Premiere für den Lebkuchenprinzen

Grüne Woche 2026: Die neue Hoheit Toni Reich aus Kremmen erstmals beim Oberhavel-Tag – Zum Spargeleis müssen die Besucher immer erst überredet werden

MAZ Oberhavel, 26.1.2026

Berlin.
Das war eine echte Premiere: Oberhavel hat jetzt einen Lebkuchenprinzen, und bei der Grünen Woche hatte er nach nur neun Tagen im Amt seinen ersten offiziellen Auftritt.
„Das macht Spaß“, sagte Toni Reich. Der 40-Jährige repräsentiert Kremmen, vor allem die „Alte Lebkuchenfabrik“. „Ich hätte nicht gedacht, dass das so gut ankommt“, sagte die Chefin des Hauses, Katharina Neumann, am Sonnabend bei der Messe im Gespräch mit der MAZ.
Im vergangenen Jahr feierte sie ihr fünftes Jubiläum in der Lebkuchenfabrik, und da habe man im Freundeskreis ein wenig herumgeflaxt. So sei die Idee für den Lebkuchenprinzen entstanden.
Von der Kremmener Tourismusmanagerin Andrea Busse habe er schon eine Anfrage für das Erntefest bekommen. Dort könnte er die Erntekönigin unterstützen – Jenny Reich ist seine Schwester.
Auf die Frage, wie lange seine Amtszeit dauert, überlegt Toni Reich, lacht und sagt dann: „Auf Lebenszeit. Oder auf Lebkuchenzeit.“

Er war einer von sehr vielen Akteuren aus Oberhavel, die am Sonnabend in der Brandenburghalle auf dem Berliner Messegelände aktiv waren. Bei der Grünen Woche war Oberhavel-Tag.
„Wir nutzen diesen Tag als Schaufenster in die weite Welt“, sagte Egmont Hamelow. Der Erste Beigeordnete und stellvertretende Landrat durfte am Sonnabendmittag den Oberhavel-Tag eröffnen.
Dieser Tag sei die Gelegenheit für verschiedene Akteure aus dem Landkreis, ein nationales und internationales Publikum ansprechen zu können, erklärte er. Aber es geht auch um Vernetzung untereinander. Deshalb haben verschiedene Unternehmen Tag für Tag die Gelegenheit, sich am Stand des Landkreises auf der Messe zu präsentieren. Am Sonnabend war das die Pralinenart aus Velten.

„Wir bieten hier Pralinen aus Handarbeit ohne Palmöl an“, erzählte Frank-Peter Doerksen, der für die Firma am Stand Flyer verteilte. Mehr als 40 Sorten werden angeboten – nicht nur auf der Messe, auch im hauseigenen Onlineshop.

Ein paar Stände weiter verkaufte Jonathan Koch mit seinem Team Wurstwaren aus eigener Verarbeitung. Der Bauernhof Koch aus Großmutz ist schon viele Jahre bei der Grünen Woche vertreten.
„Wir sind wirklich zufrieden“, sagte er am Sonnabend. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr konnten auch wieder die eigenen Wurstwaren verkauft werden. 2025 war der Hof vorsorglich wegen der Maul- und Klauenseuche gesperrt – ohne dass die Krankheit dort ausgebrochen war.
„In diesem Jahr können wir uns als Hof wieder so präsentieren, wie wir auch sind“, sagte Jonathan Koch weiter. Für den Hof lohne sich das, trotz der hohen Standgebühren. „Man hat die Hoffnung, dass man die Leute hinterher auch mal auf dem Hof begrüßen kann, und die Resonanz ist auch da.“

Die Standgebühren sind auch bei der Bäckerei Plentz aus Schwante jedes Jahr ein Thema. „Wir sind bereit, jedes Jahr draufzuzahlen“, sagte Karl-Dietmar Plentz. Das Gesamtpaket sei wichtig.
„Wir hatten hier einen sehr guten Start“, so der Bäckermeister weiter. „Es läuft besser als im Vorjahr.“ So sei das in diesem Jahr neu kreierte Kichererbsenbrot ein voller Erfolg. Es wurden auf der Messe wesentlich mehr davon verkauft, als vorher kalkuliert worden sei.
In diesem Jahr unterstützt die Bäckerei die Arche-Kinder-Ranch in Schulzendorf bei Gransee. Sie unterstützt Kinder, die dort Entlastung von ihrem Alltag erleben. „Wir sind mit den Kindern auch durch die Hallen gezogen.“

Auf der Bühne der Brandenburghalle sorgte der in Beetz trainierende Rock’n’Roll-Club Butterfly wieder dafür, dass der Platz vor der Bühne voller Menschen war und kurzzeitig zum Stillstand bei den Menschenmassen führte. Außerdem spielten „Die Bande“, die Band „Goodbye Gravity“ und die Majoretten aus Leegebruch tanzten.

Am Stand des Spargelhofes Kremmen zapfte Kremmens Erntekönigin Jenny Reich unterdessen Spargeleis. „Am Anfang sind die Leute immer skeptisch“, erzählte sie. Aber immer wenn sich Gäste bei der Messe dann doch entschließen, das Eis zu kosten, dann erhellt sich die Miene augenblicklich, wenn sie den sanften Spargel-Geschmack, gemischt mit süßer Sahne, auf der Zunge spüren.

Die Grüne Woche ist für Menschen aus Oberhavel ein beliebter Treffpunkt. „Das ist inzwischen ein Gemeinschaftsevent“, erzählte der Besucher Matthias Harnisch aus Schwante. „Ich habe hier Leute gesehen, die ein T-Shirt mit der Aufschrift ‚Team Grüne Woche‘ tragen.“
Schon beim Brandenburg-Tag kamen zwei Busse aus Kremmen am Messegelände an. „Das hat sich schon zu einer Tradition entwickelt“, erzählte Kremmens Tourismusmanagerin Andrea Busse. „Wir haben die Landeserntefest-Staffelstab-Übergabe verfolgt.“


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