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Bücher leihen ganz ohne Gebühren

Anita Kißner leitet seit 2001 die Kremmener Bibliothek – Kooperationen mit Grundschulen

MAZ Oberhavel, 18.1.2019

Kremmen.
Neuerdings steht ein roter Wimpel draußen neben der Eingangstür. Ansonsten aber ist die Kremmener Bibliothek, obwohl sie mitten im Zentrum ist, erstaunlich versteckt. Sie ist in der Ruppiner Straße 6 zu finden, schräg gegenüber vom kleinen Postladen. Seit 2001 ist Anita Kißner die Chefin über etwa 11 000 Medien: Bücher, Zeitschriften, DVDs und CDs. Aufgeteilt auf das Haupthaus und die beiden Filialen in den Grundschulen in Kremmen und Beetz.
„Wir haben etwa 450 Mitglieder, davon sind etwa 130 Kinder“, sagt Anita Kißner. Gebühren oder ein Jahresbeitrag werden keine erhoben, wer sich etwas ausleiht, muss nichts dafür zahlen. „Was mich betrifft, könnten es noch vielmehr sein. Das vorhandene Angebot könnte noch besser genutzt werden. Die, die kommen, lesen aber gerne und leihen viel, viel aus.“ Ungefähr ein Drittel der Nutzer kommen aus den Kremmener Ortsteilen.

Aufmerksam macht Anita Kißner die Bibliothek vor allem über die Internetseite der Stadt und durch Artikel im Kremmen-Magazin. „Es existieren außerdem mit den Grundschulen Kooperationsvereinbarungen. Da finden Lesungen und Bastelnachmittage in den jeweiligen Einrichtungen statt. „Auch die neuen Oberschüler kommen in den 7. Klassen her. Es ist ganz wichtig, dass sie wissen, dass es uns gibt.“ Allerdings gibt die Bibliothekarin zu: „Es gibt bestimmte Altersgruppen, um die man kämpfen muss.“
Sie findet es „großartig, dass sich die Stadt die Bibliothek leisten will“, sagt sie. Die Kremmener lesen sehr gern Familiensagas. „Auch gern Romane, in denen Realität und Fantasie verbunden werden. Oder historische Fakten, die aufgearbeitet werden.“ Auch Gartenliteratur komme sehr gut an. „Und die Handarbeitszeitung. Da gibt es wieder einen richtigen Hype.“ Auch Reiseführer seien nach wie vor gefragt.
Wer sich aus den aktuellen Bestsellerlisten bedienen will, wird in der Kremmener Bibliothek sehr oft fündig. Falls nicht, kann es schnell in Oranienburg bestellt und nach Kremmen geschickt werden. Auch spezielle Fachbücher können über die Fernleihe nach Kremmen gelangen – für eine Bearbeitungsgebühr in Höhe von 1,50 Euro.

Für Neuanschaffungen stehen Anita Kißner pro Jahr 7000 Euro zur Verfügung. Sie orientiert sich an Bestsellerlisten und Literaturpreisen – aber eben nicht nur. „Ich kenne meine Leser sehr gut“, sagt sie. „Ich gleiche ab, was hier gern gelesen wird.“ Hat sie von Reihen die ersten Bände, werden die Fortsetzungen gekauft. Gerade in Sachen Kinderliteratur müsse man sehen, „dass man da immer aktuell bleibt.“ Eigentlich ist es so, dass Bücher, die drei bis vier Jahre nicht mehr ausgeliehen werden, raus müssen. Natürlich aber gibt es Klassiker im Bestand, die schon länger ungelesen sind. Aber die würden dazu gehören, so Anita Kißner mit einem Lächeln. Wenn die Bücher raus müssen: „Wir haben einen Tisch, wo man schauen kann, was man noch braucht, auch spende ich Bücher an gemeinnützige Organisationen.“

In der Bibliothek hat sie eine Ecke eingerichtet, in der Kinder spielen können und die Möglichkeit haben, sich Bilderbücher anzusehen. „Ich würde mich freuen, wenn Eltern mit ihren Kindern einfach mal vorbeischauen.“ Die Bibliothek sei ein guter Aufenthaltsort. Die Kinder können spielen, Eltern in Büchern blättern, so Anita Kißner weiter.
Einziges Problem: Die Bibliothek ist nur über Treppen erreichbar, was für Ältere ein Manko sei. Ein Umzug in das Klubhaus am Markt mit barrierefrei erreichbaren Räumen ist derzeit nur Zukunftsmusik.

Dienstags 9 bis 12 und 14.30 bis 19 Uhr; donnerstags 9 bis 12 und 14.30 bis 18 Uhr in der Ruppiner Straße 6.

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