Monatsarchiv für November 2007

ORA aktuell

Knut in Germendorf: Das wird wohl nichts

Freitag, den 30. November 2007
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Eisbär Knut wird wohl doch kein Oranienburger. Der Tierpark im Ortsteil Germendorf hatte sich beim Zoo in Berlin um Knut beworben. Laut Tierpark-Chef Horst Eichholz sei der Vorschlag in Berlin auf wenig Gegenliebe gestoßen.
Außerdem hat der Zoo in Neumünster laut Berliner Morgenpost Ansprüche auf Knut gestellt. Man habe einen Vertrag aus dem hervorgeht, dass Knuts Papa 1999 nach Berlin ausgeliehen wurde. Das erste Junge solle dafür nach Neumünster. Und Knut ist das erste Junge. In berlin sei der Vertrag bekannt.

RTZapper

Bambi 2007

Freitag, den 30. November 2007
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DO 29.11.2007, 20.15 Uhr, Das Erste

Die Bambi-Verleihung verkommt mehr und mehr zu einer Veranstaltung, bei der scheinbar willkürlich oder aus reklametechnischen Gründen Preise verliehen werden.
Okay, dass Johannes Heesters mit 103 Jahren (Sonntag wird er 104) immer noch auf der Bühne steht, ist doll. Aber allein dafür, dass er nun 104 wird, einen Bambi? Und das ab jetzt jedes Jahr? Seien wir doch mal ehrlich: Es tut weh, den alten Mann da zu sehen. So gut wie blind, zwar immer noch lebenslustig und liebenswürdig – aber dennoch hilflos sitzt er da und wartet, was man mit ihm anstellt. Ich empfinde da einfach nur sehr viel Mitleid.
Dass Sarah Brightman und Andrea Bocelli noch mal ihr “Time To Say Goodbye” playbacken dürfen – eine tolle Überraschung für Henry Maske. Aber, ach ja: Den Song gibt’s ja bald auf der Best-Of-CD von Bocelli. Halten wir fest: Alles nur Reklame. Schade. Und ärgerlich.
Apropos ärgerlich. Der Courage-Bambi für Tom Cruise ist ein einziges Ärgernis. FAZ-Macher Frank Schirrmacher würdigte Cruise: Kein Titel als Chef der Filmfirma United Artists könne so groß sein wie die zwei Worte: Tom Cruise. Wie jetzt? Und das ist Courage, also mutig? Dass er einfach der Tom Cruise ist? Er habe kein Auf und Ab in seiner Karriere erlebt, sondern nur ein Auf. Ah ja. Dass insbesondere sein Film “Krieg der Welten” furchtbar und ein Flop war, hat Schirrmacher vergessen? Desweiteren habe Cruise mit seinem Film “Von Löwen und Lämmern” keinen Kassenschalger gehabt, das aber gewollt, es ginge ihm ja um die politische Botschaft. So so, aber Erfolg wäre sicherlich trotzdem schön gewesen. Und jetzt würde sich Cruise, so Schirrmacher, mit einem Mann beschäftigen, der sich im deutschen Widerstand gegen Hitler befand: Graf von Stauffenberg. Es habe eines Querdenkers bedürft, eines Weltstars, der sich dieses Stoffes annehmen würde, um Deutschland im Ausland Gehör zu verschaffen, um das Bild der Deutschen im Dritten Reich zu verändern. Schirrmacher weiter: Durch ihn, Cruise, würden die Menschen verstehen, dass man sich dem Unmenschlichen widersetzen könne. Dafür bekomme Tom Cruise den Bambi für Courage, den Mut-Bambi. Danach wurden Ausschnitte aus Cruises Film “Walküre” gezeigt und weitere Bilder seines Schaffens. Daraufhin gab das Publikum im Saal Standing Ovations.
Starker Tobak. Halten wir mal fest: Erstens, Cruise, der zeigen will, wie man sich dem Unmenschlichen widersetzen kann, ist Mitglied bei Scientology, einer Vereinigung, die auch nicht gerade für Menschlichkeit bekannt ist, von denen berichtet wird, dass sie Repressalien ausübt. Dafür den Courage-Bambi? Zweitens, der Film “Walküre” ist noch nicht mal in den Kinos. Wir wissen überhaupt nicht, ob dieser Film in irgendeiner Art und Weise etwas taugt, geschweige denn, ob er gut ist. Und dafür ein Courage-Bambi? Ist es nicht eher pure Werbung? Drittens, Cruise hat viele Filme in seiner Karriere gedreht. Das war nicht mutig, sondern ist sein Job, er verdient sein Geld damit. Dafür einen Courage-Bambi? Und vor allem auch noch Standing Ovations?
Wer bitteschön, hat dann noch alles ein Courage-Bambi verdient, wenn man den Preis einem Herrn Cruise hinterherschmeißt, obwohl wir die aktuelle, angeblich preiswürdige Leistung noch gar nicht begutachten dürfen? Allein, dass er den Stoff bearbeitet, ist noch nicht mutig. Es ist ja nicht so, dass es noch keine Filme darüber gibt.
Nein, liebe Preisstrifter vom Burda-Verlag: Diese Auszeichnung war ein eklatanter Fehlgriff, ein Schlag ins Gesicht für viele Scientology-Opfer und auch Filmschaffende. Und sehr traurig, dass das keiner im Saal mitbekommen hat. Geradezu unerträglich.
195 Minuten dauerte diese überüberlange Veranstaltung. Elendlange Laudatios und Danksagungen, dazu ein Harald Schmidt, dem man zurufen will, er möchte doch jetzt mal bitte Tachesles reden. Lieber Herr Schmidt, haben Sie es wirklich nötig, diesen Mist zu moderieren? Kann man Sie danach noch ernst nehmen?
Der “Bambi 2007″ (Übrigens vom MDR in Düsseldorf veranstaltet. Hatte der WDR in NRW keine Lust mehr? Oder war er sich zu fein? Oder hat das Ostfernsehen nun endgültig den Westen eingenommen?) war ein Event mit teilweise sehr fragwürdigen Entscheidungen.

RTZapper

Werbung: Saturn

Freitag, den 30. November 2007
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MI 28.11.2007, 0.59 Uhr (Do.), ProSieben

Dass bei Saturn Geiz nicht mehr geil ist, haben wir schon mkitbekommen. Dass das mit dem geiz irgendwie nie hinhaute auch, wenn wir mal die Preise in den Saturn-Läden näher betrachteten. Und nun lauter der neue Spruch: “Wir lieben Technik und hassen teuer.”
Da stellt sich, angesichts der mitunter astronomischen Preise für DVDs und DVD-Serienboxen die Frage: Wie viel Selbsthass muss bei den Saturn-Leuten herrschen? Das kann dolch gar keinen Spaß machen…

RTelenovela

Seuchenwanne

Donnerstag, den 29. November 2007
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Ich lese mir gerade bei Wikipedia die Seite zum Norovirus durch. Ein brandaktuelles Thema. Ob es sich bei uns Büro um das Norovirus handelt, wissen wir nicht. Irgendwas ist ja aber jedenfalls. Anfang der Woche fiel der erste Kollege aus. Gestern der zweite, heute der dritte. Und alle hatten etwas mit Durchfall und alle haben etwas Ansteckendes. Rollt da etwa eine Welle durch unser Büro? Wir sind gespannt auf morgige eventuelle Krankmeldungen. Bis in unser Hinterzimmer ist es jedenfalls noch nicht vorgedungen.
Laut Wikipedia sind Gemeinschaftseinrichtungen auf jeden Fall immer ein Übertragungsherd. Nach Tage später sind Gegenstände oder Toiletten kontaminiert. Wer am Virus leidet, kann, auch wenn es keine Übelkeit mehr gibt, noch drei Tage lang ansteckend sein. Drei Tage Hausarrest sind also fast schon Pflicht.
Ich habe heute jedenfalls schon scherzhaft angeregt, dass wir erstens am Eingang eine Seuchenwanne aufstellen müssen (wie am Rügendamm, als auf der Insel die Vogelgrippe herrschte), und dass wir von Zimmer zu Zimmer am besten nur noch telefonisch kommunizieren sollten…

RTZapper

Jimi Blue: I’m Lovin’… (l.r.h.p.)

Donnerstag, den 29. November 2007
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MI 28.11.2007, 21.24 Uhr, Jamba TV

Warum glaubt die Musikindustrie eigentlich, dass irgendwelche Schauspielersöhnchen, die unbedingt auch Schauspieler werden mussten, gleichzeitig gute Sänger sind? Und warum glaubt die Musikindustrie, dass man dieses “Produkt” auch noch mit einem erfolgreichen, niveaumäßig ein paar Etagen höher angesiedeltem Entertainer vergleichen zu können. Das muss ja in die Hose gehen.
Wer den Videoclip von Uwe Ochensknechts Sohn Jimi Blue sieht, wird wissen was ich meine.
Klein-Jimi macht auf dicke Hose. Lässt ein paar willige Frauen hinter sich aufreizend tanzen, zieht sich an wie Justin Timberlake und meint, das wäre in irgendeiner Art und Weise gut.
Jimi, du bist weder Justin, noch reichst du auch nur ansatzweise an ihn heran. Fast möchte man sagen: Die Sangesqualität von Jimi Blue ist eher minderwertig. Und die Performace im Hintergrund lächerlich – auf jeden Fall für einen 15-jährigen Milchbubi vollkommen unpassend.
Aber die pubertierenden Jungmädels wird wohl gefallen – und mehr wollen die Plattenbosse ja auch gar nicht. Qualität? Ach egal.

RT im Kino

Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken

Donnerstag, den 29. November 2007
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Die Wahrheit über Männer und Frauen. Allan und Barbara Pease haben sie 2000 in ihrem Buch “Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken” aufgeschrieben. Fanden nicht nur die Deutschen total lustig und schmissen den Autoren die Kohle quasi in den Rachen.
Jetzt kommt der Film zum Buch – und das ausgerechnet aus Deutschland. Regisseur Leander Laußmann wagte sich an den Stoff und kreierte einen Aufklärungsfilm. So wie Oswald Kolle in den 60ern und 70ern. Damals war das nicht lustig gemeint, heute lachen wir drüber. Haußmann meinte es lustig, heute lachen wir eher seltener.
Jan (Benno Fürmann) und Katrin (Jessica Schwarz) verlieben sich. Doch die Beziehung läuft nicht so, wie es die beiden gern hätten. sei es wegen Jans Sekretärin Anhie (Nadja Becker) oder wegen des Buchautoren Jonathan (Uwe Ochenknecht), der Katrin umgarnt.
Kurz gesagt: Dieser Film ist schlecht. Nahezu indiskutabel. Der Witz ist nicht komisch, die Überzeichnungen nervig und der ständige James-Last-Musikteppich (ja, wirklich von James Last!) ist ätzend.
Erst das letzte Drittel – fast hat man den Eindruck, der Regisseur und sein team wurde komplett ausgewechselt – macht ansatzweise Spaß. Nämlich an der Stelle, an der plötzlich die erotischen Fantasien von Jan leibhaftig erscheinen. Ein wirklich sehr schönes Bild, was da aufgezeigt wird. An dieser Stelle entfaltet “Warum Männer…” jedenfalls endlich mal einen annehmbaren Witz. Und natürlich wird für viele von Interesse sein, dass Beno Fürmann seine wahrscheinlich längste Nacktsequenz zu spielen hatte. Wobei allerdings in dem zusammenhang die wichtige Information nicht preisgegeben wird…
Letztlich funktioniert der seltsame Humor des Films jedoch nicht. Wobei natürlich schon die Vorlage oftmals witzlos ist. Somit gibt es wirklich bessere und sehenswertere Filme.

5/10

RT im Kino

Hunting Party – Wenn der Jäger zum Gejagten wird

Donnerstag, den 29. November 2007

Als Fernsehkriegsreporter Simon Hunt (Richard Gere) vor laufenden Kameras einen Nervenzusammenbruch hat, steht seine Karriere vor dem Aus. Dabei hatte er gerade im Krieg im ehemaligen Jugoslawien erlebt, wie eine Frau, seine Geliebte, erschossen wurde. Eine Gräueltat folgte der nächsten.
Fünf Jahre später trifft Simon auf seinen damaligen Kollegen Duck (Terrence Howard). Und hat wieder eine Topstory im Gepäck: Er weiß, wo sich einer der größten Kriegsverbrecher aufhält – gar nicht weit von Sarajewo entfernt. Gemeinsam mit dem jungen Benjamin (Jesse Eisenberg) machen sie sich auf die gefährliche Suche.
“Hunting Party” soll in gewisser Weise sicherlich aufwühlen. Soll zeigen, wa der Bürgerkrieg in Bosnien-Herzegowina und Montenegro anrichtete. Das gelingt auch, wenn die Kamera die vielen Hochhäuser mit den unzähligen Einschusslöchern zeigt. Aber “Hunting Party” soll wohl auch unterhalten. So wird Witz und Satire eingestreut. Doch aus einer Prise Humor wird stellenweise ein ganzer Komikblock.
Leider ist Regisseur Richard Shepard dieser Film völlig entglitten. Durch den vielen Humor und dem Bemühen, in die an sich packende und mitunter traurige Story Gags einzufügen, erreicht er, dass das Publikum an Stellen lacht, in denen es eigentlich nichts zu lachen gibt. Die Balance ist verloren gegangen. Der Film wird oft zur Karikatur. Angesichts dessen, dass wir es mit einem spannenden Thema zu tun haben, ist das extrem schade.
Hinzu kommt noch die Geschichte des TV-Journalisten Hunt, der einen persönlichen Rachefeldzug aus Liebe führt. Das stuft “Hunting Party” zusätzlich weiter runter.
Chance verpasst. Da nützt es auch nicht, dass die Namen der Filmemacher im Abspann so riesig sind, dass man die gar nicht mehr lesen kann. Was ja eventuell widerum gar nicht so schlimm ist.

5/10