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In der Zeitung erschienen

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Überflieger: Von der Theatergruppe Obst zum öffentlichen Eigentum

Samstag, den 24. Februar 2018
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Runge-Absolvent Florian Appelius (27) aus Lehnitz ist Schauspieler

MAZ Oberhavel, 24.2.2018

Lehnitz.
Elshorn, Bad Orb, Lingen, Hameln, Cuxhaven. Das sind die Orte, die Florian Appelius in den nächsten Tagen und Wochen bereisen wird. Der 27-Jährige aus Lehnitz ist Schauspieler und tritt mit Rainer Hunold („Der Staatsanwalt“) und Ulrich Gebauer (spielt den Schulleiter in „Der Lehrer“) im Stück „Öffentliches Eigentum“ auf. Es ist das erste größere Engagement des Absolventen des Oranienburger Runge-Gymnasiums.

Im Stück geht es um einen Nachrichtensprecher, der seine neue Liebe mit einem Mann verheimlichen will. Aber der junge Jamie findet es raus und will ihn erpressen. „Das ist sehr kontrovers, nicht das typische Schenkelklopferstück“, sagt Florian Appelius. 38-mal steht er insgesamt mit diesem Stück auf der Bühne. Premiere hatte er damit Ende Januar im Berliner Schlosspark-Theater. Hunold und Gebauer spielen das Stück schon länger, der Lehnitzer ist der Neue im Team. „Ich hatte zwei Wochen Probezeit.“ Zuvor brauchte er eine Woche, bis er seinen Text drauf hatte. Für die Berliner Aufführungen „habe ich selber fleißig Werbung gemacht, Es waren viele Freunde da. Das war sehr schön.“ Seine Freunde sind es auch, die ihm sagen, ob das Stück gut ist, was ihnen gefällt und was nicht.

Schon als Kind zog es Florian Appelius ins Rampenlicht. Er hat sich verkleidet und auf Feiern Lieder zum Playback performt. „Wir sind noch mal davon gekommen“, hieß das erste Theaterstück, in dem er mitspielte. Er ging in die 9. Klasse des Runge-Gymnasiums in Oranienburg. Fünf Jahre hat er in der Theatergruppe „Obst“ gespielt. „Es hat mir Spaß gemacht, so was zu entwickeln. Ich habe gemerkt, ich kann Leute bewegen, die finden mich lustig.“ Er sei immer auf der heiteren Schiene unterwegs gewesen.
2010 machte er sein Abi, danach hat er erst mal gejobbt. 2011 und 2012 absolvierte er ein Praxisjahr am Wiener Burgtheater. „Das ist eine tolle Erfahrung. Das Theater ist im deutschsprachigen Raum sehr renommiert. Es hat 1000 Plätze.“ Sein Ziel danach ist die Schauspielschule. In Berlin nahm er zunächst privaten Unterricht und ging ab 2013 für vier Jahre auf das Wiener Konservatorium. Im Juni 2017 schloss er sein Schauspielstudium mit dem Bachelor of Arts ab.

Auch für das Fernsehen hat er schon gedreht. Im preisgekrönten ZDF-Film „Be my Baby“, der am 19. März noch mal ausgestrahlt wird, stand er vor der Kamera. Aber eigentlich zieht es ihn weiterhin auf die Bühne. „Wenn ich mir das aussuchen kann, habe ich es geschafft“, sagt er. „Das Theater ist mir lieber. Film und Fernsehen sind sehr technisch, da muss man auch anders spielen.“ Er mag es, auf der Bühne zu stehen, auch weil er dort sofort die Publikumsreaktionen mitbekommt. „Es ist spannend zu sehen, wie die Leute drauf sind und ob die Technik klappt.“ Am liebsten wäre ihm ein festes Engagement. Das Leben als frei arbeitender Schauspieler sei gerade in jungen Jahren schwer. „Es wird lieber erst mal auf bekannte Gesichter gesetzt“, sagt Florian Appelius. Vielleicht gehört seines ja bald dazu.

In „Öffentliches Eigentum“ ist Florian Appelius am 21. März im Theater Brandenburg zu sehen.

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Unbekannte laden Sondermüll in den Wäldern ab

Donnerstag, den 22. Februar 2018
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Revierleiter Ingo Jeschek ist sauer – Vermutlich handelt es sich um Reste eines abgerissenen Bungalows – Haufen bei Hohenbruch, Nassenheide und Wolfslake

MAZ Oberhavel, 22.2.2018

Hohenbruch.
Der Müll liegt mitten im Wald. Nicht irgendwo am Rand, die Unbekannten sind tief rein gefahren, damit sie vermeintlich unbemerkt ihren Dreck loswerden konnten. Es muss am Wochenende passiert sein, aber schon am Montag haben Mitarbeiter der Revierförstereien die Müllhaufen entdeckt.

Revierleiter Ingo Jeschek ist sauer. An einer Waldweg-Kreuzung ganz in der Nähe von Döhringsbrück, einem Gemeindeteil von Hohenbruch, liegt einer der Haufen. Es sind ganz offenbar Reste eines abgerissenen Bungalows. Trennwände, wo sogar noch die Tapete zu erkennen ist. Fensterteile, Dämmwolle – und auf jeden Fall umweltschädlicher Asbest. „Wir sind an vier Stellen fündig geworden“, sagt Ingo Jeschek. Ein weiterer Müllhaufen liegt an einer Stelle im Wald zwischen Hohenbruch und Teerofen. Außerdem in der Nähe von Wolfslake und bei Nassenheide. Am Wochenende entdeckten Passanten am Rand von Groß-Ziethen abgeladene Asbestplatten und Bauschutt. Der Revierleiter kann nur für seine vier Fälle sprechen, aber er sagt: „Das alles müsste von einer Aktion stammen.“ Eines oder mehrere Gebäude müssten abgerissen worden sein. Er vermutet, es müsste im Oranienburger Bereich geschehen sein. „Wir haben Anzeige bei der Polizei erstattet.“ Müll im Wald abzuladen, ist eine Ordnungswidrigkeit. „Das hier aber ist eine Umweltstraftat“, sagt Ingo Jeschek.
Zwar sind die Wälder für den Straßenverkehr gesperrt, aber die Schranken an den Eingängen nicht verschlossen. „Das dürfen wir nicht, weil es ein Betretungsrecht gibt, zum Beispiel für Kremserwagen.“ Die unbekannten Täter haben das offenbar für sich ausgenutzt.

Er kann den Müll auch nicht einfach wegräumen. „Da müssen Spezialisten kommen, die das entsorgen. Wir selbst dürfen das auf keinen Fall beräumen, dazu braucht man eine Schutzausrüstung, und das ist eine teure Sache.“ Landkreis und die Försterei müssten sich das wohl teilen. Aber bis alles in die Wege geleitet werde, könne es noch zwei Wochen dauern. Der Revierleiter befürchtet, dass nun noch mehr Leute ihren Müll an diesen Stellen ablagern.

540 Kubikmeter Müll sammelten die Mitarbeiter des Forstreviers Neuendorf 2017 aus den Wäldern, davon waren 100 Kubikmeter Sondermüll. Etwa 2100 Arbeitsstunden gingen dafür drauf – das entspricht Lohnkosten in Höhe von ungefähr 34 000 Euro. Die Kosten für die Sondermüllentsorgung betrug im vergangenen Jahr 4400 Euro, so Ingo Jeschek.

Der Revierleiter hofft, dass durch Zeugen die Täter gefunden werden. „Vielleicht hat ja jemand gesehen, wo ein Bungalow abgerissen worden ist“, hofft er.

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Hoffmanns und ihr Trabi-Doppel

Mittwoch, den 21. Februar 2018
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Die Autoschlosser-Familie aus Neu-Vehlefanz hütet ihre beiden Schätze aus den 80er-Jahren

MAZ Oberhavel, 21.2.2018

Neu-Vehlefanz.
Allzu oft wollen Hoffmanns ihre beiden Trabis nicht bewegen. „Die sollen ja noch lange halten”, sagt Fred Hoffmann. Einer der Trabis hat ein Saisonkennzeichen von April bis Juni, der andere darf von Juli bis September auf die Straße.

Die Neu-Vehlefanzer, die nebenan in Wolfslake eine Autowerkstatt betreiben, hegen und pflegen ihre beiden Fahrzeuge. Einer ist Baujahr 1985, der andere aus den letzten Tagen der DDR, von 1989. „Ich hätte ja nach der Wende nie gedacht, dass die Trabis mal zum DDR-Kulturerbe zählen“, sagt Fred Hoffmann. „Da hätte ich eher auf den Wartburg getippt. Zur Wende hat ja jeder den Trabi regelrecht weggeschmissen.“ Er selbst hat 1968 an seinem ersten Trabant geschraubt, als er in Velten mit seiner Autoschlosser-Lehre begonnen hatte. Vielleicht sein Meisterstück: Von 1979 bis 1981 hat er einen alten P 600 zum 601er umgebaut. Der Trabant hatte sich bei einem Unfall überschlagen, und Hoffmann holte sich beim damaligen Rat des Kreises eine Aufbaugenehmigung. „Das war ein Neuaufbau, das ist in der DDR nicht oft passiert.“ Bis 1987 war er dann in Besitz der Familie, „dann war der wieder reif für die Insel.“

Die beiden Trabis, die Hoffmanns jetzt in Neu-Vehlefanz haben, können schon eine bewegte Geschichte erzählen. Den 1985er-Trabant hat Fred Hoffmann auf dem Dorfplatz in Klein-Ziethen entdeckt. Nach einem schweren Sturm war ein Baum auf’s Auto gefallen. Der Besitzer wollte ihn auf den Schrott bringen. „Ich habe ihm einen Zehner gegeben und weggeschnappt.“
Der Trabant von 1989 stammt aus Neu-Vehlefanz. Der ehemalige Revierförster hatte ihn gefahren. „Er war damit auf der Jagd.“ Auch diesen Wagen hat er restauriert. „Allerdings bekommt man die original Türgummis nicht mehr“, erzählt der Autoschrauber. „Jetzt sind es welche vom Golf 2, die passen da original rein“, erklärt er und lächelt. Ansonsten legen sie aber Wert auf wirkliche Originalität. „Er soll nicht flacher oder breiter sein, sondern wie ab Werk.“ Was ihm allerdings mal gefallen hat, war eine Trabant-Stretchlimo. „Die habe ich mal bei einem Trabitreffen gesehen, und die war handwerklich gut gemacht.“

Es sind Erinnerungen, die daran hängen. „Das ist ein Hobby und die Pflege der Rest-DDR-Kultur. Es geht nicht um einen geldwerten Vorteil.“ Mehrere Touren unternehmen die Hoffmanns im Jahr. So geht es immer zur Oldtimerveranstaltung nach Paaren im Glien. „Aber nicht im Regen. Das ist ein Schönwetter-Auto, die kriegt man ja nie wieder sauber.“ Deshalb fahren sie auch gleich nach Hause, wenn ein Regenguss droht. Immerhin 78 000 Kilometer hat der 1985er runter, der 1989er liegt laut Tachostand bei 50 000. „Davon ist er 30000 bestimmt im Wald gefahren“, sagt Fred Hoffmann.
Beide Trabis haben übrigens eine spezielle Plakette an der Frontscheibe zu kleben, sie erinnern an die gängigen Umweltplaketten, sehen aber auf den Trabis sehr anders aus: „Mobile Randgruppe 1“ – darunter ein Totenkopf. „So was gibt es auf Oldtimertreffen“, sagt Fred Hoffmann.

Auch seinen Sohn René hat der Neu-Vehlefanzer mit seiner Liebe zu den Trabis angesteckt. „Es ist eine Erfahrung zu erleben, wie das früher mal war“, sagt er. „Da ist ein echter Unterschied zu merken, schon allein, wie hart das Autofahren mal war. Das merkt man dann schon, wenn man mal zwei Stunden mit dem Trabi fährt.“ Sein Vater Fred nickt lächelnd, und René Hoffmann erzählt: „Nach so einer längeren Tour ist man fix und fertig. Ein Auto ohne Servolenkung und ohne Klimaanlage. Das ist laut und heiß.“
Aber beide sind sich einig. Die beiden Trabis sollen noch lange halten, damit ein Stück DDR-Geschichte erlebbar bleibt.

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Als Zugezogener voll integriert

Freitag, den 16. Februar 2018
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Joachim Wiemann lebt seit 1994 in Sommerfeld – Ehrennadel für sein Senioren-Engagement

MAZ Oberhavel, 16.2.2018

Sommerfeld.
Er hat es tatsächlich vorher nicht gewusst. „Ich war total überrascht“, sagt Joachim Wiemann. Der 81-jährige Sommerfelder hat beim Neujahrsempfang die Ehrennadel der Stadt Kremmen für sein ehrenamtliches Engagement bekommen. „Ein bisschen stolz ist man da schon, wenn die Arbeit so gewürdigt wird.“

Gut 15 Jahre lang war Joachim Wiemann im Kremmener Seniorenbeirat aktiv. Davor engagierte er sich bereits in Sommerfeld. „Man wurde damals angesprochen“, erinnert er sich. 1994 zogen Wiemanns von Berlin-Moabit ins Dorf bei Kremmen. Als klar war, dass dort der neue Berliner Hauptbahnhof entstehen solle, wollten die beiden weg von dort. „Es gab da keine Wohnqualität mehr – auch wenn unsere Wohnung dort prima war.“ Sie sahen sich in Königs Wusterhausen um, in Hönow, blieben dann aber in Sommerfeld hängen.
„Damals war der Wohnpark noch eine Einöde.“ Wiemanns bauten eines der ersten Häuser dort. „Da hatte man mit den Leuten natürlich einen engen Kontakt.“ Das war ihnen wichtig. „Wir wollten uns als Zugezogene hier integrieren. Auch wenn die Ur-Sommerfelder uns natürlich nie als Sommerfelder bezeichnen würden“, sagt er und lächelt. Durch diese Kontakte kam er auch zum Seniorentreff, der damals im Ort gegründet worden ist, später wurde er Mitglied im Kremmener Seniorenbeirat.

„Wir haben nicht nur Feste veranstaltet“, sagt Joachim Wiemann. „Wir haben auch überlegt, welche weiteren Interessen die Senioren haben könnten.“ Der Beirat hat Fachvorträge organisiert und Broschüren erstellt. Sie kämpften dafür, dass die Straßen und Wege in der Altstadt auch für Senioren mit Rollatoren leichter zu benutzen sind. Auch einen Runden Tisch rund um die Probleme von Senioren hat es eine Zeit lang geben. Was ebenfalls erreicht worden sei: Der Seniorenbeirat sitzt jetzt mit im Sozialausschuss der Stadt Kremmen.
Joachim Wiemann hat seine Arbeit gern gemacht. „Es ist gut, wenn man den Leuten mal was anderes vor Augen führen kann.“ Sicher, es habe auch mal Ärger gegeben, aber das zähle längst nicht so wie die Dankbarkeit, die von den meisten Menschen zurückkomme. Schwierig sei nach wie vor die Gewinnung von neuen Mitgliedern in den Seniorengruppen – und nach jüngeren Leuten in den Leitungspositionen. „Die Älteren sind heute ja mobiler als früher und fühlen sich noch nicht so alt, als dass sie sich da mit uns hinsetzen würden.“

Nachdem er 80 wurde, hat er sich im Sommer 2016 von dieser Aufgabe zurückgezogen. „Ich habe damals gesagt: Jetzt ist Schluss! Ich wollte mich mehr eigenen Sachen zuwenden.“ Jetzt ist mehr Zeit, um zu verreisen. So lange, wie es noch geht, mit dem Auto. „Die Bahn ist zu unzuverlässig.“ Deshalb verzichten sie meist darauf und verlassen sich auf den eigenen Wagen. „Aber das Reisen war früher nicht so oft möglich.“ Auch für ein gutes Buch sei nun öfter mal Zeit vorhanden. Seit 58 Jahren ist Wiemann mit seiner Frau Helga verheiratet. „Da sie weiter bei den Senioren in Sommerfeld aktiv ist, sind wir davon immer noch ein bisschen abhängig“, sagt Joachim Wiemann und lächelt wieder.

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Modellbahner wagen den Neuanfang

Donnerstag, den 15. Februar 2018
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Die Kremmener bauen die alte Platte komplett ab – bis zum Advent sollen wieder Züge rollen

MAZ Oberhavel, 15.2.2018

Kremmen.
Alles weg. Keine Eisenbahn rollt mehr in den Bahnhof. Keine Autos fahren mehr durch die engen Straßenschluchten. Die Berge sind nicht mehr da, die Brücken abgebaut – es herrscht Leere. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Die Kremmener Modelleisenbahner haben in den vergangenen Wochen ihre große Platte abgebaut. Es sind nur noch einzelne Reste davon übrig. Eine Entscheidung, die nicht jedem im Verein leicht gefallen ist. „Wir haben schon lange darüber nachgedacht“, erzählt Hans-Jürgen Passlack. „Die Anlage war echt schön und auch relativ fertig.“ Das Problem jedoch: „Uns fehlte eine Aufgabe. Und davon lebt der Verein.“ Aus einer spinnigen Idee, wie es der Schwantener Modellbaufan nennt, wurden konkrete Pläne. „Im Herbst haben wir entschieden: Wir machen’s! Es gab aber ein paar Enthaltungen.“
Peter Kähler, der Vereinschef, gehörte zu den Skeptikern. „Ich war schon traurig“, erzählt er. „Aber ich habe erkannt, dass es eine gute Sache ist.“

Am 2. Januar begann der Rückbau der Anlage. Immer am Dienstag trafen sich die Vereinsmitglieder. Jeder hatte eine spezielle Aufgabe. Kartons mussten sauber beschriftet werden, Häuser und Bäume abgebaut und ordentlich verpackt, die Elektronik ausgebaut werden. Vieles kann noch mal verwendet werden, aber längst nicht alles. „Schienen können wir teilweise nicht mehr gebrauchen, einiges geht aber an unsere Jugendgruppe“, sagt Hans-Jürgen Passlack. Der Abbau ging schneller, als alle gedacht haben. „Teilweise waren aber auch viele Leute gleichzeitig hier und haben geholfen.“ Nach fünf Wochen war von der großen Modellbahnplatte nichts mehr zu sehen. Inzwischen liegen nur noch ein paar letzte Reste – Erinnerungen – in dem großen Raum.

Am 9. Dezember ist „Tag der offenen Tür“, und bis dahin sollen wieder Züge rollen. Die Pläne sind schon gemacht, nun müssen sie nur noch umgesetzt werden. Die neue Platte entsteht wie ein nach rechts umgedrehtes „E“. Auf einer Seite entsteht Wasser mit einem kleinen Hafen, auf dem oberen Teil soll eine Stadt gebaut werden. In der Mitte entsteht eine kleine Version von Kremmen, und auf der linken Seite wird eine Gebirgslandschaft zu sehen sein.

Zunächst sollen die Trassen gebaut werden, auf denen dann die Züge und auch die Autos rollen sollen. „Landschaftsmodule können dann nachher eingesetzt werden“, sagt Hans-Jürgen Passlack. Das wird nämlich auch neu sein – dass es sich nicht um eine Komplettplatte handelt, sondern dass Teile später noch eingefügt werden. „Das hat den Vorteil, dass wir nicht direkt auf der Platte basteln müssen“, sagt Peter Kähler.
Der Neuaufbau kostet natürlich auch Geld. „Wir haben eine Kalkulation erstellt und liegen jetzt bei etwa 8000 Euro“, erklärt Hans-Jürgen Passlack. Einiges haben die Modellbauer schon beisammen, aber es wird weiter gesammelt. Vielleicht auch durch Sponsoring. So ist es das Ziel, auf der Platte den Marktplatz mit dem Rathaus und weiteren Gebäuden aufzubauen. „Da machen wir dann auch Werbung für die dortigen Geschäfte, und vielleicht möchten die uns ja sponsern.“

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Bescheiden, streng, gutmütig: Viel Lob für Ursula Münchow

Freitag, den 9. Februar 2018
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Die 96-Jährige ist Kremmens dritte Ehrenbürgerin – bis heute übt sieimmer im Herbst mit dem Akkordeonorchester für einen Auftritt

MAZ Oberhavel, 9.2.2018

Kremmen.
Kremmen hat drei Ehrenbürger. Zu diesen ganz besonderen Menschen zählt seit dem vergangenen Freitag Ursula Münchow. Sehr viele Kremmener können mit dem Namen etwas anfangen. Als Lehrerin für Klavier und Akkordeon haben ganze Generationen bei ihr ein Musikinstrument gelernt. In den 60er-Jahren gründete die heute 96-Jährige das Akkordeonorchester. Viele Proben fanden in ihrem Wohnzimmer statt.

„Ihr habe ich meinen Beruf zu verdanken“, erzählt Inken Hertel, die heute in Sommerfeld lebt und als Akkordeonlehrerin tätig ist. „Sie war immer sehr streng, aber hat uns total motiviert, mehr aus unserem Instrument zu holen.“ Mit acht Jahren, 1971, hat Inken Hertel ihre erste Musikstunde bei Ursula Münchow gehabt. „Sie hat ein großes Zusammengehörigkeitsgefühl geschaffen“, erzählt sie. Das hält bis heute: Immer im Herbst trifft sich das Akkordeonorchester mit Ursula Münchow, und immer auf dem Kremmener Weihnachtsmarkt gibt es ein Konzert.

„Sie war freundlich, aber super streng“, erzählt Andrea Busse. Sie arbeitet heute in der Tourismusinfo im Scheunenviertel und hatte mit sieben Jahren bei Ursula Münchow die erste Klavierstunde. „Wenn man mal nicht geübt hat, fand sie das nicht witzig.“ Die Strenge habe aber nicht dazu geführt, dass sie unbeliebt war. „Diese Strenge hat einen ja an ein Ziel geschubst. Man hätte auch rausgehen und spielen können, aber man wollte ja das Instrument lernen. Sie hat uns spüren lassen, dass die Strenge nichts damit zu tun hat, dass sie uns vielleicht nicht mochte, sondern es ging ihr immer um die Sache.“ Das rechnen ihr die Menschen hoch an – egal, wen man fragt, alle reden gut über sie..

„Ich war auch ihre Schülerin“, sagt Birgit Neumann-Hannebauer, die beim Neujahrsempfang auch die Laudatio auf Ursula Münchow hielt. „Von 1961 bis 1971 habe ich bei ihr Akkordeon gelernt und war auch im Orchester“, sagt die ehemalige Bauamtsleiterin. „Ich wollte das auch. Bei uns zu Hause ist immer sehr viel Musik gemacht worden.“ Auch sie erinnert sich an die strenge Lehrerin. „Es kam immer auf den Takt an. Wir durften zum Beispiel beim Spielen nicht auf die Tastatur gucken, sondern mussten sehen, was Frau Münchow macht. Darauf hat sie ganz doll geachtet.“ Nach dem Unterricht habe sie immer ein liebes Wort übrig gehabt.

Ursula Münchow ist aber auch sehr bescheiden. Ein Porträt über sie in der Zeitung? Ach nein, das müsse ja nicht sein, findet sie. Sie redet nicht gern über sich. „Ich habe das, was ich getan habe, immer für selbstverständlich gehalten“, sagte sie nach der Verkündung der Ehrenbürgerschaft. „Ich war erstaunt, wer sich so was ausgedacht hat.“ Birgit Neumann-Hannebauer hatte sie vorher gesagt, dass sie, wenn sie gewusst hätte, was beim Empfang passiert, vielleicht gar nicht gekommen wäre. Sie mag es nicht so, wenn man sie lobt, aber andererseits freut es sie doch, wenn die Menschen an sie denken. Harte Schale, weicher Kern – diesem Satz kann die ehemalige Akkordeonschülerin Birgit Neumann-Hannebauer nur zustimmen. Sie hält immer noch ständigen Kontakt zu ihrer ehemaligen Lehrerin.

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Zwei Jahrzehnte durchgetanzt

Samstag, den 27. Januar 2018
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Die Bärenklauer Dance Bears feiern ihr Jubiläum im Februar mit einer großen Party in Marwitz

MAZ Oberhavel, 27.1.2018

Bärenklau.
Mit einem Westernball im Dorf fing alles an. Das war 1998. Damals spielte eine Band, es wurde getanzt. Linedance. „Wo macht man so was?“, fragten sich einige Bärenklauer danach. „Sechs Leute fuhren dann nach Berlin zum Training und zur Countrymusikmesse“, erzählt Gundula Klatt. „Im Auto haben wir dann beschlossen: Wie machen eine Tanzgruppe.“ Den ersten Auftritt hatten sie im inzwischen geschlossenen „Bärenstübl“ im Dorf. Der Name stand auch schnell fest: Dance Bears.
Bears – Bären – Bärenklau. Das passt, bis heute. Die Dance Bears feiern im Februar ihr 20-jähiges Bestehen. Dazu wird es in der Marwitzer Turnhalle ein großes Countryfest geben. Trainiert wird jeden Dienstag von 19 bis 20 Uhr in der Alten Remonteschule.

Das besondere am Linedance ist, dass alle dasselbe tanzen. Und nicht nur das: Alle Linedancer, überall, tanzen bei bestimmten Liedern bestimmte Schrittfolgen. Spielt eine Band einen Song, dann wissen alle Countytänzer, egal woher sie kommen, was nun zu tun ist. „Das macht auch am meisten Spaß, wenn alle gleich tanzen, eine Masse, keiner kommt aus dem Takt“, erzählt die 14-jährige Melina Kahl. „Das ist echt cool, wenn alle mitmachen.“

Gundula Klatt ist die Chefin, Cornelia Langner aber die Trainerin. „Zwei oder drei Wochen brauchen wir schon, bis ein Tanz wirklich sitzt.“ Es sind vor allem Videos im Internet, in denen die Schritte zu sehen und worüber sie erlernbar sind. Ein Tanz besteht aus 32 oder 64 Counts, also verschiedenen Schritten. Besonders schwere Tänze können auch mehr als 100 Schritte haben. „Ich tanze etappenweise vor, erst die ersten acht Schritte, dann geht es weiter“, erzählt Cornelia Langner. „Ich sage dann zur Gruppe, dass sie vorm Schlafengehen die Schritte in Gedanken noch mal durchgehen sollen.“
50 bis 60 Tänze haben die Bärenklauerinnen drauf. Ständig werden es mehr. Die Gruppe besteht derzeit aus 15 Frauen zwischen 14 und 69 Jahren. Es ist kein Mann dabei – das war schon mal anders. „Es ist schwierig, Männer dafür zu interessieren“, gibt Gundula Klatt zu. Zwischenzeitlich gab es sogar noch die Young Dance Bears, die Kindergruppe wurde mangels Nachwuchs aufgelöst, die jugendlichen Mädchen gehören nun zur eigentlichen Truppe. „Das Tolle ist, dass man beim Tanzen den Kopf frei bekommt“, sagt Lea Schmidt (15).

Für Neueinsteiger ist der Start nicht ganz einfach, das geben alle zu. Denn die vielen Schritte müssen gelernt sein. „Viele finden die Musik toll und die Tänze schön, aber viele empfinden das eben auch als schwierig, sagt Renata Förster, die ebenfalls in der Gruppe dabei ist. „Aber wenn Neue kommen, dann versuchen wir, einen Anfängertanz beizubringen“, ergänzt Trainerin Cornelia Langner. Momentan wird schon für das Fest am 17. Februar geprobt.