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Portugal (20): Sonne tanken

(19) -> 11.5.2018

In Lissabon macht es einen Unterschied, ob man mit dem Bus fährt oder mit der Straßenbahn. Letztere ist teurer. Was auch daran liegt, dass in allen Reiseführern immer nur von der Tram die Rede ist, wenn man sich von A nach B bewegen will. Dass es in Lissabon natürlich auch Busse gibt, wird da gern mal nur nebenbei erwähnt. Und von den Touristen kann man dann auch ein bisschen mehr Kohle verlangen – was durchaus legitim ist.

Mit der Bahn ging es diesmal raus aus der Stadt an die Küste. Das heißt: Erstmal mussten wir uns anstellen. Nicht wenige Leute wollten mit dem Zug fahren, aber wenn es nur zwei Automaten gibt und zwei Ticketschalter, dann kann es schon mal länger dauern. Und dass Mütter mit Kind immer Vorrang haben, bemerkten wir leider zu spät.

Im Westen von Lissabon mündet der Tejo in den Atlantik. Die Sonne knallte auf den Praia de Carcavelos. Im Mai ist das Wasser noch ziemlich kühl, und deshalb pellen sich die Surfer auch in einen schützenden Neoprenanzug. Nur sehr wenige trauen sich nur in Badehose ins Wasser. Wir stapfen immerhin mit den Füßen an den Wasserrand, der durch den mitunter hohen Wellengang natürlich an unterschiedlichen Stellen ist. Wenn mal wieder eine größere Welle anrollt, wird das Wasser weit an den Strand gespült. Es ist dermaßen kalt, dass uns anfangs die Gelenke weh tun.
Der Carcavelos-Beach scheint so ein bisschen zur Badewanne der Lissaboner zu gehören. Es ist nicht mehr in der Stadt, aber auch nicht weit dorthin. Allerdings herrschte ein wenig Uneinigkeit darüber, ob es sich an der Stelle wirklich schon um den Atlantik handelte oder noch um den Tejo. Wir Männer beharrten auf Ersteres – auch wenn es die wirklich hohen Wellen dann wohl eher noch weiter außerhalb der Stadt gibt.

Abends gegen 18 Uhr ertönt über der Alfama ein lauter, dumpfer Ton. Das bedeutet: Ein Kreuzfahrtschiff verlässt den Lissaboner Hafen. Sehr oft liegen ein bis zwei Riesenpötte am Rande der Altstadt. Was natürlich merkwürdig aussieht, wenn man von der Alfama aus einen Blick zum Wasser hat. Wie ein plötzlich errichtetes Hochhaus thronen die Schiffe im Hafen und laufen gegen Abend wieder aus – mit lautem Hupen.

Ein Kommentar zu “Portugal (20): Sonne tanken”

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