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Till Kraemer: Pornojahre – Sex, Ruhm und die geilste Zeit meines Lebens. Geschichten aus dem Leben eines Pornostars

Montag, den 21. November 2016
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Über dieses Buch etwas zu schreiben, ist schwierig. Schwierig deshalb, weil die Versuchung extrem groß ist, sich über den Autor lustig zu machen. Weil er in seinem Buch über seine Pornokarriere und sein Leben lauter Dinge schreibt, die ihn alles andere als sympathisch erscheinen lassen. Dabei ist Till Kraemer gar nicht so unsympathisch. Wenn man sich diverse jugendfreie Interviews mit ihm auf Youtube ansieht, dann kommt er ganz locker-lustig-nett rüber. Kann er nur leider in seinem Buch nicht umsetzen, und man muss sich fragen, ob da nicht mal ein Lektor hätte ab und zu nachhaken oder sanft umsteuern hätte können.

Till Kraemer erzählt über seine Pornojahre. Er hat gern Sex und teilt das auch hin und wieder in seinem Buch mit. Und weil er so gern Sex hat, ging er ins Pornobusiness. In aller Kürze ausgedrückt.
Der Verlag verspricht auf dem Buchcover 33 Geschichten aus dem ganz normalen Wahnsinn Porno.
Im Grunde stimmt das nicht, das Buch hat schlicht 33 Kapitel, und in einigen erzählt Till Kraemer auch persönliche Dinge, es sind jedenfalls keine 33 Pornogeschichten.
Da fragt man sich allerdings manchmal… nun ja. Zumindest macht die Story den Eindruck, als hätte er nichts Vernünftiges gelernt, und eine weitere Schauspielkarriere ist ihm auch nicht vergönnt. Zudem wirkt er zunächst vollkommen beziehungsunfähig, und ein Macho ist er an vielen Stellen auch noch.
Es gibt schlicht viele Stellen in diesem Buch, da wird einem ziemlich unwohl. Nicht, weil man zu prüde ist, um einige Porno-Dreh-Beschreibungen huijuijui zu finden, wann Kraemer auch außerhalb der Drehs Sex hatte und sich irgendwelche Damen über sein Gemächt hermachten, sondern weil der Autor einen extrem labilen Eindruck macht. Mehrmals schreibt er davon, dass er sich umbringen wolle. Scheinbar einfach so, denn seine Beweggründe äußert er nicht – beziehungsweise, die, die er äußert, sind lächerlich.

Ansonsten kommt das Buch leider recht billig daher. Jedes Kapitel ziert ein Foto des Autos. Mal lächelnd, mal lächeln und mal lächelnd, mal auch leicht erotisch guckend – ein bisschen langweilig, selbst fürs Cover reichte es nur für ein ungünstig ausgeschnittenes Schwarz-weiß-Foto. Die Gestaltung wirkt wie in den 80ern
Till Kraemer gibt immerhin tatsächlich einige interessante Einblicke ins Business, aber das Persönliche – das möchjhte man eigentlich nicht so genau wissen.

Till Kraemer: Pornojahre – Sex, Ruhm und die geilste Zeit meines Lebens. Geschichten aus dem Leben eines Pornostars
Schwarzkopf & Schwarzkopf, 271 Seiten
4/10

RTelenovela

Damenauflauf in der Kurfürstenstraße

Donnerstag, den 20. Oktober 2016
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Noch so ein Ort in Berlin, den ich nun zum ersten Mal so richtig wahrgenommen habe.
Neulich Abend wollte ich mit dem Auto vom Potsdamer Platz zum Bahnhof Zoo. Mein Weg führte mich durch die Kurfürstenstraße, der verlängerten Budapester Straße.

Wenn über Prostitution geredet wird, dann fällt mir in Berlin die Oranienburger Straße ein. Dort stehen die Damen hier und da, um sich anzubieten. Nahe der TU Berlin, auf der Straße des 17. Juni, war auch so ein Ort. Inzwischen habe ich dort schon lange keine Prostituierten gesehen. Neulich erst, in Hamburg auf der Reeperbahn, quatschten sie mich an.
In Berlin ist aber auch immer wieder von der Kurfürstenstraße die Rede. Davon, wie schlimm das alles dort ist.
Ich hatte das noch nie gesehen – bis jetzt.

Wer von der B1 in die Kurfürstenstraße Richtung Charlottenburg einbiegt, dem wird es sehr schnell auffallen. Auf relativ kurzer Strecke stehen die Nutten fast schon Spalier, so viele sind es. Fast wirkt es, man befinde sich in einer spelunkigen Seitenstraße – und vielleicht ist es die Kurfürstenstraße an dieser Stelle sogar. Die Wege sind mistig, überall liegt Müll herum. Und die Damen sind immer bereit, irgendwo einzusteigen. Neugierig beäugen sie alle Autos.
Zum Glück gibt es dort keine Ampel, dennoch habe ich erst mal das Seitenfenster geschlossen – nicht, dass die Damen noch auf irgendwelche Ideen kommen.

Was in der Kurfürstenstraße jedenfalls abgeht, ist heftiger als in der Oranienburger, sogar heftiger als auf den Straßen in Hamburg-St.Pauli. Unangenehm und schmuddelig.

RTZapper

Die kuriosesten Nacktshows der Welt

Sonntag, den 9. Oktober 2016
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DO 06.10.2016 | 23.15 Uhr | RTL

Für die Leute, die sich über die Nackt-Datingshow “Adam sucht Eva” aufregen, hatte RTL am Donnerstagabend einen besonderen Service: Die Erkenntnis, dass es in anderen Ländern noch für mehr Shows gibt, wo sich die Leute nackig machen. Es liefen Ausschnitte unter dem Motto “Die kuriosesten Nacktshows der Welt”.

In England zum Beispiel. Da gibt es eine Datingshow, in der sich eine Frau einen Mann sucht – entscheidend ist der Anblick. Konkret: vom Penis. Der Penis entscheidet, ob die Frau den Mann anziehend findet. Großer Schwanz? Kleiner? Dicke Eier? Hängende? All das muss gut bedachtet sein, wenn man den Partner des Lebens finden will und eben nur das beste Stück zu sehen bekommt.
Da ist die Nacktpainting-Show ja noch harmlos. Eine Person wird nackt so bemalt, dass sie aus dem Hintergrund nicht mehr herausragt. Da war dann schon wieder faszinierend.
Und in Italien legen sich Mann und Frau nur im Slip bekleidet ins Bett – und reden. Ach ja, und lustige Anfass-Spielchen dürfen da auch nicht fehlen.

Und da regen sich Leute über “Adam und Eva” auf. Lächerlich – zumindest aus Sicht von RTL, wo man den Zuschauern mal gezeigt hat, wo denn wirklich der Hammer hängt.
Vielleicht war das Ganze aber auch nur eine Vorschau, was RTL in den nächsten Monaten und Jahren so vor hat. Dann macht euch schon mal frei. Oben- und untenrum.

RTZapper

Adam sucht Eva – Promis im Paradies

Donnerstag, den 6. Oktober 2016
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DI 04.10.2016 | 22.15 Uhr | RTL

In Staffel 3 von “Adam und Eva” ist bei RTL wohl der Knoten geplatzt. Haben wir uns am Anfang noch gewundert, dass da zwar Leute splitternackt auf eine Sonneninsel geschickt werden, um anzubandeln, aber dann war man ganz verschämt und zeigte untenrum nüscht. Da haben wir uns doch glatt gefragt: Wozu das alles? Wenn, wollen wir doch auch was sehen, oder? Denn seien wir mal ehrlich: Im Grunde ist diese Partnersuche sterbenslangweilig, und wir gucken das nur, weil wir das Untenrum sehen wollen.
(Nein, sagst du? Ach komm!)
Jetzt, in Staffel 3, ist das alles wurscht: Da wippen die Brüste, da baumeln die Schwänze, da wird über Körperbehaarung schwadroniert und nächtliche Ständer präsentiert. Jetzt bekommen wir endlich, was wir wollen.
Damit es noch, ähm, interessanter wird, schickte RTL zudem neben den Normalos noch ein paar Promis auf die einsame Nacktinsel.

Es gibt ja Kritiker, die sagen, das sei ja wieder unterstes Niveau, und RTL mache wieder Fernsehen für Dumme. Und es passiere ja gar nichts.
Aber im Grunde soll ja auch nichts passieren. Hauptsache, wir können alle spannen. Wie ist denn der Peer Kusmagk untenrum gebaut? Und das Teppichluder hat ganz schöne Ballons. Um was Anderes geht’s doch da eh nicht.

Was Besseres als Kandidat Jesse kann RTL ebenfalls nicht passieren. Der Stripper aus Saarbrücken hat nicht nur einen furchtbaren Dialekt, sondern auch ein Frauenbild aus längst vergangenen Zeiten. Er geht arbeiten, sie darf kochen – so sieht’s Jesse. Dass es Leute gar nicht komisch finden, wenn er den Frauen tanzend seinen Lümmel vor die Nase hält, findet er merkwürdig. Jesse hasst Peer dafür, dass Peer es eklig findet, wie er über Frauen spricht. Als es da Gegenwind gab, war Jesse so angepisst, dass er in der Folge am Dienstagabend gleich die ganze Show verlassen hat. Ohne eine Eva zu finden – aber vermutlich gab es die dort für ihn sowieso nicht.

Am Donnerstag kommt auch noch Ronald Schill auf die Insel. Er ist ja schon Erfahrung damit, im Reality-TV seinen Lümmel zu zeigen. Und wir wollten den damals schon nicht sehen.

RTZapper

So kommt Deutschland – Paula, ihr Mann und die Reise zum besten Sex

Freitag, den 2. September 2016
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MI 31.08.2016 | 20.15 Uhr | sixx

Geil. Paula Lambert lässt sich den G-Punkt massieren. Mit ihrem Mann und einem weiteren Paar macht sie ein erotisches Flaschendrehen. Dann verbringt Paula Lambert eine Nacht mit einem Escort. Und ihr Mann lässt sich zeigen, wie man eine Vagina massiert. Und zum Pornodreh geht es auch noch.
Alles über gute Orgasmen, über geilen Sex: “So kommt Deutschland”.
Und das alles um 20.15 Uhr.
Da wundert man(n) sich doch ein bisschen was da los ist, beim Frauensender sixx.

Okay, die Sache mit dem G-Punkt haben wie nicht wirklich gesehen. Das erotische Flaschendrehen bestand dann mehr aus netten Sexbeichten. Mit dem Escortmann hat Paula nur geredet (ja, wirklich, nur geredet!). Und die Sache mit der Vagina, na ja, egal. Vom Pornodreh wurde auch nur erzählt. Einen Orgasmus hatte jedenfalls niemand in dieser neuen Sex-Doukreihe.

Geht es um Sex in der Primetime, dann bleibt der eher theoretischer Art. Aber das muss man Paula Lambert und den Sex, äh, sixx-Leuten lassen: Der Titel knallt: “So kommt Deutschland – Paula, ihr Mann und die Reise zum besten Sex”. Da erwartet man schon einiges. Aber anders als in der ZDF-Reihe “Make Love” gibt es nichts Heißes zu sehen. So richtig erfahren wir es also nicht: “So kommt Deutschland”.
Dass das ganze Sexgerede irgendwie unterhaltsam war – das immerhin kann man Paula Lambert (und ihrem Mann) zugute halten.

aRTikel

Wenn aus einem Chat ein Krimi wird

Dienstag, den 30. August 2016
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Fabian (27) aus Oranienburg ging Internet-Faker auf den Leim – die Verbraucherzentrale warnt davor, Privates zu verschicken

MAZ Oberhavel, 30.8.2016

Oberhavel.
Diese Geschichte fängt harmlos an, wird dann zu einem Rätsel und entwickelt sich zu einem echten Krimi. Stichwort: Internet-Faker. Dabei wollte Fabian (27)* aus Oranienburg eigentlich nur jemanden kennenlernen. Er ist Single und auf der Suche nach einem Freund. Er ist täglich auf der Datingplattform Planetromeo unterwegs. Chats gibt es da immer wieder. „Ab und zu auch mal ein Date, aber nichts Festes“, sagt Fabian.

Diesmal aber war alles anders. Norman spricht ihn eines Tages an. Er ist etwas jünger als er und wohnt auch in Oranienburg. Die beiden kommen ins Gespräch, sie sind sich sympathisch. Nach ein paar Tagen tauschen sie Handynummern aus und wechseln zu WhatsApp.
Fabian erfährt, dass Norman Nachtschichten schiebt, und so schreiben sie immer spätabends, telefonieren auch mal miteinander, tauschen sich Fotos aus. „Ja, auch sehr eindeutige Fotos“, sagt Fabian. Sie wollen sich unbedingt mal treffen, wenn es zeitlich passt. Sie haben auch Kontakt, als Norman im Urlaub ist – mit den Eltern irgendwo im Norden.

Alles scheint wunderbar und auf etwas mehr hinauszulaufen. Dann aber schreibt Norman plötzlich, dass er den Kontakt sofort abbrechen würde. Fabian solle nicht nachfragen, und er würde sich nur aufregen, wenn er den Grund erfahren würde. Von einer Minute auf die andere war Schluss.
„Ich war erst mal vor den Kopf gestoßen, aber was sollte ich machen?“, sagt Fabian. Und so verlief das alles im Sande. „Irgendwann habe ich nicht mehr drüber nachgedacht.“ Der WhatsApp-Kontakt war blockiert.

Erst gute zwei Monate später hat die Geschichte eine völlige Wendung genommen. „Ich habe etwas auf WhatsApp gesucht und bin ältere Chats durchgegangen“, erinnert sich Fabian. Da tauchte plötzlich neben einer Telefonnummer, die keinem Namen zugeordnet war, ein Profilfoto auf. „Der Typ kam mir bekannt vor“, sagt Fabian. Und dann wusste er es: Zu sehen war der junge Mann, mit dem Fabian Monate zuvor gechattet hatte: Norman. Selbe Nummer wie vor zwei Monaten. Nur mit dem Unterschied, dass an dieser Stelle damals noch ein anderes Foto zu sehen war. Das jetzt ist nicht Norman.

„Jetzt ratterte es in mir“, sagt Fabian. Der Typ, der nun im Profilfoto zu sehen ist, ist nicht Norman, sondern Manfred, ein Bekannter eines Freundes von Fabian. Der wohnt auch nicht in Oranienburg, sondern im Norden von Oberhavel. Dieser Manfred wiederum war in Fabians guten Freund unglücklich verliebt. Wer aber war der junge Mann, der vor zwei Monaten auf dem Foto zu sehen war? Manfred jedenfalls nicht. „Ich wusste ja noch, dass er Manfred heißt. Also suchte ich auf Facebook sein Profil, fand es und ging dessen Freundesliste durch.“
Fabian fand das Foto ganz schnell. Das Foto mit dem Mann, von dem Fabian glaubte, mit ihm in Kontakt zu stehen. Er heißt tatsächlich Norman, ist aber kein Nachtwächter und wohnt auch nicht in Oranienburg, sondern im Oberhavel-Süden. „Ich schrieb diesen Norman auf Facebook an“, erzählt Fabian. Tatsächlich antwortete er.

Der echte Norman ist kein Nachtwächter, er ist nicht mal schwul. Und dass sich im Internet jemand als er ausgegeben hat, dass jemand seine Fotos verschickt hat – das ist ihm neu. „Komischerweise fand er das gar nicht so schlimm.“ Fabian jedenfalls schreibt Manfred (alias Norman) auf WhatsApp, dass er aufgeflogen sei. Auch auf Facebook schreibt er ihm. „Ich denke mal, er hat es gelesen, dann aber hat er mich blockiert.“ Für Fabian war das ein harter Brocken.
Denn: Wochenlang chattete er jemandem, der komplett log. Weder war er der Mann, für den er sich ausgab, auch war er nicht auf Nachtschichten, und eigentlich wollte er wohl nur rausfinden, ob mit dem anderen Freund was läuft.

Die Verbraucherzentrale in Potsdam hat auf solche Geschichten eindeutige Ratschläge. „Mit persönlichen Daten und Reizen geizen“, lautet das Motto, so heißt es in einer Pressemitteilung zu diesem Thema. „In vielen Singleplattformen wartet nicht immer der Traummann oder die Traumfrau, sondern oftmals auch Enttäuschung.“ Das Senden von eindeutigen Fotos sollte möglichst vermieden werden. Immerhin könnten diese weitergeteilt werden, um dann anderswo im Netz auftauchen.
Die Befürchtung hat Fabian auch. „Allerdings weiß ich ja nun, wo dieser Manfred wohnt und wo er arbeitet“, sagt er. „Auch wenn er mich blockiert hat, aus der Welt ist er damit nicht.“ Er ist einem Internet-Faker auf den Leim gegangen. Aber immerhin habe er daraus gelernt, sagt er.

*Alle Namen geändert.

RTZapper

Werbung: Hallo Frau Nachbarin

Freitag, den 5. August 2016
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SA 30.07.2016 | 2.38 Uhr (So.) | RTL

Fremdgehen mit RTL. Das kann mit irgend jemandem sein, wie neulich beschrieben – RTL hatte aber auch einen ganz konkreten Vorschlag. Wie wäre es denn mal mit der Nachbarin?

Eigentlich ein etwas merkwürdiger Werbespot, der da in der Nacht zu Sonntag bei RTL lief.
Eine Frau stand vor einem Spiegel und machte sich bereit für ein heißes Date. War das Frau Nachbarin? Oder irgend eine andere Tante, und ging es da um ein Lesben-Date?

Aber mal ernsthaft: Ich möchte bitte, bitte kein Date mit meiner Nachbarin. Und wer scharf drauf ist, warum spricht derjenige nicht seine echte Nachbarin an?
Denn mehr als ein albernes Rollenspiel kann es ja nicht sein, was die Firma unter dem Titel “Hallo Frau Nachbarin“ anbietet.
Sehr spannend, was 2016 in nächtlichen Werbeblöcken zu sehen ist. Und wenn ihr bald mal wieder eurer Nachbarin begegnet, schenkt ihr ein Lächeln!