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Selten ein Blatt vor dem Mund

Samstag, den 22. Juni 2019
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Merlin Struck ist neues Mitglied im Bötzower Ortsbeirat und mit seinen 20 Jahren der jüngste Kommunalpolitiker in Oberkrämer

MAZ Oberhavel, 22.6.2019

Bötzow.
Nicht immer nur über die junge Generation sprechen, sondern mit ihr. „Das fand ich wichtig“, sagt Merlin Struck. Der 20-Jährige gehört dem neuen Bötzower Ortsbeirat an und ist somit auch der jüngste Kommunalpolitiker in Oberkrämer. „Ich bin ein grundsätzlich interessierter Mensch, und ich stelle mich gern Herausforderungen“, erzählt er.

Er ist Mitglied der SPD, schon seit fünf Jahren. „Das kam recht spontan.“ Er saß gerade im Geschichtsunterricht und registrierte sich online. „Da ging es gerade um die SPD.“ Politik sei in der Familie immer ein Thema gewesen. „Mein Vater ist schon länger politisch aktiv, er hat hier die Freien Wähler mit aufgebaut.“ Wenn Landtagswahlen waren, saß Merlin Struck immer vor dem Fernseher, um die Ergebnisse zu verfolgen. „Damals konnte man sich für die SPD noch freuen.“
Unterm Strich könne er sich aber immer noch mit seiner Partei identifizieren. „Mit Abstrichen“, sagt er. „Ich nehme selten ein Blatt vor den Mund, ich stoße damit nicht immer auf Gegenliebe. Muss ich aber auch nicht.“ In der Kommunalpolitik laufe vieles sowieso anders. „Die Leute sind andere, die Themen sind andere, und die Auswirkungen sind direkt spürbar.“
Die aktuellen Personaldebatten in der Bundes-SPD hält er für falsch, Andrea Nahles sei „nicht unbedingt gut“ gewesen, aber eher Symptom statt Ursache für das aktuelle Problem. „Der Bürger weiß doch kaum noch, was die SPD eigentlich möchte.“ Gegen die Große Koalition hatte Merlin Struck klar Stellung bezogen. „Sicherlich gibt es eine Verantwortung, die man zu übernehmen hat, aber durch eine aufgezwungene Verantwortung kann man auch ins Messer laufen. Die SPD hat sich damit keinen Gefallen getan.“ Dennoch brauche Deutschland die Sozialdemokratie, sagt er.

Als Mitglied im Bötzower Ortsbeirat will er sich aber vor allem auf seinen Ort konzentrieren. Als am Dienstag die konstituierende Sitzung stattfand, betonte Ortsbeiratsmitglied Christian Rogge und später die neue Ortsvorsteherin Mandy Krenz, dass man überparteilich arbeiten wolle. „Dem kann ich nicht zustimmen“, so Merlin Struck. „Grundsätzlich halte ich eine Menge davon, so gut mit denjenigen zusammenzuarbeiten, mit denen es möglich ist – mit gesundem Abstand zur AfD.“ Er werde dort mitmachen, wie es seine Grenzen erlauben. Dass die Ortsvorsteherin ausschließlich mit Stimmen ihrer BfO und der AfD gewählt worden ist, hatte für Diskussionen gesorgt.

Seine Themen für Bötzow: „Der öffentliche Nahverkehr ist ein Dauerbrenner.“ Die Linienführung durch den Ort sei „suboptimal“, die Anbindung an den 824er-Bus schlecht. Es gebe keine wirkliche Verbindung nach Velten, Hennigsdorf oder Oranienburg. „Obwohl Bötzow der größte Ortsteil von Oberkrämer ist.“ Auch fehlende Mietwohnungen seien ein großes Thema. „Ich wohne noch bei meinen Eltern, mit 20 ist das auch nicht schlimm. Aber wenn ich in der Gemeinde verwurzelt bleiben will, dann fehlen einfach die Möglichkeiten, das zu realisieren.“ Zumal der Bedarf eher noch steigen werde.
Auf lange Sicht möchte er auch in die Gemeindevertreterversammlung. „Aber ich will es ruhig angehen, Erfahrungen sammeln.“ Landes- und bundespolitisch habe er wenig Ambitionen.

Sein Abi machte er am Falkenseer Lise-Meitner-Gymnasium. Inzwischen ist er Auszubildender im Rettungsdienst, er hofft bald sein Staatsexamen zu bekommen. „Ich finde Medizin als solches spannend“, sagt er. „Das ist ein Beruf, bei dem ich sagen kann, ich habe was geleistet.“ Und er bekomme auf die Art auch ein Abbild der Gesellschaft zu sehen. „Ich sehe, wer weniger stark vom deutschen Wohlstand profitiert.“ Und man sieht, dass Armut und Krankheit Hand in Hand gehen. Er merke, wo politisch gehandelt werden müsse. „Das ist eine sehr wertvolle Erfahrung.“
Außerdem gehört er zur Bötzower Feuerwehr und ist bei den Maltesern in Berlin, wo er unter anderem große Events absichert. Ansonsten genieße er in Bötzow die Vorzüge des ruhigen Lebens, wie er sagt. „Ich kann mir vorstellen, hier gut zu leben.“

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Treue Seele: Ohne ihn wäre das Dorffest Geschichte

Donnerstag, den 13. Juni 2019
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Ralf Hannusch (54) engagiert sich seit vielen Jahren für Bötzow – auch im Heimatverein

MAZ Oberhavel, 13.6.2019

Bötzow.
Irgendjemand muss die Zügel in der Hand haben, sonst nutzt jede gute Organisation nichts. Und Ralf Hannusch hatte große Lust darauf. Seit 2001 kümmert er sich um das Bötzower Dorffest, das am kommenden Sonnabend wieder stattfindet. „Damals ging es darum, dass jemand den Hut auf hat und die Vereine bei dem Fest zusammenhält.“
Er wollte sich engagieren, und das, obwohl er zu diesem Zeitpunkt noch relativ neu war in Bötzow. Erst 1997 ist er ins Dorf gezogen. „Wir kamen aus Berlin, ursprünglich bin ich aber aus Cottbus“, erzählt er. „Wir haben am Stadtrand ein grünes Domizil gesucht und uns gleich hier wohlgefühlt.“

Als es 2001 darum ging, dass jemand für das Dorffest gesucht wird, da hatte der vorherige „Kümmerer“ wegen Auslandsverpflichtungen keine Zeit mehr dafür. „Ich wurde gefragt, obwohl ich ja wie die Jungfrau zum Kinde kam. Ich bin eigentlich gar nicht so ein guter Organisator, und ich kannte ja hier auch noch nicht so viele Leute. Aber wir haben das dann ganz gut hinbekommen.“ Sein Vorgänger hatte ihm viele Nummern und Ansprechpartner genannt. „Die habe ich dann alle angesprochen: Leute, wir machen Dorffest-Sitzung! Dann sind die auch alle da gewesen. Wir hatten Getränke dabei und haben durchgesprochen, woran alles zu denken ist.“

Wenn es um die Vereine im Ort geht, hat Ralf Hannusch ein gutes Wort: „Ohne die Vereine wäre es echt schwierig“, sagt der 54-Jährige. „Und ohne die Feuerwehr geht hier gar nichts, die ist der Dreh- und Angelpunkt. Ansonsten hat aber auch jeder Verein seinen Stand und kümmert sich auch darum.“ Große Hilfe gab es auch von den jeweiligen Ortsvorstehern, die beim Fest sehr viel mitorganisiert haben. Inzwischen hat Mandy Krenz da die Fäden hauptsächlich in der Hand. „Ich habe ihr meine Hefter übergeben.“ Sie ist glücklich, einen wie ihn im Dorf zu haben: „Ohne die Leute mit Erfahrung wie Ralf Hannusch wäre ich baden gegangen“, sagt Mandy Krenz.

In seiner Mappe hat Ralf Hannusch immer noch alle Dorffest-Programmzettel seit 2001. Da hängt er sich immer noch rein und hilft. Auch den diesjährigen Flyer hat er gestaltet. „Das Dorffest ist ein superwichtiger Termin. Es wäre unheimlich schade, wenn es kippen würde, weil es keiner mehr organisiert.“ Schon bei der Kirmes sei es für Bötzow bedauerlich, dass es sie nicht mehr gebe. „Es ist schön, dass sich bei diesen Gelegenheiten die Menschen treffen und sich unterhalten.“
Nur einmal sei es schwierig gewesen – als genau am Tag des Dorffestes die deutsche Nationalmannschaft bei der Fußball-WM spielte. „Wir haben ein Public Viewing vorbereitet, das war eigentlich eine ganz coole Veranstaltung.“ Dennoch habe das Dorffest darunter gelitten, weil wesentlich weniger Leute da waren als sonst. „Es gibt ja außerdem viele Stimmen, die mal wieder einen Umzug zum Dorffest haben möchten.“

Er macht das aus Spaß an der Sache, sagt er. Er engagiert sich zudem im Bötzower Heimatverein, ist da der stellvertretende Vorsitzende. „Wir sind auf Mitgliedersuche“, sagt er. Es werde überlegt, mit welchen Aktionen man dem Verein noch mehr Leben einhauchen könne. „Wir überlegen, ob wir Dorfführungen anbieten.“

Ansonsten arbeitet er als Systemverwalter bei einem IT-Dienstleister in Berlin-Adlershof. „Ein weiter Fahrweg“, sagt er. In der Freizeit widmet er sich der Fotografie. Ralf Hannusch kümmert sich zudem auch um die Internetseite www.boetzow.de. „Sie ist aktuell, aber es sind keine ganz aktuellen Nachrichten drauf“, sagt er. Um dort mehr zu machen, bräuchte es Mitstreiter.

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„Ich halte mich da jetzt raus“

Freitag, den 7. Juni 2019
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Bötzows Ortsvorsteher Günter Franke verabschiedet sich nach fast 30 Jahren aus der Kommunalpolitik – und teilt noch mal in alle Richtungen aus

MAZ Oberhavel, 7.6.2019

Bötzow.
Neulich hat er einen Zander gefangen, mehr als dreieinhalb Kilo schwer. „In Dollgow, da angele ich seit 50 Jahren“, erzählt Günter Franke. Er will sich dafür noch mehr Zeit nehmen – nach insgesamt 24 Jahren im Kreistag, nach zweimal zehn Jahren als Bürgermeister und Ortsvorsteher von Bötzow. Er ist jetzt 68, und er macht Schluss mit der Kommunalpolitik.

„Der Entschluss kam vorigen Sommer“, sagt er. Damals habe sein Ortsbeirat gegen einen Bebauungsplan auf dem Gelände einer in Bötzow ansässigen Baustofffirma gestimmt. „Heute zeigt sich: das war ein Fehler. Die Firma macht genauso weiter wie bisher, aber sie dürfen keine Gebäude abreißen. Das Dorf wird dadurch nicht schöner.“
Überhaupt: Vieles, was heute in der Politik geschieht, gefällt ihm nicht mehr. Er spricht vom Niedergang „meiner Volkspartei im Osten“, den Linken. „Es stört mich, wie die Genossen mit ihren Ministern umgehen.“ Er meint Diana Golze und Hellmuth Markov. Christian Görke, linker Finanzminister in Brandenburg, sei ihm dagegen unsympathisch. „Das ist einer von der Sorte Politiker, wie sie überall rumhüpfen.“ Gregor Gysi (Franke: „Der hat uns gerettet“) sei einer der letzten mit Grips und Intellekt.

„Mein Glaube an die parlamentarische Demokratie hält sich in Grenzen“, sagt er. Er befürchtet gar einen Ruin der Demokratie. „Die ist eine schöne Sache, aber wir sind weit entfernt von der Demokratie der Griechen. In Wirklichkeit hat das Volk gar nichts zu sagen.“ Er nennt Stichworte: Dieselskandal, Klimaschutz. Zu letzterem Thema sagt er: „Man kann diese Spirale nicht mehr aufhalten.“ Die Schwelle, bevor man die Entwicklung noch stoppen könne, sei überschritten.

Nach der Kommunalwahl könne er den BfO zwar gratulieren, „aber das ist ein Pyrrhussieg.“ Die Gemeindevertretung, die nun zusammenkomme, sei sich sicherlich nicht mehr so einig wie die vorherige. „Die anderen mucken auf.“ Wer ihm zuhört, weiß: Ihn würde das freuen. Aber auch die eigene Partei in Oberkrämer beobachtet er kritisch: „Sie denken, durch Aktionismus und durch viele Anträge, die da gestellt werden, kann man die Bevölkerung erreichen. Das glaube ich nicht.“ Es komme in der Kommunalpolitik auch weniger auf die Parteien an, „sondern auf die Menschen, die was tun und was bewegen. Das ist auch mein Vorwurf an die BfO. Ihr Wahlspruch war: Wir sind für die Bürger da“, so Franke. Das sei aus seiner Sicht längst nicht immer so. Bei der Pferdesteuer sei man eingeknickt, der Umbau der Turnhalle in Marwitz sei sehr viel teurer geworden. „Es kann keiner sagen, dass keiner wusste, was da los ist.“

Für Bötzow habe er einiges erreichen können, sagt er. „Als ich 1993 angefangen habe, gab es die L 20, die war mit Teer überzogen, und die Dorfaue hatte 100 Jahre altes Pflaster. Wenn Lkw fuhren, zitterten die Häuser.“ Seitdem seien 13,8 Kilometer Straßen in Bötzow befestigt worden. 1994 fand zudem das erste Dorffest statt. „Das ist auch ein Erfolg. Ohne die Unterstützung der Vereine, Feuerwehr, Senioren, Kita, oder Schule kann man das aber gar nicht machen. Auf die alle konnte ich immer vertrauen.“

Er sei eigentlich ganz zufrieden. Wer meint, er wirke verbittert, der irrt. Auch wenn Günter Franke ein bisschen herum poltert und den Politikbetrieb verbal aufmischt – immer wieder lächelt er dabei. „In meinem Alter muss ich mich dem Zirkus nicht mehr unterordnen“, sagt er. Er will mehr angeln. „Das Angeln hat mich gerettet“, sagt er. Da könne er abschalten. Für die Familie sei mehr Zeit. Und er will sich weiter über den Politikverlauf informieren. „Aber ich halte mich jetzt da raus.“

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Chronik Oberkrämer 2018

Sonntag, den 16. Dezember 2018
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MAZ Oberhavel, 17.12.2018

Januar: ​Neben der Kita in Vehlefanz wird der Hort-Neubau eröffnet. +++ Eltern der Kita in Schwante fordern Tempo 30 auf der Bahnhofstraße – kommen damit aber nicht durch. +++ Beim Eichstädter Fußball-Hallenturnier gibt es Tumulte. +++ Nach einem Schwelbrand in der Bötzower Bergstraße wird ein Spendenkonto für die betroffene Familie eingerichtet. +++ Vehlefanzer Senioren fordern eine Querungshilfe in der Lindenallee an der Alten Schule.

Februar: ​Die Bärenklauer Dance Bears feiern 20. Jubiläum. +++ Im Wald bei Wolfslake brennt ein Auto ab. Darin wird ein Toter gefunden. +++ Auf der A 10 bei Oberkrämer kippt ein Lkw um. Es kommt zu einer langen Sperrung.

März: ​Erika Kaatsch gibt nach mehr als 20 Jahren ihr Amt als Chefin des Seniorenbeirates ab. Ihre Nachfolgerin ist Kerstin Laatsch. +++ Die Gemeinde Oberkrämer hat Zahlen erhoben, wie sich die Einwohnerzahl entwickelt – 2024 könnte sie bei 12 800 liegen. Auch sieht die Gemeinde einen Bedarf für eine Oberschule.

April: ​Der Seniorenclub Neu-Vehlefanz wird 20 Jahre alt. +++ Karl-Heinz Hardel aus Bärenklau ist Kandidat in der Kuppelshow „Hotel Herzklopfen“.

Mai: ​Die Durchfahrt von Bötzow nach Schönwalde auf der Landesstraße 20 wird gesperrt – erst wegen eines Grabenbaus, dann wegen des Brücken-Neubaus. +++ Die Firma Energieinsel aus Germendorf baut neu im Gewerbegebiet Vehlefanz. +++ Der Mühlenhof in Vehlefanz wird erstmals für Gäste geöffnet. +++ An einer Diskussion zur Schullandschaft nehmen in Marwitz etwa 200 Leute teil. 

Juni: ​Der Getränkehandel in Bötzow schließt. +++ Der Musik- und Theaterverein in Schwante muss eine nachträgliche Baugenehmigung für den Saal stellen. Veranstaltungen müssen ins Schloss ausgelagert werden. +++ Die Feuerwehr Eichstädt 90. Jubiläum.

Juli: ​Schock auf dem Autohof in Vehlefanz. Ein Anrufer droht damit, dass eine Bombe hochgeht. Es wird aber nichts gefunden. +++ Erster Spatenstich für den Ausbau der Autobahn +++ Beim Matjesfest in Vehlefanz verwendet der Heimatverein erstmals kein Einweg-Geschirr mehr. +++ Das Sommerlager in Vehlefanz beginnt – vermutlich zum letzten Mal an bekannter Stelle am Mühlensee.

August: ​Die Dürre in der Region sorgt für Ernteausfälle. Thomas Richter aus Schwante spricht von einem Verlust von 42 Prozent. +++ Die Kita „Krämer Kids“ ist nach dem Schimmelbefall saniert. +++ Kommt am Mühlensee in Schwante und Vehlefanz ein Leinenzwang für Hunde? Der Protest ist groß, das Vorhaben wird abgelehnt. +++ Für den „Polizeiruf 110“ wird in Schwante gedreht. 

September: ​Die Theatergruppe Bärenklau begeht ihr 20. Jubiläum. +++ Es wird bekannt, dass Andreas Sass nur noch bis 1. Januar den Dorfkrug in Bärenklau als Pächter nutzen kann. +++ Die Bibliothek Oberkrämer feiert 25. Geburtstag. +++ Das Dach der Eichstädter Kirche wird saniert.

Oktober: ​Die Nashorn-Grundschule in Vehlefanz wird 25. +++ Dass Margitta Bergmann (FDP) im Gemeinderat mit Thomas Schulz (Ex-NPD) eine Fraktion bilden will, sorgt für Wirbel. Sie sagt das Vorhaben ab und verlässt die FDP. 

November: ​Einem Feuerwehrmann im Einsatz wird an der Vehlefanzer Wache das Rad geklaut. +++ Schwanteland baut in Vehlefanz neue Produktionsstätten.

Dezember: ​Der 812er-Bus hält wegen der Bauarbeiten in Bärenklau vorerst nicht mehr an der Vehlefanzer Grundschule.

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Meine Feuerwehr: 2019 kommt das neue Löschfahrzeug

Donnerstag, den 26. Juli 2018
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Die Mitglieder der BötzowerFeuerwehr loben den Zusammenhalt unter den Kameraden und die guteAusstattung durch die Gemeinde

MAZ Oberhavel, 25.7.2018

Bötzow.
Bis zum Wochenende zählte die Bötzower Feuerwehr schon 52 Einsätze in diesem Jahr. Dafür, dass es im Schnitt der vergangenen Jahr immer um die 80 waren, ist es recht viel. „Viele Waldflächen sind in den letzten Wochen hinzugekommen“, sagt Benjamin Ende, der stellvertretende Ortswehrführer. Auch auf der Autobahn gab es vermehrt Einsätze, zudem diverse Unterstützungen des Rettungsdienstes. „Durch die Baustelle auf der Autobahn wird es eher noch schlimmer“, befürchtet Bötzows Ortswehrführer Daniel Hempel.

Es ist erst ein paar Wochen her, als es am Depot in der Fennstraße etwas zum Feiern gab. Ein neues Mannschaftstransportfahrzeug (MTF) und ein Anhänger für die Jugendfeuerwehr sind übergeben worden. Die Gemeinde Oberkrämer hat dafür etwa 53 000 Euro bezahlt. Voraussichtlich im März 2019 kommt ein neues Löschfahrzeug hinzu. Das alte ist von 2001. „Es ist schon ziemlich reparaturanfällig, hier und da gibt es Blessuren und Macken“, sagt Daniel Hempel. Ein weiteres Problem sei, dass dort wegen des Höchstgewichts keine neue, schwere Technik mehr installierbar sei.

Daniel Hempel ist seit Ende Juni 2017 Ortswehrführer in Bötzow. In Oberkrämer ist er seit 14 Jahren, davor war er acht Jahre Mitglied der Templiner Feuerwehr. „Man sieht nicht immer schöne Bilder, aber man wird durch einen erfolgreichen Einsatz entschädigt und wenn niemandem weiter etwas passiert ist.“ Er mag den Zusammenhalt der Mitglieder in der Bötzower Wehr. „Klar, es gibt manchmal Knatsch, das ist wie in der Ehe. Aber da finden wir immer eine Lösung.“

Der 23-jährige Paul Kresse ist seit 2013 Mitglied der Feuerwehr. „Ich habe auf der Verabschiedung eines langjährigen Kameraden hier die Musik für die Feier gemacht“, erzählt er. „Später habe ich mich dazu gesetzt, und da haben sie mir das Versprechen abgerungen, dass ich zum nächsten Dienst erscheine.“ Das tat er dann auch. „Ich habe direkt beim ersten Dienst gemerkt, dass die Gemeinschaft hier top ist.“ Im Nachhinein bereut er es ein wenig, nicht schon früher dabei gewesen zu sein. In Bötzow ist er inzwischen stellvertretender Jugendwart, für ganz Oberkrämer seit einiger Zeit Gemeindejugendwart. Auch beruflich hat Paul Kresse mit Brandbekämpfung zu tun: In Berlin arbeitet er bei der Berufsfeuerwehr. Ob er in Oberkrämer bleiben kann, hänge auch davon ab, ob er in Bötzow mal eine Wohnung bekommt. „Das ist schwierig“, sagt er.

24 aktive Mitglieder hat die Bötzower Wehr momentan, davon sind fünf Frauen. Eine von ihnen ist Maren Nebel. „Ich bin seit 2000 dabei“, sagt sie. „Das kam durch die Familie, mein Vater war schon immer Mitglied, und mich hat das auch immer interessiert.“ Inzwischen ist sie in Bötzow die Jugendwartin. Aber warum sind so wenige Frauen dabei? Daniel Hempel vermutet: „Vielleicht fühlen sich die Frauen dem nicht gewachsen.“ Maren Nebel kann dem nur bedingt zustimmen. „Sie sollen gucken kommen und ausprobieren. Ja, wir können nicht alles machen.“ Sie habe Probleme mit dem Atemschutz und den schweren Geräten.

Wer in Bötzow mitmachen möchte, kann immer am Dienstag zwischen 19 und 21 Uhr im Depot in der Fennstraße vorbeikommen. Die Feuerwehr kann jedes neue Mitglied gut gebrauchen. „Wir sind oftmals zu wenig“, so der Ortswehrführer. Immerhin bietet die Wehr aber auch mehr als nur die Einsätze an sich. So wird am 30. April immer die Walpurgisnacht gefeiert. Die Kameraden verkaufen Getränke, Grillwürste, und es gibt einen Fackelumzug. „Das findet immer mehr Anklang“, sagt Daniel Hempel. Während des Familienfestes am 2. September findet auch wieder ein Tag der offenen Tür statt.

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Vom Anschieber zum ewigen Helden

Mittwoch, den 23. Mai 2018
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Der Bob-Olympiasieger Kevin Kuske stellt sich in der Bötzower Grundschule den Fragen der Kinder – Gespräch ist Teil einer sportlichen Projektwoche

MAZ Oberhavel, 23.5.2018

Bötzow.
Die Kinder der Bötzower Grundschule hatten gestern Vormittag viele Fragen. Vor ihnen saß in der Turnhalle nämlich ein echter Sportstar: Mit vier Gold- und zwei Silbermedaillen ist er Deutschlands erfolgreichster Bobfahrer. Inzwischen hat der 39-Jährige seinen Sport aber aufgegeben – aus Altersgründen. Als Teil der Bötzower Projektwoche „Olympia ruft – mach mit!“ kam er gestern an die Grundschule, um sich den Fragen der Kinder zu stellen.

So erzählte er, dass es untypisch für einen Wintersportler gewesen sei, dass er in Potsdam trainiert habe. „Ich bin leidenschaftlicher Potsdamer und Brandenburger, ich bin nie in eine Wintersportregion gegangen“, erzählte er. Angefangen habe er als Kind in der Leichtathletik, schon mit vier Jahren trieb er regelmäßig Sport. Erst 1999/2000 sei er in den Bobsport gewechselt.
Wie schwer sei es, Bob zu fahren?, wollte ein Schüler wissen. „Schwer!“, antwortete Kevin Kuske. 200 Kilogramm wiege das Gerät. „Da braucht es ganz viele Monate Training.“ Mit mehr als Tempo 100 sei der Bob unterwegs, er war immer der Anschieber.
Wie es sei, Gold zu gewinnen?, so die Frage eines Mädchens. „Das ist das absolute Highlight“, antwortete der Ex-Bobfahrer. „Das ist das Allerschönste.“ Es sei sein Kindheitstraum gewesen, zu den Olympischen Spielen zu fahren. „Der olympische Gedanke war schon als Kind da, der ist zum Glück fünfmal eingetreten.“ Zur finanziellen Förderung des Bobsportes sagte er, dass diese ganz gut sei. „Uns könnte es besser gehen“, aber es sei schwierig, jede Sportart gleich zu fördern.

Auch berichtete Kevin Kuske von seinem neuestem Projekt, das im Herbst ansteht. Er nimmt teil an der vierten Staffel der Reihe „Ewige Helden“ bei Vox, die im Frühjahr 2019 ausgestrahlt werden soll. Darin müssen sich ehemalige Spitzensportler in verschiedenen Sportarten ausprobieren und sich gegenseitig messen lassen. „Dafür bin ich schon jeden Tag im Training“, erzählte er gestern den Kindern in Bötzow.

Wenn Kevin Kuske nicht Bobfahrer geworden wäre – was dann? Das war eine weitere Frage eines Schülers: „Lehrer!“, sagte er scherzhaft. Dann aber ernsthafter: „Vielleicht hätte ich mehr Basketball gespielt.“ Jetzt wolle er aber in den Trainerberuf, das mache ihm Spaß.

„Sehr informativ“, fand Jolina (11) die Fragestunde. „Seine Tattoos habe ich besonders bewundert“, sagte Sophie (12) danach. „Ich finde gut, dass er hergekommen ist.“ Tobias (10) strahlte: „Ich habe ein Autogramm, das ist cool!“ Ein Junge ließ sich sogar ein Autogramm auf seinen Arm geben.

„Ich bin momentan relativ viel in Schulen“, sagte Kevin Kuske später im kurzen MAZ-Gespräch. „Ich finde das immer schön, und die Kinder sind immer ziemlich aufgeregt. Ich gebe auch mal eine Frage zurück.“ Auch Schulleiterin Dorit Steinke war zufrieden. „Die Kinder haben sich die Fragen in Gruppen und auch zu Hause ausgedacht“, erzählte sie. Heute geht die Projektwoche in Bötzow weiter.

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RTelenovela

Pinkelpause auf der Landesstraße

Donnerstag, den 17. Mai 2018
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Mit öffentlichen Toiletten ist das ja immer so eine Sache. Viele benutzen sie ungern, weil sie manchmal (oft?) ein wenig schmuddelig sind. Und überhaupt ist es ja zu Hause am, sagen wir mal: gemütlichsten.
Manchmal sind öffentliche Toiletten aber allein schon wegen des Ortes, wegen der aufregenden Location spannend. Und da habe ich den ultimativen Tipp: Neuerdings steht am Ortsrand von Bötzow eine mobile Pipibox direkt an oder eher auf der Landesstraße.
Wer aus der momentan Sackgasse in Bötzow-Ausbau über die Bahnbrücke Richtung Ortskern fährt, wird direkt hinter der Brücke am Straßenrand auf ein Klo treffen.

Das Häuschen direkt direkt neben der weißen Straßenbegrenzungslinie, und wer eventuell einen Tick zu weit rechts fährt, donnert direkt gegen die Toilette. Ein, nun ja, mutiger Standort. Da bekommt der Spruch “Ich glaub, mich streift ein Bus” gleich eine ganz neue Bedeutung, denn ein bisschen Nervenkitzel ist bestimmt dabei, wenn man dort auf dem Lokus hockt und sich aus der Ferne ein Motor-Geräusch nähert. Wenn man das Häuschen verlässt, ist man dann vermutlich doppelt erleichtert, dass alles gut gegangen ist.

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