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Bürgermeisterwahl in Kremmen: Eine gemeinsame Sprache für die Stadt

(3) -> 26.10.2016

Die Kremmener Bürgermeister-Kandidaten im Check – Teil 4: Klaus-Jürgen Sasse (SPD) will weiter im Amt bleiben

MAZ Oberhavel, 29.10.2016

Kremmen.
Er lässt sich nicht verbiegen, sagt er. „Es gibt noch viele Dinge, die ich gern aufarbeiten würde“, so Klaus-Jürgen Sasse (SPD). Er ist der Amtsinhaber im Kremmener Bürgermeister-Wahlkampf. Seit 1993 leitet er die Geschicke der Stadt, erst als Amtsdirektor, später als Bürgermeister. Fast 24 Jahre lang. Und diese Jahre zählen, sagt er. „Die Entwicklung einer Stadt bleibt ja nicht stehen.“
Lange war unklar, ob er noch mal antritt. Aber seine SPD-Leute haben ihn darum gebeten. „Ursprünglich war ich nicht begeistert.“ Generell fehle es an Nachwuchs in seiner Partei, findet er. Letztlich entschloss er sich, wieder anzutreten, „und jetzt stehe ich 100-prozentig dahinter.“ Leicht hat er es nicht, die Streitigkeiten haben in den vergangenen beiden Jahren – gerade im Stadtparlament – sehr zugenommen.

Die Wohnanlage für Flüchtlinge ist Sasses großes Projekt, aber auch extrem umstritten. „Anfangs war mir nicht bewusst, dass das die Stimmung in Kremmen spaltet.“ Aber er würde das jederzeit wieder tun, ergänzt er gleich. Das Projekt zahle sich für die Kremmener aus, wenn spätestens in drei Jahren die Häuser für den Wohnungsmarkt zur Verfügung stünden – „zu einem Tarif, den man nie wieder erreicht“, so ist er überzeugt.

Klaus-Jürgen Sasse ist 65 Jahre alt, er hat zwei Töchter, ist geschieden und lebt mit neuer Partnerin in Beetz. Er ist gelernter Elektromonteur und Ingenieur für Automatisierungstechnik. Seit 1990 ist er in der Politik, damals wurde er Bürgermeister von Germendorf. Seit 1993 ist er in Kremmen aktiv.

Sein wichtigstes Ziel für die Stadt: „Dass der Haushalt nie ins Minus rutscht.“ Auch wenn sich Kremmen somit nicht so viel leisten kann wie andere Orte: „Man kann nur das umsetzen, was man finanzieren kann.“ Er verweist aber auf das, was schon getan worden ist: Die Sanierung der Altstadt sei weit vorangeschritten. Der Zweckverband stehe auf gesunden Füßen und schreibe schwarze Zahlen. 42 Prozent der städtischen Ausgaben gehen in den sozialen Bereich, also zum Beispiel für die Kitas, Schulen und Vereine. Das solle auch so bleiben.
So sind dann auch seine Wahlziele eher ein laufender Prozess. Er will den Ausbau der Radwege von Sommerfeld nach Hohenbruch sowie nach Ludwigsaue vorantreiben. Innerhalb von vier Jahren könne das machbar sein. Auch das Straßenbauprogramm hat er auf seinem Plan – immer bürgerverträglich, wie er sagt.
Er spricht sich für die Erweiterung der Feuerwache in Kremmen aus. Sie könnte 2018/19 beginnen, wenn die Stadtverordneten zustimmen. Auch für die weitere Förderung des Tourismus will er sich einsetzen. Dazu gehören allerdings keine Windkraftanlagen, wie sie eventuell nahe Sommerfeld und Hohenbruch gebaut werden könnten. Er sei dagegen, „weil sie die Gegend verschandeln“, sagt er.
Die finanzielle Ausstattung der Ortsteile dürfe auch nicht zu kurz kommen. Sie müssten alle gleich behandelt werden.

Klaus-Jürgen Sasse ist jetzt 65. Wenn er gewählt wird, will er höchstwahrscheinlich keine volle Periode, also für acht Jahre, im Amt bleiben. Er sagt, er könne sich vier weitere Jahre vorstellen. „Das wäre optimal.“ Bis dahin müsse in der SPD ein Nachfolger gefunden werden. Klare Worte in Richtung seiner Parteigenossen. Bis dahin wünscht er sich weniger Streit. „Mich ärgert das politische Gegeneinander, wir finden keine gemeinsame Sprache mehr.“ Wobei er aber auch sagt, dass er ja nicht alleine entscheide. „Im Vorfeld diskutieren wir jeweils im Leitungsteam und wägen Entscheidungen ab.“ Das habe sich bewährt.

Zeit für Hobbys bleibt ihm kaum. Er arbeitet weiter an seinem Haus. Wenn er abschalten will, radelt er durchs Luch. Da kommen schon mal 60 Kilometer am Stück zusammen. Am Wahlabend wird er wohl zu Hause in Beetz sein und das Ergebnis abwarten.

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Zur Person: Klaus-Jürgen Sasse ist geboren am 4. April 1951 in Germendorf. Seit 2010 lebt er in Beetz. Er ist geschieden, hat eine neue Partnerin. Er hat zwei Töchter.

Beruf: Er ist gelernter Elektromonteur und Ingenieur für Automatisierungstechnik.

Politik: 1990 Bürgermeister in Germendorf, seit 1993 Amtsdirektor, später Bürgermeister in Kremmen.

Hauptziele: Ausbau der Radwege, Straßen- und Wohnungsbau, Feuerwache-Erweiterung, Tourismusförderung.

Die Wahl: Am 6. November wählen die Kremmener. Vier Kandidaten stellen sich zur Wahl.

Die Serie: Die MAZ stellte die vier Kandidaten in alphabetischer Reihenfolge vor. Schon erschienen: Sebastian Busse (CDU), Arthur Förster (UWG/LGU), Eckhard Koop (parteilos).

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