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In der Zeitung erschienen

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Erinnerungen eines Kochs

Freitag, den 12. Januar 2018
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Der Kremmener Gastwirt Norbert Stolley gibt ein Buch heraus

MAZ Oberhavel, 12.1.2018

Kremmen.
Ein Leben ohne Bier ist wie ein Ozean ohne Wasser. Es gibt nichts Wertvolleres als einen guten Freund, außer einen guten Freund mit Schokolade. Ein Tag ohne Lachen ist wie ein Windbeutel ohne Sahne.
Das sind nur drei von diversen Sprachblasen aus dem Mund von Norbert Stolley. Der Kremmener Gastwirt betreibt im Scheunenviertel seit 2007 nicht nur sein Lokal „Coldehörn“. Zu seinem 50. Berufsjubiläum als Koch im vergangenen Jahr hat er auch ein kleines Büchlein herausgegeben: „Neeein, sag mir, dass das nicht wahr ist …“ Unter diesem neckischen Titel hat er Erinnerungen zusammengetragen, er beschreibt darin aber auch Begebenheiten, die ihm immer wieder unterkommen. Auch erzählt er aus seinem Privatleben. Untertitel: „Bemerkenswerte Geschichten und der kurz beschriebene Lebenslauf eines Kochs“.

„Das ist aus einer Laune heraus entstanden“, erzählt Norbert Stolley. „Es sind Geschichten, die ich hier auch mit Gästen erlebt habe.“ Immer wieder kam der Gedanke: „Das müsstest du aufschreiben.“ Tatsächlich schrieb er dann einfach los. Ein bisschen über die Kindheit, über Zeiten, die ihm gefallen haben. „Aber irgendwie war alles durcheinander, das passte dann noch nicht.“ Eigentlich sollte das Buch schon im August 2016 fertig sein – es verzögerte sich dann bis zum Dezember 2017. „Ich habe mich im Urlaub hingesetzt und alles neu sortiert.“ Gedruckt wurde das Buch beim Verlag Sonnenbogen in Marwitz. „Es sollte Farbe ins Spiel kommen“, erzählt der Gastwirt. Das ist auch der Grund, warum es in diesem Buch hin und wieder Seiten gibt, die rot sind oder gelb oder grasgrün.
Zu seinen Lieblingskapiteln im Buch zählt das über das Pinkeln. Wenn nämlich Männer im Restaurant auftauchen, die mit den Händen in den Hosentaschen nach einer Toilette fragen und sich danach rausstehlen wollen, ohne 50 Cent gezahlt zu haben.

Etwa 130 von den Büchern hat er bereits verkauft. Wer das „Coldehörn“ besucht, sieht die Exemplare gleich am Eingang auf einem Tischchen stehen. Es seien vor allem Gäste, die bislang zugegriffen haben. Insgesamt 500 Bücher hat Stolley in Marwitz drucken lassen. „Viele Leute sagen dann, ich solle doch auch mal was in ihr Buch schreiben“, erzählt der Kremmener. Eine Lesung hat er bis jetzt noch nicht veranstaltet, aber er denkt darüber nach, es noch zu tun.

Der 66-Jährige hat zu Weihnachten von einem Gast eine Kladde geschenkt bekommen – darin kann er nun weitere Erlebnisse festhalten. „Ich habe schon einiges darin festgehalten“, sagt Norbert Stolley und lächelt. Obwohl er das Rentenalter schon erreicht hat, will er noch lange nicht aufhören. „Wir haben einen neuen Küchenblock in unser Lokal einbauen lassen.“ Auch eine neue Tafel gibt es sowie diverse neue Geräte und Maschinen. „Das würde ich ja nicht machen, wenn wir den Laden in einem Jahr zumachen würden“, sagt er. „Aber wir machen weniger. Wir merken, dass wir ein gewisses Alter erreicht haben. Wir informieren unsere Gäste, wenn wir außerplanmäßig mal zumachen müssen.“

70 Prozent der Kunden von Norbert Stolley und seiner Frau Charlotte im „Coldehörn“ sind Stammgäste. „Teilweise kommen sie immer wieder an festen Tagen zu uns“, erzählt er. Einige seien schon zu Freunden geworden, die auch mal ein paar Sonderwünsche erfüllt bekommen.

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Überflieger: Für den Koch gibt es keine Feiertage

Samstag, den 6. Januar 2018
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Christian Haferkorn betreibt in Hohenbruch eine Küche mit Kochschule

MAZ Oberhavel, 6.1.2018

Hohenbruch.
Gänsekeulen, Rotkohl, Grünkohl, dazu Klöße. Heiß serviert. So sah das Weihnachtsmenü von Christian Haferkorn aus. Zumindest das, was der Hohenbrucher Koch an den Feiertagen zubereitet hat, um es an seine Kunden auszuliefern. Er selbst freute sich vor allem auf den Kartoffelsalat von seiner Mutter. Allerdings blieb ihm auch dafür nicht so viel Zeit. „Ich stand die ganzen Feiertage in der Küche.“ Er hat komplett durchgearbeitet. „Das ist ein bisschen die Krankheit der Gastronomie, dass man die Feiertage nicht mehr so braucht“, sagt er und lächelt. Er kenne es gar nicht mehr, an solchen Tagen zu Hause zu sitzen. Silvester sah es genauso aus. „Ich freue mich, wenn ich 130 Gäste habe, die dann sagen, alles ist gelungen.“ Um 23 Uhr werde meist auf das Menü angestoßen. „Da habe ich Freude dran“, sagt der 31-Jährige.

Christian Haferkorn hat in seinem Leben schon einiges erreicht. Am Kirchring in Hohenbruch betreibt er seine Küche mit Kochschule. Er hat einen Cateringservice, ist im Sommerfelder Hotel in der Küche beratend tätig, übernimmt Messeauftritte für einen Hersteller von Küchenwaren und ist Teil der Nationalmannschaft der Köche.
Er stammt aus Hohenbruch und gehörte zum letzten Jahrgang, der an der Beetzer Schule seinen Zehnte-Klasse-Abschluss machen konnte. Danach machte er eine Lehre als Hotelfachmann. „Aber ich habe mir die Frage gestellt, was mache ich, wenn ich 40 bin“, erinnert er sich. Also begann er mit 19 in Sommerfeld noch eine Lehre als Koch. Danach nahm er öfter an Kochwettkämpfen teil und schaffte es in ein Berlin-Brandenburg-Team. Über diese Schiene kam bald das Angebot, Teil der Jugendnationalmannschaft der Köche zu werden. Er wollte – und er sagte dafür sogar einen Job ab. Er hätte Küchenchef auf dem Petersberg in Bonn werden können, er blieb stattdessen in Sommerfeld und hatte so auch Zeit, um in Berlin mit seinem Team zu üben.
Später wurde er Küchenchef in einem Hotel in Dierhagen an der Ostsee. Dann aber wollte er sich selbstständig machen. „Ich habe als Mietkoch angefangen“, erzählt Christian Haferkorn. Er hatte ja schon viele Kontakte. Er machte viel in Rheinsberg, war auch eine Weile Küchenchef in der Kremmener Seelodge. 2012 kam das Objekt in Hohenbruch dazu. „Ich habe vorher in einer kleinen Küche meiner Eltern angefangen, aber es kam immer mehr dazu.“ Von außen sieht das Gebäude zwar noch nicht so ganz ansehnlich aus, drinnen aber ist schon viel passiert. „Wir haben nach und nach was reingesteckt.”

Hohenbruch soll auch verstärkt der Ort werden, an dem er in seine Kochschule einlädt. „Da kommen Leute aus Berlin, Magdeburg oder der polnischen Grenze.“ Kommt ein Paar zum Kochen vorbei, dann bringen sie beim nächsten Mal eine ganze Gruppe mit. So habe sich schon jetzt vieles ergeben. Er selbst mag am liebsten die gehobene Landhausküche. „Lamm, Wild. Ich bin über alles aus der Region dankbar“, sagt er. „Säfte von den Bauern, Wurzeln aus Linum. An so was habe ich Spaß. Das ist dann vernünftig verarbeitet. Dass er aber selbst eine Gaststätte eröffnet, das stehe momentan nicht auf seinem Plan. Das sei schwierig. „Vielleicht mal mit einem großen Team, aktuell habe ich aber viel mehr Freude am Catering.“ Er habe Respekt davor, wenn man in einem kleinen Restaurant sechs Tage pro Woche vor Ort sei. Christian Haferkorn beschäftigt momentan zwei Festangestellte, plus zehn Pauschalkräfte, die abrufbereit seien.

Und dann hat Christian Haferkorn auch noch die Goldmedaille, die er stolz vorzeigen kann – von der Kocholympiade 2016 des Verbandes der deutschen Köche. Damals gab es unter anderem Heilbutt in Heuasche gegart und Lammhüfte mit Maronenpüree, „Gerade hat sich eine neue Mannschaft gegründet. Wir sind jetzt dabei, das Menü für Luxemburg zu planen.“

Es wird also ein spannendes Jahr für Christian Haferkorn. „Gesundheit ist das Wichtigste, und dass alle Spaß haben bei der Arbeit, dann kommt der Rest von allein.“ In fünf Jahren soll in Hohenbruch innen und außen alles fertig sein. Ein wirkliches Vorbild hat der 31-Jährige dabei übrigens nicht. „Mit Christian Lohse unterhalte ich mich gern, mit ihm tausche ich mich aus.“ Er ist ein Zwei-Sterne-Koch, „aber das ist ein hartes Pflaster, denn da muss man immer sehr akkurat sein“, sagt er.

Zeit für Hobbys bleibt nur bedingt. „Ich gehe jagen.“ Er liebe es, nach dem Kochen rauszugehen oder früh morgens aufzustehen. „Der Wald ist ja hier vor der Tür.“ Auch hat er einen großen Freudeskreis. Und was gibt es zu essen, so ganz privat? „Hausmannskost von Oma. Leberwurststulle, Königsberger Klopse. Bulette, Erbsen, Püree. Aber das machen wir selten.“

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Chronik Oberkrämer 2017

Freitag, den 29. Dezember 2017
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MAZ Oranienburg, 29.12.2017

Januar: Die „Vehlefanzer Amseln“ feiern ihr zehntes Jubiläum. Der Chor wurde 2007 gegründet. – Erste Pläne für die neuen Hortgebäude in Vehlefanz und Bötzow werden vorgestellt. Die Kosten betragen insgesamt etwa 4,5 Millionen Euro. Der Hort in Vehlefanz sollte im Herbst fertig sein, nun aber erst 2018.

Trauer in Marwitz
Albrecht Seeburg ist am 27. Januar im Alter von 79 Jahren überraschend gestorben. Bis zuletzt war er Ortsvorsteher in Marwitz und Gemeindevertreter in Oberkrämer – er setzte sich für die Belange der Menschen ein.

Februar: 35 Leute kommen zum Seniorenfasching nach Eichstädt. Die Kaffeenachmittage, die jeden Monat im Gemeindehaus stattfinden, sind ein voller Erfolg.

Müllers Helfer
Nachdem auf dem Hof von Familie Müller in Schwante ein milder Volgelgrippe-Fall aufgetreten war, wurden dort rund 500 Tiere getötet. Die Trauer in der Familie war groß. Um so größer die Freude, als im Februar viele Helfer auf den Hof kamen, um aufzuräumen und für einen Neustart zu sorgen.

Thiede zeigt’s dem Minister
Albrecht Gerber, der Wirtschaftsminister von Brandenburg, war im Februar zu Gast in der Tischlerei von Olaf Thiede in Bötzow. Er staunte: “Ein ganz großes Spektrum” habe er dort entdecken können.

Mehr Plätze in der Bötzower Kita
Der Anbau der Kita “Traumzauberbaum” in Bötzow ist Ende Februar eröffnet worden. Sie bietet nun Platz für 165 Kinder, das sind 40 mehr als vorher.

März: Die Kirche in Marwitz ist marode und muss saniert werden. Betroffen sind das Dach und das Gestein. Der neue Pfarrer Marcus Schütte beziffert die Kosten auf etwa 310 000 Euro. Er bittet bei der Gemeinde Oberkrämer um Hilfe. – Nach dem Tod von Albrecht Seeburg wird Thomas Nocke neuer Ortsvorsteher von Marwitz. – Auf dem Autohof Oberkrämer in Vehlefanz kommt es zu einem Zwischenfall: Es gibt Streit um die Plätze an den Spielautomaten. Ein Mann (28) kommt mit einem Beil und schlägt auf einen 35-Jährigen ein. – In Schwante schließen sich die Gastwirte vom Schloss, Forsthaus und Gartenhaus zusammen. Sie starken die Vermarktungskampagne „Schwante is(s)t gut“.

April: Eigentlich sollte am Gemeindezentrum in Bötzow eine Streetball-Anlage entstehen. Sie kommt nicht, weil der Ortsbeirat befürchtet, es könnte zu laut werden. – An der MAZ-Frühlingswanderung zur Mühle nach Vehlefanz nehmen 80 Leute teil und sehen Oberkrämer von einer anderen Seite. – Die Gemeindevertreter beschließen einen Nachtragshaushalt für 2017. Die Höhe der Investitionen steigt von 1,98 auf 6,5 Millionen Euro Euro. – Manfred Ende aus Bötzow veröffentlicht sein neues Buch „Als der Bleistift spöttisch die Miene verzog“. – Bernd Ostwald aus Schwante ist neuer Behindertenbeauftragter in Oberkrämer. – Unzählige Besucher kommen zum 15. Krämerwaldfest nach Wolfslake.

Mai: Der Bau des Radweges an der L 170 von Schwante nach Germendorf kommt noch vor 2030. Das geht aus einer neuen Bedarfsliste der Landesregierung hervor. Es herrscht Frust. – Es wird bekannt, dass der Lindenkrug in Schwante schließen muss. Ende September ist Schluss. – Polizei, Veterinäramt und ein Tierarzt holen von einem Grundstück in Eichstädt-Ausbau viele Enten, Hühner, Puten und mehr. Es besteht der Vorwurf der Tierquälerei, den der Besitzer bestreitet. – Das Unternehmen „Fi-sherman’s Partner zieht von Schwante in den Gewerbepark nach Vehlefanz und öffnet dort eine größere Filiale. – Der Oberkrämer-Abschnitt der Straße von Sommerswalde nach Hohenbruch wird saniert.

Marwitzer Partypeople
Die Beat-Fabrik in Marwitz feierte im Mai ihren 20. Geburtstag. Einmal im Monat wird dort eine Nacht lange gefeirt.

Juni: Vehlefanz hat eine zweite Mühlen-Attraktion. Dietmar Sturzbecher kümmert sich um die Bathe-Mühle an der Lindenallee. – Für das Gemeindezentrum in Schwante werden nach dem Auszug der Tourismusinfo neue Nutzer gesucht. – 170 Gäste kommen zur Feier der Brandenburgischen Seniorenwoche in die Marwitzer Turnhalle. – Die Jugendkoordinatorin Marlies Arian geht in den Ruhestand. Silvia Hinze ist ihre Nachfolgerin. – Der Jahrhundertregen sorgt insbesondere in Vehlefanz, Bärenklau und Schwante für viele Einsätze. – David Ostwald ist neuer Gemeindebrandmeister.

140 Jahre Plentz
Das Erdbeerfest im Juni auf dem Dorfanger in Schwante nutzte Bäckermeister Karl-Dietmar Plentz für eine besondere Feier. Die Bäckerei ist 1877 gegründet worden, nun stand das 140. Jubiläum auf dem Programm.

Touristischer Mittelpunkt
Die Mühle in Vehlefanz entwickelt sich weiter zum touristischen Mittelpunkt in Oberkrämer. Im Juni ist dort die neue Tourismusinfo eröffnet worden. Dazu ist ein ehemaliges Wohnhaus direkt neben der Mühle umgebaut worden.

Juli: Die Dorfkirche in Marwitz ist 250 Jahre alt. Das Kirchweihjubiläum wird mit einem Gemeindefest gefeiert. – Es gibt Dauerregen in Oberkrämer. Erneut hat die Feuerwehr diverse Hochwassereinsätze. – Die Senioren aus dem altersgerechten Wohnheim in Vehlefanz unternehmen mit dem Erlebnisshuttle aus Paaren eine Sommertour durch Vehlefanz und Schwante. – Das Sommerlager der Freikirche muss umziehen. Das Gelände am Mühlensee in Vehlefanz ist zu schlammig. Kurzfristig muss das Lager eine Wiese weiterziehen – eine logistische Herausforderung. Am Ende läuft alles reibungslos.

Land unter am Hörstegraben
Viel zu sehen vom Hörstegraben ist nicht mehr. Ende Juni gab es den Jahrhundertregen. Im Juli folgte ein zweiter Mega-Regenguss, gefolgt von mehrtägigem Dauerregen. Der Hörstegraben in Schwante, in dem viele Kanäle aus Oberkrämer zusammenlaufen und nach Kremmen weiterfließen, konnte die Wassermassen im Laufe des Sommers nicht mehr aufnehmen. Die Wiese nebenan war mehr als einen halben Meter überflutet. Im Spätherbst bot sich an der Stelle noch einmal ein ähnliches Bild. Ein Problem auch für die Anwohner des Grabens.

August: Das Hochwasser nach den Regenfällen am Elsgraben in Bärenklau läuft nur langsam ab. Die Anwohner bitten um Hilfe. – In Vehlefanz startet eine Verfolgungsjagd. Ein Autofahrer ignoriert eine Polizeikontrolle. Die Jagd endet an einem Straßenbaum in Sommerswalde. – Die Gemeindevertreter lehnen die Pläne zur Erweiterung des Geländes der Firma in Winzler in Bötzow-West ab. – Lisa Andreß (22) ist Erntekönigin in Bärenklau. – Ein Hannoveraner-Wallach in Bötzow muss in Quarantäne. Das Pferd ist an Druse erkrankt.

September: Die Kita „Krämer Kids“ wird gesperrt – wegen aggressiven Schimmelbefalls. Die Kinder müssen ausweichen in die Kita Bötzow und ins „Haus der Generationen“. – Die Marwitzer Straße in Bötzow wird ausgebaut – breiter und sicherer soll sie werden. – In Schwante stürzt ein Bauarbeiter aus großer Höhe ab und landet auf einer Zwischendecke. Er wird schwer verletzt. – Bei der Bundestagswahl liegt in Oberkrämer die CDU (32,8 Prozent) vor der SPD (23,0) und der AfD (18,2).

Endlich fertig!
Die Kirche in Vehlefanz wurden sieben Jahre lang saniert. Dach, Fassade, Innenraum. Im September feierte die Gemeinde die Wiedereinweihung.

Oktober: Der Seniorenbeirat Oberkrämer feiert das 20. Jubiläum. Viele Ziele seien geschafft, so die Vorsitzende Erika Kaatsch. – Die Schlossherren in Schwante wollen wieder mehr auf die Dorfbewohner zugehen. Geplant sind diverse Abendveranstaltungen und Feste. – Der Heimatverein Vehlefanz feiert das 25. Jubiläum. Weil im „Haus der Generationen“ aber die Kita untergebracht ist, wird die Feier auf 2018 verschoben. – Der Bolzplatz in Bötzow wird eröffnet. Kosten: etwa 114 000 Euro. – An der Kirche in Vehlefanz wird ein Luther-Baum gepflanzt. – Der Jugendclub zieht vorübergehend in die Feuerwehr, der Platz im „Haus der Generationen“ wird von der Kita gebraucht.

Xavier ließ die Bäume fallen
Große Schäden richtete Anfang Oktober das Orkantief Xavier in Oberkrämer an. Allein auf der L17 zwischen Schwante und Groß-Ziethen fielen 21 dicke Alleebäume samt Wurzeln um und richteten dadurch auch Schäden an der Straße an. Schlimm sah es auch am Wendemarker Weg in Bärenklau aus. Blockiert waren auch die Straßen zwischen Germendorf, Sommerswalde und Schwante sowie zwischen Eichstädt und Marwitz. Die Aufräumarbeiten dauerten langen an.

November: Bei der Sammlung für die Kriegsgräberfürsorge in Bärenklau kommen 2375,50 Euro zusammen. – An der A 10 in Oberkrämer werden Bäume gefällt. Kahlschlag. Bitter ist das für die Autobahn-Anwohner in Neu-Vehlefanz. Sie sind dem Krach nun komplett ausgesetzt. – Die Senioren-Weihnachtsfeier wird zur logistischen Hausforderung. Weil 240 Leute kommen, ist die Marwitzer Halle zu klein. Es wird in der Oberkrämerhalle in Eichstädt gefeiert.

Dezember: Die Gaststätte „Zur Waage“ schließt. – Die Bärenklauer Sicherheitspartner werden vom Landespräventionsrat ausgezeichnet. Preisgeld: 1000 Euro. – Der Heimatverein Bärenklau veranstaltet auf dem Remontehof erstmals einen Adventsmarkt. – Das Auto von Thomas Nocke, dem Marwitzer Ortsvorsteher, brennt ab. Es ist wohl Brandstiftung – und das dritte Mal, dass es in Zusammenhang mit Nocke einen Zwischenfall gibt.

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Chronik Kremmen 2017

Donnerstag, den 21. Dezember 2017
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MAZ Oberhavel, 21.12.2017

Januar: Das Pferd Eckerhardt versinkt in einem Hohenbrucher Schlammloch und muss von der Feuerwehr befreit werden. – Der Rohbau für das neue Seniorenhaus an der Ruppiner Chaussee in Kremmen steht. Eröffnung im Spätsommer. – Im Prignitz-Express werden keine Tickets mehr verkauft. Das sorgt für Frust. – Bei Edeka in Kremmen gibt es nun eine Milchtankstelle mit Frischmilch aus Tietzow.

Februar: Die Kremmener SPD-Grüne-Fraktion sammelt sich. Die SPD sei bislang zu still gewesen, sagt Fraktionschef Peter Winkler. Jörg Arens (Grüne) fehlt allerdings oft in der Stadtverordnetenversammlung. – Eine vermisste Kremmenerin (59) wird tot in Karlsruhe aufgefunden. – Der Beetzer See ist zugefroren. Ins Eiswasser werden Weihnachtsbäume geschoben – als Laichhilfen für Zander. – Erstmals veranstalten die Kremmener Feuerwehren eine gemeinsame Hauptversammlung. – Am 17. Februar fliegt in der Kremmener Dammstraße der erste Storch ein.

März: Die Amtszeit von Bürgermeister Klaus-Jürgen Sasse endet. Er will sich zunächst aus der Öffentlichkeit zurückziehen, sagt er. Und: „Ich hätte auf mein erstes Bauchgefühl hören sollen.“ – Die Kinder der Grundschule Beetz nehmen eine Woche lang an einem Zirkusprojekt teil. – In Sommerfeld wird das „Dorv“-Projekt vorgestellt. Es geht um ein Dorfzentrum mit Einkaufsmöglichkeit und Serviceangeboten. – Mehr als 1000 Besucher sind bei der elften Bluesnacht dabei. – Der langjährige Zeugwart und Ehrenschiedsrichter des FC Kremmen, Siegfried „Fiete“ Mattick stirbt mit 76 Jahren. – Heino Hornemann ist neuer Ortsvorsteher von Staffelde.

Der Neue im Rathaus
Sebastian Busse hat am 21. März sein Amt als neuer Bürgermeister der Stadt Kremmen angetreten. Hauptamtsleiterin Bianca Haak überreichte ihm den Schlüssel, außerdem sprach er den Amtseid.

April: Robin Scheffler gewinnt den Vorlesewettbewerb der Grundschule Beetz. – Der Sommerfelder Autor Harald Schmidt feiert seinen 80. Geburtstag. – Die Kremmener Turnhalle wird für den Schulsport gesperrt. Es gibt zwar keinen Schimmel, aber Bakterien in der Luft. Die Halle soll 2018 saniert werden.

Molotowcocktails
Am Ostersonnabend warfen Unbekannte zwei Molotowcocktails auf das Gelände des Asylbewerberheimes in Kremmen. Dies ist als Anschlag gewertet worden, die Kripo nahm die Ermittlungen auf. Im Laufe der folgenden Monate konnten zwei Männer festgenommen werden – beides Kremmener. Ob sie die Täter sind, ist noch offen.

Mai: Trübes Wetter sorgt für eine schlechtere Spargelernte. Nur etwa 20 Tonnen am Tag kommen zusammen, normalerweise sind es um diese Zeit 40 bis 45 Tonnen. – Der Förderverein der Goetheschule feiert sein 25. Jubiläum mit einem Frühlingsfest. – In Kremmen wird diskutiert, was aus der Feuerwehr wird. Bleibt sie an der Straße der Einheit oder kommt ein Neubau? Es läuft auf Letzteres hinaus, entschieden ist aber noch nichts. – Andreas Kretzschmar übernimmt den Vorsitz des Kremmener SPD-Ortsvereins.

Juni: Mal wieder wird für einen Radweg von Sommerfeld über Beetz nach Ludwigsaue und Rüthnick demonstriert. 100 Leute machen mit. Immerhin soll nun 2018 ein Weg nach Ludwigsaue gebaut werden, aber nicht entlang der Landesstraße. – Ein 26-Jähriger rutscht auf der A 24 bei Staffelde in den Straßengraben und stirbt. – Der Kremmener Heiko Höft bekommt den Landesverdienstorden für unternehmerisches Engagement. – Der Flatower Pfarrer Nico Vajen geht mit seiner Familie nach Berlin. Ihm folgt Antje Freye. – Die Sommerfelder Klinik hat nun ein MRT-Gerät – Union Berlin trainiert auf dem Kremmener Fußballplatz. – Der Jahrhundertregen sorgt am 29. und 30. Juni für viele Feuerwehr-Einsätze.

Knutschen mit Malte
Zum zehnten Geburtstag des Kremmener Spargelhofes überreichten die Oberhavel-Landfrauen an Geschäftsführer Malte Voigts eine Erntekrone. Und natürlich durften sie sich dafür einen Knutscher abholen, Das Jubiläum selbst ist Mitte Juni mit einer Party gefeiert worden.

Neustart im Klubhaus
Bäckermeister Plentz hat in Kremmen den Anfang gemacht und das Klubhaus am Marktplatz wiederbelbt. Mitte Juni öffnete die neue Filiale. Die Eröffnungsfeier war für die Kremmener voller Emotionen und Erinnerungen.

Königin für ein Jahr
Anja Mink ist die Kremmener Erntekönigin 2017/18. Hauptberuflich ist die 27-Jährige für Qualitätsmanagement und Direktvermarktung zuständig. Sie vertritt die Stadt auf Festen und Messen.

Juli: Ralph Weißbrich ist nicht mehr Ortswehrführer in Sommerfeld. Ihm folgt Johannes Homuth. – Beim 12. Drachenbootrennen auf dem Beetzer See sind 17 Teams dabei. – In der Kremmener Stadtparkhalle wird ein Film uraufgeführt, in dem Goethe-Grundschüler mitspielen. Gedreht hat ihn Jochen Wermann aus Schwante. – Vivien Genzow ist die neue Chefin der Kremmener Jugendclubs. – Ein Benefizkonzert für die Geschädigten des Starkregens in Leegebruch bringt auf dem Spargelhof 3333 Euro ein und muss wegen Starkregens abgebrochen werden. – Mega-Spendenbereitschaft für die Sommerfelder Feuerwehr. Für ein neues Fahrzeug kommen 45.000 Euro zusammen und später weitere rund 40 000 Euro.

775 Jahre Sommerfeld
Kitakinder, Vereine und viele weitere Sommerfelder feierten das 775. Jubiläum der Ersterwähnung. Die Party war allerdings ziemlich regengeschädigt.

August: In der Hohenbrucher Kirche wird das 200. Jubiläum der Orgel gefeiert. – Die Kremmener Feuerwehr bekommt ein neues Hilfeleistungslöschgruppen-Fahrzeug. – In Staffelde findet das 21. Drescherfest statt, die Planung dafür begann erst acht Wochen zuvor. Eigentlich sollte es nicht mehr gefeiert werden. – Ein Wall mit Baumischabfällen auf einem Firmengelände kurz vor Kremmen sorgt für Ärger. Der Unternehmer, dem es gehört, beklagt eine Hexenjagd.

Punk-Baby
Silas ist waschechter Kremmener und ist am 6. August auf dem Festivalgelände des Punk-Events “Resist to Exist” geboren worden. Die Mutter hatte vorher nichts von der Schwangerschaft gewusst. Ansonsten gab es keine größeren Vorkommnisse.

Der schönste Strand
Am Beetzer See gibt es den schönsten Strand in Oberhavel. Das finden die MAZ-Leser, die in einer Umfrage genauso abgestimmt haben. Die Freude in Beetz war groß

September: Beim Erntefest in Kremmen gewinnt Hartmut Steinke zum vierten Mal den Preis für den schönsten Wagen. – Hunderte Autos kommen zum Oldtimertreffen auf den Spargelhof. – Für Ärger sorgt die Vollsperrung auf der L 172 zwischen Hohenbruch und Germendorf. Da auch die B-96-Auffahrt Oranienburg-Nord gesperrt ist, gibt es eine sehr weitläufige Umleitung. – Bei der Bundestagswahl gewinnt in Kremmen die CDU mit 29,8 Prozent vor der AfD (20,7) und der SPD (20,6). – Für die neue Rettungswache in Kremmen erfolgt der erste Spatenstich.

Hier bitte nicht rauchen – freiwillig!
Die rauchfreie Zone rund um die Kremmener Goetheschule sorgte ein wenig für Ärger. Nicht nur, weil sich die Kremmener das Rauchen ungern auf öffentlichem Grund verbieten lassen. Schließlich sind die Schilder später ausgetauscht worden, nun können sich die Leute freiwillig ans Verbot halten – die Kinder werden es ihnen so oder so danken.

Oktober: 850 Leute kommen zum Oktoberfest auf den Spargelhof. – Das Orkantief Xavier sorgt für große Schäden. Im Wald nördlich von Beetz gibt es eine Schneise der Verwüstung. Viele Straßen sind blockiert. – Die Kirche in Sommerfeld hat nun einen barrierefreien Zugang. Der Unternehmer Winfred Günther hat zwei Drittel von den 40 000 Euro bezahlt.– Schock für Bahnfahrer: Der Prignitz-Express wird auch weiterhin nicht direkt Berlin-Gesundbrunnen anfahren, so steht es im Nahverkehrsplan. – Im Rhinluch rasten bis zu 60 000 Kraniche. – Das Altstadtstübchen in Kremmen hat neue Betreiber: Sina Sakkravi und Saedeh Manishdavi.

November: Die Kremmener Kleinzierzüchter feiern ihr 90. Vereinsjubiläum. – Für das Lindeneck in Flatow gibt es neue Pläne: Übernachtungszimmer und eine kleine Gaststätte, aber erst in etwa fünf Jahren. – Kremmens Kämmerin Kathrin Schönrock kündigt ihren Weggang an. – Das Schulessen wird für Erwachsene teurer, auch der Bringdienst. – Der Wirbel um ein neues Baugebiet in Ludwigsaue erweist sich als Luftnummer. es gibt keine Genehmigung.

Neuer Freizeittrend: Schlaglochgolf
Die Groß-Ziethener leben an einer Schlaglochpiste. Die L17, die Alte Dorfstraße, bietet eine unendliche Geschichte. Saniert wird sie nicht. Deshalb gab es eine besondere Veranstaltung: ein Schlaglochgolf-Turnier. Viele Leute waren zu dem Spaß-Event, das ja eigentlich gar kein Spaß war, gekommen.

Oben am Kreuz
Besonders luftige Bauarbeiten auf dem Dach der Kremmener Nikolaikirche. Am 20. Oktober reparierte der Schmied Dieter Blumberg in 34 Metern Höhe das Turmkreuz. Das war locker und musste wieder befestigt werden.

Dezember: Eine defekte Wasserleitung sorgt in Kremmen für einen kurzzeitigen Versorgungsausfall. – Der musikalische Adventskalender findet diesmal nur am Klubhaus statt. Das gefällt nicht jedem. – Die Bauernscheune in Kremmen schließt. – Helmut Jilg verabschiedet sich als Geschäftsführer des Zweckverbandes.

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Als Horst ein Auge auf Waldtraut warf

Donnerstag, den 7. Dezember 2017
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Das Ehepaar Schütt aus Flatow feiert heute die diamantene Hochzeit – gefeiert wird erst später

MAZ Oranienburg, 7.12.2017

Flatow.
Beim Tanzen haben sie sich kennengelernt. Wobei: So ganz stimmt das nicht. Denn Horst Schütt hatte schon vorher ein Auge auf Waldtraut geworfen. „Die wird mal meine Traumfrau“, soll er zu Freunden gesagt haben, als er sie am Grundstück seiner Eltern vorbeilaufen sah. Und er sollte Recht behalten. 60 Jahre sind die beiden Flatower inzwischen verheiratet, heute wird diamantene Hochzeit gefeiert.

Waldtraut kam mit ihrer Familie 1953 aus Oranienburg nach Flatow, sie arbeitete in der Landwirtschaft. 1955, beim Tanz in der Dorfgaststätte, sprach Horst sie an. „Er war ein hübscher Mann“, erinnert sie sich. „Er war freundlich und nett.“ Sie war damals 20, er 22. „Ich glaube, seine Eltern waren sehr zufrieden mit mir”, sagt sie. Anderthalb Jahre später haben sie sich verlobt. „Wir sind nach Oranienburg gefahren und haben Ringe gekauft.“ Zu diesem Zeitpunkt hatten sie schon einen Sohn: Wolfgang wurde im Januar geboren, war also bei der Hochzeit seiner Eltern schon dabei. Die Zeremonie fand am 7. Dezember 1957 in der Flatower Kirche statt. „100 Personen waren wir dann bei der Feier in der Gaststätte”, sagt Waldtraut Schütt. Kein Wunder, denn alleine Waldtraut hatte acht Geschwister. Bis früh um fünf haben sie gefeiert, es fiel der erste Schnee, als sie nach Hause gingen.

1960 wurde Sohn Reiner geboren, 1961 kam Uwe hinzu. Inzwischen haben Waldtraut und Horst sechs Enkel und acht Ur-Enkel. „Wir sind eine große Familie, und fast alle wohnen hier im Dorf“, sagt die 80-Jährige. „Wir haben einen engen Zusammenhalt, wir feiern oft zusammen.“ Sie hatten es in den 60 Jahren dennoch nicht immer leicht. Sie verrichtete Feldarbeit, „und das war oft eine schwere Arbeit.“ Bis 1992, da ging sie in Rente. Er ist seit 1990 Invalidenrentner. Viele Reisen haben sie nicht unternommen. 1982 waren sie durch eine LPG-Auszeichnung in Ungarn, außerdem ein paarmal in Binz auf Rügen. Aber das war ihnen auch nicht so wichtig, sagt sie.

Wichtiger war zum Beispiel die örtliche Feuerwehr, in der er bis heute Mitglied ist. Und der Fußball. „Er hat gespielt, bis er die erste Hüft-OP hatte“, erzählt sie. „Aber dadurch haben wir auch so viele Fußballer in der Familie.“ Normalerweise besuchen sie sonst auch immer noch alle Feiern der Senioren oder Sportler. Aber momentan ist Horst, inzwischen 82 Jahre alt, im Krankenhaus – wenn alles gut geht, dann darf er am Donnerstag extra für die diamantene Hochzeit nach Hause kommen. Die eigentliche Feier ist auf Mai verschoben. „Ich hoffe, dass mein Mann gesund wird, das ist die Hauptsache“, sagt Waldtraut Schütt. Wirklich gestritten haben sie nie – nicht mal ums Fernsehprogramm. Wenn sie „Sturm der Liebe“ schaut, dann auf dem Zweitfernseher. Er mag lieber Quizsendungen und, na klar, Fußball schauen.

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Kasperle und Gretel besuchen den kranken Weihnachtsmann

Dienstag, den 5. Dezember 2017
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Manuela und Gundula Klatt aus Bärenklau haben ein neues Hobby: Sie betreiben ein kleines Puppentheater und schreiben dafür Stücke

MAZ Oranienburg, 5.12.2017

Bärenklau.
Schlechte Nachrichten: Der Weihnachtsmann ist krank! Er hat sich schlimm erkältet. Zum Adventsmarkt nach Bärenklau konnte er nicht kommen. Ob er Heiligabend die Geschenke verteilen kann, ist noch offen. Auf jeden Fall wollen ihm Kasperle und Gretel einen Besuch abstatten, und sie haben ihm auch ordentlichen Hustensaft mitgebracht.

Alles nur Theater – mit Handpuppen! „Ich wollte so was schon immer gerne mal machen“, erzählt Gundula Klatt. Gemeinsam mit ihrer Schwiegertochter Manuela hat die Bärenklauerin im Sommer ein eigenes kleines Puppentheater gegründet. Am Sonntagnachmittag zeigten sie ihr Weihnachtsstück beim Adventsmarkt im Museum auf dem Remontehof. „Ich finde, es ist eine tolle Sache, Kinder zu begeistern.“ Manuela Klatt ist junge Mutter, und deshalb liege ihr das Spielen auch im Blut, so ihre Schwiegermutter weiter.

In den vergangenen Monaten haben sich im Fundus schon viele Puppen angesammelt. „Wir bauen die nicht selber“, sagt Manuela Klatt. „Wir haben angefangen zu sammeln und zu kaufen“, ergänzt Gundula Klatt. Immer wieder seien sie auf Trödelmärkten unterwegs. „Wir haben gelernt, dass man aus einer Puppe auch eine andere machen kann. Ein Sandmännchen kann man auch zum Weihnachtsmann umverkleiden.“
Die Stücke schreiben Klatts selber. „Ich schaue, was wir für Puppen da haben, danach schreibe ich dann die passenden Stücke“, erzählt Gundula Klatt. „Ich mache meist den Anfang, dann spinnen wir das gemeinsam weiter.“ Für die eigene Fantasie sei das sehr schön, „und die Reaktion der Kinder ist toll. Teilweise reagieren die ganz anders als gedacht, aber das ist das Spannende. Die schalten oft total ab und versetzen sich in die Story. Sie wissen, dass das Böse nicht siegen darf.“ Es gebe bei ihren Geschichten eigentlich immer ein Happy End.

Am Sonntag hatten sie ihren vierten Auftritt – immer gibt es ein anderes Stück. „Im Frühjahr machen wir wahrscheinlich irgendwas mit Bibern.“ Auch eine Aufführung für Erwachsene ist inzwischen geplant – die beiden sind für einen Geburtstag gebeten worden, sich etwas zu überlegen.
„Kasperle vom Remontehof“ haben die beiden ihr kleines Puppentheater genannt. Der Kasperle selbst ist übrigens nicht vom Trödelmarkt. Er ist von der Handarbeitsgruppe in Bärenklau gestaltet worden. Die Glocke, die er dabei hat, stammt von der Buchmesse in Leipzig. Das grüne, plüschige Krokodil haben die beiden aus Thüringen mitgebracht. Am Sonntag war auch die erste Aufführung in einem richtig gebauten Theater, davor spielten Klatts immer von einem Feuerwehrauto aus.

Wer am Puppentheater interessiert ist, kann sich bei Gundula Klatt melden: 0171/4 71 55 07.

aRTikel

Premiere für den Adventsmarkt auf dem Schildower Dorfplatz

Montag, den 4. Dezember 2017
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Wegen des Kita-Neubaus war ein Umzug fällig, aber die Händler sind zufrieden – eine mögliche Terrorangst spielt nach dem Potsdamer Bombenalarm nur eine untergeordnete Rolle

MAZ Oberhavel, 4.12.2017

Schildow.
Nach dem Bombenalarm am Freitag auf dem Potsdamer Weihnachtsmarkt herrscht in Oberhavel eine Mischung aus purer Gelassenheit und leichter Sorge. „Klar denkt man darüber nach“, sagte Silvia Gaideck am Sonnabend. Die Schildower Ortsvorsteherin ist auch die Organisatorin des dortigen Weihnachtsmarktes. „Aber wir sind hier so klein und unbedeutend.“ Ähnlich sehen das die meisten Befragten, die den Markt auf dem Dorfplatz in Schildow oder auch den am Rathaus in Birkenwerder besuchten. „Für mich ist das kein Grund, nicht mehr auf einen Weihnachtsmarkt zu gehen“, sagte Leon Grothe aus Schildow.

Der Adventsmarkt in Schildow war im Übrigen diesmal ein besonderer. Denn erstmals fand er auf dem Dorfplatz an der Bahnhofstraße statt. „Bis zum letzten Jahr haben wir ihn auf dem Pfadfinderplatz veranstaltet“, erzählte Silvia Gaideck. „Aber da entsteht jetzt der Kita-Neubau.“ Bislang habe sie nur Lob gehört. „Hier steht man besser“, sagte Christian Bruder aus Mühlenbeck, der auf dem Markt Honigprodukte verkaufte. Bei schlechtem Wetter sei der Boden auf dem alten Platz matschig gewesen. „Aber vom Ambiente war es drüben gemütlicher“, ergänzte er.

Am Nachmittag wurde es auf dem Platz so richtig voll. In Zusammenarbeit mit den Berliner Eisenbahnfreunden fuhr ein Zug auf der alten Heidekrautbahn-Strecke und stoppte mehr als eine Stunde lang am Bahnhof in Schildow – direkt neben dem Weihnachtsmarkt. „Er ist übersichtlich, aber okay“, sagte Besucherin Nadine Schmidt aus Berlin-Pankow.

Am Stand der Pfadfinder verkauften Cynthia Heß aus Schildow und Vanessa Hoffmann aus Kremmen Weihnachtsdeko. „Wir haben schon ein bisschen was verkauft“, sagte die 13-jährige Cynthia. Bei ihnen gab es auch Stockbrot, das am Feuer knusprig gebacken werden konnte. Im Festzelt begann ein Puppentheater, auf der Bühne wurde gesungen. Ein gelungenes Fest abseits der Terrorangst.