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Kantine in Zeiten des Coronavirus

Inzwischen schafft man sich ja kleine Inseln des Abschaltens. Deshalb habe ich mich am Montag auch gefreut, dass ich schnell noch Zeit hatte, in meine Oranienburger Stamm-Kantine zu fahren. Aber schon vor dem Eingang war klar – auch hier spielt das Coronavirus eine sehr große Rolle.

An der Tür klebte ein Schild, dass es am anderen Eingang eine Automatiktür gebe – falls man die Klinke nicht anfassen will.
Drinnen roch alles nach Desinfektionsmittel. Die Tische standen weiter auseinander. Die Abstände, die man jetzt halten muss, werden dort eingehalten. Wenn jemand am Tisch sitzt, liegt ein Zettel auf dem Tisch, dass man sich danach dort nicht hinsetzen dürfe, weil nach jedem Gast, neu gesäubert werde.

Wer am Tresen das Essen holt, kann sich kein Besteck mehr nehmen, sondern man bekommt es vom Personal in die Hand gedrückt, eingewickelt in Papier.

Einerseits drückt das erneut die Stimmung, wie überhaupt eine merkwürdig gedämpfte Stimmung herrschte. Andererseits fand ich es aber beeindruckend und auch ehrlich erfreulich, wie sehr sie sich im “Bistro 23” Gedanken gemacht haben und alles umgesetzt haben, was in der Krise zu tun ist. Das kann nur heißen, dass ihnen die Kunden wichtig sind.
Ganz anders übrigens als im Oranienburger Lokal, wo am Sonntag quasi null Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden waren.

Und dann war da noch der Mann, der sich an meinen Tisch setzen wollte. An der Ecke, quasi 50 Zentimeter neben mir. Ich guckte ihn an und bat ihn, sich entweder schräg gegenüber oder an einen anderen Tisch zu setzen. Er tat Letzteres. Ob er es verstanden hat, weiß ich nicht. Vielleicht fand er mich komisch. Andererseits wäre mir das auch in normalen Zeiten so dicht unangenehm gewesen. Gerade weil noch so viel frei war.

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