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Rumnölen in Zeiten des Coronavirus

Die Wirtschaft steht durch die Entwicklungen rund um das Coronavirus derzeit auf sehr wackligen Beinen. Zum Beispiel die Gastronomie.
Gaststätten, Kneipen und Bistros dürfen derzeit nicht öffnen – sie dürfen aber ihre Speisen to go, also zum Mitnehmen verkaufen, und die dürfen ihre Speisen auch ausliefern. Es ist das Letzte, was ihnen noch bleibt. Ein kleiner Strohhalm, um nicht einen kompletten Umsatzausfall zu haben.
Nun müssen nur noch die Kunden mitziehen, sie müssen erfahren, dass ihr Lokal noch da ist, und dass sie dort was bestellen können.

In einer Facebook-Gruppe wurde am Mittwoch dafür geworben, dass ein Hohen Neuendorfer Lokal noch für seine Kunden da sei. Ist ja immerhin gut zu wissen, dass da noch was geht.
Das sollte man irgendwie unterstützen. Was man jetzt nicht so zwingend tun sollte, ist rumzunölen. Eine Frau, die Mitglied der Facebook-Gruppe ist, hatte nichts Besseres zu tun, als zu schreiben, dass sie den Laden ja ganz schlecht finde, weil sie mal negative Erfahrungen gemacht habe. Ausführlich berichtete sie später, was schief gelaufen war.

Ja, das kann man machen. Ja, natürlich kann man seine Meinung sagen. Man kann sagen, dass einem ein Restaurant nicht gefällt. Aber ist das jetzt wirklich nötig? Muss man den Leuten wirklich jetzt, wo die Lokale jeden Euro gebrauchen können, nölig sagen, dass das ja alles Mist sei? Solidarität scheint für einige Menschen schlicht keine Rolle zu spielen. Hauptsache: Ich. Hauptsache auch in Krisenzeiten noch mal nachtreten.
Wenn alles wieder gut ist, kann man froh sein, wenn alle Gaststätten noch da sind. Und dann kann man ja immer noch rumtönen, wo man denn nie wieder hingehen wolle.

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