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Bundespolizei live: Großkontrolle an der Grenze

Samstag, den 21. September 2019
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MI 18.09.2019 | 20.15 Uhr | kabeleins

Verkehrskontrolle auf der Autobahn. Und man denkt: Habe ich was verbrochen? In Zukunft kommt wohl öfter noch dieser Gedanke hinzu: Hoffentlich ist das Fernsehen gerade nicht da.
Am Mittwochabend übertrug kabeleins live eine Polizeikontrolle an der Autobahn. Die Bundespolizei hatte sich an der Grenze zu Polen auf der A4 bei Görlitz postiert, und kabeleins war mit diversen Kamerateams vor Ort. Um mal zu zeigen, was die Bundespolizei denn da so macht. Und vermutlich um zu hoffen, dass ihnen ein großer Fang unterkommt. Live. Auf kabeleins. Ist das aufregend!

“Bundespolizei live: Großkontrolle an der Grenze” hieß die Live-Sendung am Mittwochabend zur Primetime. Der Moderator stand unter einem Zeltpavillon und sprach mit einem Herrn von der Bundespolizei, und zwischendurch wurde immer wieder da hingeschaltet, wo etwas, ähm, passierte.
Die zwei Männer im Porsche zum Beispiel. Verdächtig? Weil Porsche? Und weil: zwei Männer? Die Kamera schwenkte auf den Porsche, und einer der Männer machte erst mal ein Handyfoto davon, dass er gerade vom Fernsehen live ins Fernsehen gebracht wird. Und, worum handelt es sich hier, fragte der Reporter. Die Antwort schien enttäuschend zu sein: Es seien zwei Geschäftsmänner, und eigentlich sei alles in Ordnung. Schönen Abend noch.
Kurz war ich gespannt.

Immer wieder wurden Kofferräume geöffnet, und erstaunlich viele Reisende in Richtung Polen hatten Großpackungen Waschmittel dabei. Von Dash mit zum Weißen Riesen. Die waren offenbar nicht zu beanstanden.
Aber dann: Spannung! Auf einem Transporter war ein Auto, dessen Fahrer keine Papiere dazu hatte. Eine Überführung – oder doch geklaut? Der Fahrer erklärte, die Polizei habe ihm erklärt, dass… ach, egal. Jedenfalls soll es sich eher um einen Irrtum als um einen Raub gehandelt haben. War aber trotzdem sehr aufregend, da, live auf kabeleins.

Der Moderator sprach gerade mal wieder mit dem Polizei, als er aufschreckte: Acht! Und acht soll der interne Code für eine Festnahme sein. Sollte es also doch noch sehr, sehr aufregend werden in dieser Live-Übertragung? Die, ähm, Entwarnung kam schnell: Nicht Acht, sondern A8. Audi A8. Ein Audi A8 war gerade in einer Kontrolle. Keine Festnahme. In der Regie hat man vermutlich wegen des Spannungsabfalls eine Runde geweint.

Falls übrigens doch jemand live abgeknallt worden wäre oder wenn wirklich ein Dieb aufgetaucht wäre oder wenn einfach nur jemand keinen Bock hatte, live im Fernsehen von der Polizei kontrolliert zu werden – der wurde verpixelt. Denn ganz live war die Übertragung nicht, sondern leicht zeitversetzt, um die Bilder schnell noch bearbeiten zu können. Falls Herr Meier nicht will, dass er schon wieder Pornos geschmuggelt hat.

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Ab ins Kloster! Rosenkranz statt Randale

Sonntag, den 31. März 2019
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DO 28.03.2019 | 20.15 Uhr | kabeleins

Emy hat ein wirklich hartes Leben. Ihr Arbeitsalltag ist stressig, und man möchte nicht mit ihr tauschen. Ihre Aufgabe: gut aussehen. Sich schminken. Fotos von sich machen. Und diese bei Instagram reinstellen. Ach ja, und natürlich: berühmt werden.
Alessia hat immerhin schon einen berühmten Vater. Ob man nun sagen kann, dass Papa Willi Herren ihr Vorbild ist oder sein sollte, sei mal dahingestellt. Aber als Tochter eines E-Promis muss sie sich natürlich längst nicht alles gefallen lassen, und eigentlich ist der Weg nach oben für sie ja sowieso nicht mehr sehr weit. Da muss sie sich mit solchen Nichtigkeiten wie Arbeit allerdings auch nicht mehr rumschlagen.

Diese sympathischen Grazien zogen am Donnerstagabend ins Kloster ein. Auf kabeleins lief die erste Folge der Dokureihe “Ab ins Kloster! Rosenkranz statt Randale”.
Wobei der Titel eigentlich nicht stimmte. Für Emy und Alessia hätte er lauten müssen: “Ab ins Kloster! Scheiß auf Rosenkranz. Randale!”

Dazu muss man wissen: Dieser Gang ins Kloster war, auch wenn die Mädels das vielleicht anders sehen, nicht nur Show. Denn die Schwestern, die dort leben, die haben Regeln. Morgens um 6.45 Uhr geht es um Gottesdienst, danach ist Frühstück, und gearbeitet werden muss auch. Schminke ist nicht nötig und Handys braucht im Kloster auch keiner.
Fanden die Mädels alles, nun ja, so mittel.
Dieses frühe Aufstehen und dann noch arbeiten! Keine Schminke und kein Handy, um schnell mal was Sinnfreies auf Instagram zu posten! Das Klosterleben war einfach zu hart für Emy und Alessia.
An Tag rebellierten die beiden. Emy, weil ihre Follower schon nervös wurde, weil sie ewig keinen überschminkten Kussmund mehr zu sehen bekamen. Und Alessia, weil… also, weil, einfach darum, weil sie Alessia ist und gerade keinen Bock mehr hat.

Keine Ahnung, ob das in der Instagram-Follower-Welt gut ankommt. Aber in der wahren Welt konnten man mit den Klosterschwestern, die sich mit den verzogenen Gören arrangieren mussten, nur Mitleid haben. Andererseits bleibt bei den Mädels auch nichts weiter als Mitleid übrig.

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MTV unplugged: Peter Maffay

Donnerstag, den 9. November 2017
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DI 07.11.2017 | 23.20 Uhr | kabeleins

“MTV Unplugged” steht eigentlich für besondere Konzerte von besonderen Künstlern. Inzwischen scheint aber irgendwie jeder bekanntere deutsche Künstler mal so eine Show zu bekommen. Nun war Peter Maffay dran. Der wird zwar auf MTV ansonsten gar nicht sooo oft gespielt, und die Leute im Publikum haben vermutlich nicht mal gewusst, dass es MTV noch gibt, aber das scheint bei der Künstlerauswahl auch keine große Rolle zu spielen.

Mangels eigener Reichweite werden die “MTV unplugged”-Konzerte weiterhin auf diversen Sendern ausgestrahlt – am späten Dienstagabend liefen Ausschnitte daraus bei kabeleins.
Allerdings muss der Kram ziemlich wahl- und lieblos geschnitten worden sein. Aber vielleicht dachte man sich bei kabeleins: Merkt keiner. Denn mitten im Konzert gab es eine Werbepause. Direkt danach meinte Peter Maffay, dass man ja im Laufe des Konzertes noch mehr von “Johannes” hören werde. Blöderweise war aber dieser Johannes bislang noch gar nicht aufgetaucht – zumindest nicht bei kabeleins. Aber wegen der Werbepause hat man vielleicht darauf spekuliert, dass es keinem auffällt.
Auch hat man vergessen, dass, wenn man das Schlussbild zeigt, da plötzlich Leute stehen, die man im kabeleins-Zusammenschnitt gar nicht gesehen hat. Plötzlich dankte Maffay da dem Philipp Poisel. Schade, hat man als kabeleins-Zuschauer nicht sehen dürfen, was er da gemacht hat.

Dafür konnte man wunderbar Maffays Teleprompter mitlesen. Dass ältere Stars ihre eigenen Texte nicht mehr behalten können – macht nichts. Durch unbedachte Kameraschwenks aber den Prompter groß zu zeigen, ist dann eher weniger professionell.
Und, bitte, liebes Publikum: Wenn ihr schon bei Liedern mitklatschen wollt (obwohl es bei Balladen wirklich nichts, aber auch gar nichts, mitzuklatschen gibt), dann doch wenigstens in irgendeinem Rhythmus, der passt. Auch so was könnte doch mal einem Musikredakteur auffallen, dass das später auch auf CD vielleicht, ähm, nicht gut klingt.

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Die Rocky Horror Picture Show: Nicht am Karfreitag!

Samstag, den 26. März 2016
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FR 25.03.2016 | 0.00 Uhr | (Sa.) | kabeleins

“Die Rocky Horror Picture Show” lief nicht das erste Mal bei kabeleins. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass der Klassiker von 1975 erst um Mitternacht lief. Und dennoch hatte es einen Grund, warum er diesmal erst um genau Mitternacht anfing. Früher hätte er an diesem sehr späten Freitagabend – oder eher: Sonnabendmorgen – gar nicht laufen dürfen. “Die Rocky Horror Picture Show” ist nämlich für Ausstrahlungen am Karfreitag gesperrt. Der Film darf an diesem “stillen Feiertag” nicht gezeigt werden. Also auch nicht am Totensonntag oder am Volkstrauertag.

Die FSK beurteilt nämlich nicht nur, ab wie viel Jahren sich jemand einen Film ansehen darf. Laut Grundgesetz, Artikel 140, sind Sonntage und christliche Feiertage gesetzlich geschützt, und “stille Feiertage” wie eben der Karfreitag haben einen noch höheren Schutz. Das Verbot gibt es seit 1980, und auf der Liste stehen aktuell 756 Filme.
Dazu gehören “Final Destination” oder “Die Feuerzangenbowle”, “Police Academy” und “Mary Poppins”, Bud Spencers “Banana Joe” und Thomas Gottschalks “Piratensender Powerplay”, “Animal Farm”, und die “Eis am Stiel”-Filme, “Hostel” und “Ring” und viele, viele weitere Filme. Bei einigen verständlich – bei anderen erscheinen eher Fragezeichen.

All diese Filme sind Karfreitag also verboten. Wie ja auch Tanzveranstaltungen am Karfreitag verboten sind.
Albern? Überholt? Blödsinnig?
Mag sein. Gegner dieser Regel sagen ja, Kirche und Staat dürften sich nicht vermischen, weshalb auch solche Regelungen unzulässig seien.
Aber so lange der Karfreitag ein Feiertag ist, man diesen auch gern in Anspruch nimmt, sollte man doch im Gegenzug mit diesen Regeln auch keine Probleme haben. Quasi ein Kompromiss.

Und bei kabeleins hat man dann ja schließlich auch keine Minute zu lang gewartet, um dann um Punkt Mitternacht “Die Rocky Horror Picture Show” zu starten.

-> Die Liste der Filme, die an “stillen Feiertagen” nicht gezeigt werden dürfen, herausgegeben von der Piratenpartei.

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20 Jahre RT Zapper: Was war los Ende Februar 1996?

Sonntag, den 28. Februar 2016
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Am 28. Februar 1996 erschien meine allererste Medienkolumne, damals noch unter dem Titel “Der Beobachter”. Erst ab 7. Juli 1997 hieß sie “RT Zapper”. Die ganze Geschichte dazu steht hier.

Die Premiere für die Kolumne war in der “Medien News”-Ausgabe 9/1996. Was war in dieser Zeit, in dieser Woche eigentlich los in der Medienwelt?
Die “FF dabei”, zu DDR-Zeiten die einzige Fernsehzeitschrift, stellte ihr Erscheinen ein. Sie hatte zu wenige Leser. Abonnenten erhielten dafür die “TV Today”, in der dann noch einige Jahre eine kleine “FF dabei”-Beilage lag.

Der “Karneval in Köln” in der ARD erreichte 9,71 Millionen Zuschauer, Jürgen von der Lippes “Geld oder Liebe” 8,95 Millionen. “Kommissar Rex” auf Sat.1 hatte 7,59 Millionen, “Schreinemakers live” 5,78 Millionen Zuschauer. Ein Renner war bei RTL noch “Explosiv – Das Magazin” mit regelmäßig mehr als 6 Millionen Zusehern. “Akte X” bei ProSieben erreichte 3,85 Millionen Menschen. Mit einer Sondersendung zum Wetterchaos in Norddeutschland hatte N3 1,39 Millionen Zuschauer.
In den Charts stand “Lemon Tree” von Fool’s Garden ganz oben. Tic Tac Toe und “Ich find dich scheiße” war auf Platz 4, Blümchens “Herz an Herz” auf Platz 5.
Die Toten Hosen waren mit “Opium fürs Volk” auf Platz 1 der Albumcharts.
Im Kino stand Detlev Bucks “Männerpension” ganz oben, bei den Büchern “Der Pferdeflüsterer”.

RTL 2, Kabel 1 und VOX drehten 1996 so richtig auf, um mehr Zuschauer zu erreichen. Kabel 1 wollte 60 Millionen Mark ausgeben – für Shows wie “Hugo”.
Schon 1996 wurde über leer Kassen und fehlende Reformen bei der ARD diskutiert. Es wurde befürchtet, dass viele Radiosender dicht gemacht werden, wenn weiter gespart werde.

Aufmacherthema der “Medien News” war, dass Deutschland beim Fernsehkonsum immer noch geteilt war. Während im Osten die Privatsender am erfolgreichsten waren, waren es im Westen immer noch ARD und ZDF. “Tagesschau” und “Lindenstraße” im Westen und “Traumhochzeit” und “Explosiv” im Osten.

“Die Zeit” wurde 50.
Jürgen von der Lippe und Peter Maffay stritten sich um eine Maffay-Parodie.
Bei Sat.1 gab es eine Krise. Der Beginn des Abendprogramms ist auf 20 Uhr vorgezogen worden: “Volle Stunde, volles Programm!” Ging leider voll in die Hose. Viele Erfolgsserien verloren Zuschauer – und die Stars waren sauer.
Harald Juhnke sagte wieder mal einen Auftritt ab – zu viel getrunken…
RTL 2 will als dritter Privatsender nach Sat.1 und Premiere ein VPS-Signal ausstrahlen.

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Poseidon

Mittwoch, den 6. Januar 2016
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MO 04.01.2016 | 22.25 Uhr | kabeleins

Aus der Reihe „Remakes, die die Welt nicht braucht”, zeigte kabeleins am Montagabend Wolfgang Petersens Neuversion des 70er-Jahre-Katastrophenfilmes „Poseidon-Inferno”.

Die Geschichte der 2006er-Version ist unverändert. Ein Kreuzfahrtschiff gleitet über den Nordatlantik. Drinnen wird Silvester gefeiert. Dann kommt eine riesige Flutwelle und lässt den Kahn kentern und am Ende kieloben schwimmen. Panik und erste Rettungsversuche.

Könnte ganz spannend sein. Ist es aber nicht. Mal abgesehen davon, dass der 70er-Jahre-Story nichts Neues beigefügt ist, wurde dieser Film dermaßen lustlos dahingerotzt, dass man mit der Fernbedienung werfen will. Keine Ahnung, wozu Petersen diesen öden Schinken gedreht hat. Völlig zurecht war er nicht nur in Deutschland eher ein Flop.

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Die Food-Giganten

Dienstag, den 17. November 2015
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SO 15.11.2015 | 20.15 Uhr | kabeleins

Sonntagabend um 20.15 Uhr. Die Deutschen gucken mehrheitlich den “Tatort”. Oder den Herzschmerz-Schinken im Zweiten. Oder vielleicht auch die Free-TV-Filmpremiere auf einem der großen Privatsender.
Wer das alles nicht guckt, wird den Fernseher wohl nur nebenbei zu laufen haben. Oder nur ab und zu. Anders ist das Phänomen der Sonntagabend-Doku bei kabeleins nicht zu erklären.

In den “Food-Giganten” ging es um Sandwiches. Um junge Leute, die einen Laden aufmachen wollten, um den Branchenprimus Subway und dessen Nachahmer.
Und das zwei Stunden lang. Viel Zeit. Sehr viel Zeit.
So etwas ist den Zuschauern von kabeleins ja eigentlich nicht zuzumuten. Deshalb bekommen sie auch alle 15 bis 20 Minuten sowohl eine Zusammenfassung über das Gesagte der vergangenen Minuten und – noch bekloppter – immer wieder dieselben Fakten und Thesen zum Thema Sandwiches. Immer wieder.
Fast schon auffällig war das Mantra, dass ja Subway die Nummer 1 in der Branche sei, und dass die kleinen Firmen ja machen könnten was sie wollen – Subway stehe immer ganz oben, weil die eben am bekanntesten seien.
Wer das während einer Doku ein paarmal erzählt bekommt, der merkt sich das. Wie er sich überhaupt den Namen “Subway” merkt. Ob da Gelder für die Produktion fließen?

Diese ewigen Redundanzen: Sind diese Dokus nicht dafür gedacht, dass man sie aufmerksam von Anfang bis Ende guckt? Oder leiden kabeleins-Zuschauer an Gedächtnisschwund? Oder hält man bei kabeleins seine Zuseher schlicht für doof?

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