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1991: Bombenalarm in Oranienburg-Süd

Oktober 1991 I -> 22.10.2011

Rückblick: Sprengung im Oktober 1991

MAZ Oranienburg, 29.10.2011

Was passierte vor 20 Jahren im Altkreis Oranienburg – und was stand in der MAZ? Diesmal: die zweite Hälfte im Oktober 1991.

Die Oranienburger Stadtverordneten werfen dem Bürgermeister Udo Semper Inkompetenz vor. „Ich misstraue Ihren Fähigkeiten als Bürgermeister“, sagt Christian Rössler (Neues Forum). Sein Arbeitsstil entspreche nicht den Anforderungen. Michael Ney, der Rechtsdezernent des Landkreises, legt nach: „Die anderen 44 Bürgermeister des Landkreises machen zusammen nicht so viel Schwierigkeiten wie Herr Semper.“ Investoren würden davonlaufen, weil die Stadt Entscheidungen hinausschiebe. Bernd Schulze (SPD) hält Semper für unberechenbar, insbesondere für die Partner der Stadt. Udo Semper selbst will sich zunächst nicht äußern. Für den 11. November planen die Stadtverordneten eine Sondersitzung.

Die Dorfstraße in Eichstädt ist eine Großbaustelle. Mehr als zwei Kilometer Rohre müssen verlegt werden, danach kommen die neue Straßendecke und eine Buswendeschleife. Im Juli ging’s los, bis Mitte November 1991 soll alles fertig sein. Im Frühjahr 1992 folgen die Gehwege.

Das Wort „Kaufhalle“ ist out. Am 17. Oktober 1991 öffnet an der Oranienburger Albert-Buchmann-Straße ein Spar-Supermarkt. Von der alten Kaufhalle sind nur noch die Fundamente und die Grundmauern übrig geblieben, innen ist alles neu.

Oranienburgs Innenstadt bekommt dagegen keinen Supermarkt. Die Co-op-Kette wollte einen 4000 Quadratmeter-Markt bauen. Der Wirtschaftsausschuss der Stadt sagt Nein.

Dafür aber bekommt Oranienburg die direkte S-Bahn-Verbindung ins Berliner Zentrum. Anders als geplant will die Reichsbahn die S-Bahn-Linie 1 nicht in Birkenwerder enden lassen, sondern in der Kreisstadt.

Wenn in der Leharstraße in Oranienburg Heizöl auf einer Länge von 70 Metern ausläuft, dann ist das nicht so wichtig. So zumindest sieht das das Landratsamt. Aus einem Tanklaster ist großflächig Öl ausgelaufen, aber an diesem Sonnabend, 19. Oktober 1991, fand sich niemand, der es hätte wegmachen können. Die Anwohner sind empört. Drei Tage dauert es, bis was passiert.

In der Oranienburger Emsstraße muss eine Bombe gesprengt werden. Um den 250-Kilogramm-Blindgänger unschädlich zu machen, wird ein 1000 Meter großer Sperrkreis gezogen. Bis 7 Uhr müssen die Anwohner am 23. Oktober 1991 ihre Häuser verlassen. Mit 200 Kilo Strohballen werden die umliegenden Häuser gesichert. Um 10.10 Uhr geht die Bombe hoch – es ist die 25. für Sprengmeister Horst Reinhardt.

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Ein Kommentar zu “1991: Bombenalarm in Oranienburg-Süd”

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