Tagesarchiv für 29. August 2013

RT im Kino

Hai-Alarm am Müggelsee

Donnerstag, den 29. August 2013

Upsi. Da isse weg, die Hand. Schlupp. Einfach so. Keine Ahnung, wie das passieren konnte. Da will man mal im Müggelsee baden, und dann das. Hat da etwa ein Hai haps gemacht?
Friedrichshagen, ein Ortsteil von Berlin, ist jedenfalls in heller Aufregung. Der Bürgermeister (Henry Hübchen) befürchtet das Schlimmste und hofft, marketingtechnisch das Beste rausholen zu können: Am Müggelsee wird der Hai-Alarm ausgerufen.

Leander Haußmann und Sven Regener haben mit dem “Hai-Alarm am Müggelsee” einen hübsch bekloppten Film gedreht. Einen, in dem alle, wirklich ausnahmslos alle, eine absolute Meise haben. Glücklicherweise ist es eine Meise, die auch und gerade dem Zuschauer Spaß bringt. Es scheint, als ob die Macher in jeder Szene einen Gag unterbringen wollte – bildlich oder textlich. Und im Großen und Ganzen gelingt ihnen das auch. Da tauchen Leute aus dem Nichts auf, sind total irre oder reden Nonsens.
Tom Schilling spielt einen, na ja, Fischexperten. Katharina Thalbach ist die arme Irre. Horst Pinnow der/die schrullige Alte. Michael Gwisdek der bescheuerte Bademeister. Benno Fürmann der ach so reiche Mann aus Friedrichshagen. Detlev Buck der wichtige Polizist. Hinzu kommen weitere herrlich schrullige Nebenrollen.
Den Film darf man nicht ernst nehmen, er nimmt sich selbst nicht ernst. Einige Szenen wirken schon ein bisschen billig, aber das sollen sie vielleicht auch. Hier kommt es auf den Spaß an, auf lustige knappe zwei Stunden. Das ist dem Team gelungen.
Und bald geht’s mal an den Müggelsee. Haie suchen.

Hai-Alarm am Müggelsee
D 2012, Regie: Leander Haußmann, Sven Regener
X-Verleih, 103 Minuten, ab 12
7/10

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aRTikel

Manchmal bedient sich Mama aus der Brotbüchse

Donnerstag, den 29. August 2013
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Moritz Steinmöller (16) sieht seine Mutter jeden Tag in der Schule / Privates wird getrennt

MAZ Oranienburg, 29.8.2013

LEEGEBRUCH
Vertretungsstunde bei Frau Steinmöller. Dem 16-jährigen Moritz aus Leegebruch ist das bisher erst dreimal in seiner Schullaufbahn am Oranienburger Louise-Henriette-Gymnasium passiert. Besonders begeistert darüber war er anfangs nicht. Denn Frau Steinmöller ist seine Mutter. Und Unterricht mit der eigenen Mama?

Seit Bastian Bielendorfer und sein „Lehrerkind“-Buch in den Bestsellerlisten standen, gilt die Beziehung von Lehrerkindern und ihren Eltern als beliebtes Talkshowthema. Besonders wenn die eigenen Eltern auch noch an derselben Schule unterrichten. Darf man Bielendorfers Schilderungen glauben, muss es oft die Psycho-hölle gewesen sein.

Moritz Steinmöller nimmt das alles eher gelassen hin. Auch er hatte das Buch schon mal in der Hand. „Ist bestimmt ganz spannend, aber mir geht’s ja noch ganz gut“, sagt er und schmunzelt ein bisschen. Er kennt die Probleme eines Lehrerkindes kaum. Die Grenzen zwischen Schule und Privatleben sind klar gezogen. „Es gab mal eine Vertretungsstunde, in der meine Mutter gleich mal das Handy eines Freundes eingezogen hat“, erinnert er sich. „Der meinte dann danach zu mir, ob ich das nicht klären könne.“ Aber Moritz hatte dafür nur ein Schulterzucken übrig. Nein, das Problem müsse er schon selber lösen, hatte er zu dem Freund gesagt.

Moritz hätte auch an eine andere Schule gehen können, aber das LHG war sein Erstwunsch, das Runge-Gymnasium stand auf Platz zwei. Schon sein Bruder Bastian besuchte das LHG, „und er hat mir davon nicht abgeraten“, sagt Moritz.
Als er in die 7. Klasse kam, haben sich seine Mutter Ariete und er versprochen, Schule und Privates streng zu trennen. „Das schaffen wir auch ganz gut. Ich habe noch nie in ein Klassenbuch geguckt, um zu sehen, wie Moritz’ Noten sind“, sagt Ariete Steinmöller. „Ich gehe davon aus, dass er mir das dann zu Hause erzählt.“ Moritz nickt und lächelt wieder. Falls er doch mal sein Herz ausschütten will, dann heißt es vorher: „Das erzähle ich dir als Mutti.“ Es sei in der Situation für Moritz völlig unerheblich, wo sich der Arbeitsplatz der Mutter befinde. „Auch wenn mir meine Kollegen erzählen wollen, was Moritz eventuell angestellt hat, blocke ich ab.“ Sie fragt dann den anderen Lehrer, ob das Geschehen so gravierend sei, dass ein Elternbesuch notwendig wäre. „Die allermeisten Kollegen verhalten sich in der Hinsicht hochprofessionell“, sagt sie. Dazu gehört auch, dass Moritz als Lehrerkind von den anderen Lehrern weder bevorzugt oder benachteiligt wird.
„Wir begegnen uns in der Schule auch relativ selten“, erzählt Ariete Steinmöller. „Manchmal stibitze ich aber heimlich etwas aus seiner Brotbüchse“, gibt sie zu. „Ich nehme auch zur Kenntnis, mit wem er sich so unterhält, aber das sind ja in der Regel dieselben Leute, die auch mal bei uns zu Hause sind.“

Im Gegensatz zu den Bielendorfers bekommen die Steinmöllers den gemeinsamen Schulalltag meistens sehr gut hin.

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RTZapper

Die Blender

Donnerstag, den 29. August 2013
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DI 27.08.2013 | 22.30 Uhr | zdf_neo

Im Fernsehen scheint es einen neuen Trend zu geben: Ein Kamerateam filmt etwas, und dann guckt sich der Hauptprotagonist das Ganze an und redet noch mal darüber. Und redet und redet und redet.

Zum Beispiel in “Die Blender”.
Sie sind Laien, aber sie müssen so tun, als wären sie Experten. Der eine macht auf Kunst, die andere auf Promitussi. Und dann gucken wir mal, wie die anderen Leute auf den Wahnsinn reagieren.
Das ist nicht neu, aber immerhin neu auf zdf_neo. “Die Blender” hieß das Format, dessen Pilotfolge am Dienstagabend innerhalb des TV-Labs, in dem Programminnovationen getestet werden, zu sehen war.

Tahnee Schaffarczyk und Bastian Bielendorfer (Buch: “Lehrerkind”) waren unterwegs. Sie tat so, als wäre sie ein Promi, umgeben von Kameras und Fotografen, und tatsächlich wollten Leute Autogramme, obwohl sie völlig unbekannt war. Plötzlich tauchte ein fremder Paparazzo auf und fotografierte, unwissend, wer sie denn überhaupt ist. Er tat so, als wäre er ein Kulturfuzzi, der wirre Bilder malt, und in einer kleinen Show, zu der er fremde Leute einlud, redete er Blödsinn. Und die Leute nahmen es ihm ab – bis auf eine Frau, die lachen musste, und die Bielendorfer daraufhin anmaulte, sie könne ja auch gehen.
Auch wenn das nicht neu ist, ein nettes Format.

Aber dann die Laberei. Die Macher von “Die Blender” verließen sich nicht auf die Situationskomik. Nein, sie ließen Tahnee Schaffarczyk und Bastian Bielendorfer sich das alles nochmal ansehen und darüber reden. Das ist dann immer wieder in die handlung reingeschnitten – und nervt und macht die kleine Sendung kaputt.
Genau daran krankte auch die neue ProSieben-Comedy “Schulz in the Box” am Montagabend. Olli Schulz wurde mit einer Kiste irgendwohin transportiert und musste dann sehen, was passiert. Joa, auch ganz nett. Aber auch dort: die Laberei. Schulz wurde immer wieder dazwischengeschnitten, um über die Situationen zu erzählen, die der Zuschauer sowieso gerade sah. Er redete und redete, wie bei einer Therapie.
Liebe Fernsehleute, was soll diese ewige Laberei? Traut ihr uns nicht zu, das Geschehen selbst einzuordnen. Glaubt ihr, die Sendung wird dadurch witziger? Wie heißt es so schön: Weniger ist mehr.

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RT im Kino

Elysium

Donnerstag, den 29. August 2013

2159. Die gute Nachricht: Es gibt die Erde immer noch. Die schlechte Nachricht: So richtig doll läuft es da nicht mehr. Dreck. Armut. Krankheiten. Aber es gibt einen Ausweg: Elysium. Eine Art Erde II, eine künstliche Welt, die unweit der alten, ranzigen Erde schwebt. Dort leben nur gesunde Menschen in einer makellosen Atmosphäre.
Klar, dass die Menschen auf der Erde ein Ziel haben: nach Elysium zu kommen, dort gesund zu werden, es dort besser zu haben.
Max (Matt Damon) hat die Chance. Er hat nach einem Unfall nur noch wenige Tage zu leben, und er will es wagen, hinzufliegen. Aber die Mission ist gefährlich, Elysiums Verteidigungsministerin Delacourt (Jody Foster) setzt alles daran, die Erdlinge fernzuhalten. Aber was hat Max schon zu verlieren…

Der Ansatz von “Elysium” ist extrem spannend. Zwei Gegensätze prallen aneinander. Reich und arm. Gesund und krank. Die Verwöhnten und die Arbeiter, die nichts wert sind. Die alte Erde und die neue. Leider macht Neill Blomkamp am Ende nichts anderes als eine verkappt science-fiction-mäßige Actionreißersause daraus. Gut kämpft gegen Böse, und dazwischen gibt es nichts. Max wird technisch aufgerüst und wird fast zur Maschine, mehr und mehr entspinnt sich ein Kampf der Roboter.
Und das Schlimme ist: Alles ist so egal. Die Figuren kommt einem nicht nahe, weder die Guten, noch die “Bösen”, es scheint alles so wurscht. Echte Überraschungen bleiben aus. Enttäuschend.

Elysium
USA 2013, Regie: Neill Blomkamp
Sony, 110 Minuten, ab 16
4/10

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RTelenovela

Verlass dich nie auf Verkehrsschilder, die dich nichts angehen!

Donnerstag, den 29. August 2013
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Ich hätte es wissen müssen: Hinweisschilder für Fahrradfahrer sind braun und klein. Hinweisschilder für Autofahrer sind weiß oder orange und groß. Ich habe trotzdem auf einen Wegweiser für Radler gesetzt. Ein Fehler, wie sich rausstellte.

Wer von Oranienburg zum Restaurant Havelbaude fährt, muss einen weiten Umweg über das Hohen Neuendorfer Stadtzentrum fahren. Dabei steht doch in Birkenwerder an der Hauptstraße ein Wegweiser mit einer Abkürzung zur Hafenkneipe.
Das klappt auch ganz gut, wenn man mal vom holprigen Kopfsteinpflaster absieht. Wenig später folgt sogar der Folgewegweiser mit dem nächsten Hinweis zur Havelbaude. Ich folge dem, aber es kommt, wie es kommen muss, wenn man als Autofahrer Radlerschildern folgt: Ich stehe vor einer Radfahrerstraße – Durchfahrt nur für Anlieger. Und eigentlich, so irgendwie, war ich auch genau das.

Aus, nun ja, rechtlichen Gründen lasse ich offen, ob ich weiter oder wieder zurückgefahren bin. Aber ich weiß jetzt, dass Abkürzungen nicht immer Abkürzungen sind und ich als Autofahrer gefälligst die Radlerhinweise übersehen muss.

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