Monatsarchiv für November 2005

aRTikel

Durchgelesen: Meeecklenburg

Mittwoch, den 30. November 2005
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Der Irrgarten der deutschen Sprache


MAZ Oranienburg, 30.11.2005 

Wir gedenken dem Genitiv. Nein, bitte jetzt nicht aufschreien. Wir wissen, dass es anders heißen muss: Wir gedenken des Genitivs.
Bastian Sick ist in seiner „Zwiebelfisch“-Kolumne genau diesen sprachlichen Ungenauigkeiten und Besonderheiten auf den Grund gegangen.
Viele wissen zum Beispiel gar nicht, dass Mecklenburg tatsächlich mit einem langen „e“ ausgesprochen wird:
Meeecklenburg. Oder ist euch schon mal aufgefallen, dass es für die laufende Dekade keine Bezeichnung gibt? Es gibt die 70er-, 80er- und die 90er-Jahre. Aber Nuller? Was soll das sein? Oder warum ist der Rhein eigentlich männlich und die Havel weiblich?
Oder warum ist sowohl „Sonnabend“ als auch „Samstag“ richtig, der „Samstag“ aber die wirklich offizielle Bezeichnung für den sechsten Tag der Woche?
Bastian Sick hatte sich mit all diesen Kuriositäten befasst gehabt. Womit wir gleich bei der Frage sind, warum neuerdings viele Menschen dem Satz ein zweites Verb hinzufügen, denn das „gehabt“ ist nun wirklich überflüssig.
„Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“: Folge zwei des hochinteressanten Sammelsuriums ist nun auch auf zwei CDs als Hörbuch im Audioverlag erschienen.

RTelenovela

Dauerduscher

Montag, den 28. November 2005
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Er steht in der Dusche der Oranienburger Turm-Erlebniscity rum. Vielleicht so 30 bis 35 Jahre alt. Mit dem Rücken zur Wand, damit jeder auch alles sehen kann, vor allem seinen Schwanzring (keine weiteren Details). Und duscht. Und duscht. Und duscht.
Felix und ich hatten Besseres zu tun. Nämlich ins Sportbecken zu gehen und zu schwimmen. Natürlich auch, die Gymnastikgruppe nebenan zu beobachten. Diesmal mit Roland-Kaiser-Beschallung in voller Länge.
Und Gaby? Wo war eigentlich Gaby? Hat sie das letzten Montag alles zu sehr mitgenommen? Oder keine Zeit? Keine Lust?
30 Minuten später. Zurück in die Dusche.
Er ist immer noch da. Und duscht. Und starrt. Irgendwie grimmig. Keine Ahnung, was das soll. Duscht er so gerne? Hat er zu Hause keine Dusche? Oder will er hier die Typen anglotzen? Ist ja überhaupt gar nicht auffällig…
Vor allem: Ich habe ihn inzwischen bestimmt das vierte oder fünfte Mal hier gesehen. Dauerduschend. Vielleicht hat er ja ein Duschabo…

RTelenovela

Theaterschiff

Montag, den 28. November 2005
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Das Theaterschiff liegt im Zentrum von Potsdam in der Alten Fahrt am Hans-Otto-Theater vor Anker. Sabrina, die ich jetzt länger als ein halbes Jahr nicht mehr gesehen habe, hat mich überredet, heute nach Potsdam zu kommen. War eine sehr gute Idee!
Als wir dort ankamen, stellte ich überrascht fest, dass ich ja schon mal auf dem Theaterschiff war. Allerdings nicht in Potsdam. Vor einigen Jahren lag es in Oranienburg auf der Havel, ganz in der Nähe des Schlosses vor Anker.
Auf dem Theaterschiff gab es ein Gastspiel des Kabarettisten Andreas Bandow und des Pitch Pipe Projects. Letztere ist eine Truppe von fünf 20-25-jährigen Jungsängern, die A-capella-Songs zu besten gibt (siehe Poesie-Ecke “Kühlschrankbotanik”). Bandow (30) las zwischendurch wirklich schreiend komische Texte vor.
Jetzt gerade sagt Jürgen Büsselberg auf Antenne Brandenburg das Pitch Pipe Project an und spielt einen Song von ihnen. Kein Wunder, es hat ihm auch gefallen. Er saß heute direkt in der Reihe vor uns und amüsierte sich köstlich.
In Bandows Texten ging es um die Tücken der Stadt Offenburg, um einen verhängnisvollen Kauf einer Jeans (”Meine Oma sagte immer ‘Jens’”) oder um die “Romantik” der Adventszeit. Dazu noch die stimmungsvollen A-capella-Songs der Jungs (Hymne auf Kleinmachnow). Ein super Abend, in dem es viel zu hören und zu sehen gab. Eines meiner Jahreshighlights.
Und nächstes Mal bestimmt wieder!

RTelenovela

GPRS

Sonntag, den 27. November 2005
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Ja, okay, es ist mir ein bisschen peinlich. Aber als ich noch mein altes Handy hatte, habe ich zweimal Geld für je einen Klingelton und ein Handylogo ausgegeben. Ich wollte etwas Weihnachtliches auf meinem Handy haben. Und was man einmal hat, hat man.
Jetzt habe ich aber ein neues Handy. Ich brauchte also neuen Stoff.
Ich suchte nach dem Klingelton “Santa Clause is coming to town”. Bei Jamba hörte der sich aber irgendwie doof an – war wohl eine etwas andere Version. Also zu einem anderen Anbieter, den mir Google beim Stichwort “Klingeltöne” ausgespuckt hat. Da gab es dann auch die passende Mucke.
Man kann sich aussuchen, ob man das Ganze per SMS oder per Telefon (0190-Nummer) bestellt. Ich entschied mich für die zweite Variante. Für, hüstel, 1,86 Euro pro Minute. Und man kann davon ausgehen, dass die Prozedur länger als eine Minute dauert. Ich schätze mal gut 150 Sekunden. Oder mehr?
Irgendwann kam die Dienstmitteilung auf meinem Handy an. Runterladen konnte ich mir den Song trotzdem nicht: Kein GPRS abonniert. GPRS? Was ist das denn? Die Vodafone-Internetseite konnte mir erstmal auch nicht wirklich helfen.
Zwei kleinere (nächtliche, es war etwa halb 2 in der Nacht) Wutausbrüche später, habe ich bei Vodafone dann doch eine Seite gefunden, bei der man kostenlos (?) GPRS abonnieren konnte. Das scheint wohl so etwas wie eine “Datenleitung” zu sein. Vielleicht kann einer das ja mal dem Technikidioten erklären. Ich hab dann also dieses GPRS abonniert. Und den MMS- und E-Mail-Service gleich mit.
Und dann – welch ein Wunder: Ich habe jetzt den Weihnachtsklingelton!
Weil das so schön ist, das gleiche nochmal mit einem Logo. Da hab ich jetzt einen leuchtenden Weihnachtsbaum. Nun ja, so richtig schön ist er nicht – vielleicht mach ich selbst mal ein Foto und verwende es als Logo. Da hätte ich allerdings auch schon früher drauf kommen können.
Was ich in dieser Nacht an Geld verschleudert habe, daran wage ich – vorerst – nicht dran zu denken.
Insgesamt hat dieser Vorgang eine gute Stunde gedauert…

RTZapper

Alfredissimo: Alexander Mazza

Samstag, den 26. November 2005
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SA 26.11.2005, 12.30 Uhr, Das Erste

Ich weiß ja nicht: Was Alfred Biolek am Sonnabend in seiner Kochsendung da zusammengepampt hat, sah nicht wirklich schön oder lecker aus. In eine Schüssel legte er den Boden mit Trockenkuchen aus und beträufelte ihn mit irgendeinem alkoholischen Zeug. Darauf schüttete er eine Schüssel Heidelbeeren. Dann nochmal eine Scheibe Kuchen und hochprozentiges Gesöff. Hierauf eine Schicht Johannisbeeren. Sah wirklich nicht lecker aus. Bioleks Gast Alexander Mazza beäugte das Werk skeptisch. Er probierte mit den Worten: „Ich finde, das kann man schwer lassen.“ Das kann man so oder so interpretieren. Der Biolek ist nach zig Jahren „Alfredissimo“ eben auch nicht mehr das, was er mal war…

aRTikel

Jette: Scherzkeks

Samstag, den 26. November 2005
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MAZ Oranienburg, 26.11.2005

 

Also nee, wissense nee, in Gaststätten habe ich ja schon so einiges erlebt. Bei einem Italiener in Oranienburg bekam mein Göttergatte ein falsches Essen serviert. Kann ja mal passieren. Kein Problem, es ging zurück in die Küche. Der nette Kellner gab seinen Fehler auch gleich zu. Trotzdem: Mein Kerl war stinkig. Da halfen auch keine guten Worte mehr. So isser nun mal. Irgendwann bekam er sein bestelltes Essen und war einigermaßen zufrieden.
Zwei Espresso, bitte! Kurz nach der Bestellung tauchte der Kellner mit drei Tassen auf und – ließ eine davon fallen. Na ja, fast. Eigentlich gar nicht. Er tat nur so. Scherzkeks! Mein Mann sprang trotzdem wie von der Tarantel gestochen vom Tisch auf. Dass das nur ein Witz war – also er fand das nicht wirklich komisch. Und ich – also wenn das in unserer abgedrehten Frauenrunde passiert wäre: okay. Leider hat der Kellner die brenzlige Situation immer noch nicht erkannt und tauchte plötzlich mit einem Lutscher für meinen Mann auf. Zum Trost. Wie spöttisch! Er lehnte ab. Ein bisschen mehr Menschenkenntnis von der Bedienung, das wünscht sich eure

RTelenovela

Bahnbekanntschaften: Gezählt

Freitag, den 25. November 2005
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Wintereinbruch in Berlin-Brandenburg. Tatsächlich hatte ich den Eindruck, dass die Bahnen heute voller waren als sonst. Noch voller.
Als ich am Bahnhof Thielplatz in die U-Bahn stieg, saßen an beiden Enden der Bank je eine Frau mit einem Block in der Hand. Beide jeweils so dick, dass wohl insgesamt ein Sitzplatz wegfiel. Beide starrten auf die ihnen am nächsten liegende Tür und machten Striche. Sie zählten die Leute. Alle, die ausstiegen und alle, die einstiegen. Ich saß neben einer der Frauen. Sie hatte einen Zettel in der Hand, auf der die gesamte Fahrtroute der U3 Richtung Nollendorfplatz mit Abfahrtszeiten vermerkt war. An jeder Haltestelle machte sie ihre Striche. Und die andere Frau machte das gleiche an ihrer Tür.
In Spichernstraße musste ich umsteigen und wurde wieder zu einem Strich auf der Liste. Als ich in Richtung Treppen an den anderen Waggons vorbei lief, stellte ich fest, dass in allen Wagen je drei Leute saßen, die jede Bewegung an den Türen zählten.
Nett, dass die BVG einen solchen Aufwand betreibt, um ganz genaue Fahrgastzahlen zu ermitteln. Was das kostet…
Sollen nicht bald die BVG-Preise wieder erhöht werden?