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Poseidon

Mittwoch, den 6. Januar 2016
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MO 04.01.2016 | 22.25 Uhr | kabeleins

Aus der Reihe „Remakes, die die Welt nicht braucht”, zeigte kabeleins am Montagabend Wolfgang Petersens Neuversion des 70er-Jahre-Katastrophenfilmes „Poseidon-Inferno”.

Die Geschichte der 2006er-Version ist unverändert. Ein Kreuzfahrtschiff gleitet über den Nordatlantik. Drinnen wird Silvester gefeiert. Dann kommt eine riesige Flutwelle und lässt den Kahn kentern und am Ende kieloben schwimmen. Panik und erste Rettungsversuche.

Könnte ganz spannend sein. Ist es aber nicht. Mal abgesehen davon, dass der 70er-Jahre-Story nichts Neues beigefügt ist, wurde dieser Film dermaßen lustlos dahingerotzt, dass man mit der Fernbedienung werfen will. Keine Ahnung, wozu Petersen diesen öden Schinken gedreht hat. Völlig zurecht war er nicht nur in Deutschland eher ein Flop.

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Die Food-Giganten

Dienstag, den 17. November 2015
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SO 15.11.2015 | 20.15 Uhr | kabeleins

Sonntagabend um 20.15 Uhr. Die Deutschen gucken mehrheitlich den “Tatort”. Oder den Herzschmerz-Schinken im Zweiten. Oder vielleicht auch die Free-TV-Filmpremiere auf einem der großen Privatsender.
Wer das alles nicht guckt, wird den Fernseher wohl nur nebenbei zu laufen haben. Oder nur ab und zu. Anders ist das Phänomen der Sonntagabend-Doku bei kabeleins nicht zu erklären.

In den “Food-Giganten” ging es um Sandwiches. Um junge Leute, die einen Laden aufmachen wollten, um den Branchenprimus Subway und dessen Nachahmer.
Und das zwei Stunden lang. Viel Zeit. Sehr viel Zeit.
So etwas ist den Zuschauern von kabeleins ja eigentlich nicht zuzumuten. Deshalb bekommen sie auch alle 15 bis 20 Minuten sowohl eine Zusammenfassung über das Gesagte der vergangenen Minuten und – noch bekloppter – immer wieder dieselben Fakten und Thesen zum Thema Sandwiches. Immer wieder.
Fast schon auffällig war das Mantra, dass ja Subway die Nummer 1 in der Branche sei, und dass die kleinen Firmen ja machen könnten was sie wollen – Subway stehe immer ganz oben, weil die eben am bekanntesten seien.
Wer das während einer Doku ein paarmal erzählt bekommt, der merkt sich das. Wie er sich überhaupt den Namen “Subway” merkt. Ob da Gelder für die Produktion fließen?

Diese ewigen Redundanzen: Sind diese Dokus nicht dafür gedacht, dass man sie aufmerksam von Anfang bis Ende guckt? Oder leiden kabeleins-Zuschauer an Gedächtnisschwund? Oder hält man bei kabeleins seine Zuseher schlicht für doof?

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Trailer: Die spektakulärsten Kriminalfälle

Dienstag, den 21. Juli 2015
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FR 17.07.2015 | 21.27 Uhr | kabeleins

Bei kabeleins scheinen sie das nicht mitbekommen zu haben, deshalb dies hier mal vorweg: Der Wetterexperte Jörg Kachelmann stand wegen des Vorwurfs der Vergewaltung vor Gericht, ist davon aber freigesprochen worden. Jörg Kachelmann ist kein verurteilter Straftäter.
Und nun kommt kabeleins.

Der Sender warb für seine neue Reihe “Die spektakulärsten Kriminalfälle – Dem Verbrechen auf der Spur”, die am Sonntagabend angelaufen ist. In dem Trailer raunt eine männliche Stimme: “Dunkle Geheimnisse, undurchschaubare Abgründe, verhängnisvolle Taten. Diese Menschen sind bis zum Äußersten gegangen und wurden zu Verbrechern, die jeder kennt.”
Zu sehen ist unter anderem: Jörg Kachelmann. Der, so kabeleins, nun also ein Verbrecher sein soll, den jeder kenne?
Nun ja. Dass so ziemlich jeder Jörg Kachelmann kennt, damit haben die Leute bei kabeleins ja noch recht. Aber dass Kachelmann freigesprochen worden ist und somit nicht als “Verbrecher” betitelt werden kann, das muss bei kabeleins irgendjemand übersehen haben.
Blöde Sache, das.

Jörg Kachelmann aber hat’s gesehen und forderte eine Unterlassungserklärung. Die hat die Sendergruppe ProSiebenSat.1 offenbar zur Kenntnis genommen, denn als der Trailer am Freitagabend in der “Homeland”-Werbepause zu sehen war, kam Jörg Kachelmann im Trailer nicht mehr vor.

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Homeland

Montag, den 20. Juli 2015
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FR 17.07.2015 | 20.15 Uhr | kabeleins

“Homeland” ist ein Flop. Nur wollen das offenbar viele Medien nicht wahrhaben.
In Deutschland ist die 4. Staffel angelaufen. Weil aber die Quoten bei Sat.1 zu schlecht waren, läuft die Serie nun bei kabeleins. Da aber immerhin zur Primetime. Wie lange noch – das wird sich aber erst noch zeigen müssen.

Als die 1. Staffel hierzulande zu sehen war, war auch ich begeistert: Da ging es um einen US-Soldaten, der aus Afghanistan zurückkehrt und als Held gefeiert wird. Der Thrill: Dieser Soldat könnte von der anderen Seite abgeworben worden sein und in den USA einen Anschlag planen.
“Homeland” war mal unfassbar spannend. Schon Staffel 2 ließ extrem stark nach, aber wie das immer so ist: Serienproduzenten finden oft leider kein Ende.

Nun läuft also Staffel 4, und die hat mit der ursprünglichen Story so gut wie nichts mehr zu tun. Es geht immer noch um das Geschehen in Afghanistan, um Diplomaten, Agenten, Überläufer.
In Folge 5 bin ich am Freitag nun ausgestiegen. Mein Interesse ging immer weiter zurück, die Geschichte packt mich nicht mehr. Und ich bin nicht der Einzige, der so denkt. Die Einschaltquoten sind selbst für kabeleins ein Desaster.

Nun heißt es ja immer wieder: Warum funktioniert so was in den USA, aber in Deutschland will das keiner sehen.
Dabei hat “Homeland” auch in den USA sehr überschaubare Quoten. Schon Staffel 1 sahen auf einem kleinen Sender dort nur etwas mehr als eine Million Menschen, so ist es auf der Wikipedia-Seite zu lesen. In Deutschland waren es sogar gut doppelt so viel.
Die Quoten gingen in den USA leicht zurück, ebenso wie in Deutschland. “Homeland” ist weder in den USA noch hierzulande massentauglich.
Dennoch ist es interessant, dass in den Medien die Serie als großer Hype gefeiert wird. Ein Hype, den es unter Otto-Normal-Zuschauern nicht gibt. Als klar war, dass Staffel 5 in Berlin entsteht, drehen die deutschen Medien quasi durch. Aber eben nur die Medien und eben auch ein paar Anhänger. Aber eben nicht die Masse.

Jetzt weiß ich auch, warum neulich niemand Hauptdarstellerin Claire Danes im Berliner Biergarten erkannt hat. Vermutlich schlicht deshalb, weil sie kaum jemand kennt.

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Werbung: 99-Fire-Films

Montag, den 13. Januar 2014
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SO 12.01.2014 | 16.56 Uhr | kabeleins

Erwischt! Schauspieler Elyas M’Barek knöpft sich gerade noch so das Hemd zu. Was läuft da zwischen dem Filmstar und Joyce, dem Webstar?
Die Frage könnte man stellen, wenn man sich den Werbespot für den 99-Fire-Films-Wettbewerb ansieht, der am Sonntagnachmittag auf kabeleins lief.

Während Elyas M’Barek über den Videowettbewerb spricht – die Haare leicht wirr, und er schwitzt ein bisschen – und erzählt, dass er ja Teil der Jury ist, zieht er sich an. Das Hemd, wie gesagt, das am Anfang noch halb offen steht, dann noch eine Jacke und zum Schluss hübsch feingemacht.
Der Webstar scheint unbeteiligt daneben zu stehen – aber wer weiß schon so genau, was da abgeht? Knickknack.
Wann gibt es das unzensierte Making of zum Spot?

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Senderlaunch ProSieben MAXX

Mittwoch, den 4. September 2013
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DI 03.09.2013 | 20.12 Uhr | Sat.1

Mit der ProSiebenSat.1-Gruppe geht es bergab. Das merkt man nicht nur an den schwinden Marktanteilen von ProSieben und Sat.1, sondern auch daran, dass die noch nicht einmal in der Lage sind, einen neuen Sender vernünftig und pannenfrei zu starten. Der Start von ProSieben MAXX ging gründlich in die Hose.
Dabei sollte alles so toll werden.

Der Programmstart, äh, Verzeihung: Der Senderlaunch sollte das ganz große Ding werden, live übertragen aus Berlin – und nicht nur auf ProSieben MAXX selbst, sondern auch auf Sat.1, ProSieben, kabeleins, sixx und Sat.1 Gold.
Eine aufgekratzte Moderatorin freute sich wie Gräfin koks über den Programmstart. Sogar ein paar Promis latschten über den roten Teppich, um dieses Topvent nicht zu verpassen. Sogar ein paar Zuschauer standen rum, und natürlich waren auch die total crazy drauf (ob sie eingekauft waren?). Im Hintergrund lief der Countdown.

Aber ach: Als der Countdown die 4-Sekunden-Marke erreichte, endete ganz abrupt die Übertragung des Programmstarts. Ob irgendein wichtiges rotes Knöpfchen gedrückt worden ist – wir wissen es nicht. Mittendrin war Sense, und auf allen sechs Sendern begann das jeweilige Primetime-Programm. Auf Sat.1 gab es einen Programmtrailer, und auf ProSieben MAXX startete das Programm, ohne dass es einen Programmstart gab.
Das ist wirklich eine Leistung, ein solches sendereigenes Event derart in die Tonne zu kloppen. Respekt!

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rbb aktuell: NSU-Prozesslotterie und enttäuschte Journalisten

Dienstag, den 30. April 2013
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MO 29.04.2013 | 21.45 Uhr | rbb

Deutschland ist schockiert: Qualitätszeitungen wie die “F.A.Z.”, “Die Welt” oder “Der Tagesspiegel” haben keinen festen Platz beim anstehenden NSU-Prozess zugelost bekommen.
Okay, eigentlich ist nicht Deutschland schockiert, sondern die Journalisten, ob sich der Rest dafür interessiert, welche Zeitung aus München direkt berichten darf und wer stattdessen entweder auf die Nachrichtenagentur DPA, die akkreditierten freien Journalisten oder mit anderen Redaktionen zusammenarbeiten muss, ist den meisten Lesern eh’ wurscht.

Dennoch berichtete u.a. “rbb aktuell” am Montagabend an recht prominenter Stelle über den, ähm, Skandal.
Schon wieder sei was schiefgegangen bei der Vergabe der Prozessbeobachterplätze. Da gibt es jetzt Zeitungen, die uns mitteilen, dass sie ja so wichtig und toll sind, dass man sie doch nicht einfach aussperren kann. Im rbb darf ein Redakteur der Berliner Regionalzeitung “Der Tagesspiegel” (sie selbst sehen sich als bedeutender, aber mal ehrlich…) sagen, dass das so doch irgendwie nicht so schön sei. Bei “Welt” und “F.A.Z.” denkt man über erneute Klagen nach.

Liebe Journalisten, vielleicht ist es euch noch nicht aufgefallen: Im NSU-Prozess geht es gar nicht um euch, wir wollen jetzt endlich, dass es losgeht und nicht, dass schon wieder über euch – und nur über euch – gestritten wird.

Ärgerlich ist aber auch die arrogante und abgrundtief dumme Berichterstattung. Da machen sich alle darüber lustig, dass kabeleins, RTL II oder die “Brigitte” Presseplätze bekommen haben. Oder die “Lübecker Nachrichten” oder das Internetportal “Hallo München”.
Dabei wird kabeleins sicherlich eher für die ProSiebenSat.1-Gruppe stehen. RTL II wird ganz bestimmt eher und auch für RTL, VOX und n-tv da sein. Das “SZ-Magazin” wäre schön blöd, wenn es die “Süddeutsche Zeitung” selbst nicht beliefern würde (was soll also das Geheule?). Die “Lübecker Nachrichten” werden vermutlich die komplette Mediengruppe Madsack beliefern. Und gehört die “Brigitte” nicht zum Verlag Gruner + Jahr, und der “stern” nicht auch? Ist da nichts machbar? Auch nicht bei “Hallo München”, zu dem mehrere bayerische Zeitungen gehören?

Da ist viel Wind um nichts, da geht es um gekränkte Eitelkeiten. Und, meine Güte, sonst hauen die Zeitungen ihre Seiten auch mit DPA-Berichten voll.