Traumtagebuch (155): Er entfernt die Unfallopfer

(154) -> 19.10.2022

Ich fahre in einen Straßentunnel. Ich bin kaum drin, als der Verkehr schlagartig zum Erliegen kommt. Mehr noch: Die Autos stehen so, dass sie in der Fahrbahnmitte eine Rettungsgasse bilden, und alle haben schon Licht und Motor ausgeschaltet.
Das kann dauern, denke ich. Ich reihe mich ein.

Ganz vorne sehe ich, dass ein Unfall passiert ist. Ich kann erkennen, dass auf der Straße Menschen liegen. Offenbar die Unfallopfer. Sie regen sich nicht.
Plötzlich ist zu sehen, wie jemand aus dem ersten Auto hinter dem Unfall steigt. Er rennt auf die auf der Straßen liegenden Menschen zu. Er packt sie und zieht sie zum Fahrbahnrand.
Er hat nun freie Fahrt. Er setzt sich ins Auto und fährt los. Und tatsächlich folgen ihm die anderen Autos. Der Stau setzt sich in Bewegung.

Ich bin unsicher: Ich kann doch jetzt nicht einfach am Unfall und den verletzten Leuten vorbeifahren!
Ich mache es aber doch. Aber ich habe Skrupel, und direkt hinter der Unfallstelle fahre ich an die Seite und halte an.
Ich steige aus und laufe zur Unfallstelle zurück. Es sind zwei Leute, die verletzt sind. Sie lehnen an der Tunnelwand, sitzen also halb aufrecht. Ein junger Mann blinzelt mich an. „Geht es Ihnen gut?“, frage ich ihn. Er nickt, sagt aber nichts.
Soll ich jetzt weiterfahren?

An der Stelle wache ich auf. Und in dem Moment, wo ich diese Zeilen schreibe, fällt mir die szenische Parallele auf. Der Moment, wo der Autofahrer, die Verletzten von der Fahrbahn wegträgt, um selbst weiterfahren zu können, wirkt wie, wenn ein Autofahrer die sogenannten „Klimakleber“ von der Straße tragen will. Szenen, die man gerade öfter sieht…


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