Monatsarchiv für Mai 2014

RTelenovela

Landpartie (2): Rückkehr nach Ebereschenhof

Samstag, den 31. Mai 2014
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(1) -> 25.4.2014

Ebereschenhof ist mein Schicksal. Vor drei Jahren führte mich meine Irrfahrt durchs Luch schon einmal nach Ebereschenhof, und dass ich diesen Ort noch einmal besuchen werde, hätte ich nicht für möglich gehalten.
Diesmal waren mit auf Oldtimertour. Und wenn man so eine Ausfahrt macht und von Oranienburg nach Hitzacker in Niedersachsen unterwegs ist, nimmt man eher die Nebenstraßen. Aber irgendwas muss da schiefgelaufen sein.

Wir waren unterwegs auf der B273, als das erste Fahrzeug unserer Kolonne in Börnicke plötzlich abbog. Auf dem Hinweisschild stand: Ebereschenhof. Mir schwante Böses, denn ich konnte mich noch an meine letzte Reise in das Dorf erinnern.
Aber dennoch war ich überrascht: Ebereschenhof ist mehr als die Kopfsteinpflasterstraße, die ich 2011 kennengelernt hatte, es gibt sogar noch eine zweite, alphaltierte Straße.
Unsere Kolonne holperte dann aber auch über die Kopfsteine. Ich wusste: Geradeaus weiter geht’s ins Luch mit Sandpisten, Megalöchern und -pfützen. Wollten wir das unseren Autos zumuten?

Wollten wir nicht. Wir drehten um und kehrten zurück zur Bundesstraße. Über Nauen, Friesack und Stölln erreichten wir eine Umleitung und lernten deshalb das Dorf Wulkau kennen. Wulkau liegt bereits in Sachsen-Anhalt, im Landkreis Stendal.
Wir legten in der dortigen (vermutlich einzigen) Kneipe eine Rast ein. Davor stand ein riesiger Kremser mit einem Traktor vorneweg, der immer weiter vor sich hin blubberte, weil er ansonsten nicht mehr angesprungen wäre.
Drinnen sind wir erst mal mit Bockwürsten verpflegt worden. Ob es noch was anderes gab, blieb unklar. Aber sie kam durchweg gut an. Oben im Regal stand allerdings eine besondere Leckerheit: Viagra. Eine Großpackung. Ob die am Ende von langen Kneipennächten auch den Kunden verabreicht wird, möchten wir erst gar nicht wissen.

Leider streiften wir Havelberg nur am Rande. In Havelberg war ich 1998 zwei Monate lang bei der Bundeswehr, und damit verbunden sind so einige Erinnerungen. Leider konnte ich sie nicht auffrischen. Unser Weg führte uns weder an der Kaserne vorbei (falls es sie noch gibt), noch durch die Stadt selbst.
Denn wir wollten mit der Fähre Werben in Räbel über die Elbe. Dort gibt es sie wohl schon rund 600 Jahre lang. Ganz ruhig tuckert sie übers Wasser – beziehungsweise lässt sie sich von der Strömung treiben und wird dabei von Seilen gehalten. Man hört nur das Wasser gurgeln.

RTelenovela

Moment, ich wische grad!

Donnerstag, den 29. Mai 2014
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Was glaubst du eigentlich, was die Frau gerade macht, mit der du am Drive-In-Schalter bei Kentucky Fried Chicken plauderst?
a) Sie steht an der Kasse und gibt ein, was du verlangst.
b) Sie steht an der Fritteuse und wartet auf die Pommes.
c) Sie wischt den Boden.

Na, was denkst du?
Die richtige Antwort ist natürlich: c!
Und wenn man es genau nimmt: Sie wischt nicht nur den Boden.

In einer Berliner Filiale von KFC läuft eine junge Frau durch den Raum. Sie wischt, sie räumt den Müll weg, sie rückt Stühle zurecht. Und währenddessen redet sie scheinbar mit sich selbst. “Als Menü? Ja, sehr gern. Ketchup dazu? Okay. Welches Getränk?” Gerade wischt sie mit einem Lappen feucht über den Tisch. “Und darf es noch was sein?”
Mal abgesehen davon, dass die Szene irgendwie seltsam wirkt: Kann sich die Frau merken, was der Autofahrer ihr da gerade aufs Ohr flüstert? Was wäre, wenn die Bestellung besonders umfangreich wäre?
Oder schreibt jemand im Hintergrund mit? Und nimmt die Frau auch Bestellungen an, wenn sie gerade auf dem Topf sitzt?

RTZapper

Baby Daddy

Mittwoch, den 28. Mai 2014

MI 28.05.2014 | 20.15 Uhr | Disney Channel

Plötzlich lag da das Baby vor der Tür. Aber nicht irgendein Baby. Ben, Mitte zwanzig, ist Papa geworden, und bislang wusste er davon nichts. Nun hat er die Hosen voll. Mit seinem Bruder Daniel, seiner Mutter Bonnie und den Freunden Riley und Tucker aus derWG beschließt er, das Baby zu behalten und aufzuziehen.

Davon handelt die durchaus heitere, manchmal leicht überdrehte US-Sitcom „Baby Daddy“, die gerade beim Disney Channel läuft.
Letztlich ist sie zwar Disney-gerecht familientauglich und damit ein Tick zu bieder, aber harmlose Unterhaltung kann ja auch mal was Nettes sein.
Die erste Staffel gibt’s auch auf DVD, leider hat sie nur zehn Folgen.

RTZapper

Heimatfront – Die Berliner und der Erste Weltkrieg

Mittwoch, den 28. Mai 2014
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DI 27.05.2014 | 20.15 Uhr | rbb

100 Jahre. So lange ist es nun schon her, dass der Erste Weltkrieg begonnen hat. Für Berlin war das eine harte Zeit, und das, obwohl der Krieg in der deutschen Hauptstadt direkt gar nicht stattgefunden hatte. Die Auswirkungen aber waren heftig. Nichts zu essen, Todesmeldungen von der Front, Krankheiten, Tod.

100 Jahre her. Gibt es noch Leute, die darüber etwas erzählen können? Gibt es. Dem rbb ist es gelungen, fünf Berliner vor die Kamera zu holen, die aus ihrer Kindheit berichten. Am Dienstagabend lief die Doku über die “Heimatfront”. Fast alle, die da zu Wort kamen, waren älter als 100 Jahre alt. Eine Dame, Jahrgang 1908 (!) erzählte vom Honig, der nur künstlich war. Ein Herr davon, wie sein Vater abkommandiert wurde.

Ganz gebannt sieht man vor dem Fernseher, um diesen Menschen zu lauschen. Menschen, die viel Schlimmes erlebt haben, die zwei Kriege überlebt haben, wobei sich 1918, als der Erste Weltkrieg endete, niemand geglaubt hat, dass es mal einen zweiten geben würde, und dass der für Berlin noch viel verheerender werden würde.
Lange haben wir nicht mehr die Gelegenheit, den Alten zu lauschen, aus erster Hand zu erfahren, wie es damals war. Wir sollten diese Chance nutzen, immer wieder, wenn sie sich uns noch bietet.

RTelenovela

Wenn Wahlverlierer bockig sind

Mittwoch, den 28. Mai 2014
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Als Wahlverlierer durch die Stadt zu ziehen und die Plakate der Gegner zu klauen, ist schon zweifelhaft. Sich dabei von der Polizei erwischen zu lassen, ist bescheuert. Und dass die Presse davon Wind bekommt, das ist dann wohl Pech.

In Velten ist das so passiert. Dort hat bei der Wahl zum neuen Stadtparlament die Wählergruppe “Pro Velten” haushoch gewonnen. Das Besondere: Die Gruppe gibt es erst etwas mehr als ein Jahr – gegründet um gegen ein geplantes Einkaufszentrum zu protestieren.
Für die SPD, die bislang in Velten obenauf war, geriet die Wahl zum Debakel. Einer der SPD-Leute, der es dann doch nicht ins Stadtparlament geschafft hat, begann nach der Wahlparty in der Stadt, Plakate des “Pro Velten”-Gegners abzureißen, um sie mitzunehmen.

Doch dummerweise kam alles raus. Erst die Polizei, dann die Presse. Der SPD-Mann gestand gegenüber dem “Hennigsdorfer Generalanzeiger” seine Tat.
Seine Begründung: Kurzschlussreaktion. Frust.
Die Häme sei dem, ähm, Politiker nun jedenfalls gewiss. Und das auch völlig zurecht. Bei der Kommunalwahl in Oberhavel ist diese Geschichte jedenfalls die Peinlichkeit des Jahres.

aRTikel

„Das Tatütata fand ich toll“

Montag, den 26. Mai 2014
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Oliver Fritz (33) aus Kremmen ist seit 1991 Mitglied der freiwilligen Feuerwehr. Schon als Kind fand er das spannend.

MAZ Oranienburg, 26.5.2014

KREMMEN
Seit 22 Jahren ist Oliver Fritz Mitglied der freiwilligen Feuerwehr in Kremmen. Der 33-Jährige ist Ortswehrführer und für seine Kollegen einer der Hauptansprechpartner. Ansonsten arbeitet er als Servicemonteur in Berlin.

Blitz und Donner über Kremmen. Macht Sie das nervös?
Oliver Fritz: Es gibt gewisse Wetterlagen, da herrscht schon mehr Anspannung als sonst.

Als Feuerwehrmann ist man aber permanent in Einsatzbereitschaft, oder? Gibt es da so eine ständige Grundnervosität?
Fritz: Wenn es ewig nicht gepiept hat, dann ist klar, dass es nicht mehr lange bis zum nächsten Einsatz dauern kann. Wir müssen etwa 150-mal im Jahr raus. Aber so eine Grundnervosität habe ich eigentlich nicht. Außer vielleicht Silvester.

Wie kamen Sie denn damals zur Feuerwehr?
Fritz: Generell hat mich das schon immer interessiert. Ich war mal zum „Tag der offenen Tür“ dort. Das Drumherum, das Tatütata, die großen Autos, die Sirenen, das fand ich toll. Ich bin dann zur Jugendfeuerwehr gegangen.

Was macht man da so?
Fritz: Schläuche rollen. Das war das Erste, was wir damals gemacht haben. Hat aber Spaß gemacht, auch, mit den anderen zusammen zu sein. Wir wurden dann immer mehr an die eigentlichen Arbeiten der Feuerwehr herangeführt.

Und dann haben Sie sich endgültig entschieden: Ich werde Feuerwehrmann!
Fritz: Ja! Damals hatte ich mehrere Hobbys. Fußball, angeln und die Feuerwehr. Letzteres war am interessantesten. Auch ein großer Teil meines Freundeskreises war dabei.

Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Einsatz?
Fritz: Das war ein Kornfeldbrand bei Sommerfeld. Ich war 16 oder 17 Jahre alt. Feldbrände können wegen des Windes ziemlich gefährlich sein, und wir sind ganz schön gerannt. Aber nach einer guten Stunde war alles gelöscht.

Wissen Sie vorher, was Sie erwartet, wenn Sie zum Einsatz fahren?
Fritz: Größtenteils ja. Wir bekommen eine Art Kurzmitteilung auf den Pieper und haben auch ein Alarmfax. Wobei die Sache dann vor Ort meist doch noch ein bisschen anders ist.

Gab es spektakuläre Einsätze, an die Sie sich erinnern?
Fritz: Na ja, was heißt spektakulär? Uns hat mal jemand angerufen und gesagt, dass da eine Schlange sei, die war ihm nicht geheuer. War dann aber doch nur eine harmlose Ringelnatter.

Andere Einsätze sind sicherlich nicht so harmlos.
Fritz: Wir haben einen Autobahnabschnitt, für den wir zuständig sind. Gerade in den 90ern gab es dort viele schwere Unfälle.

Werden Sie mental darauf vorbereitet?
Fritz: Eigentlich nicht. Bei schlimmen Unfällen, frage ich meine Kameraden vorher, ob sie gewisse Dinge sehen können. Ich will nicht, dass auch meine Kollegen zu Schockpatienten werden. In Amalienfelde ist mal ein Auto gegen einen Baum gefahren, der Fahrer war tot. Das war nicht schön anzusehen. Da werden gerade relativ junge Kameraden ins kalte Wasser geworfen. Einen toten Menschen zu sehen, ist eine schwierige Erfahrung. Bei vielen wird da eine Grenze überschritten.

Wie kommt man damit klar?
Fritz: Wichtig ist es, danach darüber zu reden. Als Ortswehrführer muss ich ein Auge auf die anderen haben. Ich bin die Mutti für alles.

Welche Einsätze sind außerdem noch nervenzehrend?
Fritz: Die Brandserie im Herbst 2012 in Flatow war schlimm. Vor allem, weil das fast immer Großbrände waren. Gab es da Alarm, wussten wir, das wird eine lange Nacht.

Und als der Verdacht aufkam, dass es ein Feuerwehrmann sein könnte …
Fritz: … kam Unmut auf. So was will kein Wehrführer erleben, das kann aber niemand verhindern. So was droht aber, eine ganze Feuerwehr runterzuziehen.

Wenn Sie am Tage in Berlin arbeiten, sind Sie aber nicht erreichbar, oder?
Fritz: Das stimmt. Aber in der Regel sind bei Alarmen am Tag neun bis zehn Kameraden einsatzbereit. Wenn ich mal eine Woche an die Ostsee fahre, dann ist das natürlich auch abgesprochen.

Könne Sie die Jugend für Ihre Arbeit begeistern?
Fritz: Relativ schwierig. Aber es ist gut, dass wir „Tage der offenen Tür“ veranstalten. Die Konkurrenz ist größer geworden. Schule, Fußball, es ist weniger Zeit übrig. Da müssen wir am Ball bleiben. Deshalb bieten wir Jugendlager, Ausflüge oder Technikkurse an.

Bei der Feuerwehr arbeiten Sie mit Ihren Kameraden. Was macht Kameradschaft aus?
Fritz: Wir sind schon ein eingeschworener Haufen. Es muss sich jeder auf jeden verlassen können.

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Flitterabend

Montag, den 26. Mai 2014
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FR 23.05.2014 | 0.00 Uhr (Sa.) | rbb

Hach, die heile Fernsehwelt. Was das noch schön, Anfang der 90er, als wir uns alle noch zur großen Samstagshow versammelten.
Der rbb zeigt momentan freitags ausgewählte Folgen von Michael Schanzes “Flitterabend”. Drei Hochzeitspaare spielten gegeneinander, und im Grunde war das Konzept simpel. Lustige Spiele, lockere Gespräche, dazwischen ein bisschen Musik. Heute würde das vermutlich nicht mehr funktionieren, wobei das eigentlich schade ist.

Allerdings sorgte der “Flitterabend” immer mal wieder für Skandale. In der Show, die am Freitag lief, mussten die Bräutigame strippen. Die Frauen sollten vorher raten, wie weit ihre Neugatten dabei gehen werden. Einer wollte nicht, die anderen beiden zogen blank. Was für ein AUF-RE-GER!! Beschämt zeigte die ARD damals Publikum, bis die Männer endlich Bademäntel anhatten, und schon während der Sendung soll es böse Anrufe gegeben haben. Huijuijui! Dabei war gar nichts zu sehen. Also, fast.

Aber auch als die damalige Lottofee Karin Tietze-Ludwig mit einer Torte beschmissen wurde oder die die Bräutigame eine Glatze rasieren ließen (und die Frauen entsetzt aufheulten), war der Skandal perfekt.
Damals war es allerdings auch einfacher, solche Skandale zu provozieren. Heute wäre das vermutlich nur noch ein Schulterzucken wert.