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Make Love – Liebe kann man lernen: Wie lieben Teenager?

Donnerstag, den 14. Juli 2016
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DI 12.07.2016 | 22.45 Uhr | ZDF

Stell dir das mal vor: Du bist in der 9. Klasse, und dann kommt das Fernsehen in den Unterrichtsraum, und alle sprechen über Sex. Über das erste Mal. Über Sexstellungen. Übers Wichsen. Und über die richtige Methode, den steifen Schwanz in der Hand zu halten. Darüber, wo man am liebsten angefasst werden will. Ach ja, und über das Schwulsein und überhaupt, wie denn so eine Vagina aussieht.
Und das alles, ohne peinlich berührt zu kichern, rot zu werden und im Erdboden zu versinken.
Undenkbar? Nein! Das ZDF hatte totales Glück und hat offenbar die abgebrühteste 9. Klasse der Welt gefunden.

In der Reihe “Make Love – Liebe kann man lernen” ging es am Dienstagabend im ZDF darum, wie Teenies lieben.
Sextherapeutin Dr. Sommer Ann-Marlene Henning hat sich in ihre liebsten 90er-Jahre-Klamotten geworfen, setzte sich in die Schulklasse, um mal richtig nett über Sex zu plaudern.
Keiner hat gelacht, kein Hihi, nichts. Die Neuntklässler waren abgebrüht wie nüscht. Reden wir über ihre Sexerfahrungen und wie denn das ist mit den Frauen und den Männern. Ein junger Mann, vermutlich 15 Jahre alt, erzählte, als ob es das Normalste der Welt wäre, wie man (Frau) denn ihn am besten wichst, ohne dass er zu schnell kommt.
Da werden Mami und Papi, die Familie und alle Freunde sicherlich besonders aufmerksam zugeschaut haben. Aber vielleicht ist das zu Hause ja eh ein Abendbrotthema.

Ein junger Mann wollte ein Extra-Interview mit der Sextante, um ihr, den ZDF-Zuschauern und damit allen zu erzählen,d ass er schwul sei. Outing im ZDF. Inklusive nachfolgendem Outing vor der Klasse und herzlichem Applaus.

An wen richtet sich das alles eigentlich? Die jungen Leute selbst schauen am Dienstag um 22.45 Uhr wohl eher nicht ZDF. Und die alten Säcke? Macht die das geil, wenn die Jugend berichtet, wie sie es treibt?
Und wie lange haben eigentlich die Dreharbeiten gedauert? Hat echt niemand gekreischt? Fiel wirklich niemand peinlich berührt in Ohnmacht? Haben das alle wirklich so verdammt locker genommen?
Wenn ich mir vorstelle, dass wir in den Neunten so geredet hätten… ähm… nein, ich kann mir das beim besten Willen nicht vorstellen.

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Nur Porno im Kopf

Freitag, den 20. Mai 2016
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MI 18.05.2016 | 22.15 Uhr | zdf.kultur

Wenn das mal kein denkwürdiges Interview ist: Der britische Journalist Martin Daubney führt im Auto fahrend ein Gespräch mit einem jungen Mann über seine Sex- und Pornosucht. Plötzlich stoppt der Mann den Wagen, er sagt, er müsse mal aufs Klo. Der Interviewer bleibt im Auto und wartet. Als der junge Mann wieder ins Auto kommt, gibt er zu: Er musste sich auf dem Klo schnell mal einen runterholen. Und jetzt fühle er sich schlecht, weil es ja nur die Sucht sei. Nur darüber zu reden, habe ihm schon gereicht. Der Druck war da. In Spitzenzeiten macht er das 26-mal am Tag. Ja. sechsundzwanzigmal.

“Nur Porno im Kopf” hieß eine Doku, die am Mittwochabend bei zdf.kultur lief. Und bei dieser Szene wusste man als Zuschauer gar nicht, ob man lachen oder weinen soll. Der erstaunliche Seelenstriptease war am Ende dann aber doch traurig, denn auch wenn Sex etwas Tolles ist – für den jungen Mann ist der Sex, den er so so so oft hat, die Hölle.
Sich aber in so einer Sendung so dermaßen zu entblättern – das ist dann schon pikant. Während des Interviews rauszurennen, um zu… Ein Fake?

Der Hintergrund der Doku war aber so oder so interessant. Denn das Internet macht es möglich, dass sich alle Menschen so viele und so oft Pornos reinziehen können, wie sie wollen.
Früher, als es das Netz noch nicht gab, war das anders: Da musste die “Bravo” mit der Dr. Sommer-Seite herhalten oder irgendwelche Katalogseiten oder Heftchen, die man irgendwoher hatte. Mit 18 schlicht man sich in eine Videothek.
Heute können sich schon 12-Jährige alles im Netz ansehen – also, in jedem Alter. Und die meisten machen das sicherlich auch.
Aber ist das schädlich? Sicherlich führt es dazu, dass viele junge Leute eventuell ein falsches Bild vom Sex und seinen Umständen bekommen.
Es heißt, es sei zu einfach, auf solche Seiten zu gelangen – selbst auf Gewaltpornos. Aber andererseits: Man muss sie auch finden wollen. Man muss sie auch sehen wollen.
Einfach nur Seiten zu sperren, nützt da wohl wenig. Drüber sprechen, vielleicht schon mehr.

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Wunderwerk Penis – Neues vom männlichen Zentralorgan

Sonntag, den 24. April 2016
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DO 21.04.2016 | 20.15 Uhr | 3sat

Gnihihi! Sie haben “PENIS” gesagt! Und sie haben sogar Penisse gezeigt. Und wenn die Aussicht herrscht, Penisse zu sehen, dann schalten die Deutschen auch mal einen Kultursender ein.
Normalerweise ist eine Tages-Top-Quote von 300.000 Zuschauern für 3sat normal. Als am Donnerstagabend zur Primetime aber die Doku über das “Wunderwerk Penis – Neues vom männlichen Zentralorgan” zu sehen war, da schwoll die Quote auch gleich an – auf fast 1,2 Millionen Zuschauer.

Ja, ja, war natürlich eine Wissensdoku, aber die Zuschauer bekamen natürlich auch was fürs Auge. So gibt es doch tatsächlich Menschen, die sich immer und immer wieder nackt fotografieren und das in einen Fotoblog ins Internet stellen. Und wer bisher noch nicht wusste wie das denn so funktioniert mit dem Penis, der bekam es auch gezeigt – in dem Fall aber “nur” per Zeichnungen.

Wenn also 3sat auch in Zukunft höhere Einschaltquoten erzielen will, dann müssen künftig mehr Sexdokus im Programm zu sehen sein. Was zdf info mit seinen Nazidokus kann, sollte doch bei 3sat auch funktionieren.

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Boomerama Late Night: Paula Lambert

Samstag, den 5. März 2016
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DO 03.03.2016 | 0.20 Uhr (Fr.) | Tele 5

Als Paula Lambert ein Sex-Kartenspiel vorgelegt bekommen hat, da sah sie kurz aus, als wolle sie ganz schnell nach Hause. Es war nur ein ganz kurzer Augenblick in ihrem Gesicht.
Schon wieder Sex. Immer nur Sex. Alles dreht sich um Sex.
Nun gut, Paula Lambert ist Sex-Expertin, und als solche wird sie immer wieder gern in diverse Talkshows eingeladen. Am Donnerstag war sie erst bei “Kuttner plus Zwei” bei zdf_neo zu Gast, und nur eine halbe Stunde später tauchte sie in der “Boomerama Late Night” auf Tele 5 auf.

Aber ein bisschen kann ich es dann doch verstehen, dass es nervt, wenn man nur noch auf das eine reduziert wird. Moderator Aurel Mertz wollte mit ihr auch nur über Sperma reden, und es schien, als sei Paula Lambert froh gewesen, dass es zu Ende war.
Andererseits: Vermutlich würde sich ansonsten überhaupt niemand für sie interessieren, also muss sie da wohl durch.

Am Donnerstag startete übrigens Staffel 2 von “Boomerama Late Night” auf Tele 5. Aurel Mertz darf sich noch mal als Late-Night-Talker probieren. Bis zum Late-Night-Star ist es aber ein weiter, weiter Weg. Noch sitzen die Pointen nicht, noch sind die Gags oft lau, noch wirkt er seltsam schüchtern, wenn er mit seinen Gästen redet.
Es ist noch viel Luft nach oben, noch viel zu tun für Mertz, aber es ist schön, dass ihm Tele 5 diese Zeit gibt.

RTelenovela

Frag Google (13): Jens Riewa und die Fummeltanten

Mittwoch, den 24. Februar 2016
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(12) -> 22.9.2015

Und wieder haben sich zehn Suchanfragen gefunden, mit denen User auf meine Seite gelangt sind – und die weitere Fragen aufwarfen oder besonders seltsam waren.

1. “jens Riva ossi?”
Oh mein Gott! Echt?
PS: Riewa!

2. “Fick mich bitte neuruppin”
Die Frage ist, ob hier Neuruppin gebeten wird, jemanden bestimmtes zu ficken. Oder ob es in Neuruppin einen Klub namens “Fick mich bitte” gibt.

3. “war joko wirklich live bei prosieben newstime?”
Ja! War er wirklich!

4. “ein kleiner kaffee bitte”
Sorry, Kaffee ist aus.

5. “Mama ich hab hunger aber erst kommen die nazis”
Einer der fiesen Propagandasätze, auf den so viele Leute reinfallen. Er suggeriert, dass bei manchen Leuten angeblich Kinder hungern, wäre es Geflüchteten “so gut” wäre. Das Fiese ist vor allem der Zusammenhang, der ja nicht wirklich gegeben ist.

6. “poltergeist 4 wird gedreht”
Um Gottes Willen! Aber vielleicht ist auch das schreckliche Remake von 2015 gemeint.

7. “abzock blitzer drammetal”
Der hier?

8. “wann befummeln sie sich bei babestation 24″
Tja, das sind Fragen, die die Herrenwelt bewegen, wenn der Druck am Abend steigt. Aber irgendwann nach Mitternacht geht die Fummelei los…

9. “herkunftsland Schwedenbecher”
Schweden?
Äh, nein. DDR!

10. “osterkalender wann anfangen”
Sehr gute Frage! Mir sind Osterkalender viel zu kompliziert!

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Deutschland sucht den Superstar: Babestation24

Montag, den 8. Februar 2016
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SA 06.02.2016 | 20.15 Uhr | RTL

Schon lange hatte ein Pornosender keine so gut platzierte Werbung im Primetimeprogramm eines großes Privatsenders, und man kann nur hoffen, dass die auch gut bezahlt worden ist.

Kitty ist ein Sexluder. Oder irgend so was in der Art. Sie ist Oben-ohne-Moderatorin, eine “Branche”, von der ich bis Sonnabend noch nie gehört habe. Kitty moderiert bei Babestation24, einem Sexsender, bei dem rattige Herren anrufen, um sich von den Tittenmäusen ansäuseln zu lassen.
Nicht gerade der Topjob in der Fernsehbranche. Da scheint es klar zu sein, dass man auch mal beim RTL auftreten will. Egal wie.

Kitty nahm am “DSDS”-Casting teil. Sie war überzeugt davon, singen zu können und der kommende Superstar zu sein.
Nun gut. Singen kann sie nicht, das Geplärre war unterirdisch und kaum zu ertragen. Aber immerhin durfte sie über ihren Job und über ihren Sender berichten, und mehr als 4 Millionen Zuschauer haben womöglich das erste Mal von Babestation24 gehört.
Und wenn da ein paar mehr willige Willis anrufen – dann hat sich für Kitty die Peinlichkeit bei RTL doch schon gelohnt.

RT liest

Ralf König: Pornstory

Mittwoch, den 30. Dezember 2015
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Dies ist die Lebensgeschichte von…
Also, Lebensgeschichte… Das ist dann vielleicht doch übertrieben. Vielleicht eher: Sexgeschichte.
Sexgeschichte könnte es treffen. So irgendwie.
Dies ist also die Sexgeschichte von Eberhard. Schon als Kind hat er heimlich alte Super-8-Filme seines Vaters gesehen. Schmutzige Filmchen. Sex eben.
Das ist zu VHS-Zeiten nicht anders. Da aber schenkt er seinem Kumpel Fritte eine besondere Reise. In Frankfurt soll ein Porno gedreht werden, und die beiden würden mitspielen. Nebst Dutzenden anderen.
Jahre später fliegt das auf. Der Porno von damals ist inzwischen auf DVD gebrannt, und Eberhards Frau ist nicht so ganz amüsiert…

Ralf König hat mit “Pornstory” eine Geschichte zum Schmunzeln in einen Comic gebracht. Dabei ist die Story selbst gar nicht so pornös und explizit, wie manche das von König erwarten. Nein, es geht um Pornos. Ums Porno-gucken, Porno machen und den Umgang damit. Um gekränkte Eitelkeiten, ja, auch um die Geilheit. Wir lernen: Pornos gehören zum Leben, auch wenn einige das vielleicht anders sehen.
Eine kleine, aber feine Pornstory.

Ralf König: Pornstory
Rowohlt, 160 Seiten
7/10