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Das war 2020!

Donnerstag, den 31. Dezember 2020
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Weißt du noch, damals? Als Shows in großen Hallen mit tausenden Menschen aufgezeichnet worden sind? Als in der “heute show” noch Menschen im Studio saßen und gelacht und geklatscht haben? Das war alles davor. Vor Corona.
Kein anderes Thema hat die Menschheit und somit auch das Mediengeschehen 2020 so beeinflusst wie das Coronavirus.

Okay, davor gab es noch die Umweltsau. Corona war noch weit weg. 2020 begann mit einem Skandal, der noch von 2019 ins neue Jahr rüberschwappte. Der WDR-Kinderchor und die Oma, die alte Umweltsau. Satire und so. Die führte jedoch zu einem heftigen Streit. Einerseits der Shitstorm, angeführt von rechten Kreisen. Andererseits beim WDR selbst. Dass sich Intendant Tom Buhrow für eine Satire entschuldigte, anstatt sich näher damit zu befassen oder sich vor seine Leute zu stellen, kam nicht gut an.
Apropos Shitstorm: Der rollt auch 2020 wieder zigfach durchs Land. Weil das RTL-Dschungelcamp in Australien live auf Sendung ging, obwohl es im Land riesige Waldbrände gab, sorgte bei denen, die sich schnell empören, für Empörung. Dass die Brände so weit weg waren, dass es für die Show nicht relevant war – egal. RTL rief stattdessen in den Sendungen zu Spenden auf. Ach, und wer hat eigentlich gewonnen? Kann das mal jemand googlen?
Empörung herrschte auch über den vom mdr übertragenen Semperopernball. Zuvor vergaben die Ausrichter des Balls den St.-Georg-Orden an Abd el Fatah al-Sisi, dem Präsidenten von Ägypten. Menschenrechtsverletzungen stehen bei ihm auf der Tagesordnung, und wie es zur Preisvergabe kam, ist unklar. Es heißt, man wollte einen Ball-Ableger in Ägypten etablieren. Die Wellen schlugen hoch, als Moderatorin Judith Rakers beschloss, die Moderation abzugeben. Mareile Höppner wollte einspringen, wurde aber vom Shitstorm weggefegt – am Ende moderierte Roland Kaiser allein, nicht ohne heftige Kritik zu üben.

Corona trat spätestens am 28. Januar in das Leben der Deutschen. Der erste Fall im Land. In einem “Tagesthemen extra” auf Youtube ist diese Meldung verbreitet worden. Und dann ging alles ganz schnell.
Die Fallzahlen stiegen, Mitte März gab es Einschränkungen und schließlich den ersten Lockdown. Fernsehshows mussten auf Publikum verzichten. Weil Kinos und Theater schließen mussten, zeigte der rbb diverse Aufführungen wie “Carmen”. Musiker gaben Online-Konzerte, viele Theater zeigten Stücke oder Ausschnitte davon live bei Facebook oder Youtube. Die Fußball-Bundesliga pausierte zwei Monate lang, stattdessen liefen am Sonnabend alte Länderspiele. Der Charité-Virologe Christian Drosten stieg zum Star auf, NDR Info bat ihn regelmäßig zum Coronavirus-Update, und Hunderttausende lauschten den Ausführungen. Mangels bewegter Bilder zeigte tagesschau24 den Podcast mit einem Standbild. Die Tagesschau selbst hatte plötzlich jeden Tag fast 20 Millionen Zuschauer. Alle wollten wissen, was los ist in diesem Land. Angela Merkel spricht zu den Deutschen: “Es ist ernst. Nehmen Sie es auch ernst.” Die Ansprache sehen auf verschiedenen Sendern gut 25 Millionen Menschen.

Medien im Ausnahmezustand. Und Fernsehsender, die plötzlich spontan umplanen müssen oder in Windeseile neue Formate schaffen. Bei RTL gehen Pocher, Jauch und Gottschalk zur Primetime live per Schaltkonferenz mit der “Quarantäne-WG” auf Sendung. Leider irgendwie ohne Konzept, und nach drei Sendungen ist Schluss. Auf Sat.1 bekommt Luke Mockridge eine einstündige Show, bei VOX sendet Mark Forster aus seinem Studio und holt sich übers Netz Gäste zu sich. Matze Knop witzelt jeden Tag bei Sky Sport News. Alles sehr kurzlebig. Nur Sebastian Puffpaff ist mit seiner täglichen Coronasendung bei 3sat langlebig. Es gibt Comedy-Konferenzen mit langweiligen oder gelangweilten Komikern, die zu Hause in die Kamera starren. “NDR Talk Show” und Co. wandeln sich ebenfalls zu Konferenzschaltungen – und alle zeigen, wie mies das Internet in Deutschland ist.
Kreativ wird Sido. Er meldet sich freitags zwölf Stunden lang live aus einem Berliner Loft – “Zuhause mit Sido” läuft elfmal auf Youtube. Später meldet er sich mit Knossi und weiteren Freunden live auf Twitch aus dem mehrtägigen Angelcamp. Jan Böhmermann und Olli Schulz senden mit ihrem Spotify-Podcast “Fest & flauschig” im Frühjahr fünfmal pro Woche und sorgen für Zerstreuung im Homeoffice. Klaas Heufer-Umlauf sorgt in “Late Night Berlin” für rührende Augenblicke, als er Supermarkt-Angestellten was Gutes tut und im Innenhof eines Altersheims ein Konzert veranstaltet.
Unterdessen gibt es in den Nachrichten jeden Tag die neuen Coronazahlen – und es gibt die, die alles anzweifeln. Lügenpresse. Mainstreammedien. Und andere Kampfbegriffe.
Ein Verlierer sind die Kinos. Diverse Filme verlieren ihren Leinwandauftritt – “Berlin Berlin” läuft nur auf Netflix, “Mulan” für viel Geld nur auf Disney+, auch auf Amazon Prime Video gibt es Filme zu sehen, die 2020 eigentlich hätten im Kino laufen sollen.

Und sonst? Fußball-EM: ausgefallen. Olympia? Ausgefallen. Viele, viele Events sind: ausgefallen. Es ist ein tristes, trauriges, ruhiges Jahr. Als die Bundesliga wieder läuft, ist es immer noch ruhig – in die Stadien darf weiter kein Publikum. Geisterspiele werden zur Normalität.
Auch der Eurovision Song Contest in Rotterdam: ausgefallen. Aus Versicherungsgründen konnte es offenbar auch keinen Ersatz geben. Stattdessen machte jedes Land einirgendein eigenes Finale. Unser deutscher Teilnehmer Ben Dolic – im deutschen Finale in der Hamburger Elbphilharmonie im Ersten war zu erahnen: Wir wären nicht weit gekommen. Bitte nicht wiederwählen.
Der Junior Eurovision Song Contest 2020 in Warschau: zum Glück nicht ausgefallen. Und erstmals nahm Deutschland teil und wurde: Letzter. Glück auf!

Am besten haben es im ersten Lockdown wohl die Bewohner des “Big Brother”-Hauses auf Sat.1 gehabt. Im Februar ziehen sie ein. Als sie später erfahren, was draußen los ist, ist das eine Live-Sondersendung. Experten erklären den Bewohnern, die Pandemie, die draußen herrscht. Die Show geht es – im Gegensatz zu Kanada, wo “Big Brother” abgebrochen werden muss. Am Ende gewinnt übrigens… kann das bitte auch mal jemand googeln? War übrigens ein Flop – leider. Das Publikum will mehr Zoff, mehr Trash – da war “Big Brother” fast erfreulich normal.

Trash, Zoff – da ragen zwei Formate 2020 heraus. In “Promis unter Palmen” auf Sat.1 und im “Sommerhaus der Stars” bei RTL kommt es zu heftigsten Mobbing-Attacken, die beim Zuschauen weh tun und wütend machen – aber eben auch für Quoten sorgen. Der Streamingdienst TV Now und RTL fluten das Land mit Promi-Trash-Formaten – sinnlos, die hier alle aufzuzählen, so schnell, wie sie vergessen werden. In “Kampf der Realitystars” auf RTL zwei regt sich Jürgen Milski über ein Spiel auf, das unter seinem Niveau sei. Lustig. Vor ein paar Jahren hat er bei 9Live noch ganz niveauvoll Zuschauer verarscht. Aber echt.
Und wenn ein Trash-Format plötzlich nicht mehr so richtig trashig ist, ist’s auch falsch: “Schwiegertochter gesucht” kommt 2020 mit ziemlichen Normalos daher – und schon weht auch deshalb wieder ein Shitstörmchen.

Pech hat RTL auch mit “Deutschland sucht den Superstar”. Wobei: Was heißt Pech? RTL rannte mit offenen Augen ins PR-Desaster. Jurymitglied Xavier Naidoo macht mit Corona-Leugner-Videos und wirren Aussagen von sich Reden. Vor den Live-Shows im Frühjahr wird er gefeuert. Dieter Bohlen macht sich lächerlich, weil er stundenlang rumeiert, anstatt um zu erklären, was Sache ist. Für Naidoo kommt Florian Silbereisen in die Jury, und am Ende gewinnt der Schlager: Ramon Roselly kann sich in der Schlagerbranche schnell etablieren. Im Herbst kommt Michael Wendler ins Spiel. Als Jurymitglied soll er für Quote sorgen, aber auch er gleitet in die irre Welt der sogenannten Querdenker ab. Die Medien seien gelenkt, sagt er, auch RTL – und weiteren Stuss. RTL reagiert. Wendler ist raus. Blöd nur: Die Castings sind im Kasten. Im Januar 2021 ist Wendlerzeit bei RTL – bis zum Recall.
Aber warum eigentlich der Wendler? Es war nämlich auch das Jahr von Oliver Pocher. Auch er hatte Corona, und zu Hause begann er, Instagram und Co. zu durchforsten, um den dortigen Irrsinn freizulegen. Seine Videos finden riesigen Anklang, und dabei stößt er auch auf Wendler-Aktionen. Das schaukelt sich hoch bis zu einer gemeinsamen Battle-Show bei RTL. Wendler bekommt Dokusoaps und weitere Angebote. Bis zum Aus.
Und Pocher ist bei RTL omnipräsent. Moderationen, Auftritte und eine eigene Late Night mit Ehefrau Amira.

Wer immer noch fehlt in der Medienlandschaft: Stefan Raab. Vor fünf Jahren stand er das letzte Mal vor der Kamera. Jetzt produziert er nur noch Shows, sitzt in der Regie und frisst Chips. So wird das dem Zuschauer vor jeder seiner Sendungen mitgeteilt, als ob es ein Qualitätsmerkmal sei, dass Raab irgendwie anwesend ist. Doch es herrscht Götterdämmerung. Sein “Free European Song Contest” ist nett, wirkt aber altbacken, wie seine Shows vor zehn Jahren. “Fame Maker”, wo man die Sänger nicht hören kann, ist eine nette Idee, trägt aber nicht ewig. Und die Möchtegern-Late-Night “Täglich frisch geröstet” bei TV Now ist wohl die Enttäuschung des Jahres: nicht täglich, nicht frisch, nicht geröstet, eigentlich nicht mal eine Late Night.

Der Sender Tele 5 steht vor einer ungewissen Zukunft. 2020 erfolgte die Übernahme durch Discovery, die eigentlich durch Dokuformate bekannt sind. Senderchef Kai Blasberg nimmt den Hut.
2020 mussten wir aber noch weitere Abschiede nehmen. Jan Hofer verlässt nach mehr als 35 Jahren die Tagesschau. Die Moderatorin Sabine Sauer geht nach ebenso vielen Jahren in den Ruhestand, ebenso wie ZDF-Wettermann Gunther Tiersch. Hans-Ulrich Jörges verabschiedet sich vom “stern”. Mit Zee.One hat sich ein ganzer Sender verabschiedet – wobei ihn wohl kaum jemand vermissen wird. Und nach fast 35 Jahren endete die “Lindenstraße”. Mit Helga Beimers 80. Geburtstag mussten die Fans sich von der Dauerserie trennen. Das Fernsehballett wird aufgelöst. Die Formel 1 läuft letztmals bei RTL, wandert zu Sky. Eine Ära endete Ende Dezember bei radioeins: Nach 33 Jahren und 1627 Sendungen lief letztmals die Musiksendung “Roots”. Moderator Wolfgang Doebeling geht mit 70 Jahren in Rente.

Sie werden uns fehlen. Die Schauspieler Sean Connery, Michael Gwisdek, Claude Brasseur, Irm Hermann, Kirk Douglas, Renate Krößner, Otto Mellies, Burkhart Driest, Sonja Ziemann, Thilo Prückner, Michel Piccoli und Birol Ünel. Die Komiker Karl Dall, Herbert Feuerstein und Fips Asmussen. Die Comiczeichner Albert Uderzo und Uli Stein. Künstler Christo. Promifriseur Udo Walz. Die Musikschaffenden Gotthilf Fischer, Little Richard, Ennio Morricone, Werner Böhm (Gottlieb Wendehals), Kenny Rogers, Harry Jeske und Trini Lopez. Die Journalisten Gert Müller-Gerbes, Horst Schättle, Mathias Puddig, Hermann Schreiber, Ulrich Kienzle, Geri Nasarski, Sabine Zimmermann, Volker Panzer und Julitta Münch. “Bummi”-Gründerin Ursula Böhnke-Kuckhoff. Fußballer Diego Maradona. Die Politiker Norbert Blüm, Hans-Jochen Vogel, Thomas Oppermann, Wolfgang Clement, Ingrid Stahmer und Barbara Rütting. Die Unterhalter Roy Horn und Mike Shiva. Der Filmemacher Joseph Vilsmeier. Dramatiker Rolf Hochhuth. Der Autor Carlos Ruiz Zafón.

Immer noch da ist die AfD. Da wird von Ermächtigungsgesetzen gefaselt, es werden rechte Youtuber in den Reichstag eingeschleust, und die Querdenker-Bewegung findet man dort auch irgendwie sehr gut. Nicht gut findet die AfD den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Lieber setzt man auf sogenannte alternative Medien oder sorgt gleich selbst für den Content.
Dass die CDU in Sachsen-Anhalt vorsichtshalber nicht über die Erhöhung des Rundfunkbeitrages abstimmen lässt – im Fall dessen, dass die CDU selbst ablehnt, sitzt man in einem Boot mit der AfD und riskiert einen Koalitionsbruch -, und so die geplante Erhöhung vorerst kippt, gefällt der AfD.
Immerhin gibt es bei ARD und ZDF nicht Sendungen bei wie BILD, wo die Moderatoren aus Sponsoringgründen Milchflaschen ins Bild halten und schütteln müssen. “Reif ist Live” war mehr Milchreklame als Fußball-Analyse.

Überhaupt, die BILD. Nach dem Anschlag von Hanau geht “Bild live” auf Sendung, und es werden krude Theorien on Air geschickt. Fakten prüfen? Ach was. Wozu denn?
Nach einem Familiendrama in Solingen veröffentlicht die BILD einen Chat zwischen einem Jungen, dessen Mutter und Brüder tot sind, und dessen Freund. RTL zerrt den Freund vor die Kamera. Die Sensationsgeilheit kennt keine Grenzen. Die Öffentlich-Rechtlichen machen es nicht immer besser: Nach einem Anschlag im hessischen Volkmarsen wird auch in einer hr-Sondersendung rumorakelt.

Und sonst so? Die Ärzte rocken die Tagesthemen. Joko und Klaas müssen sich für Fake-Beiträge entschuldigen – sorgen aber auch für Begeisterung, als sie ihre 15-Minuten-Live-Sendung auf ProSieben für Hinweise auf Frauenrechte und Flüchtlinge nutzen. Die CSU kann ihren Parteitag nur virtuell abhalten. Mal was anderes live auf phoenix: Angelika Niebler hat echt wenige Bücher in ihrem Regal – hätte man sonst gar nicht erfahren. Rezo hat mal wieder zerstört: diesmal die Presse, vor allem die Lügen der Klatschpresse. Der rbb kuschelte im Sommerinterview mit dem Neonazi Andreas Kalbitz (Ex-AfD) an einem lauschigen See. Blöd: Die Recherchen aus dem eigenen Haus haben die Redaktion irgendwie nicht erreicht. Und dann war da noch der Bachelor bei RTL, der am Ende einfach gar keiner Frau eine Rose schenkte. Single zu sein ist doch auch was Schönes.

2021. Bleiben Sie gesund. Werden Sie gesund. Alles wird gut. Hoffentlich.

Hits: 423

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Prince Charming – Das große Wiedersehen

Freitag, den 25. Dezember 2020
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MO 21.12.2020 | 23.40 Uhr | VOX

Tja, das war dann wohl nichts. Zwar hat sich Prince Charming II am Ende seinen Prinzen ausgesucht, aber ein Paar sind sie nicht geworden.
Am Montagabend ging bei VOX die zweite Staffel von “Prince Charming” zu Ende, und leider hatte sie lange nicht den Glanz von Staffel 1 – verwunderlicherweise.

Nach der 1. Staffel 2019 gab es für die Kuppelshow mehrere Preise, darunter den renommierten Adolf-Grimme-Preis. Weil es nicht nur um Liebe und Sex ging. Sondern auch um Toleranz, um die Akzeptanz verschiedener Lebensweisen, eben um das Leben in seinen verschiedenen Ausprägungen.
In Staffel 2 war davon erstaunlich wenig übrig geblieben – und das lag offenbar nicht an den Kandidaten. Prince Alex und die 20 anderen Männer blieben meist sehr oberflächlich. Es schien, als ob nur gestritten wurde und dass es immer nur um Sex ging. Tiefschürfende Gespräche gab es – so erzählte es auch Kandidat Adrian in KeineWochenShow -, aber man wollte sie scheinbar in diesem Jahr nicht auf dem Bildschirm haben.
Obwohl es eine Folge mehr gab als 2019, schien viel mehr nur an der Oberfläche gekratzt worden zu sein.

Selbst in der Finalfolge am Montag war Finalist Vincent nur der Typ mit der Ukulele und Lauritz der Fetischmann. Am Ende entschied sich Alex für Lauritz, aber das Ganze hielt nicht mal bis zum zweiten privaten Treffen, wie dann beim “Großen Wiedersehen” gesagt worden ist.
Anders als in Staffel 1, Nicolas und Lars wurden ein Paar – zumindest ein Jahr lang waren sie das dann auch gewesen.

Es wird eine 3. Staffel geben. Ob sie nur noch bei TV Now laufen wird – dort war sie wohl wieder ein Erfolg – und nicht im Free-TV bei VOX – wo sie kein Erfolg war -, ist noch offen. Die Macher müssen sich allerdings überlegen, wohin sie mit “Prince Charming” wollen: Soll die Show Sex-Trash werden oder soll sie menschlicher sein, ein wenig tiefschürfender? Hoffentlich gibt es da eine Besinnung.

-> Die Sendung bei TV Now

Hits: 139

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Die Hitwisser

Freitag, den 4. Dezember 2020
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DI 01.12.2020 | 20.15 Uhr | VOX

Ein Wettkampf rund um die musikalische Ehre. Ein Abend rund um das Wissen über die Musik. So ein bisschen kulturelle Bildung kann schließlich nicht schaden.
Am Dienstagabend lief bei VOX erstmals (und wohl vorerst einmalig) “Die Hitwisser”. Vier prominente Rateteams bekamen 25 Fragen rund um das Thema Musik gestellt, sie konnten ein bisschen rätseln, ein bisschen witzeln, sie konnten sich ärgern oder freuen – je nachdem.

Mal abgesehen davon, dass auch diese Sendung fast dreieinhalb Stunden dauern musste – also erneut einen kompletten Fernsehabend -, war noch etwas bemerkenswert: Diese Sendung muss extrem billig gewesen sein. Es gab kein Studio, die vier Rateteams spielten getrennt voneinander, haben sich nie gesehen. Ohne Studio wird auch kein Moderator gebraucht. Der Aufwand hielt sich also in Grenzen.
“Die Hitwisser” waren somit ein sehr preiswerter Abendfüller.

-> Die Sendung bei TV Now

Hits: 126

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Lucie. Läuft doch!

Sonntag, den 22. November 2020
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MI 18.11.2020 | 20.15 Uhr | VOX

Es gab sie schon immer: Serien über Erzieher oder Lehrer, und nebenbei werden die Probleme Jugendlicher erzählt. Die modernste Version liefert derzeit RTL mit “Der Lehrer”, in den 90ern war “Unser Lehrer Doktor Specht” im ZDF sehr angesagt.
Jetzt kommt mit einer weiteren Version daher: Am Mittwochabend startete der Achtteiler “Lucie. Läuft doch!”

Lucie (Cristina do Rego) hält sich mit einem Kellnerjob über Wasser. Als sie einem aufdringlichen Kunden eine donnert, verurteilt sie das Gericht zu Sozialstunden in einem Heim für Kinder und Jugendliche.
Zwar hat sie Respekt vor dieser Aufgabe, dennoch geht sie es locker an. Denn immerhin ist sie normalerweise sehr temperamentvoll und kommt bei den Leuten gut an. Also reist sie in die brandenburgische Provinz zum Waldschloss Kleeberg. Sie arbeitet dort als Küchenhilfe, schon bald wird aber klar, dass sie offenbar ein Händchen für die Jugendlichen hat, dass sie weiß, wie sie mit ihnen umgehen soll – wenn manchmal auch etwas unkonventionell. Als sie einem Heimkind helfen kann, wird ihr eine Stelle angeboten.

Ursprünglich hieß die Serie “Lucie – Geheult wird nicht!” und sollte bei RTL laufen. Nun muss die neue Serie bei VOX kleinere Brötchen backen, obwohl sie durchaus die große Bühne verdient hat.
Vor allem die Hauptdarstellerin Cristina do Rego (kennt man aus “Pastewka”) sorgt für viel Unterhaltung, mit frecher Schnauze kümmert sie sich um die Jugendlichen, legt sich auch mal mit den Kollegen an, und wer weiß, vielleicht winkt ihr ja auch mal die Liebe.
An sich ist das Konzept natürlich nicht sehr neu, Erzieher und zu Erziehende, in jeder Folge gibt es eine neue Geschichte plus Lucies Story, die parallel weiterläuft. Das ist nicht außergewöhnlich, funktioniert aber trotzdem sehr gut. Unterhaltung im guten Sinne.

-> Die Serie bei TV Now

Hits: 142

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Schlager ist mein Leben!

Dienstag, den 1. September 2020
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SA 29.08.2020 | 20.15 Uhr | VOX

Viereinhalb Stunden.
Das deutsche Fernsehen tut inzwischen alles, um die Zuschauer bei der Stange zu halten und sie dazu zu bringen, bloß nicht wegzuschalten. Show in der Primetime dauern gern mal vier Stunden, selbst im Ersten haben die Schlagershows inzwischen Längen von weit mehr als drei Stunden erreicht.
Und inzwischen gibt es sogar schon Dokus, die abendfüllend sind. Allerdings muss man VOX zugute halten, dass sie da am Sonnabendabend nicht nur gefällige Dokus zeigen. So gab es auch schon Viereinhalbstünder über Menschen mit dem Downsyndrom oder über soziale Brennpunkte. Nicht selten wird VOX mit akzeptablen Quoten belohnt.

Am Sonnabend ging es von 20.15 bis 0.45 Uhr um den deutschen Schlager: “Schlager ist mein Leben!” nannte sich die XXL-Doku, die einen Abend lang die Stars aus der Schlagerszene begleitete.
Offenkundig handelt es sich um diverses Material, um diverse Dokus und Themen aus verschiedenen Jahren, die für diesen Abend zu einer Doku zusammengeschnitten worden sind. Dabei ist es spannend zu sehen, wie VOX die Zuschauer bei der Stange hält, wie diese ewig lange Doku so komponiert wurde, dass man gar nicht wegschalten kann.

Die Doku war nämlich eine Abfolge von Porträts, die immer wieder von anderen Porträts unterbrochen worden. Hier mal ein bisschen was über Jürgen Drews, dann das nächste Lebenskapitel über Mary Roos, dann was über Nino de Angelo, später was über Andrea Berg, irgendwann geht es mit Drews weiter, Nino kommt auch noch mal – und so weiter.
Und immer wieder enden die verschiedenen und vielen Kapitel mit einem Cliffhanger. Nach dem Motto: Damals wusste noch keiner, dass… Zu diesem Zeitpunkt ahnte keiner, dass… Damit schaffte es der Sender, dass die Leute wissen wollte, was da los war, und dafür mussten sie aber warten und das nächste Kapitel der Doku auch noch anschauen.
So fällt tatsächlich auch kaum auf, dass plötzlich schon drei Stunden vergangen sind. Weil die Doku erstaunlich kurzweilig, abwechslungsreich und vielschichtig war.
Diese Doku war ein echtes Lehrbeispiel dafür, wie Zuschauer dazu gebracht werden, einen ganzen Abend so eine Doku zu verfolgen.

-> Die Doku bei TV Now

Hits: 151

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Prominent!

Donnerstag, den 11. Juni 2020
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DI 09.06.2020 | 23.10 Uhr | VOX

Lukas Podolski hat etwas getan, was er besser nicht getan hätte. Und afür hat er – natürlich! – unverzüglich einen Shitstorm in den sozialen Netzwerken bekommen. Dabei war das Foto auf Instagram eigentlich ganz niedlich: Mit seinem Sohn (von hinten fotografiert) genoss er einen Urlaubstag in einem Delfinarium.
Urlaub? Herrlich! Delfinarium? Um Gottes Willen!! Dafür erntete der Fußballer viel Hass. Wie könne er denn ins Delfinarium gehen? Ob er denn nicht wisse, dass solche Einrichtungen für die Tiere eine Qual seien.

Die ehemalige Boxerin Regina Halmich hat für sich entschieden, dass sie keine Kinder möchte. Und auch sie erntet immer dann, wenn das eine Nachricht ist, einen Shitstorm. Man werde als Egoist abgestempelt, sagt sie.

Über beide Fälle hat am späten Dienstagabend das Magazin “Prominent!” bei VOX berichtet. Beide Fälle zeigen ziemlich eindrucksvoll, wie sehr sich manche (oder: immer mehr) Leute anmaßen, den Moralapostel zu spielen.
Sicherlich ist ein Delfinarium etwas, was man durchaus abschaffen könnte, weil es den Tieren nicht gut tut. Aber Podolski war nun mal dort, und haben wir denn wirklich nichts Besseres zu tun, als den Fußballer nun zu belehren. Heben wir jetzt auch immer den Zeigefinger, wenn jemand in den Zirkus geht oder an andere Orte, die nicht mehr genehm sind?
Und wer hat eigentlich das Recht, einer Frau vorzuschreiben, ob sie Kinder haben möchte? Kann sich das Regina Halmich nicht selbst aussuchen, ob sie Mutter werden will oder nicht? Ist es da nicht einfach nur anmaßend, ihr im Social Media oder sonstwo mitzuteilen, dass das ja ziemlich egoistisch sei, weil …. keine Ahnung, warum.

Aber diese beiden Promi-Beispiele sind nur zwei von sicherlich unzähligen. Wobei sich “Prominent!” insbesondere die Podolski-Story hätte knicken können. Poldi kam erst gar nicht zu Wort, und die Story war eigentlich nur der Shitstorm. Aber für das VOX-Magazin gilt, was auch für die gedruckte Yello-Press gilt: Auch jede kleinste Story ist eine Story.

-> Die Sendung bei TV Now

Hits: 209

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Sing meinen Song – Das Tauschkonzert: MoTrip

Mittwoch, den 27. Mai 2020
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DI 26.05.2020 | 20.15 Uhr | VOX

Wurde bei “Sing meinen Song” jemals so viel geheult wie in der 2020er-Staffel? Wahrscheinlich noch nie so emotional ging es in der Sendung mit den Tauschkonzerten zu.
In diesem Jahr sind Max Giesinger, Nico Santos, Ilse DeLange, MoTrip, Jan Plewka von der Band Selig, Lea und Michael Patrick Kelly dabei, und interessanterweise sind es vor allem die Männer, die sehr nah am Wasser gebaut haben. Als es um Nico Santos ging, da war er bei vielen der Interpretationen seiner Musikerkollegen so gerührt, dass Tränen flossen.

Am Dienstagabend ging es nun um MoTrip. Und wenn man jetzt denkt, dass der Rapper ganz cool über sich ergehen lässt, was an diesem Abend passiert, der irrte sich ganz gewaltig, denn dieser Abend stellte sich als der bislang emotionalste heraus, den diese Musikshow vermutlich je erlebt hat.
Denn jeder seiner Kollegen machte aus seinen Songs etwas ganz Großes. Nico Santos hat “Mama” fast komplett umgeschrieben, um einen tollen Popsong draus zu machen. Ilse DeLange hat mit “Home Is Where You Are (Zuhause ist wir)” ebenfalls was Neues geschaffen.
Als Michael Patrick Kelly zum Song anhob, da ging es dann zur Sache. Denn “Embryo” ist ein Lied, das selbst MoTrip fast nie singt. Es handelt von einer Abtreibung – die seines ungeborenen Kindes. Es ist ein Thema, das ihn sehr beschäftigt, und schon als klar ist, dass Kelly sich für den Song entschieden hat, fließen Tränen.
Alle haben sie Tränen in den Augen, als Michael Patrick Kelly den herzzerreißenden Song singt, wie ein Kind nicht auf die Welt kommen durfte, weil es zu dem Zeitpunkt einfach nicht ging.
Minuten, die MoTrip tief erschüttern und die scheinbar auch in der Runde und beim Team für Unsicherheit sorgen. Es dauert ein wenig, bis er sich wieder fängt.
Minuten, die zeigen, dass Menschen Facetten haben, die man gar nicht vermutet – und die man vor allem nicht im Fernsehen vermutet.

Die siebente Staffel erweist sich, das kann man nach vier Folgen sagen, als sehr abwechslungsreich, überraschend, packend – einfach sehenswert.

-> Die Sendung bei TV Now

Hits: 231