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Überraschungsevent (25): Nachts im Museum

(24) -> 17.11.2018

Der Startschuss fiel im April 2016. Einmal im Monat wollen wir uns gegenseitig überraschen. Und immer darf der andere nicht wissen, wo genau wir hingehen werden – erst vor Ort wird das Geheimnis gelüftet. Der Termin muss beim anderen natürlich abgefragt werden, alles andere nicht. Die Preisgrenze liegt bei 30 Euro. In diesem Monat durfte sie das Event planen, im Januar bin ich dran.

Diesmal waren wir nachts im Museum. Das Naturkundemuseum in Berlin bietet hin und wieder Taschenlampenführungen an. Sie beginnen lang nach Schließung des Hauses – nämlich erst um 22 Uhr.
Man geht zu einem Seiteneingang, wartet eine Weile, und irgendwann öffnet sich die Tür, und eine junge Frau lässt uns rein.
Nur etwa 20 Leute sind zu dieser Führung zugelassen. Das Museum ist weitgehend dunkel, es ist still, die Atmosphäre ist eine ganz andere als sonst.

In der großen Halle stehen die Dinosaurier, und während uns einiges dazu erklärt wird, leuchten wir die Skelette mit den Taschenlampen ab. Von den 8 gezeigten Dinos bestehen fünf aus überwiegend “Originalmaterial”. Da kommt man echt ins Staunen.

Atemberaubend sind aber die Teile des Museums, in die man sonst gar nicht rein kommt. Sie sind der Öffentlichkeit nicht zugänglich, aus sicherungstechnischen Gründen.
Aber dort stehen in einer Halle zum Beispiel in lauter Schrankvitrinen ein paar Vogel-Präparate. Ungefähr 30.000 davon. Der Wahnsinn. Man läuft an den Glasschränken entlang und blickt in zig Vogelaugen. Die Präparate sind mitunter schon mehr als 200 Jahre alt. Man möchte lange und langsam dort langschlendern und sie alles genauer ansehen, aber wir hatten nicht so viel Zeit. Und das alles im dunklen Raum mit Taschenlampen. Eine spannende Atmosphäre.

Ein paar Schritte weiter sind die eingelagerten Säugetiere. Zum Beispiel ein Fuß eines Elefanten. Auch schon fast 200 Jahre alt, von einem Zirkus in Potsdam. Die Geschichte dieses Elefanten ist gerade grotesk dramatisch. Das Tier wurde wild, wurde vergiftet, wurde dann nach Berlin transportiert und ist durch das Gift aufgedunsen und explodiert.
Bevor der Schrank mit dem Elefantenfuß geöffnet wurde, sollten wir alle die Taschenlampen ausschalten, und es war der Moment der absoluten Dunkelheit, in der wir plötzlich standen.

Auf dem Rückweg kamen wir noch am Eisbären Knut vorbei, der seine letzte Heimstatt auch im Naturkundemuseum gefunden hat. Am Ende waren wir beide der Meinung, dass wir einen spannenden Abend erlebt haben. Diese Taschenlampenführung zeigt so ein Museum mal auf eine ganz andere Weise.

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