aRTikel

In der Zeitung erschienen

aRTikel

Wenn die Recherche zum Krimi wird

Dienstag, den 15. März 2016
Tags: , ,

Martin Girard (27) aus Oranienburg hat eine Architekturausstellung eröffnet und zeigt darin die Geschichte eines längst abgerissenen Hauses

MAZ Oberhavel, 15.3.2016

Oranienburg.
Wird ein Haus abgerissen, dann verschwindet auch seine Geschichte. Das Leben, das sich in dem Gebäude abgespielt hat, die Erinnerungen.

Mit so einem Haus, das vermutlich bei vielen Menschen längst in Vergessenheit geraten oder schon gar nicht mehr bekannt ist, hat sich der Oranienburger Martin Girard befasst. Der 27-jährige Student der Media-Architecture Master Studies an der Weimarer Bauhaus-Universität hat sich mit einem Bauwerk des Architekten Hans Jaretzki befasst, das von 1932 bis 1983 in Berlin-Wannsee stand.
Dabei geht es um „vergessene Architektur“. Jaretzki gehörte zu den Architekten, die in den 20ern und 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts sehr erfolgreich waren und dann vor den Nazis flüchten mussten. „Damals sind viele von seinen Gebäuden abgerissen worden“, sagt Martin Girard, „und die Pläne noch dazu.“

Für seine Abschlussarbeit beschäftigte er sich mit einem der Häuser, die der Architekt bauen ließ. In einer Zeitschrift stieß er auf ein Foto, das dieses längst verschwundene Haus zeigt. „Ich habe dann weiterrecherchiert“, erzählt Martin. Er forschte im Bauaktenarchiv in Steglitz-Zehlendorf und im Landesarchiv Berlin. Erst nach längerer Suche bekam er weitere Infos. In London traf er die inzwischen 91-jährige Tochter des Architekten.
„Ich wollte wissen, für wen es gebaut worden ist, wer dort wohnte“, erzählt Martin Girard. Ein jüdischer Industrieller war der Bauherr. Der britische Botschafter Sir Eric Phipps soll dort gewohnt haben. Später ein Obersturmführer. Nach dem Krieg lebte dort die damals bekannte Schauspielerin Käthe von Nagy. Ab 1956 dann bis zum Verkauf und Abriss des Hauses eine Rechtsanwaltsfamilie.

„Das Haus besteht nicht nur aus purem Material“, sagt Martin. „Es hat Geschichte, besondere Bewohner, jeder hat ein Stück dagelassen. Das ist wie ein Krimi.“ In seiner Ausstellung in der Galerie „VonLbisG“ in Kreuzberg können sich Besucher das Haus, die Recherchen und die Ergebnisse ansehen. „Die akribische Arbeit ist schon spannend, das Detektivische hat Spaß gemacht.“

Zweieinhalb Jahre besuchte Martin Girard die Bauhaus-Uni in Weimar, davor absolvierte er ein Architekturstudium in Cottbus. Hierzulande ist der Oranienburger vielen Leuten von seinen Auftritten an der Musikschule Hennigsdorf bekannt. Im Musical „Yomo“ spielte er die Hauptrolle.
Momentan ist er freier Mitarbeiter bei einer Produktionsfirma, die dokumentarische Filme herstellt. Die Mischung aus Architektur und Filmdokus – die könnte sich Martin Girard auch für seine Zukunft vorstellen.

aRTikel

Kremmen erlebt bald einen neuen Bauboom

Donnerstag, den 10. März 2016
Tags: ,

Noch in diesem Jahr entstehen am Sittelskanal und an der Hörste Ein- und Mehrfamilienhäuser

MAZ Oberhavel, 10.3.2016

Kremmen.
Noch sind die Gebiete hinter dem Lidl-Markt und den Plattenbauten an der Ruppiner Chaussee in Kremmen leere Brachen. Aber das wird sich im Laufe des Jahres ändern. Die Stadt könnte einen lange nicht mehr erlebten Bauboom erleben. In beiden Gebieten sind Wohngebiete geplant, sagte Eckhard Kuhn von der Wohnungsbaugenossenschaft.

Im Wohngebiet „Am Sittelskanal“ beginnt in gut zwei Wochen der Straßenbau. Wenn er Ende April abgeschlossen ist, dann können die Baufahrzeuge ins Gebiet fahren. Alle neun dort geplanten Baugrundstücke sind verkauft, die meisten davon an Kremmener. „Die Leute drängeln schon mächtig und rufen bei uns an“, sagt Eckhard Kuhn. „Sie wollen loslegen.“ Die Bauanträge können bald bearbeitet werden, so Kuhn weiter. „Ich bin selbst gespannt, wie das funktioniert, wenn sieben Häuser gleichzeitig gebaut werden.“ Dann komme Bewegung in das Gebiet.
„Ossis Döner“ ist bereits aus dem Container in ein dahinter stehendes Haus gezogen, auch das sind Mieter der Woba. Die Lagerhalle in der Nähe nutzt nun der Stadthof. Das kleine Haus an der künftigen Einfahrt zum Wohngebiet bleibt erst mal stehen und wird an eine Flüchtlingsfamilie vermietet – bis zum Abriss, für den es aber keinen Termin gibt.

Im Gebiet „An der Hörste“ zwischen dem Netto-Markt, den Wohnblöcken und der Bahngleise an der Ruppiner Chaussee entstehen weitere Häuser. Von sieben Baugrundstücken seien drei bereits vergeben, zwei weitere „so gut wie“, sagte Eckhard Kuhn. Für die letzten beiden gäbe es Interessenten. So könnte dort auch ein Pflegeheim entstehen – ähnlich wie am Bahnhof in Schwante.
Darüber hinaus will die Woba an der Stelle zwei weitere Mehrfamilienhäuser errichten und vermieten. Im ersten Haus entstehen vier Wohnungen sowie im Erdgeschoss eine Arztpraxis, für die es bereits eine Interessentin gibt. Im zweiten Haus entstehen sechs weitere Wohnungen – mit drei Zwei-Raum- und drei Drei-Raum-Wohnungen. Wenn danach immer noch Bedarf besteht, könnten hinter den Plattenbauten vier weitere solcher Häuser entstehen. Für dieses Wohngebiet gäbe es laut Eckhard Kuhn bereits jetzt zwölf Miet-Interessenten, obwohl dafür bislang kaum geworben worden sei. Das erste Gebäude dort mit der Praxis könnte zum Jahresende fertig sein, das Wohngebiet dahinter ebenfalls.
Jede dieser Bauten wird wohl etwa 750 000 Euro kosten, die in rund 30 Jahren refinanziert werden würden. „Im Moment sind wir durch niedrige Zinsen begünstigt“, sagt der Woba-Chef. „In den ersten zehn Jahren könnte der Großteil des Kredits schon getilgt sein.“ Man wolle aber dennoch vorsichtig sein und schrittweise vorgehen. Auch in Hinblick auf die neun geplanten Häuser in der Berliner Straße, die zunächst für Flüchtlinge genutzt werden und eventuell in einigen Jahren ebenfalls dem Kremmener Wohnungsmarkt offen stehen. Das wären dann noch mal mehr als 30 weitere Wohnungen.

Viele Jahre ist in Kremmen in der Hinsicht wenig passiert. „Wie überall“, sagt Eckhard Kuhn. Es sei finanziell allerdings auch immer schwierig gewesen. Dass es nun plötzlich voran geht, habe aber nichts mit den Flüchtlingen zu tun, so der Woba-Chef. Am Plan für das Gebiet „Am Sittelskanal“ werde schon zwei Jahre gearbeitet, „An der Hörste“ noch länger.

aRTikel

Abba und Mozart sind echtes Bärenfutter

Mittwoch, den 9. März 2016
Tags: , ,

Der Bärenklauer Chor feiert am Wochenende sein 20-jähriges Bestehen und singt Lieder von Klassik bis Pop

MAZ Oberhavel, 9.3.2016

Bärenklau.
Gesungen wird in Bärenklau nicht erst seit 20 Jahren. Schon 1920 gab es im Dorf den ersten Chor, und zu DDR-Zeiten war der Volkschor Bärenklau sehr erfolgreich und erhielt mehrere Preise. Mit der Wende wurde es ruhig um ihn – erst 1996 ging es wieder so richtig los.

Am Sonnabend feiern „Die Bären“ im Dorfkrug ihren 20. Geburtstag. So heißt der damals gegründete Chor, passend zum Dorfnamen. „Wir haben im Bärenstübl Skat gespielt“, erinnert sich Dagmar Martin, die Vereinsvorsitzende. „Da waren auch Neu-Bärenklauer dabei, die fragten, ob man sich kulturell betätigen kann.“ Man erinnerte sich an den Volkschor, dessen Aktivitäten ruhten, und startete einen Aufruf. Das Echo war riesig. „Rund 100 Leute haben sich gemeldet.“ Die Auftaktveranstaltung fand im Dorfkrug statt. Am Ende blieben 45 Mitstreiter übrig, inzwischen hat der Chor 30 aktive Mitglieder – 20 Frauen und zehn Männer zwischen 55 und 87 Jahren.

Geprobt wird immer am Montagabend in der Alten Remonteschule. „Wir haben bis zu 160 Lieder im Repertoire“, sagt Chorleiter Rolf Stranz aus Schmachtenhagen. Dazu gehören Volkslieder, geistliche Lieder, Kanons, Schlager, Operetten, aber auch Popsongs wie eingedeutschte Hits von Abba. Es sind sogar selbst geschriebene Lieder dabei. „Es gibt eins über Bärenklau und die Oberkrämer-Hymne“, sagt Dagmar Martin.
Vier- bis fünfmal im Jahr tritt der Chor auf – meistens in der Region. Die Bären waren aber auch schon auf der Grünen Woche in Berlin zu Gast.

„Die Gemeinschaft ist schön“, sagt Claus Trechsler. Er ist erst seit zwei Jahren dabei und mit 55 Jahren das jüngste Mitglied. „Ich habe im Internet nach einem Chor gesucht“, erzählt er. Als er das erste Mal bei den Bären war, „habe ich mich gleich wohlgefühlt.“
„Es ist schon so, dass die Gemeinschaft im Mittelpunkt steht“, sagt Leonie Fieting-Burghardt, die zweite Vorsitzende. „Wir machen auch viel außerhalb.“ Einmal im Jahr geht es auf eine Bustour, es wird gefeiert und gegrillt. „Das schweißt zusammen.“

Das Singen im Chor ist natürlich auch Arbeit. „Aber es ist toll, weil man mal auf andere Gedanken kommt, man muss sich auf das Singen konzentrieren“, sagt Leonie Fieting-Burghardt. Es gibt Lieder, da reicht eine Chorprobe, und es sitzt. Mozarts „Ave Verum“ aber – das hat es in sich. Das ist mehrstimmig, da gibt es viel dran zu feilen. „Man braucht Geduld“, sagt Chorleiter Rolf Stranz. „Und er hat viel Geduld“, ergänzt Dagmar Martin.

Die Bärenklauer wünschen sich, dass der Chor noch lange besteht. Dafür braucht er Nachwuchs. „Wir haben immer mal wieder neue Mitglieder“, sagt Dagmar Martin. „Dadurch, dass wir auftreten, machen wir auf uns aufmerksam.“
Das nächste Mal am Sonnabend. Danach beginnen schon die Proben für das Herbstkonzert. In einem Lied, das am Montagabend bei der Probe gesungen worden ist, heißt es: „Lieder sind Begleiter, Lieder machen heiter.“ Und wer in die Gesichter der Chormitglieder schaut, wird erkennen: das stimmt.

aRTikel

Erst die Bundesliga, dann die WM

Dienstag, den 1. März 2016
Tags: ,

Max Ritter (15) und Moritz Hagedorn (16) aus Oranienburg sind seit einem halben Jahr ein Schiedsrichter-Team beim Handball

MAZ Oberhavel, 1.3.2016

Oranienburg.
Max und Moritz, diese beiden – nein, sie haben keinen neuen Streich ausgeheckt. Auch wenn das Gespann immer mal wieder auf die beiden Figuren aus der Wilhelm-Busch-Geschichte angesprochen wird: Ihnen geht es nicht um Streiche. Ganz im Gegenteil, in gewisser Hinsicht wollen sie Streiche eher verhindern. Oder eher: Regelverstöße. Seit zwei Jahren arbeiten Max Ritter (15) und Moritz Hagedorn (16) als Schiedsrichter beim Oranienburger Handballclub, seit einem halben Jahr als Team.
Wenn sie auf dem Feld stehen, dann verstehen sich ohne Worte. Gesten und Zeichen reichen. „Das funktioniert“, sagt Moritz. Klopft der eine auf die Brusttasche, dann könnte eine „Gelbe Karte“ ins Spiel kommen. Dauert ein Angriff zu lange, nehmen sie Augenkontakt auf, einer klopft auf die Uhr.
„Im Spiel hat ja jeder von uns seine Aufgabe“, sagt Max. Einer ist Tor-, der andere Feldschiedsrichter. Da wechseln sie sich auch schon mal ab. Und wenn sie sich nicht sicher sind, „dann halten wir das Spiel an, reden kurz und treffen eine Absprache.“ Moritz nickt: „Wir sind ja auch bloß Menschen.“
Max und Moritz spielen auch selbst Handball in der B-Jugend des OHC und kennen dementsprechend auch die andere Seite.

Vor zwei Jahren fing es an mit dem Pfeifen: „Es wurde Werbung für einen Schirikurs gemacht“, erzählt Max, der auf das Runge-Gymnasium geht. „Ich wurde gefragt, ob ich Interesse habe.“ Und er hatte, ebenso wie Moritz, Schüler am Louise-Henriette-Gymnasium. Ein Wochenende lang ging es zu einem Lehrgang, dort mussten sie auch eine Prüfung absolvieren. Später mussten sie mehrere Spiele gemeinsam mit einem erfahrenen Schiedsrichterwart und später mit weiteren erfahrenen Schiris pfeifen. „Dann bekommt man einen Schein“, so Moritz.
„Man fängt bei den Kleinen an“, erzählt er weiter. „Man braucht ja Selbstsicherheit, und am Anfang stand ich völlig unter Adrenalin.“ Wichtig war: runter kommen, der Herr auf dem Feld zu sein. Grundgelassenheit sei notwendig, dann sei vieles einfacher.
Das ist auch deshalb nötig, weil sich viele Zuschauer in der Halle ebenfalls als Schiri sehen. „Da gibt es drei Stufen“, sagt Max. „Bis zur D-Jugend sind die Zuschauer ziemlich aktiv und rufen viel rein.“ Von der A- bis zur C-Jugend gestalte sich das ruhiger. Bei den großen Spielen werde das dann wieder härter. „Dort gibt es dann mehr Beschwerden von außerhalb“, so Max weiter. „Aber man muss lernen, das auszublenden.“ Beide kritisieren, dass man in den Schirikursen zwar die Regelkunde lerne, „aber nicht den Umgang mit dem Publikum“, sagt Moritz. Es werde ihnen auch nicht beigebracht, wie man in besonders schwierigen Situationen mit den Trainern reden könne.

Auf Kreisebene dürfen Max Ritter und Moritz Hagedorn alle Spiele pfeifen. „Sehr spektakulär war ein Testspiel der ersten Männermannschaft, das wir pfeifen durften“, sagt Moritz. „Da merkt man dann auch, wie hart sie spielen.“ Max ergänzt: „Es ist toll zu sehen, wie das im Profibereich abläuft.“
Ihr Ziel: „Man strebt schon die erste Bundesliga an – und natürlich die WM“, sagt Max. Was man können muss? „Man braucht Durchsetzungsvermögen, sollte aber nicht autoritär sein“, erzählt Moritz. „Man sollte sympathisch rüber kommen, nicht zu ernst.“ Max nickt: „Und Konzentrationsfähigkeit ist gefordert, um richtige Entscheidungen zu treffen.“

Der Handball spielt im Leben der beiden die größte Rolle. Max möchte später vielleicht Lehrer oder Erzieher werden. „Mit Kindern zu arbeiten, macht mir Spaß.“ Moritz spielt nebenher Gitarre und liest gern. Jetzt aber wollen sie erst mal am Ball bleiben – im wahrsten Sinne des Wortes. „Der Spaß am Handball lässt einen nie los ist“, sagt Moritz. Sein Schirikollege Max nickt nur und lächelt.

aRTikel

Sein Traum: eine eigene Show auf ProSieben

Dienstag, den 16. Februar 2016
Tags: , , ,

Niko Schicketanz (21) aus Mühlenbeck ist Komparse bei „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“

MAZ Oberhavel, 16.2.2016

Mühlenbeck.
Kleinere Komparsenrollen hatte Niko Schicketanz bei „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ schon öfter mal. Diesmal war der 21-Jährige aus Mühlenbeck aber gleich für vier Drehtage in Potsdam. Seine Auftritte in der RTL-Daily-Soap sind in diesen Tagen zu sehen. „Da sind wir in einem Vereinsheim, die haben eine neue Bedienung, mit der ich nicht einverstanden bin“, erzählt er. „Ich pöbele dann ein bisschen rum.“
Für Niko ist es wieder ein kleiner Schritt weiter rein ins Fernsehbusiness. Denn da will er hin, das ist sein Ziel. Am GZSZ-Set hatte er eine Frau von einer Castingagentur kennengelernt und so den Weg in die Komparserie gefunden. So war er beim Dreh von „Vier gegen die Bank“ mit Til Schweiger und Matthias Schweighöfer, der Weihnachten 2016 in den deutschen Kinos anläuft, dabei.

Eigentlich studiert Niko Schicketanz Medienmanagent an der BBW-Hochschule in Berlin. 2013 machte er sein Abi am Neuen Gymnasium in Glienicke. Seinen Traum vom Sportstudium musste er nach einer Meniskusverletzung sausen lassen.
Oft arbeitet er nebenher als DJ, wird als solcher von Hotels für Partys gebucht – auch immer wieder auf Promifesten oder in der Clubszene am Berliner Kudamm. „Man kann mich buchen“, sagt Niko, „auch für Privatpartys.“ Auf einem dieser Events lernte er den Designer und Dschungelcamp-Teilnehmer Julian F. M. Stöckel kennen. „Das ist inzwischen einer meiner besten Freunde“, erzählt er. „Er nimmt mich immer mal zu Events mit.“ Dadurch kennt Niko inzwischen viele Leute aus der Medienszene. „Oft ist es so, dass die ganz großen Promis nur so lange auf einer Party bleiben, wie Kameras und Reporter vor Ort sind, danach gehen sie dann. Aber mit den anderen ist es danach immer locker und cool.“ Durch Julian F. M. Stöckel gelingt es Niko immer mal wieder, an bekannte Leute ranzukommen und sich bei ihnen vorzustellen. „Heino zum Beispiel ist ein super cooler Typ. Auch H.P. Baxxter von Scooter ist sehr locker drauf. Florian Silbereisen aber hat so viele Bodyguards um sich, an den kommt man gar nicht ran.“

Der Mühlenbecker macht aber noch mehr. Für einen Reiseveranstalter arbeitet er als Animateur und war dafür vergangenes Jahr drei Monate auf Sardinien. Hin und wieder arbeitet er als Tanzlehrer. Auch als Moderator ist er unterwegs. So führte er im Herbst 2015 durch das Warm-up der Show „Wer besiegt Paul“ in Hohen Neuendorf.
Darüber hinaus dreht er kurze Filme, die er auf seine öffentliche Facebook-Seite stellt oder auf Youtube verbreitet. „Das sind Filme mit Botschaften“, erzählt er. „Sie sollen zum Nachdenken anregen.“ In einem geht es darum, am Steuer des Autos nicht das Smartphone zu benutzen: „Don’t tap and drive“, lautet der Spruch am Ende, nachdem der Fahrer im Clip mit dem Auto von der Straße ab kam, weil er am Handy spielte.

Im Sommer möchte Niko ein Praktikum absolvieren – im Idealfall in einer Fernsehproduktion. Sein ganz großer Traum ist aber auch schon ein konkreter: „Ich schaue gern die Late-Night-Show mit Jimmy Fallon“, erzählt er. Sie läuft auf dem US-Sender NBC und hierzulande täglich gegen 23  Uhr auf Einsfestival. „Das Konzept finde ich toll. Jan Böhmermann geht ja auch in diese Richtung.“ So etwas will er auch machen: „Einmal pro Woche abends auf ProSieben.“ Er weiß, dass das ein unglaublich hohes Ziel ist. Deutsche Vorbilder hat er aber auch. Da nennt er Daniel Hartwich und Thomas Gottschalk. „Zu seinen ,Wetten, dass …?’-Zeiten fand ich den toll“, sagt Niko.
Was seine berufliche Zukunft angeht, bleibt er gelassen. Klar ist „Irgendwie werde ich schon Fuß fassen. Ich kenne zum Glück jetzt schon unglaublich viele Menschen. Ich sehe mich selber als relativ kreativen Kopf.“ Auf den Roten Teppichen fühlt er sich jedenfalls schon ganz gut. Auf den Fotos, die er auf seiner Facebook-Seite postet, hat er die entsprechenden Posen schon drauf. Niko lächelt und sagt: „Ja, das ist mein Ding.“

aRTikel

Kira nimmt die Fährte auf

Freitag, den 5. Februar 2016
Tags: , , , ,

Dieter Pachal aus Verlorenort nimmt mit seiner Schäferhündin erfolgreich an Meisterschaften teil – jeden Tag ist er stundenlang mit ihr unterwegs

MAZ Oberhavel, 5.2.2016

Kremmen.
Jeden Tag ist Dieter Pachal mit seiner Kira unterwegs. Wirklich jeden Tag, bei Wind und Wetter. Mehrere Stunden lang. Hund und Herrchen brauchen und lieben den Auslauf. Die Pachals leben mit zwei Hunden in Verloren-ort, einem sehr kleinen Dorf mitten im Wald zwischen Schwante, Kremmen und Hohenbruch.

Kira – eigentlich heißt die Altdeutsche Schäferhündin Jakira vom Zehnergrund – muss in Übung bleiben, schließlich ist sie eine erfolgreiche Fährtenhündin. Bei den Meisterschaften für Berlin und Brandenburg landete sie im Herbst 2015 auf dem ersten Platz. In der vergangenen Woche erhielt Dieter Pachal dafür zusätzlich die Urkunde „Sportler des Jahres“ des Schutz- und Gebrauchshundesportverbandes (SGSV) der Region.

Eine Fährte legen – wie funktioniert das eigentlich? Rund drei Stunden, bevor sich Dieter Pachal mit Kira auf den Weg macht, legt er sie aus. Das sind Fußspuren und einige Gegenstände aus Holz, Plastik oder anderem Material, die die Hündin finden muss. Bei der Meisterschaft macht das ein Fremder, und Kira erschnüffelt sich zunächst dessen Geruch. „Hautpartikel, die Fußsohle, alles hat Gerüche“, sagt Dieter Pachal. Und dann geht es los, Kira nimmt die Fährte auf, sie schnuppert. Findet sie einen Gegenstand, darf sie ihn nicht aufnehmen, sie muss sich davor setzen und das Gefundene zwischen die Vorderpfoten platzieren.

„Am Tag der Meisterschaften in Berlin-Karow war Sturm und Regen, und ich hätte nicht gedacht, dass sie das durchhält“, erzählt der Verlorenorter. Beim Suchen der Fährte hält er Kira an einer zehn Meter langen Leine. „Die wenigsten lassen ihre Hunde bei Prüfungen frei laufen, das sind dann wirklich schon Tophunde.“ Seit drei Jahren kümmert sich Dieter Pachal mit Kira um dieses Hobby. „Man muss Zeit und Ruhe investieren“, sagt er. „Die meisten Leute haben da zu wenig Ausdauer. Die machen das fünfmal, dann haben sie keine Lust mehr.“
Zwischen Velten und Königshorst ist er mit der Hündin unterwegs, auf Wiesen und – wo es erlaubt ist – auf Feldern. Das fast fünfjährige Tier hat offenkundig Spaß daran. „Es liegt ja in der Natur des Hundes zu schnuppern und zu suchen“, erzählt Dieter Pachal. Wenn er Kira ein bestimmtes Geschirr anlegt, dann weiß sie schon: Jetzt geht’s los.

Für Dieter Pachal und seine Frau Doris spielen Hunde eine große Rolle. Mit ihren beiden Tieren fahren sie auch in den Urlaub. „Das ist immer schwierig, eine Unterkunft zu finden, wo das möglich ist. Aber unser Leben ist auf Hunde eingestellt“, erzählt Doris Pachal. „Aber das geben sie uns auch wieder zurück, wir müssen viel über sie lachen.“ Ihr Mann ergänzt: „Man bewegt sich mehr, was bleibt uns übrig.“ Der große Garten in Verlorenort reicht nicht aus. „Wenn man sich nicht mit ihnen beschäftigt, dann sitzen sie meistens ja auch nur rum“, erzählt er und lächelt ein bisschen. Oft sind sie auf den großen Wiesen bei Hohenbruch unterwegs. „Bei Regen oder Schnee oder Sonne. Und das ist ja auch gut für unsere eigene Gesundheit.“

So ein Erfolg wie der erste Platz bei den Berlin-Brandenburg-Meisterschaften lässt sich übrigens nicht immer wiederholen. Schon bei den ostdeutschen Meisterschaften in Thüringen kurz danach landete Kira nur auf Platz 19 von 20 Teilnehmern.“Auch solche Tage gibt es“, sagt Kiras Herrchen. „Das muss man abkönnen, und das ist auch völlig in Ordnung so.“

Familie Pachal ist Mitglied im Hundesportverein Kremmen-Schwante. „Seit acht Jahren“, sagt Dieter Pachal, der bis zu seinem Ruhestand vor fünf Jahren als Instandhalter bei Siemens arbeitete. Seitdem er in Rente ist, kümmert er sich um Kira. Und langweilig wird den beiden wohl ganz sicher nicht.

aRTikel

Drei Städte feiern runden Geburtstag

Montag, den 18. Januar 2016
Tags: , , ,

Festgottesdienst zum 800. Jubiläum von Oranienburg, Kremmen und Zehdenick im Dom zu Brandenburg an der Havel

MAZ Oberhavel, 18.1.2016

Brandenburg an der Havel.
Die Städte Oranienburg, Kremmen und Zehdenick feiern in diesem Jahr ihren 800. Geburtstag. Der Auftakt für die Festlichkeiten fand am Sonntagnachmittag jedoch in Brandenburg an der Havel statt. Im Dom Sankt Peter und Paul liegt die Urkunde aus dem Jahr 1216, auf der die Orte erstmals erwähnt worden sind – mit den drei Oberhavel-Städten, wobei natürlich „Bochzowe“, also Bötzow, und nicht Oranienburg auf der Urkunde steht – auch Rathenow, Saarmund, Rhinow, Jessen, Luckenwalde, Friesack, Glienecke (bei Ziesar) und Fehrbellin.

Kremmens Stadtverordnetenvorsteher Detlef Reckin (SPD) – Bürgermeister Sasse hat aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig abgesagt – hat seine Stadt auf der Urkunde erst nach Hinweisen anderer gefunden. „Sechste Reihe, links, unterm Knick“, sagte er und lächelte. Wie auch Oranienburgs Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke (SPD) und Zehdenicks Stadtchef Arno Dahlenburg (SPD), hatte Reckin das erste Mal die Gelegenheit, sich im Dom die Originalurkunde anzusehen. „Das ist ein erhebendes Gefühl“, sagte Arno Dahlenburg. „Alles ist vergänglich, diese Urkunde bleibt.“

Den Festgottesdienst im kühlen Dom zu Brandenburg gestalteten auch Helfer aus Oberhavel. Mit dabei waren die Pfarrer Arndt Farack und Hanns-Peter Müller aus Oranienburg, der Organist Jack Day, der Posaunenchor aus Kremmen und der Kammerchor der Kirchengemeinde in Oranienburg.
Markus Dröge, der Landesbischof der Evangelischen Kirche, erinnerte in seiner Predigt daran, welche Bedeutung und Kraft von den Städten des Mittelalters ausging. „Hier hat es sich immer gelohnt zu leben, hier lohnt es sich auch heute zu leben.“ Er dankte den Ehrenamtlichen, die sich in Vereinen, der Kultur, Feuerwehr und in der Politik engagieren.

Bei einem Empfang im Brandenburger Rathaus im Anschluss wies Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) darauf hin, dass die Festorte sogar älter seien als Berlin – genauer gesagt: 21 Jahre älter. „Das sollte uns selbstbewusst machen“, sagte er in seiner Rede. Den Menschen in der Region sei in den vergangenen Jahrhunderten selten etwas in den Schoß gefallen, sie mussten sich vieles hart erarbeiten. Woidke wünschte sich, dass die Orte in Brandenburg noch selbstbewusster auftreten.

Oranienburg feiert den 800. Geburtstag hauptsächlich mit einer Festwoche im Juni, Zehdenick folgt Ende Juni, Kremmen Mitte Juli. „Ich gehe davon aus, dass ich bei allen Feiern dabei sein werde“, sagte Oberhavels Landrat Ludger Weskamp (SPD) am Sonntagnachmittag. Der eigentliche Termin, der eigentliche 800. Geburtstag ist übrigens erst am 28. Dezember 2016. Auf diesen Tag ist die Urkunde datiert. Deshalb wird das Festjahr an diesem Tag in Zehdenick auch mit einem ökumenischen Gottesdienst beendet, wie Bürgermeister Arno Dahlenburg ankündigte.
„Wir sind im Jubiläumsjahr recht gut aufgestellt“, so Dahlenburg weiter. Die Stadt werde rausgeputzt. In den vergangenen Jahren sei die Infrastruktur verbessert worden. Ähnlich beurteilt Detlef Reckin die Stadt Kremmen. „Es war und ist eine Ackerbürgerstadt. Kremmen hat sich nach der Wende unheimlich weiterentwickelt und ist heute ein lebenswertes kleines Städtchen, wo es sich lohne, zu wohnen.“