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Bloß nicht verlieren!

Eine Mutter am Rande des Nervenzusammenbruchs: Ihr Sohn, ein Drittklässler, ist heulend nach Hause gekommen: Bei den Bundesjugendspielen hat er nicht so gut abgeschnitten. Um nicht zu sagen: Sohnemann ist unsportlich.
Dass der Kleine nun mal eine Niederlage einstecken musste, dass er verloren hat, dass er mal nicht so gut, wie die anderen war: Nein, das darf nicht sein!
Und so rief die Mutter nun eine Petition zur Abschaffung der Bundesjugendspiele ins Leben. Und vorher twitterte sie, wie schlimm das alles ist und wie dreckig es ihrem Sohn gehe. Und nun? Weg damit, damit sie Sohnemann in Watte packen kann?

Sollte es nicht Aufgabe einer Mutter sein, dem Kind auch beizubringen, dass es auch Niederlagen im Leben gibt? Dass es Dinge gibt, die andere vielleicht besser können. Dass man trotzdem selbstbewusst sein kann. Ist es wirklich die Aufgabe, dass alles immer nur tuttipaletti ist? Sollte man nicht, anstatt gleich alles in Frage zu stellen, lieber dem Kind zeigen, wo es denn stattdessen seine Stärken hat?

Ja, auch Kinder können grausam sein, und es gibt sie, die die Schwächeren hänseln. Aber muss man da nicht mal eingreifen? Lieber das Miteinander fördern? Lieber dafür sorgen, dass die Starken die Schwachen unterstützen?

Vergleiche abzuschaffen, weil man damit irgendjemandem wehtun könnte – das halte für für Quatsch. Dann können wir ja jeglichen sportlichen Wettkampf einstellen.

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4 Kommentare zu “Bloß nicht verlieren!”

  1. ThomasS

    Von mir aus könnte man das gern tun.

    Teilnahme auf freiwilliger Basis halte ich für vernünftig.
    Waeum sollen sich Kinder demütigen lassen, die für den Sport nicht geschaffen sind. Und warum müssen ausgerechnet Sportwettkämpfe Pflichtprogram sein.

    Es gibt z.B. auch Buchstabier- oder Vorlesewettbewerbe.
    Aber mir ist kein Fall bekannt, wo jeder zwangsweise daran teilnehmen muss.
    Auch Legatheniker u.s.w.

    Wo gibt es die Petition?

  2. ThomasS

    Das kommt daher, dass SPORT und KÖRPERKULT immer noch eine allzu große Sonderstellung in unserer Gesellschaft einnehmen.

    Jeder normal tickende Mensch würde es als grausam empfinden, einen Legastheniker aufs Podium zu zwingen, um vor versammeltem Publikum einen Text vorlesen zu lassen. Der kann das nicht so gut wie andere. Daher würde seine Performance keinem weiteren Zweck dienen, als ihn der allgemeinen Lächerlichzkeit!

    Niemand würde einen Legastgheniker dazu zwingen, das zu tun.
    Niemand würde einen Menschen mit Rechenschwäche dazu zwingen, öffentlich eine Mathematik-Aufgabe zu lösen und dabei zu scheitern!

    Aber beim Sport … da misst man man das seltsamerweise mit anderen Maßstäben!
    Da ist es seltsamerweise okay, wenn du dich lächerlich machst!
    Dabei ist es gemau dasselbe Prinzip:

    Ein sprachbegabter Mensch fängt mit 3 Jahren an Nummernschilder entziffern.
    Ein Rechengenie hungert im selben Alter nach Mathematik-Aufgaben.
    Sesamstraße & Co machen’s möglich!

    Tja … und bei den späteren Sportfreaks ist es genau dasselbe.
    Das sind meist Kinder, die können von Anfang an nicht still sitzen.
    Die wollen bzw. müssen sich auch bewegen, ebenso wie das Mathegenie unbedingt irgendwas rechnen muss, weil es sonst verkümmert.

    Das hat m.E. nix mehr mit der Erziehung zum “verlieren können” zu tun.
    Das lernt ein Kind nur, wenn es vorher wirklich eine reelle Chance hatte.
    Z.B., wenn es beim Musikwettbewerb zwar gut abgeschnitten hat, aber nicht unter die Top 10 gekommen ist. Wäre mein Kind unter den Letzten, würde ich es aus dem dem Verein rausnehmen und nicht zum Weitermachen zwingen.
    Das ist dann eben nicht sein Ding.

    Ansonsten nimmt das Kind nur die eine Lektion mit:
    Du bist eh ein Loser, weil du nciht gut im Sport bist und weil Sport nun mal das Nonplusultra auf der Welt ist!
    Und ich habe genug Spotrtlehrer kennen gelernt, um zu wissen, dass manche von denen diesen Körperkult forcieren bis zur Perversion!
    Ist das vielleicht “pädagogisch wertvoll”?

    Keine Ahnung, ob ich dich überzeugen konnte.
    Es ist mir schon wichtig, dass du den Unterschied begreifst.
    Ggfs. frage dich hiermit nochmals:

    Wie lautet der Link zu der Petition gegen die befohlene Teilnahme an den Bundesjugenspielen?

  3. RT

    Du bist doch sonst immer so schlau. Ist dein Google kaputt? Oder bist du auch nach Tagen noch nicht selbst darauf gekommen, dass man so was googeln kann?

    Ansonsten wäre es mir neu, dass Mathe- und Rechtschreibschwache neuerdings von der Schule befreit sind und keine Diktate oder Klausuren mehr schreiben müssen.

  4. ThomasS

    Hier geht es aber nicht um Unterricht, sondern allein um den Wettbewerb.
    Niemand redet davon, unsportliche oder gehandicappte Schüler komplett vom Sportunterricht zu befreien.

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