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Die radioeins Radio Show

Donnerstag, den 14. Juni 2018
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DI 12.06.2018 | 19.05 Uhr | radioeins.de

Ein wirklich lieb gemeinter Hinweis für Leute, die sich ins Publikum von Unterhaltungsshows begeben. Setzte dich niemals in die erste Reihe, wenn du schon vorher weißt, dass du die Show nicht mögen wirst. Wenn du die ganze Zeit miesepetrig und dösig dreinschauend da sitzt, dann sieht das einfach nicht gut aus.

Am Dienstagabend lief auf radioeins vom rbb wieder “Die radioeins Radio Show”, live aus dem Heimathafen in Berlin-Neukölln. Aber nicht nur im Radio, sondern per Livestream auf radioeins.de auch auf dem Bildschirm in bewegten Bildern.
Und da saßen sie, in der ersten Reihe, zwei Stunden lang. Ein etwas älterer Mann und daneben eine Frau. Egal, was vorn passierte – Live-Musik, ein Interview oder ein Bühnenhörspiel – am Ende saßen sie immer vollkommen unbeteiligt da und glotzen ins Nichts. Gern wird so was ja von Fernsehmachern kaschiert, in dem das Bild einfach rangezoomt oder geschwenkt wird. Für in der ersten reihe Sitzende wird es da aber schwierig.
Aber so hatte “Die radioeins Radio Show” dann auch noch eine unfreiwillig humoristische Note.

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Raritäten des Grauens: Regina Z. und die Knallerbsen – Frieden am Zaun

Samstag, den 5. Mai 2018
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FR 04.05.2018 | 10.35 Uhr | radioeins

Normalerweise schaltet das Ohr bei miesen Songs ja auf Durchzug. Oder die Hand wandert zur Sendertaste des Autoradios, um schnell umzuschalten. Nicht so bei radioeins. Da gibt es immer am Freitagvormittag die “Raritäten des Grauens”.

Diesmal ist die Geschichte von Regina Zindler aufgerollt worden. Die saß im Herbst 1999 bei “Richterin Barbara Salesch” auf Sat.1. Wegen eines Knallerbsenstrauchs des Nachbarn, der den Maschendrahtzaun kaputt machte. Oder so.
Kurz danach wurde Stefan Raab in “TV total” auf sie aufmerksam – und fand das alles so toll, dass er einen Song aus den Satzfetzen aufnahm, die Regina Zindler so zu sagen hatte. “Maschen-Droaht-Zaun” ist zum Megahit geworden. Und Regina Zindler wurde zum unfreiwilligen Star. Hunderte Schaulustige belagerten ihr Grundstück und das des Nachbarn, der wiederum einen Exclusivvertrag mit Sat.1 hatte. Um da irgendwie wieder raus zu kommen, nahm Zindler später einen zweiten Song auf, um Frieden zu machen.
Brachte nur leider nichts. Die Massen blieben, und Regina Zindler zog mit Ehemann nach Berlin.

Sie war wohl eines der ersten Opfer eines neuen Typs von Fernsehshows. “TV total” war 1999 noch neu am Markt. Stefan Raab war genial, aber er bedachte nicht, was mit Regina Zindler passieren würde, wenn er sie auf diese Weise noch weiter in die Öffentlichkeit drängt. Auch wenn die Zindler eventuell ein bisschen Kohle machen konnte – die wurde ihres Lebens nicht mehr froh.

So spielte radioeins mit “Frieden am Zaun” am Freitag zwar gewollt furchtbare Musik, aber erzählte auch ein Stück Mediengeschichte der Jahrtausendwende.

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radioeins-Nachrichten: Der Echo wird abgeschafft

Freitag, den 27. April 2018
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MI 25.04.2018 | 15.00 Uhr | radioeins

Oh mein Gott, sie haben den Echo getötet! Ihr Schweine!

Ja, der Echo ist tot. Die Meldung platzte am Mittwochnachmittag ins radioeins-Programm. Anstatt sich mit Antisemitismus auseinanderzusetzen, mit Personalien und damit, wie gewisse Dinge, die geschehen sind, so geschehen konnten, wischen die Verantwortlichen einfach den gesamten Echo in die Jauchegrube.

Die Deutschrapper Kollegah und Farid Bang haben am 12. April den Echo für ein Album bekommen, auf dem es antisemitische Texte gibt. VOX übertrug das Ganze, und darüber ist auch alles gesagt.
In den Tagen danach gaben diverse Musiker ihre Preise zurück, die Diskussion ebbte nicht ab.
Am Mittwoch dann die Meldung: Der Echo wird abgeschafft. Damit wird dieses ganze Drama immer befremdlicher.

Einerseits ist der Musikpreis in der Tat extrem beschädigt. Wer will das Ding denn in Zukunft noch haben? Welchen Stellenwert soll der Echo noch haben, wenn Rassisten ihn ohne Weiteres auch bekommen können und zum Dank später noch einen Extrauftritt absolvieren dürfen.
Andererseits: Tritt man damit nicht auch die gesamte Geschichte des Preises in den Müll? Immerhin gibt es ja Künstler, die diesen Preis durchaus verdient haben. Aber der Echo scheint nun gar nichts mehr wert zu sein, der Preis ist zum Sondermüll verkommen – und das auch durch die Entscheidung, ihn einfach einzustampfen.

Ganz klar, die Auseinandersetzung mit möglichen Konsequenzen aus dem Echo 2018 wäre hart gewesen. Man hätte am Konzept arbeiten müssen. An den Regeln. Vor allem personellen Konsequezen hätten folgen müssen. Aber vor allem eine interne und öffentliche Diskussion darüber, was wir eigentlich wollen. Was wir dulden oder nicht dulden. Ob der Echo tatsächlich ausschließlich nach Verkäfen vergeben wird. Wenn ja, hätte man das so hinnehmen müssen und vielleicht auch können. Wie groß dann aber die Bühne für gewisse Leute hätte sein sollen, hätte auf einem anderen Blatt gestanden.
Sich aber einfach wegzuducken, ist ebenso armselig wie die Veranstaltung am 12. April.

Einen Musikpreis wird es weiter geben. Wie der aussieht, nach welchen Kriterien er vergeben wird, ist offen. Den Echo gibt es also weiter, nur mit neuem Namen. Auch eine Möglichkeit, Erinnerungen an 2018 einfach nur wegzuwischen? Hoffentlich nicht.

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Laing: Nieselregen

Donnerstag, den 29. März 2018
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MI 28.03.2018 | 13.13 Uhr | radioeins

“Morgens immer müde” heißt der erfolgreichste Song der Band Laing. Damit schafften es die drei Frauen bis auf Platz 9 der Singlecharts. “Electric Ladysound” ist es, was sie machen. Also, sagen sie zumindest selbst.
Ist vielleicht ein Klischee, und wenn es das ist, dann wollen sie es offenbar jetzt durchbrechen.

Auf radioeins läuft momentan der Song “Nieselregen” immer wieder im Programm. Am Mittwochmittag zum Beispiel. Und immer denkt man: Wer ist dieser Typ, er da singt? Deshalb scheint die jeweiligen Moderatoren sich auch immer bemüßigt zu fühlen, Aufklärungsarbeit zu betreiben. Es handelt sich um Laing – aber wo ist der Ladysound hin? Die Stimme der Sängerin muss wohl verfremdet worden sein, so wird dann immer orakelt.

Irgendwie ist das natürlich ein interessanter Clou. Auch deshalb, weil es momentan die Debatte darüber gibt, dass Frauen es in den Musikrotationen der Radiosender schwerer haben als Männer. Vielleicht mogelt sich dieser Laing-Song bei einigen Musikredakteuren durch. Hoffentlich bekommen die keinen Schreck, wenn beim nächsten Song plötzlich wieder eine Frau trällert.

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Die Florian Schroeder radioeins Satireshow

Donnerstag, den 22. März 2018
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DI 20.03.2018 | 0.00 Uhr (Mi.) | rbb

Was ist denn beim verschnarchten rbb los? Still und heimlich hat der Sender eine Late Night Show eingeführt. Und während man bei der ProSieben-Show mit Klaas Heufer-Umlauf einen riesigen Aufriss gemacht hat, hielten sich die Berichte über Florian Schroeder und seine Sendung in sehr engen Grenzen. Wenn es überhaupt welche gab.

Nach dem Abgang von Harald Schmidt steht in Deutschland die Frage im Raum, wer mal in dessen Fußstapfen treten kann. Jan Böhmermann ist ein Kandidat, Pierre M. Krause sendet seit Jahren im SWR vor sich hin. Grissemann und Stermann sind toll, senden aber beim ORFeins in Österreich und irgendwann nachts in Deutschland auf 3sat. Klaas ist neuerdings auf Sendung.

Wer aber am sehr späten Dienstagabend den rbb eingeschaltet hat, stieß auf die “radioeins Satireshow”. Oder genauer: “Die Florian Schroeder radioeins Satireshow”, wenn man dem Sendungslogo Glauben schenken darf.
Die Satireshow gibt es schon länger – immer live im Berliner “Tipi am Kanzleramt” und als Stream bei radioeins. Nun erstmals als Fernsehfassung im rbb.
Ein launiger Vorspann mit Gästeankündigung. Ein Stand-up mit bissiger Politkritik. Ein Schreibtisch mit Gästestuhl daneben. Ein Sidekick, der am Tisch am Bühnenrand sitzt. Ein Gast. Ein Musiact. Klingt nach Late Night, und ist auch eine.

Dass diese Sendung im rbb-Nachtprogramm verramscht wird, ist das eigentlich traurige. Denn diese Show hat das Zeug zu mehr – und Florian Schroeder sowieso. Dass er noch keine regelmäßige Show auf einem großen Sender hat, darf mindestens verwundern.
Denn seine Gags sind auf den Punkt, er kann Politik sowohl erklären als auch gnadenlos auseinandernehmen. Seine Stand-ups sind fast immer hörenswert. Und er kann das, wie er in seinen Bühnenshows beweist, bei denen er gern mal zweieinhalb Stunden durchredet.

Am kommenden Dienstag läuft um 23.15 Uhr eine weitere Folge, und hoffentlich besinnt man sich beim rbb – oder besser noch in der großen ARD -, Florian Schroeder mehr einzubinden.

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Trailer: radioeins am Wochenende

Samstag, den 17. März 2018
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FR 16.03.2018 | 13.56 Uhr | radioeins

Neuerdings sendet radioeins vom rbb nach Werbeblöcken noch Eigenwerbung. Die fällt manchmal allerdings seltsam grotesk aus. Am Freitagmittag lief ein Spot, der darauf hinweisen sollte, dass… also… dass… Ich weiß es auch nicht so genau.

Im dem Spot wurde uns mitgeteilt, dass radioeins auch am Wochenende sendet. Dass man am Wochenende doch auch Radio hören solle. “radioeins am Wochenende” gebe es am Wochenende. Und zwar am Sonnabend und Sonntag auf radioeins.

Nun ist es in der Tat so, dass radioeins am Wochenende durchaus hörenswert ist. Aber kann man dem Hörer nicht auch inhaltlich zumindest eine Kleinigkeit mitteilen? Muss es wirklich so inhaltsleer sein – oder will man einfach nur lustig sein?
Dabei hätte es einiges zu sagen gegeben: Wer ist Gast im Kinomagazin? Wer kommt zur “Hörbar Rust”? Worüber wird in der “Blauen Stunde” geredet? Hätte mich mal interessiert.

Dass man am Wochenende doch radioeins hören solle, und dass das Wochenende am Wochenende stattfindet – das ist entweder missglückte Satire oder schlicht vertane Zeit.

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Otis Redding: Merry Christmas, Baby

Donnerstag, den 21. Dezember 2017
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MO 18.12.2017 | 18.09 Uhr | radioeins

Montagabend bei radioeins. Sechs Tage vor Heiligabend. Im Vorabendprogramm erklingt eine Weihnachtsmusik. Otis Redding singt “Merry Christmas, Baby!” Und der geübte radioeins-Hörer stutzt: nanu!?

Den ganzen Advent lang liefen beim rbb-Radiosender kurze Trailer, die dem Hörer sagten, dass Weihnachtsmusik erst Weihnachten laufen – und nicht früher. Das kann man natürlich machen. Allerdings ist es viel cooler, es einfach machen – da muss man die Hörer nicht jede Stunde darauf hinweisen, dass man doch ach so cool ist.
Dabei ist das eine alberne Maxime. Was spricht gegen gute Weihnachtssongs? Es muss ja nicht so schmalzig sein, es gibt auch coole, zu radioeins passende, weihnachtliche Stücke. Wie auch der, der am Montag zu hören war.
Aber wahrscheinlich gehört der 18. Dezember schon zu Weihnachten, da nimmt man es bei radioeins nicht so genau.