Monatsarchiv für November 2005

RTZapper

Tierisch, tierisch

Donnerstag, den 24. November 2005
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MI 23.11.2005, 19.50 Uhr, MDR Fernsehen

Der MDR macht sich das einfach: Setzt einen Hund auf die Couch, Moderatorin Uta Bresan daneben und schiebt dem Tier einen Hundekuchen in die Schnauze. Und dann tun sie so, als ob der kauende Köter sprechen kann. Immer wenn Ariane, der Hund, kauend im Bild ist, spricht irgendeine männliche Stimme (Hab ich was verpasst? Ist Ariane nicht weiblich?) irgendeinen belanglosen Text drauf. Das findet der MDR dann total putzig. Seit Jahren schon ist das das Moderationsprinzip von „Tierisch, tierisch“. Dann werden zwei Frauen aus Weimar vorgestellt: Sie haben einen eigenen Kopf, spielen gerne, sind kuschlig und manchmal ein wenig zickig. Nein, nicht die Damen. Sondern die Hunde, zwei Dackelmischlinge, die sie ausführen. Dieses Konzept aus den MDR-Gründertagen verwirrt mich total!

RTZapper

ZAPPER VOR ORT: Premiere “Merry Christmas”

Donnerstag, den 24. November 2005
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MI 23.11.2006, Berlin, Komische Oper

Pressefotograf zu sein ist nun wirklich kein einfacher Job. Damit bei Promiaufläufen auch wirklich mal ein Star vor seiner Linse stehenbleibt, muss er diesen erst mal gehörig anbrüllen.
Große Filmpremiere von „Merry Christmas“ am Mittwochabend in der Komischen Oper in Berlin. Der großartige Film mit Daniel Brühl, Benno Fürmann und vielen anderen erinnert an eine wahre Begebenheit am Heiligabend 1914. An der Kriegsfront verbrüdern sich Soldaten aus Deutschland, Großbritannien und Frankreich.
So eine Filmpremiere beginnt immer mit dem „Einmarsch“ der Stars über den roten Teppich. Für die Promis – oder für die, die gern ein Promi sein möchten, ein sehr wichtiger Moment.
Da ist zum Beispiel die junge Frau im lila Kleid. Keiner hat auch nur einen blassen Schimmer, wer sie ist. Dementsprechend zeigen sich die Fotografen zunächst uninteressiert. Doch das will sie nicht auf sich sitzen lassen. Hier eine Pose, da noch eine und – Blitz! – Das erste Foto ist gemacht. Und – zack – ist auch ein strahlendes Lächeln auf dem Gesicht der Kleidbesitzerin.
Je bekannter der Star, desto lauter ist das Geschrei der Fotografen. „Hier!! Hallo?!! Hier rein sehen!!!“ Doch damit nicht genug: Als Kulisse stand am Rand des Teppichs ein geschmückter Weihnachtsbaum. Eine gutes Motiv für die Fotografengang. Was sie den Promis lauthals auch mitteilten: „An den Baum!!! Zum Baum!!!! Baum!!!!“ Irgendwann gehorchte auch der letzte Promi. Wahrscheinlich wären sonst die Knipser handgreiflich geworden…
Charlotte Karlinder ist nicht jedem bekannt. Das weiß auch Charlotte. Zumal ihre Zeit beim Sat.1-Frühstücksfernsehen am 30. Dezember zu Ende geht. Man munkelt: gefeuert. Deshalb kam sie auch nicht mit einer Limousine vor den roten Teppich angefahren, sondern schlicht angelaufen. Also hat sie sich was einfallen lassen, wie sie trotzdem auffallen kann. Als Engel verkleidet tauchte sie am roten Teppich auf. Und war der Liebling der Bildpresse.
„Merry Christmas“-Hauptdarsteller Daniel Brühl kam mit Jessica Schwarz (Sind die nun eigentlich auseinander?) vorgefahren. Der Brüllfaktor von Seiten der Fotografen erreichte nun einen absoluten Höhepunkt. Die Herren (Fotograf ist definitiv ein männerdominierter Beruf) werden untereinander an dieser Stelle auch gern rabiat, drängeln sich dazwischen, schubsen andere gnadenlos zur Seite. Interessanterweise wissen sie auch immer, wen sie da vor der Linse haben. Na ja, fast immer: „Weißt du den Namen von Kahrmanns (Christian Kahrmann, Schauspieler, „Lindenstraße“) Freundin?“ „Ich hab den Namen im Archiv“, antwortet ein Kollege. Als endlich alle relevanten Promis und Gäste im Saal waren, lief auch „Merry Christmas“ an. Die Journalisten langweilten sich inzwischen in der Openkantine.
Während dieser Zeit wurde übrigens Noch-Sat.1-Engelchen Charlotte Karlinder wieder auf der Straße gesichtet. Nicht im Saal, bei der Premiere. Etwa keine Karte bekommen?

aRTikel

Übrigens…

Donnerstag, den 24. November 2005
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MAZ Oranienburg, 24.11.2005

 

Übrigens… werden die S-Bahn-Kontrolleure immer raffinierter. So stieg ein älteres Ehepaar mit Einkaufstüten in Birkenwerder in die Bahn nach Oranienburg. Samt Tüten suchte es sich einen Platz. Als die Bahn losfuhr, war’s vorbei mit der Tarnung: „Die Fahrausweise, bitte!“ Kann man denn niemandem mehr trauen?

RTelenovela

Zahnarzt (9)

Donnerstag, den 24. November 2005
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Heutiger Kandidat war ein Backenzahn unten rechts. War leider ein ziemlich großes Loch drin. Aber kein Problem, ich bin das ja gewöhnt. Spritze rein und warten.
Es wird mein letzter Zahnarztbesuch in diesem Jahr sein. Obwohl das weder so geplant war und wir auch noch gar nicht fertig sind. Aber leider gehört meine Krankenkasse zu denen, deren Budget für das Jahr 2005 schon vollkommen ausgeschöpft ist. Das bedeutet, die Ärzte bekommen von ihr kein Geld mehr für Behandlungen, die an mir vorgenommen werden. Na toll. So wird auch die heutige Füllung erst für Januar 2006 abgerechnet. Offiziell bin ich also gar nicht da…
Frau Doktor beginnt zu bohren. Irgendwas ist anders als sonst. Es tut weh. Die Spritze wirkt nicht so richtig. Das sei aber so, ist ja auf dem Kiefer, sagt Frau Doktor. So,so. Warum kann ich das nur nicht glauben? Warum war das bisher nicht so? Und warum grinsen die beiden Arzthelferinnen?
Als sie die Füllung aufträgt kann ich vor Schmerzen nicht raufbeißen. Also alles wieder raus. Noch ne Spritze, direkt am Zahn.
Dann geht alles glatt. Auch wenn mir jetzt der Zahn irgendwie wehtut. Eine Schmerztablette habe ich schon genommen. Momentan hab ich Angst, dass es heute Abend schlimmer wird – und davor, dass ich morgen noch mal hin muss. Obwohl doch niemand mehr für mich zahlt…
Weiter geht’s also erst – so heute nix besonderes mehr passiert – 2006. Wenn wieder Geld da ist.

RTelenovela

Brüllfaktor

Donnerstag, den 24. November 2005
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Pressefotograf zu sein ist nun wirklich kein einfacher Job. Damit bei Promiaufläufen auch wirklich mal ein Star vor seiner Linse stehenbleibt, muss er diesen erstmal gehörig anbrüllen.
Wir hatten heute Abend die Gelegenheit, zur Filmpremiere von “Merry Christmas” in der Komischen Oper in Berlin zu gehen. Und so eine Veranstaltung beginnt immer mit dem “Einmarsch” der Stars über den roten Teppich.
Für die Promis – oder für die, die gern ein Promi sein möchten, ein sehr wichtiger Moment. Da ist zum Beispiel die junge Frau im lila Kleid. Keiner hat auch nur einen blassen Schimmer, wer sie ist. Dementsprechend zeigen sich die Fotografen uninteressiert. Doch das will sie nicht auf sich sitzen lassen. Hier eine Pose, da noch eine und – Blitz! – das erste Foto ist gemacht. Und – Blitz! – ist auch ein straaaahlendes Lächeln auf dem Gesicht der Kleidbesitzerin.
Umso bekannter der Star, desto lauter ist das Geschrei der Fotografen. “Hier!! Hallo?!! Hier rein!!!” Doch damit nicht genug. Als Kulisse stand am Rand des Teppichs ein geschmückter Weihnachtsbaum. Eine gutes Motiv für die Fotografengang, was sie den Promis auch mitteilten: “AN DEN BAUM!!! ZUM BAUM!!! BAUM!!!” Aber die Fotografierten gehorchten gern. Irgendwann dann.
Charlotte Karlinder ist nicht jedem bekannt. Das weiß auch Charlotte. Zumal ihre Zeit beim Sat.1-Frühstücksfernsehen am 30. Dezember zu Ende geht. Man munkelt: gefeuert. Deshalb kam sie auch nicht mit einer Limosine angefahren, sondern schlicht: angelaufen. Also hat sie sich was einfallen lassen, wie man trotzdem auffällt. Als Engel verkleidet tauchte sie am roten Teppich auf.
“Merry Christmas”-Hauptdarsteller Daniel Brühl kam mit Ex-Freundin Jessica Schwarz vorgefahren. Der Brüllfaktor erreichte nun einen Höhepunkt.
Fotografen werden untereinander an dieser Stelle auch gern rabiat, drängeln sich dazwischen, schubsen andere gnadenlos zur Seite. Interessanterweise wissen sie auch immer, wen sie da vor der Linse haben. Na ja, fast immer: “Weißt du den Namen von Kahrmanns (Christian Kahrmann, Schauspieler, “Lindenstraße”) Freundin?” – “Ich hab den Namen im Archiv.”
Als endlich alle relevanten Promis und Gäste im Saal waren, lief auch “Merry Christmas” an. Flo und ich saßen in der Zwischenzeit mit den anderen Pressevertrern in der Kantine…
Und Charlotte Karlinder wurde auch wieder gesichtet. Nicht im Saal. Keine Karte bekommen?

RTZapper

Großer Zapfenstreich für Gerhard Schröder

Sonntag, den 20. November 2005
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SA 19.11.2005, 20.15 Uhr, Das Erste

Was passiert, wenn ein Politikreporter ein Ereignis live kommentieren soll? Er seiert es zu. Er labert und sülzt alles zu Grund und Boden. Ohne Punkt und Komma. Der ARD-Reporter, der am Sonnabend den Großen Zapfenstreich für den Bundeskanzler kommentierte, quatschte mitunter sogar locker-flockig über die Musikstücke. Das ist der Moment, wo man ihm sein Mikro in den Mund stopfen will. Oftmals sind die Beiträge auch einfach nur überflüssig. Gestern meinte der Kommentator während der Bundestagsübertragung nach einem Einwand von Bundestagspräsident Lammert, welch launige Erklärung Lammert doch gerade abgegeben habe. Ach, wirklich? So geblendet war ich von Neu-Bundeskanzlerin Merkel noch nicht, als dass mir das entgangen wäre. Manche Reporter sollten erst mal eines lernen: schweigen.

RTelenovela

Totensonntag

Sonntag, den 20. November 2005
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Heute gab es Teil 2 der familiären Jahresendrituale (siehe 6.11.05). Am Totensonntag gehen wir jedes Jahr auf den städtischen Friedhof in Oranienburg. Dort liegt meine Oma (mütterlicherseits) in einer Urne begraben.

Oma Hanna war eine tolle Frau. Als Kind bin ich jede Woche mindestens einmal bei ihr gewesen. Ausflüge haben wir gar nicht so viele gemacht, das war nicht so ihr Ding. Aber dafür konnte man mit ihr immer toll quatschen, später auch Filme sehen. Von ihr habe ich wahrscheinlich auch die Eigenschaft, nachts bis in die Puppen aufzubleiben. Sie war genauso. Ich habe immer gesagt, wenn ich mal einen Führerschein habe, fahren wir öfter mal irgendwo hin. Hätte ich auch gemacht. Aber in der Zeit, als ich dann in der Fahrschule war, ist sie gestorben. Im August 1996. Und da, das muss ich sagen, war sie selbst dran schuld. Sie hatte mächtigen Schiss vor dem Arzt und dem Krankenhaus. Sie hatte Wasser in den Beinen, ihre Ärtzin hatte ihr dringend empfohlen, ins Krankenhaus zu gehen. Meine Oma weigerte sich, musste sogar eine Erklärung unterschreiben, und verbot der Ärztin auch, meiner Mutter etwas davon zu erzählen. Am Abend des 11. August 1996 muss dann das Wasser so weit in ihrem Körper nach oben gestiegen sein, dass sie daran starb. Es muss ziemlich schnell gegangen sein. Damals war ich sehr traurig, aber auch böse auf sie. Sie hätte noch länger leben können.

Der Totensonntag auf dem städtischen Friedhof beginnt mit einem kleinen Gottesdienst, einige Bläser spielen ein paar schöne Lieder. Ist eigentlich immer ganz schön. Man sieht jedes Jahr ein paar bekannte Gesichter. Heute allerdings war das Wetter eher bescheiden, es regnete. So wurde der Gang zum Grab etwas beschleunigt.
Nächstes Jahr dann wieder länger. Und ansonsten ist meine Oma ja auf meiner großen Fotowand verewigt…