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In der Zeitung erschienen

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Seit zehn Jahren bringt der Förderkreis Leben ins Dorf

Freitag, den 10. Juli 2015
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Die Kultur- und Kinderkirche in Eichstädt feiert ein Jubiläum. Große Feier am Sonntag.

MAZ Oranienburg, 10.7.2015

EICHSTÄDT
In der Eichstädter Kirche ist immer was los. Am Mittwochabend zum Beispiel: Robert Bauer hat gerade einen Musikschüler bei sich zu Gast: Unterricht an der Trompete, und die Musik schallt durch das ganze Kirchenschiff.
Sabine Schulze und Marko Giese vom Förderkreis der Kultur- und Kinderkirche Eichstädt huschen schnell an den beiden vorbei, die Treppe hoch auf die Empore. Auch die ist zu einem Raum umfunktioniert worden, in dem auch Musikunterricht stattfindet.

Es herrscht Leben in der Eichstädter Kirche – dafür sorgt der Förderkreis nun seit zehn Jahren. Das Jubiläum soll am Sonntag beim Sommerfest gefeiert werden.
Es war 2005, als die Kirche übernommen worden ist. Das Gebäude gehört weiterhin der Kirchengemeinde, genutzt aber wird sie vorrangig vom Förderkreis. Es gibt einen entsprechenden Nutzungsvertrag. Damals kamen die Bänke raus, eine Küche gab es noch nicht, und für die Veranstaltungen und den Unterricht wurden neue Toiletten eingebaut. Auch ist das komplette Gebälk vom Holzwurm befreit worden. „Damals wurde die Kirche relativ wenig genutzt“, erzählt Sabine Schulze vom Förderkreis. Durch die Zusammenlegung der Kirchengemeinden, und weil Vehlefanz als größte Kirche nun auch von den Eichstädtern mitgenutzt werden kann, war die neue Nutzung der Eichstädter Kirche damals möglich geworden.

Die damalige Kantorin Gisela Semper hatte die Idee, das Haus für kirchenmusikalische Veranstaltungen, für Vorträge und für Kinderfeste zu nutzen. „Vor zehn Jahren war so eine Idee noch neu“, sagt Sabine Schulze. Die Zusammenarbeit mit der Kirche sei auch heute noch „ganz wunderbar.“
Die Musikschule hat sich ein wenig später in Eichstädt entwickelt, sie gab es nicht von Anfang an. Heute arbeiten dort fünf Musiklehrer mit 30 bis 40 Schülern. „Jeden Tag werden andere Instrumentengruppen bei uns geübt“, sagt Marko Giese. Montags kommen die Block- und Querflöten sowie das Saxofon zum Zuge, dienstags das Schlagzeug, mittwochs die Bläser, donnerstags Geige und Bratsche und freitags Gitarre und Bass. Darüber hinaus gibt es die Cookies, ein Kinder- und Jugendorchester.

Der Förderkreis der Kultur- und Kinderkirche Eichstädt hat derzeit 82 Mitglieder, davon sind 20 bis 25 aktiv. „Bei Veranstaltungen sorgen sie für Büfetts und Getränke“, erzählt Sabine Schulze. „Das machen sie alle in ihrer Freizeit. Ohne sie wäre das alles gar nicht machbar.“ Sechs bis acht Konzerte finden jährlich in der Kirche statt, dazu zwei bis drei Veranstaltungen in der Reihe „Land und Leute“. Hin und wieder nutzt auch die Bibliothek Oberkrämer das Haus für Veranstaltungen.
„Wir versuchen, ein breites Spektrum abzudecken“, sagt Marko Giese. „Damit für jeden etwas dabei ist.“ Das Eventteam des Förderkreises stellt das Programm zusammen. „Am tollsten ist es natürlich, wenn die Kirche dann auch voll ist“, so Marko Giese weiter. So war die Gruppe „Mädelz“ gleich zweimal in Eichstädt, immer vor vollem Haus.

Die Arbeit im Förderkreis in der Eichstädter Kirche mache großen Spaß. „Wir holen Kultur ins Dorf“, sagt Sabine Schulze, die in Bärenklau lebt und im Falkenseer Jobcenter arbeitet. „Das hier ist ein wirklich geniales Projekt“, findet auch Marko Giese. „Wir können das sagen, wir sind ja erst später dazugestoßen.“ Der Veltener ist Techniker für Leitstellen und Funk beid er Polizei in Berlin.
Jetzt aber laufen erst mal die Vorbereitungen für das Sommerfest am Sonntag. Dann wird auf zehn Jahre Vereinsarbeit angestoßen.

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Antrittsbesuch in der Flatower Kirche

Freitag, den 3. Juli 2015
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Nico Vajen ist neuer Pfarrer in acht Gemeinden

MAZ Oranienburg, 3.7.2015

FLATOW
Hier in der Gegend eine Wohnung zu finden – das ist gar nicht so einfach. Nico Vajen und seine Familie sind in Linum gelandet. Montag war der Umzugstag, jetzt richten sie sich langsam ein.
Nico Vajen ist der neue Pfarrer von Flatow. Insgesamt aber ist der 33-Jährige für acht Kirchengemeinden zuständig. Zu seinem Gebiet gehören auch Linum, Tietzow, Hakenberg-Tarmow, Karwesee, Dechtow, Betzin und Brunne. In den nächsten Wochen will er seinen Wirkungsbereich näher kennenlernen. „Das ist hier meine erste Herausforderung.“ Gestern ist er in der Flatower Kirche schon mal von Karlheinz Sandow vom Gemeindekirchenrat begrüßt worden. „Wir freuen uns, dass wir wieder einen Pfarrer haben“, sagte er.

Der neue Pfarrer stammt aus Scheeßel in Niedersachsen – der Ort ist durch das jährliche Hurricane-Festival bekannt. „Mit 15 war ich das erste Mal dort“, erzählt Nico Vajen. Nach der Schule absolvierte er zunächst eine kaufmännische Ausbildung. „Aber ich habe gemerkt, das ist nichts, was ich machen möchte.“ Nebenbei half er schon bei der Jugendarbeit in seiner Gemeinde. „Das interessierte mich, und ich wollte was Sinnvolles machen.“ Der Pfarrer sprach ihn an, wenig später begann Nico Vajen ein Theologiestudium. In dieser Zeit war er auch ein halbes Jahr in Indonesien sowie auch in England. Zuletzt war er Pfarrer in Bremervörde in Niedersachsen.

Da seine Schwiegereltern in Berlin wohnen – seine Frau stammt aus der Hauptstadt –, hat er sich bei der hiesigen Landeskirche beworben. Die entsandte ihn in den Bereich um Flatow und Linum. Dort hat er zunächst eine zweijährige Probezeit. „Wir sind froh, dass wir in einem der Dörfer leben können, in dem ich arbeite.“ Auch in Kremmen und Fehrbellin hatte sich die Familie, dazu gehören eine dreijährige Tochter und ein einjähriger Sohn, nach Wohnraum erkundigt.

Als seine Aufgabe sieht er es, die Menschen, die zu ihm kommen, in ihrem Glauben zu stärken. Aber er möchte auch zu denen Kontakt aufnehmen, die nicht oder nicht mehr in der Kirche sind. „Am Anfang werde ich sehr viele Besuche machen“, kündigt er an. Auch wünscht er sich, dass die Kirchen in den Dörfern Orte sind und bleiben, wo sich die Menschen treffen. „Da sollten wir für vieles offen sein“, sagt Nico Vajen.

In seiner Freizeit liest er viel und unternimmt etwas mit seiner Familie. Auch liebt er den Fußball – er ist Anhänger von Werder Bremen.

Ein paar Wochen der Eingewöhnung werden wohl noch folgen, schätzt er. „Aber wir sind bisher sehr herzlich aufgenommen worden“, so Nico Vajen.
Am kommenden Sonntag findet um 14 Uhr in Linum der Begrüßungsgottesdienst statt.

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Abschied aus Kremmen: Die Süße Scheune schließt

Dienstag, den 30. Juni 2015
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Das Aus für das Geschäft ist auch ein Rückschlag für das Scheunenviertel

MAZ Oranienburg, 30.6.2015

KREMMEN
Am 19. Juli gibt es im Kremmener Scheunenviertel zum letzten Mal süße Leckereien. Wie Kathrin Jaeschke der MAZ bestätigte, wird an diesem Tag die „Süße Scheune“ das letzte Mal geöffnet haben. „Aus beruflichen Gründen“, wie sie sagt. Die Familie werde sich umorientieren und nach Berlin ziehen.

Es ist vor allem ihr Mann Thomas Jaeschke, der im Konditor-Business weit über die Grenzen von Kremmen hinaus bekannt ist. Vor allem mit seiner „hohen Kunst“. Elf Zentimeter hoch war und ist die Käsetorte, mit der er Anfang dieses Jahres in Berlin den Käsekuchen-Wettbewerb der Region Berlin-Brandenburg gewonnen hat. Thomas Jaeschke war da bereits das zweite Mal dabei und auch zum zweiten Mal erfolgreich. 2013 gewann er bereits in der Kategorie „Käsekuchen mit Obst”. Mehrere Wochen hatten Thomas und Kathrin Jaeschke immer für die Wettbewerbe geprobt. Etwa sechs Jahre lang betrieben die beiden die „Süße Scheune“. Die klassischen Kuchen hätten immer am besten funktioniert, „Streuselkuchen geht immer”, so Thomas Jaeschke. Der letzte Öffnungstag am Sonntag, 19. Juli, werde ganz normal über die Bühne gehen. Eine kleine Abschlussfeier für Freunde, Kollegen, Nachbarn und Geschäftspartner sei aber auch geplant, sagte Kathrin Jaeschke. Dass das Paar Kremmen und das Scheunenviertel verlässt, „bedauere ich ein bisschen“, sagte Kathrin Jaeschke. Aber die Vorfreude auf das nun kommende Neue in der Hauptstadt ist auch sehr groß.

Für das Kremmener Scheunenviertel ist das Aus der „Süßen Scheune“ ein Rückschlag. Erst am 19. Juni ist das Gebäude, in dem sich das Geschäft befindet, zum „Denkmal des Monats“ gekürt worden. Die Auszeichnungsveranstaltung fand direkt vor den Toren der „Süßen Scheune“ statt. Schon da hielten sich Jaeschkes von den Feierlichkeiten weitgehend fern. Wenn die Betreiber ihr Geschäft ausgeräumt haben, wird die Scheune wohl erst mal leer stehen. Für das „Feuer und Flamme“-Festival am 22. August wird es aber noch eine letzte Torte von den Jaeschkes für die Kremmener geben.

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Stefan Raab kann keiner ersetzen

Freitag, den 19. Juni 2015
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Paul Aurin aus Hohen Neuendorf war schockiert über die Nachricht, dass der Entertainer aufhört

MAZ Oranienburg, 19.6.2015

HOHEN NEUENDORF
Die Nachricht, dass Fernseh-Entertainer Stefan Raab seine Karriere beenden will, schlägt seit einigen Tagen hohe Wellen. Paul Aurin (25) aus Hohen Neuendorf ist großer Raab-Fan. Seit einigen Jahren veranstaltet er mit Freunden Shows nach dessen Vorbild. Die zweite Show von „Wer besiegt Paul“ gibt es am 10. Oktober in der Hohen Neuendorfer Stadthalle.

Haben Sie den Schock von Mittwochabend schon verdaut?
Paul Aurin: Ein wenig. Ich habe den Facebook-Eintrag eines Freundes gelesen und war erst mal schockiert. Es kommt ja einem Fernsehtod gleich.

Warum ist denn Stefan Raab so ein Großer?
Aurin: Er ist einer der kreativsten Köpfe im deutschen Fernsehen. „Schlag den Raab“ ist die Show dieses Jahrzehnts. Auch international ist sie vermarktet worden. Man könnte lange darüber reden, was er für die Fernseh- und Musikbranche geleistet hat. Der Abschied jetzt ist konsequent. Er hört auf dem Höhepunkt auf, selbst die Quoten von „TV total“ waren ja zuletzt wieder besser. 1998 hat er in einem Interview schon mal gesagt, dass er im Alter von 50 Jahren aufhört.

Seit einigen Jahren veranstalten Sie Shows nach Stefan Raabs Vorbild, wie seit neuestem „Wer besiegt Paul“.
Aurin: Ja, ich war immer schongroßer „Schlag den Raab“-Fan. Die Show und das Konzept haben mich immer begeistert. Es ist simpel, aber abwechslungsreich. So kam es zur Idee, das auch mal selbst, hier in Hohen Neuendorf, umzusetzen.

Hat Raab jemals darauf reagiert?
Aurin: Hat er nicht. Aber vielleicht hat er ja jetzt mehr Zeit, wenn er in TV-Rente geht.

Wer kann Raab ersetzen?
Aurin: Keiner. Er ist eine zu markante Persönlichkeit. „Schlag den Raab“ zum Beispiel ist ja völlig auf ihn zugeschnitten. Und Raab ist ja viel mehr als nur Moderator, er ist der kreative Kopf, auch wenn er, wie bei „Wer besiegt Paul“ auch, ein großes Team hinter sich hat.

Apropos, wie laufen die Vorbereitungen für die Show am 10. Oktober?
Aurin: Bald startet der Ticketvorverkauf, und am 4. Juli findet in der Stadthalle in Hohen Neuendorf das offene Casting statt.

Stefan Raab hört Ende 2015 auf, „Wer besiegt Paul“ geht aber weiter?
Aurin: Ja. Wir stehen gerade am Anfang.

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Seeadler aus Detmold in Sommerfeld eingefangen

Donnerstag, den 18. Juni 2015
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Passanten der Klinik entdeckten den Vogel, der ruhig auf einem Papierkorb saß

MAZ Oranienburg, 18.6.2015

SOMMERFELD
Besucher der Sommerfelder Sana-Klinik machten am Dienstagnachmittag eine ungewöhnliche Entdeckung: Auf einem Papierkorb hockte ein Seeadler. „Der saß da einfach nur“, erzählte gestern Katrin Schneider. Die Beetzerin war auf dem Klinikgelände zu Besuch. „Er schien keine Angst zu haben.“ Dennoch bildete sich eine kleine Menschentraube. „Die Leute hielten aber einen Sicherheitsabstand.“
Wie Zeugen berichten, sei es zunächst gar nicht so einfach gewesen, jemanden zu verständigen, der sich für das Tier auch zuständig fühlte. Sowohl die Polizei als auch die Feuerwehr erklärten, dass der gefundene Seeadler kein Thema für sie sei. Ein Besucher der Klinik rief daraufhin beim Naturschutzbund (Nabu) an, doch dort erklärte man dem Anrufer, dass derzeit niemand kommen könne.
Katrin Schneider rief dann bei Astrid Braun in Groß-Ziethen an. „Ich habe daraufhin den Falkner Mario Loercke aus Zehdenick verständigt“, erzählte die Jagdpächterin gestern.

Loercke brauchte etwa 40 Minuten, bis er in Sommerfeld eintraf. „Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon mehrere Anrufe aus Sommerfeld“, berichtete der Falkner gestern im Gespräch mit der MAZ. Es sei nicht ungefährlich, so einen Vogel einzufangen. „Adler haben eine enorme Kraft“, so Mario Loercke. „Deshalb fasse ich ungern fremde Vögel an.“ Bei dem Tier in Sommerfeld handelte es sich ganz genau um einen amerikanischen Weißkopfseeadler. Als der Zehdenicker auf dem Klinikgelände ankam, versuchte er, das Tier mit Futter zu locken – was ihm schließlich auch gelang. „Da muss man halt ein bisschen tricksen“, so Mario Loercke.
Glücklicherweise war der Vogel markiert, so dass schnell klar war, woher er stammte: Am Sonnabend ist er während einer Vorführung aus der Adlerwarte Berlebeck in Detmold (Nordrhein-Westfalen) getürmt. „Es herrschte schwüles Thermikwetter, da fliegen sie gerne weite Strecken“, sagte Mario Loercke. Es hätte auch gut sein können, dass das Tier bis nach Polen weitergeflogen wäre.

Der Zehdenicker nahm es über Nacht zu sich. Gestern Vormittag kam ein Lehrling aus Detmold, um den Seeadler mitzunehmen. Enttäuscht ist Mario Loercke über den Finderlohn: Freikarten für die Detmolder Adlerwarte. „Bei dem Aufwand, den ich hatte, war das ein bisschen schäbig.“

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Mehrheit stimmt für Umbau des Schulhofes

Samstag, den 23. Mai 2015
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Harte Debatte in Kremmen über die Zukunft des Bildungsstandortes

MAZ Oranienburg, 23.5.2015

KREMMEN
Der von Bürgermeister Klaus-Jürgen Sasse (SPD) verhängte Haushaltsstopp für den geplanten Umbau des Hofes der Goetheschule sorgte am Donnerstagabend in der Stadtverordnetenversammlung – vorsichtig ausgedrückt – für Gesprächsstoff.
Mit großer Mehrheit haben sich die Stadtverordneten nach einer insgesamt mehr als zweistündigen Debatte rund um die Zukunft der Schule dafür ausgesprochen, den Hofumbau wieder auf die Agenda zu setzen. Klaus-Jürgen Sasse stimmte gegen den Antrag der Fraktion Die Linke/Bürger für Bürger/Koop. Frank Bommert (CDU), Peter Winkler, Margitta Ganschow, Detlef Reckin (alle SPD) und Gerhard Mittelstädt (Bürgergemeinschaft Groß-Ziethen) enthielten sich in der namentlichen Abstimmung.

Dass er einen Haushaltsstopp in Sachen Schulhof verhängt hatte, begründete Bürgermeister Sasse mit der unklaren Situation. Wie berichtet, überlegt die Hennigsdorfer Stadtverwaltung, die Oberschulen von kommunaler Verwaltung an den Landkreis abzugeben. Wegen der zu zahlenden Kreisumlage müssten sich alle Oberhavel-Kommunen, die Oberschulen betreiben, anschließen – so auch Kremmen. Wie Kreissozialdezernent Ludger Weskamp (SPD) sagte, sei das frühestens zum 1. Januar 2017 möglich.
Dann jedoch wäre unklar, wie die Stadt Kremmen mit der Grundschule umgeht – sie befindet sich im selben Haus wie die Oberschule. Eine Unterscheidung in Sachen Buchhaltung, Finanzen und Raumgestaltung sei da schwierig, so Sasse. Stattdessen könne die jetzige Goethe-Grundschule aufgelöst werden. Dann gäbe es eine Oberschule mit Grundschulteil. Möglich sei auch, dass sich die Gundschule in Beetz anschließe und eine Filiale der Kremmener Schule bilde. „Es könnte ein besserer Lehreraustausch zwischen Grund- und Oberschule stattfinden“, so der Bürgermeister. Das Vorbild wäre die Löwenberger Libertasschule.

Elke Schwabe, die Leiterin der Oberschule, sagte: „Das ist ein Schnellschuss. Mit uns hat vorher niemand geredet.“ Sie erinnerte daran, dass Anfang der 90er der umgekehrte Weg gegangen sei, damals sind die Einrichtungen getrennt worden.
Die Stadtverordneten stimmten mit großer Mehrheit dafür, dass sich die Verwaltung dieses Themas annehmen und alle notwendigen und bildungspolitischen Stellungnahmen zu diesem Schritt einholen soll. Das Thema wird in Kremmen somit in den kommenden Monaten weiter für Diskussionen sorgen. Bürgermeister Sasse stellte jedoch klar, dass er nicht dafür plädiere, die Oberschule an den Landkreis abzugeben. „Das ist ein längerer Weg“, sagte Reiner Tietz (Linke). Er sei nicht in einem halben Jahr und einer Stadtverordnetenversammlung zu machen. Eckhard Koop (parteilos) appellierte an den Landkreis, die finanziell klamme Stadt Hennigsdorf in Sachen Oberschule zu unterstützen: „Helfen Sie Hennigsdorf, dann helfen Sie uns.“

Die meisten Zuhörer im überfüllten Zuschauerraum des Rathaussaals wollten aber auch wissen, was denn nun aus dem Schulhof wird. Lehrerin Sabine Napiralla erinnerte an den Protestbrief, den die Goethe-Grundschüler verfasst haben. Laut Bürgermeister Sasse müssten die Umbaupläne sowieso neu besprochen werden, auch müsse das Parkplatzproblem an der Stadtparkhalle geklärt werden. Nachdem sich die Fraktion Linke/BfB/Koop mit ihrer Beschlussvorlage durchgesetzt hatte, wird der Hofumbau demnächst in den Ausschüssen weiterdiskutiert.

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Razi lässt sich auf Youtube beim Spielen zusehen

Dienstag, den 19. Mai 2015
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Kay Schmidt (28) aus Oranienburg betreibt mit Freunden die Seite „Dickermannfilme“

MAZ Oranienburg, 19.5.2015

ORANIENBURG
Momentan testet Kay Schmidt das Spiel „Outlast Whistleblower“. Darin geht es um einen Mann, der in einer Nervenheilanstalt ein Experiment durchführt. Der Geist der Menschen wird angegriffen und die Insassen drehen langsam alle durch. Klingt nach Mord und Totschlag. Und ist es irgendwie auch.
Wenn Kay Schmidt auf dem Computer spielt, können wir alle dabei sein – bei Youtube im Internet. Der 28-jährige Oranienburger nennt sich Razi und betreibt mit drei Freunden den Youtube-Kanal „Dickermannfilme“. Dort testen sie alle möglichen Computerspiele und kommentieren sie auch. Mehr als 1000 Videos sind seit Februar 2014 entstanden. Die Zahl mit Abonnenten ist mit 90 allerdings noch überschaubar, auch die Klickzahlen der einzelnen Videos. „Es dauert immer ein bisschen, bis das wirklich anläuft“, sagt Kay.

Horror- und Rollenspiele mag Kay am liebsten. „Wobei ich ein wirkliches Lieblingsspiel nicht habe, dazu ist die Vielfalt viel zu groß“, sagt er. Er empfiehlt allerdings immer wieder gern „Deadpool“, eine Figur aus dem Marvel-Universum. „Das ist ein Mutant, der die Idee hat, ein Spiel zu entwickeln. Man spielt quasi die Entstehung eines Spiels nach.“
Wenn er sich mit Horrorspielen beschäftigt, dann macht er es sich ganz dunkel im Raum, eine Kammer unter dem Dach eines Hauses in der Oranienburger Neustadt. Nur die Kamera bekommt Licht, damit er selbst in den Videos zu sehen ist. Denn der Youtube-Zuschauer sieht nicht nur, was Kay im Spiel so treibt, sondern man kann ihm dabei auch ins Gesicht sehen. „Das ist bei Horrorspielen manchmal natürlich besonders lustig.“

„Let’s play …“ lautet das Motto der Spielevideos – ganz nach dem Vorbild großer Youtuber, die schon mal hunderttausende Abonnenten haben. Gronkh, einer der bekanntesten in der Sparte, hat sogar 3,6 Millionen Verfolger. „Wir haben aber noch andere Ideen“, sagt Kay. In „Let’s talk about“ gibt es kleine Diskussionsrunden, da geht es dann zum Beispiel um Vorurteile oder Animés. Die Buchstaben LTWS stehen vor fast jedem Titel. Heißt: Let’s tu was Sinnvolles. Unter dem Motto „Let’s geh mal raus“ gibt es auch Filme von Konzertbesuchen oder von den Oranjegames in Oranienburg. Auch Kochvideos sind auf der Seite zu finden.

Kays Mitstreiter sind in ganz Deutschland verteilt. Wulfi (20) wohnt in Thüringen, Cora (28) in Wesendorf in Niedersachsen. Der Webmaster nennt sich Major Metal (27), von ihm weiß Kay nicht, wie er wirklich heißt. Er schmunzelt: „Ist auch nicht so wichtig.“

Der Oranienburger machte seinen 10. Klasse-Abschluss an der Gesamtschule Sachsenhausen, danach folgte eine Lehrer als Spezialtiefbauer, er war unter anderen für die
Bahn im Einsatz. „Wir haben Bohrlöcher mit Beton aufgefüllt“, erzählt er. Momentan ist er arbeitslos und sucht die Jobseiten im Internet durch. Er sitzt aber nicht nur am Rechner. „Ich höre auch viel Musik, am liebsten Metal, Gothic und Mittelalterliches.“ Er beschäftigt sich außerdem mit Modellbau.
Sein Ziel auf Youtube: „Die Menschen unterhalten.“ Und sein Traum: „Irgendwann mal so erfolgreich sein wie Gronkh.“ Denn dann könne man mit solchen Videos sogar Geld verdienen.

Im Internet: www.youtube.com/dickermannfilme