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In der Zeitung erschienen

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Jahresrückblick 2014: Kremmen und Oberkrämer

Dienstag, den 23. Dezember 2014
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Um viele Baupläne gestritten: 2014 ist in der Region viel investiert, aber auch heftig diskutiert worden

MAZ Oranienburg, 23.12.2014

Gebaut, gefeiert, gestritten, gewählt, geholfen. Das sind die Stichworte für Kremmen und Oberkrämer im Jahr 2014. Vor allem Bauvorhaben sorgten immer wieder für Diskussionen und großen Ärger in der Region.

Bei den Kommunalwahlen im Mai blieben die BfO in Oberkrämer und die SPD in Kremmen stärkste Kraft, die NPD zog in beide Parlamente ein. Eichstädt, Groß-Ziethen und Staffelde haben neue Ortsvorsteher.

In Eichstädt ist im September die neue Sporthalle eröffnet worden. Die Gemeinde hat dafür mehr als 4,5 Millionen Euro bezahlt. Nun ist die Marwitzer Halle dran, doch die Sanierung wird sehr viel teurer als erwartet. Etwa 1,4 Millionen Euro stehen auf dem Plan. Grünes Licht gibt es für den Umbau der alten Schule in Vehlefanz zum Seniorenzentrum. Nahe des Kreisels in Schwante ist ebenfalls eines gebaut worden. Die Umbaupläne für das Klubhaus am Kremmener Marktplatz liegen dagegen auf Eis, nachdem sich der Investor unter anderem aus Kostengründen wieder zurückgezogen hatte.

Um andere Baumaßnahmen gab es 2014 ordentlich Zoff. Weil entlang der Straße des Friedens in Flatow ein Gehweg gebaut werden sollte, war es dahin mit dem Frieden. Die Flatower stritten um das Für und Wider. Im Spätherbst begann dann doch der Bau.

Gleich zweimal wurden die Bewohner der Lindensiedlung in Schwante ausgesperrt. Wegen Pflasterarbeiten und weil die Brücke über dem Hörstegraben neu gebaut wird, kamen sie nicht von der Stelle. Der Ärger war groß. Und, apropos Hörstegraben: Der Bau zieht sich, als ob dort ein Megabauwerk entsteht – bis 2015.

Zoff gab es im März auch um die Hundepension in Hohenbruch. Ex-Mitarbeiterinnen hatten im RBB-Magazin „Klartext“ von körperlicher Gewalt gegenüber Tieren berichtet, von zu engen Zwingern, zu wenig Auslauf und schlechter Pflege. Ralf Hewelcke, der Chef der Pension, bestritt diese Aussagen vehement.

Im Großen und Ganzen zugegeben hat ein Mann aus Charlottenau vor dem Amtsgericht Oranienburg, dass er zwei polnische Erntehelfer geschlagen und getreten hat. Er und seine Söhne hatten die Männer für Einbrecher gehalten.

Eine Welle der Hilfsbereitschaft ging dagegen durch die Region, nachdem im August am Kremmener Marktplatz eine Wohnung ausgebrannt war. Die Leute spendeten äußerst großzügig.

Ach ja, und gefeiert wurde natürlich auch. Höhepunkt: Zum Kreiserntefest nach Schwante kamen tausende Menschen.

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Auf der Suche nach dem schönsten Baum

Montag, den 22. Dezember 2014
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Auf dem Krämerwaldhof in Neu-Vehlefanz haben sich hunderte Besucher ihre Tanne fürs Weihnachtsfest selbst geschlagen

MAZ Oranienburg, 22.12.2014

NEU-VEHLEFANZ
Stürmisch, regnerisch und ein bisschen Schneematsch. So richtig weihnachtlich stimmt einen das Wetter noch nicht ein. Dennoch kommt das Fest mit großen Schritten. Am Wochenende herrscht deshalb auch noch mal Ansturm auf dem Krämerwaldhof in Neu-Vehlefanz. Etwa 6000 Bäume standen zu Beginn der Saison auf dem Hof. Besucher konnten sie in den vergangenen Wochen selbst schlagen. Am Sonnabend nutzen viele Familien die Gelegenheit.

„Wir schlagen unseren Baum schon jahrelang selbst“, sagt Gerd Lüdtke aus Hennigsdorf, der mit seinem Sohn Arne nach Neu-Vehlefanz gekommen ist. „Hier sind wir schon das zweite Mal.“ Eine gute halbe Stunde haben sie gebraucht, auf dem Feld den richtigen Weihnachtsbaum zu finden. „Einigermaßen füllig muss der Baum sein“, so Gerd Lüdtke.

Sibylle Rudolph hat da schon ein etwas anderes Konzept: „Ich finde es einfach schön, einen Mitleidsbaum zu haben“, sagt die Berlinerin, die mit ihrem Mann Frank und ihrer Tochter auf den Krämerwaldhof gekommen ist. So ein Baum müsse nicht immer toll aussehen. Wichtig sei, dass er rundum grün sei und keine Lücken habe. Bei Rudolphs steht der Baum auf einem Tisch, deshalb muss er auch nicht groß sein. „Wir haben diesmal nur fünf Minuten gebraucht, bis wir gefunden haben, was uns gefällt“, erzählt sie und zeigt stolz auf ihren Baum, den ihr Mann gerade den Sandweg entlangzieht. Gerade haben sie das Teil abgesägt. „Die Säge haben wir von zu Hause mitgebracht.“ Bis zum 6. Januar steht der Baum in der Wohnung, erst dann kommt er weg. „Bis dahin bekommt er auch ein bisschen Wasser, dass er nicht nadelt.“

Diesen Rat gibt auch Günter Köhler. Der Gartenbauer ist der Chef auf dem Neu-Vehlefanzer Krämerwaldhof. Seit 1997 betreibt er die Plantage. Wie er sagt, bestehe das Problem, dass die Weihnachtsbäume in den warmen Wohnungen vertrocknen, eher bei denen, die sie nicht frisch schlagen. Ansonsten krümeln Fichten zuerst. „Wir haben bei uns Kiefern, Rotfichten, serbische Fichten, Blautannen, Douglasien, Coloradotannen und Nordmanntannen“, zählt er auf. Letztere ist bei den Deutschen am beliebtesten.

Gerade setzt der kleine Lilian die Säge an einem der vielen Bäume an. Eigentlich ist er dafür noch zu klein, aber Papa Benjamin hilft ihm dabei und übernimmt schließlich ganz. „Wir haben eine halbe Stunde gesucht“, erzählt Marika Hahn. Sie ist mit ihrer Familie aus Berlin-Reinickendorf nach Neu-Vehlefanz gekommen. Sie hat vorher im Internet recherchiert, wo Bäume selbst geschlagen werden können. „Wir haben uns jetzt fast jeden angesehen“, sagt sie. Bis kurz nach Silvester bleibt der Baum in der Wohnung, dann kommt er raus. Auch bei Familie Hahn bekommt er ein bisschen Wasser, damit er nicht nadelt. Alle zusammen schleppen sie den abgesägten Baum über den Hof, um ihn sich in ein Netz einpacken zu lassen. Zwischen 15 und 35 Euro haben die Bäume in Neu-Vehlefanz in der Regel in diesem Jahr gekostet. Verschiedenfarbige Schilder machten die unterschiedlichen Kategorien deutlich. Einige, besonders groß gewachsene, sind allerdings extra gekennzeichnet und noch ein bisschen teurer. Nur durch diese Schildchen gekennzeichnete Bäume dürfen abgesägt werden.

Was aber passiert mit den vielen Baumstümpfen, die die Besucher in den vergangenen Wochen hinterlassen haben? Günter Köhler kennt die Antwort: „Mit einem Forstarbeiter gehe ich rum, dann werden die Stümpfe mit der Motorsäge weggeschnitten.“ Fünf Jahre dauert es, bis der Stumpf verfault ist. Und irgendwann steht dort an dieser Stelle vielleicht ein neuer Baum.

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Bötzower engagiert sich für Kinderhaus in Afrika

Samstag, den 20. Dezember 2014
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Maik Pfeiffer war bereits zweimal in Kenia, um zu helfen. Gerade werden wieder Spenden gesammelt.

MAZ Oranienburg, 20.12.2014

BÖTZOW
Man muss es spüren und man muss es sehen, sagt Maik Pfeiffer. Glückliche Kinderaugen sind der Lohn für die freiwillige Arbeit, die er gemeinsam mit einem großen Team in Kenia leistet. „Die Kinder dort haben nichts und haben trotzdem Lebensfreude.“
Der 42-jährige Versicherungsmakler aus Bötzow engagiert sich seit einigen Jahren für den Verein „Furaha Phönix Kinderhaus“. Es befindet sich in Kenia in Ostafrika und liegt nördlich von Mombasa. Schon zweimal war Pfeiffer vor Ort, um die Lage zu erkunden und vor allem um zu helfen.
2010 hat der Förderverein dort ein Grundstück gekauft, um das Kinderhaus zu bauen. Straßenkinder und Aids-Waisen kommen dort unter. Den Kontakt zum Verein, der seit 2005 existiert, bekam der Bötzower über den Vorsitzenden Oliver Drewes. „Daraufhin habe ich mich mehr mit dem Thema beschäftigt“, erzählt er.

Maik Pfeiffer organisiert seine Hilfe vor allem von Bötzow aus. So ist er beispielsweise auf Dorffesten mit einem Stand vertreten, um Spenden zu sammeln und auf den Verein aufmerkam zu machen.
„Für mich ist das Thema immer präsent“, sagt er. Kürzlich ist nach einem Monsunregen eine Mauer umgekippt. „Jetzt müssen wir schauen, wo wir das Geld für die Reparatur herbekommen können“, erzählt er. Etwa 10.000 Euro werden dafür benötigt.

40 Kinder wohnen derzeit in dem Haus. Viele von ihnen haben vorher auf der Straße gelebt, sie waren arm, unterernährt, krank und oft auch drogenabhängig. „Elvin ist zu uns ins Waisenhaus gekommen“, erzählt der Bötzower. „Vier Jahre alt, der Vater tot und die Mama 25 Jahre ins Gefängnis.“ Den Kindern soll in dem Haus der Weg in ein normales Leben ermöglicht werden. Momentan leben nur Jungs dort, sie wohnen in Vier-Bett-Zimmern und durchlaufen dort eine Art „Speedschool“, also einen Schnelllehrgang, um sie für die Schule fit zu machen. Manchmal stehen, so erzählt Maik Pfeiffer, auch einfach so Kinder vor der Tür.
100 Mitglieder hat der in Hamburg ansässige Verein „Furaha Phönix Kinderhaus“ mittlerweile. „Wenn ich meine Geschäftspartner darauf anspreche, habe ich gerade vor Weihnachten immer positive Reaktionen“, sagt Maik Pfeiffer. „Die Hilfsbereitschaft ist auf jeden Fall da.“ Der Bötzower hat selbst zwei Kinder. Der jüngere Sohn war bereits einmal mit in Kenia. „Ich finde es wichtig, sie mit einzubeziehen, damit auch sie merken, was man alles bewirken kann.“ Sehe er in die Kinderaugen der kleinen Kenianer, dann sei das sehr schön. „Es geht darum, ihnen schöne Momente zu schenken.“ Das gilt auch für Pfeiffers Engagement für die Björn-Schulz-Stiftung in Berlin. Sie betreibt unter anderem das Kinderhospiz Sonnenhof. Aber auch die Arbeit mit Kindern in Vereinen der Region unterstützt er.

Kontakt: Weitere Informationen zum Verein gibt Maik Pfeiffer unter Tel.: 03304/5220498.

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Schiff in der Schwebe

Freitag, den 19. Dezember 2014
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Ein Kran hob in Marwitz das 14 Tonnen schwere Gefährt vom Laster

MAZ Oranienburg, 19.12.2014

MARWITZ
Ein großes Knirschen – und schon hängt „Beethoven“ am Kran und schwebt über Marwitzer Boden. Ein 14 Tonnen schweres und 19 Meter langes ehemaliges Passagierschiff befindet sich seit gestern Vormittag auf dem Gelände der „Historischen Bauelemente“ am Bärenklauer Weg in Marwitz. Ein Kran hatte es vom Sattelschlepper rüber auf das Firmengelände gehoben.

Eigentlich sollte das Schiff – in seiner Vergangenheit trug es die Namen „Beethoven“ und „Stadt Bamberg“ – auf ein Wassergrundstück nach Berlin-Heiligensee gebracht werden, erklärte gestern Geschäftsführer Olaf Elias. Dort war ein Kindercafé geplant. Nach der Restaurierung des 1927 erbauten Schiffes sollte es auch wieder auf der Havel unterwegs sein. Doch der Kauf besagten Grundstücks war in letzter Minute geplatzt. Nun musste eine schnelle Entscheidung her, wo das Schiff erst mal hin soll. So strandete es gestern in Marwitz. „Wir haben uns vorher ausgerechnet, ob es überhaupt hier reinpasst“, erzählte Olaf Elias am Vormittag. „Es war perfekt.“

Was mit dem Schiff nun konkret passiert, ist offen. „Wir werden es hier erst mal sichern, dass es nicht mehr dem weiteren Verfall augesetzt ist“, so Olaf Elias. Es hat keinen Motor mehr, der Stahlrumpf muss saniert werden.
Das Schiff kommt von einer aufgelösten Werft in Dresden, es wäre in der Schrottpresse gelandet, wenn Elias nicht zugegriffen hätte. Zuvor war es lange in Düsseldorf und später in Bamberg unterwegs gewesen. Wenn die „Historischen Bauelemente“ in Marwitz im kommenden Jahr ihr 25. Jubiläum feiern, ist auch eine Kinderparty geplant. „Vielleicht finden wir Partner, das Schiff bis dahin flott zu machen“, sagt Olaf Elias. Auch will er weiter nach passenden Grundstücken Ausschau halten, die am Wasser liegen und für das Schiffskindercafé geeignet wären.
Aber auch nach Bamberg gibt es Kontakte. „Es gibt dort einen Dampferverein“, erzählt Olaf Elias. Vielleicht kehrt das Schiff irgendwann auch dahin zurück.

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Mit 60 im Kopf noch jung und klar

Dienstag, den 16. Dezember 2014
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Kremmens Stadtverordnetenvorsteher Detlef Reckin feiert heute

MAZ Oranienburg, 16.12.2014

KREMMEN
Eigentlich ist Detlef Reckin kein Geburtstagsfeierer. Als er 50 wurde, machte er mit seiner Frau eine Nil-Kreuzfahrt. Heute wird der Kremmener Stadtverordnetenvorsteher 60 und kommt um die Party nicht herum.
Geboren am 16. Dezember 1954 in Hennigsdorf, aufgewachsen in Charlottenau, ist Reckin ein Ur-Kremmener. Er war acht Jahre alt, als seine Familie in die Stadt zog. „Vorher mussten wir immer allein mit dem Rad hierher zur Schule fahren“, erinnert er sich. Eine harte Zeit, in Charlottenau gab es damals keine Autos. „Aber trotzdem hatten wir die totale Freiheit“, sagt er, und das sei noch heute eine besondere Erinnerung.

Er war sieben oder acht, als er gemerkt hat: „Landwirtschaft ist nichts für mich.“ Und das, obwohl er jeden Tag bei den Tieren war, wie er erzählte. Die Feuerwehr und der Fußball waren seine Hobbys als Kind, später entschied er, sich mehr dem Fußball zu widmen. „Ich war ziemlich erfolgreich“, sagt er. Von einem Kapselriss im Sprunggelenk mit 27 Jahren hat er sich allerdings nicht mehr so richtig erholt. „Ich sollte ruhiger spielen, aber mit diesem Rat konnte ich nichts anfangen“, sagt Detlef Reckin und lächelt.
Nach dem Schulabschluss – er lernte in den oberen Räumen des heute leer stehenden Klubhauses am Markt – begann er eine Lehre als Klempner. „Damals hatten viele noch Pumpen, deshalb war das eine spannende Herausforderung.“ 1989 wechselte er zur Kremmener Gebäudewirtschaft und hatte 38 Handwerker aus vier Berufsgruppen unter sich. 1993 fing er beim Raumausstatter Herrmann an – zu diesem Zeitpunkt war er bereits mit seiner heutigen Frau Heiderose zusammen. Ende 2008 gaben sie den Betrieb an die nächste Generation weiter. Inzwischen arbeitet Reckin halbtags auf dem Spargelhof, bereitet dort Events mit vor.

„50 Prozent meiner Zeit sind für die Politik bestimmt“, sagt er. Seit 2008 ist er Stadtverordnetenvorsteher, er sitzt für die SPD auch im Ortsbeirat. Schon 1990 zog es ihn in die Politik, er gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Kremmener SPD-Ortsvereins. Nach den Wahlen am 18. März 1990 war er Fraktionsvorsitzender seiner Partei im Stadtrat. 1994 zog er sich zunächst zurück, bevor er 2008 sein Comeback feierte. „Politik macht mir Spaß, man bewegt was“, sagt er. Die Handschrift der städtischen Politik sei in Kremmen gut zu erkennen, findet er, die Entwicklung sei fantastisch. „Nur beim Wohnungsbau haben wir uns zu lange rausgehalten“, so Reckin. Ein Projekt, das er gern noch umsetzen möchte, ist ( das überrascht kaum), dass wieder Leben ins Klubhaus am Markt einzieht.

Alt fühlt er sich mit seinen 60 Jahren nicht. „Vielleicht körperlich ein bisschen, aber im Kopf fühle ich mich jung und klar.“ Er hat vier Kinder aus zwei Ehen, ein fünftes Kind ist mit einem Jahr gestorben. Heiderose, seine dritte Ehefrau, brachte zwei weitere Kinder mit. Auch die acht Enkel sorgen für Trubel.
Heute Nachmittag ist Detlef Reckin aber selbst erst mal der Anlass für Wirbel. Die Party steigt in der Museumsscheune.

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Ein Märchenbuch voller Fantasie

Samstag, den 13. Dezember 2014
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Pflegekinder aus Oberhavel haben sich Geschichten ausgedacht. Das Werk gibt der Kinder- und Jugendhilfeverbund heraus.

MAZ Oranienburg, 13.12.2014

HENNIGSDORF
Es sind Märchen, kurze Geschichten und dazu viele wunderschöne, bunte Bilder. Kinder, die in Pflegefamilien in ganz Oberhavel leben, haben in den vergangenen Monaten an einer Sammlung mit Märchen gearbeitet. Nun hat das Hennigsdorfer Regionalbüro des Kinder- und Jugendhilfeverbundes (KJHV) das Buch „Märchen für alle“ herausgegeben. „Es sind Bilder und Geschichten voll von Fantasie“, erzählt Regionalleiterin Anke Horn. „Sie sind gespeist aus den Erfahrungen und der ganz persönlichen Lebenswelt eines jeden Kindes.“
So erzählt die sechsjährige Kimberly in dem Buch über eine Musikerin, die eine afrikanische Trommel spielt und die sich mit einem Fuchs anfreundet. Auf einem fliegenden Teppich reisen sie nach Afrika.

Die Idee für das Buch hatte Hannelore Kletschke aus Germendorf, die selbst drei Pflegekinder betreut. Gemeinsam mit Manuela Ulrich aus Hennigsdorf hat sie die Geschichten gemeinsam mit den Kindern erarbeitet. „Wir haben die Wohngruppen besucht und dort Märchennachmittage veranstaltet“, sagt Anke Horn. Die größeren Kinder haben ihre Geschichten selbst aufgeschrieben, bei den Kleineren haben die Erwachsenen mitgeschrieben, was ihnen die Kinder erzählt haben. „Komplett selbst ausgedacht sind die Geschichten aber nicht“, sagt Anke Horn. Mit Hilfe eines Kartenspiels und bestimmter Stichworte sind die Märchen entstanden. „Alle, die wir gefragt haben, wollten mitmachen, sie hatten unglaublich viel Spaß. Oft kann man auch zwischen den Zeilen lesen, was die Kinder ausdrücken möchten.“

Die Lieblingsgeschichte von Anke Horn heißt „Die Lüge“ und ist von Angelique (11). Da geht es um einen König und eine Königin. Er ist blind und sie muss immer seinen Rollstuhl schieben. Am Ende kommt heraus, dass der König gelogen hat und gar nicht blind ist. Die Königin jagt daraufhin ihren Mann fort. „Wenn man weiß, was im wahren Leben dahintersteckt, ist das sehr berührend“, sagt Anke Horn.

Alle Werke sind für das Buch neu zusammengestellt und editiert, aber inhaltlich nicht verändert worden. Nur Rechtschreibfehler und sprachliche Ungenauigkeiten sind korrigiert. Auch Zeichnungen der Kinder sind in das Buch eingeflossen. Wenn es möglich war, haben die Kinder unter ihre Geschichte auch ihr Autogramm gesetzt.
500 Exemplare des Buches sind gedruckt worden. Es ist sehr schön anzusehen, man sieht gleich, wie viel Herzblut darin steckt. „Als wir es am Mittwoch erstmals in der Hand hatten, waren wir überwältigt“, so Anke Horn weiter. Die Gestaltung des Buches übernahm die Grafikerin Barbara Feis, die Druckerei arbeitete zum Sonderpreis, auch eine Berliner Hotelkette gab etwas dazu. „Wir hatten sehr viele ehrenamtliche Helfer.“ Wer das Buch haben möchte, kann es gegen eine Spende beim KJHV in Hennigsdorf bekommen. „Das Buch ist finanziert“, sagt Anke Horn, „aber wir wollen beispielsweise im Winter mit 16 der Pflegekindern eine Skitour unternehmen.“ Das Büro des KJHV befindet sich in der Parkstraße 56 in Hennigsdorf.

Kontakt: Das Büro ist erreichbar unter Tel. 03302/20 13 60.

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Heiligabend sind die Kirchen immer voll

Mittwoch, den 3. Dezember 2014
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Pfarrer Thomas Triebler aus Beetz hat nur am ersten Feiertag Zeit, um bei der Familie zu sein

MAZ Falkensee, 3.12.2014

Drei Wochen noch. Dann ist Heiligabend. Das Fest, auf das wir momentan alle hinarbeiten. Für viele Branchen gilt das im wahrsten Sinne des Wortes. Gaststätten haben vermehrt Weihnachtsfeiern und mehr Menschen zu Gast als sonst. Beim Friseur sind vor dem Fest kaum noch Termine zu bekommen. Beim Bäcker müssen die Plätzchen gebacken werden, Supermärkte oder Geschäfte in Einkaufspassagen bieten Sonderöffnungszeiten. Journalisten haben Sonderbeilagen zu füllen, und die Buchhändler haben einen höheren Umsatz als sonst. Zu Weihnachten fällt dann der Stress ab. Zumindest in einigen der Branchen. Bei manchen kehren erst Anfang Januar wieder mehr Ruhe und der Alltag ein.

Zum Beispiel bei Pfarrer Thomas Triebler aus dem Kremmener Ortsteil Beetz. Er hat nur am ersten Weihnachtsfeiertag richtig frei und Zeit für die Familie und private Besinnlichkeit. „Wir sind gerade dabei, verschiedene Gottesdienste vorzubereiten“, erzählt er. Das sind einige, denn im Kremmener Pfarrsprengel gibt es fünf Kirchen, allein Heiligabend finden sieben Gottesdienste statt. „Davon leite ich drei“, so der Pfarrer.
In diesen Tagen beginnt er, an seiner Weihnachtspredigt zu arbeiten. „Damit habe ich den Wunsch, die Leute auch wirklich zu erreichen.“ Dogmatische Redewendungen versucht er zu vermeiden, anhand von Beispielen sollen seine Zuhörer nachvollziehen können, wovon er spricht.
Für den Heiligen Abend sind darüber hinaus viele Absprachen zu treffen, „deutlich mehr als bei anderen Gottesdiensten“, so Triebler.

Schon am kommenden Wochenende findet in Sommerfeld vor der Kirche der Adventsmarkt statt, der von der Gemeinde organisiert wird. Auch dafür ist vieles vorzubereiten. Bis Weihnachten stehen darüber hinaus diverse Feiern in den Ortsteilen auf dem Plan. „Es gibt schon einen großen Bedarf, dass ich als Pfarrer da auch dabei bin“, erzählt Thomas Triebler. „Und es ist auch mein Ziel, dass ich das schaffe.“ Gerade hatte er noch eine Anfrage aus Groß-Ziethen, den Termin konnte er gerade noch dazwischenschieben – aber er macht das gern. „Es ist heute leider eine der wenigen Möglichkeiten, mit der Gemeinde und den Menschen Kontakt zu halten. Denn Einzelbesuche bei den Leuten zu Hause sind zeitlich kaum noch möglich.“ Deshalb sei es ihm auch sehr wichtig, gerade bei diesen Gruppentreffen vor Weihnachten dabei zu sein.

Die täglichen Pflichten bleiben jedoch auch im Dezember nicht aus. Gemeindekirchenrat, der Jahresabschluss, die Friedhofsverwaltung, das Büro. „Das läuft ja alles auch noch weiter“, sagt der Pfarrer und schmunzelt.
Heiligabend ist er bis etwa 23.30 Uhr unterwegs, da predigt er in der Beetzer Kirche. Am ersten Feiertag ist Zeit zum Luftholen. Der zweite Feiertag wird mit einem musikalischen Gottesdienst in Sommerfeld eröffnet. Erst nach Weihnachten wird es ruhiger, im Januar herrscht wieder der Alltag. „Aber bis dahin ist noch viel zu erledigen“, sagt Thomas Triebler.

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Buchhandel: Eifriges Stöbern nach Geschenken

Auf die Frage hin, wie es denn im Nauener Buchhandel mit dem Stress vor dem Weihnachtsfest aussieht, muss Michaela Marszalkowski erst mal lachen. „Da sind Sie genau richtig!“ In den Mittagzeiten, zum Feierabend – das sind die großen Stoßzeiten in der Theodor-Körner-Buchhandlung in der Mittelstraße in Nauen. Die Leute kaufen für sich, vor Heiligabend aber besonders Geschenke für andere ein. „Da ist eigentlich durchweg alles dabei“, sagt die Mitarbeiterin des Buchladens. Hochpreisige Bücher gehen momentan ebenso weg wie Hochliteratur und Taschenbücher.

Hin und wieder kommt es dabei zu lustigen Begebenheiten. So wissen Kunden manchmal nicht den genauen Titel eines Buches, das sie suchen: „Ich hab’s irgendwo gesehen, es ist blau!“, heißt es da schon mal. „Einmal fragte ein Kunde nach dem Roman ,Flucht aus dem Altenheim’“, erinnert sich die Buchverkäuferin. Gemeint war allerdings „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“.
Auch Heiligabend hat das Geschäft bis zum Mittag noch geöffnet. „Das ist der Tag, an dem die Last-Minute-Kunden zu uns kommen“, sagt Michaela Marszalkowski. Nach Weihnachten ist allerdings noch nicht Ruhe. „Dann kommen die Kunden mit Gutscheinen, die sie als Geschenk bekommen haben.“

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Viele Stollen fürs Fest
In der Bäckerei Forduhn in Groß-Ziethen werden Extraschichten geschoben

Bäcker Carsten Forduhn aus dem Kremmener Ortsteil Groß-Ziethen arbeitet vor Weihnachten in Sonderschichten. „Das Weihnachtsgebäck ist recht zeitaufwändig“, sagt er. Kekse und Mohnstollen werden vor dem Fest vermehrt verkauft.
Jede Nacht um 2 Uhr backt er zunächst Brote und Brötchen. „Dann folgen die Schnecken und der Kuchen.“ Um 6 Uhr stehen die Mohnstollen auf dem Plan, bevor noch weiteres Brot gebacken wird. Zu guter Letzt folgt noch der Butterstollen.

Das meiste geht bei Forduhns über verschiedene Vorbestellungen auf den Weg zu den Kunden. Dennoch hat Birgit Forduhn, die Ehefrau des Bäckermeistes, auch in ihrem Laden an der Alten Dorfstraße, noch viele Kunden und entsprechend gut zu tun.
Forduhns beliefern darüber hinaus auch das Schloss Ziethen, unweit der Bäckerei. Auch ist das kleine Unternehmen mit einem mobilen Verkaufsstand unterwegs. Damit beliefert Carsten Forduhn seine Kunden in den umliegenden Dörfern. Dazu gehören Klein-Ziethen, Vehlefanz oder auch Kremmen. „Da wird kurz gehupt, dann wissen die Leute schon Bescheid.“ Weitere Sonderbestellungen seien in der Bäckerei zeitlich schon gar nicht mehr zu schaffen.

Heiligabend wird bei ihm noch bis zum Mittag gearbeitet, dann kommen die letzten Kunden, um bei Forduhns einzukaufen. Schließlich stehe ja nicht nur Weihnachten vor der Tür, sondern auch ein extralanges Wochenende. Nach dem zweiten Feiertag folgen gleich der Sonnabend und der Sonntag. Heißt: Weihnachten ist erst mal Pause. Allerdings geht es schon am zweiten Feiertag gleich wieder los, denn dann steht schon der Wochenendeinkauf auf dem Programm. Am 27. Dezember, dem Sonnabend, soll dann schon wieder frisches Brot verkauft werden.
Rund um Neujahr wird es ähnlich verlaufen, so schätzt Carsten Forduhn die Situation ein. Erst Anfang Januar, nach sämtlichen Feierlichkeiten, könnte tatsächlich wieder ein bisschen Ruhe einkehren.

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Last-Minute-Haarschnitt
Auch Heiligabend gehen die Leute in Oranienburg noch zum Friseur

Es sind besonders die jungen Leute, die Heiligabend um 11.45 Uhr noch beim Friseur auftauchen – eine Viertelstunde, bevor das Geschäft schließt. Friseurin Monika Teichler lächelt, als sie das erzählt. Sie arbeitet im Laden von Jutta Quarg in der Oranienburger Havelstraße. „Das ist dann aber wirklich auf den letzten Drücker“, erzählt Monika Teichler.
Ob die Kunden dann noch dran kommen, hängt davon ab, wie voll das Geschäft ist. „Wenn wir schon zwei oder drei wartende Kunden haben, und es sind nur noch ein paar Minuten bis zum Geschäftsschluss, dann können wir irgendwann keinen mehr annehmen.“
Heiligabend ist ordentlich was los beim Friseur, aber auch schon in den Tagen davor. „Wir haben viele Stammkunden, die wissen das immer schon“, erzählt Monika Teichler.

Für die Mitarbeiter bedeutet das in der Zeit vor Weihnachten mehr Arbeit und durchaus auch Stress. Für die Friseurin ist das aber kein Nachteil. „Spaß macht die Arbeit trotzdem“, sagt sie. Zudem seien die meisten Leute ja auch immer nett. Nur manchmal käme es vor, dass die Kunden etwas gestresst seien. „Die schauen dann zu uns rein und sehen, dass da schon zwei Kunden vor ihnen warten, dann gehen sie gleich wieder raus, weil sie Angst haben, dass es zu lange dauert“, erzählt Monika Teichler. „Dabei geht das eigentlich recht schnell.“
Nach Weihnachten wird es in dem Geschäft deutlich ruhiger – zumindest scheinbar, so die Friseurin: „Allerdings beobachten wir, dass unsere älteren Kunden gerade dann erst kommen, weil sie dem Trubel vor dem Fest aus dem Weg gehen wollen.“

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Gastwirte: Bis Neujahr herrscht Hochbetrieb

Schon jetzt ist die Gaststätte „Sonnenburg“ in Oranienburg festlich geschmückt. An der Decke hängen lauter Schneekugeln, Weihnachtssterne und Adventskränze. „Wir haben jetzt viele Weihnachtsfeiern bei uns im Haus“, sagt Astrid Welz-Krinke, die Inhaberin des Lokals an der Robert-Koch-Straße.
Besonders an Donnerstagen und Freitagen finden die Feiern in der Regel statt. „Die normalen Familienfeiern haben wir aber auch noch, auch im Dezember werden ja schließlich Geburtstage gefeiert“, sagt die Gastronomin und lächelt.

Das Team in der Gaststätte, die es in der Stadt schon viele Jahrzehnte gibt, ist es gewöhnt, dass kurz vor Weihnachten das Haus gut gefüllt ist. Allerdings wird es in der „Sonnenburg“ zum Fest selbst noch nicht wirklich ruhiger. Nur Heiligabend – da ist das Haus geschlossen. „Wir haben mal versucht, an diesem Tag bis zum Nachmittag zu öffnen, aber da kam kaum jemand.“ Den Test haben die Gastronomen dann wieder aufgegeben. Dafür aber ist an den beiden Feiertagen ordentlich was los. Da wird das Haus wieder voll sein. „Das sind unsere Hauptkampftage“, sagt Astrid Welz-Krinke. Sie sieht das an den Tischbestellungen, die schon jetzt vorliegen.
Ob die Leute vor dem Fest in Sachen Trinkgelder spendabler sind als sonst, kann sie nicht sagen. „Das ist sehr unterschiedlich. Ich hoffe aber für meine Mitarbeiter, dass es so ist.“
Der vor- und nachweihnachtliche Stress zieht sich im Lokal noch weiter hin. Es folgen eine Woche nach dem Fest die Silvesterparty und der Neujahrsbrunch. „Eigentlich wird es bei uns erst ab 5. Januar ruhiger. Wobei wir uns eigentlich immer freuen, wenn es gerade nicht ruhig ist“, so die Leiterin des Lokals.