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Rammstein: Radio

Sonntag, den 28. April 2019
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DO 25.04.2019 | 20.55 Uhr | radioeins

Wieder mal ein echtes Event – und dazu noch eines, das Sinn macht. Am Donnerstagabend hatte der neueste Song von Rammstein Premiere. Und das wissen wir ja inzwischen: Wenn Rammstein was raushaut, dann muss es knallen. So auch diesmal.

Der neue Song heißt “Radio”, und er erinnert an eine Zeit, als man sich abends noch zum Radiohören zurückgezogen hat, weil da eine bestimmte Sendung auf einem bestimmten Sender lief.
Deshalb lief die Premiere des Songs auch im Radio – beim rbb auf radioeins.
Dazu gab es aber noch eine besondere Aktion: An einer Hauswand in Berlin-Mitte wurde das Musikvideo gebeamt – allerdings ohne den Ton. Wer live vor Ort war, bekam diesen Ton nämlich aus dem Radio – womit sich der Kreis schloss.

Und so standen am Donnerstagabend gut 1000 Leute in Mitte und sahen sich den Videoclips an – und der Ton dazu kam aus vielen mitgebrachten Radios.
Eine schöne und wirklich durchdachte Aktion, die noch mal die Qualitäten des Radios und die Liebe zum Radio hervorhebt.

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Aus für “radioZWEI – Wosch denkt, Gotti lenkt”

Sonntag, den 7. April 2019
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FR 05.04.2019 | radioeins

Das Ende kommt plötzlich. Am Freitagnachmittag fiel bei radioeins die nachmittägliche Comedyshow “radioZWEI” aus. Wohl für immer.
Wie radioeins erst kurz vor dem eigentlichen Sendetermin bekannt gab, ist Martin “Gotti” Gottschild ausgestiegen. Man wolle nun für Tommy Wosch einen neuen Co-Moderator suchen und die Sendung mit modifiziertem Konzept wieder an den Start bringen. Für Gotti wolle man schauen, was man in Zukunft mit ihm machen könne. Auch hieß es, dass radioeins das Aus bedauere. Gottschild habe “aus wohlüberlegten Gründen” seine Mitarbeit an “radioZWEI” beendet.

Schon in der Vorwoche gab es nur ein altes Best of von 2017. Die letzte reguläre Sendung lief am 22. März – und da knallte es ordentlich.
Zwischen Wosch und einem Anrufer entbrannte die Frage, ob wir den Wandel der Sprache mitmachen müssen. Der Anrufer sagte, dass es doch kein Problem sein könne, weiter “Negerkuss” zu sagen. Wosch trat dem entschieden entgegen, sagte sinngemäß, dass sich die Menschen weiterentwickeln und sich damit auch die Sprache entwickele. “Negerkuss” gehe heute gar nicht mehr, und wer das nicht einsehen wolle, weil es irgendwie zu anstrengend sei oder wenn die Person nicht verstehe, was am “Neger” falsch sei, sei durchaus ein Rassist.
Gotti hielt dagegen, was aber vielleicht auch mit einem gewissen Harmoniebedürfnis zu tun hatte. Für Wosch war das unverständlich, und es begann ein durchaus ernster Streit. Wosch war sauer, Gotti mindestens irritiert.

Nun kann man darüber streiten, wie sinnvoll es ist, den Kollegen on Air dermaßen abzuwatschen. Aber inhaltlich hatte Tommy Wosch definitiv recht. Deshalb war diese eigentlich oft so lustige Sendung in diesem Moment sehr spannend. Wosch bezog Haltung und rückte davon auch nicht ab.
Wosch hat Recht. Es bricht sich keiner ein Zacken aus der Krone, heute nicht mehr “Negerkuss”, sondern “Schokokuss” zu sagen. Oder was auch immer. Und wenn es eventuell einen vernünftigen neuen Namen für das “Zigeunerschnitzel” gibt, warum soll man ihn nicht verwenden? Es ist ignorant, nur deshalb auf alte und nicht mehr statthafte Begriffe zu bestehen, weil man zu faul ist, sich umzugewöhnen.

Ob dieser Zoff nun zum Aus geführt hat, ist offiziell nicht bekannt, denn weder Wosch noch Gottschild haben sich dazu geäußert. So oder so ist es extrem schade um diese kurzweilig-außergewöhnliche Radiosendung.

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Abendschau: Volker Wieprecht

Mittwoch, den 6. Februar 2019
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SA 02.02.2019 | 19.30 Uhr | rbb

Schaut man sich bei Wikipedia die Vita von Volker Wieprecht an, dann hatte er mit seinen 55 Jahren niemals eine eigene Fernsehsendung.
Dafpr ist er der ganz große Hörfunkmann in Berlin und Brandenburg. Mich begleitet Volker Wieprecht schon seit den Zeiten beim Jugendradio Fritz, damals noch von ORB und SFB. Wir wechselten später zu radioeins, dort ist er immer noch an den Vormittagen zu hören.
Volker Wieprecht ist Radio.

Seit Sonnabend ist er aber auch ein Fernsehmann. Im rbb in Berlin moderierte er erstmals die Abendschau, das tägliche Nachrichtenmagazin.
Nun wünscht man ja jedem Menschen, dass er sich beruflich irgendwie noch weiterentwickelt. Aber der Wechsel zur Abendschau ist dann doch irgendwie gewöhnungsbedürftig.
Wieprecht ist im besten Sinne ein Plauderer. Aber Plaudern ist in der Abendschau schwierig. Nicht nur wegen des engen Formates, sondern auch, weil er seine Moderationen vom Teleprompter ablesen muss. Zumindest am Sonnabend klang das alles noch sehr verkrampft.

Vermutlich will aber der rbb irgendwie vom Wiepecht-Kult profitieren. Sollen sie ihm doch lieber eine eigene Show geben – irgendeine Mischung aus Journalismus, Kultur und Musik -, wo er einfach er selbst sein kann. Vielleicht kann er die seltsame “Abendshow” aufs richtige Gleis stellen. Oder eine Art Late Night. Irgendwas, aber nicht wirklich ein Nachrichtenmagazin.

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radioeins mit Volker Wieprecht: Claas Relotius ruft (nicht) an

Mittwoch, den 9. Januar 2019
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MO 07.01.2019 | 10.40 Uhr | radioeins

Ein Fälscher spielt einen Fälscher – und fliegt damit auf.
Der Fall Claas Relotius sorgte vor Weihnachten 2018 für großen Wirbel. Der Journalist hat diverse Artikel für den “Spiegel” gefälscht. Durch falsche Zitate, durch erfundene Leute oder ganz erfundene Storys.

Mit den Medien hat er darüber verständlicherweise bislang nicht gesprochen – und hat es wohl auch nicht vor. Um so verwunderlicher war es, als ein gewisser Claas Relotius sich an radioeins vom rbb wendete, um ein Interview im Radio zu geben. Man ließ sich darauf ein – in der Ahnung, es nicht mit dem richtigen Fälscher zu tun zu haben.

Am Montagvormittag berichtete Moderator Volker Wieprecht auf radioeins von seinem Telefonat mit “Claas Relotius”. Man holte sich ein Kamerateam des NDR-Medienmagazins “Zapp” dazu.
Im Telefonat bestätigte der Mann, dass er Claas Relotius sei, und dass es in der Branche öfter vorkomme, dass Beiträge gefälscht seien.
Dann aber schaltete Volker Wieprecht eine Kollegin des “Spiegel” dazu, die den echten Relotius kannte. Da legte der Mann auf. Und der Schwindel war bewiesen.

Journalisten decken auf. Und sie lassen sich nicht jede Lüge gefallen, die man ihnen auftischen will. Insofern hat radioeins am Montag eine wichtige und gute Arbeit geleistet.

Hits: 131

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Wham!: Last Christmas

Montag, den 17. Dezember 2018
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SA 15.12.2018 | 21.47 Uhr | 105’5 Spreeradio

Wenn es um Hass-Weihnachtslieder geht, dann steht bei vielen Leuten vermutlich ein Song ganz oben auf der Liste: “Last Christmas” von Wham!
Wenn das Lied gespielt wird, dann heulen nicht alle, aber zumindest viele Leute auf. Schon im Herbst werden Witze darüber gemacht, wann denn der Song seine Jahrespremiere erleben wird.

Die Angst vor “Last Christmas” ist fast so dramatisch wie vor einer fiesen Klassenarbeit oder dem Besuch beim Zahnarzt. Will man nicht, wünscht man sich nicht.

Um so erstaunlicher ist es, dass die Radiobosse das ganz anders sehen, und “Last Christmas” trotzdem bis zum Abwinken spielen. Am Sonnabendabend zum Beispiel beim Berliner 105’5 Spreeradio. Vielleicht haben die zu viele Zuhörer und möchten damit die Quote nach unten drücken?

Bei radioeins kündigen sie die Sendezeiten von “Last Christmas” schon Tage vorher an, damit man weiß, wann es so weit ist. Also, eigentlich ist es nur eine Sendezeit: Heiligabend um 14.05 Uhr.

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Die Stunde, die es nicht gibt

Dienstag, den 30. Oktober 2018
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SA 27.10.2018 | 2.00 Uhr (So.) | radioeins

Eine Sendung, die um 2 Uhr beginnt und um 2 Uhr endet. Und die dennoch 60 Minuten dauert. Das geht nur einmal im Jahr, und böse Leute möchten, dass das bald gar nicht mehr geht.
In der Nacht zum Sonntag gab es auf radioeins “Die Stunde, die es nicht gibt”. Sie lief vor der Zeitumstellung auf die Normalzeit.

Es war ein schöner Rückblick auf eine längst vergangene Zeit. Und damit ist nicht nur die Zeit gemeint, als im niedersächsischen Privatradio noch drei Stunden Comedy zu hören war – und nicht bloße Musikstrecken mit Minimoderationen. Auf FFN gab es einst das Frühstyxradio, das später auch vom damaligen ORB/SFB-Jugendsender Fritz übernommen worden ist. Was auch der Grund ist, warum in Berlin-Brandenburg Figuren wie Frieda und Anneliese oder “Der kleine Tierfreund” bekannter als in anderen Regionen ist.

Auf radioeins erinnerten Oliver Kalkofe, Oliver Welke und Dietmar Wischmeyer an diese große Zeit. Es gab ein Wiederhören mit Herrn Radiohoven, den Bad-Oeynhausen-Cops, Onkel Hotte und den vielen anderen Frühstyxradio-Figuren.
Die drei Herren erinnerten nicht nur an vergangene Radiozeiten. Sondern auch daran, dass zum Beispiel die beiden alten Frauen in der “Frieda und Anneliese”-Reihe schon damals, Anfang der 90er, Omas waren, die es da kaum noch gab. Die Herren merkten an, dass das Rollenbild der Oma inzwischen längst ein ganz anderes ist.

Es war ein heitere, aber auch sehr nostalgische Radiostunde – und dann war alles vorbei, es war wieder 2 Uhr, und diese Sendung hat es nie gegeben.

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1929 – Das Jahr Babylon

Mittwoch, den 26. September 2018
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SO 23.09.2018 | 23.05 Uhr | radioeins

Es ist ein harter Winter in Berlin. In einer Wohnung wird eine Frau tot aufgefunden. Später ist klar: Es war Mord. Es heißt, sie sei auf den Strich gegangen, aber die Schwester bestreitet das.
Wir schreiben das Jahr 1929. Das Jahr Babylon. Als die Demokratie noch mal aufblüte – drei Jahre vor der Machtergreifung Hitlers.

Bevor am 30. September die Serie “Babylon Berlin” endlich ihre Free-TV-Premiere feiert, sendete radioeins am späten Sonntagabend die sechsteilige Doku-Hörspielreihe “1929 – Das Jahr Babylon”.
In jeder Folge ging es um einen Kriminalfall aus diesem Jahr – immer vor dem Hintergrund, zu erzählen, wie es damals in Berlin zuging.

Wer bis 2 Uhr durchgehalten hat, erlebte aufregende drei Stunden. Selten ist es so gut gelungen, einen spannenden Mix aus Krimi und Geschichtsdoku abzuliefern. Experten erzählten über damals, wie es zum Beispiel rund um den Ostbahnhof aussah – und wir hören die dortigen Geräusche.
Dazu kommen Sprecherinnen und Sprecher wie Fritzi Haberlandt, die Protagonisten aus den Kriminalfällen sprechen. Gutes, atmosphärisch dichtes Radio.

Wer das Ganze verpasst hat, kann sich den sechsteiligen Podcast von der radioeins-Internetseite oder aus der ARD-Audiothek runterladen. Lohnt sich!

Hits: 44