
Eine Frau aus der Kirchengemeinde begrüßte dann die “lieben Hörenden”. Fans ich erst lustig, aber dann war klar: Wir werden nach vorn blicken – aber nichts sehen. Denn das Konzert findet hinter uns statt.

Und so war es dann auch. Anfangs drehte ich mich immer wieder mal um, um auch mal die Musiker zu sehen. Aber irgendwann fand ich mich damit ab, dass man ins Leere schaut. Irgendwie hatte es auch etwas Meditatives.

Bei Kirchenkonzerten ist das mit dem Applaus ja auch immer so eine Sache. Darf man zwischen Musikstücken klatschen? Das Publikum war sich sehr uneins. Nach dem ersten Stück applaudierte keiner. Nach dem zweiten traute sich einer und viele stimmten mit ein. So zog sich das durchs ganze Konzert. Den Jubel gab es dann am Schluss. Verdient, übrigens. War schön!

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Rügen 2017 (13): Büchertour im Regen

Donnerstag, den 20. Juli 2017
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(12) -> 19.7.2017

Regentag. Nun hat es Binz und die Region doch erwischt. Aber einen Regentag kann man schon mal ab, und es gibt ja auch bei Regen einiges, was man unternehmen kann.

In Prora steht auch in diesem Jahr wieder das riesige Zelt mit dem Bücher-Outlet. Der Regen pladdert auf die Zeltplanen. Drinnen stöbern die Menschen an den vielen Tischen, auf denen Tausende Bücher liegen. Zwar ist die Zahl der Krimis überpropotional hoch, aber es ist interessant zu sehen, dass von einigen Romanen riesige Stapel im Outlet rumliegen. vermutlich sind das die Romane, die wie Blei in den Läden lagen und nun als Mangelexemplar eine zweite Chance bekommen.
Tatsächlich gibt es Leute, die mit übervollen Körben aus dem Outlet rauskommen. Wahrscheinlich der Lesetoff für die komplette Jahr – bis sie 2018 nach Prora zurückkehren.

Und wenn wir schon bei Büchern sind: Weiter ging es an diesem Regennachmittag nach Gingst zum Buchladen namens “Der Buchladen”. Ein kleines, niedliches Geschäft mit zwei Räumen und einem Flur.
Die Ladenbesitzerin soll ihre Kunden fast alle kennen, denn plötzlich stand eine Kundin vor ihr, die meinte, ob sie denn wisse, was Frau XY für Bücher mag. Vielleicht ist es ja auch nur ein Gerücht, dass die Frau alle kennt, denn sie konnte der Kundin nicht weiterhelfen, sie kenne Frau XY nicht.
Der Laden ist ein wenig auf Katzen spezialisiert, und ich erfuhr auch gleich, dass die Besitzerin einen Kater namens Oscar hat. Worauf ich gleich erwähnte, dass wir ja auch mal so einen Kater hatten.

Sowohl im Proraer Outlet als auch im Gingster Buchladen fand ich was für meinen Bücherschrank. Der regnerische Ausflug hat sich also gelohnt.

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Rügen 2017 (12): Regen? Aber doch nicht in Binz!

Mittwoch, den 19. Juli 2017
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(11) -> 18.7.2017

Das Schöne an der Insel Rügen ist ja, dass man beim Wetterbericht sehr genau sehen kann, was einen morgen erwartet. Jedenfalls dann, wenn die Wetterkarte genau ist – wie im Ersten, bei der Tagesschau. Also sitzt man vor dem Fernseher und starrt auf die Insel, ob dort Wolken rüberziehen oder ob es regnet.

Rügen scheint ein Wetterphänomen zu sein. Nicht umsonst heißt es immer wieder, dass die Insel die sonnenreichste Region Deutschlands ist. Wenn es überall regnet, regnet es auf Rügen, in Binz, nicht.
Am letzten Dienstag zum Beispiel: Der Wetterbericht sah so aus, als wenn der Regen mal wieder an Rügen vorbeizieht. Andererseits: In der Ostsee-Zeitung lag die Regenwahrscheinlichkeit für Rügen bei 70 Prozent. Also sehr hoch.

Und tatsächlich: Zu Hause regnete es, davon las ich in einigen WhatsApps. In Binz: Da lief ich am Nachmittag an den Strand, um mich zu sonnen, und es war herrlich. Kaum Wolken am Himmel, aber auch nicht die große Hitze. An der Küste reichen im Grunde 20 oder 21 Grad schon aus, damit man sich am Strand sonnen kann.
Erst gegen Abend, da zog auch über Binz eine Wolkenfront auf. Dunkel war’s und Wind setzte ein. Die Touristen ließen sich davon zunächst nicht stören, sie schlenderten weiter die Hauptstraße entlang.
Und dann: ein paar Tropfen. Wenige Minuten lang. Der große Regen zog an Binz vorbei, wieder mal.

Der große Regen kam erst am Tag danach – aber um diese Wetterfront kam selbst Binz nicht herum. Das war schon am Abend auf der ARD-Wetterkarte deutlich zu sehen.

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Rügen 2017 (11): Erst bedient, dann bespielt

Dienstag, den 18. Juli 2017
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(10) -> 17.7.2017

Ein echtes Kleinod ist das Kabarett “Lachmöwe” in Baabe. In den Frühlings- und Sommermonaten wird dort fast jeden Tag ein Programm geboten. Das scheint sich zu lohnen, aber die Leute dort müssen auch ordentlich dafür arbeiten.

Wer zur “Lachmöwe” in den Keller kommt, wird von einer freundlichen Dame empfangen, bei der man die Tickets kaufen kann und die den Gast platziert. Man geht in den Raum, in dem die Aufführung stattfindet, setzt sich an den Platz und studiert erst mal die Karte. Es gibt ein paar Snacks und so einiges zu trinken.
Der Kellner kommt auch gleich und nimmt die Bestellung auf, wenig später kommen dann auch schon die Getränke.

Und irgendwann beginnt das Kabarett. Die Überraschung: Die Leute, die uns gerade noch bedient haben, stehen nun auf der Bühne. “Das Kaff der guten Hoffnung” hieß das sehr sehenswerte und an vielen Stellen recht launige Programm. Es geht um ein kleines Dorf in Thüringen, das nach und nach ausblutet. Pointiert wird die Lage aufs Korn genommen.

In der Pause werden aus den drei Kabarettisten wieder die Bedienung, die neue Getränke an den Platz bringt.
Der Vorteil für die Spieler: Sie bekommen gleich mal mit, wie das Stück ankommt. Es kam gut an. Und vermutlich funktioniert das Ganze deshalb finanziell auch einigermaßen, denn die Eintrittspreise sind relativ niedrig.

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Rügen 2017 (10): Piercings auf dem Hafenfest

Montag, den 17. Juli 2017
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(9) -> 16.7.2017

Stadtfeste sind irgendwie auch nicht mehr das, was sie mal waren. Wer neulich über das Gelände des Rügener Hafenfestes in Sassnitz spaziert ist, wird sich vielleicht gewundert haben. Natürlich kann man immer noch Karussell fahren. Und Cocktails schlürfen. Und Bratwürste essen.
Aber man kann sich auch mal fix piercen lassen. Da gibt es ein kleines Zelt, in dem man verschwindet, und – schwupps – kommt man mit einem Nippelpiercing wieder raus. Herrlich.
Ein paar Meter weiter gab es Tattoos. Auch wieder eine Möglichkeit, seinen Körper zu schmücken und auf dem Hafenfest neue Tatsachen zu schaffen.
Nicht ganz so hart ist der Stand, an dem man sich Dreadlocks an den Kopf bammeln lassen kann.
Wer also in Sassnitz feiert, kann sich äußerlich auch gern mal ein bisschen verändert. Für ganz Spontane.

Aber noch eine Frage trieb die Hafenfest-Besucher um: Wo steigt das Feuerwerk in die Luft? Leider war das nicht klar, und so stand ich Minuten vor dem Beginn am Hafenkai. Ich hatte einen guten Blick auf den Hafen, nur rechts von mir stand ein Boot, das die Sicht versperrte. Aber wir alle, die da standen, waren uns einig, dass ausgerechnet auf der rechten Seite das Feuerwerk nicht stattfinden würde.
Es fand auf der rechten Seite statt. Also begann mit Beginn des Feuerwerks das große Rennen zur rechten Seite des Hafenbeckens.

Eine wichtige Frage an der Küste ist auch: Wo gibt es die besten Fischbrötchen? In Binz vermutlich an der Schmachterseestraße, dort gibt es einen Imbiss. Das Bismarck-Fischbrötchen kostet dort (wenn ich mich richtig erinnere) 2,70 Euro, und es ist auch ein bisschen Salat neben den Zwiebeln mit drin.
Bei Gosch direkt an der Seebrücke kostet es dann schon 3 Euro, und auf den Salat wird verzichtet. Direkt gegenüber steht manchmal auch am Ceres-Hotel ein Stand – dort kostet die Brötchen, die ich aber nicht probiert habe – 3,50 Euro. Sie sehen muschelförmig aus, was vermutlich die 50 Cent rechtfertigen soll.
Sehr versteckt liegt ein Fischgeschäft an der Hauptstraße – in zweiter Reihe. Man muss schon auf den Aufsteller achten, um nicht daran vorbeizulaufen. Mir ist es dieses Jahr zum ersten Mal aufgefallen.
Nicht zu vergessen der Hinweis, dass es wirklich tolle Fischbrötchen weiterhin in Baabe gibt, kurz vor dem Strand in der Fressmeile: warme Brötchen, frischer Fisch, Salat, Zwiebeln. Mmmh, lecker!