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Teschendorf: Rettet das lange E!

Freitag, den 7. September 2018
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Wenn ich mal in Teschendorf unterwegs bin und es mit waschechten Einheimischen zu tun habe, dann stelle ich gern mal die berühmte Teschendorf-Frage. 2007 habe ich das schon mal gemacht, und gestern Nachmittag auch wieder, in der Autowerkwerkstatt von Harald Viek, der seit 25 Jahren die Stoppelrennen mitorganisiert.

Wie sagen es die Bewohner: Teschendorf mit kurzem oder langem E? Die Antwort war sehr eindeutig: Die Einheimischen sagen Teeeeschendorf – mit langem E.
So kenne ich das auch. Als Heizungsbauer war mein Vater einst auch öfter dort unterwegs, und da war auch immer nur von Teeeeschendorf die Rede.
Es seien meistens Auswärtige oder Zugezogene, die das kurze E verwenden, erzählte Harald Viek gestern mit einem Schmunzeln im Gesicht. Oder der Verkehrsservice im Radio, wenn Teschendorf dort mal wieder Mode ist – oder manchmal auch die Stimme aus dem Navi im Auto.

Es wird Zeit für eine Initiative: „Rettet das lange E“!

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Einschulung: 33 Jahre danach

Montag, den 20. August 2018
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Meine Einschulung ist schon 33 Jahre her. Anfang September 1985 stand ich mit meiner Schultüte auf der Treppe der Oranienburger Pablo-Neruda-Oberschule. Das Foto ist mir neulich mal wieder in die Hände gefallen.

Am Sonnabend erlebte ich die Atmosphäre einer Einschulung wieder – diesmal in der Grundschule Niederheide in Hohen Neuendorf.
Ganz klar: Für die Kinder war das ein wahnsinnig wichtiger Tag. Endlich Schule! Endlich zu den Großen – oder, na ja, zu den Größeren gehören!

Viel wichtiger als der Unterricht war aber natürlich der Inhalt der Schultüte. Und die scheint bei einigen der Kinder verdammt schwer gewesen zu sein. Immerhin mussten sie das Teil aus der Turnhalle zum Fototermin mit mir und weiter in den Unterrichtsraum schleppen. Ein Junge schien zwischenzeitlich ganz froh gewesen zu sein, sie mal ablegen zu können. Hoffentlich war das Auspacken nach dem ersten Schultag auch so ein schöner Moment.

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Auf der Lauer

Dienstag, den 10. Juli 2018
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Ich muss ja zugeben, dass ich zwar gern und mit Herz und Seele Journalist bin – was nicht so meins ist: den Paparazzo zu geben. Mich auf die Lauer zu legen, um bestimmte Klatsch-Fotos zu bekommen.

Am Montagmittag hatte ich einen Termin in Groß-Ziethen. Die Sanierung der dortigen Kirche beginnt, und ich habe mir einiges dazu erzählen lassen. Nebenher erwähnte mein Gesprächspartner, dass ja die Ursula von der Leyen im Dorf sei.
Da wurde ich natürlich hellhörig, reagierte aber noch nicht.
Ich traf dann aber die Ortsvorsteherin, und die wusste das natürlich auch schon, ohne aber zu wissen, was denn die Bundesverteidigungsministerin im Dorf machen will. So richtig funktionierte da auch die tiefer gehende Informationskette noch nicht.

Aber wenn ich schon mal da hin…
Ich lief also zum Schloss, wo das Ganze stattfinden sollte. Am Eingang stand auch zufällig der Schlossherr. Da wir uns ja von anderen Terminen kennen, hatte ich keine Scheu und ging einfach auf ihn zu.
Doch er blockte ab. Auf meine Frage, ob er heute Besuch bekomme, ob denn Ursula von den Leyen da sei oder komme, sagte er Nein. Man könnte sagen: er log mich an. Vielleicht musste er das.
Auch eine andere Quelle blockierte, immer nur hieß es: kein Kommentar.

Weil aber die Schlossmitarbeiter inzwischen alle am Eingang wartete, wartete ich auch. Irgendwas muss ja bald mal passieren, dachte ich mir.
Und tatsächlich: Zwei Wagen fuhren vor, im zweiten saß Ursula von der Leyen. Sie stieg aus, sie wurde begrüßt, und dann schlenderte sie mit ihren Leuten freundlicherweise an eine Stelle, an der ich sie sehr gut fotografieren konnte. Und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass die alle absichtlich da standen – für das Foto.
Mir sollte es recht sein…
Die Kollegen im Büro hatten unterdessen auch rausgefunden, was denn die “Uschi” in Groß-Ziethen eigentlich gemacht hat.

Und das kam dabei raus. (Bezahlschranke bis 12.7.2018)

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Wiedersehen auf dem Dorffest

Sonntag, den 27. Mai 2018
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Eigentlich sollte der Besuch des Dorffestes in Zehlendorf nur eine berufliche Stippvisite werden: Einmal über das Gelände laufen, ein Foto machen und wieder weg. Doch manchmal kommt es anders.

Als mich einer der Veranstalter angesprochen und mir erzählt hat, was es mit diesem Fest auf sich hat, da war schon klar: Mit nur einem Foto wird das hier nichts. Und während ich mit Leuten einer Bürgerinitiative sprach, die dort einen Stand betrieben, tippte mir plötzlich von hinten jemand an die Schulter: Es war eine Klassenkameradin, die ich seit zehn Jahren nicht mehr gesehen habe. Und sie hatte eine weitere Klassenkameradin im Schlepptau.
Klar, nun gab’s einiges zu erzählen, und während wir da standen, stand schon das nächste bekannte Gesicht vor mir. Er war mit Freunden da, die ich auch gut kenne. Und schon gab es einen Grund, mich auch da für ein paar Minuten an den Tisch zu setzen.

Dann noch ein Becher Cola und einen kleinen Imbiss mit Spargel und Schnitzel – und so wurde aus einer Stippvisite ein fast zweieinhalbstündiger Besuch des Festes.

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Fastenzeit 2018, Tag 3

Samstag, den 17. Februar 2018
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Countdown -> 14.2.2018

Tag 3 der Fastenzeit. Was die Cola angeht, ist das scheinbar weniger ein Problem. Cola nimmt man sich offensiv, um sie dann zu trinken.
Aber in diesem Jahr kommt der Verzicht auf Schokolade dazu. Und das ist schwieriger als gedacht. Denn Schokolade scheint etwas zu sein, das man hin und wieder auch unbedacht zu sich nimmt.
Und tatsächlich: Meinen Vorsatz, bis Ostern auf Schokolade zu verzichten, habe ich schon gerissen. Und das erschreckende ist: Es ist mir erst sehr viel später aufgefallen.

Bei einem beruflichen Treffen in Kremmen wurde ich gefragt, was ich trinken möchte. Cola fiel aus. Kaffee ist nicht gut für mich. Also entschied ich mich für einen Kakao, für eine heiße Schokolade. Man bekommt dort eine Tasse Milch, und dann schüttet man eine Tüte mit Schokolinsen hinein und rührt um. Lecker!
Erst auf dem Weg nach Hause fiel mir ein: heiße Schokolade! Schokolade! Mist!
Ich redete mir ein, dass das ja keine echte Schokolade war, sondern ein Getränk. Aber trotzdem: Hätte nicht passieren dürfen.

Am Abend: Aus meiner Jackentasche fischte ich, als ich nach Hause kam, ein Schokoladenplättchen. Vor zwei Tagen hatte ich einen Abendtermin in Kremmen, dort bekam ich eine Art Werbegeschenk in die Hand gedrückt: drei Schokoladenplättchen.
Da fiel mir ein: Als ich am Abend davor schon mal in die Jackentasche griff, erfühlte ich eines der Schokoladenplättchen. Die Schokolade war zerbröselt, und ich fischte die kleinen Teile raus und aß sie. Schokolade!! Erst zwei Tage später fiel mir das wieder ein. In diesem Moment habe ich nicht dran gedacht. Quasi ohne nachzudenken aß ich den Süßkram. Und vergaß das Fasten.

Im Grunde ist die Mission schon gescheitert. Aber ich mache weiter. Und eigentlich gehört das Scheitern ja vielleicht zum Fasten dazu – weil man genauer darüber nachdenkt, was man da eigentlich zu sich nimmt.

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Ein Hoch auf die Technik (41): RIP, du alte Knipse!

Donnerstag, den 7. Dezember 2017
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(40) -> 19.11.2017

Gestorben in Sommerfeld, am 5. Dezember 2017, irgendwann nach 12 Uhr. Ich hatte noch ein paar Fotos von einem Grundstück gemacht, auf dem neue Häuser gebaut werden sollen. Da knarrte das Objektiv schon so komisch. Ich musste schon ein bisschen nachhelfen, damit es überhaupt komplett ausfährt.
Kurz danach machte ich noch ein Foto von dem Mann, der sich um den Häuserbau kümmern will – dieses Foto schaffte es dann auch in die Zeitung.
Es war das allerletzte Foto von meiner alten Knipse. Danach war Schluss. Mein Fotoapparat hat sich endgültig in den Ruhestand verabschiedet.

Ich bin ein bisschen altmodisch und verwende Geräte gern, bis sie wirklich den Geist aufgeben. Im Fall meiner Kamera hat das etwas mehr als zehn Jahre gedauert. Mehr als 40.000 Fotos habe ich mit ihr gemacht. Privat und beruflich.
Nun ist die Neue schon auf dem Postweg – und ich bin gespannt, ob wir uns auch so gut verstehen…

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Ausweispflicht

Freitag, den 10. November 2017
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Neulich hatte ich einen Termin bei einer Seniorin in Sommerfeld. Als ich vor ihr stand und sie mich in ihre Wohnung bat, sagte sie plötzlich: “Haben Sie mal einen Ausweis für mich?”
Da war ich erst mal perplex. Dass ich mich erst mal legitimieren muss, das war mir neu. Denn eigentlich war es nicht das erste Mal, dass wir beiden zusammentrafen. Und mein Problem war, dass ich keinen Ausweis dabei hatte. Ich hatte meine Brieftasche im Auto liegen lassen – auf dem Dorf würde da bestimmt keiner rangehen.
Nun war also guter Rat teuer. Ich war ein bisschen ratlos, wie ich der Frau nun hätte beweisen können, dass ich ich bin. Ich zeigte ihr in meiner Verzweiflung meinen halb vollgeschrieben Notizblock. Hatte natürlich nichts zu bedeuten, aber ich hatte nichts Besseres.
Also erzählte ich, wo wir uns denn schon mal getroffen haben, und irgendwie glaube sie mir dann doch, dass ich ich bin.

Aber eigentlich ist diese Wachsamkeit richtig. Denn gerade ältere Leute werden immer wieder Opfer von Trickbetrügern, die sich unter fadenscheinigen Gründen Zutritt zur Wohnung verschaffen und dann die Leute ausnehmen.
Wir haben uns dann eine Stunde lang gut unterhalten. Und nächstes Mal habe ich dann auch meinen Ausweis dabei…