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Heimspiel! extra: Absage des Radrennens “Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt”

Samstag, den 2. Mai 2015
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FR 01.05.2015 | 12.00 Uhr | hr fernsehen

Die Straßen in Eschborn sind leer. Nur ein einsamer Rreporter steht vor dem Kreisverkehr, um uns mitzuteilen, dass die Straßen in Eschborn leer sind. Die Kamera zoomt ein bisschen weiter ran an den Kreisverkehr, um zu zeigen, dass die Straßen in Eschborn wirklich leer sind.
Auch in Mammolsheim im Taunus ist nicht sehr viel mehr los. Auch dort steht jedoch ein einsamer… Halt! Nein! Kein einsamer Reporter! Es kommt tatsächlich ein! Radfahrer!! Den hält der ehemals einsame Reporter auch gleich an, um ihn zu fragen, wie es denn nun ist, so alleine radzufahren – und um ihm ein Stück Kuchen in die Hand zu drücken.

Es sind packende Augenblicke, die das hr fernsehen am Mittag des Maifeiertages live ausstrahlte. Gute drei Stunden lang ist das Nichts zelebriert worden.
Das jedoch nicht ganz freiwillig. Eigentlich sollte ab 12 Uhr live das Radrennen “Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt” übertragen werden. Weil aber am Vortag in Oberursel ein Paar unter Terrorverdacht festgenommen worden ist und die Polizei die Sicherheit der Strecke nicht garantieren konnte, ist es abgesagt worden.

Beim hr wollten sie sich die viele Arbeit aber nicht ganz umsonst gemacht haben. Also übertrugen sie trotzdem. Wie sich der Veranstalter fühlt. Wann er von der Absage erfahren hat. Wie er sich zu dem Zeitpunkt gefühlt hat. Und wie er sich eine Stunde später gefühlt hat. Und ob er sich inzwischen anders fühlt als noch vor fünf Minuten, als sie schon mal gefragt haben. Und wie fühlt sich eigentlich der Reporter, der das Radrennen eigentlich kommentieren sollte?
Zwischen gab es noch mal den Bericht, was denn gestern passiert ist, wie alle reagiert haben (und wie sich der Veranstalter dabei gefühlt hat) und was heute passiert ist.

Damit nicht alle über Stunden immer dasselbe sagen, gab es zwischendurch Sonderausgaben der “hessenschau kompakt”. Da gab es dann einen Bericht darüber, was denn gestern passiert ist, wie alle reagiert haben (und wie sich alle möglichen Leute dabei gefühlt haben) und was heute passiert ist.
Nahezu drei Stunden dauerte der Spuk, bis sich beim hr jemand erbarmt hat und ein echtes Ersatzprogramm gezeigt hat.

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Das war 2014!

Mittwoch, den 31. Dezember 2014
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Das Vertrauen der Menschen in die Medien schwindet. Viele glauben im Jahr 2014 nicht mehr dem, was im Fernsehen berichtet wird oder in der Zeitung oder im Internet geschrieben steht. In Foren schreiben sie ihren Ärger nieder, attackieren die Verantwortlichen, die sich immer und immer wieder erklären müssen. Sei es die Krise zwischen Russland und der Ukraine. Sei es die Berichterstattung um die neuen Flüchtlingsheime in Deutschland oder um die Pediga-Demonstranten. Oft scheint es, dass sich die Welt in Gut und Böse teilt. Für Falschinformationen in Bezug auf die Ukraine-Krise muss sich die ARD in den “Tagesthemen gar entschuldigen.

ARD und ZDF haben das Misstrauen aber auch selbst befeuert, und das nicht nur innerhalb der Politberichterstattung. In diversen Rankingshows ist geschummelt worden. Das ZDF, der rbb, WDR, hr und der NDR mussten eingestehen, dass sie an ihren Rankings ein bisschen rumgeschraubt haben. In Johannes B. Kerners Show mit Deutschlands Besten waren die Studiogäste ins bessere Licht gerückt, ZDF-Stars vor RTL-Stars geschoben worden. In den ARD-Rankings gab es auch immer seltsame Gründe, warum die Nummer 10 nicht die Nummer 10 sein durfte. Und nebenbei kam auch noch heraus, dass die Votingzahlen bei den Rankings oftmals verschwindend gering waren.

Verschwindend gering war auch das Interesse an der “Millionärswahl” auf ProSieben. Die Castingshow sollte zu Jahresbeginn das ganz große Ding sein, wurde aber ein Megaflop. Ein solcher Flop sogar, dass das Finale nur im Internet lief. Auch mit “Rising Star” hatte RTL kein Glück – so kam das Finale schneller als gedacht. Die Leute scheinen genug von Castings zu haben, auch bei “Das Supertalent” und “Deutschland sucht den Superstar” waren die Quoten schon mal besser.
Für “Wetten, dass…?” sind die Quoten nicht mehr interessant. Die Show, seit fast 34 Jahren auf Sendung, ist Geschichte. Nur noch 5,5 Millionen Menschen schauten zu, das ZDF zog den Stecker. Das Team der Show hat es nicht geschafft, den Klassiker zu modernisieren. Das letzte große Lagerfeuer ist erlischt. Heißt es.

Ist aber nicht so. Denn Sonntag für Sonntag schafft der “Tatort”, mehr als 10 Millionen Leute an sich zu binden. Die Ermittler aus Münster schafften den Rekord mit weit mehr als 13 Millionen Zuschauern. Nur König Fußball ist nicht zu schlagen. Als Deutschland bei der WM gegen Argentinien Weltmeister wurde, saßen mehr als 35 Millionen vor dem Fernseher – Rekord. Kneipen und Festmeilen nicht mal eingerechnet.

Der Fußball beherrschte im Sommer die Schlagzeilen, aber irgendeine Sau ist immer durchs Dorf getrieben. Stichworte gefällig? Ex-Fußballer Hitzelsperger ist schwul! Kreisch! Uli Hoeneß muss in den Knast, und die Medienmeute belagerte das Gemäuer. Michael Schumacher ist im Koma – und auch vor der Klinik harrte die Medienmeute aus. Als die Lokführer streikten, schickte ein Team des RTL-Boulevardmagazins “Explosiv” ein Kamerateam zur Ex-Frau des Gewerkschaftsbosses – um sie sagen zu sagen, wie schlimm er denn war.
Auf dem Boulevard hat sich das ZDF ausgeruht, als es den Sternekoch Nelson Müller McDonald’s und Burger King testen ließ. Es war irgendwie alles dufte, und den Skandal, dass es bei Burger King ganz mies zugeht (okay, überraschend ist das nicht), den hat ausgerechnet RTL aufgedeckt. Günter Wallraff sei Dank.

Alles ist eben im Wandel. Das ZDF-Kulturmagazin “aspekte” macht jetzt auf jung. Die “Tagesschau” gönnte sich ein nigelnagelneues Studio, der Bildungskanal BR-alpha heißt jetzt ARD-alpha, um irgendwie wichtiger zu wirken. Klassiker wie der “Wochenspiegel” im Ersten oder die “ARD-Ratgeber” sind abgesetzt. Wochenrückblicke sind aus der Mode gekommen und Ratgeber heißen heute Checks. “Beckmann” talkt nicht mehr.
Auch “Die Harald Schmidt Show” ist Geschichte, und kaum jemand hat es mitbekommen. Am Ende sendete die Late Night auf Sky, fast ohne Zuschauer. Das selbe Problem hatte “log in” auf zdf info. Die interaktive Talkshow lief ein paarmal auch im ZDF-Hauptprogramm – ohne Erfolg. Es ist aber auch nicht einfach mit der jungen Zielgruppe. Während zdf info nun wieder mehr Hitlerdokus senden kann, sollten sich die jungen Zuschauer bei joiz sammeln. Aber auch der interaktive Sender ist insolvent und will nun nur im Internet weitermachen.
Ins Internet wird auch der künftige Jugendkanal von ARD und ZDF wandern. Irgendwann, bald. Die Politik hat es so beschlossen, dafür werden einsplus und zdf.kultur geopfert.

Auch im Lokalfernsehen läuft es mehr schlecht als recht. Die center.tv-Sender sind alle, bis auf den in Köln, Geschichte. Aus havelland TV, prignitz TV und ruppin TV wurde NBF3 – aber nur kurzzeitig, und irgendwie hat am Ende gar keiner mehr verstanden, welchen Sender man denn nun eingeschaltet hat. Die Kommunikation auf Facebook wurde vorsichtshalber auch eingestellt, nun ist der Sender zumindest aus dem Kabelnetz ganz verschwunden. Oberhavel TV hat unterdessen einen neuen Besitzer – mal sehen, ob es da noch mal bergauf geht.

Auch die gedruckte Presse hat weiter ihre Probleme. Die Panik ist groß. Beim stern haben sie von heute auf morgen ihren Chefredakteur gefeuert, beim “Spiegel” kämpfte der Chef gegen seine Mitarbeiter und umgekehrt. Die Münchner “Abendzeitung” kämpfte ums Überleben – vorerst gerettet. Wer weiß, wie lange es noch gedruckte Zeitungen und Magazine gibt.

Sie werden es nicht mehr miterleben – viele echte Größen haben uns 2014 verlassen, und manchmal war es schon ein bisschen unheimlich.
Der große Udo Jürgens ist ganz plötzlich gestorben. Joe Cocker hat den Kampf gegen den Krebs verloren. Die Showmaster Joachim Fuchsberger, Dietmar Schönherr und Heinz Schenk sind nicht mehr da. Auch die Schauspieler Karlheinz Böhm, Robin Williams, Peer Augustinski, Gottfried John, James Garner und Philip Seymour Hoffman, Puppenspieler Heinz Schroeder, der Vater von Herrn Fuchs und Frau Elster, die Journalisten Peter Radszuhn, Peter Scholl-Latour, Andreas Ernst, Frank Schirrmacher, Manfred Bleskin, Dirk Sager, Klaus Bölling und Udo Reiter, Boxtrainer Fritz Sdunek, Sängerin Laureen Bacall, die Politiker Ariel Sharon und Eduard Schewardnadse, Schriftsteller Siegfried Lenz, die Unternehmer Ernst und Karl Albrecht, Stefan Lübbe und Heinz-Horst Deichmann sowie Tierfilmer Richard Attenborough.

Und sonst so? Das Erste hat sich am “Quizduell” verhoben. Ganz Deutschland sollte per App live mitspielen können. Hat leider nicht ganz geklappt. War aber trotzdem lustig.
VIVA ist geschrumpft. Der Musiksender teilt sich nun einen Kanal mit Comedy Central, ist nur noch 11 Stunden am Tag auf Sendung. Musiksender scheinen out zu sein. Auch IM1 ist pleite.
Bei den “RTL II News” wäre eine Absetzung dagegen eine gute Nachricht. Nach einem der Fußball-WM-Spiele waren die, ähm, Journalisten so scheiße geil drauf, dass sie in den Nachrichten sowohl den Sieg als auch die Niederlage der deutschen Fußballer vermeldet haben. Warum auch nicht?
Das dachte sich auch die Redaktion von “Immer wieder sonntags”, als sie Moderator Stefan Mross scharfe Currysoßen kosten ließen. Das ging schief, Mross musste in die Klinik und Guido Cantz musste die Live-Show zu Ende moderieren.
Das mit dem Ende ist bei “Schlag den Raab” dagegen immer so eine Sache. Als im November eines der Spiele gar nicht klappen wollte, ist es nach einer Stunde ergebnislos abgebrochen und durch ein neues Spiel ersetzt worden. Die Show endete nach mehr als sechs Stunden, um 2.23 Uhr. Oder so. Um die Zeit kommt’s auf die Minute eh nicht mehr an. und wie heißt es doch so schön, und Helene Fischer ist ja sowieso gerade total in Mode: “Atemlos durch die Nacht”!

Und das bis ins nächste Jahr! Guten Rutsch!

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Hitlisten des Westens: Die beliebtesten Museen in Nordrhein-Westfalen

Samstag, den 16. August 2014
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MI 13.08.2014 | 21.00 Uhr | WDR

Breaking News! Der WDR hat eine Rankingshow ausgestrahlt – und sie war nicht manipuliert. Man beachte: Nicht! Manipuliert!
In den vergangenen Wochen mussten ZDF, WDR, NDR, hr und rbb (jemanden vergessen?) eingestehen, dass sie in ihren Rankingsendungen die Umfrage-Ergebnisse so manipuliert haben, dass es ihnen in den Kram gepasst hat.

Da haben die Redaktionen die Reihenfolge geändert, weil sie lieber mit Pferdebildern in die Sendung einsteigen wollten. Obwohl die Pferde bei den Zuschauern gar nicht letzter waren. Aber ist doch wurscht. Da wurden Platzierte rausgeschmissen, weil der Sender leider keine passenden Bilder hatte (auch auch leider unfähig, da mal schnell ein Kamerateam hinzuschicken). Da sind die Ergebnisse verfälscht worden, weil den Promigästen im Studio geschmeichelt werden sollte. Oder weil es langweilig war. Oder weil es den Redakteuren sonst irgendwie nicht in den Kram gepasst hat.

Nun sind Rankingshows nicht der Nabel der Fernsehwelt. Aber wozu werden solche Onlineumfragen gestartet, wenn es am Ende trotzdem völlig egal ist, wie das dann gesendet wird?

An den Manipulationen ist nicht nur wunderbar zu sehen, wie wurscht den Sendern ihre Zuschauer in Wirklichkeit sind. Und dass diese Rankingshow nichts anderes sind als extrem billiges Programmfüllmaterial.
Dabei ist aber noch etwas anderes rausgekommen. Den Zuschauern sind diese Rankings auch wurscht. Am Mittwoch strahlte der WDR “Die beliebtesten Museen in Nordrhein-Westfalen” aus. Und weil jetzt alles so transparent ist, veröffentlichte der Sender auch die genauen Zahlen. Die zeigten: Die Museen waren ein Kracherthema, das beim WDR-Publikum so super ankam, dass der Sieger, das Haus der Geschichte in Bonn, unfassbare 126 Klicks hatte. Platz 15 verödete mit gerade mal 10 (!) Klicks. Andere Rankings hatten noch verheerendere Klickzahlen. Soll heißen: noch weniger.

Die Sender ziehen die Konsequenz daraus: Nein, die Rankings werden natürlich nicht abgeschafft. Aber das Onlinevoting. Wenn sowieso keiner mitmacht, dann entscheidet eben die Redaktion oder es muss eine repräsentative Umfrage her, wo man dann den Leuten am Telefon auf den Geist gehen will.

PS: Der rbb hat demnächst auch ein Ranking-Leckerbissen: Die beliebtesten Retro-Wohnschätze. Das ist ja echt… gähn.

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Zugriff! – Wenn das Netz zum Gegner wird

Donnerstag, den 7. August 2014
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MI 06.08.2014 | 21.45 Uhr | hr-Fernsehen

Am Ende stand Reporter Peter Onneken quasi nackig da. Er saß am Frankfurter Flughafen fest. Er hatte kein Bargeld mehr, seine Bankkarten waren gesperrt, seine Wohnung war okkupiert, irgendjemand hat seinen Job gekündigt, weil sein Mail-Postfach gehackt worden ist. Und so weiter.

Das hr-Fernsehen zeigte am Mittwochabend ein spannendes Experiment – und eines, das sehr nachdenklich machen sollte. Die beiden Reporter Diana Löbl und Peter Onneken lieferten sich ein Onlineduell. Sie wettete, dass es ihr gelingt alle seine Daten abzufischen. Alle. Wirklich alle.
Und es war schockierend einfach. Sie knackte die Postfächer, verschaffte sich Zugang zur Cloud, konnte in seinem Leben rumschnüffeln, ihn stalken und ihm fremde Lieferer auf den Hals hetzen – und brachte ihn am Ende zum Ruin.

Der Film “Zugriff! – Wenn das Netz zum Gegner wird” zeigte nicht nur, dass wir ganz offensichtlich zu sorglos mit unserem Kram umgehen. Viel schlimmer ist die Erkenntnis, dass selbst alle Hürden für echte Hacker völlig einfach zu umgehen sind. Virtuelle Datensammelorte sind zu schlecht geschützt, die Banken haben ihre Rechenzentren an andere Unternehmen ausgegliedert – aber alles soll sicher sein.
Nein, ist es nicht. Und das sollte uns zum Handeln bringen.

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Fußball-WM 1974: Frankfurter Wasserschlacht

Sonntag, den 8. Juni 2014
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FR 06.06.2014 | 2.35 Uhr (Sa.) | hr-Fernsehen

Regen. Ein regelrechter Wolkenbruch. Der Rasen im Frankfurter Waldstadion steht unter Wasser. Ein Spielbeginn ist unmöglich.
Wir schreiben das Jahr 1974, in Deutschland ist Fußball-WM, und nichts geht mehr. Die ARD überträgt ein Spiel, das nicht beginnen kann, und es ist auch noch ein Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.

Das hr-Fernsehen zeigte in der Nacht zu Sonnabend die “Frankfurter Wasserschlacht”. Und bewies mal wieder, dass früher eben nicht alles besser war.
Die ARD zeigte also, wie die Helfer im Stadion verzweifelt versuchen, den Rasen vom Wasser zu befreien. Sogar die Feuerwehr ist gekommen.

Reporterlegende Ernst Huberty kommentierte das Ganze. Das heißt, er versuchte irgendwie, die Zeit zu überbrücken. Viel zu sagen hatte er nicht, er schien mit der Situation hoffnungslos überfordert. Als bekannt wurde, dass das Spiel 30 Minuten später angepfiffen wird, hatte er dann gar keine Lust mehr und sagte, die Regie solle mal weitermachen.
Später zeigte die ARD dann allen Ernstes die Live-Bilder aus dem Stadion und unterlegte sie mit Orchester-Pausenmusik. Würde es heute nicht mehr geben.
Ich habe keine Ahnung, was Huberty zu einer Kommentarenlegende machte. Wenn heute jemand so einschläfernd nüchtern ein Spiel kommentieren würde, wie er, käme er damit nicht gut an.

Und dann gab es noch einen unerhörten Vorfall. Das heißt, 1974 war er noch nicht unerhört, heute gäbe es einen Aufschrei der aufrechten Deutschen.
Als es dann doch losging, stand die deutsche mannschaft nebeneinander auf dem Rasen und hörte sich die Hymne an.
Hörte. Sich. Die. Hymne. An.
Und nicht: Sang mit.
Kein einziger Spieler sang die Hymne mit, einer kaute sogar Kaugummi. Heute wäre das undenkbar, man würde die Spieler rundmachen und macht das ja auch. Solche blöden Empörungswellen scheint es vor 40 Jahren noch nicht gegeben zu haben, und irgendwie war das dann früher wohl doch besser als heute.

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Fußball-WM – Die Eröffnungsfeier 1974

Samstag, den 7. Juni 2014
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FR 06.06.2014 | 0.45 Uhr (Sa.) | hr-Fernsehen

Frank Schöbel! Im West-Fernsehen! Einer der größten DDR-Stars durfte ab und zu auch im kapitalistischen Ausland auftreten. Bei der Eröffnungsfeier für die Fußball-WM 1974 zum Beispiel. Da sang er im Waldstadion in Frankfurt/Main: “Freunde gibt es überall auf der ganzen Welt, Menschen die sich gut verstehn und mit dir Tag für Tag eine Straße gehn.” Das waren ganz neue Töne aus der DDR, denn eigentlich waren die Leute hinter der Mauer doch die Bösen, da konnte doch von Freunden gar keine Rede sein – und schon gar nicht von einer Straße, auf der wir dann gemeinsam jeden Tag herumscharwenzeln.
Aber vermutlich wäre es in der BRD auch nicht gut angekommen, hätte der DDR-Mann von den jungen Pionieren gesungen, die den antifaschistischen Schutzwall bejubeln.

Es war eine der Besonderheiten einer Show, die das hr-Fernsehen am sehr späten Freitagabend wiederholte: die Fußball-WM-Eröffnungsfeier von 1974. Unfassbare 40 Jahre her. Die zweite Besonderheit war übrigens der Beweis, dass früher doch nicht alles besser war. Quälende zwei Stunden dauerte das Schlager- und Folklorespektakel. Brasilianische Tänzerinnen, gewöhnungsbedürftige Gesänge aus Zaire (Kongo). Polnische Volksmusik, bulgarische Folklore. Und so weiter.
Das ist heute, 2014, sehr, sehr anstrengend anzusehen. Und 1974 vermutlich auch schon gewesen. Die Idee, die Leute mit Kultur aus jedem WM-Land zu, ähm, erfreuen, ist zwar nett, erwies sich aber als sehr … nun ja, langwierig.
Vermutlich sind die Eröffnungsfeiern bei heutigen Fußball-WMs deshalb auch sehr viel kürzer. Die Leute wollen doch sowieso nur den Ball rollen sehen und kein Kulturgedöns.

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heimspiel! extra: Ironman European Championship 2013

Dienstag, den 9. Juli 2013
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SO 07.07.2013 | 10.00 Uhr | hr-Fernsehen

Ich pumpe schon, wenn ich zwei oder drei Kilometer gelaufen bin. Okay, das spricht nicht gerade für mich. Das weiß ich auch. Triathleten aber, das sind ja ganz harte Hunde.
Der hr übertrug am Sonntag weit mehr als sieben Stunden lang den Frankfurter Triathlon. So viel Zeit muss irgendwie gefüllt werden, und deshalb gab es zwischendurch auch mal Interviews mit den Sportlern.

Das saß also ein Mann, der gerade schon 3,8 Kilometer geschwommen und 180 Kilometer Rad gefahren ist. Und, wie geht’s Ihnen? Wie läuft’s? Okay, der Mann war ein bisschen geschafft, das hinderte ihn aber nicht daran, Auskunft zu geben. Ganz normal. Um dann noch schnell 42 Kilometer zu laufen.
Macht man doch mit links.
Also, Respekt. Wirklich!