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In der Zeitung erschienen

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Ein fräsender Roboter

Mittwoch, den 15. Januar 2020
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An der Sommerfelder Klinik für operative Orthopädie kommt neuerdings während einiger Knie-OPs spezielle Technik zum Einsatz

MAZ Oranienburg, 15.1.2020

Sommerfeld.
Ungefähr 50-mal war er in Sommerfeld schon im Einsatz. An der Sana-Klinik für operative Orthopädie unterstützt seit einem halben Jahr ein Roboter die Ärzte bei den Knie-Operationen. „Wir robotern seit einiger Zeit“, sagt der ärztliche Direktor Andreas Halder und lächelt.
Wobei „robotern“ in diesem Fall nicht heißt, dass die Ärzte am OP-Tisch nur noch danebenstehen. Aber das Gerät namens „Navio“ weiß millimetergenau, wie das Gelenk des Patienten aussieht und wo die Fräse angesetzt werden muss. Dazu werden an den Knochen sogenannte Tracker befestigt. Über diese verschafft sich der Roboter einen Überblick über das zu operierende Areal. Er arbeitet nicht selbstständig. Der operierende Arzt hält das Gerät mit dem Fräskopf in der Hand und muss es auch führen. Der Unterschied: Der Apparat weiß, welche Stellen zu fräsen sind, wie tief und wie genau zu fräsen ist. Er weiß, wann er sich ein- und wann auszuschalten hat. „Das Gerät macht auch Vorschläge“, sagt Andreas Halder. Im Sinne von: Soll ich dieses oder jenes ausführen? Der Arzt kann den Vorschlag annehmen, aber eben auch ablehnen. „Der Roboter würde nicht autonom handeln“, stellt der ärztliche Direktor klar. „Ein erfahrener Operateur ist weiterhin notwendig.“ Und er ergänzt: „Ein Roboter macht nicht aus einem schlechten Chirurgen einen guten Chirurgen.“

Ob der Roboter bei der Operation überhaupt eingesetzt wird oder nicht, werde auch immer vorher mit dem Patienten besprochen. „Es gibt welche, die fragen ganz gezielt danach,und es gibt auch Patienten, die das ablehnen“, erzählt Andreas Halder, der seit 2001 in Sommerfeld an der Klinik arbeitet. Der Vorteil des Roboters bei der OP sei eine sehr hohe Präzision beim Fräsen während des Eingriffs am Knie. Aber die Methode habe auch Nachteile: Weil die Tracker im Knochen befestigt werden müssen, gebe es zwei Knochenlöcher mehr. „Und die OP dauert etwas länger“, so der leitende Oberarzt Daniel Schrednitzki. Wobei es da nur um einen Unterschied von gut 20 Minuten gehe.

Pro Woche werden an der Klinik für operative Orthopädie um die 100 Operationen durchgeführt – der Roboter kommt momentan noch bei den wenigsten zum Einsatz. „Vielleicht einmal am Tag“, so Daniel Schrednitzki. „Wir möchten Erfahrungen sammeln“, sagt der 40-Jährige. Die Ergebnisse der ersten Zeit seien recht gut. „Aber wir müssen das auf Dauer abwarten, wir wollen sehen: Geht es dem Patienten danach besser?“ Wenn es so gelänge, dass der Patient nach der OP schneller zurück ist im Beruf und Sport, dann sei das ein Erfolg. Aber ob sich die Arbeit mit dem Roboter langfristig auf die Haltbarkeit der Prothesen auswirke, sei noch nicht zu beweisen.

Die Sana-Klinik investiert in die neue Technik viel Geld. Eine gute Million Euro lässt sich das Unternehmen das kosten. „Aber wir können uns vor der Technik auch nicht verschließen“, erklärt Andreas Halder. Auch jede OP mit dem Roboter koste extra: Um die 600 Euro kostet der Einsatz der Tracker und des Fräskopfes, so der 54-Jährige weiter. „Das geht ins Klinikbudget.“ Aber er wolle am Puls der Zeit bleiben. „Auch wenn ich nicht sagen kann, ob in zehn Jahren flächendeckend mit Robotern gearbeitet wird. Aber wir können schauen, was es wirklich bringt.“
Ein gutes halbes Jahr wurde an und mit der Technik geprobt, bevor sie am Patienten eingesetzt wurde.

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Gehandelt statt gewartet

Dienstag, den 14. Januar 2020
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Der Glienicker Marcel Hanisch räumt mit drei Mitstreitern Müll in Schönfließ weg

MAZ Oberhavel, 14.1.2020

Schönfließ.
Es hat ihm gereicht. Am Sonntagmorgen hat sich der Glienicker Marcel Hanisch eine Harke geschnappt, Müllsäcke und Handschuhe. Er und insgesamt drei weitere Mitstreiter begannen dann, aufzuräumen.

Schon längere Zeit hat er sich über Müll auf einem Hügel nahe des Waldes hinter der Glienicker Breitscheidstraße geärgert. „Das ist ein Hotspot, wo sich Jugendliche treffen“, erzählt der 40-Jährige. Es heißt, schon mehrere Male seien sie angesprochen worden, sich dort zu benehmen. Nun aber standen dort mehrere kaputte Stühle vom Sperrmüll, aufgerissene Kissen einer Couchgarnitur. „Alles aufgerissen und zerkloppt. Da lagen sogar Socken rum.“ Auch einige Reste von Silvesterknallern waren auf dem Areal noch zu finden.
Er meldete die Stelle in der Glienicker Gemeindeverwaltung. Allerdings stellte sich raus, dass sie dafür nicht zuständig sei, die Fläche, um die es da geht, gehört schon zu Schönfließ im Mühlenbecker Land. In der dortigen Verwaltung gab man an, es handele sich um ein Privatgrundstück, offenbar gehört es dem Landkreis. Es passierte jedenfalls: nichts.

„Aber das geht so nicht. Da ist Schaumstoff bei gewesen, und der gehört nicht in den Wald. Das ist für die Natur der letzte Dreck. Ich hasse so was“, sagt Marcel Hanisch. Auch findet er dort öfter Verpackungsreste, alte Flaschen und einiges mehr. „Das gehört einfach nicht dorthin.“ Nicht nur, weil es sehr unschön aussieht, auch gehen dort hin und wieder Leute mit ihrem Hund spazieren.
Am Sonntagfrüh begann dann also die Reinigungsaktion. „Erst habe ich alleine angefangen, nachher waren wir dann insgesamt vier Leute.“ Eine Frau, die er nicht kannte, habe auch spontan mitgemacht. Um die anderthalb Stunden dauerte die Arbeit – alles zusammenharken, den Müll in die Säcke. Gerade das Zusammenharken sei auf dem Waldboden gar nicht so einfach gewesen. „Wir haben dann alles zur Breitscheidstraße gebracht, an den dortigen Mülleimer gestellt.“

Er hofft, dass es dort nun sauber bleibe, die Jugendlichen stünden unter vermehrter Beobachtung. „So eine Aktion sollte jedenfalls nicht zur Regel werden“, so der Glienicker weiter.

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Chronik Kremmen 2019

Freitag, den 20. Dezember 2019
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MAZ Oberhavel, 20.12.2019

Januar: In der Raniesstraße in Kremmen brennt ein Nebengebäude ab. +++ Kremmen hat eine neue gemeinsame Kirchengemeinde. +++ Das Polizeirevier zieht aus dem Rathaus ins Woba-Gebäude.

Brandanschlag auf den Jugendclub in Flatow. Unbekannte haben scheinbar am 14. Januar eine brennende Tonne an die Tür gestellt. Der starke Qualm und Ruß hat innen vieles zerstört. Dass daraus kein großes Feuer geworden ist, war wohl eines Glückssache. Bis zum Sommer dauerten dort die Sanierungsarbeiten.

Februar: Die Ex-Oberschulleiterin Elke Schwabe und Ellen Brunner vom Scheunenviertelverein bekommen die Ehrennadel der Stadt. +++ Großeinsatz: In Amalienfelde brennen ein Schuppen und der Dach eines Hauses. +++ Eine Initiative
sammelt Geld für einen Radweg nach Linum. +++ Die Randbereiche der Alten Dorfstraße in Groß-Ziethen sind saniert.

März: An der Alten Hamburger Poststraße werden neue Meilensteine eingeweiht. +++ Margitta Hammerl hat ihren letzten Tag als Sparkassen-Chefin in Kremmen. Ihr folgt Juliane Brösicke.

April: 274 Menschen beteiligen sich am Bürgerhaushalt in Kremmen und den Ortsteilen. +++ Landwirte schlagen Alarm: Die Böden sind trockener als zu Beginn des Dürrejahres 2018.

Die besten Spargelstecher – das war Ende April ein in Kremmen von der MAZ ausgerufener Wettbewerb. Wer kann in zehn Minuten die meisten Stangen stechen. MAZ-Leser Mario Winter machte am Ende das Rennen.

Mai: Die Kita „Villa Kunterbunt“ in Sommerfeld feiert 60. Jubiläum. +++ Der Überflug von Eurofightern erzeugt eine mächtige Druckwelle. +++ Die neue Buslinie zwischen Oranienburg, Schwante und Kremmen startet. Sie soll 2020 wieder
aufgenommen werden. +++ Auf einem Spargelfeld bei Flatow muss eine Handgranate entschärft werden. +++ Bei der Kommunalwahl siegt die CDU vor UWG/LGU und DUB.

Mehr als 100 Mitarbeiter der Sommerfelder Sana-Kliniken sind im Mai in einen zehnstündigen Warnstreik getreten. „Wir sind es wert“, stand auf der Streikkleidung. Die Angestellten fordern eine Lohnerhöhung um sieben Prozent.

Gleich zwei Musikclips von Bosse sind in Kremmen und Umgebung entstanden. „Ich warte auf dich“ mit Bjarne Mädel ist Anfang Februar veröffentlicht worden. Im Mai wurde unter anderen in Sommerfeld gedreht – für „Hallo Hometown“. Anwohnerin Sabrina Schepler stellte dafür auch ihr Grundstück zur Verfügung.

Juni: Das Sommerfelder Projekt „Dorv“-Laden ist gescheitert. Das Interesse ist zu gering. +++ Alle bisherigen Ortsvorsteher werden wiedergewählt. +++ Die Fußballer von Holstein Kiel trainieren in Kremmen.

Madline Fojut ist die Erntekönigin 2019/20 in Kremmen. Beim Tourismustag im Juni auf dem Spargelhof ist sie vorgestellt worden. Den größten Einsatz hatte sie beim Erntefest Ende August im Scheunenviertel. Seit 2001 lebt sie in Kremmen und ist in festen Händen, wie sie sagt. „Jetzt kommt meine Zeit“, sagte sie im Sommer.

Juli: Der Zutritt zum Strand am Kremmener See kostet nun Geld. +++ An der Beetzer Schule entsteht im alten Werkraum ein neuer Klassenraum. +++ Der Scheunenviertelverein feiert 25. Jubiläum. +++ Flatow feiert 110 Jahre Feuerwehr. +++ Andreas Dalibor verlässt die SPD.

Das Punkfestival „Resist to Exist“ sollte Anfang August in Kremmen stattfinden. Erst wenige Tage davor ist entschieden worden, nach Berlin-Marzahn auszuweichen. Im Juni fand auf dem Gelände am Oranienburger Weg
ein Pressetermin statt. Lokalpolitikern und den Organisatoren ist es dennoch nicht gelungen, das Festival für Kremmen zu retten. Im Landratsamt in Oranienburg ist auf eine Baugenehmigung beharrt worden. Es bestand das Verbot, Zelte und Catering aufzubauen. Inzwischen ist klar: Auch 2020 wird „Resist to Exist“ nicht in Kremmen stattfinden. Die Organisatoren wollen langfristig aber zurückkehren, heißt es.

August: Im Beetzer Hort werden Räume gesperrt. Treppe und Fluchtweg seien zu eng. +++ Wochenlang liegt Sanitär-Müll im Wald von Ludwigsaue.

September: Bei der Landtagswahl siegt in Kremmen die AfD vor SPD und CDU. +++ Der hohe Krankenstand im Rettungsdienst sorgt in Kremmen und Staffelde für Probleme. +++ Der Kremmener Tourismusverein löst sich auf.

Oktober: RE 6 und RB 55 fallen aus – die Bahn sorgt ständig für Probleme. +++ Die A 24 wird gesperrt. Ein Wochenende lang rollt der Verkehr über die Dörfer: Chaos! +++ „Webers Eck“ in Sommerfeld soll neu bebaut werden. +++ Hans-Georg Maaßen tritt auf dem Spargelhof auf.

Trauer in Beetz: Bäckermeister Mike Bollig ist im Oktober mit nur 55 Jahren verstorben. Ein paar Tage danach ist die Bäckerei ein letztes Mal geöffnet worden – zu Ehren des Beetzers. Die Familie und Angestellte haben sich dafür zusammengetan.

November: Medikamentenmangel. Auch in Kremmen gibt es Engpässe bei Ibuprofen und anderen Mitteln. +++ Bei der Schleppjagd in Staffelde kommt es zum Zwischenfall. Ein Begleitauto fährt in einen Graben. +++ In der Kita „Räuberhöhle“ in Staffelde gibt es zusätzliche Räume. +++ Der für den Brand im November 2018 in der Ruppiner Straße Verantwortliche, muss drei Jahre in Haft.

Dezember: Zum Jahresende gibt Stadtbrandmeister Gerd Lerche seinen Posten ab.

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Noch lange kein Ruhestand

Donnerstag, den 19. Dezember 2019
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In dem Buch „Sternstunden unterm Fernsehturm“ beschreibt Katrin Schrader aus Glienicke ihre Erlebnisse als Sprachlehrerin

MAZ Oranienburg, 18.12.2019

Glienicke.
Als Katrin Schrader pensioniert worden ist, war für die Lehrerin klar: „Ich wollte weitermachen.“ Die Glienickerin hatte sich überlegt, was sie nun machen wollte. Sie ist nun Lehrerin für Deutsch als Zweitsprache und arbeitet an der Deutschakademie am Berliner Alexanderplatz. „Ich habe mich dort beworben und dann dort angefangen.“

Sie lehrt Deutsch für Leute, die nach Deutschland und Berlin gezogen sind, um dort zu leben und zu arbeiten. Darunter sind Italiener, Brasilianer, Spanier, US-Amerikaner, Koreaner, Australier und viele Nationalitäten mehr. „Sie kommen aus allen möglichen Berufen, die nun eine Arbeit in Berlin haben. Psychologen, Architekten und vieles mehr.“ Andere wollen ihren Doktor in der Stadt machen und müssen dafür Deutsch können. Oder es sind Frauen, die mit ihren Männern und der Familie nach Berlin gekommen sind, und nun auch die deutsche Sprache lernen möchten.
Seit vier Jahren ist Katrin Schrader nun schon Lehrerin an der Deutschakademie. Bereits nach dem ersten Jahr hatte sie ein Buch über ihre Erfahrungen als Lehrerin dort geschrieben. „Aber das war mehr für den Privatgebrauch.“ 50 Exemplare hatte sie sich drucken lassen und an die Familie und Freunde verschenkt.

„Sternstunden unterm Fernsehturm“ heißt das zweite Buch, das kürzlich erschienen ist. „Ich erlebe dort jeden Tag viele interessante Sachen und mache mir immer Notizen.“ Sie erzählt in dem Buch von den Mühen und vom Spaß, den es mache, gemeinsam an einer Sprachschule dieses schwierige Unternehmen zu starten – nämlich eine ganz neue Sprache zu lernen. So berichtet sie von einem Mann aus Syrien, der von sich sagte, er sei nicht teamfähig. Er hielt sich von den Aktivitäten des Kurses immer fern. Zum Geburtstag aber, von dem er selbst sagte, er habe ihn vergessen, kaufte Katrin Schrader ihm eine Karte, ließ sie von den anderen Kursteilnehmern unterschreiben. Es wurde gesungen und gelacht, und später schrieb der Mann in die WhatsApp-Gruppe des Kurses: „Es war ein ganz erstaunlicher Tag für mich.“ und für Katrin Schrader eine Sternstunde, die dann auch namensgebend für ihr Buch geworden ist.

In der Regel gibt sie in Berlin einen Sprachkurs, montags bis donnerstags immer drei Stunden am Morgen. Das will sie auch noch so lange wie möglich machen. An Ruhestand denkt sie noch lange nicht.

„Sternstunden unterm Fernsehturm“ von Katrin Schrader ist im Selbstverlag „Books on Demand“ erschienen und kostet 11 Euro. Im normalen Buchhandel oder unter www.bod.de.

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Chronik Oberkrämer 2019

Samstag, den 14. Dezember 2019
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MAZ Oberhavel, 14.12.2019

Januar: Neujahr gegen 1 Uhr brennt im Schlossweg in Schwante eine Hecke. +++ Feuer beim Autohandel in Eichstädt – Brandstiftung. Schaden: 13 000 Euro. +++ Krise beim Bärenklauer Kulturverein Arge Baer. Der Vorstand findet keine Nachfolger. Der Ortsbeirat kümmert sich nun um das Erntefest. +++ Andres Irmisch aus Schwante verlässt die CDU.

Die Brücke am Wendemarker Weg in Bärenklau war am Jahresanfang schon einmal gesperrt – aber Bauarbeiten fanden nicht statt. Während die Sperrung termingerecht erfolgte, verzögerte sich der Baustart oben auf der Autobahn. Das sorgte im Ort für Protest. Karsten Peter Schröder vom Ortsbeirat machte seinem Unmut Luft. Mit Erfolg – die Sperrung der Straße wurde für einige Wochen wieder aufgehoben.

Februar: Der Schwantener Bäcker Karl-Dietmar Plentz gibt das Buch „Der Brotmacher“ heraus. +++ Der Familiensportverein will in Bärenklau eine Hockeyanlage betreiben. Aber eine Bodenversiegelung wird nicht gestattet.

März: Carsten Schneider verlässt die SPD und wechselt zu den Linken. +++ Das Sommerlager der Freikirche findet nicht mehr in Vehlefanz, sondern in Oranienburg statt.

Die Feuerwehr in Oberkrämer hat im März für die Wachen in Bötzow, Marwitz und Vehlefanz neue Löschfahrzeuge bekommen. Die Übergabe fand an der Oberkrämerhalle in Eichstädt statt. Etwa 1,2 Millionen Euro hat die Gemeinde in diese Neuanschaffungen investiert. Mit großen Getöse sind die drei Autos auf den Platz gefahren – unter dem Applaus der Anwesenden und mit einer Feuershow am Wegesrand. Die alten Fahrzeuge haben den Anforderungen nicht mehr entsprochen.

April: Ingo Pahl von der Feuerwehr Marwitz stirbt mit 71 Jahren. +++ Die Freikirche will in Vehlefanz eine Kita eröffnen. +++ Joanna und Gregor Künzer eröffnen den Dorfkrug in Bärenklau neu.

Erika Kaatsch verabschiedete sich mit der Kommunalwahl im Mai von ihren Ämtern. Mit 84 Jahren trat sie mehr an. Lange war sie Ortsvorsteherin von Vehlefanz – hier mit ihrem Ortsbeirat. Abschied nahm sie auch von der Gemeindevertretung. Sie hat viel bewegt im Ort, nun genießt sie ihr Leben.

Mai: Die Büffel aus Schwante büxen aus und werden von der Polizei bei Klein-Ziethen gestellt. +++ Das Dach der Kirche in Marwitz ist fertig. +++ Die Bahn fällt ständig aus, das sorgt für Ärger bei den Pendlern. Offener Brief verhallt. +++ Neuer Hort in Bötzow wird eröffnet. +++ BfO gewinnt bei den Kommunalwahlen, AfD erstmals in der Gemeindevertretung.

Juni: Mandy Krenz wird neue Ortschefin in Bötzow, Hubert Gediga neuer Ortsvorsteher in Vehlefanz.

Loretta Würtenberger und Daniel Tümpel sind die neuen Besitzer von Schloss Schwante. Christian Schulz und das Monbijou-Theater mussten es aus finanziellen Gründen verkaufen. Der Wechsel hat im Ort für viel Wirbel gesorgt, denn die Familie will im Schloss auch wohnen. Die Sorge war groß, dass der Weg durch den Schlosspark und der Park selbst nicht mehr nutzbar seien. Die Kommunikation schien nicht immer einfach. Der Weg im Park wird nun verlegt.

Mehrere Feuer in der Nähe von Wolfslake sorgten im Juni für einen Großeinsatz der Feuerwehren aus der Region. Immer wieder flammten Glutnester auf. Zwischenzeitlich musste wegen des Qualms sogar die Autobahn zwischen dem Dreieck Havelland und Falkensee gesperrt werden.

Juli: Die Apfelernte in Eichstädt-Ausbau fällt aus – der Frost im Frühjahr ist schuld. +++ An der Nashorn-Grundschule in Vehlefanz wird die Fassade erneuert.

August: Jennifer Prahl wird die Leitung der Bibliothek übernehmen. +++ Spendenaktion für Johannes (3) aus Marwitz beginnt. Er hat einen Gehirntumor.

September: SPD, AfD und CDU bei der Landtagswahl in Oberkrämer vorn. +++ Bei Schwante muss ein Kleinflugzeug nach Propellerbruch notlanden. +++ Unbekannte hinterlassen bei Eichstädt riesigen Müllberg. +++ Der Förderverein der
Kirche in Eichstädt hat jetzt 100 Mitglieder.

Die alte schmale Brücke am Gewerbegebiet Vehlefanz, die über die A 10 führte, ist Geschichte. Inzwischen gibt es eine neue Brücke, die mehr Platz bietet, perspektivisch mit Radweg-Anschluss. Die A 10, die durch Oberkrämer führt, ist eine Großbaustelle. Sie wird auf sechs Fahrstreifen verbreitert. Bis zum Jahresende ist eine der neuen Fahrbahnen bereits fertig. Immer wieder ist es 2019 zu Verkehrsbehinderungen gekommen. Die Anschlussstelle war längere Zeit gesperrt, für die Autofahrer bedeutete es lange Umwege. 2020 geht es weiter.

Oktober: Die Verwaltung in Eichstädt soll ausgebaut werden. +++ Edeka in Vehlefanz will hinter dem jetzigen Gelände neu bauen. +++ Dino Preiskowski und Dana Bosse leiten die SPD in Oberkrämer. +++ In Sommerswalde wollen die Buddhisten einen Tempel bauen.

November: „Reckin’s Eiche“ in Klein-Ziethen soll im August 2020 geschlossen werden. +++ Der Bahnübergang am Lindenweg in Schwante soll wieder gesperrt werden – nach Protesten nur halbseitig. +++ Die Grünen gründen gemeinsamen Ortsverein mit Leegebruch. +++ Justiziar Peter Matschke verlässt die Gemeinde Anfang 2020. +++ Die Energieinsel in Vehlefanz bekommt den Zukunftspreis des Landes Brandenburg. +++ Die Brücke auf der L 20 in Bötzow ist wieder frei.

Dezember: Der Bau eines zweiten neuen Hortgebäudes beginnt in Bötzow. +++ Die gGmbH Kenntnisreich macht das Angebot, in Oberkrämer eine Kita zu bauen.

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Überflieger: „Beim Bergsteigen geht es auch darum, Grenzen zu akzeptieren“

Samstag, den 7. Dezember 2019
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Der Oranienburger Torsten Weigel (31) unternimmt mit einem Team drei große Expeditionen – bald hält er dazu einen Vortrag im Oranienwerk

MAZ Oberhavel, 7.12.2019

Oranienburg.
Nehmen wir die Rubrik der Überflieger wörtlich, dann trifft das auf Torsten Weigel eigentlich nicht zu. Denn er erklettert sich die Berge, um ganz oben anzukommen. Der 31-jährige Oranienburger hat in den vergangenen Jahren viel erlebt. Schon immer waren Reisen sein Hobby, inzwischen sind sie Berufung. Für Aufsehen sorgte sein Weltumrundungsprojekt „Abenteuer Südhalbkugel“. Von Oktober 2014 bis Ostern 2015 bereiste er Namibia, Lesotho, Südafrika, Australien, Chile und Argentinien. Daraus entstand ein Buch, dessen erste Auflage fast ausverkauft ist. Vorträge dazu hält er noch heute regelmäßig.

Die Idee für sein nächstes Projekt hatte er auf der Schlussetappe, die er mit dem Fahrrad absolviert hatte. „Da dachte ich, nächstes Mal machst du alles anders.“ Er wollte ein Team bilden, und er wollte auf Berge klettern. „Es war eine verrückte und vage Vision“, sagt er. Wobei das Attribute sind, die ihn nicht davon abhalten würden, so eine Idee auch umzusetzen. „Im Bann der Berge“ hieß das neue Projekt, das genaugenommen aus drei verschiedenen Expeditionen bestand. Am 26. Januar um 17 Uhr wird er dazu seinen neuen Vortrag in Oranienburg halten.

14 Leute hatte er angesprochen, ob sie beim neuen Projekt dabei sein wollen – 13 sagten Ja. Er war der Expeditionsleiter. „Das waren ganz unterschiedliche Leute“, sagt Torsten Weigel. Freude, ehemalige Sponsoren, Bekannte. „Das erste Treffen hatte eine Blind-Date-Atmosphäre.“ Es sind Ideen diskutiert worden, Reiseziele, Konzepte. Kurz vor Silvester 2016 bestiegen sie als Test den Brocken. „Für manche im Team war er schon die höchste Erhebung, die sie je bestiegen hatten“, erzählt Torsten Weigel.
Das sollte natürlich nicht so bleiben. In den zwei Jahren danach standen drei Expeditionen auf dem Programm. Sie bestiegen im Frühsommer 2017 in Georgien den Kasbek, 5047 Meter hoch, bereisten Swanetien im Norden Georgiens. „Wahnsinnig spektakulär.“ Später ging es nach Bolivien und Peru. „In der Gegend habe ich schon mal nach dem Abi gelebt“, erzählt Torsten Weigel. Der ehemalige Louise-Henriette-Gymnasiast sagt: „Damals begann ich mit dem Höhenbergsteigen und hatte mehrfach Glück, wieder runtergekommen zu sein.“ Am Coropuna, 6425 Meter hoch, musste er damals viel Lehrgeld bezahlen und scheiterte.“ Sie wagten nun im Team den Aufstieg. „Für die meisten war es der erste 6000er, und alle haben es geschafft.“ Es geht bei solchen Touren aber auch immer darum, Grenzen zu akzeptieren. Mit dem 6057 Meter hohen Chachani stand ein weitere Berg auf dem Plan.
Zum Abschluss ging es im August 2018 nach Kirgisistan in Zentralasien. Mit einem russischen Militärtransporter, einem Gas 66, „sind wir steile Bergstraßen hochgefahren. Das war eine wilde Nummer.“ Zu fünft wollten sie dort den Pik Lenin, 7134 Meter, besteigen. „Wir waren topfit“, erinnert sich Torsten Weigel. Aber es kam alles anders. „Wir haben uns dort deutlich mit Leben und Tod befassen müssen.“ Wie die Tour ausging und ob sie den Gipfel erreicht haben – diese Fragen wird Torsten Weigel im Rahmen seiner neuen Show beantworten.

Ihn haben die Touren nachhaltig verändert, sagt er. „Ich habe Lust auf das Leben und nehme eine andere Risikobewertung vor als noch vor zehn Jahren.“ Die Planung sei akribischer, die Touren müssten nicht um jeden Preis zu Ende geführt werden. „Kein Berg ist so schön wie das Leben.“
Auf den Touren sind viele Bilder und Filme entstanden. Die sind nun zu einem Vortrag zusammengefasst worden. „Die Leute können eine bildgewaltige Show erwarten, sie werden mitgenommen auf eine abenteuerliche Reise.“ Es werde persönlich und emotional.

Seine Erfahrungen teilt Torsten Weigel auch als Speaker und Trainer. Er hält Vorträge, trainiert Führungskräfte und arbeitet in Unternehmen an der Teamentwicklung.

„Visionsjäger – Im Bann der Berge“ mit Torsten Weigel. 26. Januar, 17 Uhr, Oranienburg, Oranienwerk. Karten dafür gibt es auch in der MAZ-Ticketeria.

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„Wir tolerieren die Intoleranz“

Mittwoch, den 4. Dezember 2019
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Der Rapper Ben Salomo spricht in Oranienburg über Antisemitismus

MAZ Oranienburg, 4.12.2019

Oranienburg.
Der Antisemitismus erstarkt, und es ist viel Aufklärungsarbeit nötig. Dieser Überzeugung ist Ben Salomo. Der jüdische Berliner Rapszene-Insider, Hiphop-Aktivist und Youtuber war am Dienstagvormittag zu Gast am Oranienburger Georg-Mendheim-Oberstufenzentrum, um mit den Jugendlichen unter anderem über alte und neue Vorurteile gegenüber jüdischen Mitbürgern zu sprechen.
„Wir müssen überall hinschauen“, sagte er vor den Jugendlichen. Dabei solle man nicht nur nach rechts schauen, auch im linken Spektrum und in der migrantischen Gesellschaft komme der Antisemitismus mehr und mehr auf.

Ein Mädchen merkte die fehlende Toleranz in der Gesellschaft an und führte als Beispiel die Schwulenfeindlichkeit an. Es herrsche Toleranz, dennoch würden diese Menschen teilweise verprügelt. „Wir müssen toleranter sein“, sagte Ben Salomo. Auf der anderen Seite gebe es eine gewisse Art von Religionsfreiheit, die auch dann geschützt werde, wenn sie mit ihren Ansichten gegen das Grundgesetz verstoße. „Wir tolerieren die Intoleranz“, sagte er. Es müssten Grenzen definiert werden, wie viel Toleranz eine Gesellschaft aushalte: „Wie viel Toleranz gegenüber Intoleranz können wir gestatten?” Toleranz gegenüber Intoleranz mache diese Leute stärker, davon sei er überzeugt. Der Satz „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ sei sehr stark, und wo die Würde angegriffen werde, höre auch die Toleranz auf.

Was aber passiert, wenn im Freundeskreis jemand antisemitische Parolen sagt? Eine Jugendliche in der Runde erzählte von ihrem Vater, der einen Freund rausgeworfen habe, nachdem er rechtsextreme Parolen gebrauchte. „Deinem Vater ist in diesem Moment seine Anständigkeit wichtiger gewesen als die jahrelange Freundschaft, er hat richtig reagiert“, antwortete Ben Salomo. „Dein Papa ist für mich ein Held, auf den du stolz sein kannst.“ Er mache das bei Facebook-Freunden auch so, die rechtsextreme Ansichten posten. Der andere müsse sich von solchen Ansichten oder solchen Freunden trennen, „oder ich muss mich von ihnen trennen.“
Bestürzt reagierte Ben Salomo auf den Fall einer jungen Frau, deren Eltern rechtsextrem seien, und sie müsse unter ihrem Dach leben, und mittlerweile rede sie kaum noch mit ihnen. „Du bist eine superstarke Person, diesem Sog zu widerstehen. Du bist charakterlich stark, das bewundere ich sehr“, sagte Ben Salomo. Später, im Gespräch mit der MAZ, sagte er, das „fand ich unfassbar beeindruckend.“

Die Veranstaltung ist eine Aktion der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit. „Sie setzt sich aktiv für Aufklärung rund um das Thema Antisemitismus ein und will gerade junge Menschen zum Nachdenken anregen“, sagte Martin Fischer von der Friedrich-Naumann-Stiftung, der am Dienstag die Runde auch moderierte.

„Mir hat es super gefallen“, sagte die 17-jährige Adriana aus Hohen Neuendorf. „Mir ging das sehr nah.“ Sie habe auch schon erlebt, wie gehässig Menschen sein könnten, „und dass auch er darunter gelitten hat, mit antisemitischen Behauptungen konfrontiert zu sein.“

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