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Gefährliche Schwarzfahrer

Sonntag, den 1. Mai 2016
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Ich mache mir ja schon fast in die Hose, wenn ich mit meinem Auto und einem kaputten Abblendlicht durch die Gegend fahre. Andere Leute scheinen damit überhaupt keine Probleme zu haben.
Neulich auf der Autobahn zwischen Mühlenbeck und Birkenwerder. Es ist kurz nach Mitternacht und natürlich stockdunkel. Die Autobahn ist fast leer, aber in der Ferne sehe ich einen merkwürdigen Schimmer. So ganz genau kann ich aber nicht erkennen, was das ist.
Erst als ich näher komme, sehe ich es: Ein Auto komplett ohne hintere Beleuchtung. Hinten war alles zappenduster. Wäre ich nicht eh vom Gas gegangen, hätte es gefährlich werden können.
Als ich die Schüssel überholte, sah ich: Vorne sah es nicht viel besser aus: Der rechte Scheinwerfer war halb blind, der linke war nur eine Funzel.

Eine gute Woche später, etwa zur gleichen Zeit, diesmal zwischen dem Dreieck Pankow und Mühlenbeck. Wieder ist alles dunkel und frei, wieder sehe ich irgendwas Seltsames, und fast bin ich draufgebrettert: Ein Motorradfahrer hinten ohne Licht – und mit schwarzen Klamotten. Der Überholvorgang war knapp.

Leute, was soll das? Ihr bringt euch damit in Gefahr, aber auch die anderen Verkehrsteilnehmer! Sehen und gesehen werden! Leider war gerade keine Polizei unterwegs, um diese Gefährder gleich mal stillzulegen.

aRTikel

Sein Traum: eine eigene Show auf ProSieben

Dienstag, den 16. Februar 2016
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Niko Schicketanz (21) aus Mühlenbeck ist Komparse bei „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“

MAZ Oberhavel, 16.2.2016

Mühlenbeck.
Kleinere Komparsenrollen hatte Niko Schicketanz bei „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ schon öfter mal. Diesmal war der 21-Jährige aus Mühlenbeck aber gleich für vier Drehtage in Potsdam. Seine Auftritte in der RTL-Daily-Soap sind in diesen Tagen zu sehen. „Da sind wir in einem Vereinsheim, die haben eine neue Bedienung, mit der ich nicht einverstanden bin“, erzählt er. „Ich pöbele dann ein bisschen rum.“
Für Niko ist es wieder ein kleiner Schritt weiter rein ins Fernsehbusiness. Denn da will er hin, das ist sein Ziel. Am GZSZ-Set hatte er eine Frau von einer Castingagentur kennengelernt und so den Weg in die Komparserie gefunden. So war er beim Dreh von „Vier gegen die Bank“ mit Til Schweiger und Matthias Schweighöfer, der Weihnachten 2016 in den deutschen Kinos anläuft, dabei.

Eigentlich studiert Niko Schicketanz Medienmanagent an der BBW-Hochschule in Berlin. 2013 machte er sein Abi am Neuen Gymnasium in Glienicke. Seinen Traum vom Sportstudium musste er nach einer Meniskusverletzung sausen lassen.
Oft arbeitet er nebenher als DJ, wird als solcher von Hotels für Partys gebucht – auch immer wieder auf Promifesten oder in der Clubszene am Berliner Kudamm. „Man kann mich buchen“, sagt Niko, „auch für Privatpartys.“ Auf einem dieser Events lernte er den Designer und Dschungelcamp-Teilnehmer Julian F. M. Stöckel kennen. „Das ist inzwischen einer meiner besten Freunde“, erzählt er. „Er nimmt mich immer mal zu Events mit.“ Dadurch kennt Niko inzwischen viele Leute aus der Medienszene. „Oft ist es so, dass die ganz großen Promis nur so lange auf einer Party bleiben, wie Kameras und Reporter vor Ort sind, danach gehen sie dann. Aber mit den anderen ist es danach immer locker und cool.“ Durch Julian F. M. Stöckel gelingt es Niko immer mal wieder, an bekannte Leute ranzukommen und sich bei ihnen vorzustellen. „Heino zum Beispiel ist ein super cooler Typ. Auch H.P. Baxxter von Scooter ist sehr locker drauf. Florian Silbereisen aber hat so viele Bodyguards um sich, an den kommt man gar nicht ran.“

Der Mühlenbecker macht aber noch mehr. Für einen Reiseveranstalter arbeitet er als Animateur und war dafür vergangenes Jahr drei Monate auf Sardinien. Hin und wieder arbeitet er als Tanzlehrer. Auch als Moderator ist er unterwegs. So führte er im Herbst 2015 durch das Warm-up der Show „Wer besiegt Paul“ in Hohen Neuendorf.
Darüber hinaus dreht er kurze Filme, die er auf seine öffentliche Facebook-Seite stellt oder auf Youtube verbreitet. „Das sind Filme mit Botschaften“, erzählt er. „Sie sollen zum Nachdenken anregen.“ In einem geht es darum, am Steuer des Autos nicht das Smartphone zu benutzen: „Don’t tap and drive“, lautet der Spruch am Ende, nachdem der Fahrer im Clip mit dem Auto von der Straße ab kam, weil er am Handy spielte.

Im Sommer möchte Niko ein Praktikum absolvieren – im Idealfall in einer Fernsehproduktion. Sein ganz großer Traum ist aber auch schon ein konkreter: „Ich schaue gern die Late-Night-Show mit Jimmy Fallon“, erzählt er. Sie läuft auf dem US-Sender NBC und hierzulande täglich gegen 23  Uhr auf Einsfestival. „Das Konzept finde ich toll. Jan Böhmermann geht ja auch in diese Richtung.“ So etwas will er auch machen: „Einmal pro Woche abends auf ProSieben.“ Er weiß, dass das ein unglaublich hohes Ziel ist. Deutsche Vorbilder hat er aber auch. Da nennt er Daniel Hartwich und Thomas Gottschalk. „Zu seinen ,Wetten, dass …?’-Zeiten fand ich den toll“, sagt Niko.
Was seine berufliche Zukunft angeht, bleibt er gelassen. Klar ist „Irgendwie werde ich schon Fuß fassen. Ich kenne zum Glück jetzt schon unglaublich viele Menschen. Ich sehe mich selber als relativ kreativen Kopf.“ Auf den Roten Teppichen fühlt er sich jedenfalls schon ganz gut. Auf den Fotos, die er auf seiner Facebook-Seite postet, hat er die entsprechenden Posen schon drauf. Niko lächelt und sagt: „Ja, das ist mein Ding.“

RTelenovela

Weg da, jetzt komm’ ich!

Montag, den 17. August 2015
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Autofahrer sind oft schrecklich ungeduldig. Und in ihrer Ungeduld manchmal auch bedrückend dämlich.
Neulich zum Beispiel, auf der Autobahn zwischen dem Dreieck Pankow und Mühlenbeck. Es war bereits weit nach Mitternacht, und trotzdem waren noch einige Lkw unterwegs. Einer war gerade dabei, eine Kolonne zu überholen.

Okay, das ist durchaus nervig, wenn man mit Tempo 90 da hinterherzuckelt. Vorn der überholende Lkw, rechts von mir die Überholten.
Plötzlich näherte sich von hinten ein anderes Auto. Der Fahrer gab Lichthupe. Und noch mal. Er wollte vorbei, aber was genau erwartete er in diesem Moment von mir. Sollte ich mich samt Auto in Luft auflösen? Sollte ich mich ganz geschmeidig rechts rechts einordnen und vom dort fahrenden Lkw zu Matsch verarbeiten lassen? Oder hätte ich eine Vollbremsung hinlegen sollen?

Vermutlich hat sich mein Hintermann gar nichts gedacht, weil es schlicht schon zu spät und sich die gesamte Hirnleitung im Fuß befand, der auf dem Gaspedal rumstand.
Als der Lkw vor mir nach dem Überholen rechts einscherte, ließ ich mir beim Gasgeben ein bisschen mehr Zeit als sonst, ließ meinen Hintermann dann aber vorbei.
Kurz habe ich überlegt, ihn mit einer Lichthupe zu verabschieden. Ich habe es dann aber doch gelassen.

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Berlin: So nah, und doch so fern

Montag, den 6. Juli 2015
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Sonntagabend, mal schnell nach Berlin ins Kino fahren? Manchmal ist die quasi vor der Tür liegende Hauptstadt ganz schön weit weg.
Am Sonntagabend war Berlins Osten jedenfalls so gut wie unerreichbar, und ich erlebte eine kleine Reise-Odyssee.

Ich wollte von Oranienburg aus über Lehnitz und Summt zur Autobahn. Doch schon vor Summt war Schluss. Stau auf der Landesstraße. Laut Verkehrsfunk reichte er bis Schildow – wie ich zu spät erfahre. Und die komplette A114 nach Berlin rein ist wegen Straßenschäden gesperrt.
Ich drehte um. Mein Plan: Über Zühlsdorf und Basdorf zur B109 und weiter nach Berlin. Doch der Verkehrsfunk machte mir den nächsten Strich durch die Rechnung. Nun hieß es: Auch die B109 ab Schönwalde war dicht. Noch ein Stau. Viele Kilometer. Ähnlich sah es noch weiter östlich auf der B2 aus.

Ich musste meinen Plan, in Prenzlauer Berg ins Kino zu gehen, sausen lassen. Zeitlich nicht zu schaffen. Berlin war von dort aus quasi nicht zu erreichen. Der neue Plan: Berlins Westen, Charlottenburg. Aber wie dort hinkommen? Auch Mühlenbeck erlebte einen Stau, und auf der Autobahn zwischen Birkenwerder und dem Kreuz Oranienburg ebenfalls – noch mehr Straßenschäden.

Ich schlängelte mich also über Schönfließ, Glienicke, Hermsdorf und Wittenau auf die A111 – und irgendwann erreichte ich endlich auch mein Ziel. Wenn auch nicht das ursprüngliche.

aRTikel

Kämmerin ist jetzt auch Vize-Bürgermeisterin

Donnerstag, den 16. Oktober 2014
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Kremmens Finanzfachfrau: Kathrin Schönrock aus Mühlenbeck

MAZ Oranienburg, 16.10.2014

KREMMEN
Stellvertretende Bürgermeisterin. Bisher ist es nur der Titel, die bloße Bezeichnung, die sich für Kathrin Schönrock geändert hat. Ende August ist sie zur Nachfolgerin von Birgit Neumann-Hannebauer gewählt worden. Die 39-Jährige vertritt Bürgermeister Klaus-Jürgen Sasse wenn er im Urlaub oder anderweitig verhindert ist. Bislang war das noch nicht nötig. “Bis jetzt bemerke ich noch keine Veränderung“, sagt sie und lächelt ein wenig.

Kathrin Schönrock hat aber auch so schon viel zu tun. Seit 2007 arbeitet sie in der Kremmener Verwaltung, seit 2010 ist sie die Kämmerin der Stadt und kümmert sich um dessen Finanzen. „Da kommen jeden Tag neue Herausforderungen“, sagt sie. Die Einführung des doppischen Haushalts hat die Mitarbeiter stark gefordert – und fordert sie immer noch. Zufrieden ist sie trotzdem: „Wir haben immer noch einen ausgeglichenen Haushalt.“ Kassenkredite müssten nur vorübergehend aufgenommen werden, „und wir haben viele soziale Leistungen und Wünsche erfüllt.“

Bald soll der Haushalt für 2015 beraten werden. „Da sieht es noch ganz gut aus.“ Damit das weiter so bleibt, die Zuschüsse alle weitergezahlt werden können, müsse aber bald über Steuererhöhungen nachgedacht werden. „Die Hundesteuer haben wir schon angepasst, die Grund- und Gewerbesteuer aber noch nicht.“ Die Wünsche seien aber jetzt schon größer als das, was finanziell machbar sei.

Morgens um 7 Uhr beginnt der Arbeitstag von Kathrin Schönrock in der Regel. Jeden Tag fährt sie aus Mühlenbeck, wo sie mit ihrer Familie lebt, nach Kremmen. Sie besuchte die Käthe-Kollwitz-Schule, machte am Hohen Neuendorfer Marie-Curie-Gymnasium ihr Abitur. In Berlin absolvierte sie eine Ausbildung bei einer Bank und arbeitete danach mehrere Jahre beim Finanzamt. „Danach bin ich aber leider nicht übernommen worden“, erzählt sie. Sie bewarb sich in der Kremmener Verwaltung.

Inzwischen liegt ihr die Stadt echt am Herzen. „Ich bin ja auch viel mehr als 40 Stunden in der Woche hier“, sagt sie. Ihr Schwiegervater stammt aus Staffelde, deshalb kannte sie die Gegend auch vorher schon. „Kremmen ist nicht meine Heimat, aber schon mehr als nur mein Arbeitsort.“
In ihrer Freizeit spielt der Fußball eine ganz entscheidende Rolle – wenn auch eher auf passive Weise. Ihre beiden Söhne, neun und 13 Jahre alt, spielen im Verein in Berlin. „Das Hobby nimmt mich gewissermaßen komplett ein“, sagt Kathrin Schönrock. „Ich begleite sie zu den Spielen.“ Sie hat, inklusive ihres Mannes, mit dem sie seit 14 Jahren verheiratet ist, drei Fußballer zu Hause, merkt sie an. „Da wird alles verfolgt, was läuft. Ich kenne mich inzwischen ganz gut aus.“ Zeit für andere Hobbys bleibt da kaum.

Im Büro im Kremmener Rathaus muss sie weiter Akten bearbeiten, bald soll der Haushalt 2015 vorgestellt werden. „Ansonsten warte ich ab, wann ich auch repräsentieren muss“, sagt sie. So ganz kann sie sich das noch nicht vorstellen, aber in die Aufgabe wird sie sicherlich noch reinwachsen.

aRTikel

Das zweite Berlin im Krämer Wald

Donnerstag, den 6. Februar 2014
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Die Nazis bauten zwischen Pausin, Staffelde und Bötzow Anlagen auf, die die Bomber von der Großstadt ablenken sollten

MAZ Oranienburg, 6.2.2014

OBERKRÄMER/KREMMEN
Alles sollte aus der Luft betrachtet so aussehen wie das Original: Straßenzüge, Kreuzungen, Häuser und viel Licht. So, wie es 1940 rund um die Friedrichstraße in Berlin-Mitte eben aussah. In Wirklichkeit befand sich das Areal auf einem Feld zwischen Eichstädt und Vehlefanz. Die Straßenschluchten waren beleuchtete Waldschneisen. Neu-Berlin sagten die Leute damals zu dieser sogenannten Scheinanlage. Rund um die Reichshauptstadt bauten die Nazis im Zweiten Weltkrieg diese Anlagen auf, um die englischen und amerikanischen Bomber von ihren eigentlichen Zielen abzulenken. An anderen Stellen wollten sie angriffswürdige Ziele vertuschen.

Über dieses Kapitel deutscher Geschichte ist bislang nur wenig bekannt. Der Berliner Hobbyforscher Peter Reinhardt befasst sich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema. Am Dienstagabend hielt er einen Vortrag in Grünefeld (Havelland). „Es gibt kaum Infos und Dokumente“, erzählte er.

Rund um den Krämer Wald, in einem Gebiet zwischen Pausin, Staffelde und Bötzow befand sich die größte Anlage in der Region. Sie trug die Bezeichnung „V-500“, die Engländer gaben ihr den Namen „Decoy-City“ oder auch „Berlin-Nauen 1“. Sie sollte an zwölf Stellen eine Gesamtdarstellung von Berlin simulieren. Dazu gehörte die Friedrichstraße nahe Eichstädt, Bahngleise und Güterbahnhöfe bei Eichstädt, Grünefeld und Perwenitz oder ein Flughafen bei Pausin. „Die Leute in diesen Gebieten fragten sich immer wieder, warum dort ab und zu Bomben gefallen sind“, erzählte Peter Reinhardt. Oftmals sei erst nach dem Krieg die Existenz einer solchen Anlage klar gewesen.
Mehrere dieser Bauten standen nahe Pausin. Nördlich des Dorfes installierten die Nazis Metallwannen mit einem Altöl-Benzingemisch. Die Flammen sollten aus der Ferne einen Großbrand simulieren. Ebenfalls bei Pausin ist ein ganzer Flughafen zum Schein simuliert worden. Dazu gehörten große Modellflugzeuge aus Holz, die immer hin und hergeschoben worden seien, um Verkehrsbewegungen darzustellen. Auf einem Acker bei Perwenitz gab es ganze Schienenanlagen, die den Bahnverkehr aber ebenfalls nur simulierten. Ebenso nahe Eichstädt und Grünefeld. Die heutige Autobahn 10, der Berliner Ring, war damals noch nicht fertig, aber der Brückenkopf bei Paaren im Glien stand bereits, die Fundamente dienten ebenfalls als Scheinanlage. Nahe der alten Grünefelder Mühle standen Scheinwerfer, auf einem Feld am Vehlefanzer Weg bei Börnicke sind ähnliche Entdeckungen gemacht worden. Auf den Feldern zwischen Staffelde, Groß-Ziethen und Klein-Ziethen befanden sich, ähnlich wie bei Eichstädt, beleuchtete Schneisen im Wald – auch sie sollten teilweise die Großstadt darstellen. Wer zwischen Paaren im Glien und Perwenitz unterwegs ist, wird nahe der Tankstelle am Berliner Ring auf alte Fundamente solcher Bauten treffen. „Man muss aber ganz genau hinsehen“, sagte Peter Reinhardt. „Es steht beispielsweise eine Holzhütte darauf.“ In einem Waldstück bei Schönwalde-Glien entdeckte er lauter Erdhügel, auf denen in den 1940er-Jahren Scheinwerfer standen, die ebenfalls einen Teil der Stadt Berlin simulieren sollten.

Kräfte der Luftwaffe stellten den Betrieb der Anlagen sicher. Um sie vor Bombenangriffen zu schützen, sind jeweils unweit davon leichte Bunker gebaut worden. In Grünefeld ist einer heute noch zu sehen.
Dass Berlin etwa 30 Kilometer weiter südöstlich vom Krämer Wald liegt, bekamen die Engländer aber schnell mit. Auf Karten vermerkten sie die Scheinanlagen von „Decoy-City“. 30 englische und amerikanische Flieger sind bis zum Ende des Krieges in der Region abgestürzt.

Peter Reinhardt hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Kapitel der Scheinanlagen bekannter zu machen. Er sucht weiter nach Zeitzeugen, Fotos und Dokumenten

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Simulierte Heinkel-Werke bei Nassenheide
Eine Auswahl von Scheinanlagen während des Zweiten Weltkrieges:
Bei Mühlenbeck befand sich in den Rieselfeldern eine Anlage, die mit Scheinwerfern und Rauch einen Großbrand simulieren sollte. In der Nähe von Nassenheide sind Teile der Anlage des Germendorfer Heinkel-Werkes nachgestellt worden.
In einem Gebiet zwischen Pausin, Staffelde und Bötzow befand sich die Scheinanlage „V-500“. Innerhalb dieses Kreises sind diverse Maßnahmen ergriffen worden, um die Bomber von Berlin abzulenken. Zwischen Staffelde und Groß-Ziethen befanden sich beleuchtete Waldschneisen, die Berliner Straßenzüge darstellen sollten.
In der Region Eichstädt/Vehlefanz befanden sich Signalraketen, Schein-Bahn- und Verkehrsanlagen sowie ein Scheinfeuer. Auch ist dort ein Teil von Berlin-Mitte durch Schneisen und Lichter simuliert worden. Eine weitere Anlage bestand, laut einer Karte, zwischen Velten und Schönwalde.
Südlich von Pausin ist ein Testfeld angelegt worden, auf dem alle Scheinanlagen erprobt worden sind. Auch gab es dort eine komplette Flugplatzanlage – ebenfalls nur zum Schein. Noch vor dem Bau des Berliner Rings diente der schon fertige Brückenkopf nahe Paaren im Glien ebenfalls als Scheinanlage.

aRTikel

53-mal Willi: Aufgelöst, aufgemischt, umbenannt

Freitag, den 27. Dezember 2013
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MAZ Oranienburg, 27.12.2013

OBERHAVEL
Was, schon wieder vorbei? 2013 ist fast Geschichte, und auf den 53 „Willi“-Seiten dieses Jahres ist so einiges passiert.

Musik:
Oranienburger Musiker haben es auf dem Stadtfest im Juni schwer. Es gibt keinen Platz für den Nachwuchs – ganz anders als in Hennigsdorf.
Das Jazzkomplott aus Oranienburg hat mit „Hypermut“ ein neues Album herausgebracht – erstmals mit selbstgeschriebenen Stücken.
Das Projekt Muetzen feierte seinen fünften Geburtstag.
Produzent Kristian Tilgner aus Hennigsdorf legt mit Darius und Finlay ein neues Album vor: „Summer is here“.
„Die anderen Kinder“ aus Hennigsdorf legten eine Zwangspause ein, weil zwei der vier Bandmitglieder länger im Ausland sind.
Radiopilot verkündete das Aus.
„No Voltage“ aus Hohen Neuendorf hat sich aufgelöst, dafür gibt es jetzt „Coast of Madness“.
Ali Rhabarber und die Pfirsichräuber aus Groß-Ziethen haben Pech: Die Band sucht einen Sänger und einen Drummer.
Adrian Sarac (18) aus Mühlenbeck veröffentlicht seine erste Single. Ein Album soll auch in Arbeit sein.
Die Musicalgruppe Glienicke führt ein „Blues Brothers“-Stück auf und darf damit sogar nach Polen.
Schock dagegen für „Gruppenzwang“. Bandmitglied T-Krizz stirbt im August bei einem Autounfall.

Schule:
An den Oranienburger Gymnasien feiern „Der Penner“ und der „Iwahn“ ihr Comeback. Die Schülerzeitungen erschienen wieder.
Probleme gibt es mit den Klassenfahrten. Lehrer müssen immer öfter dafür in die eigene Tasche greifen.
Nach dem schweren Hochwasser in Süd- und Mitteldeutschland veranstalten die Schüler des Granseer Strittmatter-Gymnasiums ein Benefizkonzert.

Internet:
Die Band Right Now steht bei den Oberhavel-Facebook-Charts mit 5736 Fans ganz oben. Auf Platz zwei: die Band Funhouse, dahinter die Hohen Neuendorfer Himmelspagode. Im Januar 2014 gibt’s das nächste Ranking.
Der Umgang mit Facebook ist bei vielen übrigens noch mit viel Halbwissen verbunden. Deshalb veranstalten immer mehr Jugendklubs, wie der in Schönfließ, entsprechende Seminare.

Und sonst?
In Oranienburg wird Anfang Mai eine fröhliche Party zum Albtraum. Plötzlich tauchen Fremde im Haus auf, die alles kurz und klein hauen.
Nils (23) erzählt bei „Willi“, wie er sich mit dem Aids-Virus angesteckt hat. Oft hatte er ungeschützten Sex.