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Wiener Opernball 2018 – Die Eröffnung

Sonntag, den 11. Februar 2018
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DO 08.02.2018 | 21.40 Uhr | ORF2

Es gibt ja sehr viele Leute, die beim Fernsehen einschlafen. Das erklärt vielleicht auch die hohe Einschaltquote von bestimmten Sendungen. Zum Beispiel die Live-Übertragung des Wiener Opernballs am Donnerstagabend auf ORF2.
Allein bei der parallelen Übertragung auf 3sat in Deutschland schauten fast eine Million Leute zu – das ist dreimal so viel, wie sonst dort einschalten.

Zu sehen ist die Staatsoper in Wien. Auf dem Parkett sind lauter Tanzpaare zu sehen. Und sie, das wird jetzt nicht überraschend sein, tanzen. Einen Walzer.
Minutenlang sieht man also Menschen beim altertümlichen Tanzen zu. Rechts herum und links herum. Sehr spannend und ideal zum gemütlichen Wegdämmern.

Aber damit es ab und zu doch mal aufregend ist, schwenken die Kamera nach oben auf die Balkone, wo irgendwelche C-Promis mit D-Promis tuscheln. Oder wo der österreichische Bundeskanzler gerade ganz wichtig guckt. Vielleicht langweilen die sich ja so und fragen sich, was sie mit der Zeit vielleicht hätten Besseres anfangen könnten.
Ich werde diesen Hype um diesen seltsamen Opernball vermutlich nie verstehen.

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Keine ORF2E-Rechte – Videotext

Sonntag, den 4. Februar 2018
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SA 03.02.2018 | 20.15 Uhr | ORF2 Europe

Der ORF hatte am Sonnabend zur Primetime einen echten Leckerbissen im Programm: eine Videotexttafel.
Also, wirklich: genau eine. Und das fast drei Stunden lang, unterlegt mit klassischer Musik.

Eigentlich lief am Sonnabendabend im ORF2 die Musiksendung “Schlager und Schnee – Die KLUBBB3-Hüttenparty”. Aber für den Ableger ORF2 Europe gab es dafür offenbar keine Senderechte. Und immer wenn das ORF2-Programm außerhalb Österreichs nicht gesendet werden darf, gibt es auf ORF2 Europe eine (ja, EINE) Videotexttafel.

Mal abgesehen davon, dass es albern ist, die Musikshow nicht zeigen zu dürfen: Denn in Deutschland wurde sie zeitgleich im NDR und mdr-Fernsehen gezeigt – auch über Deutschland hinaus. Warum das im ORF2 nicht möglich ist, ist ein Rätsel.
Und warum ist man beim ORF eigentlich nicht in der Lage, an dieser Stelle ein Ersatzprogramm zu zeigen? Es gibt doch sicherlich Sendungen, die an dieser Stelle laufen könnten? Oder möchte man schlicht keine Zuschauer? Ich kann mir kaum vorstellen, dass es Leute gibt, die sich am Sonnabend drei Stunden eine Videotextseite ansehen.

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ZiB2: Merkel

Dienstag, den 6. Dezember 2016
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DI 06.12.2016 | 22.00 Uhr | ORF2

In Österreich scheinen sie mehr zu wissen als hierzulande: Am Dienstagabend berichtete die “ZiB2″ im ORF2 über die Wiederwahl von Angela Merkel als CDU-Vorsitzende. Gleich an zweiter Stelle nach der Bundespräsidentenwahl. In der Themenübersicht am Anfang hieß es dazu, dass Merkel nun in den letzten Kanzlerwahlkampf ziehen werde.
Der letzte? Der letzte für Merkel? Hat der ORF Insiderinformationen? Oder der letzte überhaupt, weil…?
Vielleicht kann uns der ORF ja mal aufklären.

Ach ja, und dann: Nur etwas mehr als 89 Prozent für Merkel! Was für eine Aufregung!! Mehr als zehn Prozent haben nicht für sie gestimmt. Ja, ist denn in der CDU alles in Ordnung, fragte man sich in der ORF-Nachrichtensendung (und auch in deutschen Magazinen)? Dabei sind 89 Prozent doch immer noch hervorragend in einer Zeit, in der Merkel selbst in der CDU nicht immer so beliebt ist, weil sie angeblich nicht genug durchgreift (was immer das heißt).
Wären es 99 Prozent gewesen, wäre es sicher auch nicht recht gewesen – weil man dann wohl an DDR-Zeiten erinnert hätte.

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ZiB 2: Wahlkarten – zu früh gezählt

Freitag, den 27. Mai 2016
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MI 25.05.2016 | 22.00 Uhr | ORF2

Andere Länder, andere Sitten. Eine Nacht lang war am Sonntag in Österreich nicht klar, ob nun der rechte Norbert Hofer (FPÖ) oder Alexander van der Bellen (Grüne) Bundespräsident werden – es stand 50/50. Erst die Auszählung der Briefwahl – in Österreich heißen sie Wahlkarten – brachte das Endergebnis. Die Wahlkarten werden aber – warum auch immer – erst am nächsten Tag um 9 Uhr ausgezählt.

Die ORF2-Nachrichtensendung “ZiB 2″ berichtete am Mittwochabend nun lang und breit darüber, dass es wohl mehrere Wahlbezirke gegeben haben soll, die schon vor 9 Uhr ausgezählt haben, die einfach übereifrig waren und den Mist schon in der Nacht begonnen haben.
Warum das aber so dramatisch ist, wenn man schlicht die Auszählung schon vorzieht, hat keiner so genau erklären können. Angesichts der Spannung ist es doch sogar ganz gut, dass man schon früher weiß, was Sache ist. Aber so hat man wenigstens noch etwas zu tuttern, zu meckern, zu mosern.
Aber so sind sie, die Ösis, die knabbern lieber noch einen Tag an den Fingernägeln, um die Spannung so richtig auszukosten.
Sollte man für deutsche Wahlen auch mal einführen: Um 20 Uhr ist Zählschluss, weiter geht’s es erst am Montagfrüh – nach dem Frühstück.

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Guten Morgen Österreich!

Dienstag, den 12. April 2016
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MO 11.04.2016 | 6.05 Uhr | ORF2

Das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Österreich traut sich was. Die haben ein Projekt angepackt, an das sich lange niemand mehr rangewagt hat.
Ähm, nun ja. Weil die andern das schon ewig machen.
Der ORF sendet seit zwei Wochen ein Frühstücksfernsehen: “Guten Morgen Österreich!”.

Gratulation an den ORF! Während in Deutschland “Guten Morgen mit Sat.1″ schon vor 29 Jahren startete, ARD und ZDF vor 24 Jahren nachzogen, hat man sich beim ORF ein bisschen länger Zeit gelassen.
Denn nun haben sie festgestellt: Ups, uns laufen ja die Zuschauer weg! Mit dem “Alpenpanorama”, das täglich morgens bei ORF2 lief, waren kaum noch Zuschauer zu bekommen. Weg damit – läuft nur noch bei 3sat.
Beim privaten Konkurrenten Puls 4 gibt es das morgendliche “Café Puls” auch schon ewig und wird dort auch von den Österreich-Ablegern von ProSieben und Co. übernommen. Bei Servus TV haben sie das Frühstücksfernsehen sogar schon wieder eingestellt – wegen Erfolglosigkeit.

Jetzt also traut man sich doch beim ORF und will im 2. Programm jeden Tag die Zuschauer wecken – mit total locker-lustigen Moderatoren, die total crazy drauf sind. Andererseits: Die haben sich so lange Zeit gelassen, da muss das Konzept einfach grandios sein!

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Die Macht der Bilder – 60 Jahre Fernsehen

Montag, den 26. Oktober 2015
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SO 25.10.2015 | 11.55 Uhr | 3sat

Obwohl Österreich unser nachbar ist und die Leute dort auch Deutsch sprechen (oder so was Ähnliches), wissen wir doch hierzulande recht wenig darüber, was da so passiert. 3sat zeigte am Sonntagmittag eine doku über den 60. Geburtstag des ORF: “Die Macht der Bilder”. Sehr interessant!

In Österreich ist der Einfluss der Politik scheinbar immer größer gewesen als in Deutschland. Die Wahl der Intendanten war dort immer ein Politikum, wie sich in dem Rückblick zeigte. Ein Politikwechsel brachte auch im ORF neuen Streit um die Aufsichtsratsplätze – und Einflussversuche. Es ist noch nicht mal fünf Jahre her, dass die ORF-Nachrichtenleute gegen den Politeinfluss ihn ihrem Sender protestierten.

Der ORF hatte bis Ende der 80er das Monopol, erst als die Privatsender aus Deutschland auch nach Österreich reinstrahlten, ging es mit dem ORF bergab. Aber noch heute hat ORF eins Marktanteile um die 40 Prozent. Wahnsinn.
In den 90ern drohte der Wandel zum öffentlich-rechtlichen Privatsender, als der Ex-RTL2-Chef Gerhard Zeiler zum ORF kam. RTL in Deutschland hatte “Hans Meiser”, also musste der ORF um 16 Uhr ebenfalls einen Daily-Talk bringen (und im Gegensatz zu uns ist das dort heute noch so). Lief bei Sat.1 “Schreinemakers live”, hatte der ORF “Vera”. “Die Millionenshow” im ORF2 wird sogar im selben Studio produziert wie der RTL-Zwilling “Wer wird Millionär?”. Fanden natürlich nicht alle toll. Schließlich konnten alle Vorbilder auch in Österreich gesehen werden.
Mit dem neuen Programmchef kam dann eine neue Wende im Programm, und so ging das munter weiter.

Schön, dass uns 3sat (an dem ja der ORF beteiligt ist) mal an der TV-Geschichte Österreichs teilhaben ließ.

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Musikantenstadl: Andy Borgs Abschied

Montag, den 29. Juni 2015
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SA 27.06.2015 | 20.30 Uhr | Das Erste

“So muss das Leben wohl sein. Es holt alle Verlierer mal ein. Ich komm verlassen mir vor, drum adios, adios, adios Amor.”
Mit diesem merh als 30 Jahre alten Song verabschiedete sich Andy Borg am Sonnabend von seinem “Musikantenstadl”. Es war durchaus Wehmut dabei, auch wenn die Traurigkeit inzwischen wohl auch ein wenig die Wut abgelöst hat.

Andy Borg (54) ist zu alt für den “Musikantenstadl”, deshalb moderierte er nun seine letzte Show. ARD und ORF wollen die Sause verjüngen, und versuchen das mit Alexander Mazza und Francine Jordi. Wie die Show dann mit ihnen aussehen wird, bleibt abzuwarten. Wie sie eine Show, dessen Titel schon altbacken ist, aber überhaupt verjüngen wollen, bleibt mir ein Rätsel. Ebenso wie die Frage, warum man den “Musikantenstadl” überhaupt verjüngen muss.

Vor 20 Jahren war das deutsche Fernsehen voll mit Schunkelshows für Rentner. Erst waren es die Privatsender, die sie verbannten, dann nach und nach auch ARD und ZDF. Inzwischen ist der Eindruck, dass es kaum noch Unterhaltung gibt, die sich explizit und mehr oder weniger ausschließlich an Senioren richtet. Sicherlich, auch Shows wie den “Musikantenstadl” kann man modernisieren – aber ein junges Publikum wird der nicht erreichen. Und ich finde: soll er auch nicht. Meine Güte, lasst doch den Alten ihre zwei bis drei Shows. Und wenn die dann alle mal weg sind, dann kann man den Stadl auch mit Würde beerdigen.
Für Mazza und Jordi wird das jedenfalls eine nicht sehr leichte Aufgabe.