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Trauer und Freude. Was für ein Tag!

Donnerstag, den 11. April 2019
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Es gibt Momente, da wird es kurz mal ganz still. Wenn Nachrichten eintreffen, die erschütternd sind. Am Mittwochmittag ist das bei uns im Büro passiert.

Ingo Pahl ist gestorben. Der Marwitzer kümmerte sich nicht nur engagiert um die Feuerwehr, er war in gewisser Hinsicht auch ein Kollege. Er lieferte oft großartige Luftbildaufnahmen. Er hatte eine Drohne und war damit in der Gegend unterwegs, um Orte aus der Sicht von oben zu zeigen.
Er machte möglich, zu sehen, wie Brückenbaustellen von oben aussehen. Da gab es neulich zum Beispiel das Bild vom Brückenkrater in Bötzow. Das Foto stammte von ihm. Seine Mails mit diesen Fotos kamen immer überraschend, und immer sorgten sie für Staunen.
Seine Öffentlichkeitsarbeit war immer eine runde Sache, er kümmerte sich – und ich habe ihn nie mit mieser Laune erlebt.

Und da kommen wir zum Moment der Stille zurück. Abgelöst wurde er nämlich von einem leichten Schmunzeln, einem lächelnden Kopfschütteln. Er selbst war es, der seine Öffentlichkeitsarbeit bis über den Tod hinaus betrieb. Typisch Pahl. Er hatte seine Familie noch beauftragt, die Öffentlichkeit über seinen Tod zu informieren. Die wusste nach nur wenigen Minuten seines Ablebens Bescheid.

Aber wie das immer so ist. Auf traurige Nachrichten folgen gute Nachrichten. Eine ehemalige Kollegin schrieb ein paar Stunden später in unserer WhatsApp-Gruppe, dass sie vor ein paar Tagen zum ersten Mal Mutter geworden ist. Große Freude!

Was für ein Tag.

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Oranienburg entdecken: Wo die Mot.-Schützen waren

Samstag, den 30. März 2019
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Es gibt einige Orte in meiner Heimatstadt, die mir bis heute unbekannt sind oder waren. So genannte geheimnisvolle Orte, die man gern mal erkunden möchte.
So fahre ich zum Beispiel jeden Tag am jüdischen Friedhof vorbei – ich war aber noch nie dort. Was auch daran liegt, dass er, so weit ich weiß, abgeschlossen ist.

Am Freitag hatte ich für die MAZ einen Termin auf dem Gelände der Polizeischule Brandenburg. Ich fuhr am Vormittag dort hin, parkte mein Auto und lief los.
Als ich über das Gelände lief, fiel mir auf: Ich war dort noch nie.

Die Polizei-Fachhochschule des Landes Brandenburg befindet sich auf einem ehemaligen Kasernengelände. Bis zur Wende waren dort die Mot.-Schützen – die 1. motorisierte Schützendivision. In der damaligen Straße des Friedens, gegenüber der Hasenheide, Mot.-Schützenregiment 1 “Hans Beimler”.
Natürlich kam man als normaler Bürger auf dieses Gelände nie rauf. Ich war damals sowieso noch ein Kind, aber das Areal hatte eine besondere Bedeutung für mich.
Meine Oma hat dort bei der Poststelle gearbeitet. Ich wollte sie immer mal dort besuchen, aber es ist nie dazu gekommen. Ob das daran lag, dass es nicht erlaubt war oder es einfach immer wieder verschoben worden ist, weiß ich nicht.
Auf dem Gelände muss es aber auch einen Buchladen gegeben haben, denn meine Oma war damals diejenige, die mich immer mit Büchern versorgt hat. Auch mit Büchern, die es nicht so oft gab.

All das fiel mir ein, als ich am Freitagvormittag über das Gelände lief. Vermutlich sah es vor 30 Jahren noch anders aus. Aber viele der Gebäude standen sicherlich auch schon zu Kasernenzeiten. Insbesondere natürlich die alten Garagen, die auch heute noch als genau das dienen.
Wieder mal ein neues Stück meiner Heimat erkundet.

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Auf Spargelsuche

Dienstag, den 26. März 2019
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Kulinarisch hat der Frühling vor allem den Spargel zu bieten. Und auch wenn es Ende Juni immer schade ist, dass die Spargelzeit vorbei ist – ist es auch das Schöne daran. Dass man die weißen Stangen mehr als neun Monate lang nicht bekommt. Jedenfalls nicht frisch.
So langsam beginnt hierzulande die Spargelsaion.

Montagvormittag auf einem Spargelfeld bei Kremmen. Es sind 5 Grad, es ist windig. Eigentlich kein wirkliches Spargelwetter, aber wir sind auf der Suche nach den ersten Stangen.
Es geht um den Spargelanstich 2019, aber dazu müssen ja auch Spargel finden.
Das Feld nennt sich “Kranker Heinrich”, weil es so sandig ist, dass da kaum was wächst, außer eben der Spargel.
Ich laufe mit dem Chef des Spargelhofes die Reihen ab. Er beugt sich immer wieder runter, zieht die Folie weg, schaut kurz und… nichts. Wir laufen weiter, wieder beugt er sich runter, zieht die Folie weg und… wieder nichts.

Das erinnert mich an unsere Nachbarn. Es war in den 80ern, ich war noch ein Kind. Die Nachbarn hatten zwei Spargeldämme, und jeden Tag sind wir die abgeschritten, um den Spargel zu suchen, auszugraben und zu stechen. Ich fand das spannend, lustigerweise mochte ich allerdings den Spargel selbst nicht wirklich essen. Das kam erst mit dem Erwachsenenalter.

Anruf in der Zentrale: Wo war neulich der Spargel vom Wochenende? Wir laufen wieder weiter, er beugt sich wieder runter… und so weiter. Werden wir überhaupt Spargel finden? Immerhin ist es nach dem schönen Wochenende wieder kalt geworden, und da wächst Spargel kaum.
Aber dann: Wir finden zwei Spargelspitzen, die aus dem Damm hervorlugen.
Anstich und Foto.

In den nächsten Tagen soll die Ernte so richtig losgehen, in der kommenden Woche startet die Gastronomie. Die Vorfreude steigt!

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Die Skepsis war unnötig

Donnerstag, den 14. Februar 2019
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So allein unter Frauen? Kann das klappen? Die Skepsis vorher war vielleicht nicht sehr groß, aber sie war vorhanden. Also, bei den Frauen. Nicht bei mir.
Am Mittwochabend besuchte ich in Beetz eine Gruppe von Frauen, die sich einmal in der Woche in einem großen, schönen Raum treffen, um zu quatschen, zu essen, zu tanzen und zu singen.

Angefangen haben sie vor zwei Jahren. Eine der Frauen hatte begonnen, sich im Ort umzuhören, ob Interesse an so einer Gruppe besteht. Seitdem funktioniert das sehr gut. Die Frauen sind eine Art Chor, die aber keinen Druck haben, wirklich jedes Mal zu singen. Sie machen das aus Spaß an der Freude, meistens nur privat. Einen Auftritt hatten sie zwar schon, aber darum geht es ihnen nicht. Sondern darum, zur Wochenmitte mal raus- und zusammenzukommen. Locker plaudern, abschalten. Vor allem nicht über Kinder und Schule reden. Weg vom Alltag.
Eine wundervolle Sache, und man kann die Frauen nur dazu beglückwünschen, dass das so gut funktioniert.

Ich durfte dabei sein, ich werde demnächst über diese Gruppe berichten dürfen. Ich war der erste fremde Mann, den sie in ihre Gruppe gelassen haben. Hätten sie vorher gewusst, dass ich demnächst sogar schon zum zweiten Mal beim Groß-Ziethener Weiberabend dabei sein darf, hätte sie vielleicht nicht mal skeptisch sein müssen. Mit Frauenabenden kenne ich mich aus…

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Teschendorf: Rettet das lange E!

Freitag, den 7. September 2018
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Wenn ich mal in Teschendorf unterwegs bin und es mit waschechten Einheimischen zu tun habe, dann stelle ich gern mal die berühmte Teschendorf-Frage. 2007 habe ich das schon mal gemacht, und gestern Nachmittag auch wieder, in der Autowerkwerkstatt von Harald Viek, der seit 25 Jahren die Stoppelrennen mitorganisiert.

Wie sagen es die Bewohner: Teschendorf mit kurzem oder langem E? Die Antwort war sehr eindeutig: Die Einheimischen sagen Teeeeschendorf – mit langem E.
So kenne ich das auch. Als Heizungsbauer war mein Vater einst auch öfter dort unterwegs, und da war auch immer nur von Teeeeschendorf die Rede.
Es seien meistens Auswärtige oder Zugezogene, die das kurze E verwenden, erzählte Harald Viek gestern mit einem Schmunzeln im Gesicht. Oder der Verkehrsservice im Radio, wenn Teschendorf dort mal wieder Mode ist – oder manchmal auch die Stimme aus dem Navi im Auto.

Es wird Zeit für eine Initiative: „Rettet das lange E“!

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Einschulung: 33 Jahre danach

Montag, den 20. August 2018
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Meine Einschulung ist schon 33 Jahre her. Anfang September 1985 stand ich mit meiner Schultüte auf der Treppe der Oranienburger Pablo-Neruda-Oberschule. Das Foto ist mir neulich mal wieder in die Hände gefallen.

Am Sonnabend erlebte ich die Atmosphäre einer Einschulung wieder – diesmal in der Grundschule Niederheide in Hohen Neuendorf.
Ganz klar: Für die Kinder war das ein wahnsinnig wichtiger Tag. Endlich Schule! Endlich zu den Großen – oder, na ja, zu den Größeren gehören!

Viel wichtiger als der Unterricht war aber natürlich der Inhalt der Schultüte. Und die scheint bei einigen der Kinder verdammt schwer gewesen zu sein. Immerhin mussten sie das Teil aus der Turnhalle zum Fototermin mit mir und weiter in den Unterrichtsraum schleppen. Ein Junge schien zwischenzeitlich ganz froh gewesen zu sein, sie mal ablegen zu können. Hoffentlich war das Auspacken nach dem ersten Schultag auch so ein schöner Moment.

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Auf der Lauer

Dienstag, den 10. Juli 2018
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Ich muss ja zugeben, dass ich zwar gern und mit Herz und Seele Journalist bin – was nicht so meins ist: den Paparazzo zu geben. Mich auf die Lauer zu legen, um bestimmte Klatsch-Fotos zu bekommen.

Am Montagmittag hatte ich einen Termin in Groß-Ziethen. Die Sanierung der dortigen Kirche beginnt, und ich habe mir einiges dazu erzählen lassen. Nebenher erwähnte mein Gesprächspartner, dass ja die Ursula von der Leyen im Dorf sei.
Da wurde ich natürlich hellhörig, reagierte aber noch nicht.
Ich traf dann aber die Ortsvorsteherin, und die wusste das natürlich auch schon, ohne aber zu wissen, was denn die Bundesverteidigungsministerin im Dorf machen will. So richtig funktionierte da auch die tiefer gehende Informationskette noch nicht.

Aber wenn ich schon mal da hin…
Ich lief also zum Schloss, wo das Ganze stattfinden sollte. Am Eingang stand auch zufällig der Schlossherr. Da wir uns ja von anderen Terminen kennen, hatte ich keine Scheu und ging einfach auf ihn zu.
Doch er blockte ab. Auf meine Frage, ob er heute Besuch bekomme, ob denn Ursula von den Leyen da sei oder komme, sagte er Nein. Man könnte sagen: er log mich an. Vielleicht musste er das.
Auch eine andere Quelle blockierte, immer nur hieß es: kein Kommentar.

Weil aber die Schlossmitarbeiter inzwischen alle am Eingang wartete, wartete ich auch. Irgendwas muss ja bald mal passieren, dachte ich mir.
Und tatsächlich: Zwei Wagen fuhren vor, im zweiten saß Ursula von der Leyen. Sie stieg aus, sie wurde begrüßt, und dann schlenderte sie mit ihren Leuten freundlicherweise an eine Stelle, an der ich sie sehr gut fotografieren konnte. Und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass die alle absichtlich da standen – für das Foto.
Mir sollte es recht sein…
Die Kollegen im Büro hatten unterdessen auch rausgefunden, was denn die “Uschi” in Groß-Ziethen eigentlich gemacht hat.

Und das kam dabei raus. (Bezahlschranke bis 12.7.2018)

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