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In der Zeitung erschienen

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Marwitz: Trauer um Albrecht Seeburg

Montag, den 30. Januar 2017
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Ortsvorsteher ist gestorben

MAZ Oberhavel, 30.1.2017

Marwitz.
Trauer in Oberkrämer: Der Marwitzer Ortsvorsteher Albrecht Seeburg ist am Freitag im Oranienburger Krankenhaus gestorben. Er wurde 79 Jahre alt.
Seeburg gehörte zu den Mitbegründern der „Bürger für Oberkrämer“, war auch beteiligt an der Gründung des Amtes Oberkrämer. Lange war er zunächst Bürgermeister, dann Ortsvorsteher in Marwitz. Bis zum Schluss war er Mitglied der Gemeindevertreterversammlung, noch am vergangenen Montagabend saß er im Bauausschuss.
Während der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr am Sonnabend in Bärenklau ist schweigend an ihn gedacht worden.

„Das ist eine ganz traurige Nachricht“, sagte Peter Leys, der Bürgermeister von Oberkrämer. „Wir haben ein ganz besonderes Verhältnis gehabt.“ Leys und Seeburg kannten sich seit den 80ern. „Nach der Wende hat er immer die Geschicke in Marwitz gelenkt, und das hat er sehr gut gemacht.“ Er habe seine Eigenheiten gehabt, so Leys weiter. „Aber er hat immer dafür gesorgt, dass alles top in Ordnung ist.“

„Er ist jeden Sonntag mit dem Rad durch das Dorf gefahren, und sah nach, ob alles in Ordnung ist“, erinnert sich David Ostwald von der Marwitzer Feuerwehr. „Er hat was gesehen und sofort reagiert. Wenn man ein Problem hatte, konnte man immer zu ihm gehen, er hatte ein offenes Ohr für uns.“

Auch Erika Kaatsch, die Ortsvorsteherin von Vehlefanz, trauert. „Wir hatten sehr engen Kontakt“, sagte sie. „Er war ein aufrichtiger, ehrlich zuverlässiger Mitstreiter.“ Sie hätten hin und wieder auch Meinungsverschiedenheiten gehabt. „Er war ein harter Knochen, aber er hatte einen weichen Kern“, sagt Erika Kaatsch. „Ich verliere einen richtig guten Freund und politischen Mitstreiter.“

David Ostwald nennt Albrecht Seeburg ein echtes Urgestein. „Wer in Marwitz wohnt und Albrecht Seeburg nicht kennt, ist kein richtiger Marwitzer.“

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Meister der vorgetragenen Texte

Dienstag, den 24. Januar 2017
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Lucas Schemenz (17) aus Borgsdorf ist Poetry Slamer und hat schon einige Wettbewerbe gewonnen

MAZ Oberhavel, 24.1.2017

Borgsdorf.
Erst im September des vergangenen Jahres hatte er seinen ersten Auftritt. Lucas Schemenz (17) aus Borgsdorf schreibt Texte und trägt sie auf diversen Bühnen vor. Lucas ist Poetry Slamer. Und ein erfolgreicher dazu. Schon mehrfach hat er inzwischen solche Dichterwettbewerbe gewonnen.
Er schreibt über den Schulalltag, über Begegnungen mit Menschen. Es sind manchmal scheinbar banale Texte, dahinter verbirgt sich am Ende aber dann doch auch eine große Prise Gesellschaftskritik. „Meine Texte leben davon, dass man sie vor Publikum vorträgt“, sagt er.

Darauf gekommen ist er durch ein Seminar, das er im vergangenen Jahr in Berlin belegt hatte. Durch ein Stipendium der Robert-Bosch- und der Joachim-Herz-Stiftung kann er sich diverse Seminare anhören – bei einem ging es dann um Poetry Slams. „Da wurde uns das vorgestellt, und am Ende haben wir alle einen Text geschrieben und auch vorgetragen“, erinnert sich Lucas.

Der Schüler des Hohen Neuendorfer Marie-Curie-Gymnasiums schreibt meist nicht über spezielle Themen. „Ich denke mir eine Pointe aus“, sagt er. Um diese Pointe schreibt er seinen Text drumherum. Dabei muss er immer darauf achten, dass manche Wortspiele, wenn man sie nur vorliest, nicht funktionieren. „Andere funktionieren nur gesprochen.“ Über die Sprache könne er auch Emotionen vermitteln – durch die Lautstärke oder auch durch Pausen an bestimmten Stellen. Manchmal fällt ihm mitten in einer Unterhaltung ein Wort auf – das schreibt er sich dann auf. So entsteht bald eine ganze Liste mit Wörtern. Auf sie greift er zurück, wenn er sich hinsetzt, um etwas Neues zu schreiben.

Wer Lucas Schemenz abseits der Lesebühne erlebt, wird überrascht sein. Er ist relativ ruhig, spricht leise und überlegt. Trägt er aber seine Texte vor, festigt sich seine Stimme, die Nervosität scheint aus seinem Körper zu weichen. „Beim ersten Auftritt war ich auch noch nervös“, sagt er. Aber es sei wichtig, dann auf der Bühne auch glaubhaft rüber zu kommen. „Es ist unpraktisch, wenn dir dein Publikum nicht abkauft, was du da erzählst.“ Kommt er auf die Bühne, „gehe ich erst mal raus und sehe jeden erst mal kurz an. Ich achte auch auf Reaktionen.“

Obwohl er schon mehrfach in Berlin solche Wettbewerbe gewonnen hat – darauf kommt es ihm nicht an. „Schön ist es, wenn man nicht in der Vorrunde rausfliegt“, sagt er. Ob er am Ende das Ganze für sich entscheidet, sei nicht mehr wichtig. „Ich freue mich viel mehr, wenn meine Texte gefallen.“ Oder wenn er inzwischen bei den Poetry-Slam-Organisatoren so bekannt ist, dass er auch mal zu Wettbewerben eingeladen wird. Das sind dann auch seine tollsten Momente: „Wenn mich jemand fragt, ob ich ihm mal meinen Text zuschicken kann.“

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Der Pfarrer kommt aufs Dorf

Freitag, den 20. Januar 2017
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“Kirche mobil” ist eine neue Aktion – Gemeindemitglieder können donnerstags vor Ort ihre Angelegenheiten klären, doch die Akzeptanz ist noch gering

MAZ Oberhavel, 20.1.2017

Kremmen.
In den evangelischen Kirchen in und um Kremmen findet längst nicht mehr jeden Sonntag ein Gottesdienst statt. So müssten die Beetzer dann schon mal nach Sommerfeld oder Kremmen fahren. Um den Kontakt dennoch aufrecht zu erhalten, will die Gemeinde mit dem Projekt „Kirche mobil“ dagegenhalten. Jeden Donnerstagvormittag kommen Pfarrer Thomas Triebler und Gemeindesekretär Matthias Dill in einen anderen Ort des Pfarrsprengels.

An diesem Donnerstag war Kremmen dran. Doch die beiden warteten im Gemeindehaus umsonst auf interessierte Bürger. Nur der MAZ-Reporter schaute vorbei. „Es wird noch recht wenig genutzt“, sagt Thomas Triebler bedauernd. Am 6. Oktober des vergangenen Jahres begann die Aktion, bei der ersten Runde durch die Orte seien noch mehr Leute da gewesen. „Besonders in Wall und Groß-Ziethen hat es da gut funktioniert.“
Die Kirchenmitglieder können Friedhofssachen klären, ihr Kirchgeld vorbeibringen oder über Dinge sprechen, die sie gerade bewegen. An sich hat Pfarrer Triebler keine festen Sprechstunden mehr. „Aber man kann mir immer eine E-Mail schreiben, die bekomme ich auf mein Handy“, sagt er. Im Beetzer Gemeindebüro könnten Anrufer auch eine Nachricht hinterlassen. Oder eben nun auch die mobile Kirche nutzen.

Es ist ein allgemeines Problem, das die Kirche hat. Momentan hat der Pfarrsprengel in Kremmen 1103 Mitglieder, in den vergangenen zehn Jahren sank die Zahl um gut 400, sagt der Pfarrer. Und das gar nicht mal wegen größerer Zahlen von Kirchenaustritten. „Aber es werden nur noch wenige getauft.“ Er vermutet: „Das ist oft eine familienbezogene Sache. Der Glaube und die Zugehörigkeit zur Kirche haben viel mit der Familie zu tun.“ Seien die Eltern nicht Mitglieder, würden es auch die Kinder meistens nicht mehr werden.
Die Kirche ist in Kremmen Veranstalter vieler Konzerte und sorgte auch für die 800-Jahr-Feier im Juli 2016. „Aber das führt nicht zu vermehrten Kircheneintritten“, sagt Gemeindesekretär Matthias Dill. „Das ist kein speziell Kremmener Problem, sondern ein Generelles.“ Dennoch wolle die Kirche weiter durch kulturelle Höhepunkte ins Leben der Menschen rücken. „Ich habe immer öfter den Eindruck, dass die Kirche nicht mehr auf einem anderen Planeten ist, sondern zum Ort dazu gehört“, sagt Thomas Triebler. Das sei auch daran zu merken, dass für die Restaurierung der Bilder in der Nicolaikirche viele Spenden eingegangen seien.

Da auch die Gottesdienste am Sonntag nicht mehr so gut besucht sind, gibt es auch da Überlegungen in der Gemeinde, wie dem entgegengesteuert werden kann. So gibt es hin und wieder einen Gottesdienst am Freitagabend. Es ist allerdings nicht einer in der klassischen Art und Weise. Vielmehr ist es eine Art Treffen zu einem bestimmten Thema. Ein Referent spricht, danach kann darüber diskutiert werden. „Haben wir ein gutes Thema, dann kommen die Leute auch“, sagt Matthias Dill. So geht es am 17. März um das Reformationsjubiläum als Medienereignis.

Aber auch an der „Kirche mobil“ soll erst mal festgehalten werden – zumal es zum Beispiel in Groß-Ziethen dadurch schon neue Impulse gegeben habe. Pfarrer Triebler besucht nach der Sprechstunde noch im Dorf lebende Mitglieder. Die Groß-Ziethener überlegen sich im Vorfeld, wen der Pfarrer mal besuchen sollte – und es muss auch kein spezieller Geburtstag sein. „Wenn sich so etwas dadurch entwickelt, ist unsere Aktion schon ein Erfolg“, sagt Thomas Triebler.

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WG mitten im Luch

Donnerstag, den 19. Januar 2017
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Kay Jacobsen plant in Linumhorst ein neues privates Wohnprojekt

MAZ Oberhavel, 19.1.2017

Linumhorst.
Kay Jacobsen hat eine Idee vom Leben im Alter. Er ist jetzt 66, und er wohnt seit einem Jahr im Kremmener Gemeindeteil Linumhorst. Gemeinsam mit mehreren Freunden möchte er an der Linumhorster Straße eine Art WG gründen. „Wir sind eine Gruppe von sechs Leuten“, erzählt er. Auf dem Grundstück sollen sechs Wohneinheiten entstehen, jeweils um die 100 Quadratmeter groß. „Hinzu kommt ein Gemeinschaftsraum und ein Gästezimmer, so unsere Idee.“

Dabei handelt es sich um ein rein privates Projekt. Aber es ist ein zukunftsweisendes, denn immer mehr ältere Leute fragen sich: Wie will ich eigentlich wohnen im Alter – und mit wem? Kay Jacobsen und seine Freunde haben für sich diese Frage beantwortet. Er selbst ist 66, seine Freunde „kurz unter 60“, wie er sagt. Dieses oder nächstes Jahr soll es losgehen.
Dabei geht es auch um den Punkt der Pflege. „Das Stichwort Telemedizin ist dabei ganz interessant“, sagt der Neu-Linumhorster. „Bis der Notarzt kommt, dauert es ja schon mal.“ Zumal es nach Linumhorst selbst von Kremmen aus ein paar Kilometer zu fahren sind. Bei der Telemedizin könnten über das Internet Gesundheitsfragen schnell geklärt werden. Man lässt sich zunächst durchchecken, dann sind die Daten beim Arzt. Bei Problemen könnten sich die Patienten dann über das Netz melden, Daten könnten neu gemessen und übermittelt werden. „Wir wollen uns das so organisieren“, sagt Kay Jacobsen.

Die Abgeschiedenheit in Linumhorst war ein wichtiges Kriterium bei der Wahl des Wohnortes. „Wir haben so etwas gesucht, sogar auf Rügen waren wir gewesen“, erzählt der 66-Jährige. Er mag den kleinen Ort mit nur 16 Wohneinheiten sehr. „Es gibt hier keine soziale Kontrolle und kein Neid. Man kennt sich, man steht aber nicht ernsthaft in Kontakt.“ Einmal im Jahr, am 1. Mai, da treffe man sich im Ort.
Anfangs wachte Kay Jacobsen nachts auf – wegen der Ruhe. „Das war am Anfang ungewohnt.“ Im Herbst ist es in Linumhorst dann vorübergehend nicht ganz so ruhig. „Da haben wir dann schon mal 60 000 Kraniche hinter uns auf dem zweiten Feld“, erzählt er begeistert. „Die fliegen 20 Meter über unserem Haus, das ist eine geile Nummer.“ Alles in allem findet er es in dem kleinen Ort mitten im Luch „ganz hervorragend“.

Schon jetzt kommen ihn die Freunde immer mal wieder in Linumhorst besuchen. „Zwei von ihnen sind noch unschlüssig, aber das Projekt steht auf jeden Fall.“

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Fröhliches aus Schafswolle

Dienstag, den 17. Januar 2017
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Ulrike Gordian aus Bärenklau strickt und filzt – so entstehen Drachen, Schneemänner, kleine Mäuse und vieles mehr

MAZ Oranienburg, 17.1.2017

Bärenklau.
Der Drache ist das kleine Meisterwerk von Ulrike Gordian. Daran hat sie richtig lange gearbeitet, und deshalb ist er auch unverkäuflich. Aber in ihrem Wohnzimmer in Bärenklau hat sie noch mehr: kleine Pinguine, lachende Schneemänner, einen Frosch – alles aus Schafswolle und alle gefilzt.

Vor fünf Jahren hat die 59-Jährige ihr Hobby entdeckt. „Wir hatten schon immer Schafe, und es tat mir um die Wolle leid“, erzählt sie. Sie wollte gern spinnen lernen und es sich beibringen lassen. Später kam ihr noch die Idee, auch zu filzen.

Unter dem Namen „Bärwollinchen“ (Bär steht für Bärenklau) verkauft sie ihre handwerklichen Kleinode auf Märkten in der Region. Beim „Artvent“ in Oranienburg oder beim Bärenklauer Erntefest. „Die Leute wissen oft gar nicht, wie viel Arbeit dahinter steckt.“ Deshalb setzt sie sich auf diesen Märkten auch immer hin und filzt. Um zu zeigen, wie die kleinen Igel oder Mäuse entstanden sind.

Aber wie wird denn eigentlich gefilzt? Ulrike Gordian nimmt Schafswolle, knüllt sie ein wenig zusammen und nimmt eine Nadel. „An der Nadel sind lauer Widerhaken.“ Damit sticht sie immer wieder in die Wolle rein und schiebt sie so zusammen. Die Wolle wird fester, und je nachdem an welchen Stellen sie sticht, entstehen so auch die kleinen Figürchen. Es sind unzählige, die in den vergangenen Jahren so entstanden sind.
Für eine kleine Figur braucht die Bärenklauerin gute sechs Stunden. Für größere auch schon mal vier Wochen. Da steckt viel Zeit drin, so die Hausfrau. „Wenn ich nicht filze, dann spinne ich. Wenn ich nicht spinne, dann stricke ich“, erzählt sie. Taschen hat sie auch in ihrem Wohnzimmer zu hängen, ebenso Schals oder einen Poncho. Darunter sind auch Auftragsarbeiten.
Neuerdings stellt sie auch Schlüsselanhänger her. Die Vorteile ihrer kleinen Figuren sind dabei, dass sie sehr leicht, aber dennoch fest sind. Gerade die kleinen Figuren sind es, die sich auf den Märkten recht gut verkaufen lassen. „Ich glaube, ich könnte viel mehr verkaufen, aber ich komme ja nicht hinterher damit, die Figuren zu filzen.“

Schon jetzt bereitet sie sich auf den ersten Markt im Frühling vor. Und ihr Traum: „Eine Eule, die auf einem Buch sitzt. Das habe ich mal irgendwo als Holzfigur gesehen. Fand ich irre!“

Mehr Infos gibt es im Internet auf Baerwollinchen.jimdo.com.

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Bis zur Premiere ist noch viel zu tun

Mittwoch, den 11. Januar 2017
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“Zwischen/Welten” heißt das neue Musical von Michael Wudick aus Grüneberg

MAZ Oberhavel, 11.1.2017

Grüneberg.
Am Freitagabend ist Premiere, aber bis dahin ist noch viel Arbeit zu erledigen. Im Rheinsberger Schlosstheater wird zum ersten Mal das Musical „Zwischen/Welten“ aufgeführt. Seit vielen Wochen arbeiten Kinder und Jugendliche aus Rheinsberg und Umgebung daran, dass die Aufführungen ein Erfolg werden.
Geschrieben hat das Stück Michael Wudick. Es ist das zweite komplett selbst verfasste Kindermusical des 35-Jährigen aus Grüneberg. „Es geht um eine nahe Zukunft auf der Erde“, erzählt er. „Die Klimakatastrophe steht unmittelbar bevor.“ In dem Musical geht es darum, die Erde vor diesem Kollaps zu retten. Sogar eine Zeitmaschine kommt dabei zum Einsatz.

Einmal im Jahr findet das Musicalprojekt mit Rheinsberger und Neuruppiner Kindern statt, und bei den letztjährigen Proben kam Michael „Wudi“ Wudick auch die Idee zu seinem neuen Werk. „Die Botschaft ist natürlich: Jeder sollte mal über das Klima und die Verschmutzung der Erde nachdenken.“ Aber auch das Verhältnis der Generationen untereinander spielt eine Rolle in dem Stück. „Ich bin beim Schreiben sehr pedantisch, dass wirklich alle Fakten stimmen.“ Deshalb recherchiert er sehr viel, während er an so einem Musical arbeitet.

Ein gutes Jahr hat es gedauert, bis das Stück fertig war. Wobei: Wirklich fertig wird es erst ganz kurz vor der Premiere. Denn in dieser Woche gab es überhaupt erst die richtigen Durchlaufproben. Das ist eine anstrengende Woche für alle Beteiligten, „aber wenn man das fertige Stück am Ende sieht, ist das toll!“, sagt er.

Musik war schon immer das Hobby von Michael Wudick. Bereits am Oranienburger Louise-Henriette-Gymnasium stand er bis zum Abitur 2000 oft bei Konzerten auf der Bühne. Er schrieb danach viele Songs für verschiedene Stücke und Musicals. In Rheinsberg macht er das vierte Mal bei einer Produktion mit. Sein erstes komplett selbst geschriebenes Stück „Lost and Found“, das 2014 Premiere hatte, konnte er an einen Verlag verkaufen.
Für die Produktion ist Michael Wudick nach Grüneberg zurück gekommen – dort lebt auch seine Familie, das ist seine Heimat. Nach dem Abitur studierte er in Potsdam, promovierte in Frankreich und arbeitete als Naturwissenschaftler in Lissabon. Jetzt ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der University of Maryland in College Park, ganz in der Nähe der US-Hauptstadt Washington. Er arbeitet dort als Molekularbiologe in einem Grundlagenforschungslabor und forscht an Pflanzen. Gerade erst hat er seinen Vertrag um ein Jahr verlängert.

Wenn er von der Musik leben könnte, wäre das vielleicht auch eine Option. Danach sieht es aber momentan nicht aus, so schätzt der 35-Jährige. Für einen Sänger in Portugal hat „Wudi“ für eine Fado-CD eine Melodie komponiert., und wenn nächstes Jahr das nächste Rheinsberger Projekt ansteht, wird er sicherlich auch wieder dabei sein. Es ist so etwas wie eine Herzensangelegenheit.

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Erik Dubs macht Musik mit dem Mund

Dienstag, den 10. Januar 2017
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Der 17-jährige Oranienburger ist Beatboxer – dafür braucht er nur sein Mikro und viel Übung – nun sucht er weitere Mitstreiter

MAZ Oberhavel, 10.1.2017

Oranienburg.
Es ist schon ein paar Jahre her. Erik Dubs ging damals in die 6. Klasse, als er in Berlin einen Mann auf der Straße gesehen hat, der mit dem Mund Musik machte. Das fand der heute 17-Jährige so faszinierend, dass er damit auch angefangen hat. „Ich habe im Internet
nachgeschaut“, erzählt der Oranienburger.

Auf Youtube gibt es Videos, in denen erklärt wird, wie das mit der Beatbox genau funktioniert. „Ich will aber immer mehr und immer neue Sounds probieren.“ Heißt: Fertig mit dem Lernen ist Erik Dubs nie. Bei der Beatbox nimmt er sich das Mikro dicht vor den Mund und ahmt Musikinstrumente oder -geräusche nach. „Oder ich kreiere neue.“ Dazu braucht er nicht viel – nur seine Stimme. „Das ist perfekt. Hat man mal nichts zu tun, kann man einfach ein bisschen was probieren.“
Mit dem Oranienburger Hoforchester, der Schulband des Runge-Gymnasiums, hatte er schon ein paar Auftritte, zuletzt am Sonnabend
beim „Tag der offenen Tür“. Das macht ihm großen Spaß: „Da kann ich den Leuten zeigen: Ihr könnt das auch“, sagt er.

Als er damals das Beatboxen für sich entdeckt hatte, wussten erst mal nur die Familie und engste Freunde davon. Aber irgendwann war der Tag gekommen, wo er auch anderen Menschen zeigen wollte, was er sich draufgeschafft hat. Inzwischen ist die Öffentlichkeit für ihn zur Droge geworden.

Und das nicht nur mit Musik: Erik Dubs ist auch Poetry Slamer, mit seinen Gedichten hat er auch schon auf Bühnen gestanden. Sein beruflicher Traum ist allerdings die Fotografie. Auf Instagram hat er unter dem Namen „ed.perspektive“ seinen eigenen Fotoblog.
In den vergangenen Tagen hat er eine Tour durch Oranienburg unternommen und zum Beispiel das Schloss aus etwas anderen Blickwinkeln unter die Lupe genommen.

Sein nächster Schritt: Der Elftklässler möchte ein kleines Netzwerk aufbauen. „Vielleicht könnte eine AG daraus werden“, sagt er. Er sucht Leute, die sich in der Region ebenfalls mit Beatbox beschäftigen oder auch Poetry Slamer und Fotografen. „Es geht mir darum, dass man sich mit anderen austauschen kann.“ Auf seiner Schule gab es schon ein Echo, auch in Berlin kennt er einige Musiker, aber in Oberhavel sieht es noch mau aus. Aber vielleicht wird sich das ja bald ändern.

Wer Interesse hat, kann sich am besten über Facebook mit ihm verbinden. Einfach dort nach „Erik Dubs“ suchen.