RTelenovela

Köln (3): Berliner kaufen Berliner, nennen sie aber Pfannkuchen

Mittwoch, den 20. März 2013
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(2) -> 6.5.2012

In Köln muss am Wochenende eine Werbeaktion für Berliner stattgefunden haben. Dabei geht es aber nicht um die Bewohner der Hauptstadt, sondern um das, was die Berliner selbst als Pfannkuchen bezeichnen. Eine Bäckereikette verschleuderte das Gebäck – zwei Stück für 1 Euro. Das ist in der Tat nicht so teuer, und weil man wohl damit rechnete, dass die Einkaufsmeilenspaziergänger darauf abfahren, stapelte man Unmengen von Pfa…, äh, Berliner in eine Auslage. Das sah durchaus imposant aus, wenn um die 100 solcher Dinger vor dem Bäckerladen rumliegen. Und da vor drei oder vier solcher Läden, die uns im Laufe des Nachmittags begegneten.

Einer meiner Freunde – ein (zugezogener) Berliner – schlug zu und kaufte sich zwei solcher Berliner. Und als wir die Innenstadt verließen, war der Stapel gegenüber dem WDR-Gebäude auch schon sehr viel kleiner geworden. Die Berliner waren dann wohl in aller Munde…

RTZapper

ZAPPER VOR ORT: Schlag den Raab

Dienstag, den 19. März 2013
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SA 16.03.2013 | Köln, “Schlag den Raab”-Studio

Die drängendste Frage, wenn man live bei “Schlag den Raab” in Köln ist: Darf man zwischendurch aufs Klo? Das klingt dämlich, aber das hat uns wirklich sehr beschäftigt. Ich bin, bevor wir ins Stuido gelassen wurden, sogar zweimal auf der Toilette gewesen, um mir auch ganz sicher zu sein!

Es ist gar nicht so einfach, live bei der wohl längsten Spielshow im deutschen Fernsehen dabei zu sein. Die Tickets dafür sind rar, man muss sich auf eine Warteliste setzen lassen und dann auf die erlösende E-Mail hoffen.

In der Schanzenstraße in Köln-Mülheim hat nicht nur “Die Harald Schmidt Show” ihr Zuhause, auch die Stefan-Raab-Produktionen kommen aus dem alten Industriegebiet. Interessanterweise ist das Studio von außen gar nicht als solches erkennbar, niemand soll wissen, dass dort Shows wie “Schlag den Raab” und “TV total” entstehen.
Auf der Brache gegenüber des Komplexes sehen wir schon, was uns im Außenspiel erwartet. Zumindest sehen wir ein Fußballtor und eine Kartbahn.

16.30 Uhr. Ticketausgabe. Es gibt die Farben rot, blau und weiß. Wir landen im roten Block, links neben der Showtreppe. Um 19 Uhr beginnt der Einlass – wie auf dem Flughafen mit Metalldetektor und Abtasten. Falls jemand vor hat, Raab was anzutun.
Wir bekommen einen recht gutes Platz in der Mitte des Blocks, ich sitze direkt am Gang. Auf den Monitoren werden die besten Musikacts aus “Schlag den Raab” gezeigt. Im Studio selbst passiert noch ziemlich wenig.
Wer sich die Kulissen genauer ansieht, merkt, dass 39 Ausgaben ganz scön in ihnen genagt haben. Da, wo die Kameras nicht hinkommen, blättert die Farbe ab, sind Plasttikteile abgebrochen oder Treppen staubig. Das wird man aber in Ausgabe 40, gleich auf ProSieben nicht mitbekommen.

Gut 20 Minuten vor Sendungsbeginn, kommt der Warm-up-Mann. Er bittet uns, Stimmung zu machen. Zu klatschen, zu jubeln. Und immer, wenn Steven Gätjen erwähnt, dass es 1 Million Euro im Jackpot zu gewinnt gibt, sollen wir erst recht jubeln. Immer.
Und dann kommt Stefan Raab. Er begrüßt uns freundlich, er ist gut drauf und locker. Wenn er uns in der Show ein Zeichen gibt, dass wir aufhören sollen zu klatschen, sollen wir nicht aufhören zu klatschen.

20.15 Uhr. Die Show beginnt, nun taucht auf Steven Gätjen auf. Der Moderator spricht vorher nicht mit dem Publikum vor Ort. Danach und während der Werbung auch nicht. Scheint er nicht nötig zu haben.
Gätjen hat zwar keinen Teleprompter, aber er liest viel von seinen Karten ab, die ihm ein persönlicher Assistent bringt. Der gibt ihm auch Zeichen, dass er zu schnell, zu langsam, zu laut oder zu betont spricht.
Ein junger Mann aus Guben wird vom Fernsehpublikum zum Raab-Gegner gekürt – ein Brandenburger, na, wenn das kein gutes Omen ist.

In den Werbepausen bekommen wir alte “Raab in Gefahr”-Filme zu sehen. Der Warm-up-Mann bittet uns, im Studio zu bleiben. Da er uns den Leuten aber nicht verbietet, gehen sie zwischendurch aufs Klo. Wir sind beruhigt.
Die Spiele im Studio können wir gut beobachten, am besten natürlich die Aktionsspiele wie das Flaschenrennen der später das sehr spannende Mini-Tischtennismatch. Die Spiele am Tisch können wir zwar beobachten, die eigentlichen Infos bekommen wir aber nur über die Monitore. Außer beim Spiegelschriftspiel: Da sind wir aufgeschmissen, wir bekommen die Aufgaben nicht zu sehen und beklatschen Erfolge, die wir gar nicht nachvollziehen können.

Während draußen das Kartfahren stattfand, baute das Team im Studio die Kulisse für den Auftritt von Robbie Williams auf. Es ist toll zu sehen, welche Mühe sich die Produktion da macht – die Musikacts wirken toll, mit Scheinwerfern und einer kleinen Bühne wirkt das doch recht kleine Studio plötzlich riesig – im Fernsehen. Aber auch im Studio sieht es imposant aus, wie Robbie Williams da steht und singt. Er brauchte allerdings einen Teleprompter, um “Be a Boy” singen zu können.
Ums Publikum kümmerten sich allerdings weder Williams, noch Leslie Clio und Lena. Sie kamen und gingen und tschüss. Das ist ein bisschen schade, immerhin machte Robbie noch ein paar Späße mit Gätjen, Raab und dem Kandidaten.

Irgendwann nach 22 Uhr bekamen wir alle ein Tetra-Pak mit Wasser aus Brandenburg – wieder ein Stück Heimat in Köln. Als Fernsehzuschauer sieht man nicht, dass überall im Publikum Getränkeverpackungen unter den Stühlen stehen. Aber ohne geht’s nicht, wenn man so lange Zeit in so einem Studio rumsitzt.
Erstaunlicherweise spielt das Publikum in der Show aber sowieso keine große Rolle. Spezielle Schnitte, in denen man Leute dort sitzen sieht, gibt es nicht. Wir sind nur Geräusch- und Hintergrundkulisse.

Halb eins in der Nacht, wir harren schon fünfeinhalb Stunden im Studio aus. Raab führt, und ich hoffe, dass er gewinnt. Dann dauert die Show nämlich nicht mehr so lange. Mit Spiel 13, “Wer ist das?”, bekommt Raab den Matchball. Er gewinnt ziemlich fix, und um 0.45 Uhr endet die Show.
Für uns endet sie mit Arbeit, denn von dem Moment, wo der Gewinner feststeht bis zur letzten Note von Whitney Houstons “One Moment in Time” müssen wir durchklatschen und jubeln. Das schlaucht noch mal.
Aber immerhin verabschiedet uns Raab, als die Kamera aus sind und auf ProSieben schon der nachfolgende Film beginnt, noch einmal persönlich. Natürlich waren wir das beste und schönste Publikum ever und überhaupt. Und wenn es uns gefallen hat, sollen wir es weitersagen, wenn nicht, nicht. Steven spricht auch zum Schluss nicht mit uns. Steven ist überhaupt einer der wenigen Schwachpunkte der Show. Er moderiert sie routiniert weg, es fehlt ihm an Persönlichkeit, an Witz. Das ist sehr schade.

Ein Besuch von “Schlag den Raab” lohnt sich, aber er erfordert viel Sitzfleisch. Auch wenn es am Ende keine wirklich neuen Erkenntnisse brachte, war es doch spannend, das alles mal live zu sehen. Noch einmal muss ich das aber wohl nicht haben. So schön es auch war.

RTZapper

Der große Kukakö-Rosenmontagsumzug

Donnerstag, den 14. Februar 2013
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MO 11.02.2013 | 11.20 Uhr | MDR-Fernsehen

Kukakö? Ganz kurz könnte man da an “Kuhkacke” denken oder an eine neue Folge der Teletubbies. Aber der MDR zeigt weder das eine noch das andere.
Kukakö ist der Name der Karnevalsgesellschaft aus Köthen in Sachsen-Anhalt. Immer am Rosenmontag geht da die Post ab, und das ist so bedeutend, dass das MDR-Fernsehen live dabei ist.
Okay, im Gegensatz zu Köln kukackt Köthen ganz schön ab, aber das nichts nichts im Vergleich zu dem, was in Halle an der Saale los ist. Oder nicht los ist.

Am Montag schaltete der MDR nämlich von Karnevalshochburg zu Karnevalshochburg. In Halle tat ein Reporter so, als wäre auch dort die Hölle los. Peinlich genau achtete der Kameramann vor Ort darauf, nur den Umzug und die total fröhlichen Faschingsgesellen zu zeigen.
Warum nur? Vielleicht weil sich in Halle sonst niemand für den Quatsch interessiert? Ab und zu war es zu sehen: das Desinteresse. Am Rande des Umzuges standen so gut wie keine (!) Leute, nur ein paar Verstörte, die schnell mal vom Rad abstiegen.
So doll scheint es in Halle für die Kostümierungsarie nicht zu laufen, aber warum überträgt der MDR so was live?

Ähnliches gilt übrigens für den rbb. Auch die Übertragung am Sonntagnachmittag aus Cottbus wirkte seltsam. Während sich die Faschingsleute feierten, war am Straßenrand so gut wie nichts los. Von guter Stimmung, von Jubel, war nichts zu sehen.
Hatte der rbb den falschen Standort? Oder hielt sich das Interesse in Cottbus wirklich so in Grenzen? Und muss der klamme rbb das dann wirklich live übertragen?

Dann schon lieber Köln und Düsseldorf im WDR. Oder der Mainzer Umzug im SWR. da ist wenigstens was los.

RTelenovela

Meine kreative Faschingspause

Dienstag, den 12. Februar 2013
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Ein dreifaches Oranienburg – Helau!!
Allerdings muss ich zugeben: Ich bin nicht der größte Faschingsfan, war ich noch nie.

Es muss Mitte der 80er gewesen sein, als ich mich zur Faschingsfeier im Kindergarten heute ist dort das Oranienburger Bürgerzentrum – als Marienkäfer verkleidete.
Aber schon als Kind fand ich verkleiden eher blöd. Es mussten Kostüme sein, die nicht besonders aufwändig sind. Einmal ging ich als Gärtner, da musste ich mir nur eine grüne Schürze überziehen. Ein anderes Mal ging ich als Cowboy.
Ein einziges Mal habe ich eine Büttenrede gehalten, in meiner Schule, 1997. Als Verkleidung musste ein Barrett herhalten, es sollte ein bisschen französisch aussehen. Und die rede habe ich auch nicht selbst geschrieben. Immerhin habe ich diesen Meilenstein irgendwo auf einer alten VHS-Kassette. Sollte ich vielleicht mal wieder rauskramen.

Seitdem ist meine Karriere als Faschingsfan in einer kreativen Pause. Vielleicht überlege ich mir was für 2014. Irgendwie würde es mich ja schon mal reizen, Rosenmontag in Köln zu verbingen. Ein Freund von mir lebt in Baden-Württemberg, und selbst in einem kleinen Ort wie Altlußheim waren heute im Umzug mehr als 100 (!) Wagen unterwegs.
Problem: Dann muss ich mich wohl auch verkleiden. Na ja, mal sehen.

RTelenovela

Köln (2): Lauter Zeichen der Liebe

Sonntag, den 6. Mai 2012
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(1) -> 5.7.2003

Nach neun Jahren mal wieder Köln. Harald Schmidt sei Dank.
Vor dem Studio 449 in Mülheim stehen einige Leute, vermutlich Journalisten. Das ZDF ist auch vor Ort, um zu berichten, dass Schmidt von Sat.1 zu Sky wechselt. Die ZDF-Leute erkennt man am Autokennzeichen MZ-MZ.
Über dem Studio 499 weht noch die Sat.1-Fahne. Noch. Schon am Tag danach wird sie eingezogen.

Unser Hotel liegt im Zentrum von Köln, in ziemlicher Nähe vom Dom. Der Dom dient für viele Einrichtungen als echter Tourizieher. Hotel am Dom. Apotheke am Dom. Wasauchimmer am Dom. Das ist es egal, dass der besagte Dom nicht mal mehr in Sichtweite ist. Hauptsache “am Dom”.
Das Schöne am Wohnen im Stadtzentrum ist, dass man keinen Wecker braucht. Irgendwo bimmelt gerade immer eine Kirchenglocke.

Um zu den Glocken des Kölner Doms zu gelangen, muss man die eine oder andere Treppe besteigen. Lustigerweise zeigt der Pfeil am “Turmbesteigung”-Schild nach unten. Am Dom muss man eben erst nach unten laufen, um nach oben zu kommen.
Es sind weit mehr als 500 Stufen bis zur Aussichtsplattform. Da braucht man ordentlich Puste.
Eine lange, lange, lange (…) Wendeltreppe führt nach oben. Langsam und gleichmäßig laufen wir hoch. Hin und wieder gibt es kleine Flächen, wo man ein wenig ausruhen kann. Die sind dringend nötig, aber leider meistens schon durch andere Besucher blockiert.
Im Bereich der Glocken ist Zeit für eine größere Pause. Man kann einmal um die Glocken herumlaufen – ein sehr schmaler Gang führt dort herum, und ich möchte nicht wissen, wie es scheppert, wenn die volle Stunde ran ist.
Als wir oben ankommen, bin ich ziemlich fertig und ansatzweise durchgeschwitzt. Was sich besonders bei kühlem Wind gut anfühlt.
Es ist Wahnsinn, wie die Domplattform beschmiert ist. Es gibt keinen Fleck, an dem kein Gekrakel steht. Wirklich keinen. Paar verewigen sich, andere teilen mit, dass sie hier waren oder dass sie Luca und Daniele toll finden. Auch der größte Teil der Wendetreppenwand ist vollgekrakelt. Es scheint, dass es die Verantwortlichen aufgegeben haben, das wegzumachen.

Das Selbe gilt für die Hohenzollernbrücke über dem Rhein in Köln. Seit 2008 ist der Zaun, der den Fußweg von den Bahnschienen trennt, voll mit Schlössern. Paare zeigen auf diese Art ihre Liebe. Mehrere zehntausend dieser Schlösser sind dort schon befestigt. An einigen Stellen ist kein Platz mehr für Neue. Die Bahn hat es einst abgelehnt, etwas dagegen zu tun. Man sehe das mit einem lachenden Auge, so ein Sprecher. Und Köln hat eine Touristenattraktion.

Wer von der Hohenzollernbrücke wieder zum Rhein runterlaufen will, könnte von Aufpassern verscheucht werden. Ein ganzer Platz, der nicht betreten werden darf, und Schilder klären auf, warum: Unter dem Platz ist die Philharmonie. Die Schritte der Passanten seien im Konzertraum unter Umständen zu hören. Und gerade war Probe, weshalb der Platz gesperrt werden musste.
Unfassbar. Ist das Baupfusch? Wahrscheinlich ist es nur eines: bekloppt.

Bestellt man im Brauhaus ein Kölsch, dann geht es Schlag auf Schlag weiter. Ist das 0,2-Liter-Glas leer, dann kommt schon das nächste volle Glas. in Köln muss man dem Kellner mitteilen, wenn man KEIN Kölsch mehr haben möchte. Dafür braucht er auch ein paar Minuten länger, wenn man die Rechnung haben will.
Da simmer dabei, dat is prima. Viva Colonia!

-> Fotos

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ZAPPER VOR ORT: Die Harald Schmidt Show (3)

Mittwoch, den 2. Mai 2012
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(2) -> 4.7.2003

MI 02.05.2012 | Köln, Studio 449

Es ist nach 2000 und 2003 mein dritter Besuch bei der „Harald Schmidt Show“ in Köln – aber es ist das erste Mal, dass der Meister mit mir ein Gespräch beginnt.

Fast wollten wir schon wehmütig sein. Bis Dienstag dachten wir, wir besuchen die vorletzte Late Night mit Schmidt überhaupt. Inzwischen ist klar: Es geht weiter, wenn auch nicht bei Sat.1. Ab Herbst läuft die Sendung dienstags bis donnerstags um 22.15 Uhr bei Sky. Ob ich mir dafür ein Abo zulege oder ob das Ganze zeitversetzt auch im Internet zu sehen sein wird – abwarten.
Nun also die vorletzte Show vor der Sommerpause.

Der Zuschauer im „Studio 449“ in Köln-Mülheim bekommt durchaus etwas geboten. Eine gute Viertelstunde vor Beginn der Aufzeichnung um 18 Uhr beginnt das Warm-up.
Das Team hinter den Kulissen lässt noch einen Motivationsschrei los, dann kommt Helmut Zerlett. Das Licht flackert, die Show vor Show geht los. Zerlett spielt auf einer kleinen Orgel und ruft nach und nach seine Bandkollegen auf die Bühne. Und zum Schluss dann Harald Schmidt.
Er ist gut drauf. Schmidt fragt das Publikum, wer denn schon einmal live im Studio bei einer Fernsehshow war. Ein paar melden sich – darunter ich. Er steht gerade in meiner Nähe (wir sitzen in der dritten Reihe), also fragt er mich. Ich erzähle, dass ich in der Chartshow von Sat.1 war, erst einen Moment später fällt mir der Name ein „Die Hit-Giganten“. Wie das gewesen sei, wollte Schmidt von mir wissen. „Schlimm“, sage ich, woraufhin Schmidt lacht. „Warum?“, will er wissen. „Weil es so lange gedauert hat.“ Ich hätte mich gern länger mit ihm darüber unterhalten, aber er fragte noch jemanden anders.

Es folgten noch Witze über mieses Publikum, dass er heute aber nicht habe, und dann ging es auch recht zügig los.
Und fast möchte man sagen, dass das Warm-up noch lustiger war als die Show an sich. Die war recht durchschnittlich, wenn auch live noch ein wenig besser als später vor dem Fernseher.

Denkwürdig war der Auftritt von Charles Bradley. Sie spielten ihren Song, Harald Schmidt verabschiedete sich danach, und eigentlich sollte alles vorbei sein. Dann aber: Alles zurück! Die Band bat darum, den Auftritt noch einmal zu spielen. Warum, wusste keiner so genau, denn eigentliuch war das okay, was sie da ablieferten.
Also: Noch einmal Applaus, und los ging es. Die Band spielte ein paar Töne, dann wieder Abbruch. Der Sänger hat den Einsatz verpasst. Also, noch mal. Und wieder klatschen, und wieder spielten sie. Doch dann der nächste Abbruch, irgendwas war wieder falsch. Einmal noch wollten sie es versuchen. Doch wieder brach die Band ab. Dann erst schaltete sich Harald Schmidt ein: Sie hätten jetzt sieben Anläufe gebraucht, und selbst David Bowie habe nicht mehr als einen Versuch gehabt. Plötzlich fällt den Musikern ein, dass der erste Take ja doch ganz okay gewesen sei, allerdings sind sie sich da nicht so ganz einig. Eine seltsam peinliche Vorstellung…

Nicht nur, weil ich mit Harald Schmidt gesprochen habe – der Besuch der Show in Köln lohnt. Es macht Spaß, dort zuzusehen. Und da ja nun doch nicht Schluss ist, wird es mich sicherlich später wieder mal nach Mülheim ziehen.

Mein erster Besuch bei der Show: -> 4.11.2000

aRTikel

From Above entstand beim Fußballgucken

Mittwoch, den 24. August 2011
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Musik: Die Band aus Schildow fand sich 2010 während der Weltmeisterschaft

MAZ Oranienburg, 24.8.2011

Sänger von From Above ist Nils Jörissen, der im Frühjahr beim RTL-Casting von „Deutschland sucht den Superstar“ zu sehen war.

SCHILDOW
Dass es die Band From Above gibt, haben wir der Fußball-WM in Südafrika zu verdanken. Im Sommer 2010 versammelten sich in Schildow die Leute zum gemeinsamen Fußballgucken. „Wir haben alle im Garten gesessen und sind miteinander ins Gespräch gekommen“, erzählt Nils Jörissen, der Sänger und Pianist der Gruppe. Bald redeten sie über Musik und: „Ach, du spielst auch Gitarre?“ – „Und du machst auch Musik?“ Das war gewissermaßen die Geburtsstunde von From Above aus Schildow. Gewissermaßen ein Zufall.

Einmal pro Woche treffen sich die drei Jungs, die allesamt aus Schildow kommen, um Musik zu machen. Christian Reschke (25) spielt Gitarre und arbeitet in einer Hohen Neuendorfer Versicherungsagentur. Stanley Schätzke (17) spielt Klavier und besucht die Evangelische Schule in Berlin-Frohnau. Nils Jörissen (19) singt und spielt Klavier. Er geht auf die Abendschule und will später Musik studieren – „am liebsten auf der Hanns-Eisler-Musikhochschule in Berlin“, wie Nils sagt.
Ihre Lieder sind Singer-Songwriter-Stücke über Liebe, Leid und schöne Dinge, wie es Nils Jörissen ausdrückt. „Das kommt natürlich auf die Umstände an, wie der Song entstanden ist.“ Christian Reschke ergänzt: „Wir machen alles, was uns Spaß macht.“ Ihre Vorbilder: John Butler und Brian McKnight, „der genialste Sänger der Welt“, so Christian. Die Stücke schreiben sie meistens zusammen. „Wenn’s passiert, dann geht es sehr schnell“, sagt Nils. Die meisten Lieder singen sie auf Englisch. „Das fällt mir leichter, als auf Deutsch zu texten.“

Auch der Jazz wird bei den Schildowern ganz groß geschrieben: Ein Nebenprojekt der Musiker nennt sich Fresh. „Da spielen wir Sinatra-Songs, Soul und andere Stücke“, erzählt Nils. Zu Fresh gehören die From-Above-Bandmitglieder plus ein weiterer Bassist. „Damit haben wir viel zu tun.“

Vor kurzem hatten sie einen Auftritt in einem Kölner Fünf-Sterne-Hotel. „Eine Galaveranstaltung“, sagt Christian.“ Den Leuten dort scheint es gefallen zu haben, sie haben From Above gleich noch mal gebucht.
Mit einem Promibonus hat das wenig zu tun. Nils Jörissen war in der 2011er-Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ dabei, galt sogar als Liebling von Dieter Bohlen. Doch Nils stieg nach dem Recall aus. Es hat ihm keinen Spaß mehr gemacht, und er wollte sich nicht an RTL binden, sagte er damals zur MAZ. „Heute spielt das eigentlich keine Rolle mehr“, sagt Nils. Das Ziel der Band lautet stattdessen: B-Flat. So heißt eine Berliner Jazzbar, in der die Jungs gern mal auftreten möchten.