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Am Starnberger See: Herrlich und ein bisschen dekadent

Ich gebe es zu: Es war schon ein bisschen blauäugig, als wir uns in Leoni am Starnberger See auf die Terrasse eines Lokals gesetzt haben und dachten, dort gebe es was zu Essen. Es gibt da auch was Essen, aber ob es auch der Geldbeutel überlebt?
Nur schwer. In diesem Lokal zahlt der Kunden nämlich nicht nur fürs Essen und die Getränke, sondern auch für den Seeblick. Und es ist ein toller Seeblick, das muss man schon sagen.
Blattsalat mit Huhn gibt’s für 14 Euro, Thunfisch-Tartar für 15 Euro, Pasta Radicchio für 18 Euro, irgend so eine Hähnchen-Roulade für 20,50 Euro, Renkenfilet für 21,50 Euro und Rinderpaillard für 24 Euro.
Okay, die Preise sind happig. Mein Problem ist vielmehr, dass ich mit solchen abgehobenen Speisen an sich schon wenig anfangen kann. Wenn ich nicht mal weiß, was das ist, was da mal locker 24 Euro kostet, bestelle ich es nicht. Ich bin da nicht sehr experimentierfreudig.
Meine Kollegin nahm einen 14-Euro-Salat, ich ein Stück Kuchen. Das musste reichen, und auf dem Nach-Hause-Weg kommt bestimmt ein McDonald’s-Laden.

Den letzten Tag unseres München-Aufenthalts nutzten wir für einen Ausflug zum Starnberger See. Das Wetter war auf unserer Seite, und wenn wir ehrlich sind, haben wir uns das ja auch, verdammt noch mal, verdient.
In Starnberg muss der geneigte Tourist erst einmal einen Parkplatz finden. Und obwohl ein Parkleitsystem angekündigt wird, gibt es keins. Es sei denn, die Starnberger betrachten das besetzte Parkhaus am Bahnhof sowie den Platz auf der anderen Bahnhofsseite als ihr Leitsystem.

Ein bisschen Dekadenz muss schon sein, wenn man am Starnberger See ist. Direkt an der Seepromenade saßen wir einer Terrasse, die sogar vor dem Seeufer schwamm. Wir saßen also auf dem See, sahen zu, wie die Segler in der Ferne übers Wasser glitten, wie der holländische junge Mann hinter uns seine kleine Schwester ins Wasser schubste – und schlüften dazu ein Radler oder einen Milchkaffee. Herrlich, so die Seele baumeln zu lassen.
Eine Stunde reichte danach schon, um mir während der Schiffstour über den See einen gewaltigen Sonnenbrand auf den Armen zu holen. Sche war’s trotzdem.
In Potsdam wird über diverse Seen gestritten, und darüber, ob man als Bürger da überall rumlaufen darf. Am Starnberger See gibt es auch keinen Rundweg, da gehen die Seegrundstücke allesamt bis zum Wasser. Strände gibt es aber trotzdem – und viel Grün.

Eines fällt auf: In Starnberg, aber auch in Leoni, sind die Leute meistens sehr schick angezogen. Schlabbige Hosen bei Männern sind kaum zu sehen, gerade im Umfeld von Lokalen. Man sieht durchaus, dass sich dort eine andere Gesellschaft aufhält.
Außer vielleicht im Supermarkt von Berg. Da sind alle Leute gleich. Und wenn die Leute am Starnberger See nicht wissen, wie es in DDR-Kaufhallen vor den Kassen zuging – in Berg haben sie es erfahren. Eine lange Schlange bildete sich durch den halben Supermarkt. Es war nur eine Kasse geöffnet, als dann “Bitte 2. Kasse!” aus den Lautsprechern ertönte, meinte jemand: “Und die 3. Kasse auch!” Bei Kaufland bekommt man übrigens Geld, wenn man länger als fünf Minuten wartet und nicht alle Kassen geöffnet sind.

Der Münchner Flughafen scheint extrem kurze Abstände zwischen den landenden Flugzeugen zu haben. Wer bei Garching auf der A9 unterwegs ist, bekommt auf einen Blick meist gleich zwei Flieger hintereinander zu sehen. Und das erstaunlich eng hintereinander. Wenn man dann nach links sieht, sind da schon die nächsten Flugzeuge. Oder war das in Wirklichkeit eine Flugschau?

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3 Kommentare zu “Am Starnberger See: Herrlich und ein bisschen dekadent”

  1. mei

    Lieber Herr Tieslhuber, wenn ich dich nicht hätte, wäre meine Erinnerung an unseren Starnberg-Ausflug ja nur halb so bunt! Ich merke, das Bloggen schult die Aufmerksamkeit: an was du dich alles erinnerst 🙂 Eines muss man dem Seehotel in Leoni allerdings lassen: die Aussicht ist kaum zu toppen und der Salat war zwar teuer, aber lecker! Dieser ganze fantastische Ausflug muss jedenfalls unbedingt wiederholt werden! München, Starnberg & Co. – wir kommen wieder!!! die Frau Jänimeier

  2. RT

    Ja, fangen wir am besten schon mal zu sparen an! 🙂

  3. RTiesler.de » Blog Archive » Frag Google (1): Rügen und die Bonsen

    […] auch nicht dekadenter als andere Orte, wo das Wohnen teuer ist. Obwohl… Wenn man sich die Villen am Starnberger See so ansieht. Okay, doch […]

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