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In der Zeitung erschienen

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Sein Ziel ist der Bundestag in Berlin

Donnerstag, den 7. August 2014
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Marvin Scharpwinkel ist mit 19 Jahren der jüngste Abgeordnete des Parlamentes in Oberkrämer

MAZ Oranienburg, 7.8.2014

VEHLEFANZ
Gerade erst hat er sein Abi gemacht. Bald will er studieren und die Politik spielt auch eine immer größere Rolle in seinem Leben. Marvin Scharpwinkel ist 19 Jahre alt. Der Vehlefanzer ist das jüngste Mitglied der Gemeindevertreterversammlung in Oberkrämer. Auch im Ortsbeirat von Vehlefanz mischt er mit.

Im Sommer des vergangenen Jahres ist er in die CDU eingetreten. „Ich habe mich eigentlich schon immer für Politik interessiert“, sagt er. So verfolgte er 2012 intensiv den US-Wahlkampf zwischen Barack Obama und Mitt Romney. Der weckte verstärkt auch sein Interesse, sich hierzulande zu engagieren. „Ich habe angefangen, zu recherchieren, welche Partei zu mir passt.“ Es ist die CDU geworden. „Ich bin evangelisch, deshalb sollte es eine christliche Partei sein.“ Der Mensch müsse im Mittelpunkt stehen. Außerdem ist ihm die wirtschaftliche und außenpolitische Kompetenz wichtig.
Bei einer Wahlveranstaltung im Herbst 2013 in Eichstädt ist er von Bernd Ostwald, dem CDU-Chef in Oberkrämer, angesprochen worden. Schnell war klar: Marvin Scharpwinkel wird zur Kommunalwahl antreten. „Ich habe in den Wochen davor viele Flyer verteilt, ich war an vielen Haustüren in Oberkrämer und habe mich den Leuten vorgestellt“, erzählt er. Die Resonanz sei gut gewesen. „Die Leute haben sich oft gefreut, dass sich auch ein junger Mensch um die Politik kümmert.“

Seine Themen in Oberkrämer: der Erhalt der Straßen, ganz besonders der teilweise maroden Landesstraße 17. Er will sich um bezahlbaren Wohnraum kümmern und um die Ansiedlung von Unternehmen in den Gewerbegebieten. Er engagiert sich außerdem im Sozialausschuss der Gemeinde: Vereine, Schulen, Kitas. Mit all diesen Themen musste sich der 19-Jährige erst noch beschäftigen. „Vorher wusste ich davon recht wenig.“ Aber er hat sich schlaugemacht – im Internet, auf diversen Veranstaltungen und in Bürgerdiskussionen.
Noch ist Sommerpause im Gemeindeparlament. Der Vehlefanzer Ortsbeirat hat aber schon kommenden Donnerstag sein nächstes Treffen. „Da muss ich mich drauf vorbereiten. Aber ich hoffe, ich habe ein gutes Zeitmanagement.“

Nach dem Abi an der Oranienburger Torhorst-Gesamtschule hat er sich in Berlin und Potsdam um Studienplätze beworben. Er möchte sich mit Wirtschaft und Politik beschäftigen. Wenn er eine Zusage bekommt, geht es Mitte Oktober los.
Seine Mitgliedschaften im Ortsbeirat und Gemeindeparlament könnten nur der Anfang sein. In fünf Jahren will er sich um einen Sitz im Kreistag bewerben und ganz am Ende steht der Bundestag in Berlin. „Wenn ich was anfange, will ich es auch zu Ende bringen, und am Ende steht eben der Bundestag“, sagt er.

Momentan macht er seinen Führerschein. „Ich möchte ein bisschen mobiler sein“, sagt er. Ab und zu geht er mit Freunden ins Kino, er geht gern joggen und liest viel – momentan ein Buch des US-Politikers Mitt Romney. Vehlefanz wird vorerst auch weiterhin seine Heimat bleiben – 13 Jahre schon lebt die Familie dort. „Wir wohnen direkt am Feld.“ Viel Ruhe für die aufregende Zeit, die ihm bevorsteht.

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Malte Voigts ärgert sich über ZDF-Report

Dienstag, den 5. August 2014
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“Aspekte” berichtete über Bürgerwehren

MAZ Oranienburg, 5.8.2014

KREMMEN/BÄRENKLAU
Ein Beitrag des ZDF-Kulturmagazins „Aspekte“ vom Freitagabend sorgt in Kremmen und Bärenklau für Ärger. Die Reporter berichteten über Bürgerwehren und zeigten unter anderem als Negativbeispiel den Kremmener Fall, als polnische Erntehelfer 2013 von Einheimischen verprügelt worden waren. Laut ZDF handelte es sich um eine solche Bürgerwehr.

Im Beitrag zu sehen war auch Malte Voigts, der Chef des Spargelhofes. „Ich habe dem Team immer wieder gesagt, dass der Fall nichts mit solchen Bürgerwehren zu tun hatte“, sagte Voigts gestern. „Eigentlich hat das in ihr Thema gar nicht reingepasst.“ In Kremmen waren es schlicht drei Männer, die spontan beschlossen, Selbstjustiz zu üben. Im Film sind die Kremmener dennoch in einen Topf mit organisierten Bürgerwehren geworden worden. „Das ärgert mich, das ist einfach doof“, so Malte Voigts.

Klaus Oeder, einer der Initiatoren der Bärenklauer Sicherheitspartner, nennt den Fernsehbericht eine Katastrophe. „Das geht ja gar nicht“, sagte er gestern Nachmittag, nachdem er sich den Film in der ZDF-Mediathek angesehen hatte. Im „Aspekte“-Beitrag kamen die Bürgerwehren fast durchweg negativ vor. Das von der Brandenburger Polizei unterstützte Modell der Sicherheitspartner erwähnten die Moderatoren Jo Schück und Katty Salié nur hinterher – mit dem Zusatz, dass sie das alles gar nicht in Ordnung fänden.
Laut Klaus Oeder habe er zweimal Anfragen des ZDF zum Thema erhalten, aus zeitlichen Gründen habe er absagen müssen. „Nun bin ich froh“, sagte er. „Die innere Einstellung der Reporter war von vornherein negativ“, so Oeder weiter. Zudem möchte er mit Bürgerwehren nicht in einen Topf geworfen werden. „Wir arbeiten anders: nicht gegen, sondern mit der Polizei.“ Alle Mitglieder der Sicherheitspartner in Bärenklau seien von der Polizei als geeignet befunden worden. „Wir sind auch nicht selbsternannte Sheriffs.“

Malte Voigts wird wohl noch mal Kontakt mit dem Filmteam des ZDF aufnehmen, um die Sache richtigzustellen. Klaus Oeder will es auf sich beruhen lassen. „Das bringt sowieso nichts.“

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Dimitri Kalaschnikow wünscht sich mehr Smalltalk und Gin

Samstag, den 19. Juli 2014
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Florian Nikolai (26) aus Hennigsdorf hat ein neues Solo-Musikprojekt gestartet

MAZ Oranienburg, 19.7.2014

HENNIGSDORF
Dimitri Kalaschnikow will nicht perfekt sein. Er will eine Sache beenden, bevor er zehnmal darüber nachgedacht hat. Seine Musik klingt auch nicht perfekt – aber gut. Demnächst bringt er seine erste EP raus: „Smalltalk & Gin“ heißt die CD mit fünf Elektropopsongs.
Hinter Dimitri Kalaschnikow verbirgt sich Florian Nikolai. Der 26-Jährige aus Hennigsdorf ist bekannt durch „Die anderen Kinder“. Die Band pausiert, da mehrere Mitglieder momentan im Ausland sind. „Wenn sie wiederkommen, wollen wir uns zusammensetzen und überlegen, ob es weitergeht“, sagt Florian.

Allerdings hatte er schon immer vor, auch mal was anderes zu machen, ein Soloprojekt. Daraus wurde nun Dimitri Kalaschnikow. Er arbeitet mit einem Partner aus der Berliner Elektronikszene zusammen. „The Stereomühl“ war vorher unter dem Namen „Momo Berlin“ in der Hauptstadt unterwegs. Die beiden sind seit zehn Jahren befreundet. „Er hat ein kleines Homestudio und ist dort gut ausgerüstet“, sagt Florian alias Dimitri. „Ich wollte unbedingt mit einer Loupmaschine arbeiten.“ Die sorgt dafür, dass Sounds, die er spielt, automatisch wiederholt werden und dass so irgendwann ein Klangteppich entsteht, der wie eine große Band klingt.

Dimitri sorgt für die Melodien, „The Stereomühl“ für das Synthiefeuerwerk. Und das ist die Musik in der Tat. „Smalltalk & Gin“ ist ein ruhiger, sehr verspielter Song – ideal für laue Sommernächte, in denen man mit Freunden zusammensitzt. „Das war die Idee des Entschleunigens. Wir planen auch ein Video, da habe ich die Idee, dass es nachts und in Zeitlupe spielen könnte. Würde passen!“
Über das Soundcloud-Internetportal lassen sich die Songs schon kostenlos runterladen, jetzt will Dimitri aber auch eine richtige kleine CD herausbringen. „Ich möchte die Leute anfüttern, sie sollen einfach mal reinhören, was ich da jetzt so mache“, sagt er.

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Von null auf hundert in die Kremmener Politik

Freitag, den 18. Juli 2014
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Sonja Karas ist eine echte Senkrechtstarterin

MAZ Oranienburg, 18.7.2014

HOHENBRUCH
Seit nicht mal einem Jahr lebt Sonja Karas in Hohenbruch, aber dennoch ist sie bereits jetzt ein wichtiger Teil der Kremmener Stadtpolitik. Von null auf hundert: Die 41-Jährige ist nach der Kommunalwahl für die Grünen in die Stadtverordnetenversammlung eingezogen. Sie schloss sich der SPD-Fraktion an und gehört damit zur stärksten Gruppe im Parlament. Außerdem leitet sie den Bauausschuss. Am Dienstagabend hatte sie im Rathaussaal ihre Premiere in diesem Amt. Ach ja, und Mitglied bei den Grünen ist sie auch erst seit September 2013. Sie trat ein, nachdem sie mit dem Wahlkampf vor der Bundestagswahl unzufrieden war. „Es ging um Halsketten und Stinkefinger, aber nicht um Politik“, sagt sie. Sie wollte das ändern.
„Wenn ich was mache, dann bin ich aktiv dabei“, erzählt Sonja Karas und lächelt. „Ich hatte erst gar keine Ahnung von Politik und Parteien. Meine Devise: learning by doing.“ Zwei Monate nach dem Parteieintritt ist sie bereits zur Beisitzerin im Landesvorstand der Grünen gewählt worden. „Man wächst da relativ schnell rein.“

Dass sie in Kremmen als völliger Neuling gleich den Sprung ins Stadtparlament schaffte, hat sie überrascht. „Ich habe mich furchtbar gefreut, als das Ergebnis feststand.“ Gleich mehrere Gruppen hatten um sie geworben, Sonja Karas führte nach der Wahl Gespräche mit der SPD, mit den Bürgern für Bürgern (BfB) und mit der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG). Sie entschied sich am Ende, mit der SPD zusammenzuarbeiten. „In der stärksten Fraktion habe ich viel mehr Entscheidungsspielraum.“ Das reizt sie.

Grüne Themen könnten in Kremmen demnächst also eine noch größere Rolle spielen. „Wir haben zwar die Energiewende, aber die Umsetzung krankt noch“, sagt Sonja Karas. Sie möchte am Energiekonzept mitarbeiten.
Die Gründung eines grünen Ortsverbandes in Kremmen steht ebenfalls auf ihrer Agenda. „Aber auch mein Tag hat ja nur 24 Stunden.“ Geld verdienen muss sie auch noch. Sie arbeitet selbstständig als Strategieberaterin und hat verschiedene Auftraggeber. Sie hat Kommunikationswissenschaft studiert, arbeitete als Entwicklungshelferin und hat danach gemeinsam mit ihrer Familie die Columbiahalle und den Columbiaclub in Berlin-Tempelhof betrieben. „Ich habe in meinem Leben fast 1500 Konzerte gestaltet und erlebt“, sagt sie. Danach wechselte sie zu einem US-Konzern und war strategische Planerin für den Bau der O2 -World in Berlin-Friedrichshain. „Konzerthallen sind mein Zuhause.“ Sie beriet drei Jahre lang O2 Germany und Telefonica.

Jetzt aber Hohenbruch. Ihre Eltern wohnen bereits seit 2006 im Kremmener Ortsteil. „Das ist eine richtig schöne Gegend hier“, sagt Sonja Karas. Sie liebt die Kranichwanderungen im Herbst, sie geht gern im Wald spazieren, reitet und macht Yoga. „Und wenn es einen vernünftigen Winter geben würde, laufe ich auch gern Ski.“
Nach und nach arbeitet sie sich in die Stadtpolitik ein. „Wenn ich etwas nicht weiß, dann frage ich nach“, sagt sie. Etwas allein durchzuziehen, das ist nicht ihr Ding.

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Bewohner wehren sich gegen Straßenstrich

Donnerstag, den 10. Juli 2014
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Zwei bis vier Prostituierte stehen regelmäßig an der Landesstraße bei Ludwigsaue. Verwaltung prüft Gegenmaßnahmen.

MAZ Oranienburg, 10.7.2014

LUDWIGSAUE
Die Bewohner des Kremmener Ortsteils Ludwigsaue wehren sich gegen einen Straßenstrich unweit des kleinen Ortes. Auf der Landesstraße 191 zwischen Rüthnick und Beetz bieten direkt an der Einfahrt nach Ludwigsaue zwei bis vier Damen regelmäßig ihre Dienste an.

„Sie stehen meist am Tage dort“, sagte ein Ludwigsauer, der nicht namentlich genannt werden will, in einem Gespräch mit der MAZ. Nach seinen Angaben verschwinden die Frauen mit ihren Freiern im Auto im Wald. Seit Mai sind die Prostituierten dort zu beobachten. Es könnte sich um Bulgarinnen handeln, die ein Gewerbe ausüben, das als „erotische Massagen“ angemeldet sei.
„Wir wollen sie da weghaben“, sagt der Ludwigsauer Einwohner. „Wir dachten, das regelt sich von allein, weil so viel Betrieb ist auf der Strecke ja nicht.“ Dem war aber nicht so. „Wir haben Angst vor Drogenhandel und Beschaffungskriminalität.“ Es seien bereits öfter benutzte Kondome im Wald auf dem Gebiet von Beetz und Ludwigsaue gefunden wurden. „Das ist eine Pietätlosigkeit, die wir nicht hinnehmen wollen.“

„Bürger der Stadt Kremmen, Sommerfeld, Beetz, Ludwigsaue und Neu-Ludwigsaue“ haben ein Schreiben an die Medien, an das Innenministerium in Potsdam, den Landkreis Oberhavel und die Kremmener Stadtverwaltung verschickt. Darin: 75 Unterschriften von Bürgern aus den genannten Orten. Ihre Forderung: ein Sperrbezirk für die Straßen und Gebiete von Beetz – und damit auch für Ludwigsaue – einzurichten, „um die dortige Prostitution zu untersagen“.

Aus Sicht von Bert Lehmann, dem designierten Ordnungsamtschef von Kremmen, stehen die Chancen dafür nicht gut. „Wir haben dazu nicht die Möglichkeit“, sagte er gestern. Dass in Ludwigsaue immer wieder zwei bis vier Prostituierte an der L191 stehen, ist in der Verwaltung jedoch bereits bekannt. „Wir haben das intern schon diskutiert“, so Lehmann. Bislang aber noch ohne Ergebnis. „Wir können nicht das ganze Stadtgebiet zum Sperrbezirk erklären, dann ziehen sie einfach woandershin“,sagte Bert Lehmann.

Irina Schmidt, die Pressesprecherin des Landkreises, bestätigte gestern, dass das Schreiben auch in Oranienburg angekommen sei. Zum Problem an sich konnte sie allerdings noch keine Aussage machen, man werde den Fall prüfen.

Der Ludwigsauer Einwohner hofft, dass sich was tut: „Dem Ruf unseres Dorfes schadet das immens“, sagte er.

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Jede halbe Stunde schlägt die Glocke – das beruhigt

Freitag, den 4. Juli 2014
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Immanuel Albroscheit ist der neue Pfarrer in Bötzow. Am Sonntag ist sein Einführungsgottesdienst.

MAZ Oranienburg, 4.7.2014

BÖTZOW
Die Turmuhr der Bötzower Kirche zeigt kurz nach acht Uhr. Sie steht. In Wirklichkeit ist schon Mittag. „Ich muss die Uhr jeden Tag aufziehen“, erzählt Immanuel Albroscheit und lächelt. Normalerweise läuft sie dann bis zu 27 Stunden, diesmal aber muss irgendwas schiefgelaufen sein. Immerhin läuten um 12 Uhr trotzdem die Glocken – allerdings ohne die vorherigen Glockenschläge. „Das Läuten geschieht elektronisch und hat mit der Uhr nichts zu tun.“

Pfarrer Immanuel Albroscheit ist der neue Pfarrer von Bötzow. Der 57-Jährige ist auch für die Gemeinden in Wansdorf und Pausin im Havelland zuständig. Es ist das erste Mal, dass er auf diese Art und Weise Landleben schnuppert. Eine Lebensumstellung, die er aber sichtlich genießt. „Als ich im Advent 2013 das erste Mal hier war, habe ich mich sofort verliebt“, erzählt er. Damals ist die Kirche gerade weihnachtlich geschmückt worden. „Zauberhaft!“ Die Bötzower Kirche sei ein echtes Schmuckstück. „Sie erstrahlt innen und außen“, so Albroscheit. Es gibt diesen Moment, da steht er auf der Brücke von Schönwalde kommend, blickt zum Dorf rüber und sieht die Kirche schon von weitem. „Ich mag das sehr.“ Auch den Glockenschlag – rund um die Uhr alle 30Minuten. „Für mich ist das auch nachts keine Belästigung, sondern irgendwie beruhigend.“
Was er sich allerdings wünscht ist, dass die Bötzower ihren Kirchenschatz mehr würdigen und nach außen hin darstellen. „Da gibt es zum Beispiel eine Holzplastik, sie ist vermutlich vom Künstler Wilhelm Groß. Warum findet man nirgends einen Hinweis darauf?“, fragt sich der Pfarrer.

Er selbst hat auch schon eine bewegte Geschichte hinter sich. Albroscheit war Ende der 1980er-Jahre wissenschaftlicher Assistent an der kirchlichen Hochschule in West-Berlin, danach drei Jahre persönlicher Referent von Bischof Martin Kruse. Von 1993 bis 2011 lebte er als Pfarrer in Berlin-Frohnau, danach leistete er Vertretungsdienste in Prenzlauer Berg und Köpenick. „Ich wollte dann wieder eine dauerhafte Stelle haben“, erzählt er. Nachdem Pfarrer Andreas Fincke Bötzow verließ, ist die Stelle ausgeschrieben worden. Daraufhin bewarb sich Immanuel Albroscheit.

Schon seit März lebt er in Bötzow, am Sonntag aber wird es offiziell: Dann beginnt um 14 Uhr sein Einführungsgottesdienst. Eingelebt hat er sich jedoch bereits. „Das Tor ist in der Regel nie zu“, sagt er. „Die Bötzower können jederzeit zu mir kommen.“ Und das machen sie auch. Sie geben ihr Wassergeld für den Friedhof ab oder kommen, weil zu Hause der Ehemann verstorben ist. „Relativ häufig habe ich auch Pilger zu Gast, sie sind auf dem Weg von Berlin nach Bad Wilsnack, und Bötzow ist eine Zwischenstation.“

Eine von Albroscheits Aufgaben ist es, die Gemeinden Bötzow, Wansdorf und Pausin unter einen Hut zu bekommen. „Ich gebe zu, dass die Bötzower im Vorteil sind“, sagt er. „Ich wohne hier, die Leute haben es nicht weit.“ Bei den Pausinern und Wansdorfern sei die Hürde etwas größer.
Allerdings gebe es auch in Pausin eine sehr schöne Kirche. „Ein wirklich einladender Ort“, sagt der Pfarrer. In Wansdorf schreitet der Anbau für die dortige Kirche voran. „Den könnten wir dann vielleicht für kleinere Veranstaltungen nutzen.“

Auch in Bötzow könnte sich Immanuel Albroscheit vorstellen, neue Veranstaltungen zu etablieren. „Aber erst einmal möchte ich gucken und hören“, sagt er. „Wichtig ist mir, die Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen.“

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Goldkehlen gratulieren zum Geburtstag

Dienstag, den 1. Juli 2014
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MAZ Oranienburg,, 1.7.2014

KREMMEN
Stößt Bürgermeister Klaus-Jürgen Sasse bald zu den Kremmener Goldkehlchen? Das war am Sonntagabend ein heißes Gerücht bei der Geburtstagsfeier von Birgit Neumann-Hannebauer. Die Leiterin des städtischen Bauamtes und stellvertretende Bürgermeisterin ist 60 Jahre geworden und feierte das mit Freunden, Kollegen, Stadtverordneten und vielen anderen Weggefährten in der Museumsscheune.
Die Kremmener Goldkehlchen, eine Gruppe älterer Herren um den ehemaligen Wobachef Horst Troppens, sang Neumann-Hannebauer zwei Ständchen, und als Bürgermeister Sasse danach zu seiner kleinen Rede ansetzen wollte, stand die Frage im Raum, ob er nicht auch etwas singen könne. Das Angebot, den Kremmener Goldkehlchen beizutreten, lehnte er jedoch ab, schließlich sei er bei den donnerstäglichen Proben oft verhindert, so Sasse mit einem Augenzwinkern.

Ansonsten verlief der Abend recht feucht und das nicht nur, weil es draußen in Strömen regnete. Es flossen Tränen der Rührung, nicht nur bei der Jubilarin, sondern auch beim Bürgermeister. Birgit Neumann-Hannebauer hatte zuvor in ihrer Rede an ihre 23 Jahre im Kremmener Rathaus erinnert. Am 1. August endet ihre Zeit als Bauamtsleiterin, am 31. August absolviert sie ihren letzten Tag als stellvertretende Bürgermeisterin. Für ihren Vorgesetzten hatte sie nur gute Worte, woraufhin er sagte: „Aber wir haben uns auch oft gezofft.“ Daraufhin Neumann-Hannebauer: „Aber man sagt doch bei einer Feier immer nur das Gute.“ Von Sasse bekam sie eine riesige Kaffeetasse mit darin gepflanzten Blumen geschenkt. „Birgit hat ein Leben lang Kaffee getrunken“, so Sasse. Aber vor allem habe sie den Leuten immer Kaffee und Kuchen ausgegeben und damit „geheilt, was der Bürgermeister vorher kaputt gemacht hat“, so Sasse weiter. Er schätzte in seiner Rede die Zuversicht, die Neumann-Hannebauer immer ausgestrahlt habe. „Du bist die Mutter des Amtes.“ Woraufhin die Jubilarin komplett in Tränen ausbrach.

Der Beetzer Andreas Dalibor, der ihr ebenfalls ein Ständchen sang, sagte danach: „Jetzt kriege ich hier eine verheulte Birgit.“ Er erinnerte daran, dass sie einst Geburtshelferin seines Theaters „Tiefste Provinz“ im Scheunenviertel war. „Ich war noch gar nicht im Rathaus, da gab sie mir schon Tipps, wo und wie ich Zuschüsse bekommen kann“, erzählte Dalibor am Sonntag.
Lob gab es vom Stadtverordneten Frank Bommert aus Sommerfeld. „Sie ist eine furchtbar nette, ausgleichende Frau, sie hat vieles in der Stadt geglättet“, sagte er. Er hoffe, das Neumann-Hannebauers Lebenswerk mit ihrem Ruhestand nicht beendet sei