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Sportschau live: Fußball-Bundesliga-Relegation 2012 – Rückspiel

Mittwoch, den 16. Mai 2012
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DI 15.05.2012 | 20.15 Uhr | Das Erste

Am Ende lagen sie sich alle in den Armen, sie standen und tanzten auf dem Spielfeld des Düsseldorfer Fußballstadions. Ihr Verein, die Fortuna Düsseldorf ist die in 1. Bundesliga aufstiegen, Hertha BSC Berlin dagegen in die 2. Liga abgestiegen.
Aber nach was für einem Spiel?!

Ich habe mir sagen lassen, dass am Dienstagabend beim Relegationsspiel gar nicht so viel Außergewöhnliches passiert ist. Dass Bengalos, also Leuchtfeuer, etwas völlig Normales sind, und dass das ja schon mal passieren kann, dass Hunderte Menschen während des Spiels auf das Feld rennen und für chaotische Verhältnisse sorgen.
Alles ganz normal, so sagen einige.

Nein, ich finde das nicht normal.
Als Düsseldorf das 2:1 schoss, da fielen plötzlich Leuchtraketen auf Spielfeld. Was sind das eigentlich für Fans (wenn man sie überhaupt so nennen kann), die so einen Scheiß machen? Die dafür sorgen, dass ein Spiel unterbrochen wird, dass es womöglich abgebrochen wird.
Es dauerte lange, bis es weitergehen konnte. Der Stadionsprecher drohte mit dem Spielabbruch, wenn das noch mal geschehe.
Die Stimmung war aufgeheizt, das Spiel bis hierhin sehr spannend, zumal inzwischen das 2:2 gefallen war.
Dann, ganz plötzlich, etwa zwei Minuten vor Schluss, wurde das Spielfeld plötzlich von Fans überrannt. Spieler flüchteten, die Polizei versuchte, das Feld zu sichern – das blanke Chaos. Ein Düsseldorfer Fan schnitt sich schon mal den 11-Meter-Punkt aus dem Rasen. Vor Spielende wohlgemerkt.
Da kann man eigentlich nur noch fragen: Geht’s noch?

Das Chaos hatte mit Gewalt vielleicht nicht viel zu tun, aber durchaus mit Disziplin. Den Düsseldorfern ist es nicht gelungen, ihr Stadion zu sichern, von dem Leuchtmist mal ganz abgesehen. Erst nach gut 20 Minuten konnte das Spiel weitergehen, noch eine letzte Minute. Bei den Hertha-Spielern gab es offenbar Überlegungen, gar nicht mehr zurückzukehren. Hertha will Protest gegen das Spiel einlegen, und das zurecht. Denn die letzte Spielminute fand nicht mehr unter regulären Bedingungen statt.

Dass nun jedenfalls wieder Diskussionen über die Hardcore-Fans, die Ultras beginnen, sollte niemanden überraschen. Ich finde es jedenfalls nicht dufte, einfach mal Feuerwerkskörper auf Spielfeld zu schmeißen. Die Erstürmung des Feldes war sicherlich eine Verkettung unglücklicher Umstände, die jedoch angesichts der angespannten Lage durchaus gefährlich war.

Fußballfans werfen den Reportern der ARD mal wieder vor, alles aufzubauschen. In der “Sportschau live”-Übertragung am Dienstagabend im Ersten musste Tom Bartels den Stadionskandal kommentieren – und es war nichts anderes als ein Skandal. Bartels hat sich völlig zurecht über die störenden Idioten aufgeregt – und über die unübersichtliche Situation nach der Erstürmung.
Dass nun wieder über die Sicherheit in den Stadien gesprochen wird – den Ultras sei Dank.
Aber wahrscheinlich habe ich davon ja keine Ahnung, und ohne die Ultras wäre es bestimmt ganz doll langweilig in den Stadien. Na, sicher.

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Eurovision Song Contest 2011: Grand-Prix-Party

Montag, den 16. Mai 2011
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SA 14.05.2011 | 0.30 Uhr (So.) | Das Erste

Okay, ich mag die Reeperbahn in Hamburg. Am Sonnabend hatte sie allerdings einen ganz großen Nachteil: Sie war ziemlich weit weg von Düsseldorf.
Jedes Jahr überträgt der NDR für das Erste vor und nach dem Eurovision Song Contest die Grand-Prix-Party von der Hamburger Reeperbahn. Wenn die große Show irgendwo im Ausland stattfindet, ist das auch sinnvoll. Nicht aber, wenn das eigentliche Spektakel auch in Deutschland, nur eben in Düsseldorf ist.

So endete die bombastische Show aus Düsseldorf, und weiter ging es in der Nacht zum Sonntag auf der Reeperbahn, wo die Stimmung so lala war. Irgendeine Band namens Frida Gold trällerte ein langweiliges Lied. Ob die Plattenfirma für diesen Auftritt gezahlt hat, wird wohl immer ein Geheimnis bleiben.
Wieso hat die ARD am Abend der Abende nicht sein Studio hinter dem Arenabalkon in Düsseldorf genutzt? Tagelang laufen von dort zig Sendungen, und wenn es so weit ist, muss Matthias Opdenhövel nach Hamburg reisen. Wie dämlich ist das denn?

Statt der langatmigen “Grand-Prix-Party” wäre eine nette Nachbetrachtung aus Düsseldorf viel spannender gewesen. Die Stimmung in der Halle nach der Show. Erste Interviews und Analysen.
Stattdessen eben Frida Gold vor einer Kulisse, von der die Zuschauer regelrecht wegströmten. Da hat die ARD leider versagt.

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Eurovision Song Contest 2011

Sonntag, den 15. Mai 2011
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SA 14.05.2011 | 21.00 Uhr | Das Erste

Aserbaidschan. Wo liegt das eigentlich? Gehen da überhaupt Flüge hin? Und wie konnte denn das passieren? In Aserbaidschan, wohl in Baku, findet der Eurovision Song Contest 2012 statt. Sehr wahrscheinlich um 1 Uhr nachts Ortszeit. Das haben sie jetzt davon.
Okay, Ell/Nikki gehörten zu den Acts, die mit einem Plus auf meiner Liste versehen waren. Aber trotzdem… Aserbaidschan… Schon komisch, diese Eurovisionszuseher.

Nach 28 Jahren fand die große Sause mal wieder in Deutschland statt. Keineswegs so bieder wie 1983 in München, sondern modern, poppig, witzig und kurzweilig.
Als Stefan Raab, Anke Engelke und Judith Rakers noch einmal den “Satellite” besangen, die Heavytons einstiegen und 42 Lena-Doubles auf der Bühne erschienen – plus die echte – war das ein Wahnsinsseinstieg.
Auch zwischendurch hätte statt des Talks im Green Room gern noch einer der witzigen Einspieler aus dem Halbfinale gezeigt werden können.
Enttäuschend war allerdings der Auftritt von Jan Delay. Die Pausenshow hätte nach dem wunderbaren Flashmob-Tanz in Norwegen gern ein wenig einfallsreicher ausfallen dürfen.

Erstmals präsentierte sich Frankreich in der Show. Als Mitglied der “Big 5″ muss das Land nicht ins Halbfinale. Amaury Vassili sang seine Arie “Sognu”, die auf der Bühne trotz Vulkanausbruchs im Hintergrund ziemlich langweilig war. Es reichte nur für Platz 15. Auch Italien und Raphael Gualazzi schienen mit ihrer jazzigen Nummer eher nicht so doll. Die Zuschauer fanden das nicht und wählten Italien auf Platz 2. Die Briten schickten Blue vorbei, die vor Jahren mal erfolgreich waren. Ihre durchgestylte, weichgespülte, routinierte Nummer war zwar enttäuschend, für Platz 11 reichte es trotzdem.

Ansonsten war das Voting ziemlich… nun ja.. anders als erhofft. Die quirligen
Ir(r)en landeten nur auf Platz 8, der poppige Schwede immerhin auf Platz 3.
Die Griechen habe ich übrigens auf dem allerletzten Platz gesehen – ein grauenvolles Lied. Fand das Fernsehvolk nicht – Platz 7.
Lena machte mit “Taken By A Stranger” eine gute Figur. Aufs Treppchen schaffte sie es diesmal nicht. Platz 10. Vielleicht war es ein Nachteil, dass bei ihrem Lied recht große Unruhe herrschte. Die Begeisterung in der Arena muss sich somit nicht immer positiv auf den Auftritt auswirken.

Mission Titelverteidigung ist gescheitert. Grämen müssen wir uns dennoch nicht. Wir hatten eine tolle Show, einen tollen Song – und nächstes Jahr… Tja, dann halt Baku, ne?!

PS: War ja wieder echt nervig, diese Punkteschacherei an die jeweiligen Nachbarländer. Unmöglich! So vorhersehbar!
Bitte? 12 Punkte aus Deutschland für Österreich? Ach, das ist doch was ganz anderes.

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Wir feiern: Lena und die Meister

Samstag, den 14. Mai 2011
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SA 14.05.2011 | 17.00 Uhr | WDR

Dortmund feiert die Fußballmeisterschaft. Und Düsseldorf feiert auch, den Eurovision Song Contest. Klar, dass der WDR da irgendwas machen muss. Irgendwas senden muss. Irgendwas, das mit Fußball und Lena zu tun hat. Also sendet der WDR irgendwas.

“Wir feiern: Lena und die Meister” heißt die Sondersendung im WDR am Sonnabendnachmittag. Blöd nur, dass der WDR keine Bilder vom Fußball senden kann. Blöd auch, dass der Song Contest noch nicht angefangen hat und alles schon dazu gesagt ist.
Stattdessen erzählen Reporter in Dortmund, wie glücklich alle sind. Ab und zu schwenkt die Kamera auf die Großbioldleinwand, auf der das Programm von Sky übertragen wird. Ein Hubschrauber sendet Bilder aus dem Stadion von gaaaanz weit oben. Dazu Männer, die in Kamera grölen und Männer, die Alkohol trinken. Sehr spannend.

Und in Düsseldorf? Fans, die in einer Kneipe sitzen und feiern. Einige tanzen. Manche grölen in die Kamera. Auch sehr spannend.
Schalten wir doch noch mal nach Dortmund, zu den grölenden Männern. Ah, die Meisterschale wird gerade übergeben, schade, dass Sie das nicht sehen können.
Schalten wir mal wieder nach Düsseldorf. Leute, die auf einem Platz rumstehen und… öhm… rumstehen. Zeigen wir doch noch mal ein überflüssiges, weil schon das gefühlte 86. Interview mit Lena.
Gut, dass der WDR so dicht dran ist.

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Eurovision Song Contest 2011 – 2. Halbfinale

Freitag, den 13. Mai 2011
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DO 12.05.2011 | 21.00 Uhr | Das Erste

Ding Dong! Jemand zu Hause? Scheinbar nicht.
Es war einmal eine Diva aus Israel. 1998 nahm sie am Eurovision Song Contest in Birmingham teil. Sie gewann. 2011 in Düsseldorf wollte es Dana International noch mal wissen. Und scheiterte im Halbfinale. So schnell geht das mit der Blamage. Und wir lernen: Für einen zweiten Erfolg reicht kein guter Name, sondern man braucht auch einen guten Song. Den hatte Dana International beim zweiten Halbfinale des Eurovision Song Contests leider nicht. “Ding Dong” war stattdessen ganz schön langweilig. Und tschüss!

Halbfinale Nummer 2 aus Düsseldorf konnte leider nicht mit Nummer 1 mithalten. Zu viel Durchschnittsware machten die Show auf die Dauer ein bisschen langweilig. Vielleicht hätte doch noch mal der ton ausfallen müssen. Oder das Licht. Oder beides.
Nur wenige Auftritte ragten heraus. Ganz vorn natürlich Irland. Die Ir(r)en scheinen unfassbare Summen für die Lichtshow ausgegeben zu haben. Dass die Jedward-Jungs nicht besonders gut singen können – egal. Die Sause war so teuer, die müssen sie einfach noch mal im Finale zeigen. Oder die Dänen: Tolles Lied, aber falsche Band. Die Pop-Nummer passte irgendwie nicht wirklich zu “A Friend in London”, von denen würde man eher irgendwelchen Rockquatsch erwarten. Aber vielleicht fällt ja im Finale das Bild aus – wäre nur zum Vorteil für die Dänen. Und auch die Esten. Der Song von Getter Jaani klang so beschissen, dass er leider schon wieder gut war. Das gilt auch für Schweden: “Popular”. Sehr eingängig.

Weiter sind (leider) aus die Leutchen aus Bosnien-Herzegowina. Sie schienen auf Droge zu sein, das merkwürdige Winken und die komischen Bewegungen der Klavierspielerin machten irgendwie Angst. Auch die Ösis haben es seit langem mal wieder geschafft. Nadine Beiler leidet allerdings am Dänen-Syndrom: Sehr schönes Lied, aber mieser Auftritt. Ihr Playmobiltoupet ist gruselig und überhaupt die ganze Bühnenshow eher zum Abgewöhnen.

Weiter sind auch die Ikraine, Moldawien, Slowenien und Rumänien. Nicht weiter sind dagegen die Musiker, die bahauptet haben, Weißrussland zu lieben. Als ob das jemand wissen will.

Eine Frage aber bleibt: Wer war eigentlich dieser komischer Typ, der mit den beiden Frauen moderiert hat? Und wo war Stefan Raab heute? Der trägt doch gar keine Anzüge. Wie auch immer: Der Einspieler mit Anke und Stefan, die versuchen, Grand-Prix-Lieder zu singen – der Höhepunkt der Show!

aRTikel

Spacig und irgendwie cool

Mittwoch, den 11. Mai 2011
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Fernsehen: Musiker aus Oberhavel über den Eurovision Song Contest 2011 / Keiner glaubt an zweiten Sieg

MAZ Oranienburg, 11.5.2011

Am Sonnabend will Lena Meyer-Landrut ihren Titel beim Eurovision Song Contest verteidigen. Musiker aus Oberhavel bezweifeln, ob das eine gute Entscheidung ist.

OBERHAVEL
Der eine nennt es Popkultur, der andere Kommerzkacke. Gestern Abend begann in Düsseldorf mit dem ersten Halbfinale der Eurovision Song Contest 2011 in Deutschland. Nachdem Lena Meyer-Landrut im Mai 2010 den „Satellite“ besang und damit in Oslo den Wettbewerb gewann, findet der Zirkus nun in heimischen Gefilden statt – und Lena ist erneut mittenmang.

Unter den Musikern in Oberhavel ist die Meinung über die große Show und das neue Lied von Lena gespalten. In den vergangenen Tagen hat sich „Willi“ mal in der Musikszene in der Region umgehört. Einige Bands – besonders die Hardrock- und Metalgruppen – haben auf die Anfrage allerdings gar nicht erst reagiert. Wahrscheinlich hätten sie sowieso nur abgewunken.

„Ich werde mir die Show angucken“, sagt Christian Lippert. Der 24-jährige Borgsdorfer spielt im Jazzkomplott, in der Band The Toulouse und beschäftigt sich ansonsten beruflich mit Online-Marketing. „Man bekommt einen ganz guten Eindruck von der Popkultur.“ Das neue Lied, mit dem Lena in Düsseldorf begeistern will, findet er „okay, nicht hammermäßig“. Da die Deutschen sich den Song allerdings aussuchen konnten und sich dann für „Taken By A Stranger“ entschieden, „scheint ja ein Großteil von ihnen damit zufrieden zu sein.“
Ihm ist allerdings aufgefallen, dass viele Länder in diesem Jahr mit einer „Lena-Kopie“ an den Start gehen. Dass Stefan Raab gleich nach Lenas Sieg entschieden hat, dass sie ihren Titel verteidigen soll, hält Lippert für eine Affektsituation. „Alle waren begeistert. Das ist wie eine gute Party, die man gleich wiederholen will.“ Allerdings verweist er auf die Statistik, dass noch nie ein Teilnehmer seinen Titel verteidigt hat. „Aber vielleicht hat sie auf Dauer mehr Erfolg“, so Christian Lippert. „Auch wenn ihre Tour nicht ausverkauft war.“

Philipp Kubiak von der Band Jazzica Nabis findet es ebenfalls richtig, dass die Hannoveranerin noch mal beim Song Contest antritt. „Sie ist ja schließlich die Titelverteidigerin“, sagt der 22-Jährige aus Lehnitz. Ihr neues Lied findet er „interessant. Aber es ist nicht das beste auf ihrem Album“. Weil seine Band gerade in einem Berliner Tonstudio am neuen Album arbeitet, kann er das Finale am Sonnabend nicht verfolgen. Dafür war er im vergangenen Jahr vor dem Fernseher dabei. „Es ist nicht wie bei einer Fußball-WM gewesen, aber ich habe mich über den Sieg gefreut.“

So geht es auch Christoph Hengelhaupt. Der Radiopilot-Schlagzeuger hat 2010 das erste Mal überhaupt die komplette Song-Contest-Show gemeinsam mit Freunden gesehen. „Euphorisch war ich nicht, aber toll war das schon“, so der 26-jährige Hohen Neuendorfer. „Ich finde es keine schlechte Idee, dass Lena noch mal antritt. Allerdings wäre es doof, wenn sie dann nicht so gut abschneiden würde.“ Ihren diesjährigen Titel – „Taken By A Stranger“ – hört er sich im Augenblick des Gesprächs an. Nach einer Weile sagt er: „Ich finde es ganz spacig, es klingt irgendwie cool.“

Lucas Fünfhaus sieht das etwas anders. „Ich finde Lenas Lied nicht so doll“, sagt der 21-Jährige aus Lehnitz. Er ist DJ und legt bei verschiedenen Diskos und Feiern in Oberhavel auf. Auch wenn er am Sonnabend selber „Mucke“ macht, wird er sich die Lieder aus dem Wettbewerb dennoch später mal anhören. „Vielleicht kann ich ja was davon verwenden“, sagt er. Statt Lena ein zweites Mal antreten zu lassen, „hätte man auch einen guten, jungen, anderen Künstler nehmen können“, ergänzt er.

Dem widerspricht Florian Nicolai. Der Frontmann von „Die anderen Kinder“ aus Hennigsdorf ist dafür, was zu riskieren. „Ich schätze Lenas Chancen als gut ein, bezweifele aber, dass es zur Titelverteidigung reicht.“ Das Lied, mit dem sie antritt, findet er gut. „Beim ersten Hören habe ich immer auf die Explosion im Song gewartet und fand es eigentlich immer ziemlich cool, dass die ruhige Stimmung bestehen bleibt.“ Die Show selbst will er sich allerdings nicht ansehen. „Die musikalischen Beiträge interessieren mich größtenteils nicht“, sagt er. „Das soll aber nicht heißen, dass das alles doof ist.“

Hannes Rössler vom Jazzkomplott aus Oranienburg muss ein wenig überlegen, wann er das letzte Mal den Eurovision Song Contest aufmerksam verfolgt hat. „Das war, als Stefan Raab mit Guildo Horn dabei war.“ Im Jahre 1998 kam es mit dem Lied „Guildo hat euch lieb“ zumindest in Deutschland zur Wende. Plötzlich redete fast jeder über die Show, die Einschaltquoten schnellten in die Höhe. Die Diskussionen um Horns Auftritt in der sonst so biederen Musiksause war hart. „Ich fand das sehr engagiert“, erzählt Hannes Rössler. „Aber inzwischen verfolge ich das alles nicht mehr.“ Er glaubt, dass dort nur Schlagermusik gespielt wird – „und nicht, was heute so aktuell ist. Ich finde das nicht so spannend“. Das Lied, mit dem Lena am Sonnabend in Düsseldorf antritt, hat er dennoch schon mal gehört. „Es ist ein bisschen sehr minimalistisch. Ich frage mich, ob so was der Allgemeinheit gefällt.“

Die ganz große Euphorie herrscht unter den Musikern im Landkreis nicht. Allerdings hatte im vergangenen Jahr auch niemand damit gerechnet, dass die Gewinnerin einer Castingshow es tatsächlich beim europäischen Wettbewerb ganz nach vorn schafft. In der Nacht zum Sonntag, um kurz nach Mitternacht, werden wir alle schlauer sein.

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Eurovision Song Contest 2011 – 1. Halbfinale

Mittwoch, den 11. Mai 2011
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DI 10.05.2011 | 21.00 Uhr | einsfestival

Schade, kein “Boom, boom, shaka, shaka” im Finale. Die Armenier sind im Halbfinale des Eurovision Song Contests 2011 ausgeschieden. Dabei war es das Lied, was schon im Vorfeld der Show rauf und runter gespielt wurde. Blöderweise durften wir Deutschen ja diesmal nicht mitwählen, sonst hätte das ganz anders ausgesehen.

Düsseldorf scheint ein kleiner Ort in Kasachstan zu sein. Da kann es schon mal passieren, dass sämtliche Kommentarleitungen ausfallen und die Kommentatoren per Telefon zugeschaltet werden müssen. Andererseits ist Retro ja total in, und in den 70ern hörten sich die Kommentare genauso rumpelig an. Nicht auszudenken, wenn die komplette Technik gestreikt hätte.

Aber ansonsten: Lob! Die Halle ist perfekt, die Bühne bombastisch. Toll, wie die große Videoleinwand genutzt wird, jeder Auftritt ist ein Unikat. Beim Beitrag aus Finnland stieg im Hintergrund die Erde auf, später war alles einfach nur quietschbunt.
Stefan Raab, Anke Engelke und Judith Rakers machten einen tollen Job, sie witzelten sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten dirch die Show. Sehr witzig war einer der Pausenfilme (der nur bei einsfestival zu sehen war, ProSieben zeigte da Reklame). in dem Anke und Stefan mit den Teilnehmern ein deutsches Volkslied sangen.
Selbst das kommentatorenteam mit Urgestein Peter Urban und dem ProSieben-Mann Steven Gätjen passte gut. Stevens unangenehme Euphorie zu Beginn legte sich bald.

Die Beiträge der 19 Länder lagen zwischen “Wow!” und “Ach, du Schande!” Aus letzter Kategorie schaffte es sogar Griechenland mit Loukas Yiorkas feat. Stereo Mike ins Finale. Auch wenn das folkloristische Gejaule nicht wirklich erträglich war. weiter ist auch Georgien. Die langweilige Rocknummer von Eldrine scheint erstaunlicherweise gut angekommen zu sein.
Verdient weiter ist der Finne Paradise Oskar, der nur allein mit der gitarre auf der Bühne steht (und der aufgehenden Welt im Hintergrund). Das Lied mit dem tollen Refrain von Ell und Nikki aus Aserbaidschan hat’s auch geschafft.
Raus sind dagegen die Portugiesen, die mit ihrer durchaus charmanten Comedynummer gescheitert sind.

Donnerstag geht’s weiter. Hoffentlich mit Ton und ohne weitere Pannen. Ansonsten macht der deutsche ESC bislang großen Spaß.