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Joachim Meyerhoff: Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke – Alle Toten fliegen hoch, Teil 3

(2) -> 26.2.2014

Wir haben bereits miterlebt, wie er sein Austauschjahr in den USA verbrachte. Auch, wie er zu Hause aufwuchs, inmitten eines Psychiatriegeländes. Nun vervollständigt Joachim Meyerhoff seine Trilogie “Alle Toten fliegen hoch”, und er seufzt: “Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke”.
Es klingt wie ein Stoßseufzer, und irgendwie ist es auch einer.

Diesmal begleiten wir den 20-jährigen Romanhelden auf die Schauspielschule. Eigentlich wollte er ein soziales Jahr absolvieren, hatte sogar schon einen Platz im Schwesternwohnheim. Aber dann: Schauspielschule. Und er wird sogar angenommen, obwohl er, wie er selbst sagt, nicht talentiert ist.
Um dort lernen zu können, zieht er zu seinen Großeltern nach München. Eigentlich wollte er sich eine eigene Bude suchen, doch er bleibt im Haus der Großeltern hängen.

Meyerhoff erzählt eine Geschichte vom Scheitern, und es gibt Momente, da tut es weh, das alles zu lesen. Genau wird beschrieben, welche Übungen Schauspielschüler absolvieren müssen, welcher Irrsinn dort hin und wieder fabriziert wird. Und mit welchen riesigen Problemen der Romanheld zu kämpfen hat.
Gleichzeitig erzählt Meyerhoff wirklich wundervoll über das Leben der Großeltern. Die immer selben Zeremonien im Laufe des Tages. Die Schrullen und Macken – und wie dem orientierungslosen Schauspieler dieses Leben, diese Abende Halt geben.
Manchmal tut’s weh, wie gesagt. Manchmal erwärmt es einem aber auch das Herz, mit wie viel Liebe in der Familie gelebt wird – auch wenn Oma und Opa das nicht so zeigen können und wollen.
Meyerhoff schreibt das alles sehr dicht, sehr flüssig, wirklich lesenswert.
Ist nun wirklich Schluss? Wäre schade. Eine Lücke quasi.

Joachim Meyerhoff: Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke – Alle Toten fliegen hoch, Teil 3
Kiepenheuer & Witsch, 348 Seiten
8/10

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Ein Kommentar zu “Joachim Meyerhoff: Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke – Alle Toten fliegen hoch, Teil 3”

  1. RTiesler.de » Blog Archive » Joachim Meyerhoff: Die Zweisamkeit der Einzelgänger – Alle Toten fliegen hoch, Teil 4

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