RTZapper

jerks.

Mittwoch, den 22. Februar 2017
Tags: ,

DI 21.02.2017 | 23.15 Uhr | ProSieben

Wieder so eine Serie, die von der Medienkritik im Vorfeld hochgejubelt und gefeiert wurde. Am Dienstagabend liefen nun die ersten beiden Folgen der neuen Comedyserie “jerks.” von und mit Christian Ulmen.
Dass sie erst weit nach 23 Uhr zu sehen ist, ist in diesem Fall sogar gerechtfertigt. Denn es geht fast durchweg ums Wichsen, Um Sperma und um vermeintliche Anzüglichkeiten.

In “jerks.” spielen sich alle Schauspieler selbst. Christian Ulmen, Fahri Yardim, Sido, Karsten Speck und viele mehr. In einer Folge geht es darum, dass Ulmen eine Spermaprobe abgeben muss, aber keinen Ort findet, um… nun ja… diese Probe tatsächlich abgeben zu können. Was ihn natürlich immer in peinliche Situationen bringt. In Folge 2 finden Ulmen und Yardim – beste Freunde – heraus, dass ihre Frauen an einem Masturbationskurs teilnehmen.

Im Grunde ist “jerks.” die härtere Version von “Pastewka”. Beide Serien haben große Parallelen. Es geht darum, wie die Promis privat sind – alle spielen sich selbst. Klar, die Storys sind fiktiv (will man doch zumindest hoffen), aber sicherlich sind hier und da wahre Erlebnisse oder Geschichten vom Hörensagen eingeflossen. Ebenfalls in beiden Serien geht es um Situationen, in denen die Hauptdarsteller immer wieder reinschlittern. Um Peinlichkeiten, um Momente, in denen man im Boden versinken will.

Und doch: “Pastewka” ist sympathischer, der Humor feinsinniger. Dreht sich eine Geschichte ausschließlich ums Wichsen, um Sperma oder was auch immer, dann wirkt auch das wieder bemüht. Aber vielleicht sind die restlichen “jerks.”-Folgen ja noch vielseitiger. Der ganz große Comedy-Kracher ist die Serie nicht. Man kann sie schauen, sie ist nicht schlecht – aber für viele Lacher sorgt sie kaum.
Ansonsten warte ich eben auf Staffel 8 von “Pastewka”, die ja 2018 endlich kommen soll!

RT im Kino

Fifty Shades of Grey: Gefährliche Liebe

Dienstag, den 14. Februar 2017
Tags:

(1) -> 18.2.2015

Das Sado-Maso-Abenteuer geht weiter. Nachdem die “Fifty Shades of Grey”-Romane so erfolgreich waren und Teil 1 im kino ganz gut lief, kommt nun die Fortsetzung.
Das vorweg genommene Fazit: Hm.

Anastasia (Dakota Johnson) lebt nach der Trennung von Christian (Jamie Dornan) weiter ihr Leben. Als sich die beiden aber auf einer Ausstellung wiedertreffen, ist es um beide wieder geschehen. Er bitte sie, zurückzukommen. Er will mit ihr Leben. Und sie will auch, auch wenn sie mehrfach beteuert, dass sie ihm nicht alles bieten könne, was er wolle. Seine sadistische Neigung könne er bei ihr nicht ausleben. Er willigt ein. Aber ihre Liebe ist in Gefahr.

Oder so. Denn eines muss ganz klar festgestellt werden: Der 2. Teil von “Fifty Shades of Grey” ist nicht mehr als eine edel ins Bild gesetzte Soap. Die Handlung ist dermaßen simpel, dass es eigentlich kaum zu glauben ist.
Da finden sich zwei und sagen sich ganz oft, was sie empfinden. Immer wieder. Es folgen brave Sexszenen, ab und zu möchte Anastasia mal ein bisschen härter ran genommen werden – aber selbst das fällt soft aus. Die SM-Szenen sind nicht wirklich welche, selbst die bieten nichts, was Aufreger hervorrufen könnte.
Stellenweise kommen “böse” Figuren ins Spiel, die aber schnell ausgeschaltet werden. Da gibt es Szenen, die an US-Dailysoaps aus den 80ern erinnern, wenn die böse Intriganten enttarnt und mittels Ohrfeige aus der Familie ausgeschlossen werden.
War Teil 1 irgendwie noch spannend und interessant, weil es um die außergewöhnliche Beziehung zwischen Anastasia und Christian geht, hat Teil 2 schlicht nichts Neues zu erzählen. Schon der Untertitel “Gefährliche Liebe” ist eine völlige Übertreibung.
Keine Frage: Alles ist irgendwie edel, die Musik ist top, die Schauspieler sind Augenweiden. Die Geschichte aber bietet null echten Inhalt.
Warum das in Buchform von E.L. James irgendwie erfolgreich ist, bleibt völlig schleierhaft. In Groschenromanen hat man das schon zigmal so oder ähnlich gelesen.

Fifty Shades of Grey: Gefährliche Liebe
USA 2016, Regie: James Foley
Universal, 117 Minuten, ab 16
3/10

RT im Kino

King Cobra

Donnerstag, den 19. Januar 2017
Tags:

2004. Der 18-jährige Sean (Garrett Clayton) möchte berühmt werden. Er lernt den Pornofilmproduzenten Stephen (Christian Slater) kennen. Stephen ist sehr angetan von Sean. Die erste Probeaufnahme klappt gut, und nach und nach werden die “Cobra Video”-Filme mit Sean expliziter. Aus Sean wird Brent Corrigan, und Brent wird innerhalb kürzester Zeit zum großen Star in der schwulen Pornofilm-Branche. Doch Stephen, der King Cobra, haut Sean übers Ohr, lässt ihn kaum am finanziellen Erfolg teilhaben. Sean will weg – und rückt schließlich damit raus, dass er bei den ersten Filmen noch gar keine 18 war. Ein Fall von Erpressung.
Joe (James Franco) und sein junger Freund Harlow (Keegan Allen) wollen die Gunst der Stunden nutzen, um Sean/Brent zu ihrer überschuldeten Produktionsfirma Viper-Boyz zu locken. Doch die Männer haben einen grausamen Plan.

Die Geschichte von “King Cobra” beruht auf wahren Ereignissen. Tatsächlich soll Sean Paul Lockhart seine ersten Pornofilme mit knapp unter 18 gedreht haben.
Der Film von Justin Kelly ist kein Pornofilm, im Grunde genommen bietet er auch wenig Einblicke in die Pornofilm-Branche. Vielmehr geht es um einen jungen Mann, der aus beengten Verhältnissen raus will, berühmt sein möchte und an einen Windhund gerät. Darüber hinaus geht es um Neid und darum, wie Cobras Konkurrenz an Kohle kommen kann.
Das ist eine Mischung aus Krimi und Drama, die gut funktioniert.
Christian Slater spielt den Pornofilmer, der in Wirklichkeit auf der Suche nach Nähe zu sein scheint. James Franco gibt den Typen, der über seine Verhältnisse lebt und scheinbar alles dafür tut, um seinen Lebensstil aufrecht zu erhalten. Beide spielen toll. Garrett Clayton ist ein und spielt den jungen Schönling, der ziemlich genau weiß, was er will und kann – bis alles zusammenzubrechen scheint.
Dass “King Cobra” nur eine FSK-18-Freigabe hat, erscheint ziemlich albern, denn es gibt keinerlei explizite Szenen, und nur weil es um Pornos geht, rechtfertigt es diese Altersgrenze keineswegs.

King Cobra
USA 2016, Regie: Justin Kelly
Salzgeber, 92 Minuten, ab 18
7/10

RTZapper

Tutti Frutti

Montag, den 2. Januar 2017
Tags: ,

FR 30.12.2016 | 22.05 Uhr | RTL Nitro

Angeblich hat Deutschland auf die Rückkehr von “Tutti Frutti” gewartet.
Ich wage das stark zu bezweifeln.
Am späten Freitagabend feierte die Erotikshow bei RTL Nitro ihr Revival. In einem schummrigen Nachtclub staksten wieder die Missen aus ganz Europa ein, um sich irgendwann im Laufe des Abend ausziehen. Das Cin-cin-Ballett machte zur entsprechenden und bekannten Musik ihre unbeholfenen Bewegungen und lüpfen irgendwann auch ihre Oberteile.

Hugo-Egon Balder hatte darauf wenig überraschend wohl keine Lust, vielleicht hat man ihn aber auch nicht gefragt. Und so war es Jörg Draeger, der auf’s Ganze ging und die damaligen Fruchtfrauen interviewte, um rauszufinden, wie es den der damaligen Kiwi oder der Erdbeere geht. Als ob das jemanden interessieren würde.
Alexander Wipprecht moderierte das eigentliche “Tutti Frutti”-Spiel und faselte immer mal was von Länderpunkten (50.000 Punkte). Wenn der fällig war, zog sich jemand aus. Und angeblich war das total heiß.

Seien wir doch mal ehrlich: Für die Spiele hat sich schon Anfang der 90er keiner interessiert. Die Zuschauer wollten die Strips sehen, und wenig anderes. Da machte man sich schon mal die Hose auf, wenn der Vorspann lief und ließ sich auch nicht von Länderpunkten aus der Ruhe bringen.
Damals war das ein Aufreger. Heute gibt es überall und an jeder Ecke, in echt oder virtuell, Sex und Erotik. Ob da noch irgendein Hahn nach “Tutti Frutti” kräht? Wirklich? Eher nicht, die Quote war eher nicht so aufregend.

RT liest

Till Kraemer: Pornojahre – Sex, Ruhm und die geilste Zeit meines Lebens. Geschichten aus dem Leben eines Pornostars

Montag, den 21. November 2016
Tags:

Über dieses Buch etwas zu schreiben, ist schwierig. Schwierig deshalb, weil die Versuchung extrem groß ist, sich über den Autor lustig zu machen. Weil er in seinem Buch über seine Pornokarriere und sein Leben lauter Dinge schreibt, die ihn alles andere als sympathisch erscheinen lassen. Dabei ist Till Kraemer gar nicht so unsympathisch. Wenn man sich diverse jugendfreie Interviews mit ihm auf Youtube ansieht, dann kommt er ganz locker-lustig-nett rüber. Kann er nur leider in seinem Buch nicht umsetzen, und man muss sich fragen, ob da nicht mal ein Lektor hätte ab und zu nachhaken oder sanft umsteuern hätte können.

Till Kraemer erzählt über seine Pornojahre. Er hat gern Sex und teilt das auch hin und wieder in seinem Buch mit. Und weil er so gern Sex hat, ging er ins Pornobusiness. In aller Kürze ausgedrückt.
Der Verlag verspricht auf dem Buchcover 33 Geschichten aus dem ganz normalen Wahnsinn Porno.
Im Grunde stimmt das nicht, das Buch hat schlicht 33 Kapitel, und in einigen erzählt Till Kraemer auch persönliche Dinge, es sind jedenfalls keine 33 Pornogeschichten.
Da fragt man sich allerdings manchmal… nun ja. Zumindest macht die Story den Eindruck, als hätte er nichts Vernünftiges gelernt, und eine weitere Schauspielkarriere ist ihm auch nicht vergönnt. Zudem wirkt er zunächst vollkommen beziehungsunfähig, und ein Macho ist er an vielen Stellen auch noch.
Es gibt schlicht viele Stellen in diesem Buch, da wird einem ziemlich unwohl. Nicht, weil man zu prüde ist, um einige Porno-Dreh-Beschreibungen huijuijui zu finden, wann Kraemer auch außerhalb der Drehs Sex hatte und sich irgendwelche Damen über sein Gemächt hermachten, sondern weil der Autor einen extrem labilen Eindruck macht. Mehrmals schreibt er davon, dass er sich umbringen wolle. Scheinbar einfach so, denn seine Beweggründe äußert er nicht – beziehungsweise, die, die er äußert, sind lächerlich.

Ansonsten kommt das Buch leider recht billig daher. Jedes Kapitel ziert ein Foto des Autos. Mal lächelnd, mal lächeln und mal lächelnd, mal auch leicht erotisch guckend – ein bisschen langweilig, selbst fürs Cover reichte es nur für ein ungünstig ausgeschnittenes Schwarz-weiß-Foto. Die Gestaltung wirkt wie in den 80ern
Till Kraemer gibt immerhin tatsächlich einige interessante Einblicke ins Business, aber das Persönliche – das möchjhte man eigentlich nicht so genau wissen.

Till Kraemer: Pornojahre – Sex, Ruhm und die geilste Zeit meines Lebens. Geschichten aus dem Leben eines Pornostars
Schwarzkopf & Schwarzkopf, 271 Seiten
4/10

RTelenovela

Damenauflauf in der Kurfürstenstraße

Donnerstag, den 20. Oktober 2016
Tags: ,

Noch so ein Ort in Berlin, den ich nun zum ersten Mal so richtig wahrgenommen habe.
Neulich Abend wollte ich mit dem Auto vom Potsdamer Platz zum Bahnhof Zoo. Mein Weg führte mich durch die Kurfürstenstraße, der verlängerten Budapester Straße.

Wenn über Prostitution geredet wird, dann fällt mir in Berlin die Oranienburger Straße ein. Dort stehen die Damen hier und da, um sich anzubieten. Nahe der TU Berlin, auf der Straße des 17. Juni, war auch so ein Ort. Inzwischen habe ich dort schon lange keine Prostituierten gesehen. Neulich erst, in Hamburg auf der Reeperbahn, quatschten sie mich an.
In Berlin ist aber auch immer wieder von der Kurfürstenstraße die Rede. Davon, wie schlimm das alles dort ist.
Ich hatte das noch nie gesehen – bis jetzt.

Wer von der B1 in die Kurfürstenstraße Richtung Charlottenburg einbiegt, dem wird es sehr schnell auffallen. Auf relativ kurzer Strecke stehen die Nutten fast schon Spalier, so viele sind es. Fast wirkt es, man befinde sich in einer spelunkigen Seitenstraße – und vielleicht ist es die Kurfürstenstraße an dieser Stelle sogar. Die Wege sind mistig, überall liegt Müll herum. Und die Damen sind immer bereit, irgendwo einzusteigen. Neugierig beäugen sie alle Autos.
Zum Glück gibt es dort keine Ampel, dennoch habe ich erst mal das Seitenfenster geschlossen – nicht, dass die Damen noch auf irgendwelche Ideen kommen.

Was in der Kurfürstenstraße jedenfalls abgeht, ist heftiger als in der Oranienburger, sogar heftiger als auf den Straßen in Hamburg-St.Pauli. Unangenehm und schmuddelig.

RTZapper

Die kuriosesten Nacktshows der Welt

Sonntag, den 9. Oktober 2016
Tags: ,

DO 06.10.2016 | 23.15 Uhr | RTL

Für die Leute, die sich über die Nackt-Datingshow “Adam sucht Eva” aufregen, hatte RTL am Donnerstagabend einen besonderen Service: Die Erkenntnis, dass es in anderen Ländern noch für mehr Shows gibt, wo sich die Leute nackig machen. Es liefen Ausschnitte unter dem Motto “Die kuriosesten Nacktshows der Welt”.

In England zum Beispiel. Da gibt es eine Datingshow, in der sich eine Frau einen Mann sucht – entscheidend ist der Anblick. Konkret: vom Penis. Der Penis entscheidet, ob die Frau den Mann anziehend findet. Großer Schwanz? Kleiner? Dicke Eier? Hängende? All das muss gut bedachtet sein, wenn man den Partner des Lebens finden will und eben nur das beste Stück zu sehen bekommt.
Da ist die Nacktpainting-Show ja noch harmlos. Eine Person wird nackt so bemalt, dass sie aus dem Hintergrund nicht mehr herausragt. Da war dann schon wieder faszinierend.
Und in Italien legen sich Mann und Frau nur im Slip bekleidet ins Bett – und reden. Ach ja, und lustige Anfass-Spielchen dürfen da auch nicht fehlen.

Und da regen sich Leute über “Adam und Eva” auf. Lächerlich – zumindest aus Sicht von RTL, wo man den Zuschauern mal gezeigt hat, wo denn wirklich der Hammer hängt.
Vielleicht war das Ganze aber auch nur eine Vorschau, was RTL in den nächsten Monaten und Jahren so vor hat. Dann macht euch schon mal frei. Oben- und untenrum.