RTelenovela

Zahnarzt (46): Wieder einer weniger

(45) -> 5.10.2020

Nach langer Zeit kam es mal wieder vor, dass ich vor einem Zahnarzttermin richtig nervös war. Ich habe diesen Termin schon länger: Ein Zahn musste raus!
Angst hatte ich nicht. 2005, vor 16 Jahren, wurden mir das letzte Mal (gleich mehrere) Zähne gezogen, und ich wusste, dass durch die Betäubung eigentlich nichts zu merken ist. Meine damalige Zahnärztin war dabei nicht mal sehr zimperlich und hatte einen entsprechenden Ruf.

Meine eigentliche Zahnärztin wollte den Eingriff nicht machen, deshalb war ich bei ihrem Kollegen in derselben Praxis. Ich setzte mich in den Stuhl. Wegen der Pandemie muss man seit einiger Zeit vor der Behandlung sich erst mit einem komischen Zeug den Mund spülen, 30 Sekunden lang. Danach ist man noch frischer als sowieso schon.
Beim Zähneputzen zu Hause hatte ich mir den kaputten Zahn noch mal angesehen – und Abschied genommen. Er war leider nicht mehr zu retten, ist regelrecht auseinandergefallen.

Zwei Spritzen. Eine davon in der Gaumenregion, und das ist wirklich unangenehm. Während wir auf die Wirkung der Betäubung warteten, begann ein kleiner Smalltalk. Was machen Sie so? Haben Sie gefrühstückt? In der Zwischenzeit merkte ich, dass es losging. Als ich anmerkte, dass der rechte Teil meiner Nase taub geworden ist, meinte er: Jetzt könnten wir loslegen.
Der Zahnarztstuhl wurde so weit runter gefahren, dass meine Beine höher lagen als ich, quasi kopfüber.

Und eigentlich ging dann auch alles recht schnell. Hier Watte rein, da ein bisschen Gefummel. Jetzt fühlen Sie einen Druck. Vermutlich ist erst mal die Füllung entfernt worden. Irgendwann gab es noch mal richtigen Druck, es machte “Ratsch”, aber ich spürte nichts weiter, jedenfalls keinen Schmerz. Der Zahn war raus.
Wieder Watte, tupfen. Ob was geblutet hat, habe ich nicht gesehen. Meinen Zahn habe ich mir dennoch zeigen lassen.

Als der Stuhl wieder hochfuhr und ich wieder richtig saß, dauerte es nicht lange, bis mir schummrig wurde. Der Arzt erklärte mir gerade, was ich in der kommenden Woche alles nicht darf. Ich hatte noch Watte im Mund, und als ich sagte, dass mir komisch ist, bekam er das erst gar nicht mit. Erst beim zweiten Mal fiel ihm dann wohl auch auf, dass ich blass geworden war. Ohrensausen. Also fuhr er mich mit dem Stuhl wieder zurück.
Das Spiel machten wir kurz danach noch ein zweites Mal. Ich bekam dann noch Traubenzucker, und draußen im Wartezimmer musste ich dann etwas separat und ohne Maske warten, ob wirklich, wirklich wieder alles okay ist.
War es dann auch.
Fäden ziehen: in einer Woche.

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6 Kommentare zu “Zahnarzt (46): Wieder einer weniger”

  1. ThomasS

    Was willst du jetzt machen?
    Lässt du eine Brücke einbauen?
    Oder lebst du mit der Zahnlücke?

  2. RT

    Überlegt wurde, eine Brücke zu bauen. Entfällt, weil schon der hintere Zahn fehlt. Man würde also die beiden noch intakten Zähne zerstören.
    Ein Implantat solls sein. Zwischenzeitlich hatte ich überlegt, einfach die Lücke zu lassen. Aber beim Lächeln ist die Lücke durchaus im Blickfeld, sieht nicht schön aus. Also dann wohl doch das Implantat. Aber frühestens in 5 Monaten.

  3. ThomasS

    Wir sind sozusagen Leidensgefährten. Auch ich habe vor einiger Zeit einen Zahn verloren, wenn auch eher unfreiwillig. Ich habe ja in meinem blog darüber berichtet. Im ersten Moment dachte ich … so, ab jetzt ist nichts mehr wie vorher. Mittlerweile habe ich aber festgestellt, dass es eine Frage der Gewohnheit ist. Ich denke, ich werde es dabei belassen.

  4. ThomasS

    Lächeln ist eh nicht mein Ding und damit die Lücke sichtbar wird, müsste ich regelrecht grinsen. Das wird eh nie passieren.

  5. RT

    Ich habe meinen auch unfreiwillig verloren. Macht man ja eher selten freiwillig. 😀
    Problem ist da, dass auf der Seite schon der hintere Zahn fehlte. Deshalb ists dort nun ein bisschen wenig…

  6. RTiesler.de » Blog Archive » Zahnarzt (47): Beiß endlich zu!

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