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Sing meinen Song – Das Tauschkonzert: MoTrip

Mittwoch, den 27. Mai 2020
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DI 26.05.2020 | 20.15 Uhr | VOX

Wurde bei “Sing meinen Song” jemals so viel geheult wie in der 2020er-Staffel? Wahrscheinlich noch nie so emotional ging es in der Sendung mit den Tauschkonzerten zu.
In diesem Jahr sind Max Giesinger, Nico Santos, Ilse DeLange, MoTrip, Jan Plewka von der Band Selig, Lea und Michael Patrick Kelly dabei, und interessanterweise sind es vor allem die Männer, die sehr nah am Wasser gebaut haben. Als es um Nico Santos ging, da war er bei vielen der Interpretationen seiner Musikerkollegen so gerührt, dass Tränen flossen.

Am Dienstagabend ging es nun um MoTrip. Und wenn man jetzt denkt, dass der Rapper ganz cool über sich ergehen lässt, was an diesem Abend passiert, der irrte sich ganz gewaltig, denn dieser Abend stellte sich als der bislang emotionalste heraus, den diese Musikshow vermutlich je erlebt hat.
Denn jeder seiner Kollegen machte aus seinen Songs etwas ganz Großes. Nico Santos hat “Mama” fast komplett umgeschrieben, um einen tollen Popsong draus zu machen. Ilse DeLange hat mit “Home Is Where You Are (Zuhause ist wir)” ebenfalls was Neues geschaffen.
Als Michael Patrick Kelly zum Song anhob, da ging es dann zur Sache. Denn “Embryo” ist ein Lied, das selbst MoTrip fast nie singt. Es handelt von einer Abtreibung – die seines ungeborenen Kindes. Es ist ein Thema, das ihn sehr beschäftigt, und schon als klar ist, dass Kelly sich für den Song entschieden hat, fließen Tränen.
Alle haben sie Tränen in den Augen, als Michael Patrick Kelly den herzzerreißenden Song singt, wie ein Kind nicht auf die Welt kommen durfte, weil es zu dem Zeitpunkt einfach nicht ging.
Minuten, die MoTrip tief erschüttern und die scheinbar auch in der Runde und beim Team für Unsicherheit sorgen. Es dauert ein wenig, bis er sich wieder fängt.
Minuten, die zeigen, dass Menschen Facetten haben, die man gar nicht vermutet – und die man vor allem nicht im Fernsehen vermutet.

Die siebente Staffel erweist sich, das kann man nach vier Folgen sagen, als sehr abwechslungsreich, überraschend, packend – einfach sehenswert.

-> Die Sendung bei TV Now

Hits: 111

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Die Nico-Santos-Story

Donnerstag, den 14. Mai 2020
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DI 12.05.2020 | 22.10 Uhr | VOX

Nico Wellenbrink ist jetzt vielleicht nicht der bekannteste Name in Deutschland. Dabei hat er schon für Helene Fischer, Mark Forster und Bushido Hits geschrieben.
Er selbst konnte seine eigene Musikkarriere dagegen lange nicht so richtig in Fahrt bringen, erst mit einem Auftritt in der ZDF-Silvestershow in Berlin 2017 wurde er bekannt.
Beim Namen Wellenbrink könnte es aber trotzdem klingeln. Denn Nicos Vater Egon Wellenbrink war lange bekannt als der Melitta-Mann in der Reklame. Seine Halbschwester Susanna ist Schauspielerin, seine Nichte war das Fruchtalarm-Mädchen in der Reklame.
Man kann aber sagen: Niko ist heute und vor allem bei der Jugend der bekannteste der Wellenbrinks. Unter dem Namen Nico Santos.

Nico Santos gehört in diesem Jahr zu den Künstlern, die in der VOX-Reihe “Sing meinen Song” dabei sind. Und wer in dieser Sendung jeweils im Mittelpunkt steht, bekommt im Anschluss noch eine Doku. Am Dienstagabend lief somit bei VOX “Die Nico-Santos-Story”.
Wirkten diese Promidokus in früheren Zeiten oft etwas billig, sind diese inzwischen sehr sehenswert geworden.
In der Vorwoche ging es an der Stelle um Max Giesinger. In dem fast schon intimen Porträt erzählte er von seiner Familie, seinen Freunden und davon, wie seine Freunde ihn in der Musik beeinflussten. Ein fast schon berührender Film.
Das war diesmal, bei Nico Santos, ähnlich. Die Kamera begleitete ihn zur Familie nach Mallorca, sie wandelten auf den Spuren der Vergangenheit. Er erzählte von seinen Hobbys, von der Kindheit, von Beziehungen, die lange hielten und dennoch zerbrachen und auch von seinen Ängsten und anderen Problemen. Denn trotz der Hits, die ihm für andere Musiker gelungen waren, stellte sich sein Erfolg zunächst nicht ein.

Die Promidokus sind erstaunlich nah dran an den Menschen, die sie porträtieren. Hat man sie gesehen und sich darauf eingelassen, dann kann man sagen, dass man etwas mehr über die Person weiß.

-> Die Sendung bei TV Now

Hits: 141

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Live aus der Forster Straße

Mittwoch, den 1. April 2020
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MI 01.04.2020 | 20.15 Uhr | VOX

Ja, es stimmt: Diese Webcam-Shows sind nicht das Wahre. Diese Promis, die in schlechter Bild- und Qualität in Live-Sendungen geschaltet werden, will man ja eigentlich schon lange nicht mehr sehen.
Die ersten Coronavirus-Notsendungen sind deshalb auch schon wieder abgesetzt. “Die Quarantäne-WG” von RTL gab es nur dreimal, die Sat.1-Sendung “Luke, allein zu Haus” immerhin zehnmal – am Freitag ist Schluss. Dabei hat sich Luke Mockridge mehr und mehr gemausert und gute Sendungen abgeliefert.

Auch die VOX-Sendung “Live aus der Forster Straße” hat schlechte Zuschauerzahlen. Dabei ist das, was da mittwochabends live bei VOX über den Sender geht, durchaus sehenswert.
Mark Forster sitzt in einem sehr kleinen Studio und holt sich per Internetleitungen die Gäste zu sich. Das ist erst mal noch nicht ungewöhnlich und kommt zu oft auch in schlechter Qualität daher.
Was aber jedes mal ein Knaller ist: Mit vielen Musikern hat Mark Forster im Laufe der Woche Songs aufgenommen. Sie schicken sich die Dateien hin und her, und am Ende kommen wundervolle Songs heraus – abseits schlechter Streamingqualitäten, denn die Clips sind zum Glück vorproduziert.

Da singt Mark Moster dann mit Max Giesinger einen Vicky-Leandros-Song. In der vergangenen Woche sang er mit Stefanie Kloß von Silbermond einen Corona-Durchhaltesong. Es sind auf diese Weise schon echte Gänsehaut-Momente entstanden, und es würde mich nicht wundern, wenn daraus ein neues Album wird.

-> Die Sendung bei TV Now

Hits: 427

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Das war 2019!

Dienstag, den 31. Dezember 2019
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Das Medienwort des Jahres ist vermutlich 2019 ein Name: Greta. Greta Thunberg ist 16, Schwedin und die wohl bekannteste Umweltaktivistin unserer Zeit. Kommt Greta ins Spiel, dann werden alle nervös. Die Medien, weil sie mit Greta-Artikel wieder Klicks bekommen. Die Fans, weil sie Greta für alles feiern. Die Hasser, weil sie Greta für alles, nun ja, hassen.
2019 ist das Jahr – wie auch 2018 und 2017 und … – der Shitstorms, deren Wellen in immer kürzen Abständen durch das Web rollen. Immer wieder ist irgendwo die Empörung groß, weil irgendwer irgendwas gesagt hat, was irgendwer aus irgendwelchen Gründen ganz schlimm fand.

Schlimm findet die CDU im Jahr 2019 das Internet aber auch. Ein gewisser Rezo ist es, der auf Youtube vor der Europawahl von der “Zerstörung der CDU” spricht. Bis Jahresende hat das Video 16,49 Millionen Klicks, darin zählt Rezo die Versäumnisse der Politik auf, gerade in Sachen Umweltbelange. Man solle doch nicht die CDU wählen, und die SPD eigentlich auch nicht, die AfD ebenfalls nicht.
Das schlägt Wellen, nicht nur bei dem Wahlergebnis. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer spricht danach davon, dass es ja nicht sein könne, dass Youtuber auf diese Weise Wahlen beeinflussen wollen.
Die CDU will mit einem Antwortvideo kontern. Philipp Amthor soll es richten, und das Video wird so geil, dass es danach nicht veröffentlicht wird. PR-Desaster. Genau wie das Monate danach gestartete Youtube-Format “CSYou”.
Aber mit PR-Desaster kennt sich Annegret Kramp-Karrenbauer aus. Ende Februar tritt sie beim SWR im “Stockacher Narrengericht” als Klofrau auf – wie jedes Jahr. Mit Witzen über das dritte Geschlecht – “Das ist für die Männer, die noch nicht wissen, ob sie noch stehen dürfen beim Pinkeln oder schon sitzen müssen.” – sorgt sie für Zoff. Darf sich eine so hohe Politikerin so über Randgruppen lustig machen? Das ist die Frage.

Und worüber dürfen sich eigentlich Komiker noch lustig machen? Über Frauen mit Doppelnamen jedenfalls nicht. Kramp-Karrenbauer. Bernd Stelter bekommt beim “Karneval in Köln” jedenfalls Besuch auf der Bühne. Eine Zuschauerin teilt ihm Auge in Auge mit, dass sie seine Doppelnamen-Gags irgendwie doof findet. Nur eine Woche später stürmt eine Frau die Bühne des “Moma-Cafés” des ZDF-Morgenmagazins. Sie wollte wissen, ob denn hier eigentlich alle einen anlügen, sie sprach von Lügenpresse, Lügenfresse und wollte fragen, ob bei ihr die Mainzelmännchen zu Hause seien. Alles ganz wichtige Fragen, die dringend geklärt werden müssen.

Oh, Moment: Greta hat wieder was gesagt. Sie fordert mehr Panik. Wichtige Sondermeldung. Es folgen Lob und Empörung.

Apropos Empörung: Rammstein hat sich was Dolles geleistet. In einer Vorschau für den Song und das Video zu “Deutschland” werde der Holocaust relativiert. Heißt es. War dann aber nicht so, der Shirtstorm rollte trotzdem durchs Twitterland.
Sat.1 löst seine Shitstorms lieber im Ausland aus: in Thailand. Ach was, ein Krieg steht im Raum! Im Frühstücksfernsehen reißen sie blöde Witzchen über den thailändischen König. Der und angeblich ganz Thailand finden das empörend, und bei Sat.1 schmeißt man sich in den Staub und entschuldigt sich untertänigst. Fast fließen Tränen. Ohje. Wird Sat.1 etwa zur Strafe zum thailändischen Regierungsfernsehen?
ARD und ZDF in Deutschland sind diesem Vorwurf auch 2019 immer wieder ausgesetzt. Dabei zeigen Formate wie “Die Anstalt”, “heute show” und “Extra 3” dass das nun wirklich nicht sein kann. Und auch Magazine wie “Report”, “Kontraste” oder “Frontal 21” decken Skandale auf, die der deutschen Politelite sicherlich nicht gefallen haben.

Achtung, Greta hat wieder was gemacht. Mit einem Schiff reist sie über den Atlantik in die USA. Jubel von den Fans. Kritik von den anderen, und überhaupt, das ist ja aus Gründen gar nicht so umweltfreundlich, wie alle sagen.

Bloß keine Schwäche zeigen. Nicht immer gelingt das. Ein Bundestagsabgeordneter bricht am Rednerpult zusammen, live übertragen von phoenix und dem Parlamentsfernsehen. Vorher machen sich die AfD-Leute noch lustig über ihn, als er beginnt zu stocken. Bei einem Auftritt stolpert Peter Altmeier nach einer Rede und fällt von einer Treppe. Das sieht böse aus. Gleich mehrere Male bekommt Kanzlerin Angela Merkel Zitteranfälle. Es beginnt das große Rätseln über eine mögliche Krankheit. In allen drei Fällen verbreitet sich über das Netz auch eine Welle der Häme. Politiker haben keine Schwäche zu zeigen, immerhin bekommen die doch so viel Kohle und tun dafür nichts, so wird, nun ja, debattiert.
Vor einem Millionenpublikum kollabiert “Tagesschau”-Sprecher Jan Hofer. Er wirkt fahrig, seine letzte Ansage kann er nicht mehr machen, die Sendung wird abgebrochen. Tage zuvor war er noch von morgens um kurz vor 10 bis nachts nach 23 Uhr in jeder Nachrichtensendung on Air. Bei der ARD will man von Überarbeitung nicht sprechen.

Ein bisschen flottere Arbeit wünscht man sich dagegen von der “Tagesschau” an dem Abend, als in Paris Notre Dame brennt. Eine kurze Sondersendung im Ersten und später eine hektisch zusammengestellte Live-Übertragung bei tagesschau24 lösen die Debatte über die Schnelligkeit der Nachrichtenübermittlung aus. Ob die stundenlangen Mutmaßungen und Kameraschwenks über die brennende Kathedrale bei ntv besser sind, ist unklar.
Legendär sind dagegen die stundenlangen Übertragungen aus dem britischen Parlament. Stichwort 1: Brexit. Stichwort 2: Order!

Greta! Jetzt bekommt sie auch noch die Goldene Kamera! Das Mädchen haut wieder eine Rede für den Klimaschutz raus, und kurz danach bekommt die Schauspielnewcomerin einen SUV geschenkt. Glückwunsch!

Schalten wir besser mal nach Österreich. Dort heißt das Wort des Jahres nicht “Greta”, sondern “Ibiza”. FPÖ-Rechtspopulist Hans-Christian Strache lässt sich von einer versteckten Kamera reinlegen. Auf Ibiza trifft er sich mit einer angeblichen Oligarchin. Es geht um Investitionen in Österreich und um Gefälligkeiten, die die Pressefreiheit aushebeln. Aus für die FPÖ in der Regierung. Pressekonferenzen. Neuwahl. Mega-Quoten für den ORF2.
In Deutschland dagegen sorgen die Rechtspopulisten der AfD immer wieder für Schlagzeilen. Bjö…, äh, Bernd, äh, Björn Hocke bricht ein Interview mit dem ZDF ab, weil er emotional aufgewühlt sei. Und er werde nie wieder ein Interview mit dem Journalisten führen, was er bedauern könnte, wenn Höcke mal eine wichtige politische Persönlichkeit sei.
Der mdr dagegen setzt Uwe Steimle gleich ganz ab. Oder besser: beschäftigt ihn nicht weiter. Darüber ist Uwe Steimle empört. Er würde gern vom mdr, den er für einen Staatsfunk hält und der regierungsnah sei und rückständig, weiterarbeiten. Der mdr sieht das anders. Der Arbeit- und Geldgeber mag es nicht, beschimpft zu werden. Uwe Steimle, das Opfer. Findet Uwe Steimle. Er redet von einem Berufsverbot. Seine Auftritte sind ausverkauft. Dort erzählt er dann von seinem Berufs, … ähm. Merken Sie selbst, oder?
Dieter Nuhr soll übrigens auch neurechts sein. Er äußert sich kritisch zu “Fridays for Future” und zu Greta. Dass er sich auch kritisch zur AfD äußert, scheint egal zu sein. Meinungsfreiheit gegen die Forderung, Dieter Nuhr abzusetzen.

Und, ach ja. Greta. Dieter Nuhr hat wieder was Böses über Greta gesagt. Bringt Schlagzeilen. Bringt Klicks. Lob und Hass, na, Sie wissen schon.

2019 hat auch Comebacks parat. Jörg Kachelmann feiert seine Rückkehr in die ARD. Er darf wieder das “Riverboat” im mdr moderieren, wo auch gleich die Quoten steigen. Der Deutsche Fernsehpreis kommt mit einer Gala zurück, in den vergangenen Jahren wurde eher spartanisch gefeiert. Die Rettungsschwimmer aus Malibu sind wieder da – und das auch noch in HD. “Baywatch” auf Nitro jetzt noch schärfer. Die Youtube-Star-Zwillinge, die Lochis, verkünden das Ende ihrer gemeinsamen Karriere. Jahrelang haben sie klickstarke Videos und am Ende auch Songs produziert. Durch die Jugend geht ein Ruck. Zlatko kehrt ins “Big Brother”-Haus zurück. 2000 war er schon mal drin, 2019 als “Promi”. Sat.1 jazzt das zum Comeback des Jahres hoch. Es erweist sich als laues Lüftchen. Domian meldet sich mit einer Talkshow im WDR zurück – ganz ohne Telefon. Pittiplatsch ist wieder da – fast 30 Jahre nach dem Aus im DFF. Und auch Jürgen Kuttner macht wieder den “Sprechfunk” – allerdings erstmal nur im Internet auf radioeins.de.
Ein Comeback – also zumindest für 30 Minuten – hat auch ein gewisser Ernesto. Ihn kennt man als Ex-Mann von einer Ex-Anwältin in einer RTL-Trashshow. Nun tritt er in einer RTL-II-Trashshow auf. Nackt. Aber: Sensation! Nach einer Penis-Vergrößerungs-OP! Das schauen wir uns doch mal genau an. Und, ähm, ein bisschen, nun ja, haben wir uns da schon mehr…. ähm… also…

Das irritierendste Comeback 2019: tm3. Der Sender Family.TV nennt sich in tm3 um. Die Rechte am Markennamen waren frei, mit dem tm3 von damals hat das aber nichts zu tun. Doch das Glück hält nicht lange, Wochen später wird der Sender abgeschaltet. Immer wieder gibt es Lizenzprobleme, der Betreiber von Family.TV/tm3 zeigt Sendungen im Programm, an denen er gar keine Rechte hat. Zwangs-Aus.
Unfreiwillig und mit großem Knall endet auf radioeins die freitägliche Comedy “radiozwei”. Als sich Tommy Wosch und Martin “Gotti” Gottschild live on Air ernsthaft zoffen, ist es aus. Erst im Herbst kehrt Wosch allein mit einem neuen Format zurück.
Abschied nehmen heißt es auch vom “Neomagazin Royale”. Jan Böhmermann verlässt zdf neo, um im Herbst 2020 mit neuer Show beim ZDF weiterzumachen.
Nächtliche Spitzeneinschaltquoten erzielt Sky mit der letzten Staffel von “Games of Thrones”. Doch viele Fans sind enttäuscht darüber, wie die Serie endet.
Der langsame Abschied von der “Lindenstraße” geht dagegen weiter. Am 20. Dezember ist Drehschluss. Noch drei Monate. Ende März 2020 ist dann auch im Fernsehen Schluss.

Auch viele bekannte Menschen sind nicht mehr da. Abschied für immer. Bruno Ganz, Hannelore Elsner, Doris Day, Billie Zöckler, Lisa Martinek, Ursula Karusseit, Luke Perry, Wolfgang Winkler, Jan Fedder, Rudger Hauer, Gerd Baltus, Helmut Krauss, Peter Fonda, Max Wright und Ken Kercheval werden als Schauspieler fehlen. Die Sportler Rudi Assauer, Matti Kykänen und Niki Lauda. Die Musiker Marie Fredriksson, Peter Schreier, Karel Gott, Costa Cordalis, Wiglaf Droste, Keith Flint, Gus Backus, Alphonso Williams und Mark Hollis. Die Moderatoren und Journalisten Wilhelm Wieben, Wiebke Bruhns, Manina Ferreira-Erlenbach, Franziska Pigulla, Michael Jürgs, Werner Doyé und Walter Freiwald. Die Politiker Manfred Stolpe, Jörg Schönbohm, Robert Mugabe, Klaus Kinkel, Jacques Chirac und Anke Fuchs. Weltraumfahrer Sigmund Jähn, Autorin Rosamunde Pilcher, Kabarettist Werner Schneyder, Produzent Artur Brauner, Comiczeichner Guillermo Mordillo, Unternehmer Ferdinand Piech, Weltenbummlerin Heidi Hetzer, Designer Luigi Colani und Modeschöpfer Karl Lagerfeld.

Vor dem Aus gerettet wird dagegen der Berliner Verlag. Dran hängen unter anderem die Berliner Zeitung und der Berliner Kurier. Das Berliner Unternehmerpaar Silke und Holger Friedrich kauft den Verlag von der DuMont-Mediengruppe. Freude und Misstrauen. Immerhin sind die beiden kaum medienerfahren. Und dann kommt auch noch raus, dass bei Holger irgendwas mit der Stasi ist. Was er zunächst verheimlicht. Die Euphorieblase platzt.

Bei den Sendern platzen 2019 diverse Hoffnungen. RTL landet mit der Daily-Soap “Herz über Kopf” einen Flop. VOX versucht es mal wieder mit der schon öfter gefloppten Actionshow “Survivor” – und scheitert. Das ZDF hat kein Glück mit “Mein Lied für dich” und “Sorry für alles”.
Richtig gut läuft es dagegen weiter für den “Tatort” aus Münster. Der Fall “Spieglein, Spieglein” erreicht 14,01 Millionen Menschen. Quotenrekord 2019.

Und Greta? Müsste die nicht bald mal auf dem Schiff wieder in Lissabon angekommen? Nachrichtensender zeigen live und eine halbe Ewigkeit, wie ein Schiff aus dem Atlantik in Portugal anlegt.

Wird über Greta vor allem im Netz geredet, spielt sich auch das Mediengeschehen selbst zunehmend im Netz ab. Das herkömmliche analoge Fernsehen ist weiter auf dem Rückmarsch. Netflix begeistert mit Serien wie “Wir sind die Welle”, “Die Patchwork-Familie”, “How to sell Drugs online (fast)” oder “Sex Education”. Amazon Prime mit “Pastewka”. Außerdem geht Joyn an den Start, TV Now der RTL-Gruppe bietet unter anderem mit “Prince Charming” exclusiven Content. Und natürlich Youtube mit unendlich vielen Videos sowie diversen Funk-Formaten wie “Druck”.
Das Fernsehen muss sich anstrengen, wenn es weiter Aufmerksamkeit will. Das gelingt zum Beispiel mit “24h Europe” (arte), “Chez Krömer” (rbb), “Die Geschichte eines Abends” (NDR), “Käthe und ich” (Das Erste), “Die Unsichtbaren” (Das Erste) oder “Der Club der singenden Metzger” (Das Erste).

Was gab es sonst so? Thomas Gottschalk moderiert beim BR eine Literatursendung. Ja, wirklich! Bei Lanz zoffen sich Hasselhoff und Lindner. Hasselhoff gewinnt. Ja, echt! Böhmermann sagt was im ORF, und die Moderatorin distanziert sich. Ja, mei! Luke Mockrige prankt den “ZDF-Fernsehgarten” und ist … ähm, irgendwer fand das sicher lustig. Bei Funk gibt es eine 72-stündige Talkshow. Live! Und danach drei Tage Tiefschlaf. Die EU hat ein neues Urheberrecht. Und Youtube stirbt. Oder so ähnlich.
Achso, und: “I’m sorry! Zero Points!”

Schauen wir ein letztes Mal zu Greta: Die war auf dem Klimagipfel. Der war enttäuschend. Aber, bitte: Was war das denn?! Greta im ICE! Auf dem Boden sitzend! Wo sie doch 1.-Klasse-Tickets hatte!!! War dann zwar alles ein bisschen anders, aber da rollte der Shitstorm schon. Ist ja eh alles wurscht. Hauptsache Greta.

Nicht vergessen dürfen wir zu guter Letzt aber noch diese Feststellung. Enissa Amani ist eine Komikerin.
Echt!
Alles Gute für die 20er-Jahre.

Hits: 367

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Rampensau

Samstag, den 23. November 2019
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MI 20.11.2019 | 20.15 Uhr | VOX

Einen Megaerfolg zu wiederholen, ist fast unmöglich. Aber es ist gut, dass es VOX immer wieder versucht. Am Mittwochabend startete “Rampensau”, die neue Serie der Macher vom “Club der roten Bänder”. Diese Serie ist durch seine Warmherzigkeit zu einem Hit geworden.
Das wird “Rampensau” nicht schaffen.

Es geht um Shiri. Sie ist 30, wird aber gern mal für 16 gehalten, weil sie tatsächlich noch so jung aussieht. Sie will Schauspielerin werden, kann sich aber nur mit kleinen Jobs über Wasser halten. Ihr Freund nervt sie, und eigentlich will sie ihn loswerden. Ein Polizist will sich an sie ranmachen, doch sie hat keine Lust auf ihn. Als aber ihr künftiger Ex mit Drogen erwischt wird, will sie ihm helfen. Sie soll für die Polizei undercover an einer Schule ermitteln.

“Rampensau” ist ein Problem, das im Netflix-Zeitalter immer öfter zu beobachten ist: Folge 1 kann überzeugen und macht neugierig. Folge 2 fällt kräftig ab und ist seltsam uninteressant.
Fasziniert am Anfang noch die Hauptfigur und ihre ruppige Art an sich und die merkwürdige Art, wie sich der Polizist an sie ranmacht, scheint das später kaum noch eine Rolle zu spielen. Stattdessen diese merkwürdige Crimestory, die aber leider überhaupt nicht interessant ist.
Ob Folge 3 das noch rausreißen kann. Ob ich die überhaupt noch sehe? Fragen über Fragen.

Hits: 126

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Survivor

Freitag, den 20. September 2019
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MO 16.09.2019 | 20.15 Uhr | VOX

In den USA ist “Survivor” sehr erfolgreich, dort läuft die 39. Staffel. Eine Gruppe Menschen kämpft auf einer einsamen Insel ums Überleben und um 500.000 Euro.
In Deutschland hat das bislang nicht funktioniert. Schon vor längerer Zeit – 2001 – lief die Reihe bei RTL II, 2007 dann bei ProSieben. Und das so schlecht, dass die Folgen aus dem Abendprogramm verbannt und am Vormittag versendet wurden.

Nun also VOX. Am Montagabend lief dort die erste Folge der neuen Staffel. 18 Kandidaten sind 39 Tage auf einer unbewohnten Insel. VOX will alles besser machen. Hochwertiger gefilmt und geschnitten.
Dass “Survivor” dennoch langweilig ist und in Deutschland nicht funktioniert, hat mehrere Gründe. “Survivor” wirkt, da kann alles noch so edel sein, wie eine x-beliebige Doku-Soap. Damit nerven uns die Privatsender schon den ganzen Tag über, “Survivor” unterscheidet sich kaum. Aber auch im Segment der Abenteuershows ist Deutschland ziemlich gesättigt, zumal die meisten auch nicht sonderlich gut funktionieren.
Am Montagabend ging es los, die 18 standen auf Pfählen und muss dort ausharren. Bis zu zwei Stunden hielten welche aus. Danach stapften sie durch den Urwald, und irgendwie war das so schrecklich egal, weil das Leute sind, die man nicht kennt und irgendwie auch nicht kennenlernen will.

“Survivor” fehlt ein Rahmen, eine Art Moderation. Die Show muss sich in irgendeiner Art und Weise absetzen vom Doku-Einerlei, das uns sowieso schon geboten wird. Die erste Folge schubste die Zuschauer mitten ins Geschehen, aber das war nach dem Pfahlstehen einfach nicht mehr interessant.
Deshalb wird es übrigens auch die normale Version von “Big Brother” 2020 bei Sat.1 sehr schwer haben. Außer es gelingt Sat.1, die Bewohner vernünftig einzuführen.

Hits: 184

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Magnum P.I.

Donnerstag, den 18. April 2019
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MI 17.04.2019 | 20.15 Uhr | VOX

Und wieder ein Serien-Remake und die Frage, für wen das eigentlich interessant sein könnte.
Am Mittwochabend liefen bei VOX die ersten beiden Folgen von “Magnum P.I.”. Dabei handelt es sich um das Remake der Krimiserie, die ab 1980 in acht Staffeln mit 162 Folgen zu sehen. Wir erinnern uns: Tom Selleck war Thomas Magnum, mit Schnauzbart und Hawaiihemd.

In der neuen Serie ist Thomas Magnum ein relativ glatter Schnösel ohne Bart und Hawaiihemd, aber immerhin mit schnellem Auto. Damit irgendein Bezug zur alten Serie hergestellt wird, heißt einer seiner Zankpartner Higgins. Den gab es 1980 auch, war dort aber – im Gegensatz zu jetzt – ein Mann.
Magnum muss einen Fall lösen, und irgendwie ist das alles nur mäßig interessant. Weil kaum besonders, kaum lustig und spannend auch nur selten. Das packt nicht.

Aber vor allem ist mal wieder die Frage: Wen will man eigentlich mit “Magnum P.I.” erreichen? Alte Fans finden in der Neuversion nichts, mit denen sie sich identifizieren können. Für heutige junge Zuschauer ist die Serie eher uninteressant, da haben Netflix und Co. wirklich Packenderes zu bieten.
Das ist die Krux von “Magnum P.I.”: Als Remake taugt die Serie nicht. Aber ohne den bekannten Titel (und die bekannte Musik im Vorspann) würde über diesen Serienstart vermutlich kaum jemand reden.

Hits: 180