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1991: Nach Unfall – Lebenden für tot erklärt

Juni 1991 III -> 22.6.2011

Rückblick: Im Juli 1991: Schock für Berliner Mutter / Aus für Zehlendorfer Schule / Tropenhitze in der Region

MAZ Oranienburg, 26.7.2011

Was passierte vor 20 Jahren im Altkreis Oranienburg – und was stand in der MAZ? Diesmal: die erste Hälfte im Juli 1991.

OBERHAVEL
Schock für eine Mutter aus Berlin. Die Oranienburger Polizei und die örtlichen Unfallärzte erklären einen Lebenden für tot. Nach einem schweren Unfall auf der Autobahn bei Mühlenbeck verwechseln die Helfer und Beamten den Toten und den Verletzten. Brigitte B. glaubt, ihren Sohn beerdigt zu haben. Wie sich erst nach der Trauerfeier herausstellt, liegt ihr Sohn noch im Krankenhaus, stattdessen liegt dessen Freund unter der Erde. Wolfgang Toppel, der Chef des Oranienburger Polizei-Kreisamtes sagt, so etwas werde nie wieder passieren. Danach streiten sich die Beteiligten jedoch noch weiter, wie es dazu kommen konnte.

Die Schule in Zehlendorf wird geschlossen. Das Bildungsministerium entschied, dafür die Schule in Wensickendorf zu stärken, da es dort eine Sporthalle gebe. Die Zweitklässler gehen geschlossen nach Wensickendorf, die Erst- und Drittklässler müssen auf andere Häuser verteilt werden.

Am 3. Juli bekommen die Schüler im Landkreis ihre Zeugnisse. Für sie endet eine Ära, denn im August tritt die neue Schulstruktur in Kraft: mit Gymnasium, Real- und Gesamtschule.

Das Volkshaus in Velten erwirtschaftet tiefrote Zahlen. Die Chefin Silke Hildebrandt spricht von einem Defizit in Höhe von 60.000 Mark. Es kommen kaum noch Leute, Veranstaltungen floppen reihenweise. Die Stadtverordneten vermissen ein vernünftiges Konzept.

Unterdessen herrscht Tropenhitze in der Region. Am Autobahnsee bei Velten ist am 7. Juli 1991 ein Gedränge wie am Mittelmeer. Die Autos parken entlang der Straße zwischen Pinnow und Velten.

Bei der Hitze bricht die Autobahn auf. Der Berliner Ring ist zwischen Birkenwerder und Stolpe (Dreieck Oranienburg) sowie am Dreieck Havelland und zwischen Kremmen und Fehrbellin gesperrt. Die Fahrbahnplatten haben sich bis zu 20 Zentimeter angehoten – sie wirken wie Panzersperren.

Neue Dimensionen für den geplanten Kreis Niederbarnim. Nun soll auch Gransee zum Verbund aus Oranienburg und Bernau dazustoßen. Rechtsdezernent Michael Ney sagt, dass der Wille der Kreisparlamente vom Innenministerium geachtet werden müsse. „Was wäre das sonst für eine Demokratie?“

Der Oranienburger Filmpalast und das Hennigsdorfer „Aktivist“-Kino haben einen neuen Besitzer. Die Fuchs Verwaltungs-KG aus Siegen kaufte die Häuser von der Treuhand. Die Angestellten bekommen eine Beschäftigungsgarantie.

Ein Kommentar zu “1991: Nach Unfall – Lebenden für tot erklärt”

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