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In der Zeitung erschienen

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Ein Stück Velten schwappt nach Marwitz über

Freitag, den 12. Oktober 2018
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Ortsgrenze verläuft Am Tonberg entlang – Wohnpark wird aufOberkrämer-Gebiet gebaut – das führt zu Problemen

Marwitz.
Am Tonberg entstehen derzeit neue Wohnhäuser: die so genannte „Parkstadt Velten II“. Allerdings: Sie befindet sich in Marwitz. An dieser Stelle vergrößert sich die Stadt Velten in die Gemeinde Oberkrämer hinein – über die Ortsgrenze hinweg. Klar ist auch, dass dieses Gebiet auf absehbare Zeit weiterhin zu Oberkrämer gehören wird.

Wer auf der Straße Am Tonberg unterwegs ist, befindet sich wechselweise in Marwitz oder in Velten, die Grundstücke östlich davon gehören zu Velten, die westlichen zu Marwitz. Eigentlich sollte sich dort schon längst etwas geändert haben. „Es gab da 2011 schon eine Beschlussfassung“, sagte Oberkrämers Bürgermeister Peter Leys (BfO) gestern. Von Seiten Oberkrämers habe der Gebietsabtretung für diesen Bereich nichts im Wege gestanden.
Denn dass das neue Wohngebiet optisch und vom Gefühl her zu Velten gehört, aber in Wirklichkeit in Marwitz steht, bringt Probleme mit sich. Kinder, die dort mit ihren Familien leben werden, müssten in die Kita nach Marwitz. „Das bekommt man vielleicht noch gelöst“, so Peter Leys. Schwieriger werde es, wenn die Kinder eingeschult werden. „Dann müssen die Kinder nicht nach Velten zur Schule, sondern sie werden in Bötzow oder sogar in Vehlefanz eingeschult“, so Oberkrämers Bürgermeister. Auch alle amtlichen Behördengänge werden die Bewohner nicht nach Velten, sondern nach Eichstädt führen.
„Es wäre sinnvoller, wenn man das Gebiet an Velten übergeben könnte. Die Leute sind sowieso der Meinung, sie ziehen nach Velten – was aber nicht so ist.“ Aus seiner Sicht sei das ein „richtiges Problem.“

Lange sei zu diesem Thema nichts passiert. Erst im vergangenen Jahr, als das Bauvorhaben in der „Parkstadt Velten II“ konkret geworden war, kam das Thema wieder auf den Tisch. Die Stadt Velten hat allerdings für eine Übernahme des Areals eine Bedingung gestellt. „Alle öffentlichen Grundstücke müssen an die Stadt übergeben werden“, so Peter Leys. Also auch alle Straßen – und das ist die Schwierigkeit.
Veltens Pressesprecherin Ivonne Pelz sagte gestern, dass die Stadt noch immer an einer Übernahme des Gebietes interessiert sei. „Allerdings hat Oberkrämer die Eigentumsverhältnisse nicht abschließend klären können.“ Das bestätigte Peter Leys. Konkret geht es um die Straße Tonberg Ausbau, die zwar öffentlich gewidmet ist, offenbar aber teilweise über ein privates Gelände führt. Es sei schwierig, die verschiedenen Besitzer ausfindig zu machen, „und wir können sie auch nicht dazu zwingen“, so Oberkrämers Verwaltungschef zu einer möglichen Übertragung an die Gemeinde.
Daran scheitert offenbar die Übertragung des Areals an Velten. Veltens Stadtsprecherin Ivonne Pelz versicherte, dass, falls das Problem doch noch gelöst werden könnte, die Gespräche wieder aufgenommen würden.

Insgesamt sind im neuen Wohnpark, teilweise in Velten, teilweise also in Marwitz zwölf Wohneinheiten in Doppelhäusern und 18 Einfamilienhäuser auf Grundstücken zwischen 293 und 672 Quadratmetern geplant. Einige Häuser sind dort bereits zu sehen.

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Treue Seele: Am Anfang steht die Dorfchronik

Mittwoch, den 10. Oktober 2018
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Dagmar Martin (81) kümmert sich in Bärenklau um Ortsgeschichte, Chor, Tänzer und Kinder

MAZ Oberhavel, 10.10.2018

Bärenklau.
Als Dagmar Martin 1994 nach Bärenklau zu ihren Kindern auf den Remontehof gezogen ist, da musste sie sich vor allem erst mal um ihren kranken Mann kümmern. „Ich konnte ihn alleine nicht mehr betreuen“, erzählt sie. „Ich habe hier ganz große Hilfe bekommen.“ Ihr Mann starb 1999. „Da war für mich klar: Irgendwas muss ich machen.“
Die zündende Idee hatte ihre Tochter, die heutige Ortsvorsteherin Gundula Klatt: die Dorfchronik. „Ich begann 2000, mich um sie zu kümmern“, erinnert sich Dagmar Martin. „Es gab schon eine, die musste aber überarbeitet werden.“ Damit war sie gut beschäftigt. Sie fuhr ins Archiv nach Potsdam, sprach mit vielen Leuten, und zur 650-Jahr-Feier von Bärenklau konnte die überarbeitete Dorfchronik vorgelegt werden. „Und dabei habe ich in der Schule nie gern den Geschichtsunterricht gehabt, aber hier ging es ja um einen Ort und die Leute. Da war das was anderes.“

Aber sie kümmert sich nicht nur um die Ortsgeschichte. 1996 ist der Chor „Die Bären“ gegründet worden. Dagmar Martin und ihr Mann traten ihm gleich bei. 2002 übernahm sie den Vorsitz des Vereins. „Ich bin dafür zuständig, die Verbindung zum Chorleiter zu schaffen. Im Vorstand besprechen wir die Terminpläne.“ Wenn der neue Dirigent André Ezserski verhindert ist, dann steht Dagmar Martin vorn und dirigiert. „Aber durch ihn kommt neuer Schwung in den Chor“, freut sich die 81-Jährige. „Das erste Konzert mit ihm in Eichstädt war sehr erfolgreich.“ Jeden Montagabend trifft sich der Chor in der Alten Remonteschule.

Und apropos: Dass es dieses Gebäude in der Bärenklauer Dorfmitte so noch gibt, auch dafür hat Dagmar Martin mit vielen Mitstreitern in den 2000ern gekämpft. „Da sind wir sehr stolz drauf“, sagt sie. Ursprünglich sollte die Alte Remonteschule abgerissen werden. Dazu kam es nicht, stattdessen wurde das Gebäude saniert. Heute wird es von vielen Gruppen genutzt – zum Beispiel vom Heimatverein, in dem Dagmar Martin auch aktiv ist. Oder von der Seniorentanzgruppe, die sie ebenfalls leitet. In ihrem Notizbuch sind akkurat 109 Auftritte vermerkt. Nicht zu vergessen die Kinder, die einmal im Jahr auf dem Bärenklauer Erntefest auf dem Remontehof den Bändertanz aufführen – geübt haben sie den davor mit Dagmar Martin. Sie hat gut zu tun, aber sie genießt auch das Familienleben. Vier Generationen leben auf dem Gehöft. „Das ist herrlich“, sagt sie.

Ursprünglich stammt sie aus Potsdam, später lebte sie in Berlin-Friedrichshain und Mitte. Eigentlich wollte sie Hebamme werden, arbeitete dann aber als Lehrerin, zwischendurch als Hortleiterin und in einem Kinderheim. Nun kann sie sich um ihre zwei Kinder, zwei Enkel und vier Urenkel kümmern – dafür ist auch noch Zeit. „Und ich liebe Musik“, sagt Dagmar Martin. Sie besucht Konzerte in der Oranienburger Orangerie und hat neulich den Auftritt von Peter Orloff und den Schwarzmeer-Kosaken in Bötzow sehr genossen. Auf dem Wohnzimmertisch liegen außerdem immer Rätselzeitschriften. „Das könnte ich den ganzen Tag machen.“

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Frage geklärt: Arthur besiegt Paul

Montag, den 8. Oktober 2018
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18-Jähriger aus Nassenheide knackt den Jackpot bei der Hohen Neuendorfer Spielshow und nimmt 3000 Euro mit nach Hause

MAZ Oberhavel, 8.10.2018

Hohen Neuendorf.
Die Frage „Wer besiegt Paul?“ kann nun beantwortet werden. Am frühen Sonntagmorgen um kurz vor 2 Uhr stand fest: Arthur besiegt Paul.
Der 18-jährige Arthur Losensky aus Nassenheide hat in der Hohen Neuendorfer Stadthalle die große Spielshow gegen Paul Aurin gewonnen. Nach 14 Spielen stand es 92:64 und Arthur war uneinholbar. 3000 Euro waren im Jackpot. Die kann Arthur nun mit nach Hause nehmen.

Die fünfte Ausgabe von „Wer besiegt Paul“ war eine der Superlative. Noch nie war die Halle so schnell ausverkauft – 800 Leute waren da. Noch nie hat eine Ausgabe so lange gedauert. Erst nach 2 Uhr und damit nach mehr als sechs Stunden verabschiedete sich Moderator Fabian Lindemann von seinen Zuschauern. Und noch nie hat die Show so viel gekostet – etwa 16 000 Euro, die durch Eintrittsgelder und Sponsoren wieder reinkamen. Ansonsten arbeiten alle 60 Beteiligten ehrenamtlich. Tagelang haben sie die Stadthalle in eine Art Fernsehstudio verwandelt – quasi rund um die Uhr.

„Wer besiegt Paul“ funktioniert ähnlich wie „Schlag den Star“. In bis zu 15 Spielen misst sich der Titelverteidiger Paul Aurin (28), Lehrer am Marie-Curie-Gymnasium, gegen seinen Herausforderer. Arthur Losensky hatte sich erst im Casting durchgesetzt, dann gegen drei weitere Kandidaten in der Halle. Der 18-Jährige hat im Sommer sein Abi am Oranienburger Runge-Gymnasium geschafft. Er spielt seit zehn Jahren Fußball, joggt, spielt Badminton, kommt aus einer Schwimmer-Familie und trainiert den Nachwuchs. Er beginnt in diesen Tagen ein Sport-Lehramtsstudium an der Universität in Jena. In der Show am Sonnabend erwies er sich als würdiger Gegner von Paul Aurin, der viele Spiele gewinnen konnte.

Das Team hat sich in langer Arbeit viele Spiele überlegt. Paul und Arthur mussten um die Wette tackern, Orte auf einem Kartenumriss finden, ein Auto so schwer wie möglich beladen, sie mussten Filme erkennen, die im Zeitraffer abgespielt wurden. Draußen auf dem Sportplatz stapelten sie Bierkisten, später gab es ein spezielles Basketball-Vier-gewinnt-Spiel. Die Entscheidung fiel beim Spiel namens Wurf-Reversi. Da war dann Arthur für Paul nicht mehr zu besiegen.

„Ich bin sehr glücklich“, sagte Paul Aurin später. „Es war eine sehr geile Show, vielleicht einen Tick zu lang.“ Da war es fast schon halb drei am Morgen, als er das erzählte. Dass es 2019 nun „nur“ noch um 1000 Euro geht, das findet Paul Aurin nicht schlimm. „Das ist doch an sich auch ein toller Betrag.“

Mit seinem 3000-Euro-Gewinn hat Arthur Losensky einiges vor. „Ich werde in Indexfonds investieren“, erzählte er. „Also sparen.“ Außerdem will er das Geld als Unterstützung für sein anstehendes Studium einsetzen – und für Reisen. Dass es klappen könnte, hat er während der zweiten Hälfte der Show gemerkt. „Beim letzten Spiel habe ich mich dann ziemlich sicher gefühlt“, sagte er. Er ist begeistert vom Team, das „Wer besiegt Paul“ in der Stadthalle stemmt. „Die sind absolut gut, sie arbeiten sehr professionell. Und es ist unglaublich viel, was sie hier reinstecken.“

Das findet auch Moderator Fabian Lindemann. „Das hier ist eine Herzensangelegenheit für uns“, sagte er am Ende der Show. Das Team investiere viel Zeit und Mühe. Allerdings gehen die Leute damit auch an ihre Grenzen. Das Publikum honoriert das. „Ohne Sie würden wir hier nicht stehen“, so Fabian Lindemann.

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Sie ist nicht nur zur Sprechzeit für die Kremmener da

Donnerstag, den 4. Oktober 2018
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Diana Bethke ist seit 1997 Revierpolizistin – mindestens einmal pro Woche lässt sie sich in allen Ortsteilen blicken – Ermittlungen, Gespräche, Schulwegsicherung

MAZ Oberhavel, 4.10.2018

Kremmen.
Sprechstunde ist immer dienstags von 16 bis 18 Uhr. Was aber nicht bedeutet, dass das Büro der Kremmener Revierpolizistin Diana Bethke sonst leer steht. „In diesen Sprechstunden bin ich auf jeden Fall hier“, sagt die 50-Jährige. Ansonsten nutze sie das Büro, das sich derzeit noch im Rathaus befindet, jeden Tag.

Seit Oktober 1997 ist Diana Bethke für Kremmen und die Ortsteile zuständig. „Ich wurde damals angesprochen, ob ich in den Revierbereich wechseln möchte“, erinnert sie sich. Da sie auch in Kremmen wohnt, passte das gut. „Ich lebe sehr gerne hier, und da hat es sich angeboten.“ Sie findet es wichtig, dass die Menschen auch vor Ort einen Ansprechpartner haben. „Manchmal haben sie nur einfache Fragen, dafür wollen sie nicht extra nach Oranienburg ins Präsidium fahren.“

So etwas wie einen normalen Tagesablauf kennt Diana Bethke nicht. „Oftmals fange ich den Tag aber mit der Schulwegsicherung an“, erzählt sie. Die dunkle Jahreszeit naht, da richte sich das Augenmerk wieder verstärkt auf die Beleuchtung am Fahrrad. Sie ermittelt zu Straftaten oder Unfallfluchten, fährt Streife. „Dann gibt es auch die Tage, an denen wir Geschwindigkeitskontrollen durchführen.“ Im Büro stehen danach meist Schreibarbeiten an. „Deshalb ist nicht jeder Tag gleich.“ Sie sei relativ frei in der Einteilung ihres Arbeitstages. Hin und wieder wird sie zu Sondereinsätzen gerufen – zum Beispiel bei Staatsbesuchen auf Schloss Meseberg bei Gransee.
„Wir haben relativ wenig Kriminalität bei uns“, sagt Diana Bethke. „Wir haben Kriminalität, aber im Vergleich zu anderen Orten ist es wenig.“ Es gebe auch keine entsprechenden Schwerpunkte in Kremmen oder in den Ortsteilen.

Seit 1990 ist sie Polizistin. „Ich möchte auch nichts anderes mehr machen“, sagt sie. Mit 21 hatte sie sich für den Polizeidienst entschieden. „Ich mag den Kontakt zu den Bürgern. Wenn man geholfen hat, dann kommt ein Dank, und dann hat man wohl nicht alles falsch gemacht.“ Auch die Arbeit mit Kindern sei immer sehr abwechslungsreich. Allerdings fällt ihr auf, dass sich die Leute in den vergangenen Jahren durchaus verändert haben. „Sie sind oft nicht mehr so geduldig, alles muss immer gleich passieren.“

Sie versucht, mindestens einmal pro Woche sich in allen Ortsteilen blicken zu lassen. „Oft habe ich einen Anlass, da lang zu fahren, aber dann ergibt sich auch viel Neues im Gespräch mit den Leuten.“ Bei gravierenden Problemen schreitet sie ein – oder gibt im Ordnungsamt Bescheid, wenn zum Beispiel ein Schild schief hängt.
Es gebe durchaus einen Unterschied zwischen Stadt und Land, sagt die 50-Jährige. „Die Mentalität ist eine andere, hier ist es familiärer und freundschaftlicher. Aber es gibt auch weitere Wege.“

Das Rathaus in Kremmen als Standort ihres Büros findet sie komfortabel. „Ordnungsamt, Bürgermeister – der Kontakt ist auf kurzem Weg möglich“, sagt sie. Aber auch wenn der geplante Umzug in die Berliner Straße tatsächlich stattfinde, sei das kein großes Problem. „Wichtig ist, dass wir in Kremmen bleiben.“ Auch dass das neue Büro nur über Treppen erreichbar sei, sieht Diana Bethke nicht als großes Hindernis. „Da gibt es immer Lösungen. Wir können auch zu den Leuten hinfahren. Es soll an den drei Stufen nicht scheitern“, findet sie.

Auch privat engagiert sie sich für Kremmen. Beruflich muss sie beispielsweise den Erntezug absichern. Privat ist sie Mitglied im Erntefestkomitee und kümmert sich um das Sponsoring. Im Sportverein macht sie in der Frauensportgruppe beim Fitness mit.
Geht es nach ihr, dann macht Diana Bethke den Job bis zum Pensionseintritt. „Ich mache das hier mit Herzblut“, sagt sie, und nach 21 Jahren ist sie in Kremmen ein durchaus bekanntes Gesicht.

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„An allererster Stelle steht die Kita“

Freitag, den 28. September 2018
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Kremmens Bürgermeister Sebastian Busse über Bauvorhaben, Punkfestival und Entertainerqualitäten

MAZ Oberhavel, 28.9.2018

Kremmen.
In unserer Reihe „MAZ zu Hause in … Kremmen“ äußert sich Bürgermeister Sebastian Busse zu aktuellen Themen.

Sie sind jetzt anderthalb Jahre im Amt. Macht’s noch Spaß?
Sebastian Busse: Ja, definitiv. Ich habe noch nicht einmal drüber nachgedacht, dass ich lieber weniger Verantwortung gehabt hätte.

Am Wochenende hat man Sie bei der Hüttengaudi ausgelassen singen hören. Zeigen Sie da auch mal Ihre andere Seite?
Das bin ich einfach. So war ich früher schon, jetzt ist es aber so, dass ich eine öffentliche Person bin. Früher hätte das niemanden interessiert, wenn ich da auf der Bühne gestanden hätte. An mir ist ein kleiner Entertainer verloren gegangen.

Auf Kremmen kommen ein paar dicke Finanzbrocken zu. Kita-Anbau, Schulkomplex, Feuerwehr-Anbau, Klubhaus-Sanierung. Was muss als erstes angepackt werden?
An allererster Stelle steht ganz klar die Kita. Wir wollen, dass sich Kremmen weiterentwickelt, es werden neue Wohngebiete erschlossen, zum Beispiel in Staffelde, wo gerade kräftig gebaut wird. In den nächsten zwölf bis 18 Monaten entstehen 40 neue Wohneinheiten, am Ziegeleiweg in Kremmen gut 50 Wohneinheiten. Wir müssen dafür sorgen, dass wir Plätze in den Kitas und Schulen schaffen.

Bei der Kita herrscht Einigkeit unter den Stadtverordneten. Nicht so beim Schulkomplex. Es gibt die Forderung, nochmal prüfen zu lassen, ob die alte Schulsporthalle nicht doch saniert werden kann. Überrascht Sie das?
Ja. Ich lasse mich gern eines Besseren belehren, wenn wir jemanden finden, der sagt, er baut uns das und garantiert uns 30 Jahre Standzeit. Wir reden von 750 000 Euro, ohne Fördermittel zu bekommen. Grundsätzlich hoffe ich, dass wir das andere Ziel weiterverfolgen können – also den Abriss der Halle und den Bau eines Gebäudes mit Turnraum und zusätzlichen Klassenzimmern.

Eine Sanierung der alten Halle wäre nicht preiswerter?
Auf keinen Fall. Wenn ich jetzt eine Planung habe, die 2,3 Millionen Euro kostet und wir bekommen eventuell 75 Prozent Fördermittel, dann bin ich bei 600 000 Euro Eigenkosten. Die Sanierung würde 750 000 Euro kosten – ohne Fördermittel, und wir haben keine weiteren Klassenräume.

Auch bei der Feuerwehr in Kremmen muss investiert werden. Wie groß ist denn der Handlungsbedarf?
Die Kameraden rennen sich da gegenseitig um. Die müssen sich zwischen den Fahrzeugen umziehen. Im Gefahrenabwehrbedarfsplan wird seit vielen Jahren gefordert, dass dort etwas passieren muss. Das Konzept, im hinteren Bereich anzubauen, wäre top. Und wir würden einen Teil vom Altbau erhalten, für Werkstatt und Lager.

Für die Sanierung des Klubhauses schlagen Sie eine Minimallösung vor. Wird da in den nächsten drei bis vier Jahren überhaupt was passieren?
Das Klubhaus ist ein Luxusprojekt. Wir wissen, dass wir das wollen und müssen es auch, weil Fördermittel dran hängen. Wir müssen aber realistisch sein und überlegen, was wir im Klubhaus machen wollen. Klar, unsere Einwohner sind scharf darauf, mal wieder Veranstaltungen dort zu haben oder eine Einschulungsfeier. Dafür sollten wir das Minimalprinzip anwenden, den Saal mit Bühne und Anbau für die Barrierefreiheit. Der Denkmalschutz muss mit an den Tisch kommen. Ich muss aber auch sagen, dass wir ein kleines Bauamt haben und viele, viele Projekte. Wir müssen mit etwas beginnen, aber dann richtig und das abschließen und nicht fünf Sachen auf einmal.

Bei einigen Kremmenern umstritten ist auch immer noch das Asylbewerberheim in der Berliner Straße. Warum finden Sie es besser, wenn der Landkreis Oberhavel das Objekt auch weiterhin dafür mietet?
Da geht es um die Wirtschaftlichkeitsrechnung. Mit der Mietzeit von drei Jahren konnten wir 1,5 Millionen Euro vom Kredit mit insgesamt 3,2 Millionen abzahlen. Der restliche Kredit selbst läuft aber über 20 Jahre. Die Einnahmen, die wir akquirieren, kommen aber auch der Stadt zugute. Wir können sie in anderen sozialen Projekten einsetzen. Deswegen ist das positiv, und ich verteidige das ganz klar. Ich wünsche mir, dass der Landkreis die Option auf Verlängerung zieht.

Wie ist denn die Flüchtlingssituation in Kremmen?
Die, die sich integrieren wollen, die integrieren wir. Wir haben dort zwei gute Sozialarbeiter, die für die Leute zuständig sind. Es gibt wenig Polizeieinsätze. Immer mal wieder, aber sehr überschaubar. Ich wünsche mir, dass es so ruhig bleibt.

Erleben Sie manchmal im Freundeskreis entsprechende Diskussionen?
Bisher noch nicht.

Das Punkfestival „Resist to Exist“ fand dieses Jahr mit Sondergenehmigung statt. Für 2019 wird wohl ein Bebauungsplan benötigt. Befürworten Sie das Fest und unterstützen die Veranstalter?
Dieses Jahr war ich im Urlaub, aber im Jahr davor habe ich das verfolgt. Alles weitere entscheiden die Abgeordneten, aber es ist noch nichts da, die Veranstalter hätten schon längst handeln müssen. Wenn ich nach dem Fest mit der Polizei spreche, dann haben die Einsätze ein sehr kleines prozentuales Gewicht. Wenn die Leute einfach feiern, wenn sie sich benehmen, ist das gut. Mit Einkaufswagen durch die Stadt fahren oder am Brunnen auf dem Markt zu duschen, ist aber eine Unart, die brauchen wir hier nicht.

2017 sorgte der Schutthaufen auf einem Privatgelände vor Kremmen für Wirbel. Tut sich da was?
Nachdem ich Nachrichten bekommen habe, dass dort Feuer gemacht worden, bin ich dort gewesen. Es war nur ein kleines Lagerfeuer – aber bei 30 Grad und Trockenheit. Der Besitzer der Fläche hat mir die Schriftstücke vom Landesumweltamt gezeigt, da steht alles drin, wie er es immer gesagt hat. Er hat die Auflage, Jahr für Jahr etwas vom Haufen abzutragen. Das muss er auch nachweisen. Nach Aussagen vom Inhaber entfernt er regelmäßig Containerladungen, ich werde es weiter kritisch beobachten.

Momentan gibt es immer wieder Meldungen, dass Gaststätten im Ort schließen. Sehen Sie das mit Sorge?
Das sind alles private Dinge, wir können nur Rahmenbedingungen schaffen. Von der Lebkuchenfabrik habe ich leider nur aus der Zeitung erfahren. Klar ist das traurig, aber sie werden ihre Gründe haben. Bei Meyhöfer war ich einer der ersten, der es wusste. Da konnte ich keine Hilfe mehr anbieten, da stand alles schon fest. Aber ich habe die Hoffnung, dass es da geeignete, neue Bewerber gibt.

Kommt da vielleicht wieder das Klubhaus ins Spiel? Schließlich fehlt dann ja auch ein Veranstaltungssaal.
Das Klubhaus wird keine Gastronomie im Tagesgeschäft. Kein Konzept sieht das vor. Eher für Veranstaltungen am Wochenende, aber dafür brauchen wir natürlich auch vernünftige Caterer. 

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In der ganzen Welt unterwegs

Donnerstag, den 27. September 2018
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Der Sonnenklar-TV-Moderator Ulf-Dieter Kunstmann lebt seit 18 Jahren in Amalienfelde

MAZ Oranienburg, 27.9.2018

Amalienfelde.
Eigentlich sollte Amalienfelde nur eine Zwischenstation sein. Doch nun lebt Ulf-Dieter Kunstmann mit seiner Frau schon 18 Jahre lang dort. „Wir haben damals in Frohnau gewohnt, wir wollten ein Stückchen weiter raus“, erzählt der Moderator des Reiseshoppingsenders Sonnenklar TV. Sie sind auf das Haus gestoßen – damals ein Rohbau, der versteigert werden sollte. „Es war Liebe auf den ersten Blick.“ Drei Tage später gehörte das Haus ihnen „Wir haben noch mal viel Geld und Arbeit reingesteckt.“

Mitunter mehr als vier Stunden steht Ulf-Dieter Kunstmann – oder UDK, wie ihn Freunde und Kollegen nennen – live vor der Kamera. Er bietet Reisen an in viele Länder Europas und der Welt, und er weiß, wovon er spricht. Ist er in einem Land oder in einem Gebiet im Urlaub, in dem sich in der Nähe auch ein Hotel befindet, das von Sonnenklar TV als Ziel angeboten wird, schnappt er sich Kamera und Mikro und schaut sich dort um.

Ursprünglich stammt Ulf-Dieter Kunstmann aus Münster. Er hat zunächst Hotelkaufmann gelernt. „Ich wollte aber immer was mit Unterhaltung machen, und da war mir Münster zu eng.“ Schon während der Ausbildung nahm er Jobs an, zum Beispiel als DJ in einer Tanzschule. Er ging dann nach Berlin, arbeitete im Kempinski-Hotel und hat dort viele Leute kennengelernt. Kurzzeitig verkaufte er Versicherungen. „Da habe ich gut verdient und dachte mir: Jetzt machst du was mit Künstlern.“ Er gründete eine Künstleragentur, organisierte Konzerte, schwenkte später zu Galas und Festen um. Zwischendurch gehören ihm mehrere Discos, Café und Bistros. „Aber ich habe gemerkt: Mir fehlt was. Ich wollte moderieren.“

Er heuerte beim ersten deutschen Reisesender Via 1 an, wurde dort Chefmoderator. „Es war ein tolles Team. Aber keiner wusste, wie das geht, es war Neuland.“ Im Oktober 2001 meldete Via 1 Insolvenz an. Er erfuhr im Mallorca-Urlaub davon. Zwei Tage später kam der nächste Anruf, ob er bei „Sonnenklar“ moderieren will. Das Casting war live on Air – und der Beginn seiner Karriere bei dem Sender, dessen bekanntestes Gesicht er bis heute ist. Dazu reist er nach München.
Dort ist er in der Regel sieben Tage pro Monat auf Sendung – eine Woche lang täglich in verschiedenen Schichten mehr als vier Stunden live. Und das ohne Teleprompter. Seine Informationen hat er auf einem Tablet, das vor ihm liegt, natürlich muss er sich auch auf seine Fernsehauftritte vorbereiten. „Das ist unterschiedlich. Es gibt Länder, die jeden Tag vorkommen, da muss ich nicht groß recherchieren, da schaue ich mir die Fakten zu den Hotels an. Aber wenn wir zum Beispiel eine neue Nepal-Rundreise im Programm haben, da dauert die Vorbereitung schon mal zwei Stunden, weil man ja nicht jede Ecke kennt.“ Die unruhigen Zeiten mit Anschlägen und Terror schlagen sich auf den Reisemarkt kaum nieder, sagt er. „Die Leute vergessen schneller, und sie wissen, es kann überall was passieren.“ Er selbst würde gern mal auf die Komoren. „Das schwirrt mir seit vielen Jahren im Kopf herum.“ Ansonsten liebt er Florida oder auch mal den Ausflug an die Ostsee.

Neben den Reiseshopping-Sendungen steht er aber auch hin und wieder an den Roten Teppichen, um Promis über Reisethemen zu befragen. Dort traf er unter anderem Abba-Star Benny Andersson oder auch Dieter Hallervorden. Diese Interviews laufen immer mal wieder zwischen den Live-Sendungen von Sonnenklar TV.

Zu Hause, in Amalienfelde, kommt aber auch der Hotelkaufmann in ihm noch mal durch. Ulf-Dieter Kunstmann vermietet dort eine Ferienwohnung mit Wohnzimmer, Schlafzimmer, Bad und Küche. Im Sommer ist sie meistens ausgebucht – und nicht nur von Berlin-Touristen. Auch Hochzeitsgäste buchen sich dort ein – oder Leute, die wissen wollen, wo denn UDK so wohnt. Mit ihnen kommt er dann auch gern mal ins Gespräch.

„Kremmen ist inzwischen mein Zuhause geworden“, sagt er. „Wir kommen hier zur Ruhe.“ Auch beim Erntefest neulich war er, er besucht hin und wieder den Spargelhof und schätzt die Genüsse im Coldehörn im Scheunenviertel. „Und Amalienfelde ist noch mal eine kleine Welt für sich.“

Bei Sonnenklar TV ist Ulf-Dieter Kunstmann voraussichtlich am Sonntag, 7. Oktober, ab 19 Uhr wieder live auf Sendung.

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Sie hilft den Kindern bei den Hausaufgaben

Donnerstag, den 20. September 2018
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Alle zwei Wochen am Donnerstag kommt Eveline Kretschmann ehrenamtlichan die Beetzer Grundschule – außerdem gibt sie zu Hause Nachhilfe

MAZ Oberhavel, 20.9.2018

Beetz.
Mit Kindern kennt sich Eveline Kretschmann aus. Viele Jahre hat die heute 67-Jährige aus Sommerfeld als Lehrerin an der Bötzower Schule gearbeitet. 2010 war Schluss. Dennoch steht sie inzwischen regelmäßig wieder vor Schulkindern – allerdings nicht im Unterricht.
Alle zwei Wochen fährt sie am Donnerstagmittag zur Grundschule nach Beetz. „Ich mache die Hausaufgabenkontrolle“, sagt sie. Die Kinder haben an diesem Tag immer um 12 Uhr die Gelegenheit, an ihren Hausaufgaben zu arbeiten. „Sie kommen dann zu mir, um sie mir vorzulegen.“ Sie kontrolliert dann, ob alles richtig ist. Meistens geht es um die Fächer Deutsch und Mathematik. Eine Dreiviertelstunde steht sie den Kindern der Flexklasse mit Rat und Tat zur Seite. Sie beantworten Fragen oder verbessert gemeinsam mit den Kindern eventuelle Fehler in der Hausaufgabe.
„Die Arbeit mit den Kindern macht mir immer noch Spaß“, sagt sie. „Manchmal verstehen sie eine Aufgabe nicht so richtig, und dann versuche ich, ihnen das zu erklären.“ Angefangen hat es mit Zweitklässlern, inzwischen sitzen Kinder der 3. Klasse vor ihr. Wenn sie in den Raum kommt, dann weiß sie nie, was sie erwartet. Immer gibt es neue, andere Aufgaben.

Wenn es nach den Leuten in der Beetzer Grundschule geht, dann könnte sie noch öfter als alle zwei Wochen kommen. „Aber mehr möchte ich nicht machen“, sagt Eveline Kretschmann. Sie macht das ehrenamtlich über den Verein „Sommerfelder Miteinander“. Aber nicht nur in der Schule hilft sie aus – auch bei sich zu Hause. Für Kinder der Grundschule Beetz gibt sie regelmäßig Nachhilfe. Angefangen habe es mit zwei Kindern. Davon hatte sie dann mal bei einer Feier im Ort erzählt, woraufhin sich weitere Eltern mit ihren Kindern bei ihr meldeten.

Im Jahr 2020 feiert Eveline Kretschmann ihren 70. Geburtstag. Dann wolle sie mit den Nachhilfestunden aufhören, sagt sie. Die Kinder, die sie zu Hause betreut, seien nun in der 5. oder 6. Klasse, wenn sie dann in die weiterführenden Schulen kommen, dann habe sie ihre Aufgabe getan, so die Sommerfelderin weiter. „Aber es sind ja noch zwei Jahre Zeit.“

Die Grundschule in Beetz mag sie sehr. „Eine tolle Schule“, sagt sie. „Zumal sie ja so eine kleine Schule ist, das ist immer ein Vorteil.“ Sie freut sich, wenn sie als Dank mal zu Theatervorführungen eingeladen wird, auch wenn es zu Weihnachten ein Geschenk als Dankeschön gibt. Dass sie aushilfsweise wieder richtig in den Unterricht einsteigt, stehe für sie nicht zur Debatte. „Ich hatte meine 37 Jahre.“

Sie kümmert sich stattdessen auch gern um ihre Hobbys. „Wir haben Haus und Garten, da ist immer viel zu tun“, sagt Eveline Kretschmann. „Außerdem lese ich super gerne.“ Wenn sie und ihr Mann die Tochter in Manchester besuchen, dann sei das auch immer eine kleine Reise.