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ZiB 2: Wahlkarten – zu früh gezählt

Freitag, den 27. Mai 2016
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MI 25.05.2016 | 22.00 Uhr | ORF2

Andere Länder, andere Sitten. Eine Nacht lang war am Sonntag in Österreich nicht klar, ob nun der rechte Norbert Hofer (FPÖ) oder Alexander van der Bellen (Grüne) Bundespräsident werden – es stand 50/50. Erst die Auszählung der Briefwahl – in Österreich heißen sie Wahlkarten – brachte das Endergebnis. Die Wahlkarten werden aber – warum auch immer – erst am nächsten Tag um 9 Uhr ausgezählt.

Die ORF2-Nachrichtensendung “ZiB 2″ berichtete am Mittwochabend nun lang und breit darüber, dass es wohl mehrere Wahlbezirke gegeben haben soll, die schon vor 9 Uhr ausgezählt haben, die einfach übereifrig waren und den Mist schon in der Nacht begonnen haben.
Warum das aber so dramatisch ist, wenn man schlicht die Auszählung schon vorzieht, hat keiner so genau erklären können. Angesichts der Spannung ist es doch sogar ganz gut, dass man schon früher weiß, was Sache ist. Aber so hat man wenigstens noch etwas zu tuttern, zu meckern, zu mosern.
Aber so sind sie, die Ösis, die knabbern lieber noch einen Tag an den Fingernägeln, um die Spannung so richtig auszukosten.
Sollte man für deutsche Wahlen auch mal einführen: Um 20 Uhr ist Zählschluss, weiter geht’s es erst am Montagfrüh – nach dem Frühstück.

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Guten Morgen Österreich!

Dienstag, den 12. April 2016
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MO 11.04.2016 | 6.05 Uhr | ORF2

Das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Österreich traut sich was. Die haben ein Projekt angepackt, an das sich lange niemand mehr rangewagt hat.
Ähm, nun ja. Weil die andern das schon ewig machen.
Der ORF sendet seit zwei Wochen ein Frühstücksfernsehen: “Guten Morgen Österreich!”.

Gratulation an den ORF! Während in Deutschland “Guten Morgen mit Sat.1″ schon vor 29 Jahren startete, ARD und ZDF vor 24 Jahren nachzogen, hat man sich beim ORF ein bisschen länger Zeit gelassen.
Denn nun haben sie festgestellt: Ups, uns laufen ja die Zuschauer weg! Mit dem “Alpenpanorama”, das täglich morgens bei ORF2 lief, waren kaum noch Zuschauer zu bekommen. Weg damit – läuft nur noch bei 3sat.
Beim privaten Konkurrenten Puls 4 gibt es das morgendliche “Café Puls” auch schon ewig und wird dort auch von den Österreich-Ablegern von ProSieben und Co. übernommen. Bei Servus TV haben sie das Frühstücksfernsehen sogar schon wieder eingestellt – wegen Erfolglosigkeit.

Jetzt also traut man sich doch beim ORF und will im 2. Programm jeden Tag die Zuschauer wecken – mit total locker-lustigen Moderatoren, die total crazy drauf sind. Andererseits: Die haben sich so lange Zeit gelassen, da muss das Konzept einfach grandios sein!

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Die Macht der Bilder – 60 Jahre Fernsehen

Montag, den 26. Oktober 2015
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SO 25.10.2015 | 11.55 Uhr | 3sat

Obwohl Österreich unser nachbar ist und die Leute dort auch Deutsch sprechen (oder so was Ähnliches), wissen wir doch hierzulande recht wenig darüber, was da so passiert. 3sat zeigte am Sonntagmittag eine doku über den 60. Geburtstag des ORF: “Die Macht der Bilder”. Sehr interessant!

In Österreich ist der Einfluss der Politik scheinbar immer größer gewesen als in Deutschland. Die Wahl der Intendanten war dort immer ein Politikum, wie sich in dem Rückblick zeigte. Ein Politikwechsel brachte auch im ORF neuen Streit um die Aufsichtsratsplätze – und Einflussversuche. Es ist noch nicht mal fünf Jahre her, dass die ORF-Nachrichtenleute gegen den Politeinfluss ihn ihrem Sender protestierten.

Der ORF hatte bis Ende der 80er das Monopol, erst als die Privatsender aus Deutschland auch nach Österreich reinstrahlten, ging es mit dem ORF bergab. Aber noch heute hat ORF eins Marktanteile um die 40 Prozent. Wahnsinn.
In den 90ern drohte der Wandel zum öffentlich-rechtlichen Privatsender, als der Ex-RTL2-Chef Gerhard Zeiler zum ORF kam. RTL in Deutschland hatte “Hans Meiser”, also musste der ORF um 16 Uhr ebenfalls einen Daily-Talk bringen (und im Gegensatz zu uns ist das dort heute noch so). Lief bei Sat.1 “Schreinemakers live”, hatte der ORF “Vera”. “Die Millionenshow” im ORF2 wird sogar im selben Studio produziert wie der RTL-Zwilling “Wer wird Millionär?”. Fanden natürlich nicht alle toll. Schließlich konnten alle Vorbilder auch in Österreich gesehen werden.
Mit dem neuen Programmchef kam dann eine neue Wende im Programm, und so ging das munter weiter.

Schön, dass uns 3sat (an dem ja der ORF beteiligt ist) mal an der TV-Geschichte Österreichs teilhaben ließ.

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Musikantenstadl: Andy Borgs Abschied

Montag, den 29. Juni 2015
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SA 27.06.2015 | 20.30 Uhr | Das Erste

“So muss das Leben wohl sein. Es holt alle Verlierer mal ein. Ich komm verlassen mir vor, drum adios, adios, adios Amor.”
Mit diesem merh als 30 Jahre alten Song verabschiedete sich Andy Borg am Sonnabend von seinem “Musikantenstadl”. Es war durchaus Wehmut dabei, auch wenn die Traurigkeit inzwischen wohl auch ein wenig die Wut abgelöst hat.

Andy Borg (54) ist zu alt für den “Musikantenstadl”, deshalb moderierte er nun seine letzte Show. ARD und ORF wollen die Sause verjüngen, und versuchen das mit Alexander Mazza und Francine Jordi. Wie die Show dann mit ihnen aussehen wird, bleibt abzuwarten. Wie sie eine Show, dessen Titel schon altbacken ist, aber überhaupt verjüngen wollen, bleibt mir ein Rätsel. Ebenso wie die Frage, warum man den “Musikantenstadl” überhaupt verjüngen muss.

Vor 20 Jahren war das deutsche Fernsehen voll mit Schunkelshows für Rentner. Erst waren es die Privatsender, die sie verbannten, dann nach und nach auch ARD und ZDF. Inzwischen ist der Eindruck, dass es kaum noch Unterhaltung gibt, die sich explizit und mehr oder weniger ausschließlich an Senioren richtet. Sicherlich, auch Shows wie den “Musikantenstadl” kann man modernisieren – aber ein junges Publikum wird der nicht erreichen. Und ich finde: soll er auch nicht. Meine Güte, lasst doch den Alten ihre zwei bis drei Shows. Und wenn die dann alle mal weg sind, dann kann man den Stadl auch mit Würde beerdigen.
Für Mazza und Jordi wird das jedenfalls eine nicht sehr leichte Aufgabe.

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Musikantenstadl

Sonntag, den 29. März 2015
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SA 28.03.2015 | 20.15 Uhr | Das Erste

Och, schade! Die Stimmung war doch gerade sooo gut! Aber irgendjemand muss beim BR in München plötzlich den Stecker gezogen haben. Vielleicht lag es aber auch daran, dass der zuständige Mitarbeiter auf dem Mischpult eingeschlafen ist und seine Nase auf dem Aus-Knopf landete.
Man weiß es nicht.

Es war genau 22.45 Uhr, als am Sonnabend im Ersten während des “Musikantenstadls” der Hinweis “Tagesthemen im Anschluss” eingeblendet worden ist. Genau da fror das Bild ein. Und taute auch nicht mehr auf. Testbild. Grünbild. Und auf Wiedersehen. Nach Programmhinweisen begannen – dann doch noch einigermaßen pünktlich – die “Tagesthemen”.

Ob die deutschen Zuschauer – beim hauptübertragenden ORF2 in Österreich lief die Show wohl weiter – noch etwas verpasst haben, wissen wir momentan nicht.
Zum Zeitpunkt des Ausfalls ist jedenfalls erschreckend wenig in der Show passiert. Zu einem Playback-Mix aus diversen Musiken liefen im gesamten Saal irgendwelche Kapellen herum, tanzten Leute, unterhielten sich Leute, und irgendwie schien die Regie oft selbst nicht genau zu wissen, was sie jetzt zeigen soll. Es wirkte, als ob die Show schon zehn Minuten zu Ende sei und noch viel, viel Zeit mit Nichts gefüllt werden müsse.

Es ist nicht das erste Mal, dass die ARD den “Musikantenstadl” vorzeitig beendet. Wegen eines Boxkampfes blendete man sich absichtlich schon mal früher aus.

Ansonsten stand die Show gleich aus drei Gründen unter genauerer Beobachtung. Erstens: Karl Moik ist vor wenigen Tagen gestorben, der Stadl-Gründer. Zweitens: Die Show lief wenige Tage nach dem Flugzeugabsturz. Drittens: Es ist der vorletzte “Stadl” mit Andy Borg.
Andy Borg muss die Show verlassen, weil der ORF den “Musikantenstadl” verjüngen will. Und es ist ein Dilemma: Einerseits ist es nicht schlimm, dass es Shows gibt, die fast ausschließlich von älteren Leuten gemocht wird. Andererseits: Die Show ist wirklich extrem trutschig, die Art wie Borg moderiert, ist lahm und anstrengend.
Nur: Egal, wer nach Andy Borg kommt – der “Musikantenstadl” hat genau das Image, was ihn momentan ausmacht. Ob sich das rumreißen lässt, ist mehr als fraglich. Vielleicht ist es sinnvoller, die Show zu beenden und sich etwas Neues auszudenken.

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Andy Borg ist zu alt für den Musikantenstadl

Donnerstag, den 26. Februar 2015
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MI 25.02.2015 | Bild

Die ARD, der ORF und der SRF wollen den “Musikantenstadl” verjüngen. Für Moderator Andy Borg ist da allerdings kein Platz mehr. Er muss gehen, darf die Show nur noch zweimal präsentieren. Gefeuert.
Und dann?

Manchmal steht man einfach nur da und kann nur noch mit dem Kopf schütteln. Da wollen irgendwelche Senderchefs also tatsächlich den Zuschauerschnitt vom “Musikantenstadl” verjüngen. Der “Crazy Stadl 2.0″ soll jünger, hipper, einfach anders werden. Oder so. Man weiß es nicht genau.
Dabei erscheint es vollkommen aussichtlos, dass dieses Vorhaben gelingt. Welcher junge Mensch sollte eine Show namens “Musikantenstadl” einschalten? Laut “Bild” am Mittwoch sind als Nachfolger Stefan Mross (ernsthaft? Diese Schlaftablette?), Helene Fischer (die wird eh Besseres zu tun haben) und Andreas Gabalier im Gespräch. Letzterer erscheint am naheliegensten – aber keiner von denen würde es schaffen, den Altersschnitt der Zuschauer spürbar zu senken.

Und die Frage lautet ja auch: warum eigentlich? Warum muss eine Show wie der “Musikantenstadl” jüngere Zuschauer haben? Warum kann es nicht viermal im Jahr eine Show im Fernsehen geben, die von Senioren geschaut und geliebt wird? Die 150 Minuten tun jungen Zuschauern sicher nicht weh – denn sie werden nicht einschalten, und warum soll das so schlimm sein?
Die ARD und die Partner sollen sich lieber um den Rest des Programms kümmern. Mehr Sendungen für jüngere Zielgruppen, Innovationen. Anstatt sinnlos am Stadl rumzuschrauben, wäre das eine wirklich wichtige Investition in die Zukunft. Es muss Sendungen geben, die Junge schauen, die Ältere lieben – und auch die, die alle gern haben. Die Mischung macht’s.

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Ein Prinz wird König – Thronwechsel in den Niederlanden

Donnerstag, den 2. Mai 2013
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DI 30.04.2013 | 9.05 Uhr | Das Erste

Fünf Stunden lang übertrug Das Erste am Dienstag den Thronwechsel in den Niederlanden, zwei Stunden am Vormittag, drei Stunden am Nachmittag.
Der erstaunlichste Bericht lief in der Nachmittagssendung – nämlich die Zusammenfassung vom Vormittag, sie dauerte gute fünf Minuten und enthielt alles wichtige, was passiert war: Königin Beatrix unterschrieb die Abdankung, und dann ging’s mit dem neuen König Willem Alexander auf den Balkon.
Aus 115 Minuten wurden so mal fix fünf Minuten, und niemand hat was verpasst.

Dazwischen zeigte die ARD nämlich erschreckend viel Nichts. Unendliche Schwenks über das Volk in Amsterdam. Mann winkt. Frau lacht. Familie fährt Boot. Richtig spannend. Das alles kommentiert von der Adelsschlaftablette Rolf Seelmann-Eggebert, der sich ständig bemüßigt sah, seinem Team Regieanweisungen zu geben: Liebe Simultandolmetscher, halten Sie sich bereit. Liebe Kollegen, jetzt hätten wir Zeit, einen Film einzuspielen, wir müssen aber nicht. Und so weiter. Okay, es ist schwierig, das Nichts zu kommentieren, aber auch die ARD könnte sich ja mal langsam jemanden engagieren, der auch das kann.

ORF2 in Österreich hat scheinbar alles richtig gemacht und dafür Hape Kerkeling engagiert. Nur leider durfte er nur lahme Statements abgeben, die weder spannend, noch lustig waren. So kann man seine große Humorchance auch verspielen.