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Der große Demokrator

Donnerstag, den 14. April 2016
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MI 13.04.2016 | 23.25 Uhr | WDR

In immer mehr Orten gibt es einen Bürgerhaushalt. Die Bewohner einer Stadt bekommen einen bestimmten Geldbetrag und können darüber abstimmen, in welche Projekte investiert werden soll.
Rami Hamze versucht in Köln ein Experiment: Mit 10.000 Euro aus Spendengeldern sollen die Bürger des Stadtteils Kalk entscheiden, was damit passieren soll. Es beginnt ein langer Diskussions- und Abstimmungsprozess.

Davon handelt die Doku „Der große Demokrator“, die am Mittwochabend im WDR lief. Der Film erzählt von einem außergewöhnlichen
Projekt, dem viele Menschen erst mal skeptisch gegenüberstehen.
Der Film selbst ist nicht uninteressant, aber leider für dieses Thema entschieden zu lang. Ewig Diskussionen, irgendwie dreht sich alles im Kreis. Zermürbend. Allerdings auch zermürbend wie das Projekt an sich. Aber ein kompakteres 45-Minuten-Dokuformat hätte da wahrscheinlich voll ausgereicht. Eine Doku in Spielfilmlänge ist nicht immer ein Vorteil.

aRTikel

Seit 50 Jahren am Herd

Samstag, den 26. März 2016
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Es war und ist sein Traumberuf – der Kremmener Norbert Stolley hat 1966 seine Kochlehre begonnen

MAZ Oberhavel, 26.3.2016

Kremmen.
Die Kochhose wollte einfach nicht über die Jeans passen – und die Kochjacke nicht übers Hemd. Also Jeans aus, Hemd aus, und die Kochsachen angezogen.
Norbert Stolley war gerade mal 14 und ziemlich schüchtern. Es war sein erster Tag seiner Ausbildung im Kölner „Weinhaus Hugo Wolff“. Er wollte seinen Traumberuf lernen: Koch! Das war am 1. April 1966 – vor genau 50 Jahren. So lange steht Norbert Stolley nun schon professionell am Herd. Seit einigen Jahren im „Coldehörn“ im Kremmener Scheunenviertel.

Privat kocht er sogar noch länger. „Ich wusste schon mit sieben Jahren, dass ich Koch werden will“, sagt der 64-Jährige. Schon als Kind kochte er Pudding und Milchreis, briet er Spiegeleier und Bratkartoffeln. Zwischen dachte er zwar daran, Konditor, Dekorateur oder Tankwart („Meine Mutter meinte: Bist du wahnsinnig?“) zu werden, er blieb dann aber dabei: Koch.
Das Weinhaus war eine gute Adresse, „alles wurde dort per Hand hergestellt, es gab keine Konserven oder Tiefgefrorenes“, erinnert sich Norbert Stolley. Lehrlinge sind schlecht bezahlt worden. Dafür gab es aber sogar auch mal Schläge, wenn der Lehrling Fehler gemacht hatte: „Das war damals so. Mein Vater war sogar einmal bei meinem Chef, der aber bestand auf Zucht und Ordnung.“ Damals schon zweifelhaft und heute sowieso undenkbar

Er arbeitete nach der Lehre in einem Kölner Hotel sowie in Wertheim am Main. „Mit den Bayern kam ich damals aber nicht klar, anders als heute.“ Mit knapp 18 ging er nach Hamburg, heuerte als Matrose an, kochte auf dem Schiff, zehn Jahre war er auf See. „Das war das, was ich wollte.“ In Wilhelmshaven fing er danach als Koch im „Coldehörn“ an, übernahm das Geschäft wenig später. „So richtig zufrieden war ich dann aber doch nicht.“ Nach weiteren Stationen als Küchendirektor wurde er Küchenchef im bekannten Mövenpick-Café Kröpcke in Hannover. Nach dem Mauerfall wechselte er ins Europacenter in Berlin. „Das war damals ein Chaosbetrieb, die Mauer war offen, die Leute kamen. 350 Mitarbeiter im 23-Stunden-Betrieb.“
Dann ging es weiter in die dortige Schulungsabteilung. In diesem Business machte er sich später selbstständig. Er beriet unter anderem das Cliff-Hotel in Sellin auf Rügen sowie Hotels in Berlin – und hatte dann eine Eingebung: Obstsalat!

In einer kleinen Küche auf dem Berliner Großmarkt produzierten er und seine bis zu 70 Mitarbeiter 1,5 Tonnen Obstsalat täglich – die Lieferungen gingen in Hotels nach ganz Deutschland, Österreich, Schweiz und in die Benelux-Länder. Bis zum 11. September 2001. Danach blieben in den Hotels die Manager aus – es musste gespart werden. Die Obstsalatproduktion rentierte sich nicht mehr.
Mit seiner Frau Charlotte konzentrierte er sich nun wieder auf die Gastronomie. In Eichstädt eröffnete er das „Coldehörn Steak und Fisch“, unter Bikern war das Lokal sehr angesagt, sogar Peter Maffay und Wolfgang Fiereck kamen dafür in das Dorf.
Dennoch zog es die beiden eigentlich gen Norden – sie wollten sich was Neues aufbauen, landeten aber letztlich im Kremmener Scheunenviertel. Auch dieses Geschäft benannten sie nach dem Lokal, das Stolley einst in Wilhelmshaven gehörte: „Coldehörn“ – mit dem Zusatz „Wein und Käse“. „Der Name bedeutet: kalte Ecke. Viele Gäste fragen danach, und so kommt man mit ihnen ins Gespräch.“

In Kremmen steht er wieder jeden Tag am Herd, auch an den beiden Tagen, in denen das Restaurant nicht geöffnet ist. Die kleine Karte im Lokal ändert sich von Tag zu Tag. „Frisches Fleisch, frischer Fisch, der Gast honoriert das.“ Er selbst isst „unwahrscheinlich gerne Brot, dazu Schinken oder Käse.“ Oder Steak, „ein schönes Stück Fleisch, aber nicht zu häufig. Auch mal gern Fisch.“
Am Mittag geht es los. „Jeden Tag wird der Kühlschrank aufgeräumt.“ Die Vorräte werden überprüft und in neue Schalen gelegt. Stolley portioniert das Fleisch und den Fisch.

Für den kommenden Freitag, dem großen Jubiläumstag, hat er sich ein paar Gäste eingeladen. Das Menü hat er am 23. März 1969 schon mal zubereitet – es war Bestandteil seiner damaligen Prüfung. Es gibt Matjesfilet, Kraftbrühe mit Pfannkuchenstreifen, Poularde Pompadour und Reis Trauttmansdorff, also Milchreis mit Früchten.

In diesem Jahr wird Norbert Stolley 65, im Dezember bekommt er die erste Rente – wie es weiter geht, weiß er noch nicht. „Wir arbeiten ganz stark an unserer Gesundheit“, sagt er. Davon ist momentan viel abhängig. Auf jeden Fall möchte er weiterhin „für die Kollegen was machen“, sie in Sachen Kochen und Kücheneinrichtungen beraten.

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ZDF spezial: Gewalt gegen Frauen – Was geschah in der Silvesternacht?

Donnerstag, den 7. Januar 2016
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DI 05.01.2016 | 19.20 Uhr | ZDF

Es passieren schon merkwürdige Dinge im deutschen Fernsehen im noch jungen 2016. Da überträgt Silvester um Mitternacht der WDR live aus Köln, ist sogar mit einer Kamera auf der Domplatte vertreten, mit Schwenk in Richtung Hauptbahnhof. Aber keiner hat dort mitbekommen, dass sich zu diesem Zeitpunkt Dinge abspielten, über die nun zu reden sein wird?
Vier Tage danach kommen die Ungeheuerlichkeiten nach und nach ans Licht, und das ZDF bringt in der “heute”-Sendung immer noch nichts darüber?
Irgendwas läuft da falsch.

Hunderte wohl nordafrikanisch aussehende Männer (so die offizielle Aussage) hatten sich Silvester vor dem Kölner Hauptbahnhof versammelt und wahllos Blitzknaller und Raketen gezündet. Nach Mitternacht sollen dann hunderte Frauen von einigen der Männer – oder auch Gruppen heraus – sexuell belästigt und bestohlen worden sein. Bis Mittwoch gingen etwa 100 Anzeigen ein.
In diesem Ausmaß ist es eine Ungeheuerlichkeit, die da passiert ist. Und es ist ganz klar, dass diese Dinge aufgeklärt werden und die Männer bestraft werden müssen.

Es dauerte ungeheuerliche vier Tage, bis die bundesweiten Medien den Fall aufgriffen. Wer hat da versagt?
War es die Polizei, die die Ereignisse in der ersten Zusammenfassung zu Neujahr erstaunlich harmlos dargestellt hat? Ist es der Umstand, dass die Ungeuerlichkeit der Ereignisse erst nach und nach wirklich ans Licht kommt? Dass das, was dort passiert ist, vermutlich von außen erst mal kaum ersichtlich war?

Andererseits: Lokale Medien haben wohl schon früher berichtet, und auch in den sozialen Medien ist diskutiert worden. Die bundesweiten Medien sprangen trotzdem nicht drauf an.
Warum? Aus Angst, es könne sich im Netz nur um eine aufgebauschte Sache handeln? Weil man runterspielen wollte, dass Ausländer (vielleicht Asylbewerber, das weiß man ja noch nicht) beteiligt waren und man in kein Wespennest stechen wollte?
Immerhin läuft der Meinungskampf im Social Web nun auf Hochtouren. Vor allem die rechten Kräfte schöpfen aus Köln neue Kraft, es wird gehetzt und gemutmaßt, und viele steigen darauf ein.

Wenn das ZDF also am Dienstagabend – fünf Tage danach – ein “ZDF spezial” sendet, dann ist das rein thematisch zwar sehr berechtigt. Aber definitiv zu spät, wenn man das Ganze einen Tag davor noch ignoriert hat.
Im Fall des Kölner Massenmobbings haben jedenfalls einige versagt – die Polizei, und die Medien auch. Ganz vorn das ZDF.

RTelenovela

Köln (3): Berliner kaufen Berliner, nennen sie aber Pfannkuchen

Mittwoch, den 20. März 2013
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(2) -> 6.5.2012

In Köln muss am Wochenende eine Werbeaktion für Berliner stattgefunden haben. Dabei geht es aber nicht um die Bewohner der Hauptstadt, sondern um das, was die Berliner selbst als Pfannkuchen bezeichnen. Eine Bäckereikette verschleuderte das Gebäck – zwei Stück für 1 Euro. Das ist in der Tat nicht so teuer, und weil man wohl damit rechnete, dass die Einkaufsmeilenspaziergänger darauf abfahren, stapelte man Unmengen von Pfa…, äh, Berliner in eine Auslage. Das sah durchaus imposant aus, wenn um die 100 solcher Dinger vor dem Bäckerladen rumliegen. Und da vor drei oder vier solcher Läden, die uns im Laufe des Nachmittags begegneten.

Einer meiner Freunde – ein (zugezogener) Berliner – schlug zu und kaufte sich zwei solcher Berliner. Und als wir die Innenstadt verließen, war der Stapel gegenüber dem WDR-Gebäude auch schon sehr viel kleiner geworden. Die Berliner waren dann wohl in aller Munde…

RTZapper

ZAPPER VOR ORT: Schlag den Raab

Dienstag, den 19. März 2013
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SA 16.03.2013 | Köln, “Schlag den Raab”-Studio

Die drängendste Frage, wenn man live bei “Schlag den Raab” in Köln ist: Darf man zwischendurch aufs Klo? Das klingt dämlich, aber das hat uns wirklich sehr beschäftigt. Ich bin, bevor wir ins Stuido gelassen wurden, sogar zweimal auf der Toilette gewesen, um mir auch ganz sicher zu sein!

Es ist gar nicht so einfach, live bei der wohl längsten Spielshow im deutschen Fernsehen dabei zu sein. Die Tickets dafür sind rar, man muss sich auf eine Warteliste setzen lassen und dann auf die erlösende E-Mail hoffen.

In der Schanzenstraße in Köln-Mülheim hat nicht nur “Die Harald Schmidt Show” ihr Zuhause, auch die Stefan-Raab-Produktionen kommen aus dem alten Industriegebiet. Interessanterweise ist das Studio von außen gar nicht als solches erkennbar, niemand soll wissen, dass dort Shows wie “Schlag den Raab” und “TV total” entstehen.
Auf der Brache gegenüber des Komplexes sehen wir schon, was uns im Außenspiel erwartet. Zumindest sehen wir ein Fußballtor und eine Kartbahn.

16.30 Uhr. Ticketausgabe. Es gibt die Farben rot, blau und weiß. Wir landen im roten Block, links neben der Showtreppe. Um 19 Uhr beginnt der Einlass – wie auf dem Flughafen mit Metalldetektor und Abtasten. Falls jemand vor hat, Raab was anzutun.
Wir bekommen einen recht gutes Platz in der Mitte des Blocks, ich sitze direkt am Gang. Auf den Monitoren werden die besten Musikacts aus “Schlag den Raab” gezeigt. Im Studio selbst passiert noch ziemlich wenig.
Wer sich die Kulissen genauer ansieht, merkt, dass 39 Ausgaben ganz scön in ihnen genagt haben. Da, wo die Kameras nicht hinkommen, blättert die Farbe ab, sind Plasttikteile abgebrochen oder Treppen staubig. Das wird man aber in Ausgabe 40, gleich auf ProSieben nicht mitbekommen.

Gut 20 Minuten vor Sendungsbeginn, kommt der Warm-up-Mann. Er bittet uns, Stimmung zu machen. Zu klatschen, zu jubeln. Und immer, wenn Steven Gätjen erwähnt, dass es 1 Million Euro im Jackpot zu gewinnt gibt, sollen wir erst recht jubeln. Immer.
Und dann kommt Stefan Raab. Er begrüßt uns freundlich, er ist gut drauf und locker. Wenn er uns in der Show ein Zeichen gibt, dass wir aufhören sollen zu klatschen, sollen wir nicht aufhören zu klatschen.

20.15 Uhr. Die Show beginnt, nun taucht auf Steven Gätjen auf. Der Moderator spricht vorher nicht mit dem Publikum vor Ort. Danach und während der Werbung auch nicht. Scheint er nicht nötig zu haben.
Gätjen hat zwar keinen Teleprompter, aber er liest viel von seinen Karten ab, die ihm ein persönlicher Assistent bringt. Der gibt ihm auch Zeichen, dass er zu schnell, zu langsam, zu laut oder zu betont spricht.
Ein junger Mann aus Guben wird vom Fernsehpublikum zum Raab-Gegner gekürt – ein Brandenburger, na, wenn das kein gutes Omen ist.

In den Werbepausen bekommen wir alte “Raab in Gefahr”-Filme zu sehen. Der Warm-up-Mann bittet uns, im Studio zu bleiben. Da er uns den Leuten aber nicht verbietet, gehen sie zwischendurch aufs Klo. Wir sind beruhigt.
Die Spiele im Studio können wir gut beobachten, am besten natürlich die Aktionsspiele wie das Flaschenrennen der später das sehr spannende Mini-Tischtennismatch. Die Spiele am Tisch können wir zwar beobachten, die eigentlichen Infos bekommen wir aber nur über die Monitore. Außer beim Spiegelschriftspiel: Da sind wir aufgeschmissen, wir bekommen die Aufgaben nicht zu sehen und beklatschen Erfolge, die wir gar nicht nachvollziehen können.

Während draußen das Kartfahren stattfand, baute das Team im Studio die Kulisse für den Auftritt von Robbie Williams auf. Es ist toll zu sehen, welche Mühe sich die Produktion da macht – die Musikacts wirken toll, mit Scheinwerfern und einer kleinen Bühne wirkt das doch recht kleine Studio plötzlich riesig – im Fernsehen. Aber auch im Studio sieht es imposant aus, wie Robbie Williams da steht und singt. Er brauchte allerdings einen Teleprompter, um “Be a Boy” singen zu können.
Ums Publikum kümmerten sich allerdings weder Williams, noch Leslie Clio und Lena. Sie kamen und gingen und tschüss. Das ist ein bisschen schade, immerhin machte Robbie noch ein paar Späße mit Gätjen, Raab und dem Kandidaten.

Irgendwann nach 22 Uhr bekamen wir alle ein Tetra-Pak mit Wasser aus Brandenburg – wieder ein Stück Heimat in Köln. Als Fernsehzuschauer sieht man nicht, dass überall im Publikum Getränkeverpackungen unter den Stühlen stehen. Aber ohne geht’s nicht, wenn man so lange Zeit in so einem Studio rumsitzt.
Erstaunlicherweise spielt das Publikum in der Show aber sowieso keine große Rolle. Spezielle Schnitte, in denen man Leute dort sitzen sieht, gibt es nicht. Wir sind nur Geräusch- und Hintergrundkulisse.

Halb eins in der Nacht, wir harren schon fünfeinhalb Stunden im Studio aus. Raab führt, und ich hoffe, dass er gewinnt. Dann dauert die Show nämlich nicht mehr so lange. Mit Spiel 13, “Wer ist das?”, bekommt Raab den Matchball. Er gewinnt ziemlich fix, und um 0.45 Uhr endet die Show.
Für uns endet sie mit Arbeit, denn von dem Moment, wo der Gewinner feststeht bis zur letzten Note von Whitney Houstons “One Moment in Time” müssen wir durchklatschen und jubeln. Das schlaucht noch mal.
Aber immerhin verabschiedet uns Raab, als die Kamera aus sind und auf ProSieben schon der nachfolgende Film beginnt, noch einmal persönlich. Natürlich waren wir das beste und schönste Publikum ever und überhaupt. Und wenn es uns gefallen hat, sollen wir es weitersagen, wenn nicht, nicht. Steven spricht auch zum Schluss nicht mit uns. Steven ist überhaupt einer der wenigen Schwachpunkte der Show. Er moderiert sie routiniert weg, es fehlt ihm an Persönlichkeit, an Witz. Das ist sehr schade.

Ein Besuch von “Schlag den Raab” lohnt sich, aber er erfordert viel Sitzfleisch. Auch wenn es am Ende keine wirklich neuen Erkenntnisse brachte, war es doch spannend, das alles mal live zu sehen. Noch einmal muss ich das aber wohl nicht haben. So schön es auch war.

RTZapper

Der große Kukakö-Rosenmontagsumzug

Donnerstag, den 14. Februar 2013
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MO 11.02.2013 | 11.20 Uhr | MDR-Fernsehen

Kukakö? Ganz kurz könnte man da an “Kuhkacke” denken oder an eine neue Folge der Teletubbies. Aber der MDR zeigt weder das eine noch das andere.
Kukakö ist der Name der Karnevalsgesellschaft aus Köthen in Sachsen-Anhalt. Immer am Rosenmontag geht da die Post ab, und das ist so bedeutend, dass das MDR-Fernsehen live dabei ist.
Okay, im Gegensatz zu Köln kukackt Köthen ganz schön ab, aber das nichts nichts im Vergleich zu dem, was in Halle an der Saale los ist. Oder nicht los ist.

Am Montag schaltete der MDR nämlich von Karnevalshochburg zu Karnevalshochburg. In Halle tat ein Reporter so, als wäre auch dort die Hölle los. Peinlich genau achtete der Kameramann vor Ort darauf, nur den Umzug und die total fröhlichen Faschingsgesellen zu zeigen.
Warum nur? Vielleicht weil sich in Halle sonst niemand für den Quatsch interessiert? Ab und zu war es zu sehen: das Desinteresse. Am Rande des Umzuges standen so gut wie keine (!) Leute, nur ein paar Verstörte, die schnell mal vom Rad abstiegen.
So doll scheint es in Halle für die Kostümierungsarie nicht zu laufen, aber warum überträgt der MDR so was live?

Ähnliches gilt übrigens für den rbb. Auch die Übertragung am Sonntagnachmittag aus Cottbus wirkte seltsam. Während sich die Faschingsleute feierten, war am Straßenrand so gut wie nichts los. Von guter Stimmung, von Jubel, war nichts zu sehen.
Hatte der rbb den falschen Standort? Oder hielt sich das Interesse in Cottbus wirklich so in Grenzen? Und muss der klamme rbb das dann wirklich live übertragen?

Dann schon lieber Köln und Düsseldorf im WDR. Oder der Mainzer Umzug im SWR. da ist wenigstens was los.

RTelenovela

Meine kreative Faschingspause

Dienstag, den 12. Februar 2013
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Ein dreifaches Oranienburg – Helau!!
Allerdings muss ich zugeben: Ich bin nicht der größte Faschingsfan, war ich noch nie.

Es muss Mitte der 80er gewesen sein, als ich mich zur Faschingsfeier im Kindergarten heute ist dort das Oranienburger Bürgerzentrum – als Marienkäfer verkleidete.
Aber schon als Kind fand ich verkleiden eher blöd. Es mussten Kostüme sein, die nicht besonders aufwändig sind. Einmal ging ich als Gärtner, da musste ich mir nur eine grüne Schürze überziehen. Ein anderes Mal ging ich als Cowboy.
Ein einziges Mal habe ich eine Büttenrede gehalten, in meiner Schule, 1997. Als Verkleidung musste ein Barrett herhalten, es sollte ein bisschen französisch aussehen. Und die rede habe ich auch nicht selbst geschrieben. Immerhin habe ich diesen Meilenstein irgendwo auf einer alten VHS-Kassette. Sollte ich vielleicht mal wieder rauskramen.

Seitdem ist meine Karriere als Faschingsfan in einer kreativen Pause. Vielleicht überlege ich mir was für 2014. Irgendwie würde es mich ja schon mal reizen, Rosenmontag in Köln zu verbingen. Ein Freund von mir lebt in Baden-Württemberg, und selbst in einem kleinen Ort wie Altlußheim waren heute im Umzug mehr als 100 (!) Wagen unterwegs.
Problem: Dann muss ich mich wohl auch verkleiden. Na ja, mal sehen.