RTelenovela

Wütend, so wahnsinnig wütend!!!

Freitag, den 28. Oktober 2016
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Ein bisschen habe ich mich ja erschrocken, als ich am Donnerstagabend durch Velten fuhr. Da blickte mich doch glatt ein sehr wütendes, tiefrotes Smiley an. Obwohl: Kann man bei einem so wutverzerrten Gesicht noch von einem Smiley sprechen?
Was war passiert? Ja, okay, ich war ein wenig zu schnell unterwegs. Über dem unfassbar wütenden Gesichtsbildchen stand auch, wie schnell ich den durch Veltens City donnerte: Mit Tempo 54.

Vier Kilometer pro Stunde zu schnell! Vier!! Da wäre ich vermutlich noch nicht mal geblitzt worden. Für das Veltener Geschwindigkeitsanzeiger-Smiley war das dennoch kein Grund, wenigstens nur ein wenig skeptisch zu gucken. Oder irgendwie neutral. Nein, mir schlug die blanke Wut entgegen.
Ich werde das nächste Mal ausprobieren, was passiert, wenn ich das Auto an dem Ding vorbeischiebe. Vielleicht bekomme ich dann einen kleinen Lächler.

aRTikel

Man darf sich nicht runterziehen lassen

Samstag, den 21. November 2015
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Sänger Patrick Lindner über seinen Auftritt in Velten und Unterhaltung in Zeiten schlechter Nachrichten

MAZ Oberhavel, 21.11.2015

VELTEN
Mit „Sternstunden zur Weihnachtszeit“ kommt der Volksmusikstar Patrick Lindner am Sonntag, 20. Dezember, nach Velten. Seit einem Vierteljahrhundert steht der 55-jährige gebürtige Münchner auf den Bühnen dieses Landes. Vor dem Konzert in Ofenstadthalle erwischte ihn die MAZ schon mal vorab am Telefon.

Was erwartet die Zuschauer in Velten?
Patrick Lindner: Wir haben ein wunderschönes Weihnachtsprogramm. Im ersten Teil ist es noch nicht ganz so weihnachtlich. Jeder von uns hat so seine Hits dabei, auch aus den aktuellen Alben werden wir etwas spielen. Der zweite Teil wird dann aber absolut weihnachtlich, da wollen wir dann das Publikum auf das Fest einstimmen. Wir sind ja auch wirklich ganz kurz vor Weihnachten in Velten.

Wer ist denn alles mit dabei?
Lindner: Angela Wiedl ist dabei, die Schäfer und außerdem Judith und Mel.

Wenn man in eine Stadt wie nach Velten kommt, hat man vorher noch Zeit, sich dort umzusehen
Lindner: Kommt drauf an. Wir sind ja nicht das erste Mal in Velten. Es ergibt sich manchmal, dass wir noch Zeit haben, uns umzuschauen. Zum Beispiel auf den Weihnachtsmarkt zu gehen. Es kommt aber auch öfter vor, dass wir durch Termine eingespannt sind und gar nicht dazu kommen.

Kennen Sie die Region?
Lindner: Ich war schon öfter dort, es ist immer wunderschön. Es ist auch immer wieder nett, wenn Publikum kommt, das schon mal da war. Da freue ich mich.

Wer kommt denn so in Ihre Shows?
Lindner: Das ist ziemlich gemischt. Zu den Weihnachtsprogramm kommen eher viele ältere Menschen, da sind keine Teenies oder so. Aber durchaus Leute ab 40 aufwärts.

Würden Sie sich denn mehr Teenies wünschen?
Lindner: Der Schlager spricht ja im Moment tatsächlich auch viele junge Menschen an, durch Interpreten wie Andrea Berg oder Helene Fischer. Aber mit unserer Programmform sprechen wir auch nicht so sehr das ganz junge Publikum an.

Wie nah kann Ihnen denn das Veltener Publikum kommen?
Lindner: Es gibt öfter mal ein Meet and Greet, wo man sich vorher trifft. In der Pause geben wir aber auch immer Autogramme, da wird dann auch mal ein persönlicher Satz gewechselt. Es ist mir ganz wichtig, dass man Kontakt zum Publikum hat.

Könnte man denn spontan das Programm ändern, wenn irgendwas Unvorhergesehenes passiert?
Lindner: Vom Programm her sind die Lieder reininstalliert, manchmal kann man aber natürlich auch spontan auf etwas eingehen. Davon leben wir ja auch auf der Bühne. Ich bin sehr froh, wenn sich so was ergibt, das macht es ja auch lebendiger. Ansonsten gibt es aber einen roten Faden im Programm.

Singen Sie live?
Lindner: Die Musik kommt vom Band, wir singen aber alle live. Das hat sich in den letzten Jahren so eingespielt. Wir setzen aber auch auf ein schönes Bühnenbild. Es ist wichtig, dass die Optik stimmt.

Nach so einer Show während der Tour, sitzt man da noch zusammen oder will man auch mal alleine sein.
Lindner: Ja, doch. Wir sind eigentlich immer ganz gesellig. Allerdings reisen wir ja immer mit eigenen Pkws, um ein bisschen unabhängig zu sein. Jeder hat zwischenzeitlich auch mal andere Termine. Aber wir sind oft zusammen, das ist eine schöne Zeit für uns. Wie eine Zirkusfamilie.

Im Fernsehen ist der volkstümliche Schlager kaum noch präsent.
Lindner: Leider Gottes ist das so. Wenn wir unterwegs sind, fragen uns die Leute scharenweise ,Bitte, bitte, warum gibt es diese Sendung auch nicht mehr?’ Es hat ein Generationswechsel stattgefunden in den oberen Etagen der Sender, wo man sich nicht unbedingt mit unserer Musik identifizieren kann. Aber Gott sei Dank gibt es noch einen Sender wie den MDR, der doch daran festhält.

Brauchen Sie eine bessere Lobby?
Lindner: Eigentlich ist der Schlager ja wieder total angesagt. Ein großer Teil des Publikums ist trotzdem traurig, dass es solche Sendungen kaum noch gibt.

Kann es sein, dass es volkstümlichen Schlager in 30, 40 Jahren gar nicht mehr gibt?
Lindner: Nee, das glaube ich nicht. Das glaube ich auf gar keinen Fall. Es sind Lieder, die von Generation zu Generation weitergegeben wird. Es gibt da Schwankungen. In den 80ern ist der volkstümliche Schlager großgeworden, und der wird auch immer irgendwie da sein.

In Zeiten des Terrors – macht es da noch Spaß?
Lindner: Es wird ja bei unserer Musik immer von der heilen Welt gesprochen. Wir wissen, unser Publikum möchte für ein paar Stunden abschalten. Also keinen Terror, Krieg oder Tod. Sie wollen sich musikalische in einer andere Welt träumen.

Die aktuelle Nachrichtenlage – hat die Einfluss auf die Shows?
Lindner: Dazu sind wir hochprofessionell, man darf sich da auch nicht runterziehen lassen. Während unseres Programms werden wir nicht politisch, wir sind ja in der Unterhaltung tätig. Es ist das, was uns am meisten Spaß macht, deshalb fällt uns das nicht schwer.

Was machen Sie Weihnachten?
Lindner: Da bin ich zu Hause, wie fast alle anderen Menschen auch. Nach vier Wochen auf Tour ist man froh, wieder zu Hause zu tun und wirklich keine Termine zu haben. Diese Zeit genieße ich unglaublich.

aRTikel

Das Märchen von den Jahresendfiguren

Dienstag, den 29. September 2015
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25 Jahre nach der deutschen Einheit unterhalten sich ein Schüler und ein Rentner über die untergegangene DDR

MAZ Oberhavel, 29.9.2015

OBERHAVEL
Osten und Westen. Die ehemalige DDR und die alte Bundesrepublik. Spielt das 25 Jahre nach der deutschen Einheit immer noch eine Rolle? Wir haben Dieter Broja (77) aus Oranienburg und Ole Gawande (16) aus Velten an einen Tisch gebeten. Der eine hat in der DDR gelebt und gewirkt, der andere kennt sie nur aus Erzählungen.

MAZ: Ole, was fällt dir zur DDR ein?
Ole Gawande: Auf jeden Fall die Mauer. Und die Stasi. In der Schule wird das alles behandelt. Die politischen Sachen und der Alltag in der DDR. Wenn man einfach immer nur „ja“ gesagt hat, dann hat man ein ruhiges Leben gehabt. Und, dass es bestimmte Obstsorten gab.
Dieter Broja: Die Versorgungslage spielte eine große Rolle, ja. Ein Engpass jagte den nächsten. Das war alles sehr bescheiden. Hier, im Berliner Randgebiet, hatten wir ja noch Glück. Es gab immer Kohl und Äpfel, aber alles, was die Südfrüchte anging, war schwierig.

Fragen Ihre Enkelkinder nach der DDR?
Broja: Regelmäßig. Sie wollen wissen, wie das so war. Auch über politische Zwänge. Wobei ich mit der Stasi nur dienstlich zu tun hatte.
Ole: Was heißt nur dienstlich?
Broja: Nach der 10. Klasse bewarben sich die Schüler um einen Beruf. Und wenn Nachfragen nötig waren, dann war es üblich, dass in der Schule ein Mann auftauchte und mich, den stellvertretenden Schulleiter, sprechen wollte. Man war verpflichtet, Auskunft zu geben.

Hat man damit auch einem Schüler mal geschadet?
Broja: Nein. Falls die Gefahr bestanden hatte, hätte ich das dann so nicht beantwortet. Ich habe es vermieden, Negativmeinungen über die Person abzugeben.
Ole: Mich interessiert, was wirklich passiert ist. Es gibt Leute, die sagen, die DDR war schön, und mit der Wende ging’s bergab. Andere sagen: Zum Glück war es zu Ende, weil sie abgehört und fertig gemacht wurden. Ist das wirklich passiert?
Broja: Ich hatte keine Probleme mit der Stasi, ich habe aber versucht, solche Probleme erst gar nicht aufkommen zu lassen. Klar, wer in die Schlusslinie gerät, kam so schnell nicht mehr raus. Eine Lehrerkollegin stellte mal einen Ausreiseantrag. Da kommt dann jemand in die Schule und sagt: Ab morgen steht die Kollegin nicht mehr zur Verfügung. Hätten wir was dagegen gesagt, wären wir auch in die Schusslinie geraten.
Ole: Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es ist, so beobachtet zu werden.
Broja: Manchmal ging das so schnell, dass man das gar nicht mitbekommen hat. Das Problem der nicht vorhandenen Meinungsfreiheit spielte schon eine zentrale Rolle. Eigentlich konnte man schon sagen, was man wollte, aber Äußerungen, die bestimmte Sachen kritisierten, waren eben schwierig.
Ole: Könnte ich nicht. Wenn es was ist, was begründet nicht so läuft wie es laufen müsste, dann würde ich meine Meinung sagen, auch wenn es Folgen hat.
Broja: Überall stand groß das Wort „Solidarität“ – nur nicht mit jemandem, der ein politischer Gegner des Staates war.

Warum war der Staat so hart?
Broja: Die Diktatur des Proletariats. Was offiziell gesagt wurde, war richtig. So hieß es.

Spielt denn Ost-West noch eine Rolle?
Ole: Wir leben ja im alten Ostgebiet, damit ist es bei vielen Menschen noch ein Thema. Mich stört die Unterteilung in Ossi und Wessi. Manchmal heißt es, meine Eltern kommen aus dem Westen, also hätten sie keine Ahnung. Das sind Sachen, die kriegt man schon manchmal noch zu hören. In der Klasse ist es eher weniger ein Thema.
Broja: Ich hatte am Anfang Probleme damit, dass wir Beitrittsgebiet wurden. Firmen wurden abgewickelt, auch gut laufende Fabriken wie das Kaltwalzwerk in Oranienburg geschlossen. Aber es gab und gibt auch viele Annehmlichkeiten. Es gibt ja Leute, die wollen die DDR wiederhaben. Das geht nicht. Die sagen dann: Ich hätte gerne dies und das, aber dann muss man fragen: Wer bezahlt das? Die DDR war 1989 auch wirtschaftlich am Ende.

Wird eigentlich zu viel oder zu wenig über die DDR geredet?
Ole: Zu viele Leute sind zu wenig dran interessiert. Vielleicht, weil sie es nicht mehr erlebt haben. Aber ein bestimmtes Grundwissen sollte auf jeden Fall da sein.
Broja: Ein gewisses Geschichtsverständnis über diesen Teil Deutschlands, der ja 40 Jahre lang existiert hat, sollte da sein, ja. Ich bin oft böse über solche Überspitzungen. Zum Beispiel wird sich ja immer lustig gemacht über das Wort „Jahresendfigur“. Dabei weiß man doch wirklich ganz genau, dass man die auch in der DDR ganz normal „Weihnachtsengel“ genannt hat.

Ole, was glaubst du, was war gut an der DDR?
Ole: Dass alle Menschen relativ gleich waren. Das ist eigentlich ein guter Gedanke. Auch, weil immer dafür gesorgt worden ist, dass man sich die grundlegenden Sachen leisten konnte.
Broja: Wirtschaftlich erwies sich das natürlich als schwierig.
Ole: Alle sagen, der Staat war pleite, es hat nicht funktioniert. Warum wurde so spät reagiert?
Broja: Da sind wir wieder bei der Diktatur des Proletariats. Die Partei hätte Fehler zugeben müssen.
Ole: Wenn ich Regierungschef wäre, und es liefe was falsch, würde ich doch reagieren!
Broja: Meine Überzeugung ist ja, dass die da oben nicht wussten, wie das Volk denkt. Also die, die was hätten ändern können. Wenn sie was Negatives gehört haben, wurde das ja gleich als Propaganda abgetan. Die waren fanatisch.

Wie begehst du, wie begehen Sie am kommenden Sonnabend den 3. Oktober, den 25. Jahrestag der deutschen Einheit?
Ole: Wir sind nicht so, dass wir auf Veranstaltungen gehen, auch wenn wir geschichtsinteressiert sind. Gerade am Wochenende ist viel zu tun. Und diesen Bezug habe ich ja auch nicht.
Broja: Diese Einheit war für uns die Öffnung nach ganz Deutschland und zur ganzen Welt. Ich werde bestimmt mal beim Reichstag vorbeischauen. Und die Hertha spielt auch. Ich habe dort eine Dauerkarte.

*

Die Gesprächspartner
Ole Gawande (16) lebt in Velten. Er besucht die 10. Klasse des Hedwig-Bollhagen-Gymnasiums und ist dort Leiter der neuen Schülerzeitung „Hedwig – Das Journal des HBG“.
Dieter Broja (77) wohnt in Oranienburg. Er begann 1959 als Lehrer für Mathematik und Geografie. Er lehrte am Runge-Gymnasium, an der Goetheschule und später an der Pablo-Neruda-Oberschule und Havel-Grundschule. In den frühen 80er-Jahren wurde er stellvertretender Schulleiter. Er gehörte nie der SED an. Von 1990 bis 1999 war er dann erster Schulleiter, bevor er in den Ruhestand ging.

aRTikel

Zum Erntefest trägt die Königin ein Dirndl

Donnerstag, den 10. September 2015
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Laura Klemm (18) aus Bärenklau steht ein großes Wochenende bevor

MAZ Oberhavel, 10.9.2015

BÄRENKLAU
Einerseits ist sie schon ein bisschen aufgeregt, vor so vielen Leuten zu sprechen. Aber andererseits: „Ich kenne ja viele hier aus dem Ort.“ Laura Klemm ist die diesjährige Erntekönigin von Bärenklau, und am Freitagabend hat die 18-Jährige ihren großen Auftritt.
„Meine Mutter hatte die Idee dazu“, erzählt sie. Sie hat nicht lange nachdenken müssen, bis sie zugesagt hat. Immerhin hatte schon eine ihrer Freundinnen ebenfalls diesen Repräsentationsjob. „Ich denke, das wird ganz locker.“

Laura Klemm besucht momentan die 11. Klasse des Veltener Hedwig-Bollhagen-Gymnasiums. Wenn alles gutgeht, dann will sie in den Fächern Mathematik, Deutsch, Geografie und Kunst ihr Abitur ablegen. Danach steht das Studium auf dem Programm. Was sie studiert, ist aber noch offen. „Ich interessiere mich für Medien- oder Modemanagement“, erzählt sie.
Schon jetzt ist das Fotografieren eines ihrer Hobbys. „Ich treffe mich auch gern mit meinen Freunden, aber durch die Schule bleibt nicht so viel Zeit.“ Deshalb hat sie auch das Handballspielen aufgegeben.

An Bärenklau mag sie die Wälder und die Ruhe. „Das ist extrem schön.“ Die aus ihrer Sicht nicht so gute Verkehrsanbindung hat sich durch ihren Führerschein erledigt. wie sie lächelnd erzählt. Für das Studium wird sie das Dorf wohl aber verlassen. „Aber nicht, weil ich es nicht mag“, betont sie.
Laura Klemm freut sich auf das Wochenende. „Das Erntefest fand ich schon immer super toll.“ Dass sie dort jetzt repräsentieren darf, ist ein Highlight für sie. Am Freitag will sie ein Kleid tragen, am Sonnabend zum Festumzug ein Dirndl.

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Einmal 10 Euro, bitte!

Mittwoch, den 29. Juli 2015
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Wer im Bernsteinsee in Velten baden will, muss zahlen. Da kommen 2,50 Euro Eintritt und noch mal 1,50 Euro fürs Parken zusammen.
Neulich saßen zwei junge Frauen am Eingang. Die eine kam auf mich zu, ich wühlte schon in meinem Geldbeutel. Da sagt sie: “Einmal 10 Euro, bitte?” Und ich, fast schon ein wenig hysterisch: “WIE VIEL??”

Fast schon wollte ich eine Hasstirade vom feinsten loslassen, denn so hätte sich der Preis ja weit mehr als verdoppelt und das ist der Bernsteinsee dann doch nicht wert.
Aber die Frau lachte und löste ihren Scherz gleich mal auf. “Man kann’s ja mal probieren.” Nun musste ich doch auch lachen.

aRTikel

Erstes Album nach zehn Jahren: Debüt mit Debut

Dienstag, den 28. Juli 2015
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Der Sänger Paul Schmidt aus Leegebruch hat das Abi geschafft und widmet sich nun seinem Hobby

MAZ Oranienburg, 28.7.2015

LEEGEBRUCH
Als Paul Schmidt bei der Abizeugnis-Übergabe am Veltener Gymnasium Frank Sinatras „My Way“ sang, da war er euphorisch und traurig. „Atemberaubend“, sagt er.

Seit zehn Jahren singt der 18-Jährige aus Leegebruch voller Leidenschaft, immer wieder hatte er umjubelte Auftritte an seiner Schule. Doch diese Zeit ist jetzt vorbei, und er hat den nächsten Schritt gewagt: ein eigenes Album. „Debut“ heißt es. Er vertreibt es über die sozialen Netzwerke und seine Internetseite www.paulschmidtmusic.de. „Ich will damit kein Profit machen“, sagt Paul, „sondern nur die Produktionskosten wieder reinbekommen.“
Viel mehr geht es darum, ihn und seine Stimme bekannter zu machen. 13 Songs sind auf dem Album, vier davon von ihm selbst Geschriebene. Von Pop bis Country ist alles vertreten. Swing und Jazz sind jedoch seine größten Vorlieben. „Ich wollte mich ein bisschen ausprobieren, was alles möglich ist“, sagt er über das Album. Zwei Jahre lang er in Leegebruch daran gearbeitet. „Ein echt langwieriger Prozess.“

In den eigenen Liedern geht es um Liebe, aber auch um Verlust. „Die sind noch auf Englisch geschrieben“, erzählt er. In Zukunft will er sich aber auch mehr auf deutsche Texte konzentrieren. „Die haben mehr Überzeugungskraft“, findet er. Ein Trend, der momentan aber auch in den deutschen Charts deutlich zu spüren ist und den die Sängerin Sarah Connor mit ihrem ersten deutschsprachigen und erfolgreichen Album nochmals aufgezeigt hat.
Wenn ihm ein Text einfällt, dann schreibt er ihn in sein orangenes Büchlein. „Manches kann ich ihn schnell verwenden, andere Texte liegen dann auch mal anderthalb Jahre.“ Viele angefangene Songtexte würden auf eine Komplettierung warten, erzählt Paul.

Vor zehn Jahren fing alles an: Paul sollte sich entscheiden, ob er Sport macht oder Musik. Er entschied sich fürs Singen und nahm Unterricht. „Ich hatte mehrere Jahre einen Stimmaufbau bei der Oranienburger Sopranistin Anja Ganschow“, erzählt er. Seine Vorbilder: Frank Sinatra, Michael Boublé und Dean Martin. Immer wieder stand er auch auf der Bühne: bei der rbb-Tour und dem Neujahrsempfang 2012 in Velten, bei Ausstellungseröffnungen und vielen anderen Events.
Vor kurzem bestand er die Eignungsprüfung am Institut für Musik und Musikpädagogik an der Universität Potsdam. Berufsmusiker will er jedoch nicht werden – zumindest vorerst. „Das ist ein hartes Geschäft.“ Man brauche Kontakte und Talent – und in der heutigen schnelllebigen Zeit ein gutes Gesamtpaket für den Mainstream. „Man muss den Leuten zeigen, dass man dazu steht, was man macht.“

Nun will er Musik und Englisch auf Lehramt studieren. „Aber ich träume auch von einem eigenen Tonstudio.“ Und natürlich davon, mit seiner Musik aufzutreten: „Als Jazz- und Swingmusiker in kleinen Clubs“, sagt er und lächelt.

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Sonntag, den 10. Mai 2015
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Manche Leute denken einfach an alles. Am Bahnhof in Velten war heute Richtfest. Bäckermeister Karl-Dietmar Plentz lässt dort das alte Bahnhofsgebäude umbauen. Es soll dann mit dem neuen Café ein Treffpunkt für die Veltener werden.

Ein Programmpunkt des Richtfestes ist natürlich der Richtspruch auf dem Dach und das Einschlagen von Nägeln. Soll Glück bringen.
Und damit die Presse davon gute Fotos machen konnte, ließ der Bauherr dafür einen kleinen Kran mit einer Hebebühne kommen.
Also schwebten wir zu viert immer weiter nach oben. Hoch über den Bäumen des Bahnhofsvorplatzes, hoch über den Menschen, aber das Dach genau vor der Fotolinse, konnten wir fotografieren, was zu fotografieren war.
Tolle Sache, obwohl mir so was auch immer ein bisschen peinlich ist, so eine Extrawurst zu bekommen.
Zum Glück waren wir alle da oben schwindelfrei!