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Guten Morgen Österreich!

Dienstag, den 12. April 2016
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MO 11.04.2016 | 6.05 Uhr | ORF2

Das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Österreich traut sich was. Die haben ein Projekt angepackt, an das sich lange niemand mehr rangewagt hat.
Ähm, nun ja. Weil die andern das schon ewig machen.
Der ORF sendet seit zwei Wochen ein Frühstücksfernsehen: “Guten Morgen Österreich!”.

Gratulation an den ORF! Während in Deutschland “Guten Morgen mit Sat.1″ schon vor 29 Jahren startete, ARD und ZDF vor 24 Jahren nachzogen, hat man sich beim ORF ein bisschen länger Zeit gelassen.
Denn nun haben sie festgestellt: Ups, uns laufen ja die Zuschauer weg! Mit dem “Alpenpanorama”, das täglich morgens bei ORF2 lief, waren kaum noch Zuschauer zu bekommen. Weg damit – läuft nur noch bei 3sat.
Beim privaten Konkurrenten Puls 4 gibt es das morgendliche “Café Puls” auch schon ewig und wird dort auch von den Österreich-Ablegern von ProSieben und Co. übernommen. Bei Servus TV haben sie das Frühstücksfernsehen sogar schon wieder eingestellt – wegen Erfolglosigkeit.

Jetzt also traut man sich doch beim ORF und will im 2. Programm jeden Tag die Zuschauer wecken – mit total locker-lustigen Moderatoren, die total crazy drauf sind. Andererseits: Die haben sich so lange Zeit gelassen, da muss das Konzept einfach grandios sein!

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Die Macht der Bilder – 60 Jahre Fernsehen

Montag, den 26. Oktober 2015
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SO 25.10.2015 | 11.55 Uhr | 3sat

Obwohl Österreich unser nachbar ist und die Leute dort auch Deutsch sprechen (oder so was Ähnliches), wissen wir doch hierzulande recht wenig darüber, was da so passiert. 3sat zeigte am Sonntagmittag eine doku über den 60. Geburtstag des ORF: “Die Macht der Bilder”. Sehr interessant!

In Österreich ist der Einfluss der Politik scheinbar immer größer gewesen als in Deutschland. Die Wahl der Intendanten war dort immer ein Politikum, wie sich in dem Rückblick zeigte. Ein Politikwechsel brachte auch im ORF neuen Streit um die Aufsichtsratsplätze – und Einflussversuche. Es ist noch nicht mal fünf Jahre her, dass die ORF-Nachrichtenleute gegen den Politeinfluss ihn ihrem Sender protestierten.

Der ORF hatte bis Ende der 80er das Monopol, erst als die Privatsender aus Deutschland auch nach Österreich reinstrahlten, ging es mit dem ORF bergab. Aber noch heute hat ORF eins Marktanteile um die 40 Prozent. Wahnsinn.
In den 90ern drohte der Wandel zum öffentlich-rechtlichen Privatsender, als der Ex-RTL2-Chef Gerhard Zeiler zum ORF kam. RTL in Deutschland hatte “Hans Meiser”, also musste der ORF um 16 Uhr ebenfalls einen Daily-Talk bringen (und im Gegensatz zu uns ist das dort heute noch so). Lief bei Sat.1 “Schreinemakers live”, hatte der ORF “Vera”. “Die Millionenshow” im ORF2 wird sogar im selben Studio produziert wie der RTL-Zwilling “Wer wird Millionär?”. Fanden natürlich nicht alle toll. Schließlich konnten alle Vorbilder auch in Österreich gesehen werden.
Mit dem neuen Programmchef kam dann eine neue Wende im Programm, und so ging das munter weiter.

Schön, dass uns 3sat (an dem ja der ORF beteiligt ist) mal an der TV-Geschichte Österreichs teilhaben ließ.

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Musikantenstadl: Andy Borgs Abschied

Montag, den 29. Juni 2015
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SA 27.06.2015 | 20.30 Uhr | Das Erste

“So muss das Leben wohl sein. Es holt alle Verlierer mal ein. Ich komm verlassen mir vor, drum adios, adios, adios Amor.”
Mit diesem merh als 30 Jahre alten Song verabschiedete sich Andy Borg am Sonnabend von seinem “Musikantenstadl”. Es war durchaus Wehmut dabei, auch wenn die Traurigkeit inzwischen wohl auch ein wenig die Wut abgelöst hat.

Andy Borg (54) ist zu alt für den “Musikantenstadl”, deshalb moderierte er nun seine letzte Show. ARD und ORF wollen die Sause verjüngen, und versuchen das mit Alexander Mazza und Francine Jordi. Wie die Show dann mit ihnen aussehen wird, bleibt abzuwarten. Wie sie eine Show, dessen Titel schon altbacken ist, aber überhaupt verjüngen wollen, bleibt mir ein Rätsel. Ebenso wie die Frage, warum man den “Musikantenstadl” überhaupt verjüngen muss.

Vor 20 Jahren war das deutsche Fernsehen voll mit Schunkelshows für Rentner. Erst waren es die Privatsender, die sie verbannten, dann nach und nach auch ARD und ZDF. Inzwischen ist der Eindruck, dass es kaum noch Unterhaltung gibt, die sich explizit und mehr oder weniger ausschließlich an Senioren richtet. Sicherlich, auch Shows wie den “Musikantenstadl” kann man modernisieren – aber ein junges Publikum wird der nicht erreichen. Und ich finde: soll er auch nicht. Meine Güte, lasst doch den Alten ihre zwei bis drei Shows. Und wenn die dann alle mal weg sind, dann kann man den Stadl auch mit Würde beerdigen.
Für Mazza und Jordi wird das jedenfalls eine nicht sehr leichte Aufgabe.

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Musikantenstadl

Sonntag, den 29. März 2015
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SA 28.03.2015 | 20.15 Uhr | Das Erste

Och, schade! Die Stimmung war doch gerade sooo gut! Aber irgendjemand muss beim BR in München plötzlich den Stecker gezogen haben. Vielleicht lag es aber auch daran, dass der zuständige Mitarbeiter auf dem Mischpult eingeschlafen ist und seine Nase auf dem Aus-Knopf landete.
Man weiß es nicht.

Es war genau 22.45 Uhr, als am Sonnabend im Ersten während des “Musikantenstadls” der Hinweis “Tagesthemen im Anschluss” eingeblendet worden ist. Genau da fror das Bild ein. Und taute auch nicht mehr auf. Testbild. Grünbild. Und auf Wiedersehen. Nach Programmhinweisen begannen – dann doch noch einigermaßen pünktlich – die “Tagesthemen”.

Ob die deutschen Zuschauer – beim hauptübertragenden ORF2 in Österreich lief die Show wohl weiter – noch etwas verpasst haben, wissen wir momentan nicht.
Zum Zeitpunkt des Ausfalls ist jedenfalls erschreckend wenig in der Show passiert. Zu einem Playback-Mix aus diversen Musiken liefen im gesamten Saal irgendwelche Kapellen herum, tanzten Leute, unterhielten sich Leute, und irgendwie schien die Regie oft selbst nicht genau zu wissen, was sie jetzt zeigen soll. Es wirkte, als ob die Show schon zehn Minuten zu Ende sei und noch viel, viel Zeit mit Nichts gefüllt werden müsse.

Es ist nicht das erste Mal, dass die ARD den “Musikantenstadl” vorzeitig beendet. Wegen eines Boxkampfes blendete man sich absichtlich schon mal früher aus.

Ansonsten stand die Show gleich aus drei Gründen unter genauerer Beobachtung. Erstens: Karl Moik ist vor wenigen Tagen gestorben, der Stadl-Gründer. Zweitens: Die Show lief wenige Tage nach dem Flugzeugabsturz. Drittens: Es ist der vorletzte “Stadl” mit Andy Borg.
Andy Borg muss die Show verlassen, weil der ORF den “Musikantenstadl” verjüngen will. Und es ist ein Dilemma: Einerseits ist es nicht schlimm, dass es Shows gibt, die fast ausschließlich von älteren Leuten gemocht wird. Andererseits: Die Show ist wirklich extrem trutschig, die Art wie Borg moderiert, ist lahm und anstrengend.
Nur: Egal, wer nach Andy Borg kommt – der “Musikantenstadl” hat genau das Image, was ihn momentan ausmacht. Ob sich das rumreißen lässt, ist mehr als fraglich. Vielleicht ist es sinnvoller, die Show zu beenden und sich etwas Neues auszudenken.

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Andy Borg ist zu alt für den Musikantenstadl

Donnerstag, den 26. Februar 2015
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MI 25.02.2015 | Bild

Die ARD, der ORF und der SRF wollen den “Musikantenstadl” verjüngen. Für Moderator Andy Borg ist da allerdings kein Platz mehr. Er muss gehen, darf die Show nur noch zweimal präsentieren. Gefeuert.
Und dann?

Manchmal steht man einfach nur da und kann nur noch mit dem Kopf schütteln. Da wollen irgendwelche Senderchefs also tatsächlich den Zuschauerschnitt vom “Musikantenstadl” verjüngen. Der “Crazy Stadl 2.0″ soll jünger, hipper, einfach anders werden. Oder so. Man weiß es nicht genau.
Dabei erscheint es vollkommen aussichtlos, dass dieses Vorhaben gelingt. Welcher junge Mensch sollte eine Show namens “Musikantenstadl” einschalten? Laut “Bild” am Mittwoch sind als Nachfolger Stefan Mross (ernsthaft? Diese Schlaftablette?), Helene Fischer (die wird eh Besseres zu tun haben) und Andreas Gabalier im Gespräch. Letzterer erscheint am naheliegensten – aber keiner von denen würde es schaffen, den Altersschnitt der Zuschauer spürbar zu senken.

Und die Frage lautet ja auch: warum eigentlich? Warum muss eine Show wie der “Musikantenstadl” jüngere Zuschauer haben? Warum kann es nicht viermal im Jahr eine Show im Fernsehen geben, die von Senioren geschaut und geliebt wird? Die 150 Minuten tun jungen Zuschauern sicher nicht weh – denn sie werden nicht einschalten, und warum soll das so schlimm sein?
Die ARD und die Partner sollen sich lieber um den Rest des Programms kümmern. Mehr Sendungen für jüngere Zielgruppen, Innovationen. Anstatt sinnlos am Stadl rumzuschrauben, wäre das eine wirklich wichtige Investition in die Zukunft. Es muss Sendungen geben, die Junge schauen, die Ältere lieben – und auch die, die alle gern haben. Die Mischung macht’s.

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Ein Prinz wird König – Thronwechsel in den Niederlanden

Donnerstag, den 2. Mai 2013
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DI 30.04.2013 | 9.05 Uhr | Das Erste

Fünf Stunden lang übertrug Das Erste am Dienstag den Thronwechsel in den Niederlanden, zwei Stunden am Vormittag, drei Stunden am Nachmittag.
Der erstaunlichste Bericht lief in der Nachmittagssendung – nämlich die Zusammenfassung vom Vormittag, sie dauerte gute fünf Minuten und enthielt alles wichtige, was passiert war: Königin Beatrix unterschrieb die Abdankung, und dann ging’s mit dem neuen König Willem Alexander auf den Balkon.
Aus 115 Minuten wurden so mal fix fünf Minuten, und niemand hat was verpasst.

Dazwischen zeigte die ARD nämlich erschreckend viel Nichts. Unendliche Schwenks über das Volk in Amsterdam. Mann winkt. Frau lacht. Familie fährt Boot. Richtig spannend. Das alles kommentiert von der Adelsschlaftablette Rolf Seelmann-Eggebert, der sich ständig bemüßigt sah, seinem Team Regieanweisungen zu geben: Liebe Simultandolmetscher, halten Sie sich bereit. Liebe Kollegen, jetzt hätten wir Zeit, einen Film einzuspielen, wir müssen aber nicht. Und so weiter. Okay, es ist schwierig, das Nichts zu kommentieren, aber auch die ARD könnte sich ja mal langsam jemanden engagieren, der auch das kann.

ORF2 in Österreich hat scheinbar alles richtig gemacht und dafür Hape Kerkeling engagiert. Nur leider durfte er nur lahme Statements abgeben, die weder spannend, noch lustig waren. So kann man seine große Humorchance auch verspielen.

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Das war 2012!

Montag, den 31. Dezember 2012
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Tom Hanks ist auch schon genervt vom deutschen Fernsehen. Drei Stunden lang musste er auf der „Wetten, dass“-Couch rumsitzen und sich doofe Masken überziehen. Danach zog er ordentlich vom Leder. Dabei kennt Mister Hanks doch gar nicht das restliche TV-Programm in Deutschland.
“Wetten, dass…?” sorgte 2012 für ordentliche Schlagzeilen. Zum Jahresanfang stand endlich fest, dass Markus Lanz Gottschalks Nachfolger wird.
Kann er das schaffen? Ist er der richtige Mann? Bis heute haben wir noch keine wirkliche Antwort darauf. Aber eigentlich hat er sich in den drei bisherigen Shows alles in allem gut geschlagen.

Gar nicht gut geschlagen hat sich Sat.1. Das wurde 2012 nämlich immer doofer. Grauenvolle Dokusoaps, Magazine mit bekloppten Namen wie „Push“ oder „Pin“, eine Castingshow, ein Quiz – alles Flops. Sat.1 wird das Rumpelimage und die miesen Quoten nicht mehr los. Mit gescripteten Talkshows, in denen nichts echt war, machte sich Sat.1 lächerlich. Mit angeblich nicht gescripteten Formaten wie “Schwer verliebt” zieht Sat.1 seine Protagonisten durch den Kakao. Höchst ärgerlich. Nein, zum kotzen ist das. Erstaunlich, wie schnell ein einst renommierter Sender in die Tonne gehauen werden kann.

Der ZDF-Reinfall des Jahres war eindeutig der Fußball-EM-Strand auf der Insel Usedom. Das ZDF wollte seine Berichterstattung diesmal nicht in den Stadien liefern, sondern aus Heringsdorf. Angeblich, weil das ja von Polen nicht so weit weg ist.
Während die Ostsee im Hintergrund wirkte wie ein öder Tümpel, ließ sich Olli Kahn zeigen, wie man twittert. Sehr spannend. Die Zuschauer vor Ort, oft wirkte das wie ein Rentnernachmittag, schwenkten müde mit ihren Deutschland-Fähnchen. Kam aber angeblich bei den Zuschauern supertoll an, hieß es beim ZDF. Erst zum Jahresende hin, gab man sich einsichtig.
Und dann gab es zur EM auch noch den unverschämt grinsenden Ingo Zamperoni. Er moderierte die „Tagesthemen“ in der Halbzeit des deutschen EM-Spiels gegen Italien. Die launige Moderation des Halbitalieners kam bei einigen Zuschauern irgendwie gar nicht gut an. Und dann schied Deutschland auch noch aus. Die bösen Briefe landeten haufenweise in der Redaktion von ARD-aktuell.
Immerhin sorgte die Fußball-EM für die Einschaltquote des Jahres: 28 Millionen Menschen sahen das EM-Aus der Deutschen.

Bitter war das Jahr für Thomas Gottschalk. Seine neue ARD-Vorabendshow “Gottschalk live” floppt grandios. Die erste Ausgabe war ein Desaster. Zig Werbepausen, von denen Gottschalk nicht wusste, wann sie beginnen. Es fehlte an einem Konzept, es fehlte offenbar an guten Leuten im Hintergrund, ständig erfand sich die Show neu. Die Quoten waren im Keller. Das Aus im Juni.
Im Herbst musste er sich auch noch beim RTL-„Supertalent“ in der Jury quälen. War nicht sein Ding. Und zu besseren Quoten führte sein Engagement auch nicht.

Showstars haben es eben auch nicht immer leicht. Davon kann Jenny Elvers-Elbertzhagen ein – hicks – Lied von singen. Im NDR-Magazin „Das!“ wirkte sie, nun ja, betrunken. Danach verabschiedete sie sich in die Entzugsklinik.
Die Kastelruther Spatzen haben für ihre Alben Studiomusiker engagiert. Böse Sache, deshalb mussten sie auch im “Musikantenstadl” zur Strafe live spielen. Und durften sich danach über die unverschämte Presse auslassen. Selber unverschämt.
Als in der Live-Talkshow von Günther Jauch sich ein Zuschauer im Saal lautstark zu einem Berliner Hochschulthema, nun ja, äußerte, wird er von den Ordnern rüde rausgeschmissen. Günther Jauch lässt ihn zurückholen.

2012 mussten wir von beliebten Stars Abschied nehmen. Dirk Bach starb viel zu früh, ebenso wie Whitney Houston. Auch nicht mehr da: Kurt Felix, Larry Hagman und der Politiker Peter Struck. Außerdem Neil Armstrong, Susanne Lothar, Donna Summer, Robin Gibb, Ravi Shankar, Rodney King, der Politiker Friedrich Zimmermann, Silvia Seidel, Oscar Niemeyer, Ernest Borgnine, Wolfgang Menge, Harry Valérien, Dave Brubeck, Schiedsrichter Manfred Amarell, Vadim Glowna, Günther Kaufmann, Sylvia Kristel, Scott Mckenzie, John Lord, Eishockey-Trainer Xaver Unsinn und Margot Werner.

Ach ja: und die Financial Times Deutschland und der gedruckte “Prinz”. Das Zeitungssterben beginnt. Die Frankfurter Rundschau meldet 2012 Insolvenz an. Ende offen. Noch immer ist nicht das richtige Rezept gegen die Zeitungskrise gefunden. Stattdessen streitet man sich um die Tagesschau-App. Angeblich weil Fernseher keine Texte anbieten darf. Offenbar die Presse aber bewegte Bilder.
Die Mediengruppe Madsack aus Hannover übernimmt die Märkische Allgemeine in Potsdam und möbelt sie auf. Die “Bild” feiert den 60. Geburtstag und feuert das nackte Seite-1-Girl.

Das Leitungsschutzrecht sorgt für Wirbel. Verlage wie Springer wollen nicht mehr, dass die Internetsuchmaschine Google Texte und Links verbreitet. Dabei vergessen sie offenbar, wer ihnen so viele Klicks beschafft.

Und sonst? Im „Tatort“ quatscht ARD-Wahlexperte Jörg Schönenborn in den dramatischen Serientod von Kommissar Cenk Batu. Im „ZDF-Fernsehgarten“ sorgen Chaoten im Hintergrund für einen Polizeieinsatz. Die ARD beerdigt seine Zuschauer mit einer nicht enden wollenden Themenwoche “Tod”. n-tv erreicht Rekordquoten mit dem Stratossprung von Felix Baumgartner aus fast 40 Kilometern Höhe. Harald Schmidt muss Sat.1 verlassen und sendet nun bei Sky unter Ausschluss der breiten Masse. Beim Internetsender family.TV wird in der “Club Night” eine Moderatorin während der laufenden Sendung gefeuert. Beim SuperBowl auf Sat.1 verpassen die Zuschauer bedauerlicherweise einen Touchdown, weil gerade ein Gewinnspiel läuft. Bei “Stuckrad-Barre” auf Tele 5 nippt FDP-Mann Christian Lindner an einem Joint, und die “Bild” spult sich auf.

Ach ja, und dann natürlich die Affäre um Christian Wulff. Im Interview mit ARD und ZDF verteidigt er Anfang Januar noch sein Tun, und sagt, er wolle in keinem Land leben, in dem man keine Geschenke von Freunden annehmen könne. Hilft nichts, er tritt doch noch zurück.

Gab es 2012 eigentlich auch gutes Fernsehen? Die Talkshow „Roche und Böhmermann“ auf zdf.kultur mischt die Promis auf. „Walulis sieht fern“, erst auf Tele 5, dann bei einsplus, zeigt, wie Fernsehen wirklich funktioniert. Das ZDF erfreut uns weiterhin mit der großartigen Nachrichtensatire, der “heute show”. Oliver Kalkofe darf wieder lästern. Die “Mattscheibe” läuft jetzt freitags auf Tele 5. Großartig waren wieder die neuen “Pastewka”-Folgen auf Sat.1.
Hoffentlich gibt’s 2013 mehr solcher Perlen. Auf ein Neues!