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Fußball: Bundesliga – Samstags-Konferenz

Sonntag, den 17. Mai 2020
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SA 16.05.2020 | 15.15 Uhr | Sky Sport News

Stell dir vor, Borussia Dortmund schießt in der Bundesliga ein Tor, und keiner jubelt. Und wenn du dir das nicht vorstellen kannst, dann schalte doch einfach die Bundesliga-Konferenz auf Sky ein.
Am Sonnabend rollte nach zwei Monaten wieder der Ball. Die Coronakrise hat auch den Fußball wochenlang in Deutschland ausgebremst. Dass es jetzt wieder los geht, dass die Saison nicht einfach abgebrochen wird wie in anderen Sportarten, das stößt keineswegs auf ungeteilte Gegenliebe.

Die Sicherheitsvorkehrungen sind groß. Die Stadien bleiben leer. Die Bundesliga geht nur noch mit Geisterspielen. Bis zu 300 Leute dürfen überhaupt nur rein. Die Spieler kommen alle alleine, nicht im Mannschaftsbus. Sie werden immer wieder auf das Coronavirus getestet. In den Katakomben müssen sie Abstand halten, bedauerlicherweise sogar unter der Dusche. Torjubel ist erlaubt, umarmen und abklatschen nicht.
Da zuckt man als Zuschauer schon zusammen, wenn da plötzlich Zweikämpfe auf dem Platz zu sehen sind, wenn an den Trikots gezerrt wird – Körperkontakt ist nur während des Spiels auf dem Platz erlaubt.
Logisch ist es nicht wirklich.

Weil ja die Zuschauer vor Ort nicht dabei sein dürfen, werden die Fußball-Konferenzen der ersten beiden Spieltage live im Free-TV übertragen. Sie sind auf Sky Sport News zu sehen, der Sender wird vermutlich einen Quotenrekord erleben.

Aber es blieb am Sonnabendnachmittag bei der Sky-Konferenz sehr ruhig. Keine Gesänge, kein Jubel, kein Geschrei, keine Hassgesänge. Nur das Trampeln, das Keuchen, die Rufe der Spieler, man hörte leise die kleinen Diskussionen, die Schiedsrichter-Pfiffe. Eigentlich war man sogar näher dran, selbst wenn alles ein bisschen wie Trainingsspiele wirkte. Aber daran wird man sich als Zuschauer vermutlich gewöhnen.
Wer die Bundesliga-Schlusskonferenz im ARD-Radio, zum Beispiel bei radioeins, gehört hat, wird festgestellt haben, dass die Stadion-Atmosphäre dort seltsamerweise viel weniger gefehlt hat. Ein bisschen Hintergrundrauschen war dort auch zu hören, und man hat die Reporter gut gehört.

Viel spannender ist die Frage, ob die Bundesliga bis Ende Juni wirklich reibungslos verläuft. Mit Dynamo Dresden ist bereits eine Mannschaft der 2. Liga vorübergehend in einer Coronapause. Was ist, wenn es in den Team weitere Fälle gibt und ganze Mannschaften deshalb ausfallen?

Dass die Bundesliga überhaupt weitergeht, ist umstritten. Hobbyfußballer haben schließlich auch Pause. Andererseits ist die Bundesliga auch Teil der deutschen Wirtschaft, die Spieler sind Profis, und es hängen zehntausende Arbeitsplätze dran, und überhaupt sind die 36 Vereine mehr als nur die Profis, es hängt ja viel mehr dran. Und wenn man sich darüber aufregt, dass die Wirtschaft den Bach runter geht, kann man sich eigentlich nicht darüber beschweren, dass beim Profifußball der Verfall verhindert werden soll. Das Argument, dass der Fußball sich von seinen Fans entfernt habe, weil diese Geisterspiele nicht für die Fans, sondern aus wirtschaftlichen Gründen stattfinden, kann man anbringen. Aber es ist auch ein bisschen unfair, denn kann man es diesen Vereinen verübeln, dass sie weiterleben wollen? Und dass das scheinbar nur dadurch geht, dass die Bundesliga weitergeht?

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Das war 2019!

Dienstag, den 31. Dezember 2019
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Das Medienwort des Jahres ist vermutlich 2019 ein Name: Greta. Greta Thunberg ist 16, Schwedin und die wohl bekannteste Umweltaktivistin unserer Zeit. Kommt Greta ins Spiel, dann werden alle nervös. Die Medien, weil sie mit Greta-Artikel wieder Klicks bekommen. Die Fans, weil sie Greta für alles feiern. Die Hasser, weil sie Greta für alles, nun ja, hassen.
2019 ist das Jahr – wie auch 2018 und 2017 und … – der Shitstorms, deren Wellen in immer kürzen Abständen durch das Web rollen. Immer wieder ist irgendwo die Empörung groß, weil irgendwer irgendwas gesagt hat, was irgendwer aus irgendwelchen Gründen ganz schlimm fand.

Schlimm findet die CDU im Jahr 2019 das Internet aber auch. Ein gewisser Rezo ist es, der auf Youtube vor der Europawahl von der “Zerstörung der CDU” spricht. Bis Jahresende hat das Video 16,49 Millionen Klicks, darin zählt Rezo die Versäumnisse der Politik auf, gerade in Sachen Umweltbelange. Man solle doch nicht die CDU wählen, und die SPD eigentlich auch nicht, die AfD ebenfalls nicht.
Das schlägt Wellen, nicht nur bei dem Wahlergebnis. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer spricht danach davon, dass es ja nicht sein könne, dass Youtuber auf diese Weise Wahlen beeinflussen wollen.
Die CDU will mit einem Antwortvideo kontern. Philipp Amthor soll es richten, und das Video wird so geil, dass es danach nicht veröffentlicht wird. PR-Desaster. Genau wie das Monate danach gestartete Youtube-Format “CSYou”.
Aber mit PR-Desaster kennt sich Annegret Kramp-Karrenbauer aus. Ende Februar tritt sie beim SWR im “Stockacher Narrengericht” als Klofrau auf – wie jedes Jahr. Mit Witzen über das dritte Geschlecht – “Das ist für die Männer, die noch nicht wissen, ob sie noch stehen dürfen beim Pinkeln oder schon sitzen müssen.” – sorgt sie für Zoff. Darf sich eine so hohe Politikerin so über Randgruppen lustig machen? Das ist die Frage.

Und worüber dürfen sich eigentlich Komiker noch lustig machen? Über Frauen mit Doppelnamen jedenfalls nicht. Kramp-Karrenbauer. Bernd Stelter bekommt beim “Karneval in Köln” jedenfalls Besuch auf der Bühne. Eine Zuschauerin teilt ihm Auge in Auge mit, dass sie seine Doppelnamen-Gags irgendwie doof findet. Nur eine Woche später stürmt eine Frau die Bühne des “Moma-Cafés” des ZDF-Morgenmagazins. Sie wollte wissen, ob denn hier eigentlich alle einen anlügen, sie sprach von Lügenpresse, Lügenfresse und wollte fragen, ob bei ihr die Mainzelmännchen zu Hause seien. Alles ganz wichtige Fragen, die dringend geklärt werden müssen.

Oh, Moment: Greta hat wieder was gesagt. Sie fordert mehr Panik. Wichtige Sondermeldung. Es folgen Lob und Empörung.

Apropos Empörung: Rammstein hat sich was Dolles geleistet. In einer Vorschau für den Song und das Video zu “Deutschland” werde der Holocaust relativiert. Heißt es. War dann aber nicht so, der Shirtstorm rollte trotzdem durchs Twitterland.
Sat.1 löst seine Shitstorms lieber im Ausland aus: in Thailand. Ach was, ein Krieg steht im Raum! Im Frühstücksfernsehen reißen sie blöde Witzchen über den thailändischen König. Der und angeblich ganz Thailand finden das empörend, und bei Sat.1 schmeißt man sich in den Staub und entschuldigt sich untertänigst. Fast fließen Tränen. Ohje. Wird Sat.1 etwa zur Strafe zum thailändischen Regierungsfernsehen?
ARD und ZDF in Deutschland sind diesem Vorwurf auch 2019 immer wieder ausgesetzt. Dabei zeigen Formate wie “Die Anstalt”, “heute show” und “Extra 3” dass das nun wirklich nicht sein kann. Und auch Magazine wie “Report”, “Kontraste” oder “Frontal 21” decken Skandale auf, die der deutschen Politelite sicherlich nicht gefallen haben.

Achtung, Greta hat wieder was gemacht. Mit einem Schiff reist sie über den Atlantik in die USA. Jubel von den Fans. Kritik von den anderen, und überhaupt, das ist ja aus Gründen gar nicht so umweltfreundlich, wie alle sagen.

Bloß keine Schwäche zeigen. Nicht immer gelingt das. Ein Bundestagsabgeordneter bricht am Rednerpult zusammen, live übertragen von phoenix und dem Parlamentsfernsehen. Vorher machen sich die AfD-Leute noch lustig über ihn, als er beginnt zu stocken. Bei einem Auftritt stolpert Peter Altmeier nach einer Rede und fällt von einer Treppe. Das sieht böse aus. Gleich mehrere Male bekommt Kanzlerin Angela Merkel Zitteranfälle. Es beginnt das große Rätseln über eine mögliche Krankheit. In allen drei Fällen verbreitet sich über das Netz auch eine Welle der Häme. Politiker haben keine Schwäche zu zeigen, immerhin bekommen die doch so viel Kohle und tun dafür nichts, so wird, nun ja, debattiert.
Vor einem Millionenpublikum kollabiert “Tagesschau”-Sprecher Jan Hofer. Er wirkt fahrig, seine letzte Ansage kann er nicht mehr machen, die Sendung wird abgebrochen. Tage zuvor war er noch von morgens um kurz vor 10 bis nachts nach 23 Uhr in jeder Nachrichtensendung on Air. Bei der ARD will man von Überarbeitung nicht sprechen.

Ein bisschen flottere Arbeit wünscht man sich dagegen von der “Tagesschau” an dem Abend, als in Paris Notre Dame brennt. Eine kurze Sondersendung im Ersten und später eine hektisch zusammengestellte Live-Übertragung bei tagesschau24 lösen die Debatte über die Schnelligkeit der Nachrichtenübermittlung aus. Ob die stundenlangen Mutmaßungen und Kameraschwenks über die brennende Kathedrale bei ntv besser sind, ist unklar.
Legendär sind dagegen die stundenlangen Übertragungen aus dem britischen Parlament. Stichwort 1: Brexit. Stichwort 2: Order!

Greta! Jetzt bekommt sie auch noch die Goldene Kamera! Das Mädchen haut wieder eine Rede für den Klimaschutz raus, und kurz danach bekommt die Schauspielnewcomerin einen SUV geschenkt. Glückwunsch!

Schalten wir besser mal nach Österreich. Dort heißt das Wort des Jahres nicht “Greta”, sondern “Ibiza”. FPÖ-Rechtspopulist Hans-Christian Strache lässt sich von einer versteckten Kamera reinlegen. Auf Ibiza trifft er sich mit einer angeblichen Oligarchin. Es geht um Investitionen in Österreich und um Gefälligkeiten, die die Pressefreiheit aushebeln. Aus für die FPÖ in der Regierung. Pressekonferenzen. Neuwahl. Mega-Quoten für den ORF2.
In Deutschland dagegen sorgen die Rechtspopulisten der AfD immer wieder für Schlagzeilen. Bjö…, äh, Bernd, äh, Björn Hocke bricht ein Interview mit dem ZDF ab, weil er emotional aufgewühlt sei. Und er werde nie wieder ein Interview mit dem Journalisten führen, was er bedauern könnte, wenn Höcke mal eine wichtige politische Persönlichkeit sei.
Der mdr dagegen setzt Uwe Steimle gleich ganz ab. Oder besser: beschäftigt ihn nicht weiter. Darüber ist Uwe Steimle empört. Er würde gern vom mdr, den er für einen Staatsfunk hält und der regierungsnah sei und rückständig, weiterarbeiten. Der mdr sieht das anders. Der Arbeit- und Geldgeber mag es nicht, beschimpft zu werden. Uwe Steimle, das Opfer. Findet Uwe Steimle. Er redet von einem Berufsverbot. Seine Auftritte sind ausverkauft. Dort erzählt er dann von seinem Berufs, … ähm. Merken Sie selbst, oder?
Dieter Nuhr soll übrigens auch neurechts sein. Er äußert sich kritisch zu “Fridays for Future” und zu Greta. Dass er sich auch kritisch zur AfD äußert, scheint egal zu sein. Meinungsfreiheit gegen die Forderung, Dieter Nuhr abzusetzen.

Und, ach ja. Greta. Dieter Nuhr hat wieder was Böses über Greta gesagt. Bringt Schlagzeilen. Bringt Klicks. Lob und Hass, na, Sie wissen schon.

2019 hat auch Comebacks parat. Jörg Kachelmann feiert seine Rückkehr in die ARD. Er darf wieder das “Riverboat” im mdr moderieren, wo auch gleich die Quoten steigen. Der Deutsche Fernsehpreis kommt mit einer Gala zurück, in den vergangenen Jahren wurde eher spartanisch gefeiert. Die Rettungsschwimmer aus Malibu sind wieder da – und das auch noch in HD. “Baywatch” auf Nitro jetzt noch schärfer. Die Youtube-Star-Zwillinge, die Lochis, verkünden das Ende ihrer gemeinsamen Karriere. Jahrelang haben sie klickstarke Videos und am Ende auch Songs produziert. Durch die Jugend geht ein Ruck. Zlatko kehrt ins “Big Brother”-Haus zurück. 2000 war er schon mal drin, 2019 als “Promi”. Sat.1 jazzt das zum Comeback des Jahres hoch. Es erweist sich als laues Lüftchen. Domian meldet sich mit einer Talkshow im WDR zurück – ganz ohne Telefon. Pittiplatsch ist wieder da – fast 30 Jahre nach dem Aus im DFF. Und auch Jürgen Kuttner macht wieder den “Sprechfunk” – allerdings erstmal nur im Internet auf radioeins.de.
Ein Comeback – also zumindest für 30 Minuten – hat auch ein gewisser Ernesto. Ihn kennt man als Ex-Mann von einer Ex-Anwältin in einer RTL-Trashshow. Nun tritt er in einer RTL-II-Trashshow auf. Nackt. Aber: Sensation! Nach einer Penis-Vergrößerungs-OP! Das schauen wir uns doch mal genau an. Und, ähm, ein bisschen, nun ja, haben wir uns da schon mehr…. ähm… also…

Das irritierendste Comeback 2019: tm3. Der Sender Family.TV nennt sich in tm3 um. Die Rechte am Markennamen waren frei, mit dem tm3 von damals hat das aber nichts zu tun. Doch das Glück hält nicht lange, Wochen später wird der Sender abgeschaltet. Immer wieder gibt es Lizenzprobleme, der Betreiber von Family.TV/tm3 zeigt Sendungen im Programm, an denen er gar keine Rechte hat. Zwangs-Aus.
Unfreiwillig und mit großem Knall endet auf radioeins die freitägliche Comedy “radiozwei”. Als sich Tommy Wosch und Martin “Gotti” Gottschild live on Air ernsthaft zoffen, ist es aus. Erst im Herbst kehrt Wosch allein mit einem neuen Format zurück.
Abschied nehmen heißt es auch vom “Neomagazin Royale”. Jan Böhmermann verlässt zdf neo, um im Herbst 2020 mit neuer Show beim ZDF weiterzumachen.
Nächtliche Spitzeneinschaltquoten erzielt Sky mit der letzten Staffel von “Games of Thrones”. Doch viele Fans sind enttäuscht darüber, wie die Serie endet.
Der langsame Abschied von der “Lindenstraße” geht dagegen weiter. Am 20. Dezember ist Drehschluss. Noch drei Monate. Ende März 2020 ist dann auch im Fernsehen Schluss.

Auch viele bekannte Menschen sind nicht mehr da. Abschied für immer. Bruno Ganz, Hannelore Elsner, Doris Day, Billie Zöckler, Lisa Martinek, Ursula Karusseit, Luke Perry, Wolfgang Winkler, Jan Fedder, Rudger Hauer, Gerd Baltus, Helmut Krauss, Peter Fonda, Max Wright und Ken Kercheval werden als Schauspieler fehlen. Die Sportler Rudi Assauer, Matti Kykänen und Niki Lauda. Die Musiker Marie Fredriksson, Peter Schreier, Karel Gott, Costa Cordalis, Wiglaf Droste, Keith Flint, Gus Backus, Alphonso Williams und Mark Hollis. Die Moderatoren und Journalisten Wilhelm Wieben, Wiebke Bruhns, Manina Ferreira-Erlenbach, Franziska Pigulla, Michael Jürgs, Werner Doyé und Walter Freiwald. Die Politiker Manfred Stolpe, Jörg Schönbohm, Robert Mugabe, Klaus Kinkel, Jacques Chirac und Anke Fuchs. Weltraumfahrer Sigmund Jähn, Autorin Rosamunde Pilcher, Kabarettist Werner Schneyder, Produzent Artur Brauner, Comiczeichner Guillermo Mordillo, Unternehmer Ferdinand Piech, Weltenbummlerin Heidi Hetzer, Designer Luigi Colani und Modeschöpfer Karl Lagerfeld.

Vor dem Aus gerettet wird dagegen der Berliner Verlag. Dran hängen unter anderem die Berliner Zeitung und der Berliner Kurier. Das Berliner Unternehmerpaar Silke und Holger Friedrich kauft den Verlag von der DuMont-Mediengruppe. Freude und Misstrauen. Immerhin sind die beiden kaum medienerfahren. Und dann kommt auch noch raus, dass bei Holger irgendwas mit der Stasi ist. Was er zunächst verheimlicht. Die Euphorieblase platzt.

Bei den Sendern platzen 2019 diverse Hoffnungen. RTL landet mit der Daily-Soap “Herz über Kopf” einen Flop. VOX versucht es mal wieder mit der schon öfter gefloppten Actionshow “Survivor” – und scheitert. Das ZDF hat kein Glück mit “Mein Lied für dich” und “Sorry für alles”.
Richtig gut läuft es dagegen weiter für den “Tatort” aus Münster. Der Fall “Spieglein, Spieglein” erreicht 14,01 Millionen Menschen. Quotenrekord 2019.

Und Greta? Müsste die nicht bald mal auf dem Schiff wieder in Lissabon angekommen? Nachrichtensender zeigen live und eine halbe Ewigkeit, wie ein Schiff aus dem Atlantik in Portugal anlegt.

Wird über Greta vor allem im Netz geredet, spielt sich auch das Mediengeschehen selbst zunehmend im Netz ab. Das herkömmliche analoge Fernsehen ist weiter auf dem Rückmarsch. Netflix begeistert mit Serien wie “Wir sind die Welle”, “Die Patchwork-Familie”, “How to sell Drugs online (fast)” oder “Sex Education”. Amazon Prime mit “Pastewka”. Außerdem geht Joyn an den Start, TV Now der RTL-Gruppe bietet unter anderem mit “Prince Charming” exclusiven Content. Und natürlich Youtube mit unendlich vielen Videos sowie diversen Funk-Formaten wie “Druck”.
Das Fernsehen muss sich anstrengen, wenn es weiter Aufmerksamkeit will. Das gelingt zum Beispiel mit “24h Europe” (arte), “Chez Krömer” (rbb), “Die Geschichte eines Abends” (NDR), “Käthe und ich” (Das Erste), “Die Unsichtbaren” (Das Erste) oder “Der Club der singenden Metzger” (Das Erste).

Was gab es sonst so? Thomas Gottschalk moderiert beim BR eine Literatursendung. Ja, wirklich! Bei Lanz zoffen sich Hasselhoff und Lindner. Hasselhoff gewinnt. Ja, echt! Böhmermann sagt was im ORF, und die Moderatorin distanziert sich. Ja, mei! Luke Mockrige prankt den “ZDF-Fernsehgarten” und ist … ähm, irgendwer fand das sicher lustig. Bei Funk gibt es eine 72-stündige Talkshow. Live! Und danach drei Tage Tiefschlaf. Die EU hat ein neues Urheberrecht. Und Youtube stirbt. Oder so ähnlich.
Achso, und: “I’m sorry! Zero Points!”

Schauen wir ein letztes Mal zu Greta: Die war auf dem Klimagipfel. Der war enttäuschend. Aber, bitte: Was war das denn?! Greta im ICE! Auf dem Boden sitzend! Wo sie doch 1.-Klasse-Tickets hatte!!! War dann zwar alles ein bisschen anders, aber da rollte der Shitstorm schon. Ist ja eh alles wurscht. Hauptsache Greta.

Nicht vergessen dürfen wir zu guter Letzt aber noch diese Feststellung. Enissa Amani ist eine Komikerin.
Echt!
Alles Gute für die 20er-Jahre.

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radioeins Medienmagazin

Dienstag, den 24. September 2019
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SA 21.09.2019 | 18.05 Uhr | radioeins

Gerade gibt es Wirbel um die Sparankündidungen des rbb beim Radioprogramm rbbKultur. Es soll mehr klassische Musik gesendet werden, vermutlich zu Lasten der Wortsendungen.
Hintergrund ist natürlich auch, dass die Hörerzahlen von rbbKultur schwinden. Um die Zukunft der Kulturwelle in der Hauptstadtregion wird nun gerungen.
Klar ist aber auch: Kultur darf nicht nur in die Nische abgeschoben werden. Kultur muss auch in den Massenprogrammen stattfinden. Und vor allem: Kulturjournalismus.
Ein echter Leuchtturm ist da einmal mehr radioeins – auch vom rbb.

Auf dem Berliner Medienmarkt tut sich etwas Erstaunliches: Der Berliner Verlag ist verkauft. Das Berliner Unternehmerpaar Silke und Holger Friedrich hat ihn von der DuMont-Mediengruppe gekauft. Es ist also spannend, die Zukunft von Berliner Zeitung, Berliner Kurier und Berliner Wochenblatt zu beobachten.
Am Sonnabend gab es deshalb ein Special des radioeins-Medienmagazins. Zu Gast waren die neuen Eigentümer des Berliner Verlags, Silke und Holger Friedrich. Im Gespräch mit Jörg Wagner und Daniel Bouhs erklärten sie, was ihre Beweggründe für den Kauf waren.

Das war nicht nur spannend, sondern auch bemerkenswert. Denn die beiden waren eine gute dreiviertel Stunde zu Gast, um ausführlich zu reden. Selten unterbrochen von Musik oder Verkehrshinweisen. Auf anderen Radiowellen ist das eventuell ein Vier-Minuten-Gespräch. Auch auf radioeins läuft das Medienmagazin nicht zu einer Randzeit, sondern an einem Sonnabend um 18.05 Uhr. Das ist keine Radio-Primetime, aber immer noch eine attraktive Radio-Hörzeit.
Dass der rbb dieses Magazin überhaupt auf dem reichweitenstarken radioeins und nicht auf der Kulturwelle sendet, ist sowieso lobenswert. Denn das sollte man bei der Diskussion um rbbKultur bedenken: Kultur bieten auch die anderen rbb-Wellen. Andererseits könnte man bei der Spardiskussion um rbbKultur auch überlegen, solche Magazine wie die von radioeins dort noch mal zu senden.

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Die 100 besten Songs des Jahrzehnts

Montag, den 5. August 2019
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SO 04.08.2019 | 9.05 Uhr | radioeins

“Get Lucky” von Daft Punk feat. Pharrell Williams & Nile Rodgers ist der beste Song des Jahrzehnts.
Sagen sie zumindest bei radioeins.
Nun ja.

Mutig ist das ja schon. Das 10er-Jahrzehnt dauert noch knapp fünf Monate, und bei radioeins wollen sie schon “Die 100 besten Songs des Jahrzehnts” küren.
Das ist schon allein deshalb schwierig, weil man ja bei neueren Songs, gerade bei den sehr aktuellen aus dem Jahr 2019, noch nicht so richtig einordnen kann, wie gut sie im Vergleich zu Top-Songs von 2010 oder 2011 sind. Aktuelle Lieblingssongs sind schwer einzuordnen in eine Alltime-Liste. Das kann man erst mit einem gewissen Abstand.
Und deshalb ist es schwierig, jetzt schon sagen zu wollen, welcher Song aus den Jahren 2010 bis 2019 der beste sein könnte.

“Wir hoffen darauf, dass wir Ihr musikalisches Kurzzeitgedächtnis gewinnbringend auffrischen können”, hieß es auf der radioeins-Internetseite. Das Problem: Mein Kurzzeitgedächtnis hatte viele der Songs gar nicht parat. Die Top-100-Liste von radioeins war ein merkwürdiges Sammelsurium aus Nischen- und Expertenlieblingen.
Los ging es zwar auf Platz 100 mit dem wundervollen “Oft gefragt” von AnnenMayKantereit, aber viele der anderen Songs waren mir unbekannt oder sind nun nicht wirklich Lieder, die ich in eine solche Liste packen würde.
So war Kettcar auf Platz 38. Zwar ist “Sommer ’89 (Er schnitt Löcher in den Zaun)” ein Lied mit wichtiger Botschaft, rein musikalisch gesehen ist er aber recht einfallslos, der Sprechgesang – oder eher das Vorlesen des Textes ziemlich lieblos. Das Lied nervt eigentlich eher schon beim dritten Hören.
Bilderbuch aus Österreich macht gute Musik, dass die Band aber gleich zweimal die Top-10 entert, ist sehr übertrieben.

Vielleicht sollte man in zehn Jahren mal wieder so eine Liste zusammenstellen. Dann ist es spannend zu sehen, wie man aus der zeitlichen Ferne aus dieses Jahrzehnt betrachtet. Da sieht sicherlich einiges noch mal anders aus.

-> Die komplette Liste auf radioeins.de

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30 Jahre Mauerfall – Die 100 besten Ost-Songs

Montag, den 15. Juli 2019
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SO 14.07.2019 | 9.05 Uhr | radioeins

Das war jetzt nicht sonderlich überraschend: “Am Fenster” von City ist von einer Expertenjury zum besten Ost-Song gewählt worden. Am Sonntag liefen auf radioeins “Die 100 besten Ost-Songs”, und am Ende gab es den Song mit der Geige, der interessanterweise auch schon immer im Jingle zur Sendung immer wieder zu hören war.

Man könnte man sagen: DDR-Hitparaden gab es schon oft, aber radioeins wäre ja nicht radioeins, wenn diese 100er-Liste nicht auch aus lauter Liedern bestehen würde, die vielleicht nicht zum Erinnerungsmainstream gehören.
So ist Gerhard Gundermann gleich mehrere Male vertreten, auf Platz 99 das Liedertheater Karls Enkel, das mir vollkommen unbekannt war. Auf Youtube findet man den Song “Oma Amler” nur unter dem Stichwort “FDJ-Lieder”.
Oder Jacek Kaczmarski – auch an mir vorbei gegangen und ziemlich sicher nicht unter meinen persönlichen Top 100. Aber das ist ja auch die Aufgabe des rbb, einem vielleicht doch noch etwas Neues beizubringen.
Feeling B ist ebenso dabei wie Reinhard Lakomy, Gerhard Schöne, Manfred Krug und Wolf Biermann. Nicht das, was man auf schon bekannten DDR-Hit-Samplern findet.
Dass zum Beispiel Gaby Rückerts fantastischer Liebessong “Berührung” nicht dabei ist, ist extrem schade. Dass dagegen Nina Hagens Gassenhauer “Du hast den Farbfilm vergessen” auf Platz 2 landete, ist erstaunlich.

Interessant ist Platz 29. Dort landete “Kling Klang” von Keimzeit. Der wurde erst 1993 veröffentlicht. Geschrieben worden ist er aber wohl schon Ende der 80er. Aber kann etwas ein Ost-Hit sein, wenn es zu “Ost-Zeiten” noch gar nicht veröffentlicht war? Dass es der Song in die Liste schaffte, ist fragwürdig. Auf anderen Samplern mit DDR-Hits fehlt dieser Song meistens, weil er eben erst nach der DDR öffentlich wurde.

-> Die ganze Liste der Top 100 auf radioeins.de.

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Klappe zu! Die volle Packung Musik

Montag, den 1. Juli 2019
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FR 28.06.2019 | 12.05 Uhr | radioeins

Die Nachrichten waren gerade zu Ende, da kündigte der Moderator am Freitagmittag auf radioeins etwas ganz Tolles an: “Klappe zu! Die volle Packung Musik”. Man werde jetzt eine halbe Stunde nichts sagen. Stattdessen gebe es sechs Songs zu einem bestimmten Thema. Wegen der Hitze zum Sommer, nämlich.

Das ist ja wirklich mal eine tolle Idee. Also, nicht.
Sechs Hits am Stück – das ist eigentlich eine Spezialität von Privatsendern oder von weichgespülten und totformatierten Sendern wie NDR2 – aber das kann doch nicht ernsthaft eine Programmidee von radioeins sein. Vom rbb-Sender ist man da mehr gewöhnt. Dann lieber zur Mittagsstunde ein nettes Spiel oder irgendwas anderes, von dem man merkt, dass da Leute im Radio etwas zu sagen haben.
Eine “volle Packung Musik” ist jedenfalls nicht das, was ich von radioeins erwarte oder will.

Hits: 163

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Rammstein: Radio

Sonntag, den 28. April 2019
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DO 25.04.2019 | 20.55 Uhr | radioeins

Wieder mal ein echtes Event – und dazu noch eines, das Sinn macht. Am Donnerstagabend hatte der neueste Song von Rammstein Premiere. Und das wissen wir ja inzwischen: Wenn Rammstein was raushaut, dann muss es knallen. So auch diesmal.

Der neue Song heißt “Radio”, und er erinnert an eine Zeit, als man sich abends noch zum Radiohören zurückgezogen hat, weil da eine bestimmte Sendung auf einem bestimmten Sender lief.
Deshalb lief die Premiere des Songs auch im Radio – beim rbb auf radioeins.
Dazu gab es aber noch eine besondere Aktion: An einer Hauswand in Berlin-Mitte wurde das Musikvideo gebeamt – allerdings ohne den Ton. Wer live vor Ort war, bekam diesen Ton nämlich aus dem Radio – womit sich der Kreis schloss.

Und so standen am Donnerstagabend gut 1000 Leute in Mitte und sahen sich den Videoclips an – und der Ton dazu kam aus vielen mitgebrachten Radios.
Eine schöne und wirklich durchdachte Aktion, die noch mal die Qualitäten des Radios und die Liebe zum Radio hervorhebt.

Hits: 192