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Frage geklärt: Arthur besiegt Paul

Montag, den 8. Oktober 2018
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18-Jähriger aus Nassenheide knackt den Jackpot bei der Hohen Neuendorfer Spielshow und nimmt 3000 Euro mit nach Hause

MAZ Oberhavel, 8.10.2018

Hohen Neuendorf.
Die Frage „Wer besiegt Paul?“ kann nun beantwortet werden. Am frühen Sonntagmorgen um kurz vor 2 Uhr stand fest: Arthur besiegt Paul.
Der 18-jährige Arthur Losensky aus Nassenheide hat in der Hohen Neuendorfer Stadthalle die große Spielshow gegen Paul Aurin gewonnen. Nach 14 Spielen stand es 92:64 und Arthur war uneinholbar. 3000 Euro waren im Jackpot. Die kann Arthur nun mit nach Hause nehmen.

Die fünfte Ausgabe von „Wer besiegt Paul“ war eine der Superlative. Noch nie war die Halle so schnell ausverkauft – 800 Leute waren da. Noch nie hat eine Ausgabe so lange gedauert. Erst nach 2 Uhr und damit nach mehr als sechs Stunden verabschiedete sich Moderator Fabian Lindemann von seinen Zuschauern. Und noch nie hat die Show so viel gekostet – etwa 16 000 Euro, die durch Eintrittsgelder und Sponsoren wieder reinkamen. Ansonsten arbeiten alle 60 Beteiligten ehrenamtlich. Tagelang haben sie die Stadthalle in eine Art Fernsehstudio verwandelt – quasi rund um die Uhr.

„Wer besiegt Paul“ funktioniert ähnlich wie „Schlag den Star“. In bis zu 15 Spielen misst sich der Titelverteidiger Paul Aurin (28), Lehrer am Marie-Curie-Gymnasium, gegen seinen Herausforderer. Arthur Losensky hatte sich erst im Casting durchgesetzt, dann gegen drei weitere Kandidaten in der Halle. Der 18-Jährige hat im Sommer sein Abi am Oranienburger Runge-Gymnasium geschafft. Er spielt seit zehn Jahren Fußball, joggt, spielt Badminton, kommt aus einer Schwimmer-Familie und trainiert den Nachwuchs. Er beginnt in diesen Tagen ein Sport-Lehramtsstudium an der Universität in Jena. In der Show am Sonnabend erwies er sich als würdiger Gegner von Paul Aurin, der viele Spiele gewinnen konnte.

Das Team hat sich in langer Arbeit viele Spiele überlegt. Paul und Arthur mussten um die Wette tackern, Orte auf einem Kartenumriss finden, ein Auto so schwer wie möglich beladen, sie mussten Filme erkennen, die im Zeitraffer abgespielt wurden. Draußen auf dem Sportplatz stapelten sie Bierkisten, später gab es ein spezielles Basketball-Vier-gewinnt-Spiel. Die Entscheidung fiel beim Spiel namens Wurf-Reversi. Da war dann Arthur für Paul nicht mehr zu besiegen.

„Ich bin sehr glücklich“, sagte Paul Aurin später. „Es war eine sehr geile Show, vielleicht einen Tick zu lang.“ Da war es fast schon halb drei am Morgen, als er das erzählte. Dass es 2019 nun „nur“ noch um 1000 Euro geht, das findet Paul Aurin nicht schlimm. „Das ist doch an sich auch ein toller Betrag.“

Mit seinem 3000-Euro-Gewinn hat Arthur Losensky einiges vor. „Ich werde in Indexfonds investieren“, erzählte er. „Also sparen.“ Außerdem will er das Geld als Unterstützung für sein anstehendes Studium einsetzen – und für Reisen. Dass es klappen könnte, hat er während der zweiten Hälfte der Show gemerkt. „Beim letzten Spiel habe ich mich dann ziemlich sicher gefühlt“, sagte er. Er ist begeistert vom Team, das „Wer besiegt Paul“ in der Stadthalle stemmt. „Die sind absolut gut, sie arbeiten sehr professionell. Und es ist unglaublich viel, was sie hier reinstecken.“

Das findet auch Moderator Fabian Lindemann. „Das hier ist eine Herzensangelegenheit für uns“, sagte er am Ende der Show. Das Team investiere viel Zeit und Mühe. Allerdings gehen die Leute damit auch an ihre Grenzen. Das Publikum honoriert das. „Ohne Sie würden wir hier nicht stehen“, so Fabian Lindemann.

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Unbekannte laden Sondermüll in den Wäldern ab

Donnerstag, den 22. Februar 2018
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Revierleiter Ingo Jeschek ist sauer – Vermutlich handelt es sich um Reste eines abgerissenen Bungalows – Haufen bei Hohenbruch, Nassenheide und Wolfslake

MAZ Oberhavel, 22.2.2018

Hohenbruch.
Der Müll liegt mitten im Wald. Nicht irgendwo am Rand, die Unbekannten sind tief rein gefahren, damit sie vermeintlich unbemerkt ihren Dreck loswerden konnten. Es muss am Wochenende passiert sein, aber schon am Montag haben Mitarbeiter der Revierförstereien die Müllhaufen entdeckt.

Revierleiter Ingo Jeschek ist sauer. An einer Waldweg-Kreuzung ganz in der Nähe von Döhringsbrück, einem Gemeindeteil von Hohenbruch, liegt einer der Haufen. Es sind ganz offenbar Reste eines abgerissenen Bungalows. Trennwände, wo sogar noch die Tapete zu erkennen ist. Fensterteile, Dämmwolle – und auf jeden Fall umweltschädlicher Asbest. „Wir sind an vier Stellen fündig geworden“, sagt Ingo Jeschek. Ein weiterer Müllhaufen liegt an einer Stelle im Wald zwischen Hohenbruch und Teerofen. Außerdem in der Nähe von Wolfslake und bei Nassenheide. Am Wochenende entdeckten Passanten am Rand von Groß-Ziethen abgeladene Asbestplatten und Bauschutt. Der Revierleiter kann nur für seine vier Fälle sprechen, aber er sagt: „Das alles müsste von einer Aktion stammen.“ Eines oder mehrere Gebäude müssten abgerissen worden sein. Er vermutet, es müsste im Oranienburger Bereich geschehen sein. „Wir haben Anzeige bei der Polizei erstattet.“ Müll im Wald abzuladen, ist eine Ordnungswidrigkeit. „Das hier aber ist eine Umweltstraftat“, sagt Ingo Jeschek.
Zwar sind die Wälder für den Straßenverkehr gesperrt, aber die Schranken an den Eingängen nicht verschlossen. „Das dürfen wir nicht, weil es ein Betretungsrecht gibt, zum Beispiel für Kremserwagen.“ Die unbekannten Täter haben das offenbar für sich ausgenutzt.

Er kann den Müll auch nicht einfach wegräumen. „Da müssen Spezialisten kommen, die das entsorgen. Wir selbst dürfen das auf keinen Fall beräumen, dazu braucht man eine Schutzausrüstung, und das ist eine teure Sache.“ Landkreis und die Försterei müssten sich das wohl teilen. Aber bis alles in die Wege geleitet werde, könne es noch zwei Wochen dauern. Der Revierleiter befürchtet, dass nun noch mehr Leute ihren Müll an diesen Stellen ablagern.

540 Kubikmeter Müll sammelten die Mitarbeiter des Forstreviers Neuendorf 2017 aus den Wäldern, davon waren 100 Kubikmeter Sondermüll. Etwa 2100 Arbeitsstunden gingen dafür drauf – das entspricht Lohnkosten in Höhe von ungefähr 34 000 Euro. Die Kosten für die Sondermüllentsorgung betrug im vergangenen Jahr 4400 Euro, so Ingo Jeschek.

Der Revierleiter hofft, dass durch Zeugen die Täter gefunden werden. „Vielleicht hat ja jemand gesehen, wo ein Bungalow abgerissen worden ist“, hofft er.

RTelenovela

Frag Google (12): Sex – lieber in Nassenheide oder auf der A11?

Dienstag, den 22. September 2015
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(11) -> 9.5.2015

Und wieder sind zehn neue interessante Suchanfragen zusammengekommen, mit denen Nutzer dieser Seite über Google hierher gefunden haben. Hier werden sie wieder kommentiert oder beantwortet.

1. “hat Hitler die rügenbrücken lassen?”
Der Bau begann 1931, da war Hitler noch gar nicht der Macht. Allerdings fällt die Fertigstellung schon in die Zeit, in der er regierte. Und natürlich waren die Nazis an solchen Prestigeprojekten interessiert.

2. “Hören überwiegend schwule Männer den Pop Musiker Prince?”
Hört überhaupt noch jemand Prince?

3. emalige bahnstrecke berlin -rostock mit halt in friedrichstal bei oranienburg
Ich kaufe für riedrichsthal ein h.

4. wo stammt der name von genewikow er
Ich kaufe ein weiteres h für “her”. Und: Gnewikow. Bitte nennt das Dorf um, kann sich doch keiner merken!

5. wo kann man heute noch ficken in nassenheide
Muss es denn zwingend Nassenheide sein?

6. glückskeks hilfeschrei
Ohoh.

7. “ficken auf der a11”
Ist nicht zu empfehlen. Gefährlich viel Verkehr.

8. “MASSENKARMbolage 1991”
Hat “Massenkarm” eine nähere Bedeutung?

9. “11 jährige Nachthemd geil”
Pervers? Ganz sicher.

10. “himmelspagode hohen neuendorf katzenfleisch”
Naheeein, verdammt!

RTelenovela

B96: Wenn’s mal wieder länger dauert

Sonntag, den 16. August 2015
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Die Bewohner von Fürstenberg verfluchen die B96. Die führt mitten durch das Zentrum und kann verdammt laut werden. Die Vorbereitungen für eine Ortsumgehung laufen nun nach langem Kampf. Wobei es ja für einen Ort für Fürstenberg auch immer Fluch und Segen zugleich ist, so eine belebte Straße zu haben. Kein Durchgangsverkehr führt schließlich dazu, dass auch weniger Leute in den Ort kommen.
Es heißt, nachts um 1 Uhr könne man langsam dran denken, mal ein Fenster aufzumachen, dann kämen weniger Lkw durch. Weniger. Nicht: keine.

Am Sonnabendvormittag war die B96 eher ein Fluch. Eine halbe Ewigkeit stand ich in einer der Seitenseiten, um links auf die Bundesstraße abzubiegen. Lange Kolonnen auf beiden Seiten, der sich durch die kleine Stadt quält. Ferienverkehr. Bestimmt fünf Minuten ging das so, bis sich endlich mal ein Schlupfloch auftat.
Immerhin war der Weg Richtung Oranienburg relativ frei. Aber nach Norden: Stau an der Brückenbaustelle bei Dannenwalde. Stau in Löwenberg. Stau vor Nassenheide. Wer dorthin unterwegs war, brauchte viel Geduld. Andererseits blieb viel Zeit zum Träumen von wunderschönen Umgehungsstraßen.

aRTikel

Das zweite Berlin im Krämer Wald

Donnerstag, den 6. Februar 2014
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Die Nazis bauten zwischen Pausin, Staffelde und Bötzow Anlagen auf, die die Bomber von der Großstadt ablenken sollten

MAZ Oranienburg, 6.2.2014

OBERKRÄMER/KREMMEN
Alles sollte aus der Luft betrachtet so aussehen wie das Original: Straßenzüge, Kreuzungen, Häuser und viel Licht. So, wie es 1940 rund um die Friedrichstraße in Berlin-Mitte eben aussah. In Wirklichkeit befand sich das Areal auf einem Feld zwischen Eichstädt und Vehlefanz. Die Straßenschluchten waren beleuchtete Waldschneisen. Neu-Berlin sagten die Leute damals zu dieser sogenannten Scheinanlage. Rund um die Reichshauptstadt bauten die Nazis im Zweiten Weltkrieg diese Anlagen auf, um die englischen und amerikanischen Bomber von ihren eigentlichen Zielen abzulenken. An anderen Stellen wollten sie angriffswürdige Ziele vertuschen.

Über dieses Kapitel deutscher Geschichte ist bislang nur wenig bekannt. Der Berliner Hobbyforscher Peter Reinhardt befasst sich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema. Am Dienstagabend hielt er einen Vortrag in Grünefeld (Havelland). „Es gibt kaum Infos und Dokumente“, erzählte er.

Rund um den Krämer Wald, in einem Gebiet zwischen Pausin, Staffelde und Bötzow befand sich die größte Anlage in der Region. Sie trug die Bezeichnung „V-500“, die Engländer gaben ihr den Namen „Decoy-City“ oder auch „Berlin-Nauen 1“. Sie sollte an zwölf Stellen eine Gesamtdarstellung von Berlin simulieren. Dazu gehörte die Friedrichstraße nahe Eichstädt, Bahngleise und Güterbahnhöfe bei Eichstädt, Grünefeld und Perwenitz oder ein Flughafen bei Pausin. „Die Leute in diesen Gebieten fragten sich immer wieder, warum dort ab und zu Bomben gefallen sind“, erzählte Peter Reinhardt. Oftmals sei erst nach dem Krieg die Existenz einer solchen Anlage klar gewesen.
Mehrere dieser Bauten standen nahe Pausin. Nördlich des Dorfes installierten die Nazis Metallwannen mit einem Altöl-Benzingemisch. Die Flammen sollten aus der Ferne einen Großbrand simulieren. Ebenfalls bei Pausin ist ein ganzer Flughafen zum Schein simuliert worden. Dazu gehörten große Modellflugzeuge aus Holz, die immer hin und hergeschoben worden seien, um Verkehrsbewegungen darzustellen. Auf einem Acker bei Perwenitz gab es ganze Schienenanlagen, die den Bahnverkehr aber ebenfalls nur simulierten. Ebenso nahe Eichstädt und Grünefeld. Die heutige Autobahn 10, der Berliner Ring, war damals noch nicht fertig, aber der Brückenkopf bei Paaren im Glien stand bereits, die Fundamente dienten ebenfalls als Scheinanlage. Nahe der alten Grünefelder Mühle standen Scheinwerfer, auf einem Feld am Vehlefanzer Weg bei Börnicke sind ähnliche Entdeckungen gemacht worden. Auf den Feldern zwischen Staffelde, Groß-Ziethen und Klein-Ziethen befanden sich, ähnlich wie bei Eichstädt, beleuchtete Schneisen im Wald – auch sie sollten teilweise die Großstadt darstellen. Wer zwischen Paaren im Glien und Perwenitz unterwegs ist, wird nahe der Tankstelle am Berliner Ring auf alte Fundamente solcher Bauten treffen. „Man muss aber ganz genau hinsehen“, sagte Peter Reinhardt. „Es steht beispielsweise eine Holzhütte darauf.“ In einem Waldstück bei Schönwalde-Glien entdeckte er lauter Erdhügel, auf denen in den 1940er-Jahren Scheinwerfer standen, die ebenfalls einen Teil der Stadt Berlin simulieren sollten.

Kräfte der Luftwaffe stellten den Betrieb der Anlagen sicher. Um sie vor Bombenangriffen zu schützen, sind jeweils unweit davon leichte Bunker gebaut worden. In Grünefeld ist einer heute noch zu sehen.
Dass Berlin etwa 30 Kilometer weiter südöstlich vom Krämer Wald liegt, bekamen die Engländer aber schnell mit. Auf Karten vermerkten sie die Scheinanlagen von „Decoy-City“. 30 englische und amerikanische Flieger sind bis zum Ende des Krieges in der Region abgestürzt.

Peter Reinhardt hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Kapitel der Scheinanlagen bekannter zu machen. Er sucht weiter nach Zeitzeugen, Fotos und Dokumenten

*

Simulierte Heinkel-Werke bei Nassenheide
Eine Auswahl von Scheinanlagen während des Zweiten Weltkrieges:
Bei Mühlenbeck befand sich in den Rieselfeldern eine Anlage, die mit Scheinwerfern und Rauch einen Großbrand simulieren sollte. In der Nähe von Nassenheide sind Teile der Anlage des Germendorfer Heinkel-Werkes nachgestellt worden.
In einem Gebiet zwischen Pausin, Staffelde und Bötzow befand sich die Scheinanlage „V-500“. Innerhalb dieses Kreises sind diverse Maßnahmen ergriffen worden, um die Bomber von Berlin abzulenken. Zwischen Staffelde und Groß-Ziethen befanden sich beleuchtete Waldschneisen, die Berliner Straßenzüge darstellen sollten.
In der Region Eichstädt/Vehlefanz befanden sich Signalraketen, Schein-Bahn- und Verkehrsanlagen sowie ein Scheinfeuer. Auch ist dort ein Teil von Berlin-Mitte durch Schneisen und Lichter simuliert worden. Eine weitere Anlage bestand, laut einer Karte, zwischen Velten und Schönwalde.
Südlich von Pausin ist ein Testfeld angelegt worden, auf dem alle Scheinanlagen erprobt worden sind. Auch gab es dort eine komplette Flugplatzanlage – ebenfalls nur zum Schein. Noch vor dem Bau des Berliner Rings diente der schon fertige Brückenkopf nahe Paaren im Glien ebenfalls als Scheinanlage.

ORA aktuell

Lehnitz: Bombe muss gesprengt werden

Donnerstag, den 21. November 2013
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Am Alten Hafen in Lehnitz muss am Donnerstag eine 500-Kilogramm-Bombe gesprengt werden. Um den Fundort ist ein 1000-Meter-Sperrkreis gezogen worden. Betroffen sind große Teile von Lehnitz sowie Oranienburg. Gesperrt sind unter anderem die Saarlandstraße und die Lehnitzstraße. Der Bahnverkehr ist zwischen Oranienburg und Borgsdorf schon seit Mittwoch gesperrt. Während der Sprengungsaktion ist die Bahnstrecke bis Nassenheide dicht.
Es ist die 175. Bombe seit der Wende, die entschärft oder gesprengt werden muss. Gegen Mittag soll der Sperrkreis aufgehoben werden.

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1993: Sanierungsfall Pinnower Brücke

Samstag, den 27. Juli 2013
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Mai/Juni 1993 -> 13.7.2013

Vor 20 Jahren: Holzfahrbahn muss im Juli 1993 gesperrt werden / Erster Rohbau im Wohnpark Sommerfeld ist fertig / Alle warten auf das Atrium

MAZ Oranienburg, 27.7.2013

Was passierte vor 20 Jahren im damaligen Kreis Oranienburg? Diesmal der Juli 1993.

OBERHAVEL
Das Geheimnis wird am 1. Juli 1993 gelüftet: Das Abfallunternehmen Alba übernimmt das Schloss in Sommerswalde. Darin soll ein Schulungszentrum etabliert werden.

Die Badelustigen in Kremmen können aufatmen. Das Seebad „Kremmener Luch“ öffnet. Die gleichnamige Gaststätte ist schon seit Frühjahr in Betrieb, nun ist auch der zweite Anziehungspunkt fertiggestellt.

In Lehnitz finden Kampfmittelräumer am 5. Juli 1993 gleich zwei Bomben. Fast schon Alltagsgeschäft. Sie liegen unweit von der Stelle entfernt, wo im Dezember 1991 ein Blindgänger aus heiterem Himmel explodiert war. Am nächsten Tag gibt es einen Fund in Hohenbruch zu vermelden.

Im Wohnpark Sommerfeld sind die ersten Häuser rohbaufertig. Die Parzellengrößen liegen zwischen 550 und 1500 Quadratmetern. Im Frühherbst sollen die ersten Bewohner einziehen. Der Bau könnte im Jahre 1995 abgeschlossen sein.

Die Oranienburger erhalten am 8. Juli 1993 eine sehr überraschende Nachricht. Von einem Baubeginn für das Atrium-Einkaufszentrum am Schloss kann keine Rede sein. Außerdem kommt heraus: In der Stadtverwaltung in Oranienburg liegt zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal ein Bauantrag vor. Niemand weiß etwas Genaueres, es herrscht Ratlosigkeit.

Auf der Liebenwalder Chaussee in Nassenheide prallt ein Trabant gegen einen Straßenbaum. Darufhin fängt das Auto Feuer. Von den vier jungen Leuten zwischen 16 und 20 Jahren überlebt der Beifahrer den Unfall nicht.

Die Pinnower Brücke in Borgsdorf muss saniert werden. Die Autos dürfen die Oder-Havel-Kanal-Querung schon jetzt nur noch mit Tempo 10 befahren. Immer wieder heben sich die Holzplanken von der Brücke. Am 12. Juli 1993 kann es endlich losgehen, da kommt die Vollsperrung.

In der Turnhalle in Bötzow laufen Bauarbeiten. Das Gebäude war zuvor noch zu zwei Dritteln mit Klassenräumen belegt. Die werden nicht mehr gebraucht, die Zwischenwände kommen weg. Laut Bürgermeister Gerd Eickenhorst kann der Sportbetrieb noch vor dem Winter wieder losgehen.

Carola und Michael Labahn eröffnen am 17. Juli 1993 den „Gasthof Bärenklau“ im ehemaligen Dorfkrug. Künftig können im Saal auch die Zusammenkünfte der Gemeindevertretung stattfinden.

Die Gemeinde Beetz kommt mit der Wiederbelebung des Gutshauses in Ludwigsaue nicht voran. Das Anwesen ist inzwischen nahezu abrissreif. Im Weg steht der Rückübertragungsanspruch der Alteigentümerin. Eigentlich hatte die Gemeinde bereits einen Investor aus Berlin, doch das Landratsamt stoppt den geplanten Verkauf.

Im Oberkrämer-Verwaltungssitz in Eichstädt herrscht der blanke „Telefon-Horror“. Noch immer hat die Behörde nur zwei öffentliche Anschlüsse – und von denen ist einer regelmäßig gestört. Dennoch hören die Anrufer in solchen Fällen ein Freizeichen. Doch die Telekom winkt ab. Es gibt keine Zusage für weitere Verbdinungen nach Eichstädt. Funktelefone anzuschaffen, ist für die Gemeinde zu teuer.