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In der Zeitung erschienen

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Früher Schulhaus – heute Wohnzimmer

Samstag, den 18. August 2018
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Die 83-Jährige Elli Rosemann wohnt seit zwei Jahren im Vehlefanzer Seniorenheim – aufdem Gelände hat sie als junges Mädchen insgesamt acht Jahre lang gelernt

MAZ Oberhavel, 18.8.2018

Vehlefanz.
Etwa 2000 Kinder erleben heute ihren ersten Schultag. Bei Elli Rosemann ist das schon ein paar Jahre her. Die 83-Jährige erlebte ihre Einschulung im Spätsommer 1941. „Damals habe ich meine Schultüte gekriegt“, sagt sie. Sie lebte zu der Zeit in der Vehlefanzer Lindenallee, in der Nähe des Dorfangers. Ihre Schule war gar nicht weit entfernt – in der Lindenallee 30. Sie wohnt dort inzwischen. Denn dort, wo sich einst die Schule befand, ist heute das altersgerechte Wohnheim. Es trägt passenderweise den Namen „Alte Schule“.

„Wir haben hier unten den Unterricht gehabt, da, wo jetzt die Tagespflege ist“, erinnert sich Elli Rosemann. Immer mal wieder kommt es vor, dass sie sich an früher erinnert. Da, wo sich der Anbau heute befindet, stand früher eine Holzbaracke. An der Seite des Grundstückes befanden sich eine ganze Reihe Plumpsklos. In jedem Klassenzimmer stand ein schwerer Kachelofen. „Jeden Tag musste der Hausmeister ein paar Zentner Kohlen rumschleppen und Holz. Er musste wirklich viel arbeiten.“ Die Kinder selbst sind meist in Holzpantinen zur Schule gekommen. „Deshalb wurde sie auch Pantinenschule genannt.“ Bis 1945 spielte Hitlers Propaganda eine große Rolle. „Aber wir haben auch viel gesungen: Der Mai ist gekommen“, so die 83-Jährige.
Während der letzten Monate des Zweiten Weltkrieges wurde der Unterricht kurze Zeit ausgesetzt. „Ich weiß noch, bei uns gegenüber waren alle Scheiben kaputt, da ist eine große Bombe gefallen. Das war eine Zeit der großen Angst. Die Flieger kamen in großen Schwärmen über Vehlefanz hinweg.“ Nach Kriegsende war das Dorf voller Flüchtlinge, einige von ihnen gingen auch auf die dortige Schule.
„In der 8. Klasse waren wir dennoch ziemlich wenig“, erzählt Elli Rosemann. „Wir waren bloß zehn Mädels und vier Jungs. Einige sind nach Velten in die Oberschule gewechselt.“ Sie erinnert sich an manche Aufsätze, „bei denen ich immer nichts gewusst habe.“ Nach der 8. Klasse war Schluss. Sie ging danach für drei Jahre auf die landwirtschaftliche Berufsschule in Velten und arbeitete dann auch in der Landwirtschaft. „Wir hatten Kühe, Pferde und Schweine.“ Später zog sie nach Amalienfelde.

„Seit Juni 2016 wohne ich nun hier“, sagt sie. Kurz zuvor war das neue altersgerechte Wohnheim eröffnet worden. Hinter der alten Schule war der Anbau mit den Wohnungen entstanden. „Ein bisschen komisch ist es schon“, ergänzt sie. „Ich habe eine Weile gebraucht, um mich einzugewöhnen.“ Dass sie nun ausgerechnet dort wohnt, wo sie acht Jahre lang zur Schule gegangen ist, sei ein lustiger Zufall. „Man überlegt, mit wem man damals immer so hier war“, sagt Elli Rosemann. „Aber es sind leider nicht mehr viele hier aus meiner alten Klasse.“

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Weihnachten ist Schluss: Meyhöfers Gasthaus schließt

Freitag, den 17. August 2018
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In Kremmen könnte eine fast 170 Jahre lange Tradition enden –Familie will das Anwesen verkaufen – es fehlt an neuem Personal

MAZ Oberhavel, 17.8.2018

Kremmen.
Der zweite Weihnachtsfeiertag nimmt in diesem Jahr in Kremmen ein trauriges Ende. Der 26. Dezember ist der Tag, an dem „Meyhöfers Gasthaus“ das letzte Mal geöffnet hat. Die Wirtsleute geben ihr Geschäft, das sich Am Kanal 6 befindet, zum Jahresende auf. Meyhöfers wollen das Haus verkaufen, auf einem Immobilienportal im Internet befindet sich ein entsprechendes Angebot.
Eigentlich seien die Gästezahlen gut gewesen, sagte Andy Meyhöfer in einem Gespräch mit der MAZ. Dass die Gaststätte am Kremmener Stadtrand trotzdem schließt, habe andere Gründe. Zum einen geht seine Mutter, die immer Teil des Gasthauses gewesen ist, im kommenden Jahr in Rente. „Sie ist die gute Seele des Hauses.“ Zum anderen sei es aber immer schwieriger geworden, neues Personal zu finden. „Es herrscht Nachwuchsmangel“, so Andy Meyhöfer. Mehrfach hatte er inseriert und nach neuen Leuten gesucht. „Das fängt schon bei Reinigungskräften an, auch da ist es sehr schwierig“, so der Gastwirt.

Über den zweiten Weihnachtsfeiertag hinaus werde es keine Gastronomie mehr in den Räumen geben. „Sollte sich bis zum Jahresende kein Käufer finden, dann könnten wir auch vermieten“, so Andy Meyhöfer weiter. Es müsse auch nicht zwingend wieder eine Gastronomie auf das Gelände ziehen. Er könne sich vorstellen, dass auch eine Physiotherapie-Praxis oder etwas ganz anderes in das heutige Gasthaus einzieht. Möglich sei auch eine Nutzung als Wohnungen.

Das Aus von „Meyhöfers Gasthaus“ ist für die Kremmener durchaus bitter. Immer wieder ist der große Saal für private und öffentliche Veranstaltungen genutzt worden. Schon seit 1850 gibt es an dieser Stelle eine Gaststätte. Um 1900 brannte das damalige Haus jedoch ab. Auf den Kellergewölben ist es 1903 wieder aufgebaut worden – jedoch etwas größer und im victorianischen Stil. Es bekam den Namen „Hartwigs Ruh“, später dann „Bruno Hartwigs Gasthaus“. Auf dem Anwesen wurde auch Landwirtschaft sowie ein Kohlen- und Saatguthandel betrieben. Sogar eine Tankstelle gab es vor dem Haus.
Hartwig starb Ende der 50er-Jahre, seine Frau war dann – wie viele Betriebe in der DDR – gezwungen, an den Konsum zu verpachten. Familie Meyhöfer kaufte das Anwesen Ende der 60er. In den 70ern und 80ern arbeitete dort der Wirt Assen Arsow („Assi“). Die „Gaststätte am Kanal“ erlebte damals seine große Discozeit. Zwei Jahre nach der Wende schloss das Wirtshaus, der Wirt übernahm eine Kneipe in Flatow.
Erst am 2. April 1995 ging es weiter, die Familie Meyhöfer eröffnete nach längeren Renovierungsmaßnahmen ,,Meyhöfers Gasthaus“. Nach fast 24 Jahren endet also diese Ära – vielleicht sogar die fast 170-jährige Gaststättentradition. Und was wird aus Andy Meyhöfer, dem jetzigen Wirt? „Das wird sich noch finden“, sagte er.

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Das Dirndl fürs Fest liegt schon bereit

Donnerstag, den 16. August 2018
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Svenja Müller (23) ist die Erntekönigin 2018 von Bärenklau – sie freut sich auf die gute Stimmung und den Umzug – schon als Kind war sie davon begeistert

MAZ Oberhavel, 16.8.2018

Bärenklau.
Ihre Eltern haben in diesem Jahr extra ihren Urlaub verschoben, denn ihre Tochter wollen sie unbedingt als Erntekönigin erleben. Svenja Müller wird am zweiten September-Wochenende in Bärenklau zur Majestät. Die 23-Jährige eröffnet am Sonnabend, 8. September, den Ernteumzug, sie überreicht Preise und hat sicherlich noch einige Aufgaben mehr.

Im vergangenen Jahr war ihre beste Freundin Lisa Andreß Erntekönigin in Bärenklau, sie gab dann auch den Anstoß dafür, dass Svenja ihre Nachfolgerin wird. „Ich freue mich am meisten auf die Stimmung bei dem Fest“, sagte sie gestern. „Ich finde es immer schön, wenn das ganze Dorf versammelt ist. Das zu sehen, ist immer toll.“ Sie hat ein Dirndl, das sie sich zum Erntefest anziehen wird. „Das passt ja auch sehr gut dazu.“

Bisher ist sie jedes Jahr beim Erntefest gewesen – es ist so etwas wie der Jahreshöhepunkt im Dorf. Schon als Kind: „Der Lampionumzug war immer das Highlight.“ Er führte und führt immer von der Kita aus durch den Ort. Sie kann sich außerdem daran erinnern, einmal mit der Kita sogar auf einem Umzugswagen mitgefahren zu sein. Aber auch später: „Wenn der Umzug kam, dann sind wir als Kinder immer schnell zur Straße gelaufen.“ Sie besuchte die Vehlefanzer Nashorn-Grundschule, machte 2013 ihr Abitur am Oranienburger Runge-Gymnasium. Dann machte sie ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Kita in Berlin-Wedding. „Ich wollte etwas Soziales machen“, erzählte sie. „Das war eine wichtige Erfahrung, mal in den Arbeitsalltag reinzuschnuppern.“ Sie hatte vorher noch nie mit Kindern gearbeitet. Sie wurde Speditionskauffrau, arbeitet inzwischen aber als Bereich- und Projektassistentin bei einer Berliner Firma und plant dort Transporte und Lkw-Routen.

Sie lebt seit einem Jahr in Berlin-Adlershof – kommt aber immer wieder gern zu ihren Eltern nach Bärenklau zurück. „Es ist immer wieder schön, nach Hause zu kommen“, so Svenja Müller. „Meine Freunde wohnen auch noch hier, und ich bin stolz, hier aufgewachsen zu sein.“ Einer ihrer Lieblingsorte war im Wald, an einer Stelle neben dem Rodelberg gab es immer einen großen Baumstamm. „Da haben wir immer gespielt.“ Sie kann sich durchaus vorstellen, später wieder nach Bärenklau zu ziehen, sagte sie gestern. Auf dem Dorf sei es ruhiger und entspannter als in der Großstadt.

In ihrer Freizeit spielt sie Handball – und das schon seit 15 Jahren. Bis zum vergangenen Jahr beim SV Eichstädt, jetzt spielt sie bei der HSG Neukölln in Berlin in der Oberliga Ostsee-Spree. Ansonsten liest sie gern, ist mit Freunden unterwegs oder geht spazieren.

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Treue Seele: Einmal im Monat plant sie den dörflichen Kaffeeklatsch

Mittwoch, den 15. August 2018
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Hannelore Glanzer (71) kümmert sich seit acht Jahren um das Seniorenlebenin Staffelde – die Treffen finden immerim Bürgerzentrum statt

MAZ Oberhavel, 15.8.2018

Staffelde.
Kaffee trinken, etwas spielen und natürlich der neueste Dorfklatsch. Wenn sich die Senioren einmal im Monat im Staffelder Bürgerzentrum treffen, dann hat Hannelore Glanzer schon alles vorbereitet. Ungefähr anderthalb Stunden, bevor es losgeht, kommt sie und deckt den Tisch. Sie kocht den Kaffee und macht, gemeinsam mit Brigitte Quade, alles, was dazu gehört.
Seit ungefähr acht Jahren ist Hannelore Glanzer die Seniorenbeauftragte für den Kremmener Ortsteil Staffelde. Immer am ersten Dienstag im Monat finden die Treffen statt. „Es kommen immer so 20 Leute, das ist im Prinzip ziemlich gleichbleibend.“ Dennoch sei es schwierig, neue Leute finden. „So lange sie noch arbeiten gehen, kommen sie nicht zu uns. Aber wir sprechen die Leute auch schon mal persönlich an, wenn sie in Rente gehen. Das hat Erfolg.“

Bei den Treffen werden auch schon mal Probleme besprochen – und gelöst. Ortsvorsteher Heino Hornemann schaut auch immer wieder mal vorbei. So bekommt das Bürgerzentrum am Eingang bald einen Handlauf. Auch eine seniorengerechte Toilette könnte es bald geben. Hannelore Glanzer ist auch Mitglied im Kremmener Seniorenbeirat, auch dort werden solche Themen besprochen. hauptsächlich arbeitet sie dort aber in der Arbeitsgruppe für Veranstaltungen. Immerhin gibt es im Jahr die Sport-, Frühlings- und Herbstfeste sowie die Feier zur Seniorenwoche. „Wir schauen dann, welche Künstler wir einladen, wer das Büfett herrichtet und wer den Kuchen bäckt.“

Der Seniorenbeirat als Ganzes trifft sich einmal im Monat. Ein wichtiges Thema ist eine fehlende öffentliche Toilette in Kremmen. Ist das Rathaus oder das Klubhaus geschlossen, dann sieht es schlecht aus. „Auch um die Mobilität im Alter geht es bei unseren Treffen“, sagt Hannelore Glanzer.

Ein wichtiges Thema, auch für die 71-Jährige selbst. Sie ist noch mit dem Auto unterwegs. „Sonst wäre das alles gar nicht möglich“, sagt sie. Die Busse fahren nicht so, dass sie an den Sitzungen und Veranstaltungen teilnehmen könnte.“

Sie kümmert sich – aber warum eigentlich? „Man kommt raus und ist unter Leuten“, sagt sie. Ihr Mann ist vor einigen Jahren verstorben, da tue ihr das gut. „Manchmal ist es eine Pflicht“, erzählt sie. „Bei der Hitze war das ziemlich stressig. Aber oft macht es Spaß, wenn man sieht, dass sich die Leute freuen und dass es angenommen wird, was man da vorbereitet. Und wenn alles klappt, wie man sich das vorgestellt hat.“

Hannelore Glanzer lebt seit 1968 in Staffelde. Eigentlich kommt sie aus Mittweida in Sachsen. Die Liebe hat sie damals hergezogen. Sie studierte Ingenieurin für Textiltechnik, und während des Studiums musste sie für drei Wochen zur Kartoffelernte nach Staffelde – und verliebte sich im Ort. 26 Jahre lang arbeitete sie in der Kita im Ort, die sich damals noch im heutigen Gemeindezentrum befand. Dann ging sie in Rente. „Elf Jahre ist das jetzt her.“ Nun hat sie Zeit, auf Reisen zu gehen. „Die Nordsee ist ein sehr schönes Urlaubsziel“, sagt sie. „Wir sind immer eine Truppe von vier bis sechs Frauen, die zusammen verreisen.“ Auch Karten spielen gehört zu ihren Hobbys. „Das ist gut fürs Gehirn.“ Sie hofft, dass sie noch lange fit bleibt.

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CD-Tipp: Binzessin

Mittwoch, den 8. August 2018
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Die Tonabnehmer: „Hallo Rügen!“

Wochenspiegel Oranienburg, 8.8.2018

Rügen ist nicht nur Deutschlands größte Insel, sondern – zumindest in Ostdeutschland – auch die beliebteste. Gerade in diesen heißen Sommerwochen lässt es sich dort am Strand der Ostsee gut aushalten. Das finden auch Marie-Luise Gunst und Jens Hasselmann. Das Duo nennt sich „Die Tonabnehmer“ und ist scheinbar auch besonders oft und gern auf Rügen. Deshalb haben sie der Insel auch gleich ein komplettes Album gewidmet.

Auf „Hallo Rügen!“ besingen sie die Sehnsucht, die viele Menschen beschleicht, wenn sie lange nicht auf der Insel waren. „Lass und mal wieder sehen und den Rest betrügen“, heißt es da im Auftaktsong. In den weiteren Songs besingen sie spezielle Orte und Eigenarten von Rügen. Da geht es um das Wittower Land und die Schwäne, die am Sand lagern. Um die Alleen und die Kinder der B96, die auf die Insel führt. Um die Inselhauptstadt Bergen „zwischen sieben Hügeln, zwischen sieben Feldern“. Um den alten Rügendamm, die Straße ins Glück, der verstopfte Kanal. Um Sellin und natürlich um Binz, die auf dem Album den Spitznamen „Binzessin“ bekommt.

Die Musiker treffen mit dem Album in der Tat den passenden Ton zwischen Sehnsucht und Nostalgie, der Liebe zu einem Landstrich und eine Bestandsaufnahme, was die Insel bietet, aber auch, was eventuell nervt. Ein Album für Rügen-Liebhaber, aber auch für alle, die ihren Urlaub vor- oder leider schon hinter sich haben.

Infos: www.DieTonabnehmer.de

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Im Camp herrscht rege Bautätigkeit

Donnerstag, den 26. Juli 2018
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Amphitheater und vieles mehr – im Vehlefanzer Sommerlager lassen sich die Kinder einiges einfallen

MAZ Oberhavel, 26.7.2018

Vehlefanz.
Die Sonne knallt erbarmungslos auf den Platz. Aber davon lassen sich die Teilnehmer des diesjährigen Sommerlagers am Mühlensee in Vehlefanz nicht unterkriegen. Noch bis zum Sonnabend dauert das von der Oberkrämer-Freikirche und der Christlichen Gemeinde in Oranienburg organisierte Camp.
„Die Hitze ist mehr für die vielen Mitarbeiter ein Problem“, sagt Betreuerin Anke Lauktien. Die Kinder bespritzen sich liebend gern mit Wasser oder können sich zwischendurch unter Planen oder in den Zelten ausruhen. „Was schade ist: Wir können in diesem Jahr kein Feuer machen“, so die Oranienburgerin. „Aber wir behelfen uns abends mit Weihnachtsbeleuchtung, um Atmosphäre hinzukriegen.“

Die Wanderung von Wansdorf über Marwitz zum Mühlensee haben alle problemlos überstanden. „Das war anstrengend, hat aber auch viel Spaß gemacht“, erzählt Georg (12) aus Dechtow bei Fehrbellin. „Ich bin das erste Mal dabei“, sagt er, ein Freund habe ihm erzählt, dass das Camp Spaß mache.

Im Sommerlager auf der Wiese hinter der Vehlefanzer Mühle sind schon jetzt viele Bauten entstanden. In der Vorwoche haben die Mitarbeiter zwar die Übernachtungszelte aufgestellt – alles andere entsteht aber erst in der Woche selbst. Eine der Gruppen hat sich ein Amphitheater aufgebaut. Dort können die Kinder sitzen, auch einen Schuhschrank gibt es dort. „Wir haben uns einen Plan gemacht“, erzählt Charis (11) aus Germendorf, und Julian (11) aus Oranienburg ergänzt: „Es gibt immer eine Grundidee, was wir bauen könnten, aber wir bringen dann selbst noch viele Ideen ein.“ So entstehen in den verschiedenen Gruppen sehr unterschiedliche Bauten.

Chantal (13) aus Oranienburg nutzte die gestrige Mittagspause für ein kleines Fußbad – natürlich auch selbst gebaut. Für sie ist es allerdings das letzte Camp. „Ich bin das fünfte Mal hier. Aber ich ziehe bald weg“, sagt sie etwas traurig. Sie ist froh, dass sie viele neue Freunde kennengelernt hat – und auch Gott.

Dörte Bischop aus Berlin – ursprünglich aus Schmachtenhagen – arbeitet ehrenamtlich im Lager mit. Sie gehört zu einer der Betreuerinnen in den Gruppen. Im Großen und Ganzen seien die Kinder brav, sagt sie. „Sie machen auch viel Spaß mit.“ Der Betreuungsschlüssel sei gut. Auf sechs bis sieben Kinder kämen zwei bis drei Betreuer. „Ich muss für die Woche hier nichts zahlen, aber ich habe mir Urlaub genommen“, sagt sie. So laufe das auch bei den meisten anderen Ehrenamtlichen „Nur so funktioniert das hier.“ Hin und wieder müsse auch seelsorgerisch gearbeitet werden – zum Beispiel, wenn Kinder Heimweh haben. In solchen Fällen stehen die Mitarbeiter dann auch mit den Eltern in Kontakt. In diesem Jahr halte sich das aber in Grenzen. „Die meisten Kinder genießen es, hier zu sein“, sagt Dörte Bischop.

Das stimmt, denn egal welches Kind man fragt – alle erzählen sie begeistert von den vergangenen Tagen. „Das Geländespiel war toll“, berichtet Anna-Charlotte (12) aus Fredersdorf bei Strausberg. Sara (9) aus Leegebruch zeigt den Kühlschrank der Gruppe. Dabei handelt es sich um ein Loch in der Erde, das zugedeckt ist. Ist es dort tatsächlich kühl? Sara nickt und sagt: „Ja, das funktioniert ganz gut.“

Im Camp geht es in diesem Jahr um das alte Israel vor 3000 Jahren. Damals gab es natürlich noch keine Handys. Dementsprechend gibt es auch keine im Camp – zumindest für die Kinder. „Ja, eine Woche ohne Handy“, bestätigt Linnard (13) aus Birkenwerder. „Das ist nicht schwer. Man hat ja genug anderes zu tun.“ Und im Alltag – dann auch ohne Smartphone? „Jetzt, wo man merkt, dass es gut ohne geht, kann ich es mir vorstellen.“ Betreuerin Anke Lauktien sagt: „Dieses Jahr war es kein Problem. Sonst war es immer in den ersten Tagen, wo die Jungs dann oft sagten: Was soll ich denn jetzt ohne Handy machen.“

Das Leben im 21. Sommerlager unter diesem Titel „SoLa Royal“ dauert noch bis zum Sonnabend. An diesem Tag beginnt um 11 Uhr der Abschlussgottesdienst. Dann können sich auch die Eltern dort umsehen – bevor schon der Abbau beginnt.

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Meine Feuerwehr: 2019 kommt das neue Löschfahrzeug

Donnerstag, den 26. Juli 2018
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Die Mitglieder der BötzowerFeuerwehr loben den Zusammenhalt unter den Kameraden und die guteAusstattung durch die Gemeinde

MAZ Oberhavel, 25.7.2018

Bötzow.
Bis zum Wochenende zählte die Bötzower Feuerwehr schon 52 Einsätze in diesem Jahr. Dafür, dass es im Schnitt der vergangenen Jahr immer um die 80 waren, ist es recht viel. „Viele Waldflächen sind in den letzten Wochen hinzugekommen“, sagt Benjamin Ende, der stellvertretende Ortswehrführer. Auch auf der Autobahn gab es vermehrt Einsätze, zudem diverse Unterstützungen des Rettungsdienstes. „Durch die Baustelle auf der Autobahn wird es eher noch schlimmer“, befürchtet Bötzows Ortswehrführer Daniel Hempel.

Es ist erst ein paar Wochen her, als es am Depot in der Fennstraße etwas zum Feiern gab. Ein neues Mannschaftstransportfahrzeug (MTF) und ein Anhänger für die Jugendfeuerwehr sind übergeben worden. Die Gemeinde Oberkrämer hat dafür etwa 53 000 Euro bezahlt. Voraussichtlich im März 2019 kommt ein neues Löschfahrzeug hinzu. Das alte ist von 2001. „Es ist schon ziemlich reparaturanfällig, hier und da gibt es Blessuren und Macken“, sagt Daniel Hempel. Ein weiteres Problem sei, dass dort wegen des Höchstgewichts keine neue, schwere Technik mehr installierbar sei.

Daniel Hempel ist seit Ende Juni 2017 Ortswehrführer in Bötzow. In Oberkrämer ist er seit 14 Jahren, davor war er acht Jahre Mitglied der Templiner Feuerwehr. „Man sieht nicht immer schöne Bilder, aber man wird durch einen erfolgreichen Einsatz entschädigt und wenn niemandem weiter etwas passiert ist.“ Er mag den Zusammenhalt der Mitglieder in der Bötzower Wehr. „Klar, es gibt manchmal Knatsch, das ist wie in der Ehe. Aber da finden wir immer eine Lösung.“

Der 23-jährige Paul Kresse ist seit 2013 Mitglied der Feuerwehr. „Ich habe auf der Verabschiedung eines langjährigen Kameraden hier die Musik für die Feier gemacht“, erzählt er. „Später habe ich mich dazu gesetzt, und da haben sie mir das Versprechen abgerungen, dass ich zum nächsten Dienst erscheine.“ Das tat er dann auch. „Ich habe direkt beim ersten Dienst gemerkt, dass die Gemeinschaft hier top ist.“ Im Nachhinein bereut er es ein wenig, nicht schon früher dabei gewesen zu sein. In Bötzow ist er inzwischen stellvertretender Jugendwart, für ganz Oberkrämer seit einiger Zeit Gemeindejugendwart. Auch beruflich hat Paul Kresse mit Brandbekämpfung zu tun: In Berlin arbeitet er bei der Berufsfeuerwehr. Ob er in Oberkrämer bleiben kann, hänge auch davon ab, ob er in Bötzow mal eine Wohnung bekommt. „Das ist schwierig“, sagt er.

24 aktive Mitglieder hat die Bötzower Wehr momentan, davon sind fünf Frauen. Eine von ihnen ist Maren Nebel. „Ich bin seit 2000 dabei“, sagt sie. „Das kam durch die Familie, mein Vater war schon immer Mitglied, und mich hat das auch immer interessiert.“ Inzwischen ist sie in Bötzow die Jugendwartin. Aber warum sind so wenige Frauen dabei? Daniel Hempel vermutet: „Vielleicht fühlen sich die Frauen dem nicht gewachsen.“ Maren Nebel kann dem nur bedingt zustimmen. „Sie sollen gucken kommen und ausprobieren. Ja, wir können nicht alles machen.“ Sie habe Probleme mit dem Atemschutz und den schweren Geräten.

Wer in Bötzow mitmachen möchte, kann immer am Dienstag zwischen 19 und 21 Uhr im Depot in der Fennstraße vorbeikommen. Die Feuerwehr kann jedes neue Mitglied gut gebrauchen. „Wir sind oftmals zu wenig“, so der Ortswehrführer. Immerhin bietet die Wehr aber auch mehr als nur die Einsätze an sich. So wird am 30. April immer die Walpurgisnacht gefeiert. Die Kameraden verkaufen Getränke, Grillwürste, und es gibt einen Fackelumzug. „Das findet immer mehr Anklang“, sagt Daniel Hempel. Während des Familienfestes am 2. September findet auch wieder ein Tag der offenen Tür statt.