RT im Kino

King Cobra

Donnerstag, den 19. Januar 2017
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2004. Der 18-jährige Sean (Garrett Clayton) möchte berühmt werden. Er lernt den Pornofilmproduzenten Stephen (Christian Slater) kennen. Stephen ist sehr angetan von Sean. Die erste Probeaufnahme klappt gut, und nach und nach werden die “Cobra Video”-Filme mit Sean expliziter. Aus Sean wird Brent Corrigan, und Brent wird innerhalb kürzester Zeit zum großen Star in der schwulen Pornofilm-Branche. Doch Stephen, der King Cobra, haut Sean übers Ohr, lässt ihn kaum am finanziellen Erfolg teilhaben. Sean will weg – und rückt schließlich damit raus, dass er bei den ersten Filmen noch gar keine 18 war. Ein Fall von Erpressung.
Joe (James Franco) und sein junger Freund Harlow (Keegan Allen) wollen die Gunst der Stunden nutzen, um Sean/Brent zu ihrer überschuldeten Produktionsfirma Viper-Boyz zu locken. Doch die Männer haben einen grausamen Plan.

Die Geschichte von “King Cobra” beruht auf wahren Ereignissen. Tatsächlich soll Sean Paul Lockhart seine ersten Pornofilme mit knapp unter 18 gedreht haben.
Der Film von Justin Kelly ist kein Pornofilm, im Grunde genommen bietet er auch wenig Einblicke in die Pornofilm-Branche. Vielmehr geht es um einen jungen Mann, der aus beengten Verhältnissen raus will, berühmt sein möchte und an einen Windhund gerät. Darüber hinaus geht es um Neid und darum, wie Cobras Konkurrenz an Kohle kommen kann.
Das ist eine Mischung aus Krimi und Drama, die gut funktioniert.
Christian Slater spielt den Pornofilmer, der in Wirklichkeit auf der Suche nach Nähe zu sein scheint. James Franco gibt den Typen, der über seine Verhältnisse lebt und scheinbar alles dafür tut, um seinen Lebensstil aufrecht zu erhalten. Beide spielen toll. Garrett Clayton ist ein und spielt den jungen Schönling, der ziemlich genau weiß, was er will und kann – bis alles zusammenzubrechen scheint.
Dass “King Cobra” nur eine FSK-18-Freigabe hat, erscheint ziemlich albern, denn es gibt keinerlei explizite Szenen, und nur weil es um Pornos geht, rechtfertigt es diese Altersgrenze keineswegs.

King Cobra
USA 2016, Regie: Justin Kelly
Salzgeber, 92 Minuten, ab 18
7/10

RTZapper

Tutti Frutti

Montag, den 2. Januar 2017
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FR 30.12.2016 | 22.05 Uhr | RTL Nitro

Angeblich hat Deutschland auf die Rückkehr von “Tutti Frutti” gewartet.
Ich wage das stark zu bezweifeln.
Am späten Freitagabend feierte die Erotikshow bei RTL Nitro ihr Revival. In einem schummrigen Nachtclub staksten wieder die Missen aus ganz Europa ein, um sich irgendwann im Laufe des Abend ausziehen. Das Cin-cin-Ballett machte zur entsprechenden und bekannten Musik ihre unbeholfenen Bewegungen und lüpfen irgendwann auch ihre Oberteile.

Hugo-Egon Balder hatte darauf wenig überraschend wohl keine Lust, vielleicht hat man ihn aber auch nicht gefragt. Und so war es Jörg Draeger, der auf’s Ganze ging und die damaligen Fruchtfrauen interviewte, um rauszufinden, wie es den der damaligen Kiwi oder der Erdbeere geht. Als ob das jemanden interessieren würde.
Alexander Wipprecht moderierte das eigentliche “Tutti Frutti”-Spiel und faselte immer mal was von Länderpunkten (50.000 Punkte). Wenn der fällig war, zog sich jemand aus. Und angeblich war das total heiß.

Seien wir doch mal ehrlich: Für die Spiele hat sich schon Anfang der 90er keiner interessiert. Die Zuschauer wollten die Strips sehen, und wenig anderes. Da machte man sich schon mal die Hose auf, wenn der Vorspann lief und ließ sich auch nicht von Länderpunkten aus der Ruhe bringen.
Damals war das ein Aufreger. Heute gibt es überall und an jeder Ecke, in echt oder virtuell, Sex und Erotik. Ob da noch irgendein Hahn nach “Tutti Frutti” kräht? Wirklich? Eher nicht, die Quote war eher nicht so aufregend.

RT liest

Till Kraemer: Pornojahre – Sex, Ruhm und die geilste Zeit meines Lebens. Geschichten aus dem Leben eines Pornostars

Montag, den 21. November 2016
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Über dieses Buch etwas zu schreiben, ist schwierig. Schwierig deshalb, weil die Versuchung extrem groß ist, sich über den Autor lustig zu machen. Weil er in seinem Buch über seine Pornokarriere und sein Leben lauter Dinge schreibt, die ihn alles andere als sympathisch erscheinen lassen. Dabei ist Till Kraemer gar nicht so unsympathisch. Wenn man sich diverse jugendfreie Interviews mit ihm auf Youtube ansieht, dann kommt er ganz locker-lustig-nett rüber. Kann er nur leider in seinem Buch nicht umsetzen, und man muss sich fragen, ob da nicht mal ein Lektor hätte ab und zu nachhaken oder sanft umsteuern hätte können.

Till Kraemer erzählt über seine Pornojahre. Er hat gern Sex und teilt das auch hin und wieder in seinem Buch mit. Und weil er so gern Sex hat, ging er ins Pornobusiness. In aller Kürze ausgedrückt.
Der Verlag verspricht auf dem Buchcover 33 Geschichten aus dem ganz normalen Wahnsinn Porno.
Im Grunde stimmt das nicht, das Buch hat schlicht 33 Kapitel, und in einigen erzählt Till Kraemer auch persönliche Dinge, es sind jedenfalls keine 33 Pornogeschichten.
Da fragt man sich allerdings manchmal… nun ja. Zumindest macht die Story den Eindruck, als hätte er nichts Vernünftiges gelernt, und eine weitere Schauspielkarriere ist ihm auch nicht vergönnt. Zudem wirkt er zunächst vollkommen beziehungsunfähig, und ein Macho ist er an vielen Stellen auch noch.
Es gibt schlicht viele Stellen in diesem Buch, da wird einem ziemlich unwohl. Nicht, weil man zu prüde ist, um einige Porno-Dreh-Beschreibungen huijuijui zu finden, wann Kraemer auch außerhalb der Drehs Sex hatte und sich irgendwelche Damen über sein Gemächt hermachten, sondern weil der Autor einen extrem labilen Eindruck macht. Mehrmals schreibt er davon, dass er sich umbringen wolle. Scheinbar einfach so, denn seine Beweggründe äußert er nicht – beziehungsweise, die, die er äußert, sind lächerlich.

Ansonsten kommt das Buch leider recht billig daher. Jedes Kapitel ziert ein Foto des Autos. Mal lächelnd, mal lächeln und mal lächelnd, mal auch leicht erotisch guckend – ein bisschen langweilig, selbst fürs Cover reichte es nur für ein ungünstig ausgeschnittenes Schwarz-weiß-Foto. Die Gestaltung wirkt wie in den 80ern
Till Kraemer gibt immerhin tatsächlich einige interessante Einblicke ins Business, aber das Persönliche – das möchjhte man eigentlich nicht so genau wissen.

Till Kraemer: Pornojahre – Sex, Ruhm und die geilste Zeit meines Lebens. Geschichten aus dem Leben eines Pornostars
Schwarzkopf & Schwarzkopf, 271 Seiten
4/10

RTelenovela

Damenauflauf in der Kurfürstenstraße

Donnerstag, den 20. Oktober 2016
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Noch so ein Ort in Berlin, den ich nun zum ersten Mal so richtig wahrgenommen habe.
Neulich Abend wollte ich mit dem Auto vom Potsdamer Platz zum Bahnhof Zoo. Mein Weg führte mich durch die Kurfürstenstraße, der verlängerten Budapester Straße.

Wenn über Prostitution geredet wird, dann fällt mir in Berlin die Oranienburger Straße ein. Dort stehen die Damen hier und da, um sich anzubieten. Nahe der TU Berlin, auf der Straße des 17. Juni, war auch so ein Ort. Inzwischen habe ich dort schon lange keine Prostituierten gesehen. Neulich erst, in Hamburg auf der Reeperbahn, quatschten sie mich an.
In Berlin ist aber auch immer wieder von der Kurfürstenstraße die Rede. Davon, wie schlimm das alles dort ist.
Ich hatte das noch nie gesehen – bis jetzt.

Wer von der B1 in die Kurfürstenstraße Richtung Charlottenburg einbiegt, dem wird es sehr schnell auffallen. Auf relativ kurzer Strecke stehen die Nutten fast schon Spalier, so viele sind es. Fast wirkt es, man befinde sich in einer spelunkigen Seitenstraße – und vielleicht ist es die Kurfürstenstraße an dieser Stelle sogar. Die Wege sind mistig, überall liegt Müll herum. Und die Damen sind immer bereit, irgendwo einzusteigen. Neugierig beäugen sie alle Autos.
Zum Glück gibt es dort keine Ampel, dennoch habe ich erst mal das Seitenfenster geschlossen – nicht, dass die Damen noch auf irgendwelche Ideen kommen.

Was in der Kurfürstenstraße jedenfalls abgeht, ist heftiger als in der Oranienburger, sogar heftiger als auf den Straßen in Hamburg-St.Pauli. Unangenehm und schmuddelig.

RTZapper

Die kuriosesten Nacktshows der Welt

Sonntag, den 9. Oktober 2016
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DO 06.10.2016 | 23.15 Uhr | RTL

Für die Leute, die sich über die Nackt-Datingshow “Adam sucht Eva” aufregen, hatte RTL am Donnerstagabend einen besonderen Service: Die Erkenntnis, dass es in anderen Ländern noch für mehr Shows gibt, wo sich die Leute nackig machen. Es liefen Ausschnitte unter dem Motto “Die kuriosesten Nacktshows der Welt”.

In England zum Beispiel. Da gibt es eine Datingshow, in der sich eine Frau einen Mann sucht – entscheidend ist der Anblick. Konkret: vom Penis. Der Penis entscheidet, ob die Frau den Mann anziehend findet. Großer Schwanz? Kleiner? Dicke Eier? Hängende? All das muss gut bedachtet sein, wenn man den Partner des Lebens finden will und eben nur das beste Stück zu sehen bekommt.
Da ist die Nacktpainting-Show ja noch harmlos. Eine Person wird nackt so bemalt, dass sie aus dem Hintergrund nicht mehr herausragt. Da war dann schon wieder faszinierend.
Und in Italien legen sich Mann und Frau nur im Slip bekleidet ins Bett – und reden. Ach ja, und lustige Anfass-Spielchen dürfen da auch nicht fehlen.

Und da regen sich Leute über “Adam und Eva” auf. Lächerlich – zumindest aus Sicht von RTL, wo man den Zuschauern mal gezeigt hat, wo denn wirklich der Hammer hängt.
Vielleicht war das Ganze aber auch nur eine Vorschau, was RTL in den nächsten Monaten und Jahren so vor hat. Dann macht euch schon mal frei. Oben- und untenrum.

RTZapper

Adam sucht Eva – Promis im Paradies

Donnerstag, den 6. Oktober 2016
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DI 04.10.2016 | 22.15 Uhr | RTL

In Staffel 3 von “Adam und Eva” ist bei RTL wohl der Knoten geplatzt. Haben wir uns am Anfang noch gewundert, dass da zwar Leute splitternackt auf eine Sonneninsel geschickt werden, um anzubandeln, aber dann war man ganz verschämt und zeigte untenrum nüscht. Da haben wir uns doch glatt gefragt: Wozu das alles? Wenn, wollen wir doch auch was sehen, oder? Denn seien wir mal ehrlich: Im Grunde ist diese Partnersuche sterbenslangweilig, und wir gucken das nur, weil wir das Untenrum sehen wollen.
(Nein, sagst du? Ach komm!)
Jetzt, in Staffel 3, ist das alles wurscht: Da wippen die Brüste, da baumeln die Schwänze, da wird über Körperbehaarung schwadroniert und nächtliche Ständer präsentiert. Jetzt bekommen wir endlich, was wir wollen.
Damit es noch, ähm, interessanter wird, schickte RTL zudem neben den Normalos noch ein paar Promis auf die einsame Nacktinsel.

Es gibt ja Kritiker, die sagen, das sei ja wieder unterstes Niveau, und RTL mache wieder Fernsehen für Dumme. Und es passiere ja gar nichts.
Aber im Grunde soll ja auch nichts passieren. Hauptsache, wir können alle spannen. Wie ist denn der Peer Kusmagk untenrum gebaut? Und das Teppichluder hat ganz schöne Ballons. Um was Anderes geht’s doch da eh nicht.

Was Besseres als Kandidat Jesse kann RTL ebenfalls nicht passieren. Der Stripper aus Saarbrücken hat nicht nur einen furchtbaren Dialekt, sondern auch ein Frauenbild aus längst vergangenen Zeiten. Er geht arbeiten, sie darf kochen – so sieht’s Jesse. Dass es Leute gar nicht komisch finden, wenn er den Frauen tanzend seinen Lümmel vor die Nase hält, findet er merkwürdig. Jesse hasst Peer dafür, dass Peer es eklig findet, wie er über Frauen spricht. Als es da Gegenwind gab, war Jesse so angepisst, dass er in der Folge am Dienstagabend gleich die ganze Show verlassen hat. Ohne eine Eva zu finden – aber vermutlich gab es die dort für ihn sowieso nicht.

Am Donnerstag kommt auch noch Ronald Schill auf die Insel. Er ist ja schon Erfahrung damit, im Reality-TV seinen Lümmel zu zeigen. Und wir wollten den damals schon nicht sehen.

RTZapper

So kommt Deutschland – Paula, ihr Mann und die Reise zum besten Sex

Freitag, den 2. September 2016
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MI 31.08.2016 | 20.15 Uhr | sixx

Geil. Paula Lambert lässt sich den G-Punkt massieren. Mit ihrem Mann und einem weiteren Paar macht sie ein erotisches Flaschendrehen. Dann verbringt Paula Lambert eine Nacht mit einem Escort. Und ihr Mann lässt sich zeigen, wie man eine Vagina massiert. Und zum Pornodreh geht es auch noch.
Alles über gute Orgasmen, über geilen Sex: “So kommt Deutschland”.
Und das alles um 20.15 Uhr.
Da wundert man(n) sich doch ein bisschen was da los ist, beim Frauensender sixx.

Okay, die Sache mit dem G-Punkt haben wie nicht wirklich gesehen. Das erotische Flaschendrehen bestand dann mehr aus netten Sexbeichten. Mit dem Escortmann hat Paula nur geredet (ja, wirklich, nur geredet!). Und die Sache mit der Vagina, na ja, egal. Vom Pornodreh wurde auch nur erzählt. Einen Orgasmus hatte jedenfalls niemand in dieser neuen Sex-Doukreihe.

Geht es um Sex in der Primetime, dann bleibt der eher theoretischer Art. Aber das muss man Paula Lambert und den Sex, äh, sixx-Leuten lassen: Der Titel knallt: “So kommt Deutschland – Paula, ihr Mann und die Reise zum besten Sex”. Da erwartet man schon einiges. Aber anders als in der ZDF-Reihe “Make Love” gibt es nichts Heißes zu sehen. So richtig erfahren wir es also nicht: “So kommt Deutschland”.
Dass das ganze Sexgerede irgendwie unterhaltsam war – das immerhin kann man Paula Lambert (und ihrem Mann) zugute halten.