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Seit 25 Jahren im Dienst des Herrn

Sabine Dill gibt in Kremmen Religionsunterricht und sitzt in der Kirche an der Orgel

MAZ Oranienburg, 10.10.2013

KREMMEN
Die Anonymität der Großstadt ist nicht ihr Ding. „Ich möchte es überschaubar“, sagt Sabine Dill. Deshalb mag sie das Leben in der kleinen Stadt. Seit 2005 lebt sie mit ihrem Mann Matthias und den zwei Söhnen in Kremmen.
In diesen Tagen feiert Sabine Dill ein Berufsjubiläum. Seit 25 Jahren ist sie Katechetin. Der Begriff bedeutet „Unterweisung“. „Ich unterrichte Kinder und Jugendliche im christlichen Glauben“, sagt sie. Zu ihr kommen die Kinder zur Christenlehre nach Beetz. An der Goetheschule in Kremmen gibt die 48-Jährige freitags Religionsunterricht. Ihre Schüler kommen freiwillig zu ihr. „Christenlehre klingt sehr streng, aber es soll auch Spaß machen“, sagt Sabine Dill und lächelt.
In Kremmen kümmert sie sich aber auch um die Kirchenmusik. Mittwochs ist Musicalprobe, donnerstags gibt sie Blockflötenunterricht für Kinder, außerdem kommt der Flötenkreis zusammen. Am Sonnabend hat sie ein wenig Zeit zum Orgelspielen, sonntags begleitet sie in der Regel zwei Gottesdienste auf dem Instrument. „24 Stunden sind ziemlich wenig Zeit“, sagt sie. „Und eine Familie habe ich ja schließlich auch noch.“

Sabine Dill ist über die Musik zur Kirche gekommen – und über ihr Elternhaus. „Meine Eltern waren sehr gläubig.“ Sie lacht und sagt dann: „Ich bin bei Kirchens aufgewachsen.“ Sie stammt aus Magdeburg-Olvenstedt. „Meine Familie konnte mit dem DDR-Sozialismus nicht viel anfangen, in dem Staat war die Kirche mein Zuhause.“ Sie fing eine Kleidungsfacharbeiterlehre an. Mit 18 lernte sie Orgelspielen und begann daraufhin ein Kirchenmusikstudium in Halle an der Saale. „Ich habe als Kind schon Klavier gespielt und gern gesungen.“ 1988 trat sie ihre erste Stelle als Katechetin in Erfurt an und arbeitete auch dort schon nebenamtlich als Kirchenmusikerin. Sie blieb bis 2005 in Thüringen und kam dann mit ihrer Familie nach Kremmen. „Nach so langer Zeit wollte ich noch mal wechseln“, sagt Sabine Dill.

38 Kinder nehmen am Religionsunterricht an der Kremmener Schule teil. „Die Vermittlung ist schwieriger geworden.“ Das Interesse an den Grundlagen des Glaubens sei kaum noch da. „Ich muss alles erklären.“ Im ländlichen Bereich würden sich die Leute ganz allgemein immer weniger auf die Kirche einlassen. „Das hat nichts mit der DDR-Vergangenheit zu tun. Es spielt einfach im Alltag keine Rolle mehr.“ Sabine Dill findet das schade, denn ihr ist der Glaube wichtig. „Gott hat mich durch schwierige Lebensphasen hindurchgetragen“, sagt sie. Wobei Glauben nicht heiße, dass das Leben nur dadurch leichter und fröhlicher sei. „Gott ist nicht dazu da, unsere Wünsche zu erfüllen. Aber er hört mir zu, wenn ich bete, er gibt mir Kraft, auch körperliche Kraft. Er kann helfen, durchs Leben zu kommen.“
Sonntags kommen immer weniger Menschen in die Kirchen, aber das sei gar nicht mal so schlimm. „Gottesdienste haben heute einen anderen Stellenwert. Sonntags wollen die Leute in ihren Familien sein.“ Wichtiger seien gemeinsame Feiern wie das Johannis- oder Martinsfest – und natürlich Weihnachten. Da sind die Kirchen voll. „Klar ist es schade, dass die Leute nur zu solchen Feiertagen zu uns kommen, aber wir müssen diese Möglichkeit nutzen.“

Zeit, ihr Berufsjubiläum zu feiern, hat Sabine Dill kaum. Die Gemeindearbeit nimmt sie sehr ein. Aber die Silberhochzeit mit ihrem Mann – die war ein rauschendes Fest

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