RTelenovela

Rumstehen statt Geld einnehmen

Sonntag, den 20. Juli 2014
Tags: , ,

Die Sonne brennt, 32 Grad im Schatten. Klar, dass die Leute die Seen der Region bevölkern. Woanders hält man es bei der Hitze auch nicht aus. Auch am Bernsteinsee in Velten war am Sonnabend mal wieder die Hölle los – und der Parkplatz gesperrt, wegen Überfüllung. Ein freundlicher Herr winkte alle Autos weg.
Die Besucher hielt das aber nicht davon ab, trotzdem in die Fluten zu springen. Entlang der Chausee parkten viele Dutzend Wagen, und die Leute rieben sich die Augen, als sie danach über den Parkplatz zum Eingang liefen.

Nicht ein Platz war frei, nicht zwei und auch nicht drei. Ganze Flächen standen leer, gut und gerne 20 Autos hätzten noch auf den Platz fahren können.
Wer am Eingang, beim Bezahlen, dann mal nachfragte – immerhin standen dort ja drei Mitarbeiter der Betreiber -, bekam eine überraschende Antwort: Er wolle demnächst mal nachsehen, ob denn was frei sei. Das ist eine interessante Einstellung, wenn man bedebnkt, wie viele Einnahmen – pro Auto 2 Euro – verloren gehen, wenn irgendwann mal nachgesehen wird, wie es denn so aussieht auf dem Parkplatz. Aber vielleicht hatten die drei Aufpasser auch gerade etwas wichtiges zu besprechen und keine Zeit, ihren Job zu machen.

Immerhin bekamen die Parker an der Chaussee keine Knöllchen. Das wäre dann ja auch noch schöner gewesen…

RTelenovela

Vor 20 Jahren (103): So was wie ein Karrierestart

Freitag, den 20. Juni 2014
Tags: , , , ,

(102) -> 6.6.2014

Montag, 20. Juni 1994.
Dass ich “irgendwas mit Medien” machen will, war mir eigentlich schon lange klar. Schon 1988 begann ich, für den Privatgebrauch, an einer regelmäßigen Zeitung zu schreiben, und was in einer echten Redaktion so passiert, wollte ich schon immer mal wissen.

Am Ende der 9. Klasse stand dann das zweiwöchige Schülerpraktikum auf dem Plan, und ich durfte es bei der MAZ in Oranienburg machen. Die Redaktion war damals noch im Obergeschoss des damaligen Filmpalastes. Das Haus steht nicht mehr, es war aber dort, wo auch heute der neue Filmpalast steht.
Noch ziemlich schüchtern erschien ich an jenem 20. Juni 1994 in den Büroräumen. Die Technik war natürlich lange nicht so modern wie heute, an das Internet war nicht zu denken. Fotos, die in die Zeitung sollten, mussten im Original per Bote zur Hauptredaktion nach Potsdam geschickt werden. Das Seitenlayout entstand per Hand. 20 Jahre, und doch verschiedene Welten.

Noch nicht ganz 16-jährige Praktikanten in einer Redaktion sind oft keine leichte Sache. Was fängt man mit denen an? Man schickt sie mit Redakteuren auf Termine mit.
So war es bei mir auch. Mit Kollegin HB, die noch heute meine Kollegin ist, und dem inzwischen verstorbenen Fotografen FS ging es nach Velten zum Bernsteinsee. Um was genau es da ging, weiß ich nicht mehr. Aber es muss ein heißer Tag gewesen sein. Vermutlich eine der üblichen Sommerreportagen.

Mein (vermutlich) erster in der MAZ erschienener Text war ein Beitrag über einen Schachspieler, der irgendwas gewonnen hatte.
An meinem vierten Tag fuhr ich mit dem Fotografen zur Veltener Oberschule, wo “Tag der offenen Tür” war. Der Artikel erschien am Tag danach.

Ich bin übrigens bis heute wohl der einzige Praktikant der MAZ, der zwei Redaktionen erlebt hat. Während meiner zwei Wochen zog die Redaktion aus dem Filmpalast in die Mittelstraße. Der Eingang war dort, wo man heute zum China-Restaurant rein läuft.
Zwei Jahre danach zog die Redaktion nochmals um – in die heutigen Räume.

Ich gebe zu, damals war ich noch nicht so kommunaikativ. In den neuen Räumen saß ich lange alleine rum. Der Typ, einfach die anderen Redakteure anzuquatschen, war ich noch nicht. Nett waren sie aber alle. Ich war eher zurückhaltend, eigentlich ja nicht so gut, wenn man in diesen Job will.
Ich musste in der zweiten Woche beispielsweise einen Artikel über Hitzefrei an den Schulen schreiben.

Nach dem Praktikum passiere erst mal gar nichts. Erst 1997 stieg ich dann wieder ein, dann aber richtig, nach und nach.

RTelenovela

Wenn Wahlverlierer bockig sind

Mittwoch, den 28. Mai 2014
Tags: ,

Als Wahlverlierer durch die Stadt zu ziehen und die Plakate der Gegner zu klauen, ist schon zweifelhaft. Sich dabei von der Polizei erwischen zu lassen, ist bescheuert. Und dass die Presse davon Wind bekommt, das ist dann wohl Pech.

In Velten ist das so passiert. Dort hat bei der Wahl zum neuen Stadtparlament die Wählergruppe “Pro Velten” haushoch gewonnen. Das Besondere: Die Gruppe gibt es erst etwas mehr als ein Jahr – gegründet um gegen ein geplantes Einkaufszentrum zu protestieren.
Für die SPD, die bislang in Velten obenauf war, geriet die Wahl zum Debakel. Einer der SPD-Leute, der es dann doch nicht ins Stadtparlament geschafft hat, begann nach der Wahlparty in der Stadt, Plakate des “Pro Velten”-Gegners abzureißen, um sie mitzunehmen.

Doch dummerweise kam alles raus. Erst die Polizei, dann die Presse. Der SPD-Mann gestand gegenüber dem “Hennigsdorfer Generalanzeiger” seine Tat.
Seine Begründung: Kurzschlussreaktion. Frust.
Die Häme sei dem, ähm, Politiker nun jedenfalls gewiss. Und das auch völlig zurecht. Bei der Kommunalwahl in Oberhavel ist diese Geschichte jedenfalls die Peinlichkeit des Jahres.

RTelenovela

Mit Tatütata vor der Bahnschranke

Mittwoch, den 9. April 2014
Tags: ,

Was passiert eigentlich, wenn ein Krankenwagen im Notfalleinsatz auf einen geschlossenen Bahnübergang trifft? Ganz einfach – er muss mit Tatütata: warten.
So ist das neulich in Velten geschehen. Dort standen eines Tages sogar zwei Krankenwagen an der geschlossenen Schranke.
Und es dauerte und dauerte und dauerte. Im einen Notarztwagen lag jemand mit Verdacht auf Schlaganfall, im anderen eine Patientin, die aus noch ungeklärter Ursache sehr stark aus der Nase blutete.

Letzter kam direkt aus der Oranienburger Klinik und sollte von dort nach Hennigsdorf. Allerdings frage ich mich, warum dieser Transport ausgerechnet über Velten und über den Bahnübergang führen muss. Auf direktem Weg durch Hennigsdorf gibt es keine solche Barriere. Die Strecke ist vermutlich einen Tick weiter, und deshalb führen die Wege wohl durch Velten über die Landesstraße 20 – aber das ist ja eigentlich egal, wenn man stattdessen vor dem Veltener Bahnübergang warten muss.

aRTikel

Gedacht: Bernsteinsee – Trauriges Ende für die Strandpartys

Donnerstag, den 27. Februar 2014
Tags: ,

MAZ Oranienburg, 27.2.2014

Das war es dann wohl mit den großen Partys am Bernsteinsee. Die Veltener Stranddiskos gehören der Vergangenheit an. Das ist inzwischen die traurige Gewissheit. Aber auch, wie sich der Streit darum abspielte, ist nicht weniger als ein Trauerspiel.

Ganze dreimal im Jahr haben die Feiern stattgefunden. Wetterbedingt im Jahr 2013 sogar nur zweimal, aber immer gab es danach Zoff. Zu laut, zu dreckig, aber vor allem viel zu laut fanden einige Veltener die Veranstaltung. Angeblich sind Schallschutzauflagen und Uhrzeiten nicht beachtet worden. Der Organisator der Strandpartys – die Right Now Showproduktions GbR – bestreitet all diese Vorwürfe, und vermutlich liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen.
Es habe sich für die Stadt Velten finanziell nicht gelohnt, hieß es außerdem. Aber geht es bei diesen Partys tatsächlich nur darum, ob Velten daran verdient? Ist das einziger Sinn der Sache?
Verhandlungen haben offenbar nicht stattgefunden, stattdessen präsentierte Andreas Noack, der Aufsichtsratsvorsitzende der Veltener Stadtwerke, bereits ein neues Konzept: In Zukunft sollen Familienfeste am Bernsteinsee stattfinden.

Right Now startete unterdessen eine Onlinepetition. Leider sind allerdings nicht die Fans selbst draufgekommen. Der Stadtwerkechef sagte daraufhin ein geplantes Treffen zwischen ihm und dem Veranstalter ab. Ein zielführendes und ergebnisoffenes Gespräch sei nach der Petition nicht mehr möglich, so Noack in der Pressemitteilung. Was seltsam war, denn er hatte vorher sowieso klar gemacht, dass die Entscheidung durch dieses Gespräch nicht mehr geändert werde. Und ob ihn eine Onlinepetition umgestimmt hätte, sei mal dahingestellt.

Es macht den Eindruck, dass alle Seiten einfach nur ziemlich beleidigt sind. Verlierer dieses Streits und dieser Entscheidung sind ganz eindeutig die Fans der Strandpartys, und das sind die Jugendlichen aus der Region. Es ist ja nicht so, dass derartige Events hierzulande überall und ständig zu finden sind. Der Bedarf war da, um die 3000 Menschen kamen zu den Veltener Partys. Dass es angeblich nicht möglich sein soll, zwei- bis dreimal im Jahr auch mal ein wenig lauter zu werden, ist sehr schade. Die angedachten Familienfeste sind eine schöne Idee, aber sie ersetzen nicht diese Diskoabende und -nächte. Sie haben vermutlich eine ganz andere Zielgruppe.

aRTikel

Lara-Marie und Marc kommen groß raus

Donnerstag, den 23. Januar 2014
Tags: , , , ,

Zwei Kremmener Schüler üben schon für ihre Auftritte beim Karneval

MAZ Oranienburg, 23.1.2014

KREMMEN
Die Hebefigur sitzt schon ganz gut. Wenn Lara-Marie auf Marcs Schultern sitzt, dann fühlt sie sich sicher. Ein bisschen Zeit zum Üben haben sie aber noch, denn ihren nächsten großen Auftritt als Tanzpaar haben die beiden erst am 8. Februar.
Die 13-jährige Lara-Marie Volgnandt aus dem Ortsteil Amalienfelde und der ein Jahr ältere Marc Meißner aus Kremmen sind bei den großen Shows des Karneval-Clubs Kremmen (KCK) dabei und zeigen dort, was sie tänzerisch drauf haben. Es wird wohl ein volkstümlich-bayerisches Musikmedley werden, zu dem sie sich bewegen. „Ich werde wohl eine kurze Bayern-Lederhose tragen“, erzählt Marc. „Aber ich habe sie bisher noch nicht anprobiert“, ergänzt er und lächelt ein bisschen. Sonst trägt er so was nicht. „Aber für den Abend ist das okay.“

Seit dem vergangenen Jahr tanzen sie zusammen. „Wir haben für das 50. Jubiläum unseres Vereins ein Tanzpaar gesucht“, erzählt der KCK-Vorsitzende Reiko Meißner. Die Wahl fiel auf seinen Sohn sowie auf Lara-Marie. „Die beiden passen gut zusammen.“ Die beiden nicken zustimmend.
Marc hat schon mit fünf Jahren getanzt. „Das war auch hier, beim Karneval“, erinnert er sich. „Der Biene-Maja-Tanz.“ Das Faschings-Gen liegt offenbar in der Familie. „Ich mag vor allem, dass man ausgelassenen Spaß haben kann“, sagt Marc auf die Frage, was ihm am Karneval gefällt. „Man kann mal die Sau rauslassen. In der Schule ist immer alles recht streng, da wollen wir dann mal Spaß haben. Außerdem finde ich das Gefühl, auf der Bühne zu stehen, toll.“ Allerdings tanzt er ausschließlich beim Karneval. Er besucht momentan die 9. Klasse des Veltener Hedwig-Bollhagen-Gymnasiums. „Ansonsten habe ich nicht die Zeit dazu.“ Jeden Sonnabend kommt er für zwei Stunden zum Training in die Schulsporthalle – vor allem, um mit Lara-Marie zu üben.
Die 13-Jährige, die in die 8. Klasse der Kremmener Goethe-Oberschule geht, tanzt schon seit fünf Jahren. „Meine Freundin hat mich damals dazu gebracht“, erzählt sie. „Sie meinte, das sei ganz cool.“ Und das war es dann tatsächlich, denn Lara-Marie blieb am Ball. „Paartanz mache ich am liebsten“, erklärt sie.

Vertrauen ist dabei besonders wichtig. „Man ist ja recht nah beieinander“, sagt Marc. „Man hat viel Körperkontakt.“ Das sei am Anfang noch eine Überwindungsfrage gewesen. „Ich muss ja auch ab und zu fest zupacken“, sagt er lächelnd. „Nach drei oder vier Proben war das aber kein Problem mehr.“ Das Vertrauen untereinander sei sehr stark. „Das muss einfach da sein“, so Marc. Ein paar Stürze bei den Hebefiguren gab es aber schon mal. „Ich saß bei ihm auf der Schulter, und wir haben uns irgendwie verhakelt, da bin ich runtergeflogen“, erinnert sich Lara-Marie. „Das tat mir sehr leid, denn das wollte ich nicht“, ergänzt ihr Tanzpartner. „Ich muss sie festhalten.“ Vor dem Auftritt am 8. Februar sind sie sehr aufgeregt. „Wir sind schon ein wenig nervös“, gesteht Marc. Bis Aschermittwoch sind sie tanzend unterwegs, dann ist erst mal Schluss. „Erst im Herbst geht es weiter“, sagt Marc.
Dann bleibt auch Zeit für andere Hobbys. Marc näht zu Hause gern Klamotten, möchte später gern Designer werden. Lara-Marie kümmert sich in Beetz um ihr Pflegepferd.

aRTikel

Ein paar kritische Fragen, und das Eis war gebrochen

Donnerstag, den 10. Oktober 2013
Tags: , , , , ,

Vivien Genzow (20) hat ein Berufsziel: Mit Jugendlichen arbeiten – in Bärenklau übt sie schon mal

MAZ Oranienburg, 10.10.2013

BÄRENKLAU
Vivien Genzow kümmert sich nicht um die Jugendlichen in Bärenklau, sondern die kümmern sich auch mal um ihre Betreuerin. Als die 20-Jährige vor kurzem sehr erkältet war, bekam sie von den Jungs Tee. „Das fand ich sehr nett“, sagt sie und lächelt. Seit Anfang August absolviert die Veltenerin ein Praktikum bei der Jugendarbeit Oberkrämer und ist für den Klub in der Alten Remonteschule in Bärenklau zuständig. Sie macht eine Ausbildung zur Erzieherin bei der Agus-Gadat-Bildungsgruppe in Neuruppin. Die Arbeit mit Kindern ist ihr wichtig. „Sie erfüllt mein Leben“, sagt Vivien Genzow. Besonders merkt sie das, seit sie vor drei Jahren noch eine kleine Schwester bekommen hat.
Geprägt hat sie auch die Zeit an der Regine-Hildebrandt-Gesamtschule in Birkenwerder. „Das soziale Miteinander, auch mit behinderten Mitschülern, hat auf mich eingewirkt.“ In Oranienburg machte sie später noch ein Wirtschaftsfachabitur.

Mal sind es an einem Tag fünf Leute, mal 15, die in den Bärenklauer Klub kommen. „Die Tendenz ist steigend“, sagt Vivien. Es spricht sich langsam rum, dass dort was los ist. Mundpropaganda ist in dem kleinen 1200-Seelen-Dorf das A und O.
Mittags gegen 13 Uhr öffnet sie die Tür. „Wir gucken dann immer, was wir denn zu Essen da haben.“ Entweder liegt noch was im Kühlschrank, oder die Jugendlichen bringen was von zu Hause mit. Gern unternehmen sie alle gemeinsam eine kulinarische Weltreise, und die funktioniert so: Blind zeigen sie auf dem Globus auf ein Land und überlegen dann, was dazu typisch gekocht werden könnte. Neulich stand die Türkei auf dem Plan. Es gab Börek, Hackfleisch im Teigmantel. „Das Schöne war, dass wir dann nicht nur türkisch gegessen, sondern uns auch mit dem Land befasst haben“, erzählt Vivien Genzow. „Das war für alle sehr lehrreich.“

Die Jugendklubgänger in Bärenklau haben ihre neue Betreuerin recht schnell angenommen. „Mir war klar, dass ich auf sie zugehen muss“, sagt Vivien. „Ich habe ihnen dann auch erst mal meinen Lebenslauf erzählt.“ Es kamen Fragen wie „Warum bis du hier? Und wie lange?“ Das Eis war bald gebrochen. „Das hat vielleicht drei bis vier Tage gedauert.“ Allerdings geht das auf dem Dorf auch schneller als in der Stadt, findet die Veltenerin. „Auf dem Dorf sind die Freundschaften viel enger, da kennt jeder jeden. Wir als Sozialarbeiter kennen eigentlich auch immer die Eltern der Jugendlichen.“ Das sei in der Stadt anders. Aber auf jeden Fall möchte sie später ein weiteres Praktikum in der städtischen Jugendarbeit absolvieren.
Für die Klubgänger ist der Treffpunkt im Dorf sehr wichtig. „Sie sind mal weg von den Eltern, sie wollen auch mal ihre Ruhe haben“, sagt Vivien Genzow. Im Klub bekommen sie die. Wobei Ruhe natürlich relativ ist: An den Spielkonsolen geht es schon mal hoch her. Inzwischen ist die Küche neu gemalert. „Wir haben uns für ein freundliches Grün entschieden.“ Und auch die gerade vergangenen Bundestagswahlen haben im Jugendklub eine große Rolle gespielt. „Bei uns fanden die U-18- Wahlen statt, und deshalb haben wir recht ausführlich darüber gesprochen.“ Es gab Momente, bei denen sich rund um den Computer kleine Grüppchen bildeten, um im Internet in Wahlprogrammen der Parteien zu stöbern.

Es läuft also alles gut in Bärenklau, und doch gibt es einen Wermutstropfen: Die Jugendlichen müssen Ende November schon wieder Abschied nehmen. Denn dann beginnt für Vivien die nächste Theoriezeit an der Neuruppiner Schule. „Ich weiß jetzt schon, dass ich die Zeit hier vermissen werde“, sagt sie. „Toll ist die Förderung, die ich hier bekomme.“ Sie darf an Seminaren und Veranstaltungen der Jugendarbeit teilnehmen. Genau das ist auch das Ziel von Marlies Arian, die für die Jugendkoordination in Oberkrämer zuständig ist. „Ein breites Spektrum ist wichtig.“ Deshalb gehört zum Praktikum auch mehr als die Betreuung im Klub. Beim Landeserntefest in Kremmen bauten Jugendliche aus Oberkrämer am Jugenddorf im Scheunenviertel mit. Das Mühlenfest in Vehlefanz ist ebenfalls von ihnen begleitet worden. Jetzt, in den Herbstferien, findet das zentrale Programm im Vehlefanzer Klub statt.

Wenn Vivien Genzow ihre Ausbildung in Neuruppin abgeschlossen hat, dann möchte sie am liebsten für ein Jahr in die USA gehen und als Aupair arbeiten. Und wie sieht es in fünf Jahren aus, was macht sie daann? Sie muss nicht lange überlegen: „Da bin ich mittenmang unter Jugendlichen.“ Was genau sie dann beruflich mit jungen Leute machen möchte, das lässt sie aber noch offen.

*
Der Jugendklub in Bärenklau befindet sich in der alten Remonteschule im Dorfzentrum. Geöffnet ist nach den Herbstferien wieder montags bis freitags von 13 bis 20 Uhr.