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Berlin-Marathon 2012

Montag, den 1. Oktober 2012
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SO 30.09.2012 | 8.30 Uhr | n-tv

Wenn in Berlin am letzten September-Sonntag der Marathon beginnt, dann verwandelt sich der Nachrichtensender n-tv zu einem Sportkanal. Und wer sich diese Übertragung über längere Zeit angesehen hat, der weiß auch, wer der Hauptsponsor dieses Events ist, denn bei n-tv wurde er den Zuschauern regelrecht eingetrichtert – immer und immer wieder.

BMW ist dieser Hauptsponsor. Während der Marathon-Übertragung wurde etwa alle zehn Minuten für einen Werbespot das Programm unterbrochen: BMW präsentierte im immer selben Spot seine Autos. Ob so viel Penetranz wirklich dazu beiträgt, dass man die Marke mag und sich flugs noch schnell einen Wagen zulegt? So etwas kann sich ganz schnell auch in Hass verwandeln.
Wenn doch wenigstens die n-tv-Reporter immer gewusst hätten, wann dieser Spot das Programm unterbricht. Mitten im Satz knallte der Sender die Werbung rein – Absprache mit den Kollegen vor Ort: offenbar null.

Auch Eurosport übertrug den Marathon aus Berlin live. Das Event ist in der Hauptstadt ein echtes Volksfest. Im Fernsehen war das jedoch viel zu selten zu spüren. Über sehr weite Strecken verfolgten die Kameras nur die besten männlichen und weiblichen Läufer. Das wirkte leider sehr eintönig, obwohl genau das der Berlin-Marathon nicht ist.

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Leichtathletik live: Berlin-Marathon 2011

Sonntag, den 25. September 2011
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SO 25.09.2011 | 8.45 Uhr | Eurosport

Locker-flockig und scheinbar völlig entspannt. Nach 42 Kilometern im Laufschritt scheint Patrick Makau aus Kenia immer noch Reserven zu haben.
Beim Berlin-Marathon sorgt er für echte Emotionen. Weltrekord. 2:03:38 – die bisherige Weltbestzeit wurde um 21 Sekunden unterboten.

Bei Eurosport überschlugen sich die Stimmen der Reporter am Sonntagvormittag fast. Kein Wunder: Makau verirrt sich fast auf dem Weg ins Ziel und springt über eine Begrenzung. Nach dem Zieleinlauf rennt er weiter, läuft noch mal zurück, lässt sich von en Massen feiern. Und er wirkt dabei, als habe er einen lockeren Jogginglauf hinter sich und keine 42 Kilometer.
Dass ein Tempomacher, der eigentlich nach 25 Kilometern aussteigen wollte, drei Minuten später als Zweiter im Ziel ankam, war ebenso kurios wie der Mann, der – laut der Eurosport-Kommentatoren – ein Marathon-Wettbewerb-Debüttant war und ebenfalls unter den ersten zehn war.

Makau hätte wahrscheinlich noch ewig weiterlaufen können. Wahnsinn, was die Menschen schaffen, dass es immer noch möglich ist, immer schneller zu werden. Hoffentlich ohne medikamentöse Hilfe.

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Sportschau live – Leichtathletik-WM 2011: Usain Bolt

Sonntag, den 28. August 2011
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SO 28.08.2011 | 11.15 Uhr | Das Erste

Usain Bolt ist ein Showmann. Also, gewesen. Am Sonntagmittag stand für ihn der Showdown auf dem Programm: der 100-Meter-Lauf bei der Leichtathletik-WM in Daegu.

Wer am Sonntag das Erste einschaltete, erlebte die Boltshow. Der Jamaikaner zeigte allen, wer der Boss ist. Also, war. Als die Starter aufgerufen wurden und er dran war, machte er die große Geste. Ich werde gewinnen, hieß sie. Und die anderen werden nicht gewinnen.
Doch dann machte es peng. Und noch mal: peng. Fehlstart. Von Usain Bolt.
Aus dem Showstar ist binnen drei Sekunden eine Witzfigur geworden. Usain Bolt hat es versaut. Disqualifiziert.

Das wäre eigentlich eine traurige Geschichte. Im Fall des Sportlers, der gern auf die Kacke haut, ist allerdings eine gewisse Schadenfreude niht von der Hand zu weisen. Man könnte auch sagen: haha!

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Sportschau live: Leichtathletik-WM 2011

Sonntag, den 28. August 2011
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SA 27.08.2011 | 1.55 Uhr (So.) | Das Erste

Die Sport-Kommentatoren der ARD sind sauer, und das sagen sie auch. Es ist Tag 2 der Leichtathletik-WM 2011 in in Daegu in Südkorea. Nur leider scheint das südkoreanische Fernsehen andere Vorstellungen von der Übertragung zu haben als das deutsche.

Während außerhalb des Stadions der 20-Kilometer-Lauf im Gehen ausgetragen wird, sind immer mal wieder Hochspringer oder Diskuswerfer zu sehen – nur leider nie live. Die Südkoreaner zeigen all das als Aufzeichnung. Scheinbar wahllos eingestreut in den Geh-Wettkampf. Oder sie zeigen ausführlich eine südkoreanische Sportlerin, die international kaum Bedeutung hat.

Den Ärger sprechen sich die ARD-Kommentatoren (wie in der Nacht zuvor auch schon die ZDF-Leute) von der Seele:
Was zeigen sie denn da wieder?
Und wieder eine Aufzeichnung. Wir verstehen das nicht.
Ein bisschen undurchsichtig das Ganze.
Ein Durcheinander.
Da kommt das Ziel, es kommt wie Kai aus der Kiste.
Diese Südkoreanierin hat ja im Weltbild gar nichts zu suchen.
Eine grandiose Fehlleistung der Kollegen, die haben uns mit der Auswertung völlig alleingelassen.

Da spricht der völlige Frust.
Doch die ARD ist machtlos: Für die nächtlichen Übertragungen hat sie keine eigenen Kameras im Einsatz, ist also auf das angewiesen, was die Südkoreaner für die Welt zusammenstellen. Und das scheint willkürlich und chaotisch zu sein. Manchmal kann sparen somit ganz schön ärgerlich sein.

aRTikel

Eine Herzensangelegenheit

Mittwoch, den 26. Mai 2010
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Interview: Dirk Thiele über den Mukolauf, dessen achte Auflage am Sonntag stattfindet

MAZ Potsdam, 26.5.2010

Eurosport-Kommentator Dirk Thiele gehört zu den Organisatoren des „Mukolaufs“. Über das sportliche Benefiz-Volksfest im Lustgarten sprach der 67-Jährige mit Robert Tiesler.

MAZ: Der Lauf für Mukoviszidose-Kranke findet zum achten Mal statt. Sind Sie von Anfang an dabei gewesen?
Dirk Thiele: Ich mache das sechste Mal mit. Damals hat Ingrid Stolpe die Initiative ergriffen und mich angesprochen. Können Sie uns helfen, fragte sie mich, ich würde doch Hinz und Kunz kennen.

Sie laufen auch selbst mit…
Thiele: Jedes Jahr. Dabei ist es unwichtig, wie viel ich schaffe. Ich weiß, dass ich 500 Euro einbringe. Je nachdem, wie es mir geht, werde ich weiterlaufen. Wichtig ist mir, dass ich präsent bin und zeige, dass ich nicht nur rede.

Kennen Sie selbst auch Menschen, die an Mukoviszidose erkrankt sind?
Thiele: Nicht persönlich. Aber es sind ja immer einige Betroffene vor Ort, da kann man nur ahnen, wie sie zu leiden haben. Ich sehe das dann als Verpflichtung, weiterzumachen.

Im vergangenen Jahr war auf Ihre Initiative hin unter anderen die Weltklasse-Kanutin Katrin Wagner-Augustin dabei. Ist es schwer, die Sportler für den Lauf zu begeistern?
Thiele: Ich glaube, es ist das Persönliche. Ich brauche meist nicht lange zu reden und nur zu sagen: Es ist wieder so weit. Katrin Wagner-Augustin wird auch in diesem Jahr dabei sein. Ich finde es toll, wie sie sich einsetzt. Die Kanuten trainieren in Kienbaum, und sie wird extra zu dem Lauf kommen und danach gleich wieder zurückfahren.

Wer wird noch dabei sein?
Thiele: Mindestens drei Spielerinnen von Turbine Potsdam laufen mit. Außerdem vom VfL die Volleyballerinnen Ramona Stucki und Anika Zülow sowie die Handballer Jan Piske und Lars Melzer. Weshalb ich ein bisschen traurig bin, ist, dass niemand vom SV Babelsberg 03 dabei ist. Da hat das irgendwie zeitlich nicht so gepasst.

Sie kümmern sich auch um die Geldgeber für die Sportler?
Thiele: Ja, ich habe wieder die Sponsoren abgeklappert. Von Rewe, Securitas, dem Institut für Getreideverarbeitung sowie Orenstein und Koppel kommen mal 200, mal 300 Euro. Insgesamt kommen durch die Sportler 1500 Euro zusammen.

Was passiert mit dem Geld, dass bei dem Spendenlauf eingenommen wird?
Thiele: Das wird an den Verein Mukoviszidose Berlin-Brandenburg überwiesen.

Was würden Sie sagen, sind die Potsdamer allgemein sehr hilfsbereit?
Thiele: Ja, das ist so. Für die Sportler ist es ein großes Bedürfnis, bei dem Lauf dabei zu sein. Und die Zahl der Teilnehmer und der Spendensumme wird ja auch von Jahr zu Jahr größer.

Wann sind Sie wieder bei Eurosport im Einsatz?
Thiele: Ich fliege heute nach Ostrava in Tschechien und kommentiere am Donnerstag ein Leichtathletik-Meeting.

aRTikel

1990 – Jahr der Einheit: 215000 Mark Umsatz am ersten Tag

Freitag, den 30. April 2010
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März 1990 -> 18.3.2010

Rückblick: Der April 1990 im Kreis Oranienburg: Konsum-Kaufhaus öffnet wieder / Gedenklauf fällt aus / Bus fährt nach Tegel

MAZ Oranienburg, 30.4.2010

Was passierte im Jahr der Einheit im Altkreis Oranienburg – und was stand in der Märkischen Volksstimme (MV)? Diesmal der April 1990.

OBERHAVEL
Die Proteste sind erfolgreich: Zwischen Oranienburg und Berlin-Tegel gibt es wieder eine Busverbindung. Am 4. April startet nach eineinhalb Monaten Pause am Busbahnhof der Kreisstadt der erste Bus nach West-Berlin. Ursprünglich sollte er nicht mehr fahren, weil er von den Betreibern als unrentabel eingeschätzt wurde.

Die deutsche Einheit rückt unterdessen immer näher. In Oranienburg gehen am 5. April 5000 Menschen auf die Straße. Ihre Forderung: „2:1, nein!“ Gemeint ist der Umtauschkurs von DDR-Mark zur D-Mark. Die Leute fordern einen Kurs von 1:1. Die DDR dürfe zudem kein Billiglohnland mit radikalem Sozialabbau werden.

In Schönfließ öffnet am 10. April wieder der „Alte Dorfkrug“. Die Gaststätte hat jedoch nur ein kurzes Gastspiel, schon im Juni soll wieder Schluss sein. Dann beginnt der totale Neuaufbau des Hauses. Geplante Bauzeit: bis zu zwei Jahre.

Kinder, Eltern und Erzieher der Oranienburger Maria-Kuhn-Oberschule (im Haus der heutigen Torhorst-Gesamtschule) schreiben einen Brief an den Bildungsminister. Sie fordern die Beibehaltung ihres Hortes und sammeln dafür bereits Unterschriften.

Das Osterfest 1990 in Oranienburg bietet Freude und Ärger. Einerseits bleiben die Hubschrauber des Flughafens Nahe Wilhelmsthal im Depot, der Fluglärm bleibt aus. Andererseits ist die F 96 zu den Feiertagen eine Staufalle. Über die Fernverkehrsstraße mitten durch die Stadt quält sich der komplette Verkehr Richtung Norden. Die Polizei fordert im Vorfeld langsame Fahrer auf, die Strecke zu meiden. Eine Umweltgruppe des Neuen Forums sorgt zudem für ein Chaos: Zur dicksten Verkehrszeit demonstrieren sie auf der Straße des Friedens (Bernauer Straße) gegen die „unzumutbaren Belastungen“. Der Verkehr kommt zeitweise zum Erliegen.

Am 21. April tagt in der Kreisstadt letztmals der Runde Tisch. Und dabei gebe es noch so viel zu besprechen. Das Gremium werde „mitten aus der Arbeit gerissen“, so steht es in der MV.

In Wolfslake feiern die Speedwayfahrer den zehnten Geburtstag des MC Eichenring. Zum ersten deutsch-deutschen Klubvergleich mit dem MSC Nordhastedt (Schleswig-Holstein) kommen 5000 Leute. Die Wolfslaker gewinnen den Pokal.

Eine Hiobsbotschaft dagegen für die Läufer: Der 27. Sachsenhausen-Gedenklauf 1990 muss ausfallen. Es gab zu wenig Anmeldungen.

Schon vor der Währungsunion verdrängen Westwaren die heimischen Produkte in den Kaufhallen. Am Runden Tisch ist gar von einer „Flut von Westprodukten“ die Rede. Wie die Preise entstehen – meist im Kurs 1:3 – erscheint willkürlich. Im Oranienburger Zentrum öffnet am 23. April das Konsum-Kaufhaus nach einem Umbau. Allein am ersten Tag macht das Haus einen Umsatz von 215 000 DDR-Mark. Und auch Sommerfeld hat bald einen Lebensmittelmarkt. Geplant sind 600 Quadratmeter, am 1. Juli 1991 soll er eröffnet werden.

Die Kommunalwahlen am 6. Mai werfen ihre Schatten voraus: Wie schon bei der Volkskammerwahl, ist die Abstimmung gefährdet. Allein in Oranienburg fehlen am 27. April noch 100 Helfer.

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Sportplatz extra: 36. Berlin-Marathon 2009

Sonntag, den 20. September 2009
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SO 20.09.2009 | 8.30 Uhr | rbb

Was haben sich die Berliner nur dabei gedacht? Da wird in München das Oktoberfest eröffnet und wie immer am zweiten Tag der Trachten- und Schützenumzug gestartet, und die Berliner haben nichts besseres zu tun, als ihren Marathon an genau diesem Tag zu veranstalten.
Und was haben die Berliner davon? Die ARD verzichtet auf eine Live-Übertragung im Ersten und sendet stattdessen eben jeden Trachten- und Schützenumzug vom Münchner Oktoberfest.

Sonst gibt es diese Terminüberschneidung nicht. Sonst startet der Marathon immer am letzten September-Sonntag. Aber vielleicht wollten die Organisatoren nicht, dass der Lauf mit der Bundestagswahl am 27. September kollidiert. Was ja auch vernünftig ist.
Aber so war der Marathon in diesem jahr nur im rbb, dem Dritten Programm zu sehen. Die Trachtenvereine haben also die Sportler geschlagen. der Sieg ging nach München.