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10 Jahre Family.TV und tm3 – Der Abschied

Donnerstag, den 4. April 2019
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SO 31.03.2019 | 23.55 Uhr | tm3

tm3 ist tot. Schon wieder.
Dabei war es doch gerade so… ähm… übersichtlich.
Am Sonntagabend endete das Programm des Senders für immer. Zum Abschied gab es noch Höhepunkte aus zehn Jahren in Bildern.

tm3 hieß vorher Family.TV. 2009 ging das Programm als “Deutschlands erster Internetfernsehsender” an den Start. Wobei das Programm eher durch furchtbar dilettantische Shows auffiel – und durch ein Frühstücksfernsehen, das von 9 bis 13 Uhr lief und in dem Sendungen liefen, bei denen man über die Herkunft und Urheberrechte lieber nicht gesprochen hat. Später hieß es, der Sender habe eine Hollywoodproduktion ausgestrahlt, dessen Rechte man nicht hatte. Kann ja alles mal passieren.

Am Ende häuften sich wohl die Schulden, die Sendelizenz war in Gefahr – aber dass nun Schluss ist, hat natürlich nie nie nie damit zu tun, dass Prozesse liefen, Urteile gefällt wurden und Leute auf Löhne und Honorare warteten. Schluss ist, weil der Senderchef ein Burnout bekam. Und es einfach nicht mehr hinbekam. Sagt er. Über Eigenschuld natürlich kein Wort in seinem Statement.

Am Ende hatte tm3 – so hieß der Sender schließlich – kaum noch Programm. Stundenlang gab es Teleshopping und Reisedokus. tm3 hatte schlicht kein Material mehr.
Die Zahl der Leute, die Family.TV oder tm3 vermissen, liegt vermutlich im einstelligen Bereich.

Beiträge zu Family.TV und tm3 findet ihr hier.

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Acapulco H.E.A.T

Mittwoch, den 20. Februar 2019
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DI 19.02.2019 | 16.00 Uhr | tm3

Ja, du liest richtig: tm3.
tm3 gibt es wieder, es aber ist nicht das tm3, das als Frauensender startete und später als Spielesender in 9live aufging.
Hinter dem “neuen” tm3 verbirgt sich das ehemalige Family.TV, der kleine Rumpelsender, der vor einigen Jahren durch wunderliche Live-Sendungen aufgefallen ist. Und durch Einschaltquoten-Angaben, die völlig utopisch und wenig bis nicht glaubhaft waren. Und durch ein Programm, für das Family.TV wohl hier und da gar keine Ausstrahlungsrechte hatte. So lief dort angeblich mal “Grand Budapest Hotel”, und lange hat der Senderbetreiber behauptet, die Rechte daran gehabt zu haben. War wohl doch nicht so. Immer wieder ist zu lesen, dass Leute in Sendungen eingeladen werden, und die dann erzählen, wie furchtbar das alles gewesen sei – von der Kohle mal abgesehen.
Warum im Januar Family.TV dann in tm3 umbenannt wurde, ist nicht so ganz klar. Immerhin hatte das “alte” tm3 ja nicht das beste Image, und selbst zu Frauensender-Zeiten war das Interesse gering.
Die Marke tm3 war aber wohl zu haben.

So richtig viel Programm hat tm3 allerdings nicht zu bieten. Die Serie “Acapulco H.E.A.T.” läuft auf diversen Sendeplätzen. Dazu noch zwei, drei Serien, die jeweils im Spätprogramm laufen, außerdem Teleshopping, ein sonnenklar.TV-Sendefenster, ein paar Reisedokus – das war’s im Großen und Ganzen.
Damit werden sogar zwei Sender bestückt, denn tm3 plus gibt es auch noch.

Unklar ist, wie lange noch. Denn das Verwaltungsgericht Stuttgart hat in dieser Woche beschlossen, dass tm3 seinen Sendebetrieb einstellen muss. Die Landesanstalt für Kommunikation in Baden-Württemberg hatte das zuvor auch schon so entschieden. Der Betreiber legt Widerspruch ein, und tm3 sendet weiter vor sich hin.
Die Frage ist nur: für wen eigentlich?

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Die US-Wahlnacht im Ersten

Freitag, den 11. November 2016
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DI 08.11.2016 | 22.50 Uhr | Das Erste

Nach fast zehneinhalb Stunden (!) Live-Sendung waren die Moderatoren im Ersten nicht nur in Schockstarre. Schockstarre war nämlich, nachdem feststand, dass Donald Trump neuer US-Präsident wird, das Lieblingswort der Moderatoren und Gäste. Nach einer so langen Strecke waren alle auch sehr, sehr müde.
War ja auch so nicht abzusehen, dass das Ganze nicht nur die Nacht hindurch dauern wird, sondern auch den ganzen Morgen. Erst um 8.30 Uhr stand wirklich fest: Donald Trump schlägt Hillary Clinton.
Es war das Ende eines monatelangen, oft extrem unschönen Wahlkampfes – und der Beginn einer Ära mit einem ungewissen Ausgang.

Diese lange US-Wahlnacht war eine Geduldsprobe für alle. Für die Zuschauer, aber auch für die Fernsehmacher. Irgendwie muss man diese verdammt lange Zeit ja füllen.
Beim ZDF war irgendwann in der Nacht eine Reporterin bei einer völlig aufgelösten jungen Frau, die – warum auch immer – nicht wählen durfte. Heulend stand die Frau nun da und ließ sich von der verständnisvollen Korrespondentin ausfragen.
Im Ersten musste der Moderator zwischendurch mal für Ruhe sorgen, wenn das Publikum maulig wurde, weil Trump schon wieder einen Bundesstaat gewonnen hatte.

Bei Family TV war man schon vorher stolz wie Bolle, dass man ja angeblich der einzige deutsche Sender, äh, na ja, Privatsender sei, der durchgängig von der US-Wahl berichtete. Letztlich übertrug man dann doch nur das CNN-Programm und laberte etwas dazu. Eher überflüssig.
Im ZDF muss sich Christian Sievers vorher so richtig vorbereitet haben, denn immer wenn in weiteren US-Staaten Wahllokale schlossen, kannte Sievers kleine Anekdoten und Randnotizen zu fast jedem der Staaten. Respekt. Wenn auch manchmal albern.
Bei Sat.1 begann man mit dem Frühstücksfernsehen immer schon um 4.55 Uhr, und man erzählte den Zuschauern auch, was in den USA los ist. So ganz wollte man sie dann aber doch nicht mit der Politik belästigen. Zwischendurch wurde dann auch noch gekocht. Anders als bei RTL, wo es ab 4 Uhr eine rein journalistische Wahlsendung gab.

Eine spannende Alternative gab’s im Internet, auf Youtube. Dort konnte man Jan Böhmermann und seinem “Neo Magazin Royale”-Team dabei zusehen, wie sie sich die Wahlnacht um die Ohren hauen. Inklusive Kommentare zum Wahlgeschehen. Als sich gegen 5 Uhr schon deutlich der Trump-Sieg abzeichnete, machten sie aber schon Schluss.

Unterdessen endete im ZDF “Die Nacht der Entscheidung” ohne Entscheidung, denn nach 7 Uhr übernahmen die Leute vom Frühstücksfernsehen. Diesen Luxus hatten die ARD-Kollegen nicht. Sie mussten bis weit nach 9 Uhr weitermachen. Und von der Schockstarre berichten.

Apropos Schockstarre: Immer mehr Leute werfen dem deutschen Journalismus vor, einseitig zu berichten. Die ARD-Leute ließen die Zuschauer im Minutentakt wissen, wie schockiert sie sind. Aber muss das so sein? Natürlich haben Journalisten zu allen Themen auch eine Meinung, aber sind sie auch in der Position, immer und überall kommentierend zu wirken?
Ich fand es auch schockierend, dass Donald Trump gewonnen hat, aber müssen mir das auch die Moderatoren immer wieder mitteilen?

Und dann war das noch der Junge, der während der Trump-Siegesrede direkt neben ihm stand. Er rollte mit den Augen, musste sich mehrfach heftig das Gähnen verkneifen. Er wusste ganz genau, dass zig Millionen Menschen ihm gerade zusehen und dass es ganz ungünstig wäre, nun dauernd zu gähnen. Andererseits war es weit nach 3 Uhr in New York. Und stand der Junge da und litt sehr. Er konnte einem Leid tun. Den Spott bekam er aber auch so ab.

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Das war 2012!

Montag, den 31. Dezember 2012
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Tom Hanks ist auch schon genervt vom deutschen Fernsehen. Drei Stunden lang musste er auf der „Wetten, dass“-Couch rumsitzen und sich doofe Masken überziehen. Danach zog er ordentlich vom Leder. Dabei kennt Mister Hanks doch gar nicht das restliche TV-Programm in Deutschland.
“Wetten, dass…?” sorgte 2012 für ordentliche Schlagzeilen. Zum Jahresanfang stand endlich fest, dass Markus Lanz Gottschalks Nachfolger wird.
Kann er das schaffen? Ist er der richtige Mann? Bis heute haben wir noch keine wirkliche Antwort darauf. Aber eigentlich hat er sich in den drei bisherigen Shows alles in allem gut geschlagen.

Gar nicht gut geschlagen hat sich Sat.1. Das wurde 2012 nämlich immer doofer. Grauenvolle Dokusoaps, Magazine mit bekloppten Namen wie „Push“ oder „Pin“, eine Castingshow, ein Quiz – alles Flops. Sat.1 wird das Rumpelimage und die miesen Quoten nicht mehr los. Mit gescripteten Talkshows, in denen nichts echt war, machte sich Sat.1 lächerlich. Mit angeblich nicht gescripteten Formaten wie “Schwer verliebt” zieht Sat.1 seine Protagonisten durch den Kakao. Höchst ärgerlich. Nein, zum kotzen ist das. Erstaunlich, wie schnell ein einst renommierter Sender in die Tonne gehauen werden kann.

Der ZDF-Reinfall des Jahres war eindeutig der Fußball-EM-Strand auf der Insel Usedom. Das ZDF wollte seine Berichterstattung diesmal nicht in den Stadien liefern, sondern aus Heringsdorf. Angeblich, weil das ja von Polen nicht so weit weg ist.
Während die Ostsee im Hintergrund wirkte wie ein öder Tümpel, ließ sich Olli Kahn zeigen, wie man twittert. Sehr spannend. Die Zuschauer vor Ort, oft wirkte das wie ein Rentnernachmittag, schwenkten müde mit ihren Deutschland-Fähnchen. Kam aber angeblich bei den Zuschauern supertoll an, hieß es beim ZDF. Erst zum Jahresende hin, gab man sich einsichtig.
Und dann gab es zur EM auch noch den unverschämt grinsenden Ingo Zamperoni. Er moderierte die „Tagesthemen“ in der Halbzeit des deutschen EM-Spiels gegen Italien. Die launige Moderation des Halbitalieners kam bei einigen Zuschauern irgendwie gar nicht gut an. Und dann schied Deutschland auch noch aus. Die bösen Briefe landeten haufenweise in der Redaktion von ARD-aktuell.
Immerhin sorgte die Fußball-EM für die Einschaltquote des Jahres: 28 Millionen Menschen sahen das EM-Aus der Deutschen.

Bitter war das Jahr für Thomas Gottschalk. Seine neue ARD-Vorabendshow “Gottschalk live” floppt grandios. Die erste Ausgabe war ein Desaster. Zig Werbepausen, von denen Gottschalk nicht wusste, wann sie beginnen. Es fehlte an einem Konzept, es fehlte offenbar an guten Leuten im Hintergrund, ständig erfand sich die Show neu. Die Quoten waren im Keller. Das Aus im Juni.
Im Herbst musste er sich auch noch beim RTL-„Supertalent“ in der Jury quälen. War nicht sein Ding. Und zu besseren Quoten führte sein Engagement auch nicht.

Showstars haben es eben auch nicht immer leicht. Davon kann Jenny Elvers-Elbertzhagen ein – hicks – Lied von singen. Im NDR-Magazin „Das!“ wirkte sie, nun ja, betrunken. Danach verabschiedete sie sich in die Entzugsklinik.
Die Kastelruther Spatzen haben für ihre Alben Studiomusiker engagiert. Böse Sache, deshalb mussten sie auch im “Musikantenstadl” zur Strafe live spielen. Und durften sich danach über die unverschämte Presse auslassen. Selber unverschämt.
Als in der Live-Talkshow von Günther Jauch sich ein Zuschauer im Saal lautstark zu einem Berliner Hochschulthema, nun ja, äußerte, wird er von den Ordnern rüde rausgeschmissen. Günther Jauch lässt ihn zurückholen.

2012 mussten wir von beliebten Stars Abschied nehmen. Dirk Bach starb viel zu früh, ebenso wie Whitney Houston. Auch nicht mehr da: Kurt Felix, Larry Hagman und der Politiker Peter Struck. Außerdem Neil Armstrong, Susanne Lothar, Donna Summer, Robin Gibb, Ravi Shankar, Rodney King, der Politiker Friedrich Zimmermann, Silvia Seidel, Oscar Niemeyer, Ernest Borgnine, Wolfgang Menge, Harry Valérien, Dave Brubeck, Schiedsrichter Manfred Amarell, Vadim Glowna, Günther Kaufmann, Sylvia Kristel, Scott Mckenzie, John Lord, Eishockey-Trainer Xaver Unsinn und Margot Werner.

Ach ja: und die Financial Times Deutschland und der gedruckte “Prinz”. Das Zeitungssterben beginnt. Die Frankfurter Rundschau meldet 2012 Insolvenz an. Ende offen. Noch immer ist nicht das richtige Rezept gegen die Zeitungskrise gefunden. Stattdessen streitet man sich um die Tagesschau-App. Angeblich weil Fernseher keine Texte anbieten darf. Offenbar die Presse aber bewegte Bilder.
Die Mediengruppe Madsack aus Hannover übernimmt die Märkische Allgemeine in Potsdam und möbelt sie auf. Die “Bild” feiert den 60. Geburtstag und feuert das nackte Seite-1-Girl.

Das Leitungsschutzrecht sorgt für Wirbel. Verlage wie Springer wollen nicht mehr, dass die Internetsuchmaschine Google Texte und Links verbreitet. Dabei vergessen sie offenbar, wer ihnen so viele Klicks beschafft.

Und sonst? Im „Tatort“ quatscht ARD-Wahlexperte Jörg Schönenborn in den dramatischen Serientod von Kommissar Cenk Batu. Im „ZDF-Fernsehgarten“ sorgen Chaoten im Hintergrund für einen Polizeieinsatz. Die ARD beerdigt seine Zuschauer mit einer nicht enden wollenden Themenwoche “Tod”. n-tv erreicht Rekordquoten mit dem Stratossprung von Felix Baumgartner aus fast 40 Kilometern Höhe. Harald Schmidt muss Sat.1 verlassen und sendet nun bei Sky unter Ausschluss der breiten Masse. Beim Internetsender family.TV wird in der “Club Night” eine Moderatorin während der laufenden Sendung gefeuert. Beim SuperBowl auf Sat.1 verpassen die Zuschauer bedauerlicherweise einen Touchdown, weil gerade ein Gewinnspiel läuft. Bei “Stuckrad-Barre” auf Tele 5 nippt FDP-Mann Christian Lindner an einem Joint, und die “Bild” spult sich auf.

Ach ja, und dann natürlich die Affäre um Christian Wulff. Im Interview mit ARD und ZDF verteidigt er Anfang Januar noch sein Tun, und sagt, er wolle in keinem Land leben, in dem man keine Geschenke von Freunden annehmen könne. Hilft nichts, er tritt doch noch zurück.

Gab es 2012 eigentlich auch gutes Fernsehen? Die Talkshow „Roche und Böhmermann“ auf zdf.kultur mischt die Promis auf. „Walulis sieht fern“, erst auf Tele 5, dann bei einsplus, zeigt, wie Fernsehen wirklich funktioniert. Das ZDF erfreut uns weiterhin mit der großartigen Nachrichtensatire, der “heute show”. Oliver Kalkofe darf wieder lästern. Die “Mattscheibe” läuft jetzt freitags auf Tele 5. Großartig waren wieder die neuen “Pastewka”-Folgen auf Sat.1.
Hoffentlich gibt’s 2013 mehr solcher Perlen. Auf ein Neues!

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visit-x.tv

Donnerstag, den 16. Februar 2012
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MI 15.02.2012 | 19.00 Uhr | Family.TV

Und was ist eigentlich das Familiäre am Internetsender Family.TV? Die Frage lässt sich schnell beantworten: Am Vorabend zwischen 19 und 20 Uhr besteht die Familie nach Ansicht des Senderverantwortlichen aus dem Papa oder dem pubertierenden Sohn, der mit offener Hose am PC sitzt und den Feierabend genießt, in dem er Tittenmäusen zusieht, die für ihren Körper werben.

Zur fast besten Sendezeit läuft bei Family.TV das Erotikformat “visit-x.tv”. Leichtbekleidete Damen spielen da zum Beispiel Billard und lassen ein paar heimliche Einblicke auf ihre Brüste zu. Aber nur ein bisschen, ist ja noch früh am Abend.
Am Bildrand gibt’s währenddessen Werbung für Erotikseiten im Internet und den Hinweis für die Erotikshow am Abend.

Erstaunlich, dass so was unter dem Label “Family.TV” läuft. Aber mit einem Familienprogramm hat Family.TV sowieso nichts zu tun. Erotiksendungen im Vorabendprogramm haben da jedenfalls nichts zu suchen. Wenn man seriös sein will.

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Geh aufs Ganze!: Neue Folge

Mittwoch, den 15. Februar 2012
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DI 14.02.2012 | 20.15 Uhr | Family.TV

Bei den Privatsendern ist es seit einiger Zeit üblich, den Zuschauern mitzuteilen, wenn es von einer Sendung zwischen all den Wiederholungen doch mal eine neue Folge gibt.
Allerdings scheint man beim Internetsender Family.TV eine etwas andere Definition von “neu” zu haben.

Am Dienstagabend lief dort die Spielshow “Geh aufs Ganze!”. Unter dem Senderlogo stand der Hinweis “neue Folge”. Nun ist allgemein bekannt, dass die Spielshow seit Jahren nicht mehr produziert wird und Family.TV alte Folgen der kabeleins-Sendung ausstrahlt.
Per Twitter habe ich mich mal erkundigt, warum Family.TV seine Zuschauer so in die Irre führt. Dort fühlt man sich jedoch – wie so oft – missverstanden und gemobbt. “Die Einblendung ‘neue Folge’ signalisiert, das es sich hierbei um eine neue Wiederholungs-Folge handelt und nicht um eine Wdh.”, so antwortete man mir (Rechtschreibfehler nicht geändert).

Das heißt also: Sendungen, die zwar uralt sind, aber noch nie beim Rumpelsender Family.TV liefen, sind also trotzdem “neue Folgen”.
Klar, das ist blanker Unsinn, total lächerlich und billige Zuschauerverarsche. Und die Macher scheinen es nicht mal selbst zu merken oder es selbst auch noch toll zu finden.

Vielleicht macht das RTL II bald auch so. Dort läuft neuerdings sonntags wieder “Baywatch”, und RTL II könnte da ja genauso gut “neue Folge” einblenden, denn bei RTL II sind sie ja neu. In der kruden Family.TV-Logik wäre das ganz normal.

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Club Night

Mittwoch, den 15. Februar 2012
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MO 13.02.2012 | 23.30 Uhr | Family.TV

Dass Fernsehsendungen von einem Tag zum anderen abgesetzt werden, daran haben wir uns ja schon fast gewöhnt. Dass aber Sendungen während der Werbepause abgesetzt werden – das ist wirklich neu.

Okay, die “Club Night” beim Internetsender Family.TV war nicht wirklich ein spannendes oder aufregendes Format. Es bestand eigentlich nur daraus, dass die Kamera einen DJ zeigte, der Platten auflegte.
Am Montag lief die Show das letzte Mal. Und sie wurde nicht mal bis zum Ende gezeigt. In einer Werbepause erschien auf Facebook der Hinweis, dass es nach der Werbung mit “Verliebt in Berlin” weitergehe. Der Eintrag wurde kaum beachtet – wie ja auch Family.TV an sich kaum beachtet wird. Dabei war es eine kleine Sensation: Die “Club Night” wurde mitten in der Live-Übertragung abgebrochen und für immer abgesetzt. Und tschüss.

In einer Pressemitteilung, die am Dienstagmittag veröffentlicht wurde, ist von internen Streits die Rede gewesen. Was das heißt, darüber kann nur spekuliert werden. Wenn aber eine Sendung im laufenden Betrieb dichtgemacht wird, muss es ein heftiger Zoff gewesen sein.

Lustigerweise machte sich der Sprecher von Family.TV via Facebook neulich über Sat.1 lustig, die stäöndig ihr Programm ändern würden. Dabei hat Family.TV nun gezeigt, dass es noch dreister geht. Das Programm, das über weite Strecken einfach nur peinlich ist, hat nun einen absoluten Tiefpunkt erlebt.
Die “Club Night” existiert auf der Internetseite des Senders nicht mehr – nur noch per Google-Suche. Die Facebook-Seite ist ebenfalls verschwunden.

Family.TV ist der wohl wunderlichste Sender Deutschlands: Harte Personalpolitik, dilettanische Eigenproduktionen, langweilige Fremdprogramme, die mitunter zum Fremdschämen einladen und nicht zu vergessen die desaströse PR-Arbeit.

Siehe auch den Beitrag über Family.TV von Timo Niemeier

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