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In der Zeitung erschienen

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Goldkehlen gratulieren zum Geburtstag

Dienstag, den 1. Juli 2014
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MAZ Oranienburg,, 1.7.2014

KREMMEN
Stößt Bürgermeister Klaus-Jürgen Sasse bald zu den Kremmener Goldkehlchen? Das war am Sonntagabend ein heißes Gerücht bei der Geburtstagsfeier von Birgit Neumann-Hannebauer. Die Leiterin des städtischen Bauamtes und stellvertretende Bürgermeisterin ist 60 Jahre geworden und feierte das mit Freunden, Kollegen, Stadtverordneten und vielen anderen Weggefährten in der Museumsscheune.
Die Kremmener Goldkehlchen, eine Gruppe älterer Herren um den ehemaligen Wobachef Horst Troppens, sang Neumann-Hannebauer zwei Ständchen, und als Bürgermeister Sasse danach zu seiner kleinen Rede ansetzen wollte, stand die Frage im Raum, ob er nicht auch etwas singen könne. Das Angebot, den Kremmener Goldkehlchen beizutreten, lehnte er jedoch ab, schließlich sei er bei den donnerstäglichen Proben oft verhindert, so Sasse mit einem Augenzwinkern.

Ansonsten verlief der Abend recht feucht und das nicht nur, weil es draußen in Strömen regnete. Es flossen Tränen der Rührung, nicht nur bei der Jubilarin, sondern auch beim Bürgermeister. Birgit Neumann-Hannebauer hatte zuvor in ihrer Rede an ihre 23 Jahre im Kremmener Rathaus erinnert. Am 1. August endet ihre Zeit als Bauamtsleiterin, am 31. August absolviert sie ihren letzten Tag als stellvertretende Bürgermeisterin. Für ihren Vorgesetzten hatte sie nur gute Worte, woraufhin er sagte: „Aber wir haben uns auch oft gezofft.“ Daraufhin Neumann-Hannebauer: „Aber man sagt doch bei einer Feier immer nur das Gute.“ Von Sasse bekam sie eine riesige Kaffeetasse mit darin gepflanzten Blumen geschenkt. „Birgit hat ein Leben lang Kaffee getrunken“, so Sasse. Aber vor allem habe sie den Leuten immer Kaffee und Kuchen ausgegeben und damit „geheilt, was der Bürgermeister vorher kaputt gemacht hat“, so Sasse weiter. Er schätzte in seiner Rede die Zuversicht, die Neumann-Hannebauer immer ausgestrahlt habe. „Du bist die Mutter des Amtes.“ Woraufhin die Jubilarin komplett in Tränen ausbrach.

Der Beetzer Andreas Dalibor, der ihr ebenfalls ein Ständchen sang, sagte danach: „Jetzt kriege ich hier eine verheulte Birgit.“ Er erinnerte daran, dass sie einst Geburtshelferin seines Theaters „Tiefste Provinz“ im Scheunenviertel war. „Ich war noch gar nicht im Rathaus, da gab sie mir schon Tipps, wo und wie ich Zuschüsse bekommen kann“, erzählte Dalibor am Sonntag.
Lob gab es vom Stadtverordneten Frank Bommert aus Sommerfeld. „Sie ist eine furchtbar nette, ausgleichende Frau, sie hat vieles in der Stadt geglättet“, sagte er. Er hoffe, das Neumann-Hannebauers Lebenswerk mit ihrem Ruhestand nicht beendet sei

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Der neue Ortsvorsteher wünscht sich mehr Farbe für Eichstädt

Dienstag, den 1. Juli 2014
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Dirk Ostendorf (BfO) lebt seit 1998 im Dorf. Er engagiert sich beim SV Oberkrämer.

MAZ Oranienburg, 1.7.2014

EICHSTÄDT
Dirk Ostendorf ist ein Durchstarter. Gerade erst ist er in den Ortsbeirat von Eichstädt gewählt worden – und schon ist er auch Chef des Gremiums. Der 48-Jährige ist der neue Ortsvorsteher des Dorfes. „Ich bin angetreten, weil ich denke, dass ich ein bisschen was bewegen kann“, sagt er.
Dass das Mitglied der Bürger für Oberkrämer (BfO) seinen Vorgänger Dietmar Schünemann (SPD) abgelöst hat, obwohl Letzterer die meisten Stimmen hatte, ist im Dorf durchaus ein Gesprächsthema. Dirk Ostendorf aber sagt: „Insgesamt kam die BfO bei der Ortsbeiratswahl auf 41 Prozent.“ Die anderen Parteien hätten weniger Stimmen gehabt.
Der Wirbel darum lege sich hoffentlich bald, so Ostendorf. Schließlich habe er einiges vor in Eichstädt. „Und ich hoffe, dass ich mit meinen Kollegen im Ortsbeirat konstruktiv zusammenarbeiten kann.“

Ein wichtiges Thema für den neuen Ortsvorsteher ist die Errichtung eines Bolzplatzes. „Viele andere Dörfer haben so was auch, der nächste Bolzplatz ist in Bärenklau, am Dorfanger haben wir nur einen kleinen Spielplatz.“ Ostendorf denkt an das Gelände an der neuen Sporthalle im Gewerbegebiet. „Da ist es auch nicht so schlimm, wenn’s mal lauter wird.“ Gerade für Kinder im neuen Wohngebiet sei das Areal gut zu erreichen.
Außerdem wünscht sich Dirk Ostendorf mehr Farbe im Ort. „Wir wollen den Dorfanger verschönern“, sagt er. „Das ist eine große Fläche, aber außer Rasen ist da nicht viel.“
Auf der Liste steht auch die Straße Zum Heidegarten. Das ist momentan eine überholungsbedürftige Betonpiste. „Aber die Anwohner haben Angst, dass sie recht viel dafür zahlen müssen, deshalb müssen wir da eine Lösung finden“, so Ostendorf.

Der 48-Jährige hat Zeit, sich um seinen Ort zu kümmern. Aus gesundheitlichen Gründen ist der Polizeibeamte pensioniert. „Ich wollte das eigentlich nicht, aber ich konnte mich nicht dagegen wehren“, sagt er. 1998 ist er mit seiner Familie – er hat eine Frau und einen heute 17-jährigen Sohn – von der Residenzstraße in Berlin-Reinickendorf nach Eichstädt gezogen. „Damals stand ein großer Artikel in der Zeitung, in dem junge Familien angesprochen worden sind“, erzählt er. „Wir sind dann nach Eichstädt gefahren und haben uns gleich verliebt.“ Allerdings habe es damals auch das Versprechen gegeben, dass Velten einen S-Bahn-Anschluss bekommt – bis heute nicht umgesetzt.

Er engagiert sich in einem Präventionsprogramm der Berliner Verkehrsbetriebe. Dort können Jugendliche ein Anti-Gewalt-Training absolvieren. „Es geht darum, dass junge Leute Konflikte im Bus lösen können“, sagt Dirk Ostendorf. Er ist außerdem zweiter Vorsitzender des SV Oberkrämer. „Fußball bestimmt mein Leben seit ich acht Jahre alt war.“ Seit einigen Jahren trainiert er in Vehlefanz eine Jugendmannschaft. „Wir waren schon recht erfolgreich, Meister und Pokalsieger.“
Ein großes Hobby des neuen Ortsvorstehers ist sein Motorrad. Mit der BMW ist er schon mal auf längeren Touren unterwegs – gemeinsam mit seiner Frau und weiteren Freunden. Sein Lieblingsort in Eichstädt ist der Dorfteich. „Das ist eine sehr idyllische Stelle, egal zu welcher Jahreszeit.“

Ein richtiger Treffpunkt fehle allerdings, auch wenn die Kultur- und Kinderkirche schon einige Ansätze biete. „Vielleicht könnte man die alte Einkaufsquelle wieder beleben“, sagt er. Eventuell könne dort eine Begegnungsstätte eingerichtet werden.
Dirk Ostendorf hofft in dem Zusammenhang überhaupt, dass die Eichstädter wieder ein bisschen näher zusammenrücken. Auch wenn die Nachbarschaft im neuen Wohnviertel sehr eng sei und gut funktioniere – die alteingesessenen Eichstädter und die neuen Bewohner müssten verstärkt aufeinander zugehen.

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Von ganzem Herzen Kremmenerin

Samstag, den 28. Juni 2014
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Birgit Neumann-Hannebauer wird am Sonntag 60. Bald geht sie in den Ruhestand, sehr viel Ruhe wird sie aber nicht haben.

MaerkischeAllgemeine.de, 28.6.2014

KREMMEN
Schon wieder haben sich ein paar Gehwegsteine gelockert. Wenn Birgit Neumann-Hannebauer durch Kremmen spaziert, hat sie immer einen Blick für die kleinen und großen Nachlässigkeiten. Sie merkt sich die Stelle, sie muss ausgebessert werden. Aber der eigentliche Treffpunkt für das Gespräch mit der MAZ ist der Platz an der Nikolaikirche. Es ist ein sonniger Nachmittag, Birgit Neumann-Hannebauer hat sich eine Stunde Zeit genommen. Sie sitzt nun auf einer der Bänke und blickt auf die Kirche.
Das Haus steht für die vielen Veränderungen, die bald in ihrem Leben anstehen. Morgen, am Sonntag, wird sie 60. Sie plant eine Party. Am 1. August ist ihr letzter Arbeitstag als Leiterin des Bauamtes, und am 31. August endet ihre Amtszeit als stellvertretende Bürgermeisterin von Kremmen.

Ruhestand. Birgit Neumann-Hannebauer lächelt. Ruhestand? Das ist bei ihr schwer vorstellbar. „Ich möchte erst mal nichts tun. Wirklich mal nichts tun“, sagt sie. Wobei – das stimmt nicht so ganz. Kreiserntefest. Landeserntefest. Ach ja, und Wahlhelferin ist sie im September auch noch. Aber das sind die Wochenenden. Unter der Woche bleibt Zeit für Muße. „Wir haben ein Boot“, erzählt sie. „Wir wollen den Rhin entlang fahren, bis Neuruppin. Darauf freue ich mich schon ganz doll.“

Sie blickt wieder zur Kirche. Ab 1. Oktober hat sie dort ebenfalls eine neue Aufgabe. Sie wird Kirchenführerin. Wenn Touristen nach Kremmen kommen, zeigt sie ihnen das Haus. Und sie möchte Menschen besuchen, im Altersheim zum Beispiel. „Ich liebe das“, sagt Birgit Neumann-Hannebauer.

In Kremmen ist sie eine Institution, weshalb man durchaus vom Ende einer Ära sprechen kann. Sie ist Ur-Kremmenerin. 1908 ist ihr Opa einst von Beetz in die Stadt gezogen, er musste noch Geld an die Stadtväter zahlen, damit er in Kremmen wohnen durfte. Er hat in der Dammstraße gewohnt. Birgit Schöneberg, wie sie als Mädchen hieß, durfte ihn nicht mehr kennenlernen. Aber ihre Oma war ihr Ein und Alles. „Wir sind oft spazieren gegangen. Sie hat mich auf vieles aufmerksam gemacht, was schön war.“ Der Marktplatz, der See, der Friedhof. Noch heute ist Birgit Neumann-Hannebauer gern an diesen Kremmener Orten.
Ihre Eltern hatten ein kleines Geschäft, der Vater war Sattler und Tapezierer. „Wir hatten immer viel mit Menschen zu tun, ich hatte eine sehr schöne Kindheit.“ Ganz leicht war sie jedoch nicht immer, sie musste oft im Laden helfen. Sie war zum Beispiel für die Preisschilder zuständig. „4,05 Mark Einheitspreis für eine Turnhose, das muss man sich mal vorstellen.“ Birgit Neumann-Hannebauer lacht. Fünf DDR-Mark Taschengeld bekam sie im Monat. Frei entscheiden durfte sie darüber aber nicht. „Mein Vater wollte, dass ichs spare.“ Ihre Ausbildung absolvierte sie bei der Sparkasse in Oranienburg. Studieren durfte sie nicht, sie war nicht in der SED und der FDJ. „Ich bin Christin“, sagt sie. Hat sie es bereut? „Das war es mir wert“, antwortet sie.
Sie verließ die Sparkasse und fing beim Volkseigenen Betrieb (VEB) K-Bau in Oranienburg an – Buchhaltung. Aber es war klar: Sie möchte in Kremmen bleiben und da eine Familie gründen. Ab 1976 arbeitete sie im Gründungsteam der Kremmener Milchviehanlage.
Sie lernte ihren ersten Mann kennen, im August 1977 kam ihr Sohn Björn auf die Welt. Und das in einer Miniwohnung: kleine Schlafstube, kleines Wohnzimmer, kleine Küche, und das zu dritt. Aber auf eine Drei-Raum-Wohnung hoffte die Familie vergebens. So ergab es sich, dass sie auf dem Grundstück der Großeltern in der Straße der Einheit bauten. Und auch wenn sie Gartenarbeit hasst: „Das war das beste, was mir passieren konnte.“ 1983 kam Tochter Dörte auf die Welt. Dass ihr Sohn später bei einem Unfall ums Leben kam, ist wohl Birgit Neumann-Hannebauers schwerster Schicksalsschlag gewesen.
Die Wende brachte viel Neues. Als sie 1991 das Entlassungsschreiben von der Milchviehanlage bekam, musste sie auf das Arbeitsamt. „Das fand ich schlimm, so viele Menschen standen dort an.“
Dann aber traf sie Heike Schmidtsdorf, die heutige Kämmerin von Oberkrämer. „Sie erzählte mir, dass in Kremmen eine Kämmerei aufgebaut werden soll, da wollte ich dabei sein.“ Aber es musste fix gehen. Schnell ein Passfoto, und die Bewerbung auf der Schreibmaschine getippt. Sie bekam tatsächlich eine Stelle in der Verwaltung. Ihr erster Job: „Ich musste gucken, ob alle Gullydeckel sitzen und ob die Straßenbeleuchtung funktioniert. Und das im Juli, Sie können sich vorstellen, dass es erst spät dunkel wurde.“ Eine gute Woche verging, bis klar war „dass ich auch was anderes kann“. Im Rathaus war Birgit Neumann-Hannebauer dafür zuständig, Fördermittel für die Stadt zu bekommen. „Das war spannend, und ich habe es gern gemacht.“
Erst neulich hat sie in alten Kalendern geblättert. „Da gab es viele tolle Gespräche mit Investoren.“ Der erste Kauf eines Druckers. „Er war klein, aber wir waren total stolz.“ Der Bebauungsplan für das Lidl-Lager in Orion. Und überhaupt: „Für mich war es eine Herausforderung, die Politik zu verstehen.“ Sie erinnert sich an die vielen Sanierungsarbeiten in der historischen Altstadt, an den Umbau des Schlosses in Groß-Ziethen, an die Beetzer Schule, den Bau der Stadtparkhalle, die Einweihung des Kirchplatzes. Und und und.

Stolz? „Stolz nicht, nein“, sagt sie. „Wann immer etwas geschafft war, dann habe ich mich auf die neue Aufgabe gefreut.“

Nun wird sie 60, und bald muss sie ihren Platz im Rathaus räumen. Leicht wird ihr das nicht fallen. Sie muss loslassen, und sie will auch loslassen, schon der Gesundheit wegen.
Und mit dem erneuten Blick auf die Kirche und dem Spaziergang zurück zum Rathaus, wird klar: Birgit Neumann-Hannebauer wird auch weiterhin in Kremmen präsent sein. Daran hat niemand einen Zweifel.

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Staffelde erlebt einen Generationswechsel

Mittwoch, den 25. Juni 2014
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Sebastian Busse (34) ist der Jüngste aller Kremmener Ortsvorsteher. Er wünscht sich Bürgernähe.

MAZ Oranienburg, 25.6.2014

STAFFELDE
Es fehlte nur eine Handvoll Stimmen, sonst hätte Sebastian Busse den Sprung ins Kremmener Stadtparlament geschafft. „Ja, ein bisschen enttäuscht war ich schon“, sagt er. Trotzdem wird der Parteilose in den kommenden Jahren einiges zu tun haben. Der 34-Jährige ist der neue Ortsvorsteher von Staffelde – der Jüngste aller Kremmener Ortsteile.
„Die Wähler wollten einen Generationswechsel“, so Busse. Seit 2003 lebt er im Dorf, er stammt ursprünglich aus Kremmen, der Liebe wegen zog er nach Staffelde. Dort lebt er mit seiner Frau Annekatrin (33), der Tochter Charlotte (6) und Sohn Moritz (2).

Er hat einiges vor mit seinem Dorf. Zwei- bis dreimal im Jahr möchte er eine Kinoveranstaltung organisieren. „Vielleicht ja in Zusammenarbeit mit der Bibliothek.“ Denkbar seien auch auch lustige Nachmittage mit den Staffelder Senioren. „Ich möchte, dass die Leute zusammenkommen und sich unterhalten“, sagt der Ortsvorsteher. Ein Anliegen ist ihm auch das Spielplatzgelände, auf dem einige Geräte vom Tüv gesperrt worden sind. „Wir haben viele Handwerker im Dorf, das kriegen wir hin.“
Ebenfalls ein wichtiges Thema ist der alte Baggersee abseits des Ortes. „Da gab es mal eine schöne Badestelle, aber das ist lange her.“ Inzwischen ist der See voller Schilf und veschlammt. Busses Traum: Ein neues Ausflugsziel für die Bewohner von Staffelde, Flatow und Groß-Ziethen. „Aber da brauchen wir einen langen Atem“, sagt er auch.
Jeden ersten Dienstag im Monat will er zwischen 18 und 19 Uhr seine Sprechstunde abhalten. Bürgernähe ist ihm sehr wichtig. Deshalb möchte er am 8. Juli auch beim Zirkusfest der Kita vorbeischauen. „Ich will mich den Kindern vorstellen.“ Ebenso den Senioren, bei denen er ebenfalls mal eine Stippvisite einlegen will.

Seinen eigentlichen Beruf wird Sebastian Busse aber nicht vernachlässigen. Er arbeitet als Werkstoffprüfer und ist bei einer Berliner Firma angestellt. „Ich überprüfe Schweißnähte.“Ansonsten engagiert er sich in der Region. Beim FC Kremmen ist er Trainer der kleinen G-Jugendfußballer. Die sechs und sieben Jahre alten Kinder steigen im August in den regulären Spielbetrieb ein. „Das macht mir eine Riesenfreude“, sagt Busse.

Seit Kurzem ist er hin und wieder mit seinem Rennrad unterwegs. „Da kann ich wunderbar den Kopf abschalten“, erzählt der 34-Jährige. Eine seiner Lieblingsstrecken: über Kremmen, Sommerfeld, Hohenbruch und Sommerswalde. Einmal im Jahr reist er zum Angeln nach Norwegen. „Dort ist es sehr schön, das beste Wetter dafür ist jetzt, im Juni.“
Aber auch und gerade daheim, in Staffelde, führt sich Sebastian Busse wohl. „Die Gegend um den Alten Dorfkrug ist der allerschönste Ort im Dorf“, sagt er und ergänzt: „Wenn das Schloss auch noch fertig wird, ist’s noch schöner.“

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Nachschlag: Hausmannskost mit persönlicher Note

Montag, den 16. Juni 2014
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In „Schulle’s Imbiss“ in Sachsenhausen gibt es immer wieder ein neues Tagesgericht. Sonderwünsche werden auch erfüllt.

MAZ Oranienburg, 16.6.2014

SACHSENHAUSEN
Süß-saure Eier. Buletten mit Mischgemüse. Linseneintopf mit Knacker. Putensteak mit Röstzwiebeln und Stampfkartoffeln. Das waren vergangene Woche die Tagesgerichte in „Schulle’s Imbiss“ in Sachsenhausen. Es ist liebevoll zubereitete Hausmannskost, die Andreas Schulz täglich frisch zubereitet. Seine Gäste können Vorschläge machen, was als Nächstes auf den Tisch kommt. Für heute kündigt Schulz Frische Wurst mit Sauerkraut an.
Wichtig sind ihm die Details und die persönliche Note. Auf jedem Teller gibt es Tomatenscheiben, Weißkraut und Gurken als Garnitur. Vergangene Woche reichte er zu jedem Tagesessen Vanilleeis mit Karamellsoße.

Wer die täglichen Sondermenüs nicht möchte, kann auch auf die reguläre Speisekarte zurückgreifen. Dort steht beispielsweise das Jägerschnitzel mit Bratkartoffeln. Die Jagdwurst wird in der Pfanne gebraten, dazu gibt es zwei Spiegeleier. Ebenso beliebt ist das Hamburger Schnitzel oder die Riesencurrywurst. Mit letzterer kennt „Schulle“ sich aus. Auf Stadtfesten oder bei Konzerten ist er mit seinem Imbiss unterwegs.
Sonderwünsche können immer geäußert werden, und wer möchte, kann Andreas Schulz in der offenen Küche sogar beim Kochen und Braten zusehen. Das Bistro ist ein Treffpunkt in Sachsenhausen geworden. Im hinteren Bereich trifft sich oft eine Gruppe am Stammtisch. Vorn, neben dem Tresen, hängen die Visitenkarten der Unternehmer, die in „Schulle’s Imbiss“ Stammgäste sind. Die meisten Besucher kennt Schulz schon, da gibt’s den Kaffee, ohne dass etwas gesagt werden muss.

Bereits um 7 Uhr am Morgen öffnet der Laden. Dann gibt es erst mal Frühstück mit belegten Brötchen und Kaffee. Wer möchte, kann aber auch am Morgen schon warme Gerichte bekommen.

Kontakt: „Schulle’s Imbiss“, Chausseestraße 43, Sachsenhausen. Geöffnet montags bis freitags von 7 bis 14 Uhr. Bestellungen und Reservierungen unter Tel. 01522/2 91 38 58.

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Berliner Gäste strömten in die Region

Montag, den 2. Juni 2014
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„48 Stunden Kremmen“: Busse waren zwischen Sommerfeld, Flatow, Schwante, Vehlefanz und Velten unterwegs

MAZ Oranienburg, 2.6.2014

KREMMEN/OBERKRÄMER
Eva-Maria Otto wirft noch mal einen Blick in ihren Flyer. „Mir gefällt das alles sehr gut hier“, sagt sie. Sie ist aus dem Berliner Bezirk Friedrichshain zur Schmiede nach Schwante gekommen und hat sich mit dem Schmied Dieter Blumberg unterhalten. Als nächstes möchte sie zur Mühle nach Vehlefanz. Auch in der Kirche in Flatow war sie bereits. „Die fand ich sehr schön“, sagt sie und lächelt. Und überhaupt, sie werde noch mal wiederkommen, um sich das Schloss in Groß-Ziethen anzusehen.

Die von der Stadt Kremmen und dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) initiierte Aktion „48 Stunden Kremmen“ führte Eva-Maria Otto in die Region. Mit dem Regionalexpress kam sie nach Kremmen. Am dortigen Bahnhof starteten zwei Buslinien. Eine führte nach Sommerfeld, die andere über Flatow, Staffelde, Groß-Ziethen, Schwante und Vehlefanz zum Veltener Ofenmuseum. Besonders am Sonnabendvormittag strömten die Menschen aus den Zügen in die Busse. „Wir dachten, das verteilt sich mehr“, sagte Charlott-Luise Stolzenberg, in Kremmen verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit. Sie zählte allein am ersten Vormittag schon mehr als 700 Gäste, bis zum Sonnabendnachmittag seien es etwa 1200 gewesen. Am Sonntag lag die Zahl etwas niedriger. „Für uns ist das ein großer Erfolg“, so Stolzenberg.

Albert Kleye von den „Freunden der Kulturschmiede“ in Schwante war am Sonnabend überrascht vom Zuspruch. „Wir wussten ja gar nicht so genau, was da auf uns zukommt.“ Für die Vereinsmitglieder war das Wochenende mit großem Aufwand verbunden, „aber wir machen das ja gern.“ Für die Schmiede sind solche Aktionstage aber wichtig. „Es kommt immer wieder vor, dass Berliner erneut zu uns kommen und uns ansprechen“, so Kleye.

An der Mühle in Vehlefanz ist am Wochenende extra eine Sonderhaltestelle für die Busse eingerichtet worden. „Die Gäste aus Berlin wollen vor allem Historisches über die Mühle wissen“, erzählte Hartmut Müller vom Vehlefanzer Heimatverein.
Auch Sigrun Franke aus Berlin-Spandau sah sich am Sonnabendnachmittag dort um. „Ich bin von Schwante aus den Mühleseeweg entlang gewandert“, erzählte sie. „Das war wunderschön.“ Sie findet es gut, dass die Dorfbewohner bei der Aktion mitgemacht, Kuchen gebacken und Auskünfte erteilt haben. Bislang kannte sie die Region noch nicht, wollte aber unbedingt wiederkommen. „Die Felder, die Wiesen, der Wald und zwischendurch die Alleen – herrlich!“

Ein wenig Kritik ist aber auch laut geworden. Insbesondere am Sonnabendvormittag waren die Busse unpünktlich und überfüllt. Irritationen gab es, weil das Schloss in Groß-Ziethen nur am gestrigen Sonntag an der Aktion teilnahm und die Kirche in Staffelde erst am Nachmittag öffnete.
„Das ist allerdings eine sehr schöne Kirche“, so Ingrid Brose. Sie war aus Berlin-Marienfelde nach Staffelde gekommen. „Sie ist schlicht, aber alles ist so schön und liebevoll restauriert, das gefällt mir.“
Ein paar Kilometer weiter, in Flatow, sieht sich Irene Böhm aus Nieder Neuendorf mit ihrem Enkel Niklas die Kirche an. „Die lebt, die Kirche“, sagt sie. „Hier wird das Alte mit dem Neuen sehr gut verbunden.“ Karlheinz Sandow vom Gemeindekirchenrat führte Irene Böhm herum. „Wir freuen uns, wenn wir den Gästen unser Haus zeigen können“, sagte er.

Viele der Gäste am Sonnabend sagten, dass sie am Sonntag noch mal wiederkommen wollen. Diese Beobachtung hat Charlott-Luise Stolzenberg gemacht: „Wir haben einige schon bekannte Gesichter wiederentdeckt“, sagte sie gestern Nachmittag.

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„Das Tatütata fand ich toll“

Montag, den 26. Mai 2014
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Oliver Fritz (33) aus Kremmen ist seit 1991 Mitglied der freiwilligen Feuerwehr. Schon als Kind fand er das spannend.

MAZ Oranienburg, 26.5.2014

KREMMEN
Seit 22 Jahren ist Oliver Fritz Mitglied der freiwilligen Feuerwehr in Kremmen. Der 33-Jährige ist Ortswehrführer und für seine Kollegen einer der Hauptansprechpartner. Ansonsten arbeitet er als Servicemonteur in Berlin.

Blitz und Donner über Kremmen. Macht Sie das nervös?
Oliver Fritz: Es gibt gewisse Wetterlagen, da herrscht schon mehr Anspannung als sonst.

Als Feuerwehrmann ist man aber permanent in Einsatzbereitschaft, oder? Gibt es da so eine ständige Grundnervosität?
Fritz: Wenn es ewig nicht gepiept hat, dann ist klar, dass es nicht mehr lange bis zum nächsten Einsatz dauern kann. Wir müssen etwa 150-mal im Jahr raus. Aber so eine Grundnervosität habe ich eigentlich nicht. Außer vielleicht Silvester.

Wie kamen Sie denn damals zur Feuerwehr?
Fritz: Generell hat mich das schon immer interessiert. Ich war mal zum „Tag der offenen Tür“ dort. Das Drumherum, das Tatütata, die großen Autos, die Sirenen, das fand ich toll. Ich bin dann zur Jugendfeuerwehr gegangen.

Was macht man da so?
Fritz: Schläuche rollen. Das war das Erste, was wir damals gemacht haben. Hat aber Spaß gemacht, auch, mit den anderen zusammen zu sein. Wir wurden dann immer mehr an die eigentlichen Arbeiten der Feuerwehr herangeführt.

Und dann haben Sie sich endgültig entschieden: Ich werde Feuerwehrmann!
Fritz: Ja! Damals hatte ich mehrere Hobbys. Fußball, angeln und die Feuerwehr. Letzteres war am interessantesten. Auch ein großer Teil meines Freundeskreises war dabei.

Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Einsatz?
Fritz: Das war ein Kornfeldbrand bei Sommerfeld. Ich war 16 oder 17 Jahre alt. Feldbrände können wegen des Windes ziemlich gefährlich sein, und wir sind ganz schön gerannt. Aber nach einer guten Stunde war alles gelöscht.

Wissen Sie vorher, was Sie erwartet, wenn Sie zum Einsatz fahren?
Fritz: Größtenteils ja. Wir bekommen eine Art Kurzmitteilung auf den Pieper und haben auch ein Alarmfax. Wobei die Sache dann vor Ort meist doch noch ein bisschen anders ist.

Gab es spektakuläre Einsätze, an die Sie sich erinnern?
Fritz: Na ja, was heißt spektakulär? Uns hat mal jemand angerufen und gesagt, dass da eine Schlange sei, die war ihm nicht geheuer. War dann aber doch nur eine harmlose Ringelnatter.

Andere Einsätze sind sicherlich nicht so harmlos.
Fritz: Wir haben einen Autobahnabschnitt, für den wir zuständig sind. Gerade in den 90ern gab es dort viele schwere Unfälle.

Werden Sie mental darauf vorbereitet?
Fritz: Eigentlich nicht. Bei schlimmen Unfällen, frage ich meine Kameraden vorher, ob sie gewisse Dinge sehen können. Ich will nicht, dass auch meine Kollegen zu Schockpatienten werden. In Amalienfelde ist mal ein Auto gegen einen Baum gefahren, der Fahrer war tot. Das war nicht schön anzusehen. Da werden gerade relativ junge Kameraden ins kalte Wasser geworfen. Einen toten Menschen zu sehen, ist eine schwierige Erfahrung. Bei vielen wird da eine Grenze überschritten.

Wie kommt man damit klar?
Fritz: Wichtig ist es, danach darüber zu reden. Als Ortswehrführer muss ich ein Auge auf die anderen haben. Ich bin die Mutti für alles.

Welche Einsätze sind außerdem noch nervenzehrend?
Fritz: Die Brandserie im Herbst 2012 in Flatow war schlimm. Vor allem, weil das fast immer Großbrände waren. Gab es da Alarm, wussten wir, das wird eine lange Nacht.

Und als der Verdacht aufkam, dass es ein Feuerwehrmann sein könnte …
Fritz: … kam Unmut auf. So was will kein Wehrführer erleben, das kann aber niemand verhindern. So was droht aber, eine ganze Feuerwehr runterzuziehen.

Wenn Sie am Tage in Berlin arbeiten, sind Sie aber nicht erreichbar, oder?
Fritz: Das stimmt. Aber in der Regel sind bei Alarmen am Tag neun bis zehn Kameraden einsatzbereit. Wenn ich mal eine Woche an die Ostsee fahre, dann ist das natürlich auch abgesprochen.

Könne Sie die Jugend für Ihre Arbeit begeistern?
Fritz: Relativ schwierig. Aber es ist gut, dass wir „Tage der offenen Tür“ veranstalten. Die Konkurrenz ist größer geworden. Schule, Fußball, es ist weniger Zeit übrig. Da müssen wir am Ball bleiben. Deshalb bieten wir Jugendlager, Ausflüge oder Technikkurse an.

Bei der Feuerwehr arbeiten Sie mit Ihren Kameraden. Was macht Kameradschaft aus?
Fritz: Wir sind schon ein eingeschworener Haufen. Es muss sich jeder auf jeden verlassen können.