KeineWochenShow

#89 – Pöbel nicht, geh zum Vulvawatching!

Sonntag, den 16. September 2018
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Vulvawatching! So etwas gibt es wirklich! Darüber werden wir in der neuesten Ausgabe von “KeineWochenShow” sprechen. Denn bei sixx gibt es eine neue Sexsendung.
Und wer pöbelt? In dieser Woche war das die SPD. Sicherlich aus guten Absichten – aber dennoch hat sie im Bundestag damit nicht wirklich Punkte machen können. Aber auch die CSU in Bayern ist im Sinkflug.

Außerdem müssen wir über das Gossip-Thema der Woche sprechen, denn David Beckham hat ein schlimmes Schicksal ereilt.
Auch das Drama um Daniel Küblböck ist natürlich Thema. Und die Frage: Wer ist Kurt?

Das alles und noch viel mehr in Folge #89 von KeineWochenShow auf YouTube!

RTZapper

Paula kommt – Sexpedition Deutschland

Freitag, den 14. September 2018
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MI 12.09.2018 | 20.15 Uhr | sixx

Frauen sitzen im Kreis, und eine sitzt auf einem erhöhten Sessel und zeigen sich ihre Muschis. Außer Moderatorin Paula Lambert. Die ist Moderatorin, zeigt deshalb nicht ihre Muschi, will aber doch gern auch die Muschis der anderen sehen.

Lustig? Bekloppt? Ja, aber lief genauso im Fernsehen. Am Mittwochabend bei sixx, zur besten Sendezeit. In “Paula kommt – Sexpedition Deutschland” beschäftigten sich Paula Lambert und Lukas Klaschinski mit Sexthemen und gingen dorthin, wo es geil wurde. Also vor allem für die männlichen Zuschauer.

Eines ist aber Fakt: Es gibt Momente, da bringt einem das Fernsehen doch noch zum Staunen. Dass es Frauengruppen gibt, die Vulvawatching betreiben, da war mir neu. In voller Ernsthaftigkeit hockte sich eine der Frauen vor die freigelegte Muschi der vom dem Sessel Sitzenden. “Danke, dass du mir deine Vulva zeigst.” Woraufhin alle guckten und beschrieben, wie sie denn die Muschi so finden. Das wirkte ein bisschen wie eine Sexsekte.
Machen das Männer auch? Sich gegenseitig ihre Penisse zeigen? Und sich sagen, wie schön der aber aussieht? Und wird Paula bald auch darüber berichten?

Zuvor war Lukas Klaschinski in einem Handwerkerkurs. Das Handwerken bestand aus einer Vulvamassage. Lukas hockte vor einer fremden Frau, die ihre Beine bereitwillig breit machte, um sich die Muschi massieren zu lassen. Während ein Paar nebenan fleißig bei der Sache war, traute sich Lukas jedoch nicht so richtig. Was irgendwie beruhigend war. Ein bisschen Schamgefühl ist ja dann doch was Schönes.

Die “Sexpedition Deutschland” ist kein Trash, im Grunde sorgt der Sex bei sixx durchaus für, nun ja, Aufklärungsarbeit. Und diese spannende Art der Muschischau – also anderen beim Muschischauen zuschauen – gab es im deutschen Fernsehen ja auch noch nicht.

RTZapper

Promi Big Brother: Die Masturbantin

Freitag, den 24. August 2018
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DI 21.08.2018 | 22.15 Uhr | Sat.1

Sex sells. Damit kennt sich Katja Krasavice aus. Ihr YouTube-Kanal hat lumpige 1,2 Millionen Abonnenten, und in ihren Videos geht es um Sex. Auch um Lifestyle. Aber eigentlich um Sex. Sie ist Sex. Und jetzt ist sie im “Promi Big Brother”-Haus bei Sat.1.

Heutzutage gibt es ja eigentlich kaum noch was, über das man im Fernsehen irgendwie schockiert wäre. Vielmehr ist es erstaunlich, was Leute bereit sind zu tun, um mit allen Mitteln noch bekannter zu werden.
Beobachtet von Kameras saß besagte Katja Krasavice nun in der Badewanne und besorgte es sich selbst. Das heißt, erst rasierte sie sich im Schritt und fummelte da schon mal ein bisschen rum – mitunter live übertragen in der Late Night Show von “Promi Big Brother” bei sixx.
Dann nahm Sex-Katja den Duschkopf und begann, damit genüsslich zu masturbieren. Da störte es sich weder, dass ab und zu jemand ins Bad schneite oder dass alle zuschauen konnten. Gar nicht davon zu reden, dass jemand danach den Duschkopf zum duschen benutzen möchte. Aber das scheint bei Leuten wie Katja Krasavice keine Rolle mehr zu spielen. Wenn sie fingern will, dann fingert sie. Wenn sie ihre Show will, dann kriegt sie sie.

Muss man sich darüber empören? Ist das lustig? Es macht auf jeden Fall einen berechnenden Eindruck. Das ist es, was an dieser Sache wirklich bäh ist.

RTelenovela

Mittelstraße – Die Soap

Montag, den 13. August 2018
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Ein ganz normaler Nachmittag in der Oranienburger Mittelstraße. Ab und zu fährt mal ein Auto durch. Der Mann von gegenüber schaut mal wieder kurz aus dem Fenster.

Von irgendwoher dringen plötzlich Flötentöne auf die Straße. Jemand übt mal wieder, nicht das erste Mal. Zwischendurch ist ein Stück von ABBA dabei, wir versuchen, zu raten, um welche Songs es sich handelt. Nicht alle erkennen wir.
Dann aber werden die Flötentöne von hartem Rock gestört. Aus einem anderen Fenster kommt laute Metalmusik. Eine Reaktion auf die Flötentöne?
Beide machen unverdrossen weiter. Zwischenzeitlich wirkt es, als ob sich die Flötenmusik dem Metal anpasst, als ob der- oder diejenige versucht, mitzuspielen. Und wir fragen uns, wer zuerst aufgibt.
Der Mann vom Fenster gegenüber ruft: “Muss das sein?” und verschwindet wieder.
Am Ende beenden beide Parteien relativ gleichzeitig ihre Sessions.

Einige Minuten später. Aus einem der Fenster dringt ein Stöhnen. Eine Frau hat Spaß, vermutlich mit einem Mann. Ihr Stöhnen wird immer lauter, heftiger. Es scheint bald so weit zu sein. Sie muss ordentlich gestoßen werden, ab abgehackt klingt ihr Stöhnen zwischenzeitlich. Immer wieder gibt es Pausen, sie lacht auch mal. Dann geht es weiter.
Der Mann von gegenüber steht wieder kurz am Fenster, aber offenbar bekommt er vom Treiben nichts mit. Das Treiben wird noch mal heftiger – und hört plötzlich auf.
Es wird wieder still in der Mittelstraße. Ab und zu fährt ein Auto durch.

ORA aktuell

15-Jähriger befriedigt sich im Oranienburger Kaufland

Freitag, den 13. Oktober 2017
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Vorfall in der Oranienburger Kaufland-Filiale. Ein 15-Jähriger hat sich im Supermarkt selbst befriedigt. Er ejakulierte dabei auf die Waren im Regal – in dem Fall Babynahrung. Er habe dann versucht, die Produkte mit der Hand sauber zu machen, wie die Polizei berichtet.

Er wurde dabei erwischt, die Aufregung bei Mitarbeitern und Kunden sei groß gewesen. Die Polizei nahm Ermittlungen wegen Exhibitionismus auf.

RTZapper

Tatort: Hardcore

Donnerstag, den 12. Oktober 2017
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SO 08.10.2017 | 20.15 Uhr | Das Erste

Die Heuchler von der “Bild” fanden den “Tatort” vom Sonntag wieder mal sehr empörend. Weil er im Pornofilm-Business spielte, und weil die Kommissare ständig von Gangbang und Bukkake sprachen und Leute beim wichsen zu sehen waren, ohne dass man den Vorgang an sich explizit sah. Alles ganz schlimm.
Dabei berichtet doch die “Bild” auch ständig über Sex. Neulich erst, über Sexpärchen, die es an kuriosen Orten trieben. Oder wenn es mal Brüste zu zeigen gibt, dann ist man bei der “Bild” ja auch alles andere als verschämt.
Also bitte mal ganz still sein.

Im “Tatort: Hardcore” am Sonntagabend im Ersten ging es um eine ermordete Hobby-Pornodarstellerin. Die Münchner Kommissare Batic und Leitmayr nahmen ihre Ermittlungen auf und bekamen einen Einblick in die Pornofilm-Branche.
Das kam nicht überall gut an. Denn in diesem Film schmissen die Leute nicht nur um sich mit pornösen Begriffen um sich. Ohne zu viel zu zeigen, gab es doch eindeutige sexuelle Momente. Es gibt um Sexpraktiken, um die Art, wie Pornos gedreht werden.
Das ist speziell. Aber das ist auch das Leben. Und vor allem sollten wir uns nichts vormachen: Deutschland liegt in Sachen Pornokonsum recht weit vorn, und wenn es heißt, man müsse doch die Kinder schützen: Die lachen doch über uns.

Regisseur Philipp Koch sagte, für die Authentizität brauchte es den Mut, kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Einige finden die Praktiken eklig, andere nicht oder weniger, aber es werde nicht offen darüber gesprochen, oder nicht wertfrei. Das solle der Ansatz für den “Tatort” sein. Da, wo nicht über Sex, Lust und die schwierige Grenze zur Perversion gesprochen werde, entstehe Missbrauch.
Damit hat er ziemlich recht.
“Hardcore” war nun wirklich nicht der beste “Tatort” aller Zeiten. Er war manchmal wunderlich, irgendwie eklig. Aber er zeigte auch eine den meisten sonst verschlossene Welt. Und die Frage ist: Warum muss die verschlossen sein? Man muss das ja nicht mögen, aber mal drüber sprechen sollte möglich sein. Und nicht so heuchlerisch rumlabern wie die “Bild”-Leute.

RT im Kino

Dream Boat

Dienstag, den 18. Juli 2017
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Eine Kreuzfahrt entlang des Mittelmeers. Auf dem Schiff sind aber nur Männer. 3000 Kerle, die feiern wollen. Die andere Männer kennenlernen möchten. Die von der großen Liebe träumen. Von Sex. Und von der Freiheit, mal so zu sein, wie sie es gern sein möchten. Denn sie sind ja unter sich.

Die Doku “Dream Boat” von Tristan Ferland Milewski begleitet dieses besondere Kreuzfahrt. „So ein Kreuzfahrtschiff ist ja ein Mikrokosmos. Knapp 3000 Männer aus unterschiedlichen Nationen waren dabei“, sagt der Filmemacher. Schon zwei Jahre zuvor begannen dafür die Recherchen.
Einige der Mitreisenden kommen in diesem Film zu Wort, der Zuschauer kann sie begleiten. Wir erfahren, wo sie herkommen, was sie antreibt, wie sie die Reise erleben.
Viele kommen aus Verhältnissen, in denen sie nicht offen schwul leben können. Wo sie isoliert sind. Umso mehr leben sie sich auf dem Schiff aus, wollen was erleben, wollen Spaß.
Wir sehen, dass das gelingen kann. Aber auch schwer sein kann. Denn die Welt auf dem Schiff hat viel mit Show zu tun. Mit Verkleidungen. Mit Körpern, für dessen Schönheit man viel tun muss. Und wo Schönheit aber auch viel zählt. Einige der Mitreisenden müssen feststellen, dass sie auf dem vollen Schiff dennoch sehr einsam sind. Das sind berührende Momente, und das ist fast schon traurig, weil da ganze Fassaden einfallen.
„So eine Reise ist der Ort, wo viele das ausleben können, was ihnen sonst nicht möglich ist“, erzählt Tristan Ferland Milewski. „Klar, es ist eine kleine treibende schwule Insel, ein kleines Dorf mit allen Vor- und Nachteilen.“ Körperkultur spiele eine Rolle, Männlichkeit, Jugendideale. „Es gibt da Leute, die Spaß haben wollen, also Sex. Aber auch die, die Liebe suchen.“

Spannend. Denn die Doku lässt Einblicke in eine Welt zu, die den meisten Leuten vermutlich verschlossen sind. Und bei der sicherlich nicht wenige (auch schwule) Leute sagen werden, dass sie so etwas auch nicht zwingend erleben müssen.
Die Auswahl der Leute, die von ihrer Reise berichten, die wir als Zuschauer näher begleiten, ist gelungen. Da sind die Partypeople, die Traurigen und die, die regelrecht aufblühen.
Ansonsten sorgen tolle Kameraeinstellungen und die Bilder von den wilden Partys für gute Momente. Witzig sind die Szenen, wenn aus den Schiffsfahrstühlen lauter seltsam verkleidete Menschen kommen – fast schon Slapstick.
Die Musik kommt von “My Name ist Claude”, und sie hat in der Doku eine ganz tragende Rolle. Manchmal wirkt sie ein wenig zu sehr wie ein Musikteppich, und auffallend ist, dass es im Grunde genommen keine Originaltöne vom Partyschiff gibt. Alle Tanzszenen sind mit Musik bestückt, man hört leider nicht, wie sich das im Original anhört, wie laut es auf so einem Schiff zugeht. Das ist dann wohl der Punkt, den man sich dann doch nur versuchen kann, vorzustellen.

Dream Boat
D 2016, Regie: Tristan Ferland Milewski
Real Fiction, 95 Minuten, ab 16
7/10