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Sonntag, den 10. Mai 2015
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Manche Leute denken einfach an alles. Am Bahnhof in Velten war heute Richtfest. Bäckermeister Karl-Dietmar Plentz lässt dort das alte Bahnhofsgebäude umbauen. Es soll dann mit dem neuen Café ein Treffpunkt für die Veltener werden.

Ein Programmpunkt des Richtfestes ist natürlich der Richtspruch auf dem Dach und das Einschlagen von Nägeln. Soll Glück bringen.
Und damit die Presse davon gute Fotos machen konnte, ließ der Bauherr dafür einen kleinen Kran mit einer Hebebühne kommen.
Also schwebten wir zu viert immer weiter nach oben. Hoch über den Bäumen des Bahnhofsvorplatzes, hoch über den Menschen, aber das Dach genau vor der Fotolinse, konnten wir fotografieren, was zu fotografieren war.
Tolle Sache, obwohl mir so was auch immer ein bisschen peinlich ist, so eine Extrawurst zu bekommen.
Zum Glück waren wir alle da oben schwindelfrei!

aRTikel

Die schärfsten Schlitten vor der Linse

Montag, den 23. März 2015
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Jenny Crämer (25) aus Velten setzt Autos für ihre Bilder in Szene

MAZ Oranienburg, 23.3.2015

VELTEN
Eine besondere Lackierung. Auffällige Felgen. Spezielle Teile. Jenny Crämer hat den speziellen Blick für Autos – um sie für ihre Fotos in Szene zu setzen.
Seit Oktober 2013 betreibt die 25-Jährige aus Velten ihre Facebookseite „J.C. Photographixxx“, bis heute hat sie schon fast 10 000 Fans im sozialen Netzwerk. „Und das aus reinem Herzblut, es ist mein Hobby“, sagt sie. Jenny verdient damit kein Geld, und will es auch nicht. Vorerst.

Aber inzwischen kommen nicht nur Freunde zu ihr. Auch Fans der Seite und manchmal auch Unternehmen kontaktieren sie, damit sie Autos fotografieren kann. „Die meisten Leute stecken viel Herzblut in ihr Auto“, sagt sie. „Das versuche ich, für die Fotos umzusetzen.“ Die passende Location ist dabei immer besonders wichtig. Der Hafen ist Velten bietet eine gute Kulisse, aber auch in Neuruppin war sie schon unterwegs, bei Oldtimerschauen in Paaren im Glien oder in Marwitz – eigentlich überall in der Region.
Der richtige Winkel, die perfekte Sonneneinstrahlung, ein schöner Hintergrund. Und natürlich auch Details. Darauf kommt es ihr besonders an.

Ab April hat sie regelmäßig Shootings. „Meistens am Wochenende“, erzählt Jenny. Eigentlich ist sie gelernte Bäckerin, momentan stehen aber ihre beiden Kinder ganz oben auf der Tagesordnung. Zu ihrem Hobby kam sie gewissermaßen schleichend. „Ich bin seit 2008 regelmäßig auf Tuningtreffen dabei“, erzählt sie. Dort hat sie oft Bilder gemacht – zunächst für sich. Sie postete sie später auch auf Facebook. „Irgendwann haben sich dann Leute bei mir gemeldet, sie wollten von mir ihre Autos fotografiert haben.“
Audi und VW sind ihre Lieblingsmarken, sie fotografiert aber natürlich alle Marken. „Das gibt es keine No-gos“, sagt sie und lächelt. „Das ist ja eh immer eine Sache des Geschmacks.“
Ihr Traum ist es, Fotos in renommierten Autozeitschriften gedruckt zu sehen. Im Berliner Turbozentrum hängt allerdings schon jetzt ein Foto von ihr. „Da ist man dann schon stolz.“ Ob sie aus ihrem Hobby doch auch mal einen richtigen Beruf macht – da hadert sie mit sich. „Ja, das Potenzial wäre da“, gibt sie zu. Aber noch traue sie sich nicht. Noch!

Internet: Die Fotos auf Facebook: „JC-Photographixxx“

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Veltener Nachtflohmarkt

Freitag, den 13. März 2015
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An der Landesstraße 20 scheint ein neuer Nachtflohmarkt eröffnet worden sein. Gleich an zwei Stellen stehen ganze Berge von Möbeln an der Straße.
Offenbar Sperrmüll.

Die Auswahl ist groß. Schränke, Stühle, Sessel noch noch mehr Holzplatten. Alles steht da frei rum. Am Morgen wird die Müllabfuhr den Kram abholen. Das heißt: Was dann davon noch da ist.
Denn an beiden Sperrmüllstellen wuseln die Menschen herum. Sie wollen was abstauben, sie wollen stöbern, vielleicht lässt sich ja noch was gebrauchen. Obwohl das eigentlich als Diebstahl durchgehen müsste.
Interessanterweise standen an beiden Stellen auch weiße Lieferwagen aus Polen. Die müssen das gespürt haben, dass in Velten heute Nacht was zu holen ist…

aRTikel

Mit mehr Sport ins neue Jahr

Mittwoch, den 7. Januar 2015
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Fitnessstudios haben nach den Feiertagen höheren Zulauf. Vehlefanzerin trainiert seit sieben Jahren.

MAZ Oranienburg, 7.1.2015

OBERHAVEL
Die Fitnessstudios in Oberhavel erleben in den ersten Tagen des neuen Jahres wieder einen spürbar größeren Zulauf. „In den Abendzeiten ist das Gedränge jetzt schon mal größer“, sagt Daniel Böhlke vom Fitnessclub Velten. Der Jahreswechsel ist für viele Leute der Anlass für gute Vorsätze. Dazu gehört auch das Fitnesstraining. „Zu Weihnachten sind sehr viele Gutscheine verschenkt worden“, so Daniel Böhlke weiter. „Gesundheit zu verschenken ist auch sehr sinnvoll. Auch wenn die, die den Gutschein vergeben haben, manchmal hinterher sein müssen, dass sie auch wirklich eingelöst werden.“

Auch das „Fit-Inn“ im Oranienburger Filmpalast hat in diesen Tagen einen größeren Kundenzulauf. „Nach unserem Tag der offenen Tür in der vergangenen Woche sind einige Probetrainings bei uns vorgemerkt“, sagt Studioleiterin Maike Erdmann.

Karin Laus aus Vehlefanz braucht keine guten Vorsätze für ihr Sporttraining. Seit Februar 2008 besucht sie zweimal pro Woche das Fitnessstudio im Gebäude der Physiotherapie, Am Anger in Vehlefanz. Jeden Montag und Freitag ist sie da. „Damals habe ich mir gesagt, ich muss was für mich selbst tun“, sagt die 65-Jährige. „Ich wollte, wenn ich Treppen steige, nicht mehr so kurzatmig sein.“
Anderthalb Stunden nimmt sie sich jeweils Zeit für ihre Übungen. Selbst als sie mal eine Verletzung hatte, wollte sie nicht darauf verzichten. „Ich habe da nur die Übungen gemacht, die noch gingen“, so Karin Laus. „Ich merke, dass mir das guttut.“ Nicht nur sie, auch ihr Mann: „Er sagt, dass ich ihm ständig wegrenne.“
Über Weihnachten und Silvester hat die Vehlefanzerin dann aber doch eine Pause eingelegt. „Eine Woche geht das schon mal“, sagt sie und schmunzelt. „Aber ich habe zu Hause auch einen Hometrainer.“ Ganz ohne Sport geht es also dort auch nicht.
Kürzlich feierte sie ihr 555.Training in Vehlefanz. „Wir führen ein Trainingstagebuch, deshalb konnten wir das Jubiläum zahlenmäßig nachvollziehen“, sagt Trainerin Zora Müller-Fabian. Aus Anlass dieser „Schnapszahl“ hat Karin Laus einen ausgegeben. „Das kommt noch hinzu: Das Studio hier in Vehlefanz ist ziemlich klein, und damit herrscht eine recht familiäre Atmosphäre.“

Das ist ein wichtiger Punkt, den alle Fitnessstudiobetreiber nennen, wenn es darum geht, immer wieder konsequent zum Training zu gehen und es nicht abzubrechen. „Es ist definitiv besser, nicht alleine zu kommen“, sagt Daniel Böhlke vom Veltener Fitnessclub. „Wenn man einen Partner dabei hat, ist die Motivation eine ganz andere.“ Selbst wenn der eine mal keine Lust haben sollte, kann der andere ihn dann doch mitschleifen.

In diesem Zusammenhang sind auch die Gruppenkurse immer beliebter. „Wir bieten inzwischen auch ein Gerätetraining in der Gruppe an“, so Böhlke. „Da stehen zehn Geräte im Kreis, und jeder kann sich abwechseln.“ Auch Zora Müller-Fabian bietet in Vehlefanz solche Trainings an. „Wer neu zu uns kommt, bekommt sowieso ein Probetraining“, erklärt sie. In den Anfangsgesprächen werde geklärt, worauf das Training zielen soll und welche Erkrankungen vorliegen. Auch in Velten und Oranienburg ist das so.

Ob der Zulauf nach Neujahr anhalten wird, zeigt sich in den kommenden Wochen. „Vergangenes Jahr sind die meisten dabei geblieben“, sagt Maike Erdmann vom Oranienburger „Fit-Inn“. „Wir sind gespannt, wie es 2015 läuft.“

aRTikel

Keiner wird gewinnen

Mittwoch, den 24. September 2014
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Das Comedyduo Emmi und Herr Willnowsky tritt viermal im ausverkauften Theater in Kremmen auf

MAZ Oranienburg, 24.9.2014

KREMMEN
Fast wären Emmi und Herr Willnowsky am Montag nicht pünktlich in Kremmen angekommen. Irgendwo bei Velten stoppte der Zug aus Berlin und fuhr plötzlich wieder zurück. Das Comedyduo musste in Hennigsdorf abgeholt werden.
Viermal präsentieren die beiden im Theater „Tiefste Provinz“ ihr neues Programm „Keiner wird gewinnen“, und viermal ist es ausverkauft. Heute und morgen Abend stehen sie erneut auf der Bühne, um sich gegenseitig mehr oder weniger liebgemeinte Unverschämtheiten um die Ohren zu hauen. „Das Liebesleben von Kuschelmäuschen und mir ist nicht zum Besten bestellt“, sagt sie, woraufhin er sagt: „Sie ist zu dick!“ Willnowsky über seine Frau: „Meine Frau hört nachts Stimmen aus dem Kühlschrank. Vom Käse, von der Wurst und vom Kuchen. Nur der Salat sagt nie etwas.“

Mehr als zwei Stunden werfen sich die beiden die verbalen Bälle zu, wobei Willnowsky die eher derben Späße von sich gibt, während Emmi versucht, die Contenance zu halten – was ihr nicht immer gelingt.
Zwischendurch suchen sie für den Theaterleiter eine „Tagesabschlussgefährtin“ und fragen Tina aus Schwante in dem Zusammenhang, ob sie Single ist und ein Eigenheim besitzt. Das Publikum wird die ganze Zeit über liebevoll ins Programm integriert – und wenn mal ein Zuschauer aufs Klo muss, dann warten Emmi und Herr Willnowsky schon mal auf der Bühne, bis sie weitermachen können und der Klogänger mit Szenenapplaus zurückgegrüßt wird.

„Das Schöne in Kremmen ist, dass hier eine besonders angenehme Atmosphäre herrscht“, sagte Christoph Dompke, alias Emmi, am Montagabend nach der Kremmener Premiere. „Die Brandenburger haben einen guten Humor“, ergänzte Christian Willner, alias Valentin Willnowsky. „Da gibt es kaum Berührungsängste, auch bei derben Pointen, das ist toll.“
Seit 18 Jahren sind die beiden als Emmi und Herr Willnowsky unterwegs. Etwa 20 Minuten vor dem Auftritt geschieht die Verwandlung von Herrn Dompke in Frau Emmi. „Das Make-up ist ja relativ einfach.“
Ihr Programm bietet mit Absicht viel Raum für Improvisation. „Die Reihenfolge der Lieder steht fest, die Gags dazwischen sind variabel“, so Dompke. Kein Abend gleicht also dem anderen.

aRTikel

Für Heimweh blieb gar keine Zeit

Donnerstag, den 4. September 2014
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Lasse Gawande (16) aus Velten reiste sechs Wochen auf einem Schiff

MAZ Oranienburg, 4.9.2014

VELTEN
Sechs Wochen auf hoher See. Da bekommt jeder erst mal Muffensausen: Was mache ich denn da so lange? Lasse Gawande (16) aus Velten ist in seinen Sommerferien ganz und gar nicht langweilig geworden – trotz oder eher gerade wegen der sechs Wochen auf hoher See. Lasse war mit dem Containerschiff „Düsseldorf-Express“ unterwegs nach Nordamerika.

Der Verband der deutschen Reeder bietet ein Ferienfahrerprogramm an. Schüler ab 16 Jahren bekommen die Möglichkeit, den Alltag an Bord kennenzulernen – und natürlich dort auch zu arbeiten. Für Lasse war und ist das ein echter Traum. „Wir sind oft in Travemünde an der Ostsee“, erzählt er. „Da habe ich schon oft die großen Fähren vorbeifahren sehen.“ Es ist sein Berufswunsch, auf einem Schiff zu arbeiten, am liebsten später mal als Kapitän. „Mein Opa ist auch zur See gefahren.“ Die sechs Wochen im Sommer waren für ihn gewissermaßen die Probezeit. Zum Beispiel der Wellengang: Wie übersteht er größere Stürme auf dem Meer? Zumindest diese Frage blieb unbeantwortet: Auf seiner Fahrt herrschte meistens Windstille.

Die Reise startete in Bremerhaven und führte über Frankreich nach Veracruz in Mexiko, weiter nach Houston, New Orleans und Charleston. Dann über den Ozean zurück nach Southampton, Antwerpen und nach Bremerhaven.
„Der erste Tag war noch ein bisschen stressig“, erzählt Lasse. Da musste vor allem noch der Proviant einsortiert werden. Die Uhr, das hat er bald gemerkt, war an Bord sehr wichtig. „Ich trage sonst nie eine Armbanduhr“, so der Veltener. Für ihn gab es um 7.30 Uhr Frühstück, um 8 Uhr begann die Arbeit an Bord. „Ich musste zum Beispiel zweimal am Tag die Temperatur der Kühlcontainer ablesen.“ Auch hat er an der Maschine gearbeitet, den Verdampfer entrostet oder die Fahrstuhltüren geputzt. Außerdem musste der junge Seemann ein Rettungsmänover fotografieren. Zu seinen Aufgaben gehörte es auch, die Seekarten zu aktualisieren. „In der Nordsee gibt es immer wieder neue Windparks, die müssen eingezeichnet werden.“ Viele der Arbeiten waren mit Dreck verbunden. „Ich fand das aber nicht so schlimm.“ Der Großteil seiner Arbeiten haben ihm großen Spaß gemacht, wie er erzählt.
Um 10 Uhr stand die erste Pause auf dem Programm: Tee trinken. Zwischen 12 und 13 Uhr gab es das Mittagessen. „Wir hatten sehr strenge Essenszeiten“, so der 16-Jährige. „Aber ohne diese Ordnung geht es nicht.“ Sein Arbeitstag dauerte bis 15.30 Uhr, der Rest der 24-köpfigen Crew hatte zwei Stunden länger zu tun. „Abends war ich meist auf der Brücke, ich musste auch ein Logbuch führen.“ Ein Teil der Besatzung traf sich abends an der Bar, zu erzählen oder zu feiern gab es immer etwas.
Sonntags war Kirche. Allerdings hat das vormittägliche Zusammentreffen an der Bar mit der Kirche an sich nichts zu tun. „Das heißt nur so und ich weiß gar nicht, warum“, sagt Lasse und lächelt.

Heimweh? „Dafür hatte ich gar keine Zeit.“ Lasse Gawande grinst ein wenig. Denn Landgänge hatte er natürlich auch noch. „Unser Kapitän hat einen Besuch im Houston-Space-Center organisiert.“ Die mexikanische Stadt Veracruz fand er am besten. „Das Lebensgefühl dort ist ein ganz anderes.“
Inzwischen hat die Schule wieder begonnen, nächstes Jahr will er am Hedwig-Bollhagen-Gymnasium sein Abitur machen, dann möchte er eine Ausbildung zum nautischen Offiziersassistenten beginnen. In einigen Jahren ist er dann vielleicht schon „Kapitän Gawande“.

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Rumstehen statt Geld einnehmen

Sonntag, den 20. Juli 2014
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Die Sonne brennt, 32 Grad im Schatten. Klar, dass die Leute die Seen der Region bevölkern. Woanders hält man es bei der Hitze auch nicht aus. Auch am Bernsteinsee in Velten war am Sonnabend mal wieder die Hölle los – und der Parkplatz gesperrt, wegen Überfüllung. Ein freundlicher Herr winkte alle Autos weg.
Die Besucher hielt das aber nicht davon ab, trotzdem in die Fluten zu springen. Entlang der Chausee parkten viele Dutzend Wagen, und die Leute rieben sich die Augen, als sie danach über den Parkplatz zum Eingang liefen.

Nicht ein Platz war frei, nicht zwei und auch nicht drei. Ganze Flächen standen leer, gut und gerne 20 Autos hätzten noch auf den Platz fahren können.
Wer am Eingang, beim Bezahlen, dann mal nachfragte – immerhin standen dort ja drei Mitarbeiter der Betreiber -, bekam eine überraschende Antwort: Er wolle demnächst mal nachsehen, ob denn was frei sei. Das ist eine interessante Einstellung, wenn man bedebnkt, wie viele Einnahmen – pro Auto 2 Euro – verloren gehen, wenn irgendwann mal nachgesehen wird, wie es denn so aussieht auf dem Parkplatz. Aber vielleicht hatten die drei Aufpasser auch gerade etwas wichtiges zu besprechen und keine Zeit, ihren Job zu machen.

Immerhin bekamen die Parker an der Chaussee keine Knöllchen. Das wäre dann ja auch noch schöner gewesen…