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ZiB spezial: Wladimir Putin – Das Interview

Donnerstag, den 7. Juni 2018
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MO 04.06.2018 | 20.15 Uhr | ORF2

“Wenn Sie die Geduld aufbringen, mir bis zum Ende zuzuhören, dann werden Sie meinen Standpunkt erfahren. Gut?”
“Sie haben mich übrigens schon wieder unterbrochen. Hätten Sie mich ausreden lassen, würden Sie verstehen, worum es geht. Ich werde also trotzdem zu Ende sprechen.”

Nein, dass der russische Präsident Wladimir Putin ein einfacher Gesprächspartner ist, das kann man nicht gerade sagen. Das musste am Montagabend der bekannte ORF-Nachrichtenmann Armin Wolf erfahren. Andererseits: Mit schwierigen Interviews kennt sich Wolf aus, dafür ist er in Österreich bekannt und angesehen.
In einem “ZiB spezial” führte Wolf nun ein Interview mit Putin, vor dessen Österreich-Besuch.

Putins Taktik scheint es zu sein, sein Gegenüber zermürben zu wollen. Immer wenn der russische Politiker eine Frage ausweichend oder ausschweifend beantwortete, grätschte Wolf rein. Das ließ sich Putin jedoch nicht gefallen, in dem er seinen Interviewer zurecht wies. Das ist äußerst geschickt: Denn für viele Zuschauer scheint Wladimir Putin so in einer Opferrolle zu sein. Der Mann, der nie aussprechen darf. Der Mann, der von einem aus seiner Sicht unverschämten Journalisten ausgefragt wird. Das ist eine Taktik, die bei Putin-Anhängern offenbar auch sehr gut funktioniert.
Dazu gehören dann gern auch mal Gegenfragen. Putin würde was zur Besetzung der Krim erklären und dann frage er Wolf: Ja oder Nein? Als Wolf meint, er sei kein ukrainischer Verfassungsexperte, entgegnet Putin, dass Wolf der frage ausweiche.
Und dazu immer das süffisante Lächeln.

So zieht sich das durch das ganze Gespräch. Dass es am Ende – je nach Standpunkt – sehr unterschiedlich gewertet wird, ist klar. Putin-Fans werden sich über den “ORF-Flegel” aufregen. Beobachter des freien Journalismus werden jedoch gesehen haben, wie schwierig es ist, wenn im freien Journalismus auch mal härter nachgefragt werden kann.

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Romy 2018

Dienstag, den 10. April 2018
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SA 07.04.2018 | 21.10 Uhr | ORF2

“Babylon Berlin” soll ja eine großartige Serie sein. So spannend und überhaupt ganz toll.
In Wirklichkeit haben die Serie bis zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht so viele Leute gesehen, denn die Co-Produktion von ARD und Sky lief bislang nur im Pay-TV.
Am Sonnabendabend übertrug ORF2 die Romy 2018, den österreichischen Fernseh- und Filmpreis. Eine der Trophäen ging auch an “Babylon Berlin”, die Serie, die ja eigentlich mit Österreich gar nicht so viel zu tun hat. Und auch erst im Herbst beim ORF zu sehen sein wird und nicht mal in Österreich mitproduziert wurde. Ob es daran überhaupt ein Interesse gibt, wird sich also erst noch zeigen.
Vorsorglich gab es dennoch die Romy, sicher ist sicher.

Ähnlich ist das übrigens mit der Amazon-Serie “You are wanted” von und mit Matthias Schweighöfer. Die ist – anders als in Deutschland – schon im Free-TV gelaufen, bei ORF eins – allerdings mit schlechten Quoten. Dennoch gab es dafür die Romy.

In der Publikumswahl setzte sich im Bereich Unterhaltung Jan Böhmermann durch. Was einerseits merkwürdig ist, weil seine Show selbst in Deutschland keine gute Quoten, aber immerhin gute Internet-Abrufzahlen hat, und man schon mal fragen muss, wie bekannt er in Österreich eigentlich ist. Das wäre, wie wenn Grissemann und Stermann für “Willkommen Österreich” einen Bambi bekommen würden, obwohl die ORF-eins-Show hier kaum jemand kennt (was schade ist).
Unterhaltsam war Böhermanns Siegesrede dennoch: Denn im Falle eines Sieges hatte er angekündigt, in Burka aufzutreten und mit 100 syrischen Flüchtlingen auf die Bühne zu kommen. Er habe alle angelogen, sagte Böhmermann dann. “Sie wurden von einem unseriösen, windigen Populisten hinters Licht geführt – wahrscheinlich zum allerersten mal in Ihrer Geschichte.” Das war dann doch lustig und ein starkes Statement hinsichtlich der politischen Lage in Österreich.

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Wiener Opernball 2018 – Die Eröffnung

Sonntag, den 11. Februar 2018
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DO 08.02.2018 | 21.40 Uhr | ORF2

Es gibt ja sehr viele Leute, die beim Fernsehen einschlafen. Das erklärt vielleicht auch die hohe Einschaltquote von bestimmten Sendungen. Zum Beispiel die Live-Übertragung des Wiener Opernballs am Donnerstagabend auf ORF2.
Allein bei der parallelen Übertragung auf 3sat in Deutschland schauten fast eine Million Leute zu – das ist dreimal so viel, wie sonst dort einschalten.

Zu sehen ist die Staatsoper in Wien. Auf dem Parkett sind lauter Tanzpaare zu sehen. Und sie, das wird jetzt nicht überraschend sein, tanzen. Einen Walzer.
Minutenlang sieht man also Menschen beim altertümlichen Tanzen zu. Rechts herum und links herum. Sehr spannend und ideal zum gemütlichen Wegdämmern.

Aber damit es ab und zu doch mal aufregend ist, schwenken die Kamera nach oben auf die Balkone, wo irgendwelche C-Promis mit D-Promis tuscheln. Oder wo der österreichische Bundeskanzler gerade ganz wichtig guckt. Vielleicht langweilen die sich ja so und fragen sich, was sie mit der Zeit vielleicht hätten Besseres anfangen könnten.
Ich werde diesen Hype um diesen seltsamen Opernball vermutlich nie verstehen.

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Keine ORF2E-Rechte – Videotext

Sonntag, den 4. Februar 2018
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SA 03.02.2018 | 20.15 Uhr | ORF2 Europe

Der ORF hatte am Sonnabend zur Primetime einen echten Leckerbissen im Programm: eine Videotexttafel.
Also, wirklich: genau eine. Und das fast drei Stunden lang, unterlegt mit klassischer Musik.

Eigentlich lief am Sonnabendabend im ORF2 die Musiksendung “Schlager und Schnee – Die KLUBBB3-Hüttenparty”. Aber für den Ableger ORF2 Europe gab es dafür offenbar keine Senderechte. Und immer wenn das ORF2-Programm außerhalb Österreichs nicht gesendet werden darf, gibt es auf ORF2 Europe eine (ja, EINE) Videotexttafel.

Mal abgesehen davon, dass es albern ist, die Musikshow nicht zeigen zu dürfen: Denn in Deutschland wurde sie zeitgleich im NDR und mdr-Fernsehen gezeigt – auch über Deutschland hinaus. Warum das im ORF2 nicht möglich ist, ist ein Rätsel.
Und warum ist man beim ORF eigentlich nicht in der Lage, an dieser Stelle ein Ersatzprogramm zu zeigen? Es gibt doch sicherlich Sendungen, die an dieser Stelle laufen könnten? Oder möchte man schlicht keine Zuschauer? Ich kann mir kaum vorstellen, dass es Leute gibt, die sich am Sonnabend drei Stunden eine Videotextseite ansehen.

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ZiB2: Merkel

Dienstag, den 6. Dezember 2016
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DI 06.12.2016 | 22.00 Uhr | ORF2

In Österreich scheinen sie mehr zu wissen als hierzulande: Am Dienstagabend berichtete die “ZiB2″ im ORF2 über die Wiederwahl von Angela Merkel als CDU-Vorsitzende. Gleich an zweiter Stelle nach der Bundespräsidentenwahl. In der Themenübersicht am Anfang hieß es dazu, dass Merkel nun in den letzten Kanzlerwahlkampf ziehen werde.
Der letzte? Der letzte für Merkel? Hat der ORF Insiderinformationen? Oder der letzte überhaupt, weil…?
Vielleicht kann uns der ORF ja mal aufklären.

Ach ja, und dann: Nur etwas mehr als 89 Prozent für Merkel! Was für eine Aufregung!! Mehr als zehn Prozent haben nicht für sie gestimmt. Ja, ist denn in der CDU alles in Ordnung, fragte man sich in der ORF-Nachrichtensendung (und auch in deutschen Magazinen)? Dabei sind 89 Prozent doch immer noch hervorragend in einer Zeit, in der Merkel selbst in der CDU nicht immer so beliebt ist, weil sie angeblich nicht genug durchgreift (was immer das heißt).
Wären es 99 Prozent gewesen, wäre es sicher auch nicht recht gewesen – weil man dann wohl an DDR-Zeiten erinnert hätte.

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ZiB 2: Wahlkarten – zu früh gezählt

Freitag, den 27. Mai 2016
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MI 25.05.2016 | 22.00 Uhr | ORF2

Andere Länder, andere Sitten. Eine Nacht lang war am Sonntag in Österreich nicht klar, ob nun der rechte Norbert Hofer (FPÖ) oder Alexander van der Bellen (Grüne) Bundespräsident werden – es stand 50/50. Erst die Auszählung der Briefwahl – in Österreich heißen sie Wahlkarten – brachte das Endergebnis. Die Wahlkarten werden aber – warum auch immer – erst am nächsten Tag um 9 Uhr ausgezählt.

Die ORF2-Nachrichtensendung “ZiB 2″ berichtete am Mittwochabend nun lang und breit darüber, dass es wohl mehrere Wahlbezirke gegeben haben soll, die schon vor 9 Uhr ausgezählt haben, die einfach übereifrig waren und den Mist schon in der Nacht begonnen haben.
Warum das aber so dramatisch ist, wenn man schlicht die Auszählung schon vorzieht, hat keiner so genau erklären können. Angesichts der Spannung ist es doch sogar ganz gut, dass man schon früher weiß, was Sache ist. Aber so hat man wenigstens noch etwas zu tuttern, zu meckern, zu mosern.
Aber so sind sie, die Ösis, die knabbern lieber noch einen Tag an den Fingernägeln, um die Spannung so richtig auszukosten.
Sollte man für deutsche Wahlen auch mal einführen: Um 20 Uhr ist Zählschluss, weiter geht’s es erst am Montagfrüh – nach dem Frühstück.

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Guten Morgen Österreich!

Dienstag, den 12. April 2016
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MO 11.04.2016 | 6.05 Uhr | ORF2

Das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Österreich traut sich was. Die haben ein Projekt angepackt, an das sich lange niemand mehr rangewagt hat.
Ähm, nun ja. Weil die andern das schon ewig machen.
Der ORF sendet seit zwei Wochen ein Frühstücksfernsehen: “Guten Morgen Österreich!”.

Gratulation an den ORF! Während in Deutschland “Guten Morgen mit Sat.1″ schon vor 29 Jahren startete, ARD und ZDF vor 24 Jahren nachzogen, hat man sich beim ORF ein bisschen länger Zeit gelassen.
Denn nun haben sie festgestellt: Ups, uns laufen ja die Zuschauer weg! Mit dem “Alpenpanorama”, das täglich morgens bei ORF2 lief, waren kaum noch Zuschauer zu bekommen. Weg damit – läuft nur noch bei 3sat.
Beim privaten Konkurrenten Puls 4 gibt es das morgendliche “Café Puls” auch schon ewig und wird dort auch von den Österreich-Ablegern von ProSieben und Co. übernommen. Bei Servus TV haben sie das Frühstücksfernsehen sogar schon wieder eingestellt – wegen Erfolglosigkeit.

Jetzt also traut man sich doch beim ORF und will im 2. Programm jeden Tag die Zuschauer wecken – mit total locker-lustigen Moderatoren, die total crazy drauf sind. Andererseits: Die haben sich so lange Zeit gelassen, da muss das Konzept einfach grandios sein!