Monatsarchiv für Februar 2018

RTelenovela

Tinder!

Mittwoch, den 28. Februar 2018
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Na, auch schon mal auf dem Smartphone herumgewischt? Die Guten nach rechts, die nicht so Guten nach links? So jedenfalls funktioniert Tinder. Das ist eine Flirt-App, die einzig von einem oder mehreren Fotos sowie – wenn man will – ein paar spärlichen Infos lebt. Wer in der Gunst des kurzen Augenblicks durchfällt, wird links weggewischt. Wer einen guten Eindruck macht, nach rechts. Und hat der- oder diejenige das mit dem eigenen Foto auch gemacht – dann gibt’s ein Match!

Ein Mittag in einem Oranieburger Asia-Imbiss. Am Nebentisch sitzen zwei Frauen, und nachdem sie sich erzählt haben, was bei ihnen gerade so los ist, beginnt eine von ihnen der anderen Tinder-Fotos zu zeigen. Man hört immer nur: Nein. Nein. Nein. Oh, nein.
Ein Herr scheint es ihnen dann aber besonders angetan zu haben. “Der hat irgendwas”, sagt die eine. “Ja, aber was denn?” – “Na, guck doch mal, diese Augen, und dann das Kinn.” Sie beginnen zu fachsimpeln, und sie überlegen sich, wie man denn diesen Mann anschreiben könnte. Ob man denn gleich schreiben müsse, was man denn mag, oder ob ein einfaches “Hallo” reicht.

Wie dieses mögliche Tinder-Date ausgegangen ist, muss offen bleiben. Während sie weiter am Text gefeilt haben, habe ich gezahlt und bin gegangen.
Aber viel Glück!

RTZapper

The Orville

Mittwoch, den 28. Februar 2018
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DI 27.02.2018 | 20.15 Uhr | ProSieben

Seth MacFarlane steht für ziemlich brachialen, aber guten Humor. Auch in der zigsten Staffel von “Family Guy” gehen ihm und seinem Team nicht die guten Ideen aus.
Am Dienstagabend zeigte ProSieben die ersten beiden Folgen seiner neuen Serie “The Orville”. Sie nennt sich Sci-fi-Comedy, zumindest will uns das die “TV Spielfilm” erzählen.

“The Orville” wirkt wie die Wiederkehr des ganz alten Raumschiffs Enterprise. Ein Raumschiff ist unterwegs, es gibt altbackene Kulissen und eine Crew, die darin herum latscht.
Aber was genau soll diese Serie eigentlich sein? Retro? Will man an alte Zeiten anknüpfen? Wenn ja, aber wieso? Und wenn das Comedy sein soll, wo ist dann da der Humor? Gerade Folge 2 war kaum noch lustig – wenn die Serie den lustig sein soll.
Wenn aber “The Orville” keine Parodie ist und Comedy mit wenigen Gags – was soll uns das dann alles sagen? Leider hat sich dieser Serienstart als Enttäuschung erwiesen.

RT liest

Katharina Peters: Deichmord

Mittwoch, den 28. Februar 2018

(5) -> 28.4.2017

Die Polizei auf Rügen wird auf eine falsche Fährte gelockt. Es gibt wohl einen Hinweis, dass auf die Störtebeker-Festspiele in Ralswiek ein Anschlag verübt werden soll. Die Folgen wären in der Tat verheerend.
Es wird in verschiedene Richtungen ermittelt – auch gegen den Betreiber einer Pension im Ort.
Aber das ist nichts. Jedenfalls kein Terror.
Das Team um Romy Beccare stößt stattdessen auf einen anderen Fall – eigentlich sogar auf mehrere. Vor mehreren Jahren sind zwei junge Frauen spurlos verschwunden. Im Zuge dieser Ermittlungen gerät ein ehemaliger Polizist in Ralswiek in den Fokus – sowie eine ganze Familie und ganzer Kreis von Menschen zwischen Neubrandenburg und Sassnitz, die ein Motiv haben könnten, die Frauen verschwinden zu lassen.

“Deichmord” heißt der sechste Rügen-Krimi von Katharina Peters. Und, um das vorwegzunehmen: Der Titel ist leider extrem beliebig. Im Bemühen immer maritime Insel-Wörter mit dem “Mord” zu verbinden, ist dieser Titel nun wirklich sehr bemüht. Das gilt leider auch für das Buchcover. Denn weder geht es um einen Deich, noch um einen Kutter, wie er dort zu sehen ist. Auch die im Klappentext beschriebene Störtebeker-Terrorwarnung ist irreführend.
Der Fall selbst ist lange Zeit sehr geheimnisvoll, kann aber leider nicht den Spannungspegel vorheriger Romane der Reihe erreichen. Dazu ist der Fall nicht brisant genug, auch wirklich packende Wendungen gibt es nicht.
Gut zu lesen ist “Deichmord” aber dennoch. Aber hoffentlich findet die Autorin in folgenden Romanen wieder zu alter Stärke.

Katharina Peters: Deichmord
aufbau taschenbuch, 319 Seiten
7/10

RT im Kino

Die Verlegerin

Dienstag, den 27. Februar 2018
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1971. Kay Graham (Meryl Streep), die Verlegerin der Washington Post, steht vor ihrer schwierigsten Entscheidung.
Der New York Times sind die sogenannten Pentagon-Papiere zugespielt worden. Sie beweisen, dass die US-Regierung ihre den Vietnam-Krieg schon viel früher geplant und auch schon verloren gewusst hatte, als öffentlich bekannt war.
Die Veröffentlichung in der “Times” sorgte für eine gerichtliche Verfügung gegen weitere Veröffentlichungen. Die Regierung unter Präsident Nixon will Strafen verhängen, wenn man sich dem widersetzt.
Nun aber liegen auch der “Post” die Papiere vor. Chefredakteur Ben Bradlee (Tom Hanks) plädiert dafür, sich über das Verbot hinwegzusetzen. Es beginnt eine lange Diskussion…

Der Film “Die Verlegerin” ist ein weiteres Puzzle in den Geschichten rund um Richard Nixon und seine Machenschaften. Steven Spielberg hat ein Plädoyer für die Pressefreiheit ins Kino gebracht – in einer Zeit, in der scheinbar immer mehr Menschen glauben, dass Pressefreiheit bedeutet, nur die eigene Meinung lesen zu können und alles andere Lügen seien. In einer Zeit, in der Regierungen mehr und mehr versuchen, Einfluss auf die Medien zu nehmen – oder sie gar zu übernehmen.
Vermutlich wird dieser Film aber sowieso wieder nur die erreichen, die sowieso der Meinung sind, dass diese Pressefreiheit ihre Richtigkeit hat.
Aber völlig unabhängig davon ist dieser Film gut gespielt und zwischenzeitlich einen hohen Spannungslevel. Ganz nebenbei erfährt man aber noch einiges, über die damals noch vorhandene Gleichstellung der Frau. Denn die Verlegerin wird anfangs nicht ernst genommen, sie muss sich durchsetzen, und man hat den Eindruck, sie muss es auch selbst erst lernen, sich durchzusetzen.
Das ist letztlich nicht die ganz große Kinokunst, aber dennoch ein Film mit Anspruch und Botschaft.

Die Verlegerin
USA 2017, Regie: Steven Spielberg
Universal, 115 Minuten, ab 6
7/10

RT im Kino

Heilstätten

Montag, den 26. Februar 2018
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Nach seinem YouTube-Star-Film-Disaster “Kartoffelsalat” bringt Regisseur Michael David Pate nun den nächsten Social-Media-Streifen ins Kino. “Heilstätten” ist erneut hart an der Grenze zum Trash, aber optisch immerhin kein Totelausfall.

Das verlassene Gelände der Heilstätten von Beelitz. Dort soll es spuken, und deshalb zieht es eine Gruppe von YouTubern (u.a. Sonja Gerhardt, Lisa-Marie Koroll, Nilam Farooq, Emilio Sakraya, Timmi Trinks) dorthin, um eine Gruselnacht zu verbringen und daraus einen Film für das Internet zu machen.
Sie haben alles dabei, was sie brauchen. Kameras, Wärmebildkameras, Schwarzlicht, Scheinwerfer. Allerdings müssen sie bei Theo (Tim Oliver Schultz), der sie dort reinbringt, die Handys abgeben, damit schon während der Nacht nicht herauskommt, dass sie sich dort illegalerweise aufhalten.
Worüber sie am Anfang noch Witze machen, wird aber bald bitterer Ernst: Als es draußen dunkel ist, beginnt in den Heilstätten der Spuk – grausamer, als alle gedacht haben.

Warum man betonen muss, dass die Geschichte in den Beelitzer Heilstätten spielt, ist unklar. Denn der Film entstand in der ehemaligen, nun leerstehenden Lungenheilstätte am Grabowsee in Friedrichsthal bei Oranienburg. Hätte man genauso erzählen können.
Warum es zu Beginn eine Szene gibt, in der YouTuber Freshtorge mit einer Freundin im Oranienburger Kino sitzt und darüber palavert, dass er Horrorfilme schlimm findet, ist ebenso unklar. Denn die Szene steht völlig sinnfrei im Raum, sie wird am Ende auch nicht aufgelöst.
Ansonsten ist “Heilstätten” zu zwei Dritteln leider eher anstrengend als gruselig. Und das deshalb, weil es sich eher um die YouTuber als um den Horror dreht. Die jungen Leute, deren leben sich darum dreht, völlig überdreht in die Kamera zu quaken, sind leider nicht wirklich spannend.
Aber das Blatt wendet sich, denn am Ende macht die ganze Geschichte doch noch eine einigermaßen interessante, wenn auch vollkommen abgedrehte Wendung. Ohne zu viel zu verraten: Das Ende ist irre bis wirr.
Lustigerweise hat der YouTube-Film “Heilstätten” aber eine nette Botschaft an YouTuber und ihre Zuseher – Theo bringt sie rüber und äußert sie: Man solle doch bitte was Vernünftiges ins Netz stellen und so verhindern, dass die Jugend verdummt. Da ist was dran.

Heilstätten
D 2017, Regie: Michael David Pate
Fox, 89 Minuten, ab 16
5/10

RTZapper

Die Comedy Show

Montag, den 26. Februar 2018
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SA 24.02.2018 | 23.00 Uhr | ProSieben

Fünf junge Comedians stehen auf einer Bühne und erzählen Geschichten. Eine davon ist falsch.
So, als Showerfinder: Wie könnte man so was nennen. Bei ProSieben heißt das: “Die Comedy Show”. Der unveröffentlichte Untertitel lautet: “Uns ist beim besten Willen nichts eingefallen”.
Und im Grunde ist es ja extrem lobenswert, dass es bei ProSieben eine Sendung gibt, in der Comedians auftreten, die vermutlich ihren ersten großen Fernsehauftritt haben. Gebt der Jugend eine Chance! Immer am späten Sonnabendabend läuft eine Ausgabe.

Nur leider ist die Show nicht all zu gut. Moderator Kevin Gerwin macht fast nichts anderes, als einen Comedian nach dem anderen anzusagen. So richtig entfalten kann er sich nicht.

Es sind Geschichten aus dem Leben, die in fünf Stand-Ups erzählt werden. Soll lustig sein, und um es wirklich lustig zu machen, wird das, was da erzählt wird, teilweise szenisch darstellt und dazwischen geschnitten.
Jacqueline Feldmann hatte am Sonnabend ein bisschen die Arschkarte gezogen. Sie erzählte die Geschichte eines missglückten Tinder-Dates. Es ist allerdings nicht ihr, sondern ihrem Nerd-Freund, der total nerdig aussieht. Sein Date, dicklich, hässliche Brille, hat auf dem Klo ein kleines Darm-Unglück. Oder so. Warum auch immer will die Frau durchs Klofenster flüchten und bleibt stecken. Muahaha. Wie lustig. Es ist immer schön, sich hinzustellen und den Leuten zu zeigen, wie toll man doch selbst und wie bekloppt alle anderen sind. Eine arrogante Menschenhasser-Geschichte, und man kann für Jacqueline Feldmann nur hoffen, dass sie in ihren Stand-Ups auch mal Storys erzählt, in denen sie sich auch mal selbst auf den Arm nimmt und nicht nur solche, woe sie sich über die Doofheit anderer lustig macht.

Was daran spannend sein könnte, rauszufinden, welche der fünf Storys ausgedacht ist, wissen vermutlich auch nur die Erfinder dieser Sendung. Die Geschichte sind alle gleich abgedreht, um eigentlich ist es völlig wurscht, welche ausgedacht sind. Zumal, wie sich am Ende rausstellt, alle ausgedacht sind, weil sie keiner der Comedians selbst erlebt hat.
Also, ProSieben: Schöne Sache, dass ihr dem Nachwuchs eine Bühne gebt – aber diese Show ist leider ziemlich hohl.

KeineWochenShow

#60 – Wir haben heute leider keinen Spargel für dich

Montag, den 26. Februar 2018
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Manchmal ist man einfach übersensibel. Wir haben ja schon öfter mal ganze Sendungen neu aufnehmen müssen, weil der Kameraakku versagt hatte und wir das leider nicht erkennen – aufgrund eines fehlenden Lämpchens. Deshalb genügte ein leises Knacken, und schon laufe ich zur Kamera, um zu checken, ob sie noch läuft.
Aber ein bisschen Bewegung tut ja ganz gut.

In Ausgabe 60 geht es um die “Bild”, die unbedingt ihre “SPD zerfleischt sich”-Story haben wollten und denen völlig wurscht war, ob die Geschichte stimmte. Sie stimmte nicht, die “Bild” wurde von der Satirezeitschrift “Titanic” reingelegt. Findet man bei der “Bild” total doof, und Satire sei das ja auch nicht. Wahrscheinlich genau so wenig wie die “Bild”-Aktion, wie ein Hund als SPD-Mitglied angemeldet worden ist. Das war natürlich was ganz anderes.

Außerdem sprechen wir über den deutschen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest. Für das Lied von Michael Schulte müssen wir uns immerhin nicht schämen, es ist sogar ganz gut.
Ihr erfahrt aber auch, warum es in dieser Ausgabe kein Spargelbier gibt und was da auf einer Oranienburger Messe passiert ist.
All das in #60 von “KeineWochenShow” auf YouTube.