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In der Zeitung erschienen

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Bis heute stehen sie jeden Tag in ihrer Bäckerei

Samstag, den 18. Februar 2017
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Hiltraud und Manfred Guse aus Flatow feiern ihre Goldene Hochzeit – kennen gelernt haben sie ich bei einer Tanzveranstaltung in Staffelde

MAZ Oberhavel, 18.2.2017

Flatow.
Das wird ein großes Fest. Ein halbes Jahrhundert lang sind Hiltraud und Manfred Guse heute verheiratet. Mit einem Gottesdienst in der Flatower Kirche wird das gefeiert. Man kennt die beiden im Dorf – bis heute stehen sie immer wieder hinter der Theke der Bäckerei in der Hauptstraße.

In den 60ern gab es in der Region noch viele Tanzgaststätten. Wie zum Beispiel in Staffelde. Bei einer dieser Veranstaltungen lernten sich Hiltraud und Manfred damals kennen. Sie fanden sich gleich sympathisch, „auch wenn es nicht die Liebe auf den ersten Blick war“, wie sie sagt. Er ist Ur-Flatower. Sie stammt eigentlich aus Pommern, aber noch im Babyalter sind ihre Eltern mit ihr geflüchtet, am Ende landeten sie in Börnicke. Dort trafen sich die beiden auch bald schon wieder.
„So genau wissen wir das gar nicht mehr, wie das war“, sagt sie. Allerdings hatte sie strenge Eltern. Sie war damals 19, als sie sich verlobten, und bis zur Hochzeit durfte sie nicht bei ihm übernachten. „Wir haben uns nicht mal geküsst vor den anderen“, erinnert sie sich. Am 18. Februar 1967 heirateten Hiltraud und Manfred Guse. Die kirchliche Trauung fand in Börnicke statt. „Es war ein schönes Fest!“, sagt sie. 40 bis 50 Leute waren dabei.

Zeit für eine Hochzeitsreise hatten Guses aber nicht. Sie zog nach Flatow und gab ihren Job im Büro einer Nauener Baufirma auf, um im Bäckerbetrieb ihres Mannes mitzuarbeiten. „Mein Mann brauchte mich als Verkäuferin.“ Sie brauchte ein paar Jahre, um sich wirklich in Flatow einzuleben. „Ich kannte ja am Anfang hier niemanden.”
Das Paar bekam zwei Söhne. Karsten hat inzwischen die Bäckerei der Eltern übernommen. Matthias hat eine Heizungsbaufirma in Börnicke.
Mitten in der Nacht musste Manfred Guse täglich aufstehen, um frische Brötchen oder Brote zu backen. Im Jahr 1986 bauten sie sich auf dem Hinterhof einen kleinen Laden, der bis heute fortbesteht. Davor befand sich das Geschäft noch direkt im Haus von Guses. „Es macht immer noch Spaß, da zu arbeiten“, sagt sie. „Es kommen öfter mal Pilger vorbei, die von Berlin nach Bad Wilsnack unterwegs sind.“ Sogar Stammkunden aus Berlin hat die Flatower Bäckerei. „Wir arbeiten noch jeden Tag“, sagt Manfred Guse. Sie wollen ihren Sohn weiterhin unterstützen, der im Laufe des Morgens viele Backwaren ausfährt.

Bis heute ist Manfred Guse Mitglied bei Rot-Weiß Flatow. „Bis ich 22 war, habe ich noch Fußball gespielt“, erzählt er. Damals noch bei Traktor Flatow. „Dann ging es wegen der Arbeit nicht mehr.“ Da er nicht mehr so gut auf den Beinen ist, schaut er Fußball meistens nur noch im Fernsehen. „Dortmund ist meine Mannschaft.“
Hiltraud singt seit 40 Jahren im Flatower Kirchenchor und hat bis vor kurzem einmal in der Woche in einer Nauener Gruppe Sport getrieben. „Ich bin außerdem leidenschaftliche Autofahrerin“, erzählt sie und schmunzelt.

Jetzt ist die Zeit der Erinnerungen. Hiltraud Guse läuft zum Schrank und holt ein Fotoalbum hervor. Darin befinden sich Bilder von der Hochzeit vor 50 Jahren. Ist es immer noch Liebe? Das Lächeln als Antwort reicht aus.

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Club ohne Nachwuchssorgen

Donnerstag, den 9. Februar 2017
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35 Leute kamen gestern zum Fasching – Wenn sich die Senioren im Eichstädter Gemeindehaus treffen, ist der Raum, oft kommen neue Leute hinzu

MAZ Oranienburg, 9.2.2017

Eichstädt.
Viele Seniorengruppen haben Nachwuchssorgen – es kommen kaum neue Mitglieder. Nicht so in Eichstädt, da platzte der Raum im Gemeindehaus gestern Nachmittag aus allen Nähten. 35 Leute kamen zur Faschingsfeier. „Hier ist ganz schön was los“, sagte Inge Meyer, die den Seniorenclub leitet.

Einmal im Monat finden die Kaffeenachmittage statt, die Teilnehmer sind Frauen und Männer im Alter zwischen 60 und 85 Jahren. „Immer im Januar legen wir fest, was wir machen“, sagt Inge Meyer. So ist im nächsten Monat der Bötzower Autor Manfred Ende in der Runde zu Gast. Außerdem finden dreimal im Jahr Ausflüge statt. So geht es zur Lausitzer Seenplatte, zum Beetzer Café am See und von Hennigsdorf aus mit dem Dampfer aufs Wasser.

Inge Meyer organisiert den Seniorenclub seit 1960 – also schon unglaubliche 57 Jahre. Vor der Wende noch unter dem Dach der Volkssolidarität. Ihre Mitstreiter im Vorstand sind Christa Fritsch, Lisa Dittmann, Anneliese Kolewe und Gisela Haase. „Das macht Spaß, weil wir merken, dass die Leute gern hierher kommen“, sagt sie. „Sie wollen mal raus, erzählen, andere Leute treffen.“ Anneliese Radensleben zum Beispiel kommt seit November in den Eichstädter Seniorenclub. „Alleine wollte ich erst nicht“, erzählt sie. „Dann gingen aber meine Nachbarinnen mit, und ich habe dann gesehen, dass ich hier noch mehr Leute kenne.“

Gestern, beim Fasching, war die Stimmung ausgesprochen ausgelassen – auch wenn die Musikanlage streikte und keinen Mucks von sich gab. Aber an sich scheint es sich in Eichstädt rumzusprechen, dass die Leute im Club ihren Spaß haben. „Wenn wir oder die Feuerwehr nichts machen würden, dann gäbe es ja im Ort nichts mehr“, sagt Inge Meyer. Unterstützung bekommen sie aber vom Ortsvorsteher Dirk Ostendorf, außerdem erhalten sie jedes Jahr finanzielle Mittel von der Gemeinde Oberkrämer. Der Seniorenclub in Eichstädt arbeitet unter dem Dach des Oberkrämer-Seniorenbeirates.

Wilfried Nagel kommt ebenfalls regelmäßig zu den Feiern. Für den Fasching verkleidete er sich als Witwe Bolte. „Ich komme seit zwei Jahren, und wir haben hier immer viel Spaß.“ Er fühle sich dort ganz wie zu Hause, sagt er noch.

Kaffee und Kuchen kommen meist aus den eigenen Reihen. Gestern gab es zudem noch ein Abendbrot. Zu den Höhepunkten im Jahreskalender zählt noch der Grillnachmittag im Sommer. Der Raum im Gemeindehaus droht fast schon zu klein für die Zusammenkünfte zu werden, Inge Meyer will deshalb bald Gespräche führen. Schon jetzt weichen die Senioren mit der Weihnachtsfeier auf den Bürgersaal in der Gemeindeverwaltung aus.

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Letztes Geleit für Albrecht Seeburg

Mittwoch, den 8. Februar 2017
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Viele Marwitzer kamen gestern Mittag in der Kirche zur Trauerfeier für ihren langjährigen Bürgermeister, Ortsvorsteher und ein echtes Urgestein

MAZ Oberhavel, 8.2.2017

Marwitz.
Auf dem Sarg lagen weiße Rosen. Die Mitglieder der Feuerwehr standen Spalier, als die Menschen am gestern Mittag in die Marwitzer Kirche strömten. Sie trauerten um einen der ihren.
Albrecht Seeburg war am 27.Januar im Alter von 79 Jahren gestorben. Viele Leute kamen zur Trauerfeier, um Abschied zu nehmen – von einem Marwitzer Urgestein, von ihrem langjährigen Bürgermeister und Ortsvorsteher, von einem, der sich um sein Dorf kümmerte – sein Leben lang. Um kurz vor 13 Uhr läuteten die Glocken, minutenlang.

Mit dem „Ave Maria“ und „Befiehl du deine Wege“ begann die Trauerfeier. Pfarrer Markus Schütte würdigte Albrecht Seeburg als „Marwitzer mit Leib und Seele.“ Er sei heimatverbunden gewesen, unermüdlich, lebensfroh.

Der Pfarrer zählte auf, was Seeburg ausmachte. Zur Welt gekommen ist er am 27. März 1937 in der Breiten Straße 17 in Marwitz. Er gehörte zum Dorf – von Anfang bis Ende. Die Familie hatte eine Landwirtschaft, der Vater musste in den Krieg. An dessen Folgen starb er 1946, die Mutter musste sich allein kümmern, später übernahm Albrecht Seeburg den Hof. Er heiratete, das Paar bekam zwei Kinder.
Das Dorf und die Landwirtschaft – das seien Seeburgs größte Leidenschaften gewesen, so der Pfarrer. Einen Aufstieg in höhere Kreisgremien mit und durch die SED lehnte er ab, er habe sich nie verbiegen lassen – zu DDR-Zeiten nicht und später ebenso wenig. . Nach der Wende wurde er der erste frei gewählte Bürgermeister des Dorfes. „Vieles wäre nicht so gekommen, wenn er nicht gekämpft hätte“, so Pfarrer Schütte weiter. Dabei habe er auch hartnäckig sein können – und dickköpfig, „wo es ihm notwendig erschien.“

Im Anschluss an die Feier bildeten sämtliche Trauergäste ein Spalier von der Kirche, über den Hof zum Auto, in das der Sarg geschoben worden ist. Unter dem Läuten der Kirchenglocken trat Albrecht Seeburg dann seinen letzten Weg an – zum Friedhof. Begleitet von seinen Marwitzern und den vielen Freunden und Bekannten.

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Zwei Jahrzehnte im Dienste der Jugend

Dienstag, den 7. Februar 2017
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Im Juli geht sie in Rente: Marlies Arian koordinierte 21 Jahre lang die Clubs in Oberkrämer

MAZ Oranienburg, 7.2.2017

Oberkrämer.
Einen ihrer Wünsche für junge Leute in Oberkrämer konnte sich Marlies Arian nicht erfüllen: „Einen Bus für die Jugendarbeit“, sagt sie. Vergangene Woche waren stattdessen sechs Privatautos im Einsatz, um alle angemeldeten Jugendlichen zum Ferienausflug nach Berlin zu bringen. „Schade, dass das mit dem Bus nicht geklappt hat.“ Zum 1. Juli beendet die Jugendkoordinatorin ihre Arbeit – die 62-Jährige geht in Rente. Die Ausschreibung für ihre Nachfolge läuft bereits. „Ich denke schon, dass es auch Zeit wird, zu gehen“, sagt sie. Vergangenes Jahr war sie längere Zeit krank. „Und jetzt können auch mal jüngere Leute ran.“

Vor 21 Jahren, 1996, hatte sie sich mit einem Konzept um die Jugendarbeit beworben. Davor war sie Gewerkschaftssekretärin, ABM-Kraft in der Kirchengemeinde und Jugendbetreuerin. In ihrem jetzigen Job war sie zuständig für die Jugendclubs in Oberkrämer, für die konzeptionelle Weiterentwicklung, für neue Projekte, aber auch für die Beratung von Eltern und natürlich der Kinder und Jugendlichen.

„Eigentlich sind die Kinder nicht so viel anders wie vor 20 Jahren. Sie sind gleich nett und gleich anstrengend“, sagt Marlies Arian. „Aber die Bedingungen um sie herum haben sich verändert.“ Die Interessen hätten sich ein wenig verschoben. „Wobei, wenn man alte Sachen oder Spiele rausholt, interessieren sie sich auch dafür.“
Durch WhatsApp seien die Betreuer heute viel näher an den jugendlichen dran wie früher. „Wir sehen, was los ist, welche Stimmung herrscht“, erzählt Marlies Arian. „Wir wurden netterweise in die entsprechenden WhatsApp-Gruppen aufgenommen.“ Wichtig sei ihr immer ein höflicher und respektvoller Umgang unter den Jugendlichen gegangen. Gewisse Rituale seien da unumstößlich.

Die Auslastung der Clubs sei unterschiedlich. „Die Jugendlichen sind ja gut versorgt, auch mit den Vereinen, der Feuerwehr und vor allem der Schule.“ Da sei es manchmal sehr ruhig, manchmal aber auch sehr voll in den Clubräumen. Letztlich herrsche aber an jedem Öffnungstag zum Beispiel in Vehlefanz ein Kommen und Gehen, sagt Marlies Arian. „Und wir Betreuer bilden ja auch aus, im Moment haben wir sechs Praktikanten, da sitzen wir auch in den Prüfungskommissionen.“ Die Jugendarbeit sei mehr als die bloße Betreuung der Besucher in den Clubs.

Zu den Höhepunkten ihrer Zeit in der Gemeinde zählt sie die Gründung von „Jofok 23“, der jungen Offensive für Oberkrämer, in der sich eine Gruppe Leute gefunden hat, die gemeinsam überlegen, was sie erreichen wollen. „Inzwischen ist leider der Faktor Zeit zum Problem geworden“, sagt Marlies Arian. Im Frühjahr ist eine Tour durch alle Ortsteile geplant. „Da kann jeder sein Dorf vorstellen und zeigen, welcher Ort ihm da am liebsten gefällt.“

Ob es eine Abschiedsfeier geben wird, steht noch nicht fest. „Ich bin kein Mensch, der sehr gern im Mittelpunkt steht“, sagt sie. Ideen für die Zeit nach dem 1. Juli hat die 62-Jährige aber schon: Sie möchte beim Sozialverbund VDK mitarbeiten und Menschen beraten. „Außerdem schreibe und zeichne ich gern und lese jeden Tag die Zeitung.“ Ihre verschiedenen Freundeskreise, die Kinder und Enkel wird sie dann auch noch öfter sehen.

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Eine Heimat für Leseratten

Freitag, den 3. Februar 2017
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Dagmar und Michael Pauels betreiben montags in Staffelde ehrenamtlich die Gemeindebibliothek im Bürgerzentrum

MAZ Oberhavel, 3.2.2017

Staffelde.
Die Bibliothek in Staffelde ist zwar nur 23 Quadratmeter groß, aber die Hauptsache ist doch: Staffelde hat eine Bibliothek. Die beiden Räume befinden sich im Bürgerzentrum im Wolfslaker Weg 2. Jeden Montag kümmern sich Dagmar Pauels (69) und ihr Mann Michael (71) um die Bestände und vor allem um die Menschen, die sich Bücher, CDs oder DVDs ausleihen.
80 feste Leser hat die Staffelder Leihbücherei, quer durch alle Altersgruppen: Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Senioren, alle sind sie vertreten, wie Michael Pauels aus der Statistik ablesen kann. „Wir können auch Bücher zu den Leuten bringen“, sagt er. Die meisten Leser kommen aus Staffelde. „Wir würden uns wünschen, wenn auch Leser aus Flatow oder Groß-Ziethen zu uns kommen“, sagt Michael Pauels.

Auch wenn die Bibliothek im Kremmener Ortsteil ehrenamtlich betrieben wird – Dagmar Pauels bekommt nur eine kleine Aufwandsentschädigung – handelt es sich um eine offizielle Außenstelle der Kremmener und der Oranienburger Bibliothek. Deshalb haben die Leser dort auch Zugriff auf den gesamten Bestand im Landkreis – und das in Staffelde sogar kostenlos. Gebühren fallen nicht an, außer bei deutschlandweiten Recherchen. Jährlich 150 Euro stehen der Bücherei für Neuanschaffungen zur Verfügung. Das ist einerseits wenig. Andererseits lässt sich alles andere leihweise aus Oranienburg nach Staffelde bringen.

Die Einrichtung gibt es bereits seit rund 60 Jahren, wie die Pauels schätzen. Sie haben sie 2010 übernommen, und inzwischen kennen sie ihre Leser ganz gut: „Wir haben sehr viele Krimifans“, sagt Dagmar Pauels. „Wir versuchen immer das Neueste zu bekommen, was auf dem Markt ist.“ Gerade ist der neue Roman von Sebastian Fitzek der große Renner. Außerdem auch die Romane von Nele Neuhaus, die einige Romane unter ihrem Zweitnamen Nele Löwenberg geschrieben hat. Immer mehr im Trend ist Großschrift-Literatur für ältere Leser, aber auch die ganz Jungen kommen in Staffelde auf ihre Kosten – mit Bilderbüchern oder Kinderhörspielen.

Aber die Bücherei hat noch mehr zu bieten. Die Dorfbewohner bekommen dort den Abfallkalender der Awu sowie Gelbe Säcke. Auch der Gemeindebrief der evangelischen Kirche in Kremmen liegt dort aus. Aus dem Vorraum können sich Interessierte Broschüren mit Freizeittipps und anderen Informationen aus der Region mitnehmen.

Ein paar Jahre wollen die Pauels ihre ehrenamtliche Arbeit noch machen. „Weil es Spaß macht“, sagt er. „Man kommt unter Leute.“ 2004 erst sind sie von Berlin ins Dorf gezogen. Die Bücherei sei der perfekte Ort, um ins Gespräch zu kommen. „Ein größerer Raum, das wäre toll“, sagt Dagmar Pauels. Aber daran sei wohl eher nicht zu denken.

Geöffnet ist montags von 15 bis 18 Uhr im Wolfslaker Weg 2, Staffelde.

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Fit für den Alltag und die Psyche

Mittwoch, den 1. Februar 2017
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Jeden Montag trifft sich in der Bärenklauer Remonteschule eine Gymnastikgruppe – noch fehlt es aber an sportlichen Männern

MAZ Oranienburg, 1.2.2017

Bärenklau.
Aus dem Radio erklingt der Oldie „Sugar, Honey, Honey“. Der nicht zu schnelle Rhythmus des Liedes passt zu den Turnübungen in der Alten Remonteschule in Bärenklau. Jeden Montagvormittag treffen sich dort bis zu 14 Frauen im Alter zwischen 66 und 82 Jahren, um Sport zu treiben.

„Fit 50 plus“ heißt die Gruppe, die zum Heimatverein in Bärenklau gehört. „Uns gibt es seit 2000/01“, sagt Irmgard Menzel. Sie ist mit ihren 82 Jahren nicht nur die Älteste, sie hat die Gruppe mitgegründet. „Wir waren Rentner und wollten was machen“, erzählt sie.

Inzwischen tönt aus dem Lautsprecher Irene Cara und der 80er-Jahre-Hit „What a Feeling“, und auch das passt. „Man ist danach fröhlicher“, sagt Irmgard Menzel. Es sei ein Adrenalinschub. „Die Durchblutung ist danach eine ganz andere.” Nur bei Dehnübungen der Knie hat sie ihre Probleme.

Bärbel Bender-Kieserling ist seit drei Jahren dabei „Am Anfang war das ziemlich anstrengend, inzwischen fällt es mir leichter“, erzählt sie. „Das braucht man für den Alltag und die Psyche“, sagt sie außerdem. Die gemeinsamen Übungen stärken aus ihrer Sicht das Gemeinschaftsgefühl.
Ähnlich sieht das Erika Fritz. „Wir freuen uns immer auf den Montag“, sagt sie. Seit sechs Jahren lebt sie in Bärenklau, und als sie dorthin zog, entdeckte sie einen Zettel draußen an der Tür der Alten Remonteschule. Sie wollte mitmachen. „Ich bin jetzt fitter als früher“, sagt sie. „Das merkt man dann auch bei der Gartenarbeit.“
Über Weihnachten fiel die Gymnastikstunde mehrere Male aus. „Da hat uns allen etwas gefehlt“, sagt Erika Fritz. „In der Gruppe kann man seinen inneren Schweinehund besser besiegen.“

Jedes Mal darf jemand anderes die Vorturnerin geben. Wer die Frauen beobachtet, merkt, dass sie in der Tat recht fit sind. Wenn es darum geht, mit durchgestreckten Knien die Hände auf den Boden zu legen, können das noch recht viele der Turnerinnen.
Allerdings: Es ist kein einziger Mann in der „Fit 50 plus“-Gruppe. „Die wollen nicht“, sagt Irmgard Menzel. Auch in Sachen „Nachwuchs“ sieht es schwierig aus. „Als wir vor rund 20 Jahren angefangen, war das anders“, sagt sie. Die heutigen 50-plus-Leute oder Senioren um die 65 fühlen sich noch zu jung, um in eine solche Gruppe zu gehen. „Die sind zu fit oder sie gehen lieber gleich ins Fitnessstudio“, sagt Irmgard Menzel. Allerdings ist die Gruppe einst auch gegründet worden, weil es in Bärenklau kein Fitnessstudio gab und gibt.

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Marwitz: Trauer um Albrecht Seeburg

Montag, den 30. Januar 2017
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Ortsvorsteher ist gestorben

MAZ Oberhavel, 30.1.2017

Marwitz.
Trauer in Oberkrämer: Der Marwitzer Ortsvorsteher Albrecht Seeburg ist am Freitag im Oranienburger Krankenhaus gestorben. Er wurde 79 Jahre alt.
Seeburg gehörte zu den Mitbegründern der „Bürger für Oberkrämer“, war auch beteiligt an der Gründung des Amtes Oberkrämer. Lange war er zunächst Bürgermeister, dann Ortsvorsteher in Marwitz. Bis zum Schluss war er Mitglied der Gemeindevertreterversammlung, noch am vergangenen Montagabend saß er im Bauausschuss.
Während der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr am Sonnabend in Bärenklau ist schweigend an ihn gedacht worden.

„Das ist eine ganz traurige Nachricht“, sagte Peter Leys, der Bürgermeister von Oberkrämer. „Wir haben ein ganz besonderes Verhältnis gehabt.“ Leys und Seeburg kannten sich seit den 80ern. „Nach der Wende hat er immer die Geschicke in Marwitz gelenkt, und das hat er sehr gut gemacht.“ Er habe seine Eigenheiten gehabt, so Leys weiter. „Aber er hat immer dafür gesorgt, dass alles top in Ordnung ist.“

„Er ist jeden Sonntag mit dem Rad durch das Dorf gefahren, und sah nach, ob alles in Ordnung ist“, erinnert sich David Ostwald von der Marwitzer Feuerwehr. „Er hat was gesehen und sofort reagiert. Wenn man ein Problem hatte, konnte man immer zu ihm gehen, er hatte ein offenes Ohr für uns.“

Auch Erika Kaatsch, die Ortsvorsteherin von Vehlefanz, trauert. „Wir hatten sehr engen Kontakt“, sagte sie. „Er war ein aufrichtiger, ehrlich zuverlässiger Mitstreiter.“ Sie hätten hin und wieder auch Meinungsverschiedenheiten gehabt. „Er war ein harter Knochen, aber er hatte einen weichen Kern“, sagt Erika Kaatsch. „Ich verliere einen richtig guten Freund und politischen Mitstreiter.“

David Ostwald nennt Albrecht Seeburg ein echtes Urgestein. „Wer in Marwitz wohnt und Albrecht Seeburg nicht kennt, ist kein richtiger Marwitzer.“