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Radtour (18): Auf der Stelle bergauf

(17) -> 29.5.2012

Die Strecke ist diesmal ein bisschen eintönig. Man tritt und tritt, und trotzdem kommt man nicht vom Fleck. Und dennoch: Es wird immer anstregender, immer schweißtreibender.

Das Fahrrad ist kein richtiges Fahrrad. Es ist stationär und steht bei meinem Kardiologen in Oranienburg. Ich trete für das Belastungs-EKG. Während ich schindere, werden bei mir verschiedene Messungen durchgeführt. Herzschlag. Blutdruck. Und so weiter.

Dabei klang alles so harmlos. Setzen Sie sich mal da rauf, sagte die Schwester. Ich solle mal treten. Ich solle immer weitertreten, bis es nicht mehr geht. Und auch, wenn es immer schwer wird.
Es gehe immer bergauf, sagte die Schwester noch. Und umso langsamer ich trete, desto schwerer werde es.

So ging’s also los. Ich trat voll in die Pedale. Am Arm wurde das erste Mal der Blutdruck gemessen.
Die Radtour war bis zu dem Zeitpunkt noch relativ simpel.
Die nächste Messung. Und später noch eine.
Und so langsam werden die Beine schwer, die Fahrt wird immer langsamer – und vor allem schwer.
Noch eine Messung.
Die Beine werden schwer. Der Schweiß fließt den Rücken runter.
Ich solle nach mal Gas geben, sagt die Schwester. Ich gebe tatsächlich noch mal Gas, aber ich bin am Limit.
Schon wieder eine Messung.
Und dann ist Schluss. Ich kann aufhören. Ich bin keinen Zentimeter vorangekommen.
Das nächste Mal geht’s dann doch lieber wieder auf eine richtige Radtour.

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Ein Kommentar zu “Radtour (18): Auf der Stelle bergauf”

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