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Überraschungsevent (10): Die Faszination eines leeren Stadions

(9) -> 27.3.2017

Der Startschuss fiel im April 2016: Einmal im Monat wollen wir uns gegenseitig überraschen. Und immer darf der andere nicht wissen, wo genau wir hingehen werden – erst vor Ort wird das Geheimnis gelüftet. Der Termin muss beim anderen natürlich abgefragt werden, alles andere nicht. Die Preisgrenze liegt bei 30 Euro. In diesem Monat durfte ich das Event planen, im Juni ist sie dran.
Allerdings im Mai ist das Event (von dem ich nicht weiß, was es ist) ausgefallen – wegen Krankheit beim Veranstalter. Wird aber demnächst nachgeholt.

Diesmal ging es ins Berliner Olympiastadion. Wenn dort keine Fußball-Spieltage sind, kann man sich zu geführten Touren anmelden. Dadurch kommt man an Orte, die man so nie kennenlernen wird.
Man bekommt den Raum gezeigt, in dem die Spieler interviewt werden und sie vorher darauf warten, aufs Feld zu dürfen. Wir sahen uns in der Umkleidekabine um, in der zuletzt die Spieler von RB Leipzig waren. Inklusive Duschen und Entspannungsbecken. So leer ist das natürlich – einfach ein leeres Bad.
Weiter ging es in die VIP-Bereiche und in die Aufwärmhalle. Wir konnten uns ein paar Minuten dort hinsetzen, wo sonst nur die wichtigen Leute sitzen – und wo Hitler einst seine Tribüne hatte.
Ein bisschen was Geschichtliches gab es auch – nach gut 75 Minuten war die Führung zu Ende.

Schön ist aber, dass man sich danach noch weiter im Stadion aufhalten kann. So saßen wir auf zwei der vielen Stadionplätze und schauten auf das leere Feld. Auch mal schön, denn auch das leere Stadion strahlt eine Faszination aus.

Wenn man das Stadion so sieht, dann fragt man sich auch, warum Hertha BSC unbedingt ein neues will. Ja, durch die Laufbahn drumherum, ist das Fußballfeld nicht ganz dicht dran – aber meine Güte! Die Hertha soll froh sein, ein so tolles Stadion bespielen zu dürfen und nicht so dekadent sein.
Zumal es schwierig werden dürfte, einen neuen Standort zu finden. Die favorisierte Stelle im Olympiastadion-Umfeld müsste auch von der Stadt Berlin gekauft oder gemietet werden – und das dürfte problematisch sein. Berlin spielt da wohl nicht mit. Und raus nach Brandenburg – da machen wohl die Fans nicht mit.

Was zu essen gibt’s im kleinen Bistro übrigens auch – aber die Bockwurst ist leider nicht zu empfehlen.
Aber an sich ein Besuch des (leeren) Olympiastadions lohnt sich in jedem Fall.

Ein Kommentar zu “Überraschungsevent (10): Die Faszination eines leeren Stadions”

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