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Radtour (30): Rot leuchten die Blätter in der Sonne

Montag, den 6. Oktober 2014
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(29) -> 17.7.2013

Langes Wochenende, ein sonniger Oktobertag. Was will man mehr, rauf aufs Rad! Überall in den Gärten sind die Leute und harken Laub. So langsam fallen die Blätter von den Bäumen und bedecken auch die Radwege.
Die Fahrt führt durch Oranienburg-Süd nach Havelhausen. Auf der Brücke bleibe ich kurz stehen und beobachte die Boote auf dem Oder-Havel-Kanal. Sind wahrscheinlich auch die letzten Fahrten der Saison.
Weiter geht’s zur Borgsdorfer Kreuzung und links in Richtung Lehnitz.

Ein großes Problem sind die Baumwurzeln, die gefährliche Dellen in die Asphaltradwege entlang der Landesstraßen hinterlassen. Schon lange regen die Radler, die zwischen Bärenklau und Leegebruch unterwegs sind, darüber auf. Und was machen die Straßenüberwacher? Nein, sie entfernen die Dellen nicht. Sie werden stattdessen markiert. Die Risse und Wölbungen werden mit einer Art schwarzem Kitt überzogen. So sind die Gefahrenstellen zwar noch da, aber deutlich sichtbar und auch ein wenig abgemildert. Das Problem löst man damit aber nicht.

Kurz vor Lehnitz biege ich in den Havelkorso. Dort sind schon richtig bunte Blätter an den Bäumen zu sehen. Knallrot leuchten sie in der Sonne. Ein toller Anblick.
Auch im Havelkorso waren viele Leute in ihren Gärten. Wenn man da durchradelt, wird man erst mal beäugt – schließlich ist man ja fremd. Dabei will ich ja nichts Böses. Nur mal gucken…

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RT liest

Jürgen Jancke: Die Rinn-Dokumentation – Band 1

Freitag, den 3. Januar 2014
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Schon die Vorgeschichte ist spannend. Im Herbst 2011 bekam der Unternehmer Christian Rinn den Auftrag, ein Haus im Oranienburger Stadtteil Tiergarten zu entrümpeln. Auf dem Dachboden lagen diverse Ordner mit bedrucktem Papier. Diese wurden zunächst beiseite gelegt und erst später näher betrachtet.
Beim genaueren Durchsehen, war die kleine Oranienburger Sensation perfekt: Die Unterlagen sind die pure Stadtgeschichte. Ein Unbekannter hat in Unterlagen der Jahre 1864 bis 1975 geblättert, vorrangig in alten Zeitungen. Die Artikel und Geschichten hat er oder sie episodenmäßig aufgeschrieben und in die verschiedenen Stadtteile kategorisiert.
Wer die Geschichten notiert hat, ist unbekannt.
Der Oranienburger Hobbyhistoriker Jürgen Jancke hat sich der Unterlagen angenommen, sie eingescannt und ein wenig ergänzt.

Im Band 1 geht es um die Ereignisse in den Oranienburger Stadtteilen Altstadt, Süd sowie rund um Schlossplatz und -park sowie das Gesellschaftshaus.
Für Oranienburger, und vermutlich nur für sie ist das Buch interessant, sind diese Geschichten unglaublich interessant.
So erfährt man, dass im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert rund um die Kanalstraße ständig Massenprügeleien stattfanden. Oder dass im Ersten Weltkrieg die Glocke der Nicolaikirche zu Kriegszwecken abgegeben werden musste. Dass 1912/13 die heutige Saarlandstraße inklusive der Dropebrücke bebaut wurden. Dass ab etwa 1920 das Gebiet zwischen Saarlandstraße, Krankenhaus und dem Kanal bebaut worden ist, in dieser Zeit also große Teile von Oranienburg-Süd besiedelt worden sind.
Wir erfahren, dass es auch damals schon eine Unmege von Einbrüchen gab, Brände und auch Orkane.
Wir sehen Bilder vom Bau der Allende- und Nerudaschule 1971, von der Ashaltierung der damaligen Leninallee, von der noch mit Altbauten gesäumten Mittelstraße. Das dunkle Kapitel Oranienburgs, als Ende der 1960er-bis Mitte der 70er-Jahre die historischen Bauten am Schlossplatz niedergerissen wurden und damit als alte Stadtbild am Ende war.
Wir erfahren, dass Havelhausen sich bis ins frühe 20. Jahrhundert viel weiter nach Süd erstreckte, alut dem Buch gehörte sogar die Birkenallee noch zu Havelhausen. Abseits der heutigen Saarlandstraße, an der Havel, befand sich die Dropesiedlung. Nur der Stadtteil Eden fehlt im Buch.
Es sind auch die kleinen Geschichten: Veranstaltungen, Zänkereien und auch der aufkeimende Nationalsozialismus. Die Zeit zwischen 1933 und 1945 ist allerdings in den Unterlagen ausgespart.

So unglaublich spannend der Inhalt auch ist – dennoch ist die Chance vertan worden, ein ganz großes Geschichtswerk für die Stadt zu schaffen.
Die Bearbeitung erfolgte mitunter schlampig und unaufmerksam. Einige Fotos und ganze Seiten gibt es im Buch doppelt. In den Unterlagen beschriebene Fotos fehlen, der Nachbearbeiter hat vergessen, diese Stellen genauer zu bearbeiten. Auch gibt es komplett unleserliche Passagen mit Zeitungsausschnitten. Die hätten entweder weggelassen werden können oder hätten abgeschrieben werden müssen. Ganze Seiten gehen dem Leser dadurch verloren.
Auch fehlte eine Nachrecherche offenbar völlig, denn laut einem Zeitungsbericht soll es im Buch mindestens ein Foto geben, das gar nicht Oranienburg zeigt.
In Zusammenarbeit mit den anderen Heimatforschern der Stadt hätte das Buch durch weitere passende Fotos ergänzt werden können – und vor allem durch passendes Kartenmaterial.
Das hätte natürlich mehr Arbeit und Umfang bedeutet, aber das hätte sich sicherlich für alle Seiten gelohnt. Einen dadurch eventuellen entstandenen dritten Band hätten die Interessierten ganz sicher auch gekauft – auch das Warten wenn die Bücher später erschienen wären, wäre nicht schlimm gewesen.
Das alles ändert aber nichts daran, dass die Rinn-Dokumentation ein echter Schatz für Oranienburg ist.

Jürgen Jancke: Die Rinn-Dokumentation – Band 1
Veltener Verlagsgesellschaft mbH, 272 Seiten
7/10

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1992: In Bärenklau gehen 150 Asylbewerber auf die Barrikaden

Mittwoch, den 4. Juli 2012
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Juni 1992 II -> 26.6.2012

Vor 20 Jahren: Demonstration gegen Vollverpflegung / Feuerwehr wendet Waldbrandkatastrophe bei Summt ab / Einbrüche in Liebenthal

MAZ Oranienburg, 4.7.2012

Was passierte vor 20 Jahren im Altkreis Oranienburg? Diesmal: die erste Hälfte im Juli 1992.

OBERHAVEL
Die Feuerwehr kann die große Katastrophe abwenden. Im Dreieck Birkenwerder – Summt – Zühlsdorf brennt Anfang Juli 1992 tagelang auf einer Fläche von 250 Hektar der Wald. Zeitweise war die Ortschaft Summt bedroht. Es gab bereits erste Evakuierungspläne. Zeitweise sind in der Region mehr als 350 Feuerwehrleute und 300 Bundeswehrsoldaten im Einsatz. Eine gute Woche lang dauert die Brandbekämpfung.

Bei der Feuerwehr in Hammer herrscht unterdessen Krisenstimmung. Es gibt zu wenig Leute, die Einsatzbereitschaft kann nicht mehr gewährleistet werden, sagt Bürgermeisterin Christa Balke. Die Wehr meldet sich vorerst ab.

In der im Bau befindlichen Gülleaufbereitungsanlage bei Kremmen will die Fastfoodkette McDonald’s Speiseabfälle kompostieren. Im September 1992 soll es losgehen.

Brummifahrer können die Parkfläche gegenüber der Raststätte „Havelbrücke“ in Havelhausen nicht mehr nutzen. Am 6. Juli 1992 sorgt ein Trupp dafür, dass das große Gelände eingezäunt wird. Auftraggeber ist die Esso-AG in Berlin. Doch ein geplanter Tankstellenbau kommt nicht zustande, weil der Oder-Havel-Kanal zu dicht ist.

In Bärenklau gehen am 8. Juli 1992 die 150 Asylbewerber in der ehemaligen Tourismusschule auf die Barrikaden. Der Eklat dreht sich um die Essen-Vollverpflegung, die keiner von ihnen in Anspruch nehmen will. Die Bewohner möchten selbst kochen – und demonstrieren dafür. Ein großes Polizeiaufgebot kommt nach Bärenklau. Eine Sozialamtsmitarbeiterin wird mit einer Fahrradkette angegriffen. Am 10. Juli müssen 39 Schwarzafrikaner das Heim verlassen.

Am 9. Juli 1992 geht folgender Anruf im Kremmener Rathaus ein: „Passen Sie gut auf. In einer Stunde fliegt das Rathaus in die Luft.“ Die Polizei kommt, aber eine Stunde nach dem Anruf steht das Rathaus immer noch.

Unbekannte verwüsten am 14. Juli 1992 das Liebenthaler Gemeindezentrum. Ein Aktenschrank ist aufgebrochen, Akten liegen durcheinander auf dem Boden, auch auf dem Schreibtisch von Bürgermeisterin Ingeborg Kirchmann herrscht Chaos. Einige Tage davor ist schon in den Konsum eingebrochen worden.

Unklar ist übrigens auch noch, ob sich Liebenthal der Stadt Liebenwalde anschließen will. In den Planungen von Groß Schönebeck kommt Liebenthal jedoch nicht mehr vor, die Einwohner selbst sprechen sich dafür aus, im künftigen Kreis Oberhavel bleiben zu wollen.

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1992: Brückenchaos rund um Havelhausen

Dienstag, den 15. Mai 2012
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April 1992 II -> 27.4.2012

Vor 20 Jahren: Bauarbeiten führen zu Megastaus / Neues Asylbewerberheim bei Sommerswalde geplant

MAZ Oranienburg, 15.5.2012

Was passierte vor 20 Jahren im Altkreis Oranienburg? Diesmal: die erste Hälfte im Mai 1992.

OBERHAVEL
Die Brückenruine über dem Oder-Havel-Kanal in Friedrichsthal rostet vor sich hin. Die Gemeinde hat allerdings kein Geld, sie zu reparieren. Die Fähre ruht ebenfalls, doch bis zu den Sommerferien soll der Übergang zum Grabowsee wieder gewährleistet sein.
Die Brücke in Havelhausen dagegen wird saniert. Das führt am 4. Mai 1992 allerdings zu einem Verkehrschaos. Zwischen der Borgsdorfer Kreuzung und Lehnitz kommt es zum Superstau, auch weil entsprechende Umleitungsschilder fehlen. Die Lage verschlimmert sich, als eine Woche danach auch noch auf der Brücke an der Lehnitzschleuse Bauarbeiten beginnen.

Aufgemotzte Motorräder gehören im Mai 1992 neuerdings zum Ortsbild in Schwante. Die Berliner Harley-Davidson-Interessengemeinschaft mietet sich für vorerst zwei Jahre in eine Baracke am Sportplatz ein.

Auf der Schönfließer Fläche neben der S-Bahn-Strecke soll eine gemeinsame Schule mit Bergfelde entstehen, außerdem verschiedene Reihenhäuser. Ein Bebauungsplan ist in Arbeit. Entsprechende Pläne werden im Mai 1992 vorgestellt.

Zwischen Berlin-Frohnau und Hohen Neuendorf bilden Anwohner am 8. Mai 1992 eine Menschenkette. Sie wehren sich gegen die Erhöhung des dortigen Tempolimits von 50 auf 70.

Im Haushalt von Kremmen fehlen 3,5 Millionen Mark. Große Löcher klaffen unter anderem bei der Schule und der Feuerwehr. Wenn das so bleibt, sei die Zahlungsfähigkeit der Stadt akut gefährdet, so Kämmerin Heike Schmidtsdorf. Neue Einnahmequellen seien kaum zu erwarten.

Neues gibt es zum Thema Kreisreform: Zum künftigen Großkreis Oberhavel soll neben Gransee auch Templin gehören. Aus Sicht von Landrat Karl-Heinz Schröter gibt es jedoch „handfeste Argumente gegen diese Lösung“.

In der Nähe von Sommerswalde soll an abgelegener Stelle ein Asylbewerberheim entstehen. In den Baracken hausten früher die Kampfgruppen des Hennigsdorfer Stahlwerkes. Befürchtungen, dass es Zoff geben könnte, tritt Sozialamtsleiter Detlef Troppens entgegen: Wegen der abgelegenen Lage käme es sicherlich nicht zu Protesten, sagte er.

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Nasses Laub und (keine) Gegenstände

Samstag, den 13. November 2010
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Da nimmt es aber jemand sehr ernst mit seinem Job: Bei strömenden Regen und Sturm stand heute ein Typ in Havelhausen auf dem Parkplatz am griechischen Restaurant und hantierte mit seinem Laubsauger. Oder war es ein Laubpuster? Gerade, als ich vorbeifuhr, versuchte er nämlich, ein einzelnes Stück Laub von A nach B zu pusten. Scheinbar unbeeindruckt vom Wolkenbruch.

Überhaupt schien am Nachmittag die Welt unter zu gehen. Auf dem östlichen Berliner Ring war es schon so finster, als wäre schon Nacht.
Unterdessen verkündete der radioeins-Verkehrsfunk, dass irgendein Gegenstand auf der A10 zwischen Rüdersdorf und Erkner liege. Ich war gespannt, denn genau da war ich gerade.
Schon raste die Polizei mit Blaulicht an mir vorbei, platzierte sich auf dem Mittelstreifen, warnblinkte, und wir alle tuckerten hinterher, um zu sehen, was denn so spannendes auf der Autobahn liegt. Ausnahmsweise traf es die Floskel “Freund und Helfer” auf den Punkt. Doch lieder lag gar nichts auf der Straße. An der Abfahrt Erkner verließ das Polizeiauto die A10.

Das Ziel meiner Fahrt: Bad Saarow. Die vierte von neun Thermen. Die ausführliche Kritik gibt es am Sonnabend kommender Woche. Nur so viel: Hm. Ich bin nicht so angetan. Enge, altmodisch anmutende Umkleideräume. Ein viel zu kleiner Saunabereich, bei dem ständig jemand im Weg steht oder ich ständig im Weg stehe. Das Schwimmbad hat eine Flughafenhallenanmutung. Und so weiter. Schade, von den vier Thermen wird Bad Saarow wohl am schlechtesten abschneiden.

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Mieses Essen in Polen – und Havelhausen

Dienstag, den 6. Juli 2010
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Neulich an einem Imbiss in Havelhausen: Ein Mann erzählt der Verkäuferin, dass er gerade aus Polen komme. Unterwegs habe er eine Roulade gegessen. Furchtbar sei die gewesen. Ganz dünnes Fleisch, und die Füllung bestand aus merkwürdigem Zeugs, total strähnig.
Das nächste Mal wolle er dann auf jeden Fall in Deutschland was essen gehen, denn in Polen hätte das ja überhaupt keinen Sinn, die können ja überhaupt gar nicht kochen.

Ich sitze daneben und sehe auf den Cheeseburger, den ich gerade gekauft habe. Essen kann ich ihn noch nicht, der ist kochend heiß, er kommt gerade aus der Mikrowelle. Irgendwann nehme ich ihn doch, das Brötchen ist matschig, der Burgerinhalt quillt heraus.
Offenbar gibt es das Problem des schlechten Essens nicht nur in Polen, sondern auch in Havelhausen. Aber darüber hat der Mann am Imbiss nicht gesprochen. Er hatte ja auch nur einen Eiskaffee.

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Jette: Unfallgefahr

Sonntag, den 3. Januar 2010
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MAZ Oranienburg, 2.1.2010

Also nee, wissen se nee, manchmal frage ich mich, was unsere Freunde und Helfer eigentlich auf der Polizeischule gelernt haben. In der Nacht zum Dienstag war meine Erkenntnis: nicht viel.

Zwischen der Borgsdorfer Kreuzung und Havelhausen landete ein Autofahrer im Graben. Die Strecke war dicht. Von weitem sah ich aber nur gelbe Blinklichter und die blauen Rundumleuchten der Polizeiwagen. Eine richtige Absperrung jedoch gab es nicht. Weder an der Kreuzung noch am Unfallort. Also fuhr ich langsam ran, erkannte, dass ich nicht weiterkam. Gut, dass ich nicht schneller war. Denn bei der Straßenglätte wäre eine Vollbremsung kritisch geworden. Ohne weiteres hätte es zu einem schweren Folgeunfall kommen können. Ich wartete also. Und wartete. Der Polizist, der an seinem Einsatzwagen stand, hatte leider Besseres zu tun, als den Verkehr zu regeln. Ich glaube, er musste sich dringend mit jemandem unterhalten. Ich entschloss mich, umzudrehen und über Lehnitz nach Oranienburg weiterzufahren.

Was lernen die Polizisten auf der Polizeischule eigentlich? Sichere Straßensperren bei Dunkelheit und Glätte offenbar nicht, ärgert sich eure
Jette

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