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Überraschungsevent (46): Boulez Ensemble XXXVIII

(45) -> 4.9.2021

Der Startschuss fiel im April 2016. Einmal im Monat wollen wir uns gegenseitig überraschen. Und immer darf der andere nicht wissen, wo genau wir hingehen werden – erst vor Ort wird das Geheimnis gelüftet. Der Termin muss beim anderen natürlich abgefragt werden, alles andere nicht. Die Preisgrenze liegt bei 30 Euro. Diesmal durfte ich das Event planen, beim nächsten Mal ist sie dran.

Ich wollte schon immer mal in den Pierre-Boulez-Saal. Am Sonntag hat es sich nun ergeben, dass uns unser Überraschungsevent dorthin führt. Der Saal soll eine tolle Akustik haben, und die zeitgenössische Musik von Pierre Boulez soll dort ihre ganze Faszination ausfalten können.
Der Saal befindet sich an der Französischen Straße in Berlin-Mitte.
Wie das jetzt momentan üblich ist, muss man am Eingang erst mal den Impfstatus vorzeigen. Ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass es sich um eine 2G-Veranstaltung handelte. Denn alle Plätze werden belegt, ohne Abstände. Erst danach haben ich im Internet gelesen, dass es eine 3G-Veranstaltung war. Getestete durften ebenfalls rein – was mich ehrlich gesagt etwas wundert, weil ich von der Regelung so noch nie gehört haben – also 3G und ohne Sitzabstand. Gibt es im Kino auch nicht, dort muss zumindest der Sitz daneben weiterhin freigehalten werden. Warum ein Konzertsaal da wieder andere Regeln hat – keine Ahnung, wieso das so ist.

Der Saal hat was von einer Arena. In der Mitte sitzt das Orchester, drumherum und von Reihe zu Reihe höher sitzen die Leute. Es gibt zudem zwei weitere Etagen, wo weitere Leute sitzen können. Besonders aber auch: Sechs Solisten haben ihre Spielplätze auch an verschiedenen Punkten im Saal. Eine Harfe war auf Ebene 2, außerdem auf derselben Ebene rechts und links ein Piano, und auf Ebene 3 gab es ein Xylophon und ein Glockenspiel – Solist Nr. 6 haben wir nicht gesehen, der muss über uns gewesen sein.
Der Dirigent führte uns erst mal ausführlich in das Stück ein, das dann komplett gespielt werden sollte. Worauf solle man achten. Was hat sich Pierre Boulez an den Stellen dabei gedacht. Wo werden welche Instrumente eingesetzt. Welche Effekte gab es. Und so weiter.

Es ist ein echtes Klangerlebnis, der volle Surround. Denn die Musik kommt von allen Seiten, gerade durch die Solisten. Wenn der Mann am Klavier in die Tasten haut, dann wandert der Blick dorthin. Oder zum Xylophon nach rechts oben. Wie es überhaupt spannend ist, die Musiker zu beobachten. Wenn sie zum Beispiel gerade nicht spielen, aber jeden Moment wieder dran sind.
Was die Musizierenden leisten, ist stark. Denn wir hören keine eingängigen Melodien. Es sind Klänge, Klangfolgen, Klangteppiche, mal wild, mal sanft. Das spielen zu können, ist eine große Leistung.
Es ist nichts, was man sich ständig anhören könnte oder wollte – aber live im Saal war das mal ein echtes Erlebnis.

-> Im Video: das Pierre-Boulez-Musikstück “Repons” in einer anderen Aufführung auf Youtube

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3 Kommentare zu “Überraschungsevent (46): Boulez Ensemble XXXVIII”

  1. ThomasS

    2 Sekunden in die verlinkte YT Aufführung reingehört.

    Mein Beileid, dass du dir die Geräusczhkulisse deutlich länger antun musstest.
    Waren die Kopfschmerzen anschließend sehr heftig?

  2. RT

    Beileid wofür? Ich fands großartig.

  3. RTiesler.de » Blog Archive » Überraschungsevent (47): Toulouse-Lautrec und die Plakatkunst der Belle Époque

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