Monatsarchiv für Oktober 2012

RT liest

Floortje Zwigtman: Ich, Adrian Mayfield

Mittwoch, den 31. Oktober 2012

Adrian wird bald 17, als er seinen Job als Maßschneider verliert. 1894 in London hat er einen schweren Stand. Vor allem, weil er feststellt, dass er Männer liebt.
Aber das ist nicht sein größtes Problem: Er braucht Geld zum Überleben.

Floortje Zwigtmans Roman steckt voller Spannung und Herzenswärme. Wir tauchen ein in die Welt der reichen und schönen der damaligen Zeit, aber auch in die Armut, aus der Adrian ja eigentlich kommt. Schön beschrieben sind Adrians Gefühle, auch seine erste Liebe, die er anfangs nicht wirklich ausleben kann.
Seltsam ist nur, dass der Junge auf dem Cover komplett anders aussieht, als er im Roman beschrieben wird.

Floortje Zwigtman: Ich, Adrian Mayfield
Oettinger, 509 Seiten
9/10

RT liest

Lissa Price: Starters

Mittwoch, den 31. Oktober 2012

Wenn ihr mal Geldsorgen habt, dann könnte es in Zukunft ein spannendes Jobmodell geben: die Body Bank. Dort können junge Männer oder Frauen ihre Körper zur Verfügung stellen. Während sie schlafen, bekommen ältere Mitbürger die Gelegenheit, sich den jungen Körper „auszuleihen“ und damit ein paar Tage oder Wochen Spaß zu haben.

So macht es auch die 16-jährige Callie. In Lissa Price’ Roman „Starters“ werden durch einen Krieg alle „mittelalte“ Menschen ausgelöscht. Es gibt nur noch alte und sehr alte (weit über 100-jährige) Menschen und Jugendliche. Callie braucht das Geld, um ihren Freund und ihren Bruder durchzubringen. Sie geht also in die Body Bank, doch leider geht etwas schief. Sie wacht zu früh wieder auf – in einem ihr völlig unbekannten Leben.

Die Vision, die Lissa Price in ihrem Roman entwirft, ist beängstigend und spannend zugleich. Es gibt sicher den einen oder anderen, der gerne mal den Körper tauschen möchte. Dass daraus ein solcher Krimi wird wie in „Starters“, macht’s für den Leser noch interessanter. Callie will der Firma, die den Körpertausch anbietet, anprangern. das liest sich recht flüssig, hat aber zwischendrin ein paar Längen.
Es gibt inzwischen wohl auch eine Fortsetzung – “Enders”.

Lissa Price: Starters
ivi, 400 Seiten
7/10

RT liest

Maximilian Buddenbohm: Marmelade im Zonenrandgebiet – Geschichten übers Erwachsenwerden

Mittwoch, den 31. Oktober 2012

Seht euch das Cover des Buches genau an, diesen leckeren Toast, dazu den hübschen Titel des Romans. Das ist nämlich das Beste am ganzen Buch. So richtig mit der Geschichte im Buch hat er jedoch wenig zu tun.
Maximilian Buddenbohm erzählt davon, wie sein Leben nach dem Abitur verlief. Wie er nach Hamburg zieht, dort einen Job bekommt, Büroarbeit leisten muss, in einem Antiquariat arbeitet und immer wieder seltsamen Leuten und schließlich einer hübschen Frau begegnet.
Leider ist das alles aber überhaupt nicht spannend. Das liegt vor allem am einfallslosen, völlig uninspirierten Schreibstil. Buddenbohm beschreibt seine Ankunft in Hamburg wie in einem besonders lahmen Schulaufsatz. Es passiert nichts, was in irgendeiner Weise aufregend sein könnte. „Geschichten übers Erwachsensein“ gibt es viele, die allermeisten sind jedoch interessanter, witziger und relevanter als die in diesem Buch. Angesichts des netten Covers ist der Inhalt eine einzige Enttäuschung.

Maximilian Buddenbohm: Marmelade im Zonenrandgebiet – Geschichten übers Erwachsenwerden
ro ro ro, 256 Seiten
0/10

RTelenovela

Autofahrer suchen sich ihren Weg

Mittwoch, den 31. Oktober 2012
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Wenn man Autofahrer ärgert, dann schlagen sie zurück. Sie lassen sich ungern etwas vorschreiben. Das kann man derzeit gut in Kremmen erleben.
Die B273 ist gesperrt, die Zufahrt vom Zentrum zum Bahnhof ist dicht. Die offizielle Umleitung führt kilometerweit über Sommerfeld und Hohenbruch. Eine weitere (nicht ganz so offizielle) über Staffelde, Groß-Ziethen und Schwante. Das ist nichts anderes als eine Zumutung.

Es kommt zu unschönen Szenen an der Baustelle. Sperren werden ignoriert, Zäune verschoben, Wege zerfahren – nur, um doch irgendwie an der Baustelle ohne größere Umwege vorbeizukommen. Es soll sogar schon fast zu einer Schlägerei gekommen sein.
Die Autofahrer regen sich über die Umleitung auf, und die Baustellenleute und die Leute in der Verwaltung über die Autofahrer.

Kremmen hat das Problem, dass es nur eine wirkliche Verbindung von der Innenstadt zum Bahnhof gibt. Nebenstraßen wurden für eine Baustellenumfahrung nicht ausgebaut. Eine Abkürzung über den Spargelhof ist nur für Busse gedacht – die nutzen andere Autofahrer aber inzwischen illegalerweise auch.
Eine innerstädtische Lösung ist nicht gefunden worden – und wahrscheinlich auch nicht gesucht worden. Dass die Kremmener sauer sind, dass sie nun durch den halben Landkreis reisen sollen, wenn sie mal schnell zum Bahnhof oder drüber hinaus wollen, ist klar.
Mehr als ein halbes Jahr werden die Bauarbeiten noch dauern – so lange bleibt wohl der Ärger auf jeweils den anderen bei allen Beteiligten.

RTZapper

n-tv live: Hurrican Sandy

Mittwoch, den 31. Oktober 2012
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MO 29.10.2012 | 2.00 Uhr (Di.) | n-tv

Der Hurrican Sandy war für die USA eine Katastrophe. Sandy war aber auch: pures Entertainment. Die Nachrichtensender in Amerika liefen wieder in Höchstform auf und berichteten stundenlang über das Wetter und seine Auswirkungen.
In der Nacht zum Dienstag übernahm n-tv über längere Zeiten das Live-Programm von CNN.

Die Reporter in den USA geben alles, sie gehen dahin, wo die Katastrophe passiert. Die Moderatoren sitzen nicht im warmen Studio, sondern stehen mitten im Sturm, auf irgendeiner Straße. Von dort aus telefonierten sie mit Betroffenen und Politikern und schalteten zu anderen Reprtern. Der Sturm war so laut, dass der n-tv-Dolmetscher zeitweise nichts übersetzen konnte, weil er im Rauschen nichts verstand.

In Atlantic City stand ein Reporter offenbar stundenlang im Hochwasser und erzählte, dass er ja eigentlich mitten im Stadtzentrum sei, und er nur 100 Meter weiter noch viel tiefer im Wasser stehen würde. Der Mann stand auch dort, als er gar nichts zu sagen hatte, er durfte dort einfach nicht weg. Na, wenn das mal nicht eine ordentliche Erkältung gibt.

Der US-Late-Night-König David Letterman ließ sich von Sandy übrigens auch nicht einschüchtern. Er sendete seine Late-Night-Show aus seinem Studio in New York trotzdem – aber eben ohne Publikum. The Show must go on.

aRTikel

1992: Zühlsdorfer für Oranienburg

Dienstag, den 30. Oktober 2012
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Oktober 1992 I -> 12.10.2012

Vor 20 Jahren: Bewohner haben die Wahl

MAZ Oranienburg, 30.10.2012

Was passierte vor 20 Jahren in der Region? Diesmal die zweite Hälfte im Oktober 1992.

OBERHAVEL
Hunderte schwere Laster poltern jeden Tag über das Kopfsteinpflaster auf der B 273 in Staffelde. Im Oktober 1992 haben die Anwohner die Nase voll. Sie starten eine Unterschriftensammlung für eine Ortsumgehung.

Die Räume des Flatower Dorfkonsums stehen nicht mehr leer. Am 15. Oktober 1992 eröffnet die Kremmenerin Heike Busse den neuen Spar-Markt.

In Zühlsdorf fällt am 18. Oktober 1992 die Entscheidung, ob der Ort zu Wandlitz und damit zum Nachbarkreis Bernau oder zum Amt Schildow, also zum Kreis Oranienburg, gehören soll. 82,26 Prozent entscheiden sich für Oranienburg – und das, obwohl eigentlich alle Weichen für Wandlitz längst gestellt waren.

Der Bau der neuen Schule in Vehlefanz gerät ins Stocken. Der Potsdamer Bewilligungsausschuss erhängt einen Finanzierungsstopp. Dennoch müsse der zu zwei Dritteln fertige Bau fortgesetzt werden, so der Vehlefanzer Bürgermeister Hubert Gediga, das Dach müsse vor dem Winter geschlossen sein.

Grundsteinlegung in Birkenwerder: Die Firma Francotyp Postalia lässt sich für 50 Millionen Mark den neuen Unternehmenssitz bauen. Zunächst entstehen eine 10 000 Quadratmeter große Produktionshalle und ein Verwaltungsgebäude.

Das Stahlwerk-Klubhaus in Hennigsdorf steht auch künftig den Berliner Filmleuten offen, die dort schon diverse Filme und Serien gedreht haben. Einen entsprechenden Beschluss fassen die Stadtverordneten am 21. Oktober 1992. Die Großdisko ist somit vom Tisch.

Kremmens Amtsdirektor Werner Neue wechselt nach Zehdenick. Oder eher: Er verzichtet auf Kremmen. Im Oktober 1992 stellt sich heraus, dass sich Neue sowohl in Kremmen als auch in Zehdenick zum Amtsdirektor hat wählen lassen. Er entscheidet sich für Zehdenick, da seien die Herausforderungen größer, so Neue. Helmut Glanzer übernimmt das Amt Kremmen nun kommissarisch, die Stelle wird ausgeschrieben.

RTZapper

Stuckrad-Barre: Martin Lindner

Dienstag, den 30. Oktober 2012
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SO 28.10.2012 | 1.05 Uhr (Mo.) | Tele 5

Über diesen UNFASSBAREN SKANDAL redete ganz Deutschland redeten RTL und die Boulevardpresse. FDP-Fraktionsvize Martin Lindner rauchte in einer Liveshow einen Joint. Alle RTL und die Boulevardpresse waren EMPÖRT!!! Die FDP-Drogenbeauftragte war auch EMPÖRT!!! Jetzt kiffen die bei der FDP auch noch, so die SKANDALträchtige Schlagzeile.

Vermutlich hat niemand von diesen EMPÖRTen Menschen die Sendung gesehen, um die es ging. In der Tat war Martin Lindner in der jüngsten Ausgabe der Polittalkshow “Stuckrad-Barre” auf Tele 5 zu Gast. Zu Beginn kredenzte Benjamin von Stuckrad-Barre seinem Gast ein Glas Wein und einen Joint. Lindner roch dran, glaubte aber nicht, dass es sich wirklich um einen Joint handelte. Er nahm das Ding tatsächlich in den Mund im Glauben, das sei normaler Tabak.
Es ist jedoch das Bild, das um die Welt ging bei RTL und der Boulevardpresse gezeigt wurde. Lindner habe dort gekifft, hieß es – es war eine Lüge.

Stuckrad-Barre und Lindner gingen kurz vors Studio, Lindner zog am Joint – erst da war ihm klar, dass es tatsächlich ein Joint war. Es war ihm sichtlich unangenehm
Die Produktionsfirma Ulmen-TV scheint diesen SKANDAL jedoch provoziert zu haben, denn das Bild von Lindner mit dem Joint veröffentlichte sie bereits vor der Erstausstrahlung am Donnerstag. Tatsächlich scheint es, dass die früher bei zdf_neo gesendete Show und Tele 5 Aufmerksamkeit brauchen. Ein bisschen ist ihnen das gelungen, auch wenn der SKANDAL nur ein laues Lüftchen im Wasserglas war.

Dabei ist die Tele-5-Show durchaus sehenswert. Denn Lindner hatte in den 45 Minuten nicht wirklich seinen Spaß. Die Sache mit dem Joint lag ihm sichtlich schwer im Magen. In der Show geht es darum, zu zeigen, ob und wie sehr sich Politiker zu Aktionen überreden und hinreißen lassen. Denkmäler zerstören? Bei Marx haute Lindner drauf. Sportübungen machen? Lindner war nur halbherzig dabei. In eine Zeltsauna steigen? Da machte Lindner nicht mit.
Es war wirklich nicht Martin Lindners Abend, in Gedanken wird er sich immer wieder gesagt haben: “Lächeln, Martin, lächeln!” Eine spannende Angelegenheit war die Show – vielleicht gerade deshalb – für die Zuschauer aber auf jeden Fall. In anderen Sendungen haben es Politiker jedenfalls leichter als bei Tele 5.