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Circus Halligalli

Mittwoch, den 27. Februar 2013
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MO 25.02.2013 | 22.15 Uhr | ProSieben

Bei MTV und VIVA wollte man sie nicht sie mehr. Joko und Klaas mussten “MTV Home” aufgeben. Sie gingen zu zdf_neo, und ihre Show hieß nun “neoParadise”. Bei zdf_neo wollte man sie, aber das Geld war zu knapp. ProSieben hat Geld. Joko und Klaas gaben “neoParadise” auf. Sie gingen zu ProSieben, und ihre Show heißt nun “Circus Halligalli”. Aber im Grunde ist die Show dieselbe geblieben.

Na ja, fast.
Nach dem Abschied bei zdf_neo vor vier Wochen startete am Montag Joko Winterscheidts und Klaas Heufer-Umlaufs Show auf ProSieben. Im Schlepptau hatten sie auch Oli Schulz, Oma Violetta und Palina Rojinski.
Irgendwie lustig: Bei zdf_neo machten sie das Ganze gut anderthalb Jahre lang. Die Quote: zwischen 0,05 und 0,1 Millionen Zuschauer. Für die allermeisten Zuschauer dürfte das Spektakel nun völlig neu gewesen sein, über 2 Millionen Leute waren dabei.

Joko und Klaas machten Unsinn beim Karneval, Oli Schulz machte Unsinn auf der Berlinale, Helge Schneider machte Unsinn im Studio – alle machten Unsinn.
Auch wenn das Studio leider völlig überdimensioniert ist, die Kulisse irgendwie ungemütlich, die Möbel klobig – der Inhalt macht Spaß. “Circus Halligalli” ist eine Wundertüte, die es heute nur noch selten im Fernsehen gibt. Am Montag inklusive witziger Kurzauftritte von Oliver Pocher und Wolfgang Lippert.
Und als direkt danach Stefan Raab wieder in einem ranzigen “TV total”-Studio stand und müde Witze riss – da sah das Show-Zugpferd von ProSieben irgendwie ganz schön alt aus.

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17 Meter – Wie weit kannst du gehn

Sonntag, den 12. Juni 2011
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SA 11.06.2011 | 20.15 Uhr | ProSieben

Bei MTV und VIVA sind sie schön blöd. Da haben die beiden Musiksender mit “MTV Home” eine extrem witzig-kurzweilge Show im Programm, mit Joko Winterscheidt und Klass Heufer-Umlauf zwei echte Charaktere im Team – und was machen sie? Sie setzen die Show ab.
MTV kassiert scheinbar lieber Geld für bekloppte Dokusoaps.

Nun sind Winterscheidt und Heufer-Umlauf bei ProSieben. “17 Meter – Wie weit kannst du gehn” heißt die erste Show, die sie dort moderieren. Weitere sollen folgen.
Die Idee ist spannend und die Umsetzung ist es auch: Die Kandidaten müssen nicht nur eine Frage beantworten, sondern, um zu Antworten, auch noch einen 17 Meter langen Parcour mit immer anderen Hürden absolvieren.
Das bringt viel Abwechslung und Spaß. Und die beiden Moderatoren? Die machen sich auch schon mal über ihre Kandidaten lustig, liefern sich verbale Duelle und sind alles andere als die braven Showmaster.

Nur eines ist “17 Meter”: zu lang. Inklusive Werbung dauert die Show fast zwei Stunden. Die Zahl der vielen Vorrunden ist unüberschaubar. Ein etwas strafferes Konzept würde der Sendung sehr gut tun.

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My Super Sweet 16

Sonntag, den 6. Februar 2011
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SO 06.02.2011 | 12.00 Uhr | MTV

Bei MTV gibt man sich jetzt so richtig doll Mühe. Schließlich handelt es sich bei dem Musiksender ja nun um ein Premiumprogramm, für das die Zuschauer extra zahlen müssen. Für die Kohle bekommen die Fans nun nur noch ausgesuchte Sendeware. Zum Beispiel die Dokusoap “My Super Sweet 16″.

Und weil die Reihe über Teenies, die ihren 16. Geburtstag feiern, es wirklich wert ist, zeigt MTV am Sonntag gleich 16 Folgen davon am Stück – mehr als sechs Stunden lang.
Tja, liebe Free-TV-Zuschauer, da seid ihr ja nun selbst schuld, dass ihr auf diese Highlights verzichten wollt.
Gut, dass der Schundsender von der großen Bildfläche verschwunden ist. Denn dafür zahle ich ganz sicher nicht.

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VIVA statt MTV

Samstag, den 1. Januar 2011
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FR 31.12.2010 | 3.00 Uhr (Sa.) | VIVA

Und plötzlich lief auf dem Kanal von MTV das VIVA-Programm. Die Fantastischen Vier sangen in der Neujahrsnacht um 3 Uhr “Viel zu geil für diese Welt”.
Damit war das Aus für MTV besiegelt. Das war’s dann wohl für den ehemaligen Musiksender. In Zukunft sendet MTV nur noch im Bezahlfernsehen, innerhalb der digitalen Pay-TV-Pakete. Wer nur das Basispaket hat, wird in Zukunft ohne MTV auskommen müssen.

Aber wer wird schon MTV vermissen? Dämliche Dokusoaps. Dumme Tussis, die irgendwelche Typen für sich gewinnen wollen. Ab und zu mal Musik.
MTV wird nun einer von vielen kleinen Digitalsendern, die ein Nischendasein fristen. Die große Marke ist in Deutschland von der Bildfläche verschwunden. Ob das ein cleverer Schachzug ist, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.
Wer weiß, bald wird man vielleicht schon gar nicht mehr wissen, was das war, dieses Emm-Ti-Wi. Heute gucken wir alle Musikvideos doch sowieso nur noch im Internet.

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Das war 2010!

Freitag, den 31. Dezember 2010
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Was wäre das Medienjahr 2010 bloß ohne Lena gewesen? Und ohne Raab? Ohne Sarrazin, Kachelmann, “DSDS”, “Superlalent” und die Fußball-WM? Ganz genau: ziemlich langweilig.
Die Wirtschaftskrise ist überwunden, und dennoch sparen die Fernsehmacher an allen Ecken. Das Programm wird auch 2010 immer billiger. Die Sender pflastern ihre Nachmittage mit Dokusoaps mit Laiendarstellern zu. Und machen damit Quote, zumindest RTL. Verdachtsfälle. Betrugsfälle. Familien im Brennpunkt. Eigentlich ist es immer das Gleiche.

Der neue Trend: C-Stars quälen. ProSieben sperrt Promimente (oder die sich dafür halten) in kleine, dunkle Kammern und lässt sie permanent von Kameras beobachten. Das Dschungelcamp ist ein Sommerurlaub dagegen. Für “101 Wege aus der härtesten Show der Welt” scheint RTL gar keine Promis mehr zu finden, wenn schon die Mutter von Daniela Katzenberger herhalten muss. Und wenn ihr jetzt fragt: Daniela wer? Dann habt ihr alles richtig gemacht.

Besagte C-Stars holen sich aber auch gern eine Kamera ins Haus, um ihr spannendes Leben zu zeigen. Allerdings war das Interesse am “Wendler-Clan” (Sat.1) gering. Der Schlagermann war den Zuschauern wohl zu langweilig. Auch Jana Ina und Giovanni dachten, dass sich irgendjemand dafür interessieren könnte, dass sie eine Pizzeria eröffnen und umziehen wollen. Sie irrten. Dieter Bohlens Ex Naddel nahm ein RTL-Team gar zum Alkoholentzug mit. Tabus? Kaum.

Politikergattin Stephanie zu Guttenberg geht bei RTL II auf Kinderschänderjagd. Mit versteckter Kamera lauert das Team der Sendung “Tatort Internet” in Chaträumen Männern auf, die mit pubertierenden Mädchen Gespräche beginnen und Treffen vereinbaren. Sie werden in die Fernsehfalle gelockt und von der Moderatorin gestellt. Der Ansatz ist gut, die Umsetzung äußerst umstritten.

Auch die Liste der sonstigen Flops ist lang, sehr lang. “Die Oliver Pocher Show” sendet bei Sat.1 weitgehend ohne Zuschauer vor sich hin. Auch “Kerner” hat schon bessere Zeiten erlebt. “Das Internat – Emma bloggt” ist so dämlich, dass sie Zuschauer panisch abschalten. ProSieben zieht nach zwei Folgen den Stecker.
Bei RTL scheint Oliver Geissen sich schon anzuöden: “18 – Die beste Zeit meines Lebens” wirkt wie seine Chartshow. Nur noch langweilger. Das fällt auch den wenigen Zuschauern auf.
Die Krimiserie “Im Angesicht des Verbrechens” bei arte und im Ersten kommt bei den Kritikern zwar gut an, das Fernsehvolk ignoriert sie jedoch.
Beim kleinen Sender Das 4. machte man sich mit “Das Haus voller Töchter” lächerlich. Die unlustigste Comedyserie seit langem. Die alle drei Sekunden willkürlich reingeschnittenen Lacher machten es nur noch schlimmer.
“Die Vorleser” im ZDF finden kaum Zuhörer – das Aus kommt im Dezember. Peter Hahne talkt am Sonntagmittag. Zu belanglos, um damit Erfolg zu haben.
Betroffen vom Desinteresse der Zuschauer sind auch dramatisch viele US-Serien. Von “24″ über “Lost” und “Vampire Diaries” – alle haben sie miese Quoten.

RTL nimmt seine Zuschauer unterdessen gar nicht mehr ernst. “Das Medium” sagt, wie der Todesfall Uwe Barschel 1987 wirklich ablief. Es war Mord, sagt das Medium. Und im Abspann steht: Alles nur ausgedacht.
In der ProSieben-Sendung “taff” tritt “Sem – Der Clubretter” seinen Dienst an. In einer Disko in Marwitz erneuert er ein paar Lampen und denkt, er habe alles richtig gemacht. Im Fernsehen wirkt es, als sei das Haus die letzte Kaschemme. Die Betreiber sind sauer.

RTL II verspricht im Sommer seinen Zuschauern den besten Montag, “den wir je hatten”. Er besteht aus einer Dokureihe, in der Halbpromis in einen Tierkäfig gesperrt werden. Gefolgt von einer Dokureihe, in der Halbpromis tätowiert werden. Das interessiert glücklicherweise fast niemanden. Und bei RTL II fällt das nun auch auf. Die Unterhaltungschefin Julia Nicolas muss gehen. Wegen mangelder Qualität im Programm. Na so was.

Auf dem Spielesender 9live erscheint eines Tages ein Buchstabenrätsel. Es sieht aus wie ein Hakenkreuz. Ist den Machern angeblich nicht aufgefallen. Wieso auch? Wenn wir Glück haben, schlägt 2011 das letzte Stündlein für 9live.
Vielleicht auch für MTV. Der Musiksender wandert am 1. Januar 2011 ins Pay-TV. Ob MTV die Kultmarke bleibt, ist unklar. Wofür MTV steht, muss der Kanal, der fast nur noch Dokumüll sendet, seinen Zuschauern in einer Videoclipsendung extra verklickern: “M Is For Music” heißt sie.
Für die Spartensender TIMM, e.clips und Focus Gesundheit ist 2010 aus Kostengründen Schluss. Die FHM und den Rheinischen Merkur wird es wohl auch nicht mehr geben.
Neu auf dem Medienmarkt sind hingegen DRadio Wissen, die dritte Welle des Deutschlandradios sowie der Frauensender sixx aus der ProSieben-Sat.1-Gruppe. Aus dem DSF wird Sport 1. Sonst ändert sich dort wenig.

Mangelnde Qualität war das Problem beim Eurovision Song Contest. Bis 2010. Dann kommt alles anders. Lena singt über den “Satellite” und gewinnt mit weitem Abstand. Die junge Frau aus Hannover gehörte zu den 20 Bewerbern der Castingshow “Unser Star für Oslo” auf ProSieben und im Ersten. Stefan Raab sorgte für die ungewöhnliche Allianz. Dass die Suche manchmal ein bisschen langweilig war, ist schnell vergessen. Auch der Nackedei-Skandal, den die “Bild” herbeischreiben wollte, weil Lena in einer RTL-Doku mal oben ohne zu sehen war, verebbte. Noch am Tag des Sieges beschließt Raab, dass Lena 2011 ihren Titel verteidigen soll. Die ARD kann gar nicht anders, als zuzustimmen. Der Wettbewerb wird jedoch nicht in Berlin, sondern in Düsseldorf ausgetragen.

Ein weiterer Lichtblick im Fernseheinerlei: Sternekoch Christian Rach. Seine Reihen “Rach – Der Restauranttester” und “Rachs Resturantschule” werden mit Preisen überhäuft – völlig zurecht. Rach nimmt seine Sache ernst. Eindrucksvoll zeigt er das in der Folge über das “Ludwig’s”. Darin geht es weniger um schlechtes Essen, sondern um die blanke Existenz. Eine tieftraurige Folge, und Rach geht sie besonnen an.
Auch die rbb-Reihe “Kesslers Expedition” über die Spree ist ein Höhepunkt. Michael Kessler paddelt die Spree entlang. Ein kleines, ruhiges, unaufgeregtes Format. Fortsetzung erwünscht. Mit der Serie “Weißensee” beweist die ARD, dass es nicht immer nur seicht sein muss.

Die Fußball-WM beschert uns wieder ein Gemeinschaftserlebnis. Und dieses Geräusch: Öööööööö! Die Vuvuzelas sorgen für Tonstörungen. Die Sender müssen das Signal filtern. Das Halbfinalspiel zwischen Deutschland und Spanien sehen 31,10 Millionen Menschen. Rekord. Plus die Millionen auf den Fanmeilen. Fußballer und Kommentator Günter Netzer verabschiedet sich von seinen Zuschauern. Er geht in Rente.

Von ihnen müssen wir uns 2010 jedoch wirklich verabschieden: der großartige Theatermann Christoph Schlingensief stirbt, die Schauspieler Ezard Haußmann, Heidi Kabel, die “nackte Kanone” Leslie Nielsen, Traumschiff-Kapitän Heinz Weiss, Tony Curtis, Frank Giering, das “Golden Girl” Rue McClanahan, Dennis Hopper, Corey Haim und Inge Wolffberg. Die Stimmen von Peter Hofmann, Maria Hellwig und Anneliese Rothenberger sind verstummt. Helmut trauert um seine Loki Schmidt. Sexforscher Oswalt Kolle ist tot, Fußballer Jörg Berger, Umfragerin Elisabeth Nölle-Neumann, Autor J.D. Salinger und Moderatorin Petra Schürmann. Abschied nehmen auch Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley, Filmemacher Blake Edwards und Olympionike Juan-Antonio Samaranch.

Aber auch sonst gibt’s ein großes Kommen und Gehen. Günther Jauch kommt zur ARD, um den sonntäglichen Polittalk zu moderieren. Die Talkshowschwemme bringt dem Ersten 2011 eine Programmreform. Fünf Gesprächsrunden in vier Tagen. Kai Pflaume kommt auch zur ARD – für ein Quiz. Das will dort Jörg Pilawa nicht mehr – er geht zum ZDF. Und moderiert dort ein Quiz. Harald Schmidt geht 2011 auch – zurück zu Sat.1. Kabarettist Dieter Nuhr wechselt vom ZDF zur ARD. Kultradiomoderator Thommy Wosch wird bei Fritz abgesetzt und geht Monate danach bei Energy auf Sendung. Steffen Seibert verlässt das ZDF, um Regierungssprecher zu werden.

Weil beim “heute journal” nun ein Platz frei ist, darf Maybrit Illner ran. Außer, wenn bei ihrem Mann, dem Telekom-Chef René Obermann, eine Razzia ist, dann lässt sie sich doch lieber vertreten.

Die ewige Soap 2010: Wetteransager Jörg Kachelmann landet im Gefängnis und später vor Gericht. Der Vorwurf: Vergewaltigung. Ende offen. Als Kachelmann aus dem Knast kommt, senden RTL und n-tv zwei Stunden lang live das geschlossene Gefängnistor. Was für ein Event.

Mehrere Events entwickeln sich 2010 zur Katastrophe: Die WDR-Übertragung der Love Parade in Duisburg ist zunächst ein friedliches Fest – und dann eine Tragödie. Die Moderatoren müssen schlimme Nachrichten verbreiten: Mehr als 20 Tote bei einer Massenpanik.
Das ZDF bricht “Wetten, dass…?” ab, als ein Wettkandidat schwer stürzt. Acht Millionen Menschen erleben den schockieren Moment. Der junge Mann bleibt wohl gelähmt.
Bei “Schlag den Raab” auf ProSieben stürzt Stefan Raab mit dem Rad schwer. Gehirnerschütterung. Die Show steht auf der Kippe, aber Raab will nicht aufgeben.

Und sonst so? Lothar Matthäus und seine zukünftige Ex Liliana tragen ihren Ehekrieg bei Sat.1 aus. Sie: heulend. Er: schmollend.
Fast hätte Menowin Fröhlich die 7. Staffel von “Deutschland sucht den Superstar” gewonnen. Für den Bruchteil einer Sekunde hebt er schon die Hand bei der Verkündung. Aber dann, ups: Mehrzad Marashi gewinnt. Und Menowin sieht aus, als ob er gleich um sich schlägt. Der blanke Hass.
Ein 80-Jähriger aber zeigt es allen: Heiner Geißler leitet als Schlichter im Herbst die Gespräche zu “Stuttgart 21″, übertragen vom SWR-Fernsehen und Phoenix. Stundenlange Haarspaltereien.
Als N24 schon mal aktuelle Ereignisse übertragen will, kommt es zur Panne. Bundespräsident Wulff spricht in der Türkeim und beim Ex-Nachrichtenkanal ist die türkische Übersetzung der deutschen Rede zu hören. Aber immerhin war überhaupt was zu sehen: n-tv kündigte stundenlang die Pressekonferenz von der Alkoholfahrerein Margot Käßmann an. Die Übertragung musste dann doch ausfallen. Technische Gründe oder so. Die Zuschauer haben es vorsichtshalber nicht erfahren.
Die Öffentlich-Rechtlichen müssen ihre Online-Angebote einschränken – die Zeitungsverlage setzen sich durch. Archive verschwinden – nicht zum Wohle der Nutzer.
In Berlin verlängert die Medienanstalt die Sendelizenz von Radio Paradiso nicht. Das Gericht ist anderer Meinung, das Paradies bleibt auf Sendung.

2010. Ein Jahr mit Höhen und tiefen Tiefen. Für ZDF-Sportmoderatorin Katrin Müller-Hohenstein wird es sicherlich ein innerer Reichsparteitag gewesen sein. Und auch Narumol aus “Bauer sucht Frau” war völlig “fick un fertig”!
Na dann: Auf ein Neues, in 2011!

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MTV wird Pay-TV: Ein Nachruf

Mittwoch, den 6. Oktober 2010
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MTV, was war das noch gleich? Ach ja, dieser Sender, der früher mal Musikclips gespielt hat und total angesagt war. Wo VJs wie Ray Cokes nicht nur die Hits der Stars anmoderiert haben, sondern auch Trends setzten. Erfolgreich war, wer auf MTV gespielt wurde.
Das M steht übrigens für Musik. Nein, falsch: Es stand für Musik. Inzwischen steht dieses M für Müll. Für unterirdische Dokusoaps, in denen sich irgendwelche Mädchen ihre neuesten Klamotten zeigen. Oder sich mit Kerlen verabreden, um sich den schönsten, reichsten und potentesten auszusuchen. Die Programmhöhepunkte am Nachmittag heißen „Disaster Date“ oder „Date My Mom“.
Für dieses grottige Sammelsurium möchte MTV ab Januar Gebühren haben. Der Ex-Musikkanal wird zum Pay-TV.

Eine Ära geht zu Ende, und es macht uns gar nichts aus. Zum einen hat MTV seinen Ruf schon lange ruiniert. Zum anderen gibt es Videoclips auch auf anderen Sendern. Und im Internet, bei Youtube und Co., kann sich der Musikfan sowieso zu jeder Tageszeit das raussuchen, was ihm gefällt. Und tschüss, MTV!

(auch MAZ, 6.10.2010 – Angemerkt)

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Christoph Schlingensief ist tot

Samstag, den 21. August 2010
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Ein großer Theatermann ist tot. Am Sonnabend hat Christoph Schlingensief den Kampf gegen den Lungenkrebs endgültig verloren. Schlingensief wurde nur 49 Jahre alt.

Neben seinen Theaterinszenierungen sind seine provokanten TV-Talkshows geradezu legendär geworden In “Talk 2000″ (Sat.1) brachte er Ingrid Steeger fast zum Heulen und machte Harald Schmidt sprachlos. Er hatte mit “Freakstars U3000″ eine U-Bahn-Talkshow auf MTV, in der er die spektakulärsten und wunderlichsten Aktionen machte. Er wollte kritisieren, anprangern und immer auch die kleinen Leute nach vorn bringen.
Er badete mit vielen anderen im Wolfgangsee am Urlaubsort helmut kohls, um den See zum Überlaufen zu bringen – was nicht gelang.
Später inszenierte er Opern, er wollte ein Theaterhaus in der Dritten Welt aufbauen. Für Letzteres hat es nicht mehr erreicht.

Der Tod Christoph Schlingensiefs reißt eine Lücke in Deutschlands Kulturbetrieb.