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Sing meinen Song – Das Tauschkonzert: Staffel 4

Mittwoch, den 24. Mai 2017
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DI 23.05.2017 | 20.15 Uhr | VOX

Xavier Naidoo. Wer war das noch gleich…? War das nicht der Typ, der drei Staffeln lang die VOX-Musikreihe “Sing meinen Song” moderiert hat? Und wo manche Leute traurig waren, weil er die Moderation abgab? Und wo es zuweilen hieß, dass das ohne ihn gar nicht funktioniere?
Tja. Wer also war noch mal dieser Xavier Dings?

Am Dienstagabend hat man ihn jedenfalls ganz und gar nicht vermisst. Zum Start von Staffel 4 übernahmen die Jungs von The BossHoss das Ruder – und machten das gut. Locker führten sie die Musikgruppe durch den Abend.
In Folge 1 sangen die Promis Hits von Mark Forster – und BossHoss gewannen gleich mal mit ihrer “Flash mich”-Version. Enttäuschend war in der Runde nur Lena Meyer-Landrut, die seltsamerweise kaum Stimme hatte, ziemlich dünn klang ihre Version von “Natalie”, die dazu noch recht unpassend wirkte, da Forster mit dem Lied eigentlich seine Schwester besingt.

Dass andere Musiker die Hits eines Künstlers performen, ist eine spannende Sache. Im Fall von Mark Forster zeigte sich aber auch, wie toll die Originale sind, denn nur selten können die Neuversionen wirklich überzeugen, wenn aus einem ruhigen Song plötzlich was Countryhaftes wird, oder Melodien verändert werden.

Nächste Woche geht es um Stefanie Kloß und die Silbermond-Hits. Das könnte auch noch mal interessant werden.

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One Night Song – Blind Date im Wirtz-Haus

Freitag, den 14. April 2017
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DI 11.04.2017 | 22.20 Uhr | VOX

Nach der “Story of my Life” versuchte es VOX am Dienstagabend noch mit zwei weiteren Musikreihen – und floppte damit böse. Allerdings war es – auch wenn das VOX vermutlich anders sieht – ein Flop mit Ansage.

Um 21.20 Uhr begann in der Reihe “Meylensteine” eine Doku über die Band Alphaville. Ein durchaus anspruchsvolles Format, das man so nicht bei einem Privatsender zur fast besten Sendezeit erwartet. Es war ein Rückblick auf die damalige Musik, mit Frontmann Marian Gold reiste Gregor Meyle an verschiedene Orte.
Problem: Es war nicht wirklich spannend. Und: Marian Gold ist dann doch nicht so bekannt, als das die Leute scharenweise einschalten oder dranbleiben.

Ähnlich verhält es sich bei “One Night Song – Blind Date im Wirtz-Haus”. Der Musiker Daniel Wirtz erwartet pro Sendung einen ihm vorher nicht benannten Gast, um mit ihm Musik zu machen. Diesmal war das Henning Wehland. Irgendwie ist es ganz nett, ihnen dabei zuzusehen, wie sie fachsimpeln, sich über Songs unterhalten und sie dann bearbeiten, um am Ende damit aufzutreten. Aber andererseits: Die plaudern halt und plaudern und überlegen, wie sie Musik machen wollen – und irgendwie ist das dann doch gepflegte Langeweile, zumal weder Wirtz noch Wehland echte Einschaltimpulse bilden, die Zuschauer zu VOX lotsen könnten.
Beide Formate sind kein Trash, sie sind an sich gut gemacht – das eine journalistischer, das andere rein unterhaltsamer. Aber beide Sendungen sind keine Format für die große Masse, sie könnten eher auf einem Spartensender laufen.

Dass sie bei VOX zu gefloppt sind, wundert deshalb gar nicht. Sie wurden schon nach einer Ausgabe abgesetzt und werden nun ab Mitte Mai später am Abend gesendet.
Irgendwie schade drum – aber am späten Abend finden sie ja eventuell eher ihr interessiertes Nischen-Publikum.

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The Story of my Life

Freitag, den 14. April 2017
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DI 11.04.2017 | 20.15 Uhr | VOX

Wie sehen Boris Becker und seine Frau Lilly in 20 und in 40 Jahren aus? Was denken sie über sich? Wie werden sie ihr Leben gestalten?
Es ist eine ganz besondere Talkshow, die am Dienstagabend bei VOX gestartet ist: “The Story of my Life”.
In jeder Folge ist ein Paar zu Gast. Es spricht darüber, wie es sich kennengelernt hat – und später dann, wie es weitergehen könnte. Mit Boris und Lilly Becker machte VOX einen guten Fang.

Es waren durchaus rührende und spannende Momente, wenn sich das Paar erstmals in der Altersmaske sah – die übrigens ein tolle Leistung war, vermutlich ist viel Zeit in der Maske dafür draufgegangen.
Lilly fand das alles einerseits lustig, andererseits schien ihr das Alter doch merklich Probleme zu machen. Sie kam mit den Fältchen, der älteren Haut, den grauen Haaren nur schwer klar – und damit, wie sich ihr Mann verändert hat.
Ganz anders Boris Becker. Jetzt ist er 49, in der ersten Maske war er 69, in der zweiten schon 89. Und als 89-Jähriger gefiel er sich erstaunlicherweise am besten. Da müsse er nicht mehr kämpfen, sagte er. Und: Er erwarte, dass nun seine bessere Lebenshälfte beginne, weshalb er vermutlich auch so ruhig und fast schon weise wirkte.

Nicht nur, die beiden beim Altern zu beobachten, auch der Umgang damit, war spannend zu sehen.
Sicher, im Grunde war das Interview, das Désirée Nosbusch mit den beiden dazu führte, sehr hypothetisch, denn keiner kann wissen, was in der Zukunft passiert. Aber man hat gesehen, dass sich das Paar sehr schätzt und liebt – und vor allem Boris Becker konnte zeigen, was für ein sympathischer Typ er doch ist.

Das schwierigste ist vermutlich, Paare zu finden, die sich auch öffnen können, die wirklich spannend sind. In Folge 2 sind Rebecca Mir und Massimo Sinató zu Gast. Da muss sich dann zeigen, wie stark das Format dann wirklich ist.

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Echo 2017 – Der Deutsche Musikpreis

Montag, den 10. April 2017
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FR 07.04.2017 | 20.15 Uhr | VOX

Ich bin mir nicht ganz sicher: War das wirklich der Echo 2017, den VOX am Freitagabend ausgestrahlt hat? Die Preisverleihung, die so trutschig geworden war, dass selbst die gute, alte Tante ARD müde abgewunken hat und das Ganze nicht mehr senden wollte? Die Preisverleihung, die bei VOX zur neuen Hochform auflaufen sollte?
Das ist so ziemlich in die Hose gegangen, und der “Echo 2017″ war in jeglicher Hinsicht ein Desaster.

Angefangen bei Xavier Naidoo und Sasha, die durch den Abend führten und der Meinung waren, dass sie die geilsten Hosts (nein, nicht Moderatoren, das ist ARD-like) aller Zeiten seien. „Hier kommt ein Echo der Musik! Falls du nicht weißt, wie dir geschieht! Vergessen Terrorangst und Krieg! Wir feiern heute die Musik!”, sangen die beiden zu Beginn, und in erstaunlicher Rasanz war da der erste Tiefpunkt schon erreicht. Eines muss man Sasha und Xavier aber lassen: Völlig konstant versemmelten sie Gag an Gag. Lachpausen bleiben eiskalt unbelacht, es fehlten nur die zirpenden Grillen. Besonders ärgerlich: Selbst keine Moderation auf die Reihe bekommen, aber sich über mehrfache Echo-Gewinnerin Helene Fischer lustig machen. Extrem fehl am Platz.

Wie überhaupt die komplette Show null funktioniert hat. Es gab keine funktionierenden Übergänge, keine Laudatoren, die Preise wurden runtergespult, irgendwie gelangweilt. Zwischendurch latschten Sasha oder Xavier durchs Publikum und stellte sinnfreie Fragen. Der Saal sah aus wie die Betriebsfeier einer Versicherung in Zahlungsschwierigekeiten. Der Ansatz, den Pomp wegzulassen ist ja ganz okay, aber es dafür einfach nach Nichts aussehen zu lassen, ist dann doch armselig.
Ebenso wie die Live-Acts. Dass Rag‘n‘Bone Man sein “Human” singt, ist gut – aber beim Echo muss er das mit Humtata-Bläsern im Hintergrund. Schlimm.

Später wird drüber palavert, dass ja die Genre-Grenzen oft fließend sind. Dass Leute wie Adel Tawil oder Matthias Schweighöfer in Wirklichkeit auch Schlager machen (aber eben so cool sind, dass es dann doch Pop ist), dafür aber Andreas Gaballier der ewige Volksmusiker bleibt, obwohl seine Songs oft auch rockig-poppig sind, ist dann aber ein Thema für sich – und muss man nicht verstehen. Auch eine Helene Fischer macht inzwischen Pop – ist aber einfach uncool, finden viele andere Musiker. Was ich persönlich wiederum uncool finde, wenn auch Sasha und Xavier unterschwellig sich immer wieder über Schlager lustig machen.

Am Ende des Jahres bleibt eine große Müdigkeit. Und ein peinlicher Campino, der die Laudatio für eine Charity-Organisation dafür nutzt, dem Böhmermann die Meinung zu geigen, um später mitzuteilen, dass er gar nicht über Böhmermann gesprochen habe. Ahja.
Der Echo hat bei VOX zwei Drittel seiner Zuschauer verloren. Die wussten doch nicht etwa alle schon vorher, wie grauenvoll die Show wird?!

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Weinberg

Sonntag, den 13. November 2016
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FR 11.11.2016 | 22.05 Uhr | VOX

Das deutsche Fernsehen kann mehr als nur “Bergdoktor”, “In aller Freundschaft”, “Soko” oder “Rosenheim-Cops”. Inzwischen wird glücklicherweise durch die Internet-Streamingdienste und durch Investitionen in die Pay-TV-Sender auch ganz neue, ganz andere, sehr viel aufregendere Serienware produziert.

VOX zeigte an drei Tagen die Mystery-Thriller-Serie “Weinberg”. Es ist die Eigenproduktion des deutschen Pay-TV-Senders TNT Serie, lief dort 2015 auch in Erstausstrahlung. Und bekam viel Lob.
Wer kein Pay-TV hat, hatte nun Gelegenheit, den Sechsteiler bei VOX zu sehen.

“Weinberg” ist großartiges Fernsehen. Es geht um ein kleines Dorf irgendwo an den Weinbergen. Die junge Weinkönigin wird ermordet, und niemand weiß, wer es war. Der Mann ohne Gedächtnis, der erst vor kurzem ins Dorf kam? Der junge geistig Behinderte? Der Freund der Ermordeten, ein Fußballer, der ein Verhältnis mit einem Dorfbewohner hat? Der Bürgermeister, der fiese Spiele treibt?
Das alles ist toll in Szene gesetzt, überall wabert Nebel, die Atmosphäre ist düster, die Geschichte spannend. Zwar hat die Serie zwischendurch kleine Längen, man hätte auch vier oder fünf Teile daraus machen können, aber “Weinberg” ist ein echter deutscher Serien-Höhepunkt mit einer wahren Gänsehaut-Auflösung!

Deshalb ist es auch so schade, dass die Einschaltquoten bei VOX eine ganz andere Sprache sprechen. Von Folge 1 an ging es steil bergab. Beim großen Publikum hat’s anscheinend nicht funktioniert.
Verstehe ich nicht, ich geb’s zu.
Immerhin hatte VOX Durchhaltevermögen und sendete wirklich alle sechs Folgen.

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Die Xavier-Naidoo-Story 2016

Donnerstag, den 26. Mai 2016
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DI 24.05.2016 | 22.00 Uhr | VOX

“Wenn eine Demokratie nicht aushält, dass ein kleiner Sänger aus Mannheim sein Maul aufmacht, dann ist die Demokratie auch nix wert.”
Sagt Xavier Naidoo darüber, dass er 2016 nicht für Deutschland zum Eurovision Song Contest fahren durfte.
Und die Antwort lautet: Wenn ein kleiner Sänger aus Mannheim es nicht aushält, dass zu einer Demokratie gehört, dass auch andere ihr Maul aufmachen dürfen und ebenfalls ihre Meinung sagen dürfen, dann soll er das mit der Demokratie am besten sein lassen.
Aber wie das mit der Demokratie ist, weiß man ja bei Xavier Naidoo nicht so genau, immerhin glaubt er ja, dass Deutschland eine GmbH und das Land von den Amis besetzt sei. Und deshalb trat er im Herbst 2015 auch auf, nun ja, merkwürdigen Reichsbürger-Demos von rechten Verschwörungstheoretikern auf.

Am Dienstagabend zeigte VOX die gefällige “Xavier-Naidoo-Story 2016″. Xavier Naidoo präsentiert nämlich zuvor “Sing meinen Song – Das Tauschkonzert”, und jeder teilnehmender Künstler bekommt im Anschluss eine Promodoku geschenkt. Diesmal war Xavier Naidoo dran – und das Fazit des Films könnte lauten: Alle doof, außer Xavier.

Natürlich ging es noch mal um den ESC 2016, zu dem Xavier Naidoo nicht durfte. Weil sich so viele aufgeregt hätten – auch böse Journalisten. Worüber genau sich so viele aufregten, wurde in der VOX-Doku seltsamerweise gar nicht gesagt. Siehe oben. Indirekt wird immer wieder gegen die (flüster) Lügenpresse geschossen, dabei ist dieser Film mindestens so etwas wie “Etwas-verschweigen-Presse”. Bei VOX wird Naidoo nicht in die Mangel genommen, sondern es wird ihm zärtlich übers Köpfchen gestrichen und ein bisschen getröstet. Nun ja, wenn VOX und Naidoo das so dringend nötig haben…

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Das perfekte Dinner: Erika

Samstag, den 23. April 2016
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DI 19.04.2016 | 19.00 Uhr | VOX

Blöd gelaufen. Kann ja auch keiner ahnen, dass ausgerechnet ein NPD-Mann einen Song über Erika rausgebracht hat. Und weil beim “Perfekten Dinner” zufällig eine Erika mitgekocht hat, haben sie halt den, ähm, passenden Song eingespielt.

Frank Rennicke trat für die NPD sogar mal zur Bundespräsidentenwahl an. Der rechtsextreme Musiker wird in der Neonazi-Szene gefeiert. Nun hat er es in die VOX-Reihe geschafft.
Bei VOX haben sie für die Kochsendung am Dienstag einen passenden Song für Teilnehmerin Erika gesucht, und erst nach der Ausstrahlung hat man ihnen gesagt, von wem der Song kam.
Die Fernsehleute haben sich entschuldigt und die Sendung aus der Mediathek genommen. Es heißt, die Redakteure hätten nicht gewusst, um wen es sich bei dem Sänger handele.

Hoffen wir mal, dass das tatsächlich unabsichtlich und quasi aus Versehen und Unwissenheit passiert ist. Und, ja, so was kann passieren. Gut ist aber auch, dass es Leute gibt, die das mitbekommen und als solches erkennen und ihre Stimme erheben. So lange das so ist und diese Songauswahl nicht als normal und egal angesehen wird, ist alles gut.