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Eine Frage reicht

Mittwoch, den 24. April 2013
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Der Alptraum eines Interviewers sind Leute, die auf eine Frage sehr schmallippig antworten. Ein Nicken vielleicht. Oder ein zaghaftes “Ja”. Oder im schlimmsten Fall: ein Schulterzucken.
Aber es gibt auch das andere Extrem. Am Dienstag war ich auf einer Produktmesse im Kremmener Scheunenviertel. Mein erster Gang führte zur Presseverantwortlichen, und wenn man es genau nimmt, habe ich ihr gar nicht wirklich eine Frage gestellt. Ich habe nur festgestellt, dass es ja schon ziemlich voll sei. Daraufhin redete sie los: Wie viele Aussteller dabei sind, dass das ein Rekord sei, was man denn erreichen will, wie oft diese Messe stattfindet, wer sie veranstaltet, wo sie zuletzt stattfand, wie die Resonanz ist und so weiter.

Eine Antwort, ohne eine Frage zu stellen, und ich wusste trotzdem schon alles, was ich wissen wollte. Irgendwie war das gewöhnungsbedürftig, aber als PR-Frau hatte sie all diese Infos bestimmt sowieso schon zigmal runtergeleiert.

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Oben auf dem Dach – na ja, fast

Donnerstag, den 11. April 2013
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Wenn die Kremmener an ihr Klubhaus auf dem Marktplatz denken, dann kommen viele Erinnerungen hoch. Viele von ihnen haben bis zur Wende dort viel erlebt, oft gefeiert. Wer mit alteingesessenen Leuten aus Kremmen den großen Saal des leerstehenden Hauses betritt, wird ein Leuchten in den Augen sehen. Da vorn, da haben wir immer gesessen, heißt es dann. Da haben wir getanzt.

Gerade wird das Haus saniert. Das Dach wird neu gedeckt, der Schwamm entfernt und die Straßenfassade erneuert.
Neulich hatten wir die Gelegenheit, aufs Dach zu klettern, um uns das alles mal genauer anzusehen. Wir kletterten aus einem Fenster, raus auf ein Gerüst. Wir hätten auch noch weiter, direkt aufs Dach klettern können. Der Kollege von der Konkurrenz ließ sich das auch nicht nehmen – doch bin in der Hinsicht dann leider doch ein Schisshase. Mit der stellvertretenden Bürgermeisterin blieb ich lieber auf dem Gerüst stehen.
Dass es trotzdem Fotos von ganz oben gibt, ist dem Mann vom Ingenieurbüro zu verdanken, der einfach meine Kamera mitgenommen hat. Das ist mal ein Service!

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Zutritt erst nach 15-mal klingeln

Donnerstag, den 7. Februar 2013
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Manchmal erlebt man im Büro wirklich sehr seltsame Dinge. Wir haben tagsüber einen großen Haupteingang, aber auch einen Hintereingang.
Neulich klingelte es am besagten Hintereingang. Einmal. Zweimal. Und kurz hintereinander weitere Male. Irgendwer klingelte da Sturm.
Ja, geht’s noch?

Ich stellte mich an die Tür. Ich musste erstaunlicherweise nicht mal den Summer betätigen, offenbar war die Tür sowieso offen.
Irgendwann stand eine ältere Frau vor mir. Ich konnte mir natürlich nicht die Frage verkneifen, ob sie das war, die da sturmgeklingelt hat.
“Ja”, antwortete sie. Draußen stünde doch dran, dass man 15-mal klingeln sollte. Das war mir wirklich neu! Ich weiß zwar, dass unten an der Tür steht, dass man nach Geschäftsschluss klingeln solle, aber doch nicht 15-mal! Vielleicht hat sich die gute Frau schlicht verlesen und unsere Hausnummer 15 irgendwie falsch interpretiert.

Irgendwie ist diese Geschichte bei uns nun ein Running Gag geworden.

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Ein Stück Sexismus

Freitag, den 1. Februar 2013
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Ich gebe zu: Das nun schon tagelang andauernde Geseiere über Rainer Brüderle und seine anzüglichen Sprüche, geht mir auf den Keks. Das grundsätzliche Thema Sexismus steht jedoch völlig zurecht auf der Tagesordnung. Ich habe so ein kleines Stück Sexismus heute im Arbeitsleben erlebt.

Die Kollegin der Konkurrenzzeitung kam ein bisschen später als ich zur Sitzung der Stadtverordneten, zu der ich gefahren bin, um darüber zu berichten. Als sie neben mir stand und die Jacke ausgezogen hat, bemerkte ich, wie einer der Abgeordneten sie beobachtete. Dann sah er zu mir und machte mit den Augen und mit dem Mund durchaus anzügliche Gesten. Offenkundig fand er die Frau, ähm, hübsch. Ich habe ihn milde angelächelt, aber mir war sofort klar, dass das eigentlich ein sehr gutes Beispiel für die aktuelle Debatte ist.
Die Kollegin hat diese Situation wohl nicht mitbekommen. Vielleicht hätte sie es amüsant gefunden, vielleicht aber auch nicht.

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Die Büroschrottwichtelei 2012

Donnerstag, den 13. Dezember 2012
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2011 -> 6.12.2011

Notiz für das nächste Jahr: Sei großkotzig und nimm das größte Geschenk! Das ist wohl die wichtigste Erkenntnis nach der Büroschrottwichtelei 2012.
Unsere Weihnachtsfeier fand diesmal in Lehnitz, in einem italienischen Lokal statt. Das Essen ist dort ziemlich lecker, auch wenn es dort zu den Hauptspeisen keine Pommes und dafür nur vier Ministückchen Kartoffeln gibt, die man mit der Lupe suchen muss.

Wir mussten improvisieren. Denn wir hatten zwar für die Geschenke einen großen Müllsack mit, aber keinen Würfel. Denn an den Sack darf nur, wer eine “6″ würfelt. Ein Kollege kam auf die Idee, aus einem Stück Weißbrot einen Würfel zu kneten. Das hat tatsächlich funktioniert (um politisch korrekt zu sein: Normalerweise spielt man natürlich nicht mit Essen!), das Spiel konnte beginnen.

Die Auswahl war, wie immer in Oranienburg, eher niveauvoll. Vielleicht sollte man 2013 noch mal genauer klären, was man uns SCHROTT versteht.
Da gab es die DVD “Tanguy, der Nesthocker”, zwei Bücher, eine Weihnachtstasse, eine Ölkanne und irgendwelche komischen Stofffiguren (Wichtel!).
Ein wirklich sehr schönes Geschenk war eine Wetterstation. Und dann gab es ja noch das Riesengeschenk, das die Kollegin, die zuletzt die “6″ würfelte, nehmen musste. Es war eine Glaskugel. Setzte man einen Akku ein, machte sie Blitze. Ein wirklich tolles Geschenk, und nun wirklich gar kein Schrott!

Was ich abgestaubt habe? Nun ja, eine merkwürdige grüne Tasche mit einem Fliegenpilz drauf. Darin lag ein Einweckglas mit Rum-Kürbis. Wer will mal nachen kommen?

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Mitten aus dem Leben gerissen

Sonntag, den 4. November 2012
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Manchmal höre ich noch ihre Stimme, wenn ich durch den großen Raum unserer Geschäftsstelle laufe. Aber das bilde ich mir nur ein, denn die Stimme der Kollegin erklingt nie wieder. Vor zwei Wochen ist sie gestorben, nach schwerer Krankheit, und es ging schockierend schnell. Mitten aus dem Leben gerissen.
Als wir an ihrem Todestag davon erfuhren, ruhte für einige Momente die Arbeit. Wir versammelten uns für einen Augenblick, legten dort, wie sie immer arbeitete, eine Blume nieder, die anderen Kollegen hatten schon eine Kerze angezündet.
Wenn man danach eine lustige Kolumne schreiben soll, fällt das schwer, denn die Gedanken sind ganz woanders.

Am Sonnabendvormittag folgte dann der Gang auf den Friedhof. Es war die erste Trauerfeier nach der meines Vaters im Januar 2011.
Wenn man da so steht in der Trauerhalle, die Urne vorn und davor die vielen Blumen und Kränze, da schweifen die Gedanken zurück, und man kann ganz gut mitfühlen mit der Trauer der Familie.
Bitte in der nächsten Zeit keine solch traurigen Ereignisse…

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Feuer und Flammen im Scheunenkiez

Montag, den 30. Juli 2012
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Das Festival “Feuer und Flamme” 2012 ist Geschichte. Und man kann sagen, dass es ein Erfolg war. Mal abgesehen davon, dass es der Wettergott extrem gut mit den Kremmenern gemeint hat – außer ein paar Tropfen gingen alle Unwetter an Kremmen vorbei – auch die Menschen kamen in Scharen ins Scheunenviertel zum Kiezfest. Am Abend war die Festwiese vor dem Theater “Tiefste Provinz” voll.

Ich habe das Event erstmals moderiert. Es hat Spaß gemacht, aber es ist auch anstrengender, als man so denkt. Viel anstrengender, als beispielweise die Talkshow in der Theaterscheune.
Am Freitag war ich etwa fünf Stunden vor Ort, am Sonnabend fast zehn. Das schlaucht. Als Moderator muss man ständig auf Empfang sein. Läuft das Programm? Ist der Programmpunkt zu Ende? Muss ich was sagen? Was muss ich sagen?
Vor den Moderationen war es meine Aufgabe, mit den Künstlern zu sprechen, damit ich weiß, was ich überhaupt ansagen muss. Hier und da waren auch Abläufe zu organisieren und zu besprechen. Zwischenzeitlich – und das hat am meisten Spaß gemacht – bin ich einfach mit dem Mikro über den Platz gelaufen und habe mit den Leuten gesprochen, die Kuchen verkauft haben, mit Trödelständen da waren oder an den Parteiständen auf Leute warteten.

Eigentlich merkt man erst ganz am Ende, wenn die letzte Moderation durch ist, wenn man im Auto sitzt und bald zu Hause ist, wie sehr das Ganze geschlaucht hat.
Dennoch: Das Fazit kann nur ein Gutes sein.
Deshalb hier mal auch der Dank an Andreas Dalibor, den Erfinder des Festivals, dass ich das dort einfach mal probieren konnte. Aber auch allen anderen sei gedankt, die mit ihrer Hilfe dieses Festival zu dem gemacht haben, was es war: eine tolle Sache!