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Plötzlich ausgebürgert

Donnerstag, den 7. Oktober 2021
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Constanze Barz lebt in Linumhorst – ihr Grundstück befindet sich teilweise auf Kremmener und Fehrbelliner Gebiet – Einwohnermeldeamt will nun Fakten schaffen

MAZ Oranienburg, 7.10.2021

Linumhorst.
Eigentlich ging Constanze Barz vier Jahre lang davon aus, Kremmener Bürgerin zu sein. Doch nun bekam sie ein Schreiben vom Ordnungsamt. „Aufforderung zur Erfüllung der Meldepflicht“, heißt es da. Und: „Kommen Sie bitte unverzüglich Ihrer Meldepflicht nach.“ Das klingt, als habe sich Constanze Barz ein schweres Versäumnis geleistet.
Seit vier Jahren ist sie Mieterin des Hauses am Ende der Linumhorster Straße, noch nach dem Ortsausgangsschild in Richtung des Alten Rhins. Ihre Adresse lautet: Kremmen, Linumhorster Straße. Nun wurde jedoch festgestellt: Das Grundstück liegt auf Fehrbelliner, genauer auf Linumer Gebiet.

Blickt man auf die genaue Gemeinde- und Kreisgrenze wird klar: Wenn Constanze Barz ihre Grundstückseinfahrt betritt, dann befindet sie sich noch in Kremmen, genauer in Linumhorst, Landkreis Oberhavel. Bewegt sie sich in Richtung des Hauses, dann überschreitet sie die Grenze und ist in Fehrbellin, in Linum, Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Klingt kompliziert? Ist es auch! Denn einerseits ist das Problem der Zuständigkeiten nicht neu, aber offenbar nie geregelt worden. Aber grundsätzlich hat man sich in Kremmen und auch in der Kreisverwaltung in Oberhavel für den Hof und das Haus zuständig gefühlt.
Besitzer Markus Baluska zahlt die Grundsteuern tatsächlich in Fehrbellin. Im Grundbuch steht zur Örtlichkeit „Linum, Ortsteil Linumhorst“. Das Haus ist bereits in den 40er-Jahren gebaut worden, als der neue Besitzer es 2001 sanieren wollte, musste er eine Baugenehmigung beantragen – am 25. September 2001 kam eine entsprechende Bestätigung aus Oranienburg mit dem Grundstücksvermerk „Kremmen, Dorfstraße“ – so hieß die Linumhorster Straße damals noch. Dass das Grundstück gar nicht mehr oder größtenteils nicht in Oberhavel liegt, scheint nicht aufgefallen zu sein. Die Abfallentsorgung wird ebenso von Kremmen abgewickelt wie die Wasserversorgung. Alle Autos und Versicherungen laufen in Oberhavel. Gewählt wird auch in Kremmen. Die Verkehrsanbindung erfolgt auch über Kremmener Gebiet – vor allem, seit die Brücke über den Alten Rhin für den Autoverkehr gesperrt ist. Als Constanze Barz 2017 nach Linumhorst zog, bekam sie ein entsprechendes Schreiben vom Einwohnermeldeamt – in Kremmen. „Ich weiß nicht, was wir jetzt tun sollen“, sagte Constanze Barz. Verschärft oder noch mal ans Licht gebracht hat die unklare Sachlage der geplante Ausbau des Glasfasernetzes. Der soll nämlich auch Linumhorst erreichen – aber nicht das Grundstück, auf dem Constanze Barz wohnt. Weil es ja nicht mehr zu Kremmen gehöre. Die Förderrichtlinie gilt nur für Oberhavel – und Oberhavel endet kurz vorm Haus. Wie sie erzählte, gab es auf eine entsprechende Anfrage eine Absage.

Das Fass zum Überlaufen brachte das „Ausbürgerungsschreiben“ aus dem Einwohnermeldeamt in der vergangenen Woche. „Das Schreiben ist eine Frechheit“, sagt Constanze Barz. Vor allem der Tonfall. „Ich habe keine Ahnung, was uns das Amt mit diesem Schreiben sagen will.“ Aber es wirke, als habe sie etwas falsch gemacht. „Das Amt hat mich doch 2017 aufgenommen.“
Kremmens Bürgermeister Sebastian Busse (CDU) sagte am Mittwoch auf MAZ-Nachfrage, dass er den Text des Anschreibens bedauere. „Dafür haben wir uns entschuldigt.“ Allerdings nicht bei Constanze Barz, sondern nur beim Besitzer Markus Baluska – und auch das scheinbar nur auf Drängen und Nachfragen des Hofbesitzers. Sebastian Busse sagte außerdem, dass der Fehler wohl vor 20 Jahren passiert sei, als die Baugenehmigung für die Sanierung bearbeitet worden war. „Der Kreis war für das Haus gar nicht zuständig.“ Fest stünde, dass die Bewohner des betroffenen Grundstückes nicht in Kremmen, sondern in der Gemarkung Fehrbellin wohnen.
Dass niemandem aufgefallen ist, dass zwar Grundsteuern in Fehrbellin bezahlt werden, die Leute aber in Kremmen gemeldet sind, ist verwunderlich. Das sei möglich, so Busse, weil verschiedene Abteilungen dafür zuständig seien. „Man muss jetzt schauen, wie man ihnen helfen kann.“ Er habe Kontakt mit der Gemeindeverwaltung in Fehrbellin aufgenommen. „Wir wollen klären, wie wir damit umgehen.“ Möglich sei auch ein Gebietstausch – das aber dauere.

Geht es nach Constanze Barz, dann bleibt alles, wie es ist. Zumal sich die Grundstückseinfahrt auf Oberhavel-Gebiet befindet. In Thüringen, wo sie herkomme, sei das der ausschlaggebende Aspekt. Denn die Frage ist: Wer bezahlt ihr das alles? Ausweise, Auto-Anmeldungen, Versicherungen – so viel hängt an einer Ummeldung für die sie gar nichts kann.

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Treue Seele: Engagiert für die Natur und den dörflichen Zusammenhalt

Mittwoch, den 21. April 2021
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Gudrun Grimm ist Vorsitzende des Bürgervereins Linumhorst – „Allee des Jahres“ auf der Agenda

MAZ Oberhavel, 21.4.2021

Linumhorst.
Die Schilder an der Straße stehen bis heute: Es ist jetzt zehn Jahre her, dass die Allee in der Linumhorster Straße zur „Allee des Jahres“ gekürt worden ist. Dass diese Aufmerksamkeit erreicht worden ist, war auch ein Verdienst des Bürgervereins in Linumhorst. Gudrun Grimm ist die Vorsitzende.
„Damals gab es ein Konzept für Alleebepflanzungen, und es hieß, 200 Bäume müssen weg. Das war für uns der Signalschuss“, erinnert sie sich. Der Bürgerverein sei in der Sache aktiv geworden, und es sei klar gewesen, dass Naturschutzverbände einbezogen werden mussten. „Man muss ja auch sagen, die Auszeichnung der Allee des Jahres ist ja auch eine Art Instrument: Wo sind Allen, die in Gefahr sind.“ Und im Jahre 2011, dem Jahr der Auszeichnung, sei die Allee, die von Linumhorst in Richtung Flatow führt, sehr in Gefahr gewesen. „Und es hat was gebracht“, sagt Gudrun Grimm. „Seitdem ist die Aufmerksamkeit auch seitens der Stadt Kremmen viel größer.“
Es gebe mehr Gespräche und Beratungen, der neu gegründete Kremmener Umweltbeirat werde auch einbezogen. Momentan sei das Problem, dass die Eschen 100 bis 120 Jahre alt seien. In diesem Alter hätten sie ihre Lebensgrenze erreicht. „Und leider wurde das beschleunigt durch frühere unsachgemäße Baumschnitte oder durch Salz auf der Straße.“ Die sich zurückbildende Moorlandschaft führe zudem dazu, dass die Wiesen absacken und die Standfestigkeit der Bäume gefährden würden. „Vor zehn Jahren gab es mehr Bäume an der Allee“, sagt Gudrun Grimm. „Trotzdem sehe ich die Lage positiver als damals. Es wird Nachpflanzungen geben. Wir werden ernster genommen.“ Wichtig sei vor allem, verschiedene Baumarten zu pflanzen. So sollen die Allee demnächst Flatterulmen und Winterlinden bereichern. „Es gab dazu eine Vor-Ort-Begehung. Da weiß man, was passiert und wird nicht vor vollendete Tatsachen gestellt“, sagt die Linumhorsterin.

Die 64-Jährige lebt seit 1984 im Ort. Zunächst hatte die damalige Berlinerin dort nur ihren Zweitwohnsitz. 2004 zog sie komplett nach Linumhorst ans Rhinluch. Sie ist auch Gründungsmitglied des Bürgervereins, der am Silvesterabend 1999 entstanden war. Inzwischen ist sie die Vorsitzende, seit etwa 2010. „Der Verein wurde damals gegründet, um die Interessen des kleinen Gemeindeteils von Kremmen zu vertreten. Denn die Interessenlage der kleinen Orte unterscheidet sich schon mehr von denen der städtischen.“ Tatsächlich sei viel erreicht worden. Die Straße in Richtung Flatow wurde saniert, es gibt eine Straßenbeleuchtung, und eine Trinkwasserleitung hat es damals auch noch nicht gegeben.

Durch die Pandemie ruht die Vereinsarbeit ein wenig, wobei die Lage im kleinen Dorf natürlich viel entspannter ist als in der Großstadt. „Wir wollten im Frühjahr 2020 Bäume nachpflanzen, wir wollten uns an der Kremmener Aktion beteiligen.“ Das habe dann aber nicht geklappt, weil sich im Ort kein Platz dafür ergeben habe. „Deshalb haben wir beschlossen, die Spendengelder zu nehmen und sie in heimische Sträucher zu investieren.“ Die Aktion fand am vergangenen Wochenende statt. Zwischen Gartenzaun und Straße in den Lücken wurden die Sträucher gepflanzt. „Wir wollen den Ort verschönern und etwas für den Artenschutz tun“, sagt Gudrun Grimm.
Wer nicht selbst pflanzen konnte, dem wurde geholfen. „Umso kleiner der Ort, desto größer der Zusammenhalt. Egal, was passiert ist, die Leute kommen und helfen.“ Und natürlich wird auch gefeiert. Als im Sommer 2020 die Corona-Regeln gelockert worden sind, da fand in einem der Gärten – natürlich mit Abstand – ein Kinoabend statt. Es lief „Die Bücherdiebin“, gedreht 2014 unter anderen in Linumhorst. „Da haben wir uns einen wunderschönen Abend gemacht.“
Gudrun Grimm ist Lehrerin, und das Engagement in ihrem Heimatort ist ihr wichtig. „Wenn man sich in seinem Lebensumfeld wohlfühlen möchte, ist man herausgefordert, sich auch zu beteiligen“, sagt sie. „Jeder nach seinen Möglichkeiten und Talenten.“

Jedoch braucht es auch jemanden, der alles lenkt. „Gudrun wird nicht müde, sich immer wieder etwas Neues einfallen zu lassen“, sagt Alexandra Rathmann, die ebenfalls Mitglied im Bürgerverein ist. „Sie scheut keine Auseinandersetzung oder Kontaktaufnahme.“ Gudrun Grimm wiederum sagt, dass es viele Leute braucht, um Dinge anzupacken. So betont sie die gute Zusammenarbeit mit dem Kremmener Ordnungsamt. „Das hat sich sehr verbessert.“

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WG mitten im Luch

Donnerstag, den 19. Januar 2017
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Kay Jacobsen plant in Linumhorst ein neues privates Wohnprojekt

MAZ Oberhavel, 19.1.2017

Linumhorst.
Kay Jacobsen hat eine Idee vom Leben im Alter. Er ist jetzt 66, und er wohnt seit einem Jahr im Kremmener Gemeindeteil Linumhorst. Gemeinsam mit mehreren Freunden möchte er an der Linumhorster Straße eine Art WG gründen. „Wir sind eine Gruppe von sechs Leuten“, erzählt er. Auf dem Grundstück sollen sechs Wohneinheiten entstehen, jeweils um die 100 Quadratmeter groß. „Hinzu kommt ein Gemeinschaftsraum und ein Gästezimmer, so unsere Idee.“

Dabei handelt es sich um ein rein privates Projekt. Aber es ist ein zukunftsweisendes, denn immer mehr ältere Leute fragen sich: Wie will ich eigentlich wohnen im Alter – und mit wem? Kay Jacobsen und seine Freunde haben für sich diese Frage beantwortet. Er selbst ist 66, seine Freunde „kurz unter 60“, wie er sagt. Dieses oder nächstes Jahr soll es losgehen.
Dabei geht es auch um den Punkt der Pflege. „Das Stichwort Telemedizin ist dabei ganz interessant“, sagt der Neu-Linumhorster. „Bis der Notarzt kommt, dauert es ja schon mal.“ Zumal es nach Linumhorst selbst von Kremmen aus ein paar Kilometer zu fahren sind. Bei der Telemedizin könnten über das Internet Gesundheitsfragen schnell geklärt werden. Man lässt sich zunächst durchchecken, dann sind die Daten beim Arzt. Bei Problemen könnten sich die Patienten dann über das Netz melden, Daten könnten neu gemessen und übermittelt werden. „Wir wollen uns das so organisieren“, sagt Kay Jacobsen.

Die Abgeschiedenheit in Linumhorst war ein wichtiges Kriterium bei der Wahl des Wohnortes. „Wir haben so etwas gesucht, sogar auf Rügen waren wir gewesen“, erzählt der 66-Jährige. Er mag den kleinen Ort mit nur 16 Wohneinheiten sehr. „Es gibt hier keine soziale Kontrolle und kein Neid. Man kennt sich, man steht aber nicht ernsthaft in Kontakt.“ Einmal im Jahr, am 1. Mai, da treffe man sich im Ort.
Anfangs wachte Kay Jacobsen nachts auf – wegen der Ruhe. „Das war am Anfang ungewohnt.“ Im Herbst ist es in Linumhorst dann vorübergehend nicht ganz so ruhig. „Da haben wir dann schon mal 60 000 Kraniche hinter uns auf dem zweiten Feld“, erzählt er begeistert. „Die fliegen 20 Meter über unserem Haus, das ist eine geile Nummer.“ Alles in allem findet er es in dem kleinen Ort mitten im Luch „ganz hervorragend“.

Schon jetzt kommen ihn die Freunde immer mal wieder in Linumhorst besuchen. „Zwei von ihnen sind noch unschlüssig, aber das Projekt steht auf jeden Fall.“

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Kranichrekord im Rhinluch

Freitag, den 10. Oktober 2014
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Abends ist der Himmel schwarz. Die Tiere werden wohl noch eine Weile in der der Region bleiben.

MAZ Oranienburg, 10.10.2014

LINUMHORST
In der Nacht zu gestern war es besonders laut auf den Wiesen hinter Linumhorst. Kein Wunder: Im Rhinluch rasten momentan 117.550 Kraniche. Das jedenfalls ergaben Zählungen des Kremmener Landschaftsfördervereins Oberes Rhinluch. Eine besonders hohe Anzahl an Vögeln – ein einsamer Rekord. Schon als im vergangenen Jahr die 100.000er-Marke knapp erreicht worden war, galt das als Rekord.

„Was uns auffällt, ist, dass am Abend die Flugketten der Kraniche deutlich größer sind als früher“, sagt der in Linumhorst lebende Norbert Weißbach. „Die Formationen sind wesentlich breiter als sonst.“ Im Vergleich zur Vorwoche stieg die Zahl der Kraniche im Rhinluch, einem Gebiet zwischen Flatow, Linumhorst und Linum, um das Vierfache an. Wird noch das angrenzende Havelluch hinzugezählt, befinden sich sogar mehr als 130.000 Kraniche in der Region. Hinzu kommen zehntausende Gänse.

„In diesem Jahr ist alles ganz anders“, sagt Ekkehard Hinke. Der Hennigsdorfer ist seit vielen Jahren der Rastplatzbetreuer. Normalerweise geht die Zahl der Kraniche Mitte Oktober noch mal zurück, dann kommt eine zweite Welle. „Diesmal scheinen beide Wellen zusammen hier angekommen zu sein“, so Ekkehard Hinke. Die Wetterbedingungen für die Kraniche sind nach Ansicht des Rastplatzbetreuers besonders günstig. „Die wollen jetzt erst mal nicht weiterziehen. Wir müssen uns wohl noch eine Weile mit ihnen beschäftigen“, sagt er voraus. Dazu ist es noch zu warm und zu sonnig. „Der Absturz kommt erst, wenn Nordwest-Winde einsetzen. Dann könnte es sein, dass sie weiterziehen.“
Er glaubt, dass der Höhepunkt der Welle am kommenden Wochenende stattfindet. Jeden Dienstagmorgen ist Hinke mit einem Team von etwa 30 Leuten unterwegs, um die Vögel zu zählen. „Dazu umstellen wir das Rhinluch weiträumig“, erzählt er. „Wir zählen morgens, wenn die Kraniche ausfliegen. Abends ist das nicht möglich“, erklärt er weiter. „Man merkt beim abendlichen Einfliegen der Tiere, dass es mehr sind als sonst“, sagt Ekkehard Hinke. „Der Himmel ist schwarz.“

Aber nicht nur die Kraniche bevölkern die Region – auch die Menschen. „Vor allem am Wochenende sind hier viele Leute unterwegs“, sagt Gudrun Grimm aus Linumhorst. Während im 50-Seelen-Dorf sonst Ruhe herrscht, ist in diesen Tagen viel mehr los. „Am 3. Oktober, dem Feiertag, war das Maximum erreicht“, ergänzt Norbert Weißbach. „Wir haben schon viele Leute von den Feldern geholt“, erzählt Rastplatzbetreuer Ekkehard Hinke. Die Touristen wollen Nahaufnahmen von den Vögeln. „Damit werden sie aber aufgeschreckt.“ 100 Leute seien vernünftig, einer benehme sich daneben, so Hinke weiter. Vier bis fünf Leute sind im Rhinluchgebiet permanent unterwegs, um die Vögel und die Menschen zu beobachten, Schilder aufzustellen und Absperrbänder zu ziehen.

Ekkehard Hinke hofft unterdessen, dass es nicht sehr viel mehr Kraniche werden. „Wo es zu viele Tiere und Touristen gibt, herrscht auch größere Unruhe.“

Regeln für das Rastgebiet
Für Besucher des Rhinluches gelten bei der Kranichschau Regeln, die der Kremmener Landschaftsförderverein Oberes Rhinluch veröffentlichte.
Gäste sollten möglichst an einer organisierten Führung teilnehmen. Vor allem die markierten Wege und Aussichtspunkte sollen genutzt sowie Wegesperrungen und aktuelle Hinweise beachtet werden. Für Hunde gilt absoluter Leinenzwang. Büsche und Hecken können entlang der Wege als Deckung genutzt werden.
Fotografen sollten ihr Blitzlicht ausschalten. Gäste werden außerdem gebeten, abends mit Taschenlampen nicht nach oben zu leuchten.
Mehr Infos gibt es im Internet unter www.oberes-rhinluch.de.

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Kranichtour 2012

Montag, den 15. Oktober 2012
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2009 -> 26.10.2009

Die Rhinluch-Region ist von Ende September an bis in den November hinein im Ausnahmezustand. Tausende Touristen kommen jeden Tag dorthin, um sich am späten Nachmittag das Vogelspektakel anzusehen.
2010 und 2011 habe ich mit der Kranichtour ausgesetzt. Ich war der Meinung, schon alles gesehen zu haben. Gleichzeitig waren wir nie wirklich am Ort des Geschehens. Das sollte diesmal anders werden, erstmals nahm ich an einer geführten Tour teil.
Der in Fehrbellin lebende Journalist Dietmar Ringel, er ist Moderator beim rbb-Inforadio, macht seine zweite Kranichtour. „In Linum ist es für die Beobachter inzwischen recht eng“, erzählt er. Er führt seine Gäste noch bis 10. November an diversen Tagen durchs Luch.

Wir treffen uns in Linum, wo die Lage um kurz vor 14 Uhr noch relativ ruhig ist. Wir fahren zunächst zum Karolinenhof, unweit von Kuhhorst. An diesem Sonnabendnachmittag ist dort noch wenig von den Kranichen zu spüren. Ganz weit, in der Ferne, abseits der Ziegenställe, ist das Gekreische zu hören. Man muss leise sein und lauschen.
Wir kosten vom Ziegenkäse. Er schmeckt ein wenig schärfer, leicht bitterer als Käse von der Kuhmilch. Aber durchaus lecker. Den Hof gibt es seit 20 Jahren, dort leben 100 Ziegen, die morgens und abends gemolken werden. 20 Sorten Ziegenkäse entstehen daraus, und es gibt auf dem Hof tatsächlich nur Milch-Produkte, die auch von dort stammen.

Wir fahren weiter auf den Ökohof nach Kuhhorst. Dort gibt es einen großen Schweinestall. Ganz vorne treffen wir auf Piet, ein großes, stattliches Schwein. Er sorgte bislang für den Nachwuchs in Kuhhorst. Doch das ist vorbei, Piet weiß noch nicht, dass er bald geschlachtet wird. Ricardo, der auf dem Hof arbeitet, führt uns herum. Er kennt jedes der Schweine mit Namen. In einer der Boxen liegen die Neugeborenen, und der Anblick ist einfach nur goldig.
Im Hofladen gibt es, wie auch nebenan auf dem Karolinenhof, viele Produkte aus heimischer Herstellung. Ich kaufe eine Packung Nudeln made in Kuhhorst.

Die Straße zwischen Kuhhorst und Linum füllt sich. Am Rand stehen Menschentrauben. Alle blicken aufs Feld, wo die Kraniche stehen. Es ist eng und ziemlich gefährlich an der Strecke. Hier und da stehen schon ein paar Schilder, es ist nur Tempo 60 erlaubt.
Die Kraniche verbringen dort, auf dem Feld, ihren Tag.

Weiter zurück nach Linum. In der Naturschutzstation schaut der kleine Jonathan gebannt auf den Fernseher, auf dem ein Film über Kraniche zu sehen ist. Seine Mutter bekommt ihn nur schwer davon weg. „Wir wollen doch die echten Kraniche sehen“, sagt sie ihm, aber er murrt. Nur mit Mühe kann er sich losreißen.
Nebenan stehen mehere lebensgroße Modelle von Kranichen. Es sind die größten Vögel, die in der Region gesichtet werden können, sie werden um die 1,30 Meter groß.

Schräg gegenüber von der Station liegt Rixmanns Hof. „Jetzt, im Oktober, haben wir Hochsaision“, erzählt Sabine Schwalm, die hinter dem kleinen Verkaufstisch steht. „Die meisten Besucher kommen wegen der Kraniche, aber viele auch gezielt zu uns.“
Auf dem Hof liegen riesige Kürbisse, und das erste, was die Leute oft sagen, wenn sie das Gelände betreten, ist: „Wow!“ In vielen Kisten liegen die riesigen, runden Früchte, die man ohne Weiteres gar nicht wegtragen könnte.

Auch im „Kleinen Haus“ in Linum herrscht Hochbetrieb. Gastwirt Frank Buthmann ist von morgens bis abends in seinem Lokal. „Wir sind erst nachts um elf wieder draußen“, erzählt er, während er die nächste Speise zubereitet. Jetzt, während der Kranichzeit, macht er seinen Hauptumsatz. Man muss vorbestellen, wenn man sich sicher sein will, auch einen Platz zu bekommen.
Wir kosten vom Rote-Beete-Apfel-Saft. Als ich einigen Freunden davon erzählt habe, habe ich mitleidige Blicke bekommen, dabei schmeckt der Saft recht gut – auch wenn man davon nicht unbedingt zwei Gläser trinken muss.
Buthmann verarbeitet in seinem Lokal ebenfalls vorwiegend Produkte aus der Region. Die geschmorte Hackse stammt vom Havelland-Rind aus Hakenberg, dazu gab’s Kürbis-Mangold und Kartoffeln. Wäre ich zu Hause gewesen, hätte ich den Teller abgeleckt. Aber ich konnte mich gerade noch beherrschen.

Wieder draußen, an der Linumer Hauptstraße. Ganz plötzlich, ohne Vorwarnung, geht es los. Es ist 17.25 Uhr. Am Himmel über Linum taucht der erste Kranichschwarm auf. Mit ihm das typische Gekreische der Tiere.
Die Leute schauen nach oben, bleiben stehen. Es ist ein magischer Moment. Jeden Nachmittag geht das so. Die Sonne bewegt sich langsam zum Horizont, das kleine Dorf im Luch füllt sich, die Hauptstraße ist voller Autos.
Wie auf ein geheimes Kommando scheinen sich die Kraniche von ihren Tagesrastplätzen rund um Linum aufzumachen. Von einer Minute zur nächsten beginnt das Gekreische am Himmel.

Norbert Weißbach und Gudrun Grimm kennen das. Sie betreiben seit 15 Jahren einen Hof in Linumhorst. Er liegt nur wenige hundert Meter vom Schlafplatz der Vögel entfernt. Wir dürfen dorthin, das geht nur auf dieser geführten Tour.
Die Kraniche fliegen direkt über den Hof der Linumhorster. „Wir warten schon drauf“, erzählt Gudrun Grimm. „Wenn die Kraniche kommen, dann ist klar: Es ist Herbst.“ Für die das Paar schon Normalität.
Unsere Gruppe darf auf das Privatgelände kommen, um den Einzug der Kraniche zu beobachten. „Die Tiere sind sehr empfindlich“, sagt Norbert Weißbach. „Wenn wir hier nicht auf unserem Feld stehen, dann kommen sie auch schon mal auf unsere Wiesen.“
Es fliegen mehr und mehr Kraniche ein, immer tiefer schweben sie majestätisch über den Hof hinweg.
Je dunkler es wird, desto tiefer fliegen sie. Wir stehen auf einer großen Wiese, die den Linumhorstern gehört. Da hinten, hinter den Bäumen, ist der große Schlafplatz der Kraniche. Sie übernachten in einem flachen Gewässer. Dort müssen sie nämlich nicht fürchten, von Menschen oder Raubtieren belästigt zu werden. Wir sehen das Spektakel aus der Ferne. Es ist ein unfassbares Geschnatter, ein Gekreische, wie in einem Fußballstadion.
In einigen Schwärmen ist ein hohes Piepsen zu hören. Es kommt von den Jungtieren, erzählt Norbert Weißbach.
Das Gewimmel wird immer lauter. Laut der letzten Zählung vor gut einer Woche sind etwas mehr als 25.000 Kraniche in der Region, inzwischen werden es sicherlich mehr sein, der Höhepunkt könnte am kommenden Wochenende sein.
In der Ferne sehen wir lauter schwarze Punkte. Dann geht ein riesiger Schwarm wieder in die Luft. Der Schlafplatz scheint voll zu sein. Die ersten Kraniche weichen auf die Wiese davor aus. Sie kommen näher.
Und wir ziehen uns dezent zurück.

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Frag Google (3): Monicas Wanne in Linumhorst

Samstag, den 21. Juli 2012
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(2) -> 20.6.2012

Und wieder zehn neue Sucheingaben bei Google, die aus irgendwelchen Gründen auf meine Seite führten.

1. “glückskeks kein zettel”
Das kann nur ein schlechtes Omen sein.

2. “monica ivancan wanne”
Ist das ein Fetisch?

3. “sexkontakt in linumhorst”
Die Frage ist: Hatte jemand einen Sexkontakt in Linumhorst? Hat Linumhorst eine sündige Meile? Das Dorf ist so klein, da wäre das eine Sensation…

4. “kino mit fusshocker”
Die gibt es zum Beispiel in der Astor-Filmlounge in Berlin-Charlottenburg am Kurfürstendamm. Der ehemalige “Filmpalast” zählt zu meinen Lieblingskinos, ist nach dem Umbau noch gemüticher geworden – aber leider auch teuer.

5. “gibt es in leegebruch s-bahn”
Nein, aber zwei Buslinien.

6. “physio kitzlig”
Unheimlich. Dieser Suchbegriff tauchte just an dem Tag auf, an dem ich erstmals eine Rückenmassage bei meiner Physiotherapeutin ausprobiert habe. Das war kritisch, weil ich am Rücken extrem empfindlich bin. Aber es hat ganz gut funktioniert.

7. “wie lange dauert ein brief von der bußgeldstelle bei fahrerflucht”
Ohoh! Was ist denn da passiert? Ob bei Fahrerflucht wirklich nur ein Brief von der Bußgeldstelle kommt?

8. “sind die geschichten echt bei der talk annica hansen”
Nein!

9. “annica hansen schow blöder gehts nicht”
Ja!

10. “warum hört annica hansen auf ?”
Die Frage lautet eher: Warum durfte sie zehnmal auf Sendung gehen?

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Linumhorst

Sonntag, den 19. Oktober 2008
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Linumhorst ist so klein, es gibt nicht mal vernünftigen Angaben über den Ort im Internet.
Und damit herzlich Willkommen zu einer neuen Folge aus der Reihe “Angelegene Orte in Oberhavel”. Und Linumhorst ist verdammt abgelegen.
Wer von der B273 bei Orion Richtung Linum abbiegt, stößt an einer Kreuzung auf den Namen Linumhorst. Von dieser Kreuzung sind es nochmal 5 Kilometer.
Immherin gibt es ein Ortsschild, das aussagt, dass Linumhorst zu Kremmen gehört. Der Ort besteht aus einer schmalen Straße und einigen Häusern. Mehr nicht.
Der einzige Vorteil ist, dass man über Flatow und Staffelde oder über Linum und Fehrbellin in gut 15 bis 20 Minuten an der Autobahn ist. Bis zum nächsten Einkaufsmarkt ist es jedoch schon ein Stück. In Linumhorst gibt es nichts – außer einem Briefkasten.
Jetzt im Herbst fliegen die Kraniche über den Ort – das ist dann vielleicht auch mal ein Grund, dass sich der eine oder andere in der Linumhorster Sackgasse verirrt…

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