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Ein Abend über den Mauerfall und die Folgen

Samstag, den 2. November 2019
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Im Vehlefanzer „Haus der Generationen“ drehte sich am Mittwochabend alles rund um 30 Jahre Mauerfall. Aus Anlass des Jubiläums ist in einer Gesprächsrunde erörtert worden, wie die Wende aus heutiger Sicht beurteilt wird. Ich durfte sie für den Heimatverein Vehlefanz moderieren.
Das war schon deshalb spannend, weil auch für mich der Mauerfall am 9. November 1989 das wichtigste Ereignis meines Lebens ist – denn keines hat mein Leben so beeinflusst wie das. Wäre es anders gekommen, wäre auch mein Leben ganz anders verlaufen.

Zum Thema sprachen Hubert Gediga, der heute Ortsvorsteher von Vehlefanz ist, und 1989 Schulleiter im Dorf war. Wolfgang Krüger lebt heute in Bärenklau, war 1989 Chefredakteur vom West-Berliner Fernsehsender Rias-TV. Er erlebte den Mauerfall journalistisch. Luisa Plentz ist 2000 geboren worden, die Schwantenerin hat die Wende nicht erlebt, hat sich aber in den vergangenen Monaten intensiv für eine Ausstellung damit befasst.

Hubert Gediga erzählte, dass 1989 vor dem Mauerfall die Kirche im Ort ein Treffpunkt für die Opposition gewesen sei, erst nach dem 9. November verlagerte sich die Diskussion über die Zukunft der DDR mehr nach draußen. Am Morgen des 10. November 1989 sei ihm erzählt worden, dass es in Kremmen am Rathaus einen großen Andrang gebe, weil dort die Stempel für den Grenzübertritt ausgegeben worden sind – woraufhin auch er vor Ort selbst nachsehen wollte.
Wolfgang Krüger moderierte am frühen Abend des 9. November 1989 auf Rias-TV. Als er schon zu Hause war, sah er die Schabowski-Pressekonferenz. Es habe eine Weile gedauert, dann sei ihm klar gewesen, dass an diesem Abend der Mauerfall verkündet worden ist. Er fuhr zurück zum Sender, es sei eine lange Nacht gewesen, am Morgen war er mit dem Rias-TV-Frühstücksfernsehen auf Sendung.
Als nach der Wende Geborene sagte Luisa Plentz, dass das Ost-West-Denken für sie heute keine Rolle spiele. Deutschland sei ein Land, aber sie merke durchaus, dass bei vielen Menschen der Unterschied durchaus noch in den Köpfen sei.

Alle waren sich darüber einig, dass der Mauerfall eine gute Sache ist und dass auch die deutsche Einheit etwas ist, was keiner missen möchte. Fehler sind gemacht worden, aber andererseits sei vorher so etwas noch nie gemacht worden, vieles von dem, was geschah, sei so nicht vorhersehbar gewesen, so hieß es.

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Staffelder Dorfstraße

Samstag, den 28. September 2019
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Ich laufe auf ein Haus zu, das wie eine Großbaustelle aussieht. Aber ich bin sicher, dass ich dort richtig bin. Ich habe eine Verabredung in Staffelde, um ein Interview mit einem jungen Azubi zu führen.
In der Grundstückseinfahrt steht ein Bauarbeiter und macht irgendwas vermutlich sehr wichtiges. Ich gehe auf ihn zu und sage, zu wem ich will. Er überlegt kurz und geht dann ins Haus.
Natürlich nehme ich an, dass er mich zur Person bringt, zu der ich will.
Aber im Haus – das völlig entfernt war und eine Baustelle ist – waren weitere Bauarbeiter. Ich fragte noch mal nach der Person, zu der ich wollte – aber es herrschte Ratlosigkeit. Die gebe es hier nicht, und überhaupt wohne ja hier gerade keiner.

Des Rätsels Lösung: Die Hausnummer war die Richtige. Die Straße bedauerlicherweise nicht. Ich war im falschen Haus, auf dem falschen Grundstück. Nauener Chaussee statt Staffelder Dorfstraße.
Ich schlich vom Grundstück, zurück zum Auto und fuhr in die andere, in die richtige Straße.

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Feuer und Flamme für Kremmen 2019

Sonntag, den 28. Juli 2019
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Das war so ziemlich perfektes Wetter! Nicht ganz so heiß, hin und wieder ein paar Wolken am Himmel, ab und zu ein leichter Wind. Die Leute strömten auf die Wiese im Kremmener Scheunenviertel und waren “Feuer und Flamme für Kremmen”.
Ich hatte auch bei der 2019er-Auflage die Ehre, das kleine Umsonst-und-draußen-Festival zu moderieren, und es hatz großen Spaß gemacht.

Zunächst feierten wir aber 25 Jahre Sanierung des Scheunenviertels. Bürgermeister Sebastian Busse hielt eine kleine Rede, und Vertreter des Scheunenviertelvereins erzählten davon, wie 1994 alles begann und wie das Viertel zu dieser Zeit ausgesehen hat.

Danach begann das eigentliche Festival. Es begann sehr entspannt und fröhlich mit Jannik & Ulf, ging dann weiter mit Melotorium. Die Band aus Birkenwerder spielte eine interessante Mischung aus Silly, “Eiskönigin” und “Stairway to Heaven”. Klang gut! Im Anschluss spielte Joe & the Booze Machine, und ich habe jetzt auch gelernt, wie man den Bandnamen richtig ausspricht. Das waren auch die ersten Augenblicke, wo die Leute auf der Freifläche vor der Bühne tanzten. Dalibors Roadshow hatten mal wieder ein Heimspiel und sorgten ebenfalls dafür, dass die Leute tanzten. Um dem Festivalnamen gerecht zu werden, gab es dann noch eine Feuershow, und zu guter Letzt gab es noch eine Rolling-Stones-Show mit Get Stoned.
Das war eine gute Mischung, die perfekt zu dieser Sommernacht gepasst hat.

Viele Ehrenamtliche haben geholfen, dass das Event geklappt hat. Da waren die Leute am Getränkestand und am Grill. Die Technik hat auch gut funktioniert, und natürlich die Bühnenarbeiter.
Die Leute haben ordentlich Getränke und Speisen gekauft, und ich denke mal, dass am Ende kein Verlust gemacht worden ist. Dann kann es ja 2020 wieder von vorn losgehen!

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Countdown: Feuer und Flamme für Kremmen 2019

Mittwoch, den 24. Juli 2019
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Heute mal wieder Werbung in eigener Sache. Am Sonnabend, 27. Juli 2019, moderiere ich zum sechsten Mal das Bühnenprogramm beim Festival “Feuer und Flamme für Kremmen”. Los geht es um 18 Uhr auf dem Platz vor dem Theater “Tiefste Provinz” im Kremmener Scheunenviertel.

Eigentlich beginnt es schon am Vormittag mit einem Flohmarkt. Um 12 Uhr startet zudem “Kinder – Kunst – Kremmen”, bei dem Kinder gemeinsam mit Künstlern arbeiten können.
Gegen 16.30 Uhr startet dann das Bühnenprogramm. Es gibt Ergebnisse zu sehne, was die Kinder so alles geschaffen haben. Luftballons werden in die Luft steigen.
Ab 17 Uhr beginnt die Feier zu 25 Jahren Sanierung des Scheunenviertels.
Ab 18 Uhr stehen dann Bands auf der Bühne. Es spielen Jannik & Ulf, die Bands Melotorium, Joe and the booze Machine und Dalibors Roadshow. Außerdem kommt die Stones-Cover-Band Get Stoned. Auch ein Feuerspucker wird eine kleine Show bieten.

Mal sehen, wie das Wetter wird – wird’s gut, könnte es eine schöne Party werden.
Der Eintritt kostet nüscht!

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Countdown: Kremmener Kommunalwahl-Talk

Mittwoch, den 15. Mai 2019
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Heute mal wieder Werbung in eigener Sache. Heute, am Mittwoch, 15. Mai 2019, moderiere ich den MAZ-Wahltalk zur Kremmener Kommunalwahl.

Zu Gast sind die je ein Vertreter einer der sechs Parteien oder Gruppierungen, die in Kremmen ins Stadtparlament wollen. Das sind Ricky Schlichting (SPD), Frank Bommert (CDU), Andre Klein (Bündnis 90/Grüne), Reiner Tietz (Die Linke), Eckhard Koop (DUB) und Stefanie Gebauer (UWG/LGU).
Sie treten am 26. Mai mit ihren Parteien oder Gruppierungen an.

Der Wahltalk der Märkischen Allgemeinen beginnt um 19 Uhr in der “Scheune 29” im Scheunenweg 29 in Kremmen, der Eintritt ist natürlich frei!

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Trauer und Freude. Was für ein Tag!

Donnerstag, den 11. April 2019
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Es gibt Momente, da wird es kurz mal ganz still. Wenn Nachrichten eintreffen, die erschütternd sind. Am Mittwochmittag ist das bei uns im Büro passiert.

Ingo Pahl ist gestorben. Der Marwitzer kümmerte sich nicht nur engagiert um die Feuerwehr, er war in gewisser Hinsicht auch ein Kollege. Er lieferte oft großartige Luftbildaufnahmen. Er hatte eine Drohne und war damit in der Gegend unterwegs, um Orte aus der Sicht von oben zu zeigen.
Er machte möglich, zu sehen, wie Brückenbaustellen von oben aussehen. Da gab es neulich zum Beispiel das Bild vom Brückenkrater in Bötzow. Das Foto stammte von ihm. Seine Mails mit diesen Fotos kamen immer überraschend, und immer sorgten sie für Staunen.
Seine Öffentlichkeitsarbeit war immer eine runde Sache, er kümmerte sich – und ich habe ihn nie mit mieser Laune erlebt.

Und da kommen wir zum Moment der Stille zurück. Abgelöst wurde er nämlich von einem leichten Schmunzeln, einem lächelnden Kopfschütteln. Er selbst war es, der seine Öffentlichkeitsarbeit bis über den Tod hinaus betrieb. Typisch Pahl. Er hatte seine Familie noch beauftragt, die Öffentlichkeit über seinen Tod zu informieren. Die wusste nach nur wenigen Minuten seines Ablebens Bescheid.

Aber wie das immer so ist. Auf traurige Nachrichten folgen gute Nachrichten. Eine ehemalige Kollegin schrieb ein paar Stunden später in unserer WhatsApp-Gruppe, dass sie vor ein paar Tagen zum ersten Mal Mutter geworden ist. Große Freude!

Was für ein Tag.

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Oranienburg entdecken: Wo die Mot.-Schützen waren

Samstag, den 30. März 2019
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Es gibt einige Orte in meiner Heimatstadt, die mir bis heute unbekannt sind oder waren. So genannte geheimnisvolle Orte, die man gern mal erkunden möchte.
So fahre ich zum Beispiel jeden Tag am jüdischen Friedhof vorbei – ich war aber noch nie dort. Was auch daran liegt, dass er, so weit ich weiß, abgeschlossen ist.

Am Freitag hatte ich für die MAZ einen Termin auf dem Gelände der Polizeischule Brandenburg. Ich fuhr am Vormittag dort hin, parkte mein Auto und lief los.
Als ich über das Gelände lief, fiel mir auf: Ich war dort noch nie.

Die Polizei-Fachhochschule des Landes Brandenburg befindet sich auf einem ehemaligen Kasernengelände. Bis zur Wende waren dort die Mot.-Schützen – die 1. motorisierte Schützendivision. In der damaligen Straße des Friedens, gegenüber der Hasenheide, Mot.-Schützenregiment 1 “Hans Beimler”.
Natürlich kam man als normaler Bürger auf dieses Gelände nie rauf. Ich war damals sowieso noch ein Kind, aber das Areal hatte eine besondere Bedeutung für mich.
Meine Oma hat dort bei der Poststelle gearbeitet. Ich wollte sie immer mal dort besuchen, aber es ist nie dazu gekommen. Ob das daran lag, dass es nicht erlaubt war oder es einfach immer wieder verschoben worden ist, weiß ich nicht.
Auf dem Gelände muss es aber auch einen Buchladen gegeben haben, denn meine Oma war damals diejenige, die mich immer mit Büchern versorgt hat. Auch mit Büchern, die es nicht so oft gab.

All das fiel mir ein, als ich am Freitagvormittag über das Gelände lief. Vermutlich sah es vor 30 Jahren noch anders aus. Aber viele der Gebäude standen sicherlich auch schon zu Kasernenzeiten. Insbesondere natürlich die alten Garagen, die auch heute noch als genau das dienen.
Wieder mal ein neues Stück meiner Heimat erkundet.

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