Monatsarchiv für November 2009

RTelenovela

Wenn das der alte Wichmann wüsste

Montag, den 30. November 2009
Tags: ,

Schon Ende Dezember des vergangenen Jahres habe ich von meinen Oranienburger Kollegen ein Abschiedsgeschenk bekommen: zwei Tageskarten für die Neuruppiner Fontanetherme. Ein perfektes Geschenk! (Wer mir mal was schenken will: Ein Gutschein für eine Therme ist immer gut!)
Heute lösten wir den Gutschein ein.

Die Fontanetherme ist durch die Seesauna bekannt geworden, die sich auf dem Ruppiner See befindet.
Von außen sieht das Gebäude allerdings nicht wirklich schick aus, eher wie einer diese seltsamen DDR-Bauwerke. Auch der Weg zu den Umkleidekabinen ist geprägt von grauen Betonwänden. Irgendwie trist. Ich weiß nicht genau, was sich die Architekten dabei gedacht haben.

Wir wurden entschädigt. Der Schwimmbadbereich hat durchaus etwas Gemütliches. Ein paar Liegen und ein Becken, in dem man sogar ein paar Bahnen schwimmen kann. Sehr schön.
Ein echt herrliches Becken liegt draußen, ein Solebecken, das so salzhaltig ist, dass man sich drauf treiben lassen kann. Ein interessantes Gefühl, wenn man schwerelos zu sein scheint und unkontrolliert vor sich hin treibt.

Weiter in die erste Etage, in den Saunabereich. Die haben da einige wirklich schöne Sachen. Aber im Detail hapert es.
Breite, ziemlich hohe Flure, viele Henkel für Handtücher, aber dafür so gut wie keine Ablagen. Ein bisschen Deko wäre nicht schlecht gewesen. Und über die Aufgüsse müssen wir jetzt wirklich mal reden, liebe Leute von der Fontanetherme: Die sind nämlich gar nix! Einmal Wasser drauf und ein bisschen wedeln (wenn auch die Dame dies mit hohem, angestrengtem Einsatz tat) reicht einfach nicht. Da muss noch ein zweiter, dritter oder gar vierter Teil des Aufgusses kommen. Ich empfehle hierfür in die Lehre nach Oranienburg zu kommen – in der TURM-Sauna wissen sie, wie das geht.

Spannend wurde es dann aber in der Seesauna. Sie gilt als Deutschlands größte Seesauna. Leider ist aber genau das ihr größter Nachteil. Die ist so groß, dass man dort in Viererreihen sitzen kann. Sie hat Ausmaße es kleinen Stadions, inklusive Laola-Möglichkeit. So eine riesige Sauna kann ein aufguss nicht bewältigen. Er ist dann nicht wirklich heiß. Und man muss sich wirklich Sorgen machen um die Aufgussfrau, für die das Herumwedeln mit dem Handtuch Schwerstarbeit ist. Ich hatte immer Angst, ob sie vielleicht die Erste ist, die den körperlichen Abgang macht.
Wir waren beim Wichmann-Aufguss dabei. Für den, der nicht wusste, wer oder was Wichmann ist (ein Pfarrer, der in Neuruppin lebte), erzählte die Aufgussfrau während des Aufgusses seine Geschichte. Nun ja, ich mag es ja lieber, wenn man während des Aufgusses gar nix erzählt. Wir erfuhren, dass nicht nur Jesus übers wasser laufen konnte, sondern auch dieser Wichmann. Und, dass er immer Silvester kopflos durch Neuruppin reiten soll.
Ich arbeite jetzt bald fünf Monate in Neuruppin, aber dass die dort so crazy drauf sind, habe ich dann doch erst heute erfahren. Und dass Wichmann jetzt als Saunaaufguss missbraucht wird, hätte er wohl auch nicht gedacht.
Als der Aufguss vorbei war, fragten wir uns jedenfalls, ob es bald losgeht.
Allerdings: Das Ambiente ist tatsächlich ganz schön. Wer will, kann sogar direkt von der Plattform in den Ruppiner See steigen.

Im Preis der Tageskarte enthalten ist übrigens ein kleiner Salat. Er würde 5 Euro kosten. Allerdings musste ich beim Anblick der Auswahl lachen. Ein paar matschige Gurken und Tomaten, irgendein Salatmischmasch, den ich geschmacklich nicht verorten konnte und Mais. Toll. Fische ist was anderes. Dafür 5 Euro? Löcherlich.
Wirklich schockierend in der Fontanetherme ist allerdings der Eintrittspreis. Am Wochenende und an Feiertagen kostet eine Tageskarte unglaubliche 33 Euro, sonst 29 Euro. Die Drei-Stunden-Karte 25 und 21 Euro. Das finde ich happig. Und da wundert es mich auch nicht, dass das Ding an einem Sonntagnachmittag so leer ist. Diese Preise sind atemberaubend und nicht gerechtfertigt. Die Saunen sind zwar nett, aber da können andere (preiswertere!) Bäder ganz locker mithalten, und die Neuruppiner Aufgüsse sind mehr als mickrig.

Wir fanden den Ausflug nach Neuruppin sehr entspannend und waren dankbar für die Freikarten. Aber 33 Euro hätten wir dafür nie und nimmer auf den Tisch gelegt.
(Zum Vergleich: Tageskarte am Sonntag im Oranienburger TURM: 20 Euro. In der Naturtherme Templin: 18 Euro. Kristalltherme Bad Wilsnack: 18,80 Euro.)

RTZapper

OHV-TV-Nachrichten: Wolfs Weihnachtsüberraschungen

Sonntag, den 29. November 2009
Tags: , ,

SO 29.11.2009 | 23.35 Uhr | Oberhavel TV

Das ist aber blöd! Da hat sich doch glatt mal wieder ein technischer Fehler in die aktuelle Sendung von Oberhavel TV eingeschlichen.
Da läuft doch glatt ein Werbebeitrag über “Wolfs Möbellager” – der Laden, der eigentlich “Wolf Mobellager” heißt – mitten in den Nachrichten. Wieder und wieder und wieder – alle 20 Minuten.
Oder sind Weihnachtsüberraschungen mit Sonderpreisen nach Auffassung der Oberhavel-TV-Macher tatsächlich Nachrichten? Halten die ihre Zuschauer wirklich für so behämmert? Traurig.

Nicht zu vergessen übrigens der 15-minütige (!) Werbefilm für die Kinderfeuerwehr im Landkreis, erzählt im längst vergangen geglaubten DDR-Kinderfernsehstil. Beschämend, was da so aus Birkenwerder über den Sender läuft.

RTZapper

Cars

Sonntag, den 29. November 2009
Tags: ,

SO 29.11.2009 | 20.15 Uhr | ProSieben

„Cars“ ist der 2006er-Film aus den Pixar-Studios. Er spielt, wie der Name schon sagt, in der Welt der Autos. Einerseits ein abgelegenes Dorf abseits des Highways, andererseits die großen Stadien, in denen Autorennen ausgetragen werden.
Eines Tages, auf der Reise zum nächsten Stadion, verirrt sich der Rennwagen Lightning McQueen in eben jenes Dorf und macht dort vollkommen neue, prägende Erfahrungen.

Auch wenn „Cars“ mit einem ziemlich langweiligen Autorennen beginnt: Danach wird der Film immer besser, ist witzig, geht ans Herz. Dennoch ist der Film nicht das beste Werk von Pixar gewesen.

RTZapper

Die Oliver Pocher Show: Schweinegrippe

Sonntag, den 29. November 2009
Tags: ,

FR 27.11.2009 | 22.20 Uhr | Sat.1

Oliver Pocher hat die Schweinegrippe. Das ist natürlich in einer Zeit der medialen Panikmache die ideale Schlagzeile. Und irgendwie vor allem ideal für Pocher selbst. Seine Show läuft nicht so dolle, er kann jede PR brauchen.
So präsentierte er also am Freitag die wohl erste Quarantäneshow. Pocher wurde aus seinem Wohnzimmer ins Studio geschaltet, Papa Pocher begrüßte die Gäste vor Ort.

Das war alles relativ amüsant, wenn auch nicht überschwänglich lustig. Eines haben wir jedoch gelernt: So richtig schlimm ist die Schweinegrippe nicht. Fieber, Kopfschmerzen und ein paar Tage zu Hause. Oder Pocher hat uns die wirklich dramatischen Ereignisse der vergangenen Tage nicht gezeigt.

Die Sendung absagen kam für ihn offenbar nicht in Frage. Und es hat ihm ja auch genutzt: eine halbe Million Zuschauer mehr als in der Woche davor. Dafür macht man doch auch gern mit seiner Gesundheit PR.

RTelenovela

Ab 1. Dezember 2009: das Weihnachtsparadies

Sonntag, den 29. November 2009
Tags:

Am frühen Sonnabendmorgen war die Weihnachtsserie vollendet: 24 Kapitel “Weihnachtsparadies”.

Im “Schwuttke”-Kapitel 231 zog Josepha Schwuttke in das “Seniorenparadies”. Dabei handelt es sich um ein Haus an der strandpromenade von Binz auf Rügen, in dem etwa 150 Senioren leben.
In “Weihnachtsparadies” tauchen wir 24 Tage lang ein in das Geschehen in diesem Haus. Vom 1. bis 24. Dezember 2009 erleben wir, wir Josepha Schwuttke eine Weihnachtsfeier organisieren will. Wir lernen Karsten Habermeier kennen, der im “Seniorenparadies” eine Begegnung, die vielleicht sein Leben prägen wird. Die Pfleger Ben und Tabea, die sich um alles kümmern. Oder das Ehepaar Zalinski, das sich irgendwie auf den Keks geht.

Jeden Tag wird die aktuelle Folge auf dieser Seite präsentiert und ist dann drei Tage abrufbar.
Wie bei “Schwuttke” auch, wird es an einigen Stellen kursiv Musiktitel geben, die zur Szene gehören.
Alternativ – oder zusätzlich – wird es aber auch Lesungen geben – voraussichtlich am 13. und 27. Dezember. Je 12 Kapitel werden dann gelesen. Wer daran Interesse hat, bekommt demnächst weitere Infos.

RTZapper

Collateral

Samstag, den 28. November 2009
Tags: ,

FR 27.11.2009 | 20.15 Uhr | ProSieben

Taxifahrer Max (Jamie Foxx) freut sich: Fahrgast Vincent (Tom Cruise) bietet ihm 600 Dollar. Dafür soll Max ihn den ganzen Abend fahren. Was er erst später mitbekommt: Vincent ist ein Profikiller.

Mit “Collateral” hat Michael Mann einen überraschend guten Film abgeliefert, der anfangs einen sehr beschaulichen und ruhigen Eindruck macht und im Laufe der Zeit an Spannung zunimmt.
Die Szenen im Taxi sind noch sehr ruhig gehalten, leben sehr von den Bildern und Dialogen. Eine ganz normale Nacht im Taxi eben. Doch aus der Normalität wird bald eine sehr besondere Nacht. Denn Taxifahrer Max hat ja nicht irgendwen an Bord seines Autos, sondern einen Killer, der im Laufe der Nacht noch diverse Menschen umbringen will.
Der Wechsel vom Beschaulichen zum Spannenden vollzieht sich für den Zuschauer fast unmerklich, steigert sich zum Ende hin aber mehr und mehr.
So ist dieser Film zwei Stunden sehr solide und kurzweilige Unterhaltung.

RTZapper

Bambi 2009

Samstag, den 28. November 2009
Tags: ,

DO 26.11.2009 | 20.15 Uhr | Das Erste

Wer behauptet eigentlich ständig, dass der “Bambi” Deutschlands wichtigster Medienpreis ist? Glaube ich nicht. Denn wer eine so belanglose, öde Show abliefert, kann einfach nicht wichtig sein. Diese Preisverleihung ist seit Jahren eigentlich nur eines: die ödeste Einschlafhilfe des Jahres.
Eine Show komplett ohne spannende Momente, voller aufgesetztem Kitsch und peinlichen Moderationen. In diesem Jahr musste Potsdam diesen kläglich gescheiterten Galaversuch ertragen, die nicht mehr war als eine Hui-die-großen-Stars-waren-in-Potsdam-PR-Sause. Potsdam wird sich wahrscheinlich lange nicht davon erholen.

Angefangen bei den Moderationspraktikanten, die drei Stunden lang zeigen konnten, was sie nicht gelernt haben: eine Unterhaltungsshow moderieren. Tom Bartels und Katarina Witt lasen miese Texte grauenhaft monoton vom Teleprompter ab und versemmelten jede Pointe. Selbst die Leute im Saal schliefen fast ein. Die Regie muss so verzweifelt gewesen sein, dass ihnen nichts anderes übrig blieb, als den Fernsehzuschauern leere Gesichter zu zeigen.
Helmut Kohl bekam einen Bambi, weil die Sache mit der Mauer nun schon 20 Jahre her ist. Kate Winslet weil sie in Potsdam war. Wolfgang Joop weil er in Potsdam wohnt. Die Klitschko-Brüder, weil sie wahrscheinlich gerade Zeit hatten und in Potsdam waren. Maximilian Schell weil er mal dran war. Nur der Jopi Heesters – der bekam zwar wieder seinen Schön-dass-du-noch-lebst-Bambi, die Veranstalter verzichteten aber vorsichtshalber darauf, das zu zeigen oder zu erwähnen.

Vielleicht war der “Bambi” in grauer Vorzeit mal eine tolle Sache, inzwischen ist er zu einer verzichtbaren Angelegenheit geworden. Potsdam, erhol dich gut!