RTelenovela

Zugbeben

Mittwoch, den 26. Juni 2019
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Es ist Nacht in Oranienburg, und wieder donnert ein Güterzug durch die Stadt. In der Nacht zu Dienstag muss auf der Bahnstrecke Rush Hour gewesen sein, denn allein zwischen 2 und 3 Uhr rauschten sicherlich sechs oder sieben Züge durch.

Die Dinger sind nicht nur laut, sie erzeugen ganz erhebliche Beben. Selbst wer nicht direkt am Bahndamm wohnt, hat etwas davon. Dann zittern die Wände und die Gläser. Kein Wunder, dass unser Haus bereits mehrere Risse hat, bei denen ich mich frage, ob die Bahn eigentlich die Sanierung bezahlt.

Auch frage ich mich, warum Autos, die im Vergleich zu den Zügen viel leiser sind und keine Beben erzeugen, nachts in der Innenstadt nur noch Tempo 30 fahren sollen, die schweren Güterzüge aber weiter im Eiltempo durch die Stadt poltern. Und vor allem frage ich mich, warum wegen der mutmaßlichen Bombenfunde am Oder-Havel-Kanal auf der Lehnitzbrücke nur noch Tempo 10 erlaubt ist, wo doch die vorbeirasenden Züge viel mehr Schwingungen erzeugen.

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RTelenovela

Bahnbekanntschaften (88): Alle tot!

Samstag, den 4. Mai 2019
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(87) -> 20.2.2017

Gerade sind wir in Bad Segeberg in die Regionalbahn nach Neumünster gestiegen, als ein Mann durch den Waggon läuft. Ob er Herr aller Sinne ist, wissen wir nicht. Allerdings flüstert er laut vor sich hin: “Ich bringe euch alle um!”, sagt er. “Ihr seid alle tot.”
Er hat eine leere Flasche in der Hand. Ob er sie allerdings selbst ausgetrunken hat oder ob er ein Flaschensammler ist, wissen wir nicht.
Er setzt sich auf einen Sitz direkt hinter uns. An sich macht er nichts, er brabbelt weiter vor sich hin. Wir entschließen uns trotzdem, uns ein anderes Vierer-Abteil zu suchen.

Als der Zug losrollt, setzt sich eine andere Gruppe mit jungen Leuten auf die Plätze, auf denen wir vorher saßen. Es dauert keine Minute, bis auch sie sich was Neues suchen.
In Neumünster ist Endstation. Wir haben glücklicherweise keine Nachrichten gehört, dass der Typ dort sein Gebrabbel umgesetzt hat.

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KeineWochenShow

#109 – Wir haben noch nichts erreicht

Sonntag, den 3. Februar 2019
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Diesmal bieten wir großes Entertainment, große Diskussionen, große Ärgernisse, große Musik. Wenn das keine gute Unterhaltung ist, dann wissen wir auch nicht mehr weiter.

Aus Anlass verschiedener Jubiläen lassen wir die Mini-Playback-Show aufleben, außerdem die Feuerzangenbowle und ein besonderes Schmankerl von Hella von Sinnen.
Wir regen uns über Stuttgart 21 auf, über den Streit um Tempolimits und über Schleim-Videos.
Aber wenigstens haben wir gute Musik und einen guten Film, die wir euch ans Herz legen wollen.

Viel Spaß bei KeineWochenShow #109 auf Youtube!

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RTZapper

Bitte einsteigen! ICE-Führerstandsmitfahrt von München nach Berlin

Montag, den 22. Oktober 2018
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SA 20.10.2018 | 5.55 Uhr | rbb

Manchmal – viel zu selten – überrascht der rbb mit außergewöhnlichen Programmideen. Am Sonnabendmorgen lief dort vier Stunden lang in Echtzeit unter dem Titel “Bitte einsteigen!” eine Führerstandsmitfahrt mit dem ICE-Sprinter von München nach Berlin.
Der Clou: Dafür schaltete sich der rbb in Berlin und Brandenburg auseinander. In Berlin sah man die Zufahrt nach vorne gefilmt. In Brandenburg gab es die Zugfahrt nach hinten raus gefilmt. Wer wollte – und die technische Möglichkeit hatte -, konnte also immer mal hin- und herschalten.

Slow-TV. In anderen Ländern gibt es solche Formate viel öfter, und sie kommen beim Publikum ganz gut an. Das isländische Fernsehen zeigte 2016 live eine 25-stündige Reise rund um das Land. Das norwegische Fernsehen filmt öfter mal lange Zugfahrten ab – alles ist auch auf Youtube zu finden.

Leider hat der rbb die schöne Idee nicht besonders schön umgesetzt. Am irritierendsten ist die schlechte Bildqualität. Das Bild zittert, ist manchmal unscharf und wirkt oft ziemlich breiig wie bei einer schlechten Internetbandbreite. Anfangs ist es noch sehr schummrig. Die Fahrt ist mit Smartphones gefilmt worden, und das war leider offenbar nicht die beste Idee. Auch wären ab und zu Einblendungen schön gewesen, wie schnell der Zug gerade fährt und wo man sich gerade befindet.
Es reicht also nicht zwingend, zwei Handys im Zug zu platzieren und daraus ein Fernsehprogramm zu machen. Zumindest als rbb. Gute Technik und Bildqualität und ein wenig Nachbearbeitung sollten schon drin sein.
Dann könnten gern weitere Slow-TV-Ideen umgesetzt werden.

-> Die Fahrt auf Youtube.

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RTelenovela

Wenn die halbe Innenstadt bebt

Freitag, den 12. Oktober 2018
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Plötzlich klappert es. Ein ganz leises Geräusch, aber dennoch nicht zu überhören. Meistens spät abends oder in der Nacht. Spuk? Nein!
Spätestens wenn ich den Ton vom Fernseher leise stelle, weiß ich, woher das Geräusch kommt: Die Tür vom gläsernen Bücherschrank klappert.
Und nicht nur das: Ich spüre leichte Schwingungen. Und das ist immer noch kein Spuk – sondern ein Güterzug.

Wenn abends oder nachts die Güterzüge durch Oranienburg donnern, dann beginnt die halbe Innenstadt zu beben, und ich habe den Eindruck, dass es schlimmer geworden ist. Obwohl ich nicht mal direkt am Damm wohne. Wenn ich mir die Risse im Haus ansehe, die inzwischen entstanden sind, frage ich mich, ob das alles so sein muss.

Als wegen der Bomben der Verkehr in zig Straßen auf Tempo 30 abgesenkt worden ist, haben wir das hingenommen. Aber was ist mit den schweren und lauten (!) Güterzügen? Ich werde den Riss in der Hausmauer jedenfalls weiter beobachten.

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ORA aktuell

Tödlicher Unfall auf Oranienburger Güterbahnhof

Samstag, den 22. September 2018
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Zu einem tödlichen Unfall kam es am Freitagnachmittag auf dem Oranienburger Güterbahnhof an der Ladestraße.
Laut ersten Erkenntnissen der Polizei steht der Tod eines 47-Jährigen „in Zusammenhang mit der Oberleitung des Bahnhofs“. Der Mann arbeitete an einem Schüttgut-Güterzug und war scheinbar zu dicht an die Oberleitungen heran. Laut Ajugenzeugen gab es einen Lichtbogen. Der Mann erlitt dabei tödliche Verletzungen und fiel in einen Waggon.

Vor Ort war die Polizei, Feuerwehr, Rettungskräfte und Notfallhelfer der Bahn.

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RTelenovela

Portugal (20): Sonne tanken

Samstag, den 12. Mai 2018
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(19) -> 11.5.2018

In Lissabon macht es einen Unterschied, ob man mit dem Bus fährt oder mit der Straßenbahn. Letztere ist teurer. Was auch daran liegt, dass in allen Reiseführern immer nur von der Tram die Rede ist, wenn man sich von A nach B bewegen will. Dass es in Lissabon natürlich auch Busse gibt, wird da gern mal nur nebenbei erwähnt. Und von den Touristen kann man dann auch ein bisschen mehr Kohle verlangen – was durchaus legitim ist.

Mit der Bahn ging es diesmal raus aus der Stadt an die Küste. Das heißt: Erstmal mussten wir uns anstellen. Nicht wenige Leute wollten mit dem Zug fahren, aber wenn es nur zwei Automaten gibt und zwei Ticketschalter, dann kann es schon mal länger dauern. Und dass Mütter mit Kind immer Vorrang haben, bemerkten wir leider zu spät.

Im Westen von Lissabon mündet der Tejo in den Atlantik. Die Sonne knallte auf den Praia de Carcavelos. Im Mai ist das Wasser noch ziemlich kühl, und deshalb pellen sich die Surfer auch in einen schützenden Neoprenanzug. Nur sehr wenige trauen sich nur in Badehose ins Wasser. Wir stapfen immerhin mit den Füßen an den Wasserrand, der durch den mitunter hohen Wellengang natürlich an unterschiedlichen Stellen ist. Wenn mal wieder eine größere Welle anrollt, wird das Wasser weit an den Strand gespült. Es ist dermaßen kalt, dass uns anfangs die Gelenke weh tun.
Der Carcavelos-Beach scheint so ein bisschen zur Badewanne der Lissaboner zu gehören. Es ist nicht mehr in der Stadt, aber auch nicht weit dorthin. Allerdings herrschte ein wenig Uneinigkeit darüber, ob es sich an der Stelle wirklich schon um den Atlantik handelte oder noch um den Tejo. Wir Männer beharrten auf Ersteres – auch wenn es die wirklich hohen Wellen dann wohl eher noch weiter außerhalb der Stadt gibt.

Abends gegen 18 Uhr ertönt über der Alfama ein lauter, dumpfer Ton. Das bedeutet: Ein Kreuzfahrtschiff verlässt den Lissaboner Hafen. Sehr oft liegen ein bis zwei Riesenpötte am Rande der Altstadt. Was natürlich merkwürdig aussieht, wenn man von der Alfama aus einen Blick zum Wasser hat. Wie ein plötzlich errichtetes Hochhaus thronen die Schiffe im Hafen und laufen gegen Abend wieder aus – mit lautem Hupen.

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