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Unsere Schule

Donnerstag, den 6. September 2018
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MO 03.09.2018 | 20.15 Uhr | VOX

Aschersleben in Sachsen-Anhalt. Anthony ist der Neue. Es ist sein erster Schultag in der 5c der Albert-Schweitzer-Schule. Er hat schon viele schlechte Erfahrungen in Schulen gemacht, und hier soll es nun einen Neuanfang geben.
Lisa geht in die 9., aber viele können sie nicht leiden. Sie pöbelt, ihr ist egal, was die Lehrerin sagt, sie gibt Widerworte. Aber sie auch auch Probleme – zu Hause läuft es gerade gar nicht gut.
Schulleiterin Katrin Jelitte kennt alle ihre Schüler. Sie brauchen Regeln, aber auch Zuneigung. Ein bisschen nervös ist auch sie, ihre Schule könnte bald die Möglichkeit fürs Abitur bieten.

Dass VOX das Genre Dokusoap nicht zwingend mit Trash gleichsetzt, ist bekannt. Am Montagabend hat der Sender wieder bewiesen. “Unsere Schule” ist eine sehr sehenswerte Langzeitdoku. Das Drehteam war viele Wochen an der Schule. In den Klassenzimmern waren feste Kameras, aber auch Teams waren unterwegs.
Schule – ein sensibler Bereich. Aber das, was dabei rauskam, ist sehr sehenswert. Denn hier werden die Kinder ernst genommen. Sie kommen zu Wort, können sich erklären. Sie können rumalbern, aber auch ernst sein. Wo es geboten ist, hat sich das Team zurückgehalten. Denn hier geht es nicht um Sensationen – hier geht es um das Leben.
“Unsere Schule” könnte ohne Weiteres bei ARD oder ZDF laufen. Dass VOX diese Reihe zur Primetime zeigt, beweist, dass das Privatfernsehen auch anders könnte. Wenn es denn die Verantwortlichen wollen.

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Hubert & Matthias – Die Hochzeit

Mittwoch, den 13. Juni 2018
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MO 11.06.2018 | 22.15 Uhr | VOX

Hubert Fella und Matthias Magiapane haben geheiratet. Und weil sie so was wie Promis sind – also, zumindest sind sie erstaunlich oft in der Glotze zu sehen -, haben sie ihre komplette Hochzeit von Kamera abfilmen lassen.
Obwohl – das trifft es auch nicht ganz. Sie ließen ihre Hochzeit, die ja eigentlich eine privat Sache sind, zur billigen Seifenoper verkommen. Sechs Folgen gab es das, nun ja, Spektakel montagabends bei VOX: “Hubert & Matthias – Die Hochzeit”. Ob sich die beiden Herren damit aber einen Gefallen getan haben, sei mal dahin gestellt.

Wir kennen das ja alle. Zur Hochzeit wollen wir schön aussehen, deshalb rennen wir samt VOX-Team vorher nochmal zum Schönheitschirurgen. Für irgendwas muss man die TV-Gage ja ausgeben. Damit es für die Zuschauer was zu sehen gibt, boten auch die Trauzeugen und Freunde eine zünftige Show: Der Weddingplaner zoffte sich mit der besten Freundin der Bräutigame. Die Trauzeugin zoffte sich mit Giulia Siegel so sehr, dass ein Zickenkrieg ausbrach und Hubert und Matthias ihre Trauzeugin rauswarfen. Trauzeuge Nico Schwanz (nicht schwul, wie er fernsehtauglich beteuerte) hatte Sorgen, dass alles eskaliert. Uijuijui!

Ich frage mich ganz ernsthaft: Lässt man das Fernsehen bei so einem bekloppten Krieg an allen Fronten wirklich mitfilmen? Setzt man sich echt vor die Kamera und zickt mit dem anderen auf unterstem Niveau rum? Oder gab es da ein lockeres Drehbuch für die Hochzeitsseifenoper?
Am Ende gaben sich Hubert und Matthias das Ja-Wort, was so rührend war wie der “Frauentausch” bei RTL II. Da möchte man fast Mitleid haben. Aber eben nur fast. Denn solche D-Promis gieren vermutlich nach jeder Gelegenheit, ihr Gesicht in irgendeine Kamera zu halten.

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Die Mary-Roos-Story

Freitag, den 1. Juni 2018
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DI 29.05.2018 | 22.05 Uhr | VOX

Als Mary Roos 1984 für Deutschland beim Eurovision Song Contest in Luxemburg auftreten ist, sang sie “Aufrecht gehn”. Was keiner wusste: Direkt davor hat sie erfahren, dass ihr Mann sie betrogen hat und ein Kind mit seiner Geliebten bekommt. Aber sie war stark, und sie hat auch sonst eine tolle Karriere hingelegt.

VOX hat völlig Privatsender-untypisch einen ganzen Abend dem Schlager gewidmet. Am Dienstagabend stand Mary Roos im Mittelpunkt der Show “Sing meinen Song”, und gleich danach folgte eine gut einstündige Doku über den Schlagerstar. Quotenmäßig wird der Sender zwar für seinen Mut nicht belohnt, aber als Fan hat man dennoch seinen Spaß daran gehabt.

Der Film zeigte, wie ihre Karriere begann. Ihre ersten Auftritte als Kinderstar. Ihr Wechsel in die Schlagerbranche, ihr Ausflug nach Frankreich. Erfolge, Misserfolge. Und ein großer Karriereschritt.
Als Mary Roos 1984 für Deutschland beim Eurovision Song Contest in Luxemburg auftreten ist, sang sie “Aufrecht gehn”. Was keiner wusste: Direkt davor hat sie erfahren, dass ihr Mann sie betrogen hat und ein Kind mit seiner Geliebten bekommt. Aber sie war stark, und sie hat auch sonst eine tolle Karriere hingelegt.

Ähm. Moment. Hatten wir das nicht schon mal?
Ja, hatten wir! Denn wer sich “Die Mary-Roos-Story” angesehen hat, wird schnell gemerkt haben, dass diese Doku für eher unaufmerksame Zuschauer gemacht worden ist. Da werden Dinge eben einfach zweimal erzählt. Die ESC-Story kommt ebenso zweimal vor wie die Tatsache, dass Mary ihren Sohn lieb hat und der jetzt ihr Manager ist. Diese Wiederholungen ziehen sich durch die ganze Doku. Entweder hatten man viel zu viel Zeit für zu wenig Film eingeplant oder bei VOX hält man die Zuschauer für vollkommen dement.

Aber wusstest du eigentlich, dass Mary Roos 1984 für Deutschland beim Eurovision Song Contest in…

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radioeins-Nachrichten: Der Echo wird abgeschafft

Freitag, den 27. April 2018
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MI 25.04.2018 | 15.00 Uhr | radioeins

Oh mein Gott, sie haben den Echo getötet! Ihr Schweine!

Ja, der Echo ist tot. Die Meldung platzte am Mittwochnachmittag ins radioeins-Programm. Anstatt sich mit Antisemitismus auseinanderzusetzen, mit Personalien und damit, wie gewisse Dinge, die geschehen sind, so geschehen konnten, wischen die Verantwortlichen einfach den gesamten Echo in die Jauchegrube.

Die Deutschrapper Kollegah und Farid Bang haben am 12. April den Echo für ein Album bekommen, auf dem es antisemitische Texte gibt. VOX übertrug das Ganze, und darüber ist auch alles gesagt.
In den Tagen danach gaben diverse Musiker ihre Preise zurück, die Diskussion ebbte nicht ab.
Am Mittwoch dann die Meldung: Der Echo wird abgeschafft. Damit wird dieses ganze Drama immer befremdlicher.

Einerseits ist der Musikpreis in der Tat extrem beschädigt. Wer will das Ding denn in Zukunft noch haben? Welchen Stellenwert soll der Echo noch haben, wenn Rassisten ihn ohne Weiteres auch bekommen können und zum Dank später noch einen Extrauftritt absolvieren dürfen.
Andererseits: Tritt man damit nicht auch die gesamte Geschichte des Preises in den Müll? Immerhin gibt es ja Künstler, die diesen Preis durchaus verdient haben. Aber der Echo scheint nun gar nichts mehr wert zu sein, der Preis ist zum Sondermüll verkommen – und das auch durch die Entscheidung, ihn einfach einzustampfen.

Ganz klar, die Auseinandersetzung mit möglichen Konsequenzen aus dem Echo 2018 wäre hart gewesen. Man hätte am Konzept arbeiten müssen. An den Regeln. Vor allem personellen Konsequezen hätten folgen müssen. Aber vor allem eine interne und öffentliche Diskussion darüber, was wir eigentlich wollen. Was wir dulden oder nicht dulden. Ob der Echo tatsächlich ausschließlich nach Verkäfen vergeben wird. Wenn ja, hätte man das so hinnehmen müssen und vielleicht auch können. Wie groß dann aber die Bühne für gewisse Leute hätte sein sollen, hätte auf einem anderen Blatt gestanden.
Sich aber einfach wegzuducken, ist ebenso armselig wie die Veranstaltung am 12. April.

Einen Musikpreis wird es weiter geben. Wie der aussieht, nach welchen Kriterien er vergeben wird, ist offen. Den Echo gibt es also weiter, nur mit neuem Namen. Auch eine Möglichkeit, Erinnerungen an 2018 einfach nur wegzuwischen? Hoffentlich nicht.

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Echo 2018

Sonntag, den 15. April 2018
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DO 12.04.2018 | 20.15 Uhr | VOX

Ist ja nur Rap. Da weiß ich gar nicht, warum wir uns da so aufregen. Wenn es da in einem Text sinngemäß heißt, dass sein Körper definierter sei als von Auschwitz-Insassen. Dabei weiß doch jeder, dass man als Rapper alles darf.
Und damit haben Kollegah und Farid Bang total viel Erfolg – und einen Echo, Deutschlands wichtigsten Musikpreis, durften sie am Donnerstagabend dafür auch noch in Empfang nehmen.

Alles nicht so schlimm? Alles übertrieben?
Wenn Kinder und Jugendliche auf dem Schulhof als Juden beschimpft werden, wenn Jugendliche immer noch als Schwuchtel und schwule Sau betitelt werden, dann hat das auch mit den widerlich-prolligen Texten von Kollegah und Farid Bang zu tun.
Das ist vielleicht Kunst, und vielleicht ist das von einer gewissen künstlerischen Freiheit gedeckt. Aber ist es auch was, dem man Preise hinterherschmeißen muss? Muss man antisimetische Texte und Hassreden auch noch mit Lob belohnen?

Campino von den Toten Hosen war am Donnerstag, der während der Live-Übertragung der Echo-Verleihung bei VOX den Arsch in der Hose hatte, etwas dazu zu sagen. Mit zittrigen Händen las er einen Brief vor, in dem er sich von solchen Texten und Interpreten distanzierte.
Später erhielten Kollegah und Farid Bang dann tatsächlich einen Echo (der eben nicht nur nach reinen Verkaufszahl-Aspekten vergeben wird, sondern eine Jury entscheidet mit) und verhöhnten Campino. Die Echo-Macher ließen es dann sogar zu, später die beiden Rapper extra noch mal auftreten zu lassen.

Und was machten die anderen Künstler? Saßen rum und taten nichts. Campino nahm seinen Preis trotzdem an. Mark Forster trat danach auf, als sei nichts gewesen. Bloß nichts Politisches sagen – bloß nicht anecken. Die Branche hat kollektiv versagt und auf die Menschenwürde gepfiffen.
Jaha, sagen da jetzt die Fans, aber Kollegah und Farid Bang haben sich doch bei einer Holocaust-Überlebenden entschuldigt. Was aber natürlich sinnfrei ist, wenn man den Song dann locker-flockig weiterträllert. Da ist so eine Entschuldigung nur für den Arsch. Noch haarsträubender wird es, wenn es heißt, zur Entschädigung können Juden kostenlos zu den Konzerten, wenn sie am Einlass Bescheid sagen. Ja, natürlich, sollen die Juden doch mal bitte ihren Judenstern an der Kasse zeigen. Dann werde man sie kurz in den Arm nehmen und ins Konzert lassen. Da bekommt man echten Brechdurchfall.

So wird nach und nach der Raum frei gemacht für Gedankengut des Nationalsozialismus. Und schon jetzt gibt es viel zu viele Leute, die da nichts mehr gegen haben und stattdessen von Meinungsfreiheit und Stasimethoden faseln.

Aber die Veranstalter des “Echo 2018″ haben so oder so das Gespür dafür verloren, wie man gutes Entertainment macht. Völlig lahm und ohne komplett ideenfrei schleppte sich die dreistündige Show dahin. Kein Intro (also wirklich gar keins), kaum Humor, einfach gar nichts.
Am schlimmsten war aber die Idee, die diesjährige Totenehrung durch Poetry-Slamerin Julia Engelmann begleiten zu lassen. Nicht nur, dass sie über einen gewissen Chester Benningfield redete, der in Wirklichkeit Bennington heißt. Sie leierte einen wirren Text zu den Fotos der verstorbenen Künstler derart gelangweilt runter, dass es einen schüttelte. Ja, sie tat es im Poetry-Slam-Style. Der passte dort aber ganz und gar nicht hin, wirkte schrecklich deplatziert.

Wann kommen endlich die Kreativen, die es doch in Deutschland ganz sicher gibt, und möbeln die langweiligen und einfalls- und lustlosen Preisverleihungen mal auf? Und dann holt auch wieder “normales” Publikum in den Saal – und nicht die Branchenheinis, die sich bei solchen Events eh nur langweilen.

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Das perfekte Dschungel Dinner

Mittwoch, den 4. April 2018
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SO 01.04.2018 | 20.15 Uhr | VOX

Dieser Globus-Markt – der ist das Paradies! Zwar haben es die Macher des “Perfekten Dschungel Dinners” am Ostersonntagabend bei VOX zwar versäumt, die genaue Adresse des Supermarktes zu nennen, aber der Rundgang machte trotzdem Lust auf mehr. Was nämlich nirgendwo mehr möglich ist – nicht mal auf der Grünen Woche in Berlin – im Globus gibt’s da noch: Man kann überall naschen.

Dschungelkönigin Jenny Frankhauser musste für ihr Dinner erst mal einkaufen gehen. Das heißt, ob sie wirklich irgendwas eingekauft hat, weiß man gar nicht so genau. Denn sie hatte das unglaubliche Glück, dass ausgerechnet an diesem Tag überall Probierteller rumstanden. Käse kosten? Aber gerne doch! Da greifen Jenny und ihre Begleiterin doch gerne zu. Der Mann hinter der Fleischtheke drückte ihr gleich mal eine Probier-Wiener in die Hand. Natürlich kostenlos, ist doch klar! Zufälligerweise stand ein weiterer Verkäufer an einer weiteren Probiertheke – die da ganz zufällig aufgebaut war. Da schnabulierte die Jenny auch noch was weg, und als sie da noch ein paar Zahnstocher rumliegen hat, schnappte ihre Begleiterin sich gleich noch eine Handvoll davon.
Wie sich die Dschungelkönigin da kostenlos durch den Supermarkt futterte, war ziemlich unangenehm – sie wirkte, als ob sie drei Tage nichts bekommen hat und sich eigentlich auch nichts leisten kann.
Na ja, vielleicht ist es ja auch bald wieder so weit.

Was haben wir beim Osterdinner noch gelernt? Tatjana Gsell trinkt nie. Sie mag nämlich keinen Alkohol. Also, morgen. Gestern – das war ja war was ganz, ähm anderes. Aber wirklich: sonst nie! Wirklich.

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Die Notrufzentrale

Freitag, den 9. Februar 2018
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MO 05.02.2018 | 22.15 Uhr | VOX

Polizeidokus gibt es vor allem im Nachmittagsprogramm der Privatsender inzwischen einige. Sie gehören nicht gerade zum Premium-TV.
Am Montagabend lief bei VOX erstmals “Die Notrufzentrale”, und allein der Titel erinnerte an die Mutter alle deutschen Reality-TV-Dokus bei RTL: “Notruf”. Da ging es um Rettungseinsätze, und wie alle Leute aus dieser Situation herauskamen.
Wer jedoch “Die Notrufzentrale” sieht, wird schnell feststellen: Da ist etwas anders, und am Anfang erscheint das ziemlich merkwürdig.

Denn diese Dokureihe dreht sich ausschließlich um die Menschen, die Notrufe aufnehmen. Die sich anhören, was die Anrufer erzählen. Die etwas unternehmen, damit diesen Menschen geholfen wird.
Die Doku verlässt diese Notrufzentrale nicht. Der Zuschauer hört, wie die Leute in der Zentrale, den Notfall nur aus der Telefonleitung. Das Filmteam verlässt die Räume nicht, es gibt keine Bilder von vor Ort.

Am Anfang denkt man: Was soll das? Was bringt das? Denn oft ist es auch so, dass man als Zuschauer nicht mitbekommt, wie der Notfall zu Ende geht.
Aber schnell ist klar: “Die Notrufzentrale” ist ein hochgradig spannendes und überraschend emotionales Format. Denn wir erleben hautnah, wie die Notrufe eingehen. Das ist mitunter erschütternd. Wenn eine jung Frau weinend erzählt, dass ihre betrunkene Mutter Auto fahren will und sie das verhindern müsse – und sie dann zugibt, dass sie ihre Mutter deshalb auch geschlagen habe. Die Mutter keift währenddessen im Hintergrund. Oder die Frau, die anruft, weil ein Baum auf der Straße liegt, und während sie das erzählt, hört man, wie ein anderes Auto in diesen Baum rast. Es sind Schockmomente.
Oder wenn Hektik ausbricht, weil eine Frau anruft: Ihr Mann hatte am Steuer des Autos einen Schlaganfall, und nun weiß die Frau aber nicht, wo genau sie eigentlich sind.

“Die Notrufzentrale” handelt weniger von den dort eintreffenden Fällen. Sondern von den Menschen, die am anderen Ende der Leitung sitzen. Die sich die Not anhören und für Hilfe sorgen. Die immer ruhig bleiben müssen, egal was passiert. Die es trotzdem manchmal mitnimmt, wenn sie Katastrophen live miterleben.
VOX leistet mit der Reihe – jeden Montagabend – einen wichtigen Dienst an den Menschen, die Hilfe leisten, aber auch für die, die (hoffentlich nie) diese Weise Hilfe brauchen, aber dann eventuell eine Ahnung davon haben, wo sie mit ihrem Anruf landen.