aRTikel

In der Zeitung erschienen

aRTikel

Das Altstadtstübchen hat neue Betreiber

Dienstag, den 7. November 2017
Tags: , ,

Das Kremmener Lokal wird jetzt von Sina Sakkravi und Saeideh Manishdavi betrieben – das aus dem Iran stammende Paar bietet weiter deutsche Küche an

MAZ Oberhavel, 7.11.2017

Kremmen.
Das Altstadtstübchen lebt. Viele Kremmener hatten befürchtet, dass die Gaststätte an der Ruppiner Straße, unweit des Marktplatzes, bald schließt, weil die Betreiberinnen Brigitte Krause und Elfi Schwanke das Geschäft keinen Nachfolger gefunden hatten. Doch seit 1. Oktober herrscht wieder Freude. Sina Sakkravi und Saeideh Manishdavi haben die Gaststätte übernommen.

„Ich mag das Alte, das ist alles wie früher hier“, sagt Sina Sakkravi. Der 30-Jährige will optisch am Lokal nichts Größeres verändern. „Wir wollen nicht, dass die Leute spüren, dass sich was verändert hat“, sagt er und seine Frau nickt. „Elfi und Gitti unterstützen uns sehr. Die beiden haben dem aus dem Iran stammenden Paar gezeigt, wie die deutsche Küche funktioniert. „Würzfleisch habe ich noch nie gesehen“, sagt Saeideh Manishdavi. Nicht mal in Berlin, wo sie vorher waren, kannten sie das. „Aber es ist sehr lecker.“ Beim Mittagstisch standen in der vergangenen Woche auch Kohlrübeneintopf und gefüllte Paprikaschote auf dem Speiseplan.
Aber die beiden wollen es nicht bei der deutschen Küche belassen. Schon seit einiger Zeit bieten sie auch Pizzen an, auch außer Haus. „Vielleicht später auch einmal pro Woche ein persisches Essen“, sagt Sina Sakkravi. Auch die Büfetts werden sie weiterhin anbieten, momentan helfen dafür noch Brigitte Krause und Elfi Schwanke. „Wir sind glücklich, dass es so läuft, noch bis Ende des Jahres werden wir ihnen helfen“, erzählt Brigitte Krause. „So lange sie Hilfe brauchen, sind wir dabei. Es ist schön, dass sie die Hilfe auch annehmen.“

Die neuen Betreiber haben schon Gastro-Erfahrungen gesammelt – in Berlin und vorher in einem italienischen Lokal in Luckenwalde. Sie ist eigentlich Bauzeichnerin und bekam in Kremmen erst mal gezeigt, wie man kellnert. „Das hat sie schnell gelernt“, sagt Brigitte Krause. Die Stammkundschaft kommt auch weiterhin ins Altstadtstübchen. „Viele kennen uns inzwischen“, sagt Sina Sakkravi. „Manche sind aber noch vorsichtig und wollen sehen, ob es immer noch schmeckt und wie wir drauf sind. Manche wollen Pizza essen, und für die deutsche Küche brauchen wir keine Werbung mehr machen.“ Die liefe quasi von selbst. Dafür haben sie Ali in der Küche, er ist schon längere Zeit im Lokal. Außerdem arbeitet dort noch ein Praktikant.

Es hat ein wenig gedauert, bis sie in Kremmen auch eine Wohnung gefunden haben, immerhin haben die beiden auch zwei Söhne und eine Tochter. „Kremmen ist klein, aber fein“, sagt Familienvater Sina Sakkravi. Im Lokal haben sie schon mal die Öffnungszeiten erweitert: Geöffnet ist jetzt immer donnerstags bis montags. Nach Absprache werden auch Termine für Dienstag und Mittwoch entgegen genommen.

aRTikel

Bergfeldes Stimme von Julia Roberts gratuliert zum 50. Geburtstag

Samstag, den 28. Oktober 2017
Tags: , , ,

Die Synchronsprecherin Daniela Hoffmann hat weit mehr als 30 Filme der Schauspielerin gesprochen – im Januar kommt das nächste Werk ins Kino

MAZ Oberhavel, 28.10.2017

Bergfelde.
Wenn Hollywoodstar Julia Roberts heute in Los Angeles ihren 50. Geburtstag feiert, wird man in Deutschland kurz auch nach Bergfelde blicken. Seit 27 Jahren ist die im Hohen Neuendorfer Ortsteil lebende Schauspielerin Daniela Hoffmann die deutsche Synchronstimme von Julia Roberts. „Ich glaube, es waren 35 Filme“, antwortete sie im MAZ-Gespräch auf die Frage, wie viele Male sie den Star schon gesprochen habe.

Mit „Pretty Woman“ erlebte Roberts ihren großen Durchbruch, und Daniela Hoffmann war stimmlich mit dabei. Nicht umsonst zählt die in Berlin geborene 54-jährige Schauspielerin „Pretty Woman“ zu ihren Lieblingsfilmen mit Roberts. Außerdem „Notting Hill“ von 1999 – „Da fand ich schön, dass sie sich selbst so auf die Schippe genommen hat.“ – und „Erin Brockovich“ von 2000. „Dafür hat sie sehr zu Recht den Oscar bekommen“, sagt Daniela Hoffmann. „Sie hat das Glück, fast immer nur gute Rollen zu bekommen.“
Hoffmann hat Roberts immer begleitet. „Anfangs waren es Komödien, dann wollte sie mehr ins ernte Fach.“ Die Rede ist von „Mary Reilly“ aus dem Jahr 1996. „Da war sie auch nicht schlecht.“ Später kamen eher emotionale, dramatische Rollen. „Sie spielt anders, seit sie Kinder hat“, beobachtet ihre deutsche Stimme. „Da ist mehr Feuer und Herzwärme.“ Unlängst sprach Daniela Hoffmann die Texte für Julia Roberts neuen Film „Wunder“, der am 25. Januar 2018 in die deutschen Kinos kommt. Darin geht es um ein Kind mit Gendefekt, das von seiner Mutter (Roberts) zu Hause unterrichtet wird. „Das ist ein sehr heutiges, tolles Thema“, findet Daniela Hoffmann.

„Sie liegt mir sehr“, sagt sie über die heutige Jubilarin. „Da ist schon viel Ähnlichkeit drin.“ Von allen Schauspielerinnen, die sie synchronisiert, sei ihr Roberts am nächsten. Getroffen hat die Bergfelderin den US-Star noch nie. „Sie war seit Jahren nicht in Deutschland.“ Während des Hypes um „Pretty Woman“ habe die Presse ein Foto mit den beiden gewollt, in Lack und Leder, wie Julia Roberts im Film. Das hat Daniela Hoffmann abgelehnt. „Ich glaube auch, dass kein Interesse an einem Treffen besteht“, sagt sie. Und: Sie wolle sich damit auch nicht so in den Vordergrund stellen.

aRTikel

Duell: Jenna scheitert auch gegen Paul

Montag, den 16. Oktober 2017
Tags: ,

Bis weit nach 1 Uhr dauert die große Spielshow in der Hohen Neuendorfer Stadthalle – Spannung bis zum Schluss

MAZ Oberhavel, 16.10.2017

Hohen Neuendorf.
So lange hat es noch nie gedauert, und so spannend war es auch schon lange nicht mehr. „Deutschlands größte ehrenamtliche Gameshow“ hat am Sonnabend in der Hohen Neuendorfer Stadthalle wieder Maßstäbe gesetzt. Zum vierten Mal hieß es „Wer besiegt Paul?“, und zum vierten Mal ist darauf keine Antwort gefunden worden. Denn auch diesmal konnte sich Paul Aurin (28) durchsetzen – aber es war äußerst knapp.
Jenna Timm hatte es schon mal bei „Schlag den Raab“ versucht und konnte sich gegen den ProSieben-Entertainer nicht durchsetzen. Am Sonnabend konnte sich die 27-jährige Kriminalkommissarin aus Hartenholm in Schleswig-Holstein gegen Maximilan von Angern, Henrik Hermann und Eric Böhm durchsetzen. Danach konnte sie sich in 15 Spielrunden mit dem 27-jährigen Hohen Neuendorfer Lehrer Paul Aurin duellieren.

Das ehrenamtlich arbeitende, etwa 50 Leute starke Team im Hintergrund arbeitete permanent daran, dass alles reibungslos ablief. Sie dachten sich die Spiele aus, bauten alles auf und ab, sorgten für die technische Umsetzung und für die Übertragung der Bilder auf die große Leinwand. Wie in einer Fernsehshow – nur ohne Fernsehen.
Die Spiele waren sehr abwechslungsreich. Wissen, Schnelligkeit, Geschicklichkeit und eine gute Auffassungsgabe waren nötig, um bestehen zu können. Jenna Timm hatte zwischendurch alle Fäden in der Hand. Glühbirnen mussten eingeschraubt, Gesichter und Stimmen erkannt werden, sie spielten das alte „Mario Kart“-Computerspiel gegeneinander, sie fuhren Hover Cart und leisteten sich draußen auf dem Sportplatz ein Ballonduell in der Bogenschießen-Version. Sie mussten Buchstaben sortieren, Texte so schnell wie möglich abtippen, mit Tennisbällen auf einen Medizinball werfen und Kegelbillard spielen.

Als es nach Spiel acht 50:8 für Jenna stand, schien schon alles gelaufen. „Da dachte ich schon: Hauptsache Schadensbegrenzung, nicht zu hoch verlieren“, erzählt Paul Aurin nach dem Ende der Show. An einen Sieg wollte er da nicht mehr glauben. „Ich hatte mich damit schon abgefunden, hoffte nur, vielleicht mit 90:50 zu verlieren.“
Aber es sollte anders kommen. Paul begann eine spannende Aufholjagd – bis zu Spiel 14, da stand es plötzlich 74:88 für Paul. An dieser Stelle hatten sowohl Jenna als auch Paul die Möglichkeit, zu gewinnen. Beim Leitergolf herrschte eine große Spannung. Obwohl es schon nach 1 Uhr war, herrschte große Konzentration. Am Ende hatte Paul das größere Geschick, der Jackpot wächst nun auf 3000 Euro im nächsten Jahr.

„Es ist schade, dass ich nicht gewonnen habe“, sagte Jenna Timm später. „Aber es waren auch geile Emotionen.“ Im Internet hatte sie einiges über die Show gelesen, „aber wenn es man es hier sieht, ist das noch mal eine ganze andere Hausnummer.“ Sie lobte die hohe Professionalität des Teams, die sich mit dem „Schlag den Raab“-Team durchaus messen könne.

„Es ist eine Herzensangelegenheit für uns“, sagte Moderator Fabian Lindemann am Ende der mehr als vierstündigen Show. „Noch nie hat unser Team diese Show so hervorragend produziert, noch nie hatten wir so viel Spaß.“ 12 000 Euro kostete dieser Spaß, die der Hyperion-Verein dafür ausgab.

aRTikel

Es dreht sich alles um die Musik

Samstag, den 23. September 2017
Tags: , ,

Das Ehepaar Petra Kleinke und Jan Rase aus Groß-Ziethen ist in diversen Projekten erfolgreich – Doooya ist nun ihr gemeinsames Baby

MAZ Oberhavel, 23.9.2017

Groß-Ziethen.
Wenn man sagt: Ihr Leben ist die Musik – dann ist das im Fall von Petra Kleinke und Jan Rase keine Floskel. Das Ehepaar aus Groß-Ziethen beschäftigt sich in verschiedenen Projekten mit der Musik. Seit zwölf Jahren sind sie verheiratet, seit elf Jahren leben sie in dem Kremmener Ortsteil.

Sie (47) war eigentlich mal Tischlerin, arbeitete später als Heilpraktikerin, „war aber schon in der Schule in einem Musicalprojekt“, wie sie erzählt. Nach der Kinderpause begann sie wieder zu singen und fand einen Weg, die Musik mit Heiltherapien zu verbinden. Er (50) ist gelernter Klavierbauer, „und ich wollte schon immer was mit Musik machen.“ Der Vater wollte eigentlich, dass – aus seiner Sicht – was Anständiges aus ihm wird. Aber dann wurde Jan Rase von der Musik gepackt. Er spielte in einer Band, ging mit „Luchten“ auf Tour.
Als sie von Berlin nach Groß-Ziethen gezogen waren, da änderte sich vieles im Leben der beiden. „Irgendwie war es ein Schritt zum bewussten Leben, Selbstverwirklichung.“ Auf dem Bauernhof bot es sich an, ein Tonstudio einzurichten. Wenn man aufzählt, an welchen Projekten sie beide – gemeinsam oder jeder für sich – arbeiten, da vergehen schon einige Minuten.

Jan Rase hat schon mit zwölf Jahren angefangen, eigene Stücke auf dem Klavier zu spielen. 2002 ergab sich die Gelegenheit, für den Sat.1-Film „Ben und Maria“ an der Musik mitzuarbeiten. „Der Rohschnitt stand schon, vom Regisseur kamen dann Ideenvorlagen“, erinnert sich der Groß-Ziethener. „Damals gab es hohe Budgets, anders als heute. Das war jedenfalls super aufregend.“ Bis heute hat Jan Rase 300 Werbefilme vertont, für Miele, Audi oder Dr. Oetker. „Aber nichts, was sehr bekannt ist.“ Dabei geht es vor allem um Werbefilme, die beispielsweise auf Messen zu sehen sind.
Kürzlich machte er Schlagzeilen, weil es ein älterer Song der damals von ihm produzierten Gruppe Gnawa Impulse auf Platz eins der Nordafrika-Charts auf der Musik-Streaming-Seite Ethnocloud geschafft hatte. Finanziell hat Rase nichts davon, dass „The Yumala Song“ ein später Erfolg wurde. An Downloads würde man wenig verdienen.
Ein Ausgleich schafft für ihn das Engagement in der Band „Oya“. Dort spielt er Bansuri, eine indische Bambusflöte. „In den Klang bin ich verschossen“, sagt er und lächelt. Nach einem stressigen Projekt, suchte er etwas, um runterzukommen. Das zu spielen „hat was Meditatives“, sagt Jan Rase. Er konnte Musiker gewinnen, und so nahm er mit Oya auch CDs auf und spielte Konzerte. Allerdings sei der Markt dafür hierzulande nicht so groß. In der Hinsicht ist er mit der Gruppe Barfleas größer im Geschäft. Damit tritt er auf Weltmusikfestivals auf oder in Kulturhäusern.

Petra Kleinke macht viel Musik auch in Kindergärten oder Musikschulen. Für die Kinderschule Eden in Oranienburg schrieb sie ein Musical – „SOS Erde“. „Die Kinder haben eine Woche bei uns auf dem Hof verbracht, danach hatten sie eine fertige CD in der Hand.“ Das Projekt war so erfolgreich, dass es nun für den Preis „Vereint für gute Schule“ nominiert ist. „Ich fände es toll, wenn wir gewinnen, in dem Musical geht es um Umweltverschmutzung und um bewusstes Handeln. Es wäre ein tolles Zeichen für die Kinder, wenn so etwas belohnt würde“, sagt Petra Kleinke.

In Zukunft wollen sie und ihr Mann Jan wieder öfter gemeinsam auftreten. Unter dem Namen „Doooya“ spielen sie ihre Lieblingslieder, „aber auf untypischen Instrumenten. Das passt, weil wir das eben auf unsere Art machen“, sagt Petra Kleinke. Wann aber haben sie Zeit, dafür zu proben? „Oft abends“, sagt sie. Im kommenden Jahr haben sie mit Doooya schon jetzt 30 Auftritte im Plan. Und gibt es noch einen Traum? Jan Rase überlegt kurz: „Im VW-Bus auf Tour durch Deutschland – und einen ,Tatort’ vertonen.

aRTikel

Jugendzeit: Damals, als der Jugendclub in den Konsum zog

Dienstag, den 12. September 2017
Tags:

Dorothee Nebel erinnert sich an ihre Zeiten in der Bärenklauer Remonteschule

MAZ Oberhavel, 12.9.2017

Bärenklau.
Es war rund um das Jahr 2000 herum – da besuchte Dorothee Nebel zum ersten Mal den Jugendclub in Bärenklau. Er war damals schon in der Alten Remonteschule mitten im Dorfzentrum. Allerdings noch nicht saniert, und die Räume waren dort, wo heute der Ortsbeirat tagt oder der Seniorenclub Sport treibt. Durch Freunde fand sie damals den Weg in die Räume. „Wir waren jeden Tag dort“, erzählt die heute 29-Jährige. „Es sei denn, wir hatten so viele Hausaufgaben, dass wir keine Zeit hatten.“ Am Wochenende hatte der Club geschlossen, allerdings bekamen die über 18-Jährigen auch schon mal den Schlüssel für die Räume. „Dann konnten wir auch am Wochenende rein.“

Damals kamen zwei Altersgruppen in den Club – die Gruppe um Dorothee Nebel war zu dieser Zeit um die zwölf, 13 Jahre – und dann gab es noch die etwas Älteren. „Hier in der Gegend hatten wir ja auch nichts weiter“, erzählt die Bärenklauerin. Ein paar Leute kamen auch aus dem Nachbardorf Eichstädt oder aus Vehlefanz. Handys haben zu dieser Zeit noch nicht so die große Rolle gespielt. „Uns ging es vor allem darum, Zeit miteinander zu verbringen.“ An ernsthaften Zoff kann sie sich heute nicht mehr erinnern.
Dorothee Nebel berichtet: „Wir hatten in dem großen Komplex ein ganz kleines Zimmer, da standen zwei alte Sofas drin. Dort standen ein Fernseher und eine Playstation. Wir haben bis zum Umfallen Singstar gespielt.“ Im großen Raum stand ein Billardtisch, außerdem diverse Beschäftigungsspiele. „Wir hatten auch eine kleine Küchenzeile mit einem Ofen, da haben wir uns auch mal Pizza gemacht.“

Zwischenzeitlich musste der Club umziehen. Die Alte Remonteschule wurde saniert, zuvor kämpfte der Heimatverein erfolgreich darum, dass das Haus nicht abgerissen wird. Das Ausweichquartier befand sich im alten, inzwischen längst abgerissenen Konsum neben der Remonteschule. „Da gab es eine größere Umzugsaktion“, erinnert sich Dorothee Nebel. „Das Wichtigste war uns der Billardtisch – und die Playstation.“
Als der Club dann in die neuen Räume zog – dort, wo er auch heute noch beheimatet ist – war alles vom Feinsten ausgestattet. „Wir haben uns gefreut, als wir endlich wieder rein durften.“ In Sachen Wandgestaltung konnten sich die Jugendlichen damals einbringen. Dorothee Nebel war 20 oder 21, da wurden die Besuche im Club seltener und hörten irgendwann ganz auf – ein schleichender Prozess. „Immer mehr von uns hatten einen Führerschein, wir waren mobiler und flexibler. Der Bus fährt zwar, aber abends, wenn wir aktiv werden, nicht mehr.“ Aber sie hat auch heute noch enge Kontakte zu vielen Leuten, die damals mit ihr den Club besuchten. Und sie hat auch ihren Mann dort kennengelernt.

In der Alten Remonteschule ist auch heute noch der Jugendclub untergebracht. Er wird von der Gemeinde Oberkrämer betrieben. Montags, donnerstags und freitags ist er von 14 bis 18 Uhr geöffnet. „Das ist schon ein gutes Angebot“, sagt Ulrich Rack, der Vorsitzende des Bärenklauer Heimatvereins. Allerdings seien die Besucher in früheren Zeiten noch ein wenig stärker ins Dorfleben eingebunden gewesen. So gab es sogar immer auch einen eigenen Wagen beim Ernteumzug. In der heutigen Zeit sei es schwieriger, eine Zusammenarbeit aufzubauen, auch weil der Kreis der Besucher kleiner sei und häufiger wechsele.

Dorothee Nebel bilanziert ihre Zeit im Jugendclub heute so: „Es war eine richtig schöne Zeit, erlebnisreich und auch sehr lehrreich.”

aRTikel

Kerstin Ott begeistert auf dem Herbstfest

Montag, den 11. September 2017
Tags: , ,

Konzerrt gestern Nachmittag in Hohen Neuendorf war sehr gut besucht

MAZ Oberhavel, 11.9.2017

Hohen Neuendorf.
Spricht man im Fall von Kerstin Ott von einer Scheißmelodie, dann ist das keine Musikkritik. So heißt eines ihrer Lieder, das sie gestern Nachmittag auf der Herbstfestbühne am Hohen Neuendorfer Rathaus präsentiert hat.

Bekannt geworden ist die 35-Jährige Anfang 2016 durch ihren Song „Die immer lacht“, der vom Technoprojekt „Stereoact“ aufgepeppt und veröffentlicht worden ist. Eigentlich hatte Kerstin Ott ihn schon 2005 für eine Freundin geschrieben. Diesen Song sang Kerstin Ott am Sonntag zunächst nur mit Gitarre, in einer leisen und ruhigen Version – kurz vor Schluss nach noch in der bekannten Partyvariante. Sie animierte die Hohen Neuendorfer mitzusingen. „Oder kennt hier irgendjemand diesen Text nicht?“, fragte sie in die Runde. Natürlich sangen die Besucher laut mit.
Es folgten dann weitere Hits von ihrem Album „Herzbewohner“. Zweimal allerdings gab es technische Probleme mit dem Halbplayback. „Da muss man cool bleiben“, kommentierte Kerstin Ott dies. „Und sich heimlich in die Hosen pieschern.“ Viele Besucher kamen gesterng extra wegen der Sängerin: „Die hören wir sehr gern“, sagte Marina Hilscher aus Berlin-Reinickendorf. Auch Karin Parschen aus Hohen Neuendorf freute sich auf den Auftritt. „Es ist gut, dass hier was auf die Beine gestellt wird“, sagte sie allgemein über das Herbstfest.

Nach Angaben von Stadtsprecherin Ariane Fäscher kamen am Freitag und Sonnabend etwa 7500 Besucher auf das Herbstfest. Zum Konzert, das der Höhepunkt des Hohen Neuendorfer Partywochenendes war, kamen etwa 1000 Menschen – überhaupt war das Festgelände am Sonntagnachmittag sehr voll. Das Herbstfest fand zum 25. Mal statt – und zum letzten Mal am gewohnten Standort vor und neben dem Rathaus. Wie es 2018 weiter geht, ist noch unklar. „Das ist schade, denn das Fest zieht ja immer sehr viele Leute an“, sagte Besucherin Karin Parschen.

Für alle Altersklassen gab es am Wochenende viel zu erleben. Der Rummel am Rathaus hatte Kinderkarussells zu bieten, Autoscooter, ein 16 Meter hohes Riesenrad und vieles mehr. Wer auf dem Gelände unterwegs war, hörte permanent fröhliches Kindergeschrei.

Aber auch in der Stadthalle war am Sonnabend und Sonntag einiges los: Während der Messe „Schau HN“ konnten sich die Vereine und Unternehmen der Stadt und des Umlands vorstellen. „Als Verein sind wir nicht das erste Mal dabei“, sagte Sandra Chryselius vom Voltigierverein „Pegasus“ aus Schildow. „Nach der Messe haben wir bei uns vermehrt Anfragen“, ergänzte sie. Etwa 50 Kinder machen derzeit im Verein mit, und die Messe nutzen die Mitglieder für die Werbung neuer Mitstreiter.

Ebenfalls dabei war das Team vom Hyperion-Verein. Es verkaufte Tickets für die Show „Wer besiegt Paul“ am 14. Oktober in der Stadthalle. Am Sonnabendnachmittag war aber schon alles ausverkauft, erzählte Paul Aurin gestern Nachmittag.

aRTikel

Heimspiel-Konzerte sind schon legendär

Samstag, den 9. September 2017
Tags: , , , ,

J.O.E. & The Booze Machine aus Kremmen spielen Songs von Johnny Cash bis Jimi Hendrix

MAZ Oranienburg, 9.9.2017

Kremmen.
Wenn sie loslegen, dann stellt sich schnell ein Wow-Gefühl ein. Zuerst Jojo und Eric auf der Gitarre und dem Bass, dann setzt Olli mit seiner Stimme ein. Es erklingt „Personal Jesus“ in der Johnny-Cash-Version, und es macht Spaß, den Musikern zuzuhören und zuzusehen. Die Spielfreude scheint riesig zu sein, die Harmonie greifbar.

Es sind vor allem die Hits aus den 70ern, die die Band spielt: „J.O.E. & The Booze Machine“ nennt sie sich. Die Anfangsbuchstaben leiten sich ab aus Jojo, Olli und Eric – und dann gibt es noch Falk, „The Booze Machine“. Jeder hat seine Rolle in der Gruppe. Oliver Rosewald (27) aus Kremmen singt, Johannes Krüger (27) aus Hennigsdorf – kommt aber auch ursprünglich aus Kremmen – spielt Gitarre und Bass, ebenso wie Eric Brämer (27) aus Kremmen. Falk Thoms (29) aus Sommerfeld spielt Cachon, kümmert sich aber vor allem um die Technik und das ganze Drumherum.

„Seitdem wir uns kennen, machen wir Mucke“, sagt Oliver Rosewald. Und das ist schon eine lange Zeit, teilweise kennen sich die Jungs schon seit der Schule. Früher spielten sie eher Metal, also die härteren Sachen. Und jetzt? „Akustikrock bringt es schon auf den Punkt“, findet der Sänger. In ihrem Programm befinden sich Songs von Motörhead, Jimi Hendrix, Johnny Cash, AC/DC oder Neil Young. „Ein Großteil von uns ist mit diesen Songs aufgewachsen“, sagt Eric Brämer. Schon ihre Väter haben sie gehört, „und das sind noch wirklich echte Songs.“ Falk Thoms ergänzt: „Das ist auch das, was wir in der Freizeit hören.“ Besonders ist, dass die Band ohne Schlagzeug auskommt. Was andere eventuell für einen Makel halten, passt in dieser Konstellation sehr gut. „Wir brauchen es eigentlich nicht“, sagt Oliver Rosewald. Und in der Tat: Lauscht man den Songs, fehlt das Schlagzeug nicht – zumal Bass und Gitarre so auf den Punkt gespielt werden, dass sie den Rhythmus komplett angeben. „Ich finde es gut, wie es ist, und ich vermisse da auch nichts.“

23 Lieder umfasst das Repertoire von „J.O.E. & The Booze Machine“ momentan. „Damit haben wir schon öfter ganze Abende bestritten“, so Falk Thoms. Die Band trat schon im Berliner Lido auf, beim Hafenfest in Velten, auf der Fete de la Musique in Hennigsdorf und bei der 775-Jahr-Feier in Sommerfeld. Hin und wieder treten sie bei Privatfeiern auf. Fast schon legendär sind die Heimspiel-Konzerte im Kremmener Scheunenviertel. In der Bikerscheune und in der „Scheune 29″sorgten sie für volle Häuser. Und das, ohne Eintritt zu nehmen. „Wir freuen uns aber über Spenden“, sagt Falk Thoms. Geprobt wird in der Regel dienstags, oft auch ein zweites Mal in der Woche im Hennigsdorfer Bandhaus am „Conny Island“. Wegen der dortigen Umbauarbeiten weichen die Musiker nun wohl auf ihre privaten Räume in Flatow oder Kremmen aus.

Die Musik füllt einen großen Teil ihres Lebens aus, obwohl alle richtige Jobs haben. Falk ist Techniker bei der Bundeswehr, Oliver arbeitet im Telefonvertrieb, Johannes ist Medientechniker für Film und Fernsehen und Eric Erzieher im Hennigsdorfer Hort. Für die Band nehmen sie sich trotzdem sehr viel Zeit. Sie treffen sich auch, wenn sie gerade keine Musik machen. Auch der Rückhalt in den Familien ist groß. „Unsere besten Fans sind unsere Eltern, die trauen sich auch mal, was Negatives zu sagen. Wobei, unsere größten Kritiker sind wir selbst“, erzählt Falk Thoms und schmunzelt. Unterstützt werden die Musiker auch von ihren drei Frauen, wie sie erzählen. „Sie sind Bestandteil der Band und geben auch konstruktive Kritik.“ Gerade arbeiten „J.O.E. & The Booze Machine“ an neuen Songs. „Einer kommt und schlägt was vor, dann schauen wir, ob das funktioniert“, sagt Sänger Oliver. „Jeder bringt bei uns eigentlich etwas ein.“

Im Dezember soll es im Kremmener Scheunenviertel noch mal ein Konzert geben. „Wir sind wirklich stolz darauf, dass die Leute extra wegen uns dorthin kommen“, sagt Oliver Rosewald.